DACHSER SE

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Branche
Logistik

Produkte oder Dienstleistungen
Als einer der führenden Logistikdienstleister Europas bietet DACHSER mit Hauptsitz in Kempten, Deutschland, eine umfassende Transportlogistik, Warehousing und kundenindividuelle Services innerhalb von zwei Business Fields: DACHSER Air & Sea Logistics und DACHSER Road Logistics. Letzteres teilt sich in die beiden Business Lines DACHSER European Logistics und DACHSER Food Logistics auf. Übergreifende Kontraktlogistik-Services sowie branchenspezifische Lösungen ergänzen das Angebot. Ein flächendeckendes europäisches sowie interkontinentales Transportnetzwerk und komplett integrierte Informationssysteme sorgen weltweit für intelligente Logistiklösungen.

Standorte
376 weltweit, davon 72 in Deutschland

Anzahl der MitarbeiterInnen
31.756, davon 17.302 in Deutschland

Einsatzmöglichkeiten
Informationstechnik
Logistik/Spedition
Controlling

Einstiegsprogramme
Trainee-Programm, Direkteinstieg

Mögliche Einstiegstermine
Jederzeit

Auswahlverfahren
Interview

Angebote für Studierende
Praktika und Werkstudententätigkeiten sind möglich, Bachelorarbeiten werden betreut

Ansprechpartner/in
Verena Linder

Anschrift
Thomas-Dachser-Str. 2
87439 Kempten

Fon
0831/59160

E-Mail
karriere@dachser.com

Internet
dachser-career.com
www.dachser.de

Universitätsstudium an der TUM School of Management in Heilbronn

Die Technische Universität München (TUM) ist mit ihrer wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, der TUM School of Management, mit einem eigenen Lehr- und Forschungsstandort in Heilbronn vertreten. Schwerpunkte sind das Management des digitalen Wandels und das Management von Familienunternehmen. Eine weitere Besonderheit der Studiengänge ist die enge Verzahnung von Management und Technologie. Die englischsprachigen Studiengänge an der TUM School of Management in Heilbronn bereiten die Studierenden optimal auf von Schlüsselpositionen in technologiegetriebenen Unternehmen vor:

Bachelor in Management & Data Science
Ein Programm, das Management und digitale Technologien kombiniert, um den Herausforderungen der digitalen Transformation zu begegnen.

Master in Management
Weiterführendes Studium zum Erwerb von Managementkompetenzen für Absolventinnen und Absolventen eines ingenieurwissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Bachelorstudiums.

Master in Management & Digital Transformation
Weiterführendes Studium, das fundierte Managementkenntnisse mit Kompetenzen im Bereich der digitalen Technologien verbindet.

Erfahre alles, was du über die Studiengänge wissen möchtest in einer digitalen Infosession! Termine findest du auf chn.tum.de/events

Exzellenz in Lehre und Forschung

Die Technische Universität München (TUM) gilt in der Betriebswirtschaftslehre als führende Forschungsuniversität Deutschlands. Die herausragende Ausbildungsqualität der TUM School of Management zeigt sich in den drei international anerkannten Akkreditierungssiegeln AACSB, EQUIS und AMBA. Für die sogenannte Triple Crown Akkreditierung müssen Business Schools zahlreiche Kriterien erfüllen, darunter fallen die hohe Qualifikation des Lehrpersonals, Internationalität der Lehre, vitaler Austausch mit der Wirtschaft sowie dezidiertes Engagement in Ethik und Nachhaltigkeit.

Ansprechpartner
Tanya Göttinger

Anschrift
Bildungscampus 2 und 9
74076 Heilbronn

Fon
07131 26418-603

E-Mail
admission_heilbronn@mgt.tum.de

Internet

chn.tum.de
chn.tum.de/bmds
chn.tum.de/mim
chn.tum.de/mmdt

karriereführer consulting 2019.2020 – Freiheit all inclusive

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Cover karrierefuehrer consulting 2019-2020_1110

Freiheit all inclusive

Effizient im Kerngeschäft, vorne dran bei Neuerungen: Unternehmen müssen heute beides können. Der Fachbegriff dafür lautet: organisationale Ambidextrie. Damit dies gelingt, darf die Idee von Arbeit nicht mehr starr sein, müssen Experimente und Rebellion erlaubt sein. Home-Office als Recht, Selbstbestimmung und Ortsunabhängigkeit als Ziel – das ist der Weg. Die Revolution hat begonnen. Berater unterstützen die Unternehmen bei der Umsetzung, doch auch ihre Arbeit ändert sich in Zeiten von New Work.

Freiheit all inclusive

Effizient im Kerngeschäft, vorne dran bei Neuerungen: Unternehmen müssen heute beides können. Der Fachbegriff dafür lautet: organisationale Ambidextrie. Damit dies gelingt, darf die Idee von Arbeit nicht mehr starr sein, müssen Experimente und Rebellion erlaubt sein. Home-Office als Recht, Selbstbestimmung und Ortsunabhängigkeit als Ziel – das ist der Weg. Die Revolution hat begonnen. Berater unterstützen die Unternehmen bei der Umsetzung, doch auch ihre Arbeit ändert sich in Zeiten von New Work. Ein Essay von André Boße

Die Revolution hat Karriere gemacht. Kaum ein Wort wird in der Werbung häufiger benutzt, es geht hier längst nicht mehr um Politik, die Palette reicht von der Schmink-Revolution im Drogeriemarkt bis hin zur Garten-Revolution. Auch in der Berufswelt hagelt es Revolutionen. Die bekannteste ist die 4. Industrielle Revolution, kurz: Industrie 4.0. Oder auch: Digitale Revolution. Knapp auf den Punkt gebracht bezeichnet sie die Folgen der vierten Welle der digitalen Transformation für die Wirtschaft und die Unternehmen. Künstliche Intelligenz, Big Data, miteinander kommunizierende Maschinen – alle diese Entwicklungen führen dazu, dass sich in den Unternehmen Abläufe ändern.

Work Smart Initiative

In der Schweiz hat sich eine unternehmensübergreifende Initiative gegründet, die sich zum Ziel gesetzt hat, flexible Arbeitsformen aktiv zu fördern. Zu den Aspekten von Smart Work – entwickelt von großen Unternehmen des Landes – zählen unter anderem die Förderung des Vertrauens des Unternehmens in die Mitarbeiter, die eigenverantwortliche Gestaltung der flexiblen Arbeitsorte sowie die Beachtung der unterschiedlichen Biorhythmen verschiedener Mitarbeiter.
work-smart-initiative.ch/de

Damit ändert sich die Arbeit: Es gibt Job- Grundsätze, die viele Jahre lang sehr wichtig waren, heute aber keine große Rolle mehr spielen. Ständige Präsenzpflicht im Büro? Überhaupt ein Arbeitsplatz im Büro? Es geht auch ohne. Aber wie kann das funktionieren? Wie kann es Unternehmen und jungen Mitarbeitern gelingen, sich an die Revolution anzudocken? Welche Strategie ist die richtige, um vom Umsturz zu profitieren, statt zu den Verlierern zu gehören? Welche Typen von Beratern werden gesucht, in dieser revolutionären Phase: Business-Rebellen, die mutig voranschreiten, oder vorsichtige Geister, die auch mal auf die Bremse treten, als Mahner auftreten und das eigentliche Kerngeschäft im Auge behalten? Kurz gesagt: Gefragt sind beide Typen.

Organisationale Ambidextrie: Unternehmen mit zwei starken Seiten

Die Personalberatung Hays hat in einer Studie festgestellt, dass viele Fachbereiche in Unternehmen vor einer Zerreißprobe stehen: „Sie sind auf der einen Seite gefordert, das Kerngeschäft weiterzuentwickeln. Auf der anderen Seite gilt es, neue Themen voranzutreiben“, heißt es in der Studie „Zwischen Effizienz und Agilität“.

Im Grunde benötigen die Unternehmen zwei starke Hände: die eine treibt Innovationen voran, die andere betreut sicher, solide und fokussiert das Kerngeschäft.

Im Grunde benötigen die Unternehmen zwei starke Hände: die eine treibt Innovationen voran, die andere betreut sicher, solide und fokussiert das Kerngeschäft. Man fühlt sich an das Idealbild eines modernen Fußballers erinnert, der es – wie Sportkommentatoren gerne sagen – „links wie rechts kann“, also keinen schwachen Fuß mehr hat, sondern zwei starke. Wechseln wir von den Füßen auf die Hände, heißt der Fachbegriff dafür Ambidextrie, übersetzt: Beidhändigkeit. In der Wirtschaft spricht man von einer „organisationalen Ambidextrie“, was bedeutet, dass Unternehmen den oben beschriebenen Spagat hinbekommen, dass sie also gleichzeitig flexibel-innovativ und fokussiert-effizient sind. „Ohne eine solche Beidhändigkeit werden Unternehmen im digitalen Zeitalter nicht dauerhaft bestehen“, schreiben die Autoren der Hays-Studie. „Stand heute gibt es nur wenige etablierte Unternehmen, die bereits erfolgreich in hybriden Strukturen arbeiten.“

Im Grunde werde damit laut Studie das Sprichwort vom „alten Wein in neuen Schläuchen“ umgedreht: „Die neuen digitalen und innovativen Themen prägen schon den Geschäftsalltag, aber die Unternehmen verharren noch in alten Organisationsstrukturen“ – wobei diese mit wachsender Bedeutung der neuen Themen immer mehr an ihre Grenzen stoßen. „Zwei Drittel der Unternehmen bevorzugen es, die neuen Themen aus der bestehenden Organisation heraus zu entwickeln – mit Mitarbeitern, die sowohl in der Linie als auch in innovativen Projekten aktiv sind“, hat die Studie anhand einer Befragung von Führungskräften herausgefunden.

Studie Home-Office

Derzeit – so das Ergebnis einer Studie des Digitalbranchenverbands Bitkom – bieten 39 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern die Freiheit, auch abseits der Büros zu arbeiten. Zum Vergleich: 2016 waren es nur 30 Prozent, 2014 sogar nur 20 Prozent. Laut der Studie gehen 46 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass der Anteil ihrer Mitarbeiter, die von Zuhause aus arbeiten, in den kommenden fünf Jahren weiter steigen wird. Unternehmen, die Home-Office ablehnen, geben dafür als häufigste Gründe an, dass Home Office nicht für alle Mitarbeiter möglich sei und niemand ungleich behandelt werden dürfe (65 Prozent) sowie, dass ohne direkten Austausch mit Kollegen die Produktivität sinke (58 Prozent).

www.bitkom.org

Kein Wunder, dass es dabei an vielen Stellen zu knirschen beginnt: 88 Prozent der Führungskräfte berichteten von Konflikten bei der Priorisierung von Linien- und Projektaufgaben, 80 Prozent der Führungskräfte beklagten Spannungen wegen unklarer Verantwortlichkeiten, mehr als drei Viertel hielten das Management der organisatorischen Schnittstellen für enorm aufwendig.

Muster brechen, Experimente wagen

Konflikte sind offensichtlich, auch der Bedarf an Beratung – und dennoch tut sich in den Unternehmen wenig. Zu wenig, warnen die Studienautoren, denn: „Der technische Wandel wird sich weiter beschleunigen und die Komplexität zunehmen. Ein Bruch mit den herkömmlichen Mustern scheint vor diesem Hintergrund unausweichlich.“ Ihr abschließender Appell lautet: „Mehr experimentieren, mit herkömmlichen Mustern brechen und neue Formen der Zusammenarbeit austesten – aber alles ohne Garantie, dass der Wandel auch gelingt.“ Dazu passt ein Zitat von Stefan Kaduk und Dirk Osmetz, die zusammen die Initiative „Musterbrecher“ gegründet haben: „Zwar funktioniert nicht alles, was ausprobiert wird. Aber alles, was funktioniert, wurde irgendwann mal ausprobiert.“

Nun kennt man Experimente aus der Naturwissenschaft, dort gehören sie zum täglichen Geschäft der Forscher. Doch was haben Experimente in Unternehmen verloren? Sind sie dort nicht viel zu riskant? Geprägt wird die deutsche Ehrfurcht vor Experimenten von einem uralten Spruch des Altkanzlers Konrad Adenauer: „Keine Experimente“, beschwor dieser Ende der 1950er-Jahre. Das ist sehr lange her, hatte zudem mit der Unternehmenskultur wenig zu tun. Dennoch: „Der Wahlslogan Adenauers scheint auch als Richtschnur für die Entwicklung von Organisationen herzuhalten“, sagen die „Musterbrecher“ Kaduk und Osmetz. Ein Projekt jage das andere, eine Initiative löse die vorhergehende ab – doch bestehe der Anspruch, dass dabei alles sauber durchgeplant sein müsse: vom Ziel über den Mitteleinsatz bis hin zu den Meilensteinen. „Jegliche Überraschungen sollen ausgeschlossen werden. Natürlich funktioniert das nicht, insbesondere das Managen der Unternehmenskultur scheitert nach der typischen Projektlogik.“ Daher seien Experimente die intelligenteren Projekte, weil sie „ergebnisoffen sind und tatsächliche Veränderung ermöglichen“.

Home-Office: kein Defizit, sondern gutes Recht

Nur: Wir könnten auch darüber nachdenken, ob Menschen nicht in der Lage sind, ihren Stärken gemäß eigene Wege zu finden und eigene Beziehungen zur Tätigkeit aufzubauen. Finden wir doch den Mut, Stellenbeschreibungen als Tool, nicht als Gradmesser für Defizite einzusetzen!

Ein Begriff, den die beiden „Musterbrecher“ dagegen äußerst kritisch betrachten, ist der der „Job Description“. Klar, schreiben Kaduk und Osmetz in ihrem „Musterbrecher“-Glossar, „jede oder jeder möchte wissen, was auf sie oder ihn zukommt.“ Personalbedarfsplanung sei bis zu einem gewissen Grad sinnvoll, weil Qualifikationen besser zugeordnet werden können. „Nur: Wir könnten auch darüber nachdenken, ob Menschen nicht in der Lage sind, ihren Stärken gemäß eigene Wege zu finden und eigene Beziehungen zur Tätigkeit aufzubauen. Finden wir doch den Mut, Stellenbeschreibungen als Tool, nicht als Gradmesser für Defizite einzusetzen!“

Ein Thema, das in dieser Hinsicht erkennbar im Wandel ist, ist die Arbeit von Zuhause, auch für Unternehmensberater. Home-Office – da schwang bis vor einigen Jahren durchaus etwas Defizitäres mit, als sei die Arbeit von Zuhause aus weniger Wert, als sei es schon ganz richtig, dass man den Arbeitgeber zunächst um Erlaubnis fragen müsse, denn: Wer ins Unternehmen komme, der leiste auch mehr. Als wäre die körperliche Anwesenheit schon eine Leistung an sich. Im Zeitalter von digitalen Arbeitsplattformen ist diese Feststellung obsolet geworden. Klar, es gibt weiterhin Meetings, die besser funktionieren, wenn alle Teilnehmenden vor Ort sind. Es gibt aber auch viele andere Tage, an denen es besser ist, zu Hause tätig zu sein.

Dass man um Arbeit im Home-Office nicht mehr betteln muss, sondern sich das Recht nehmen darf – daran arbeitet offensichtlich das Arbeitsministerium. Verschiedene Medien berichteten Anfang des Jahres von der politischen Initiative für einen Gesetzesvorstoß, nach dem ein Unternehmen, das einem Antrag nach Home-Office nicht zustimmt, sehr genau begründen müsse, warum die Heimarbeit in diesem Fall nicht möglich sei. Bisher können die Arbeitgeber dies noch ohne Begründung ablehnen. Die Revolution, von der wir oben sprachen, wird sehr konkret, wenn Björn Böhning, Staatssekretär des Arbeitsministeriums, dem „Spiegel“ sagt: „Die Digitalisierung verändert die Herrschaftsbeziehungen, und wir müssen sicherstellen, dass die Menschen von den Veränderungen profitieren.“

DNX: Festival der digitalen Nomaden

Digitale Nomaden verstehen sich als zweierlei: als Einzelkämpfer, aber auch als Teile einer Community und Bewegung. Am 8. und 9. Juni 2019 findet in Berlin das DNXFestival statt, ein Treffen der DNXies, wie sich die digitalen Nomaden hier nennen. Neben Keynotes und Workshops steht das gegenseitige Kennenlernen und Networking im Mittelpunkt.

www.dnxfestival.de

Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Digitalverbands Bitkom, fordert, New Work endlich per Gesetz zu verankern: „Der selbstbestimmten Arbeitszeitgestaltung stehen gesetzliche Hürden wie der starre Acht-Stunden- Arbeitstag und die elfstündige Mindestruhezeit entgegen“, sagt er. Wer spätabends noch mal die Dienstmails checke und am nächsten Morgen wieder am Arbeitsplatz sei, verstoße gegen die Gesetze, das Arbeitsrecht sei in diesen Punkten daher nicht mehr zeitgemäß und setze Arbeitnehmer massenhaft ins Unrecht. „Es ist höchste Zeit, diese aus der Zeit gefallenen Regeln zu ändern.“

Digitale Nomaden: Trend für Freiheitspioniere

Die Gruppe, die bei der Selbstbestimmung der Arbeit am weitesten geht, besteht aus den digitalen Nomaden, ihrer Arbeitsphilosophie liegt eine komplette Ortsunabhängigkeit zugrunde. Ihr Ansatz: Demjenigen, der mich bezahlt, kann es egal sein, von wo aus ich meine Arbeit erledige – Hauptsache, das Ergebnis stimmt. Wer im Netz nach dem Stichwort „Digitale Nomaden“ sucht, erhält als Ergebnis illusorische Bilder von schönen jungen Menschen, die mit Laptops in einer Hängematte an einem weißen Strand sitzen, viele von ihnen bezeichnen sich selbst als Berater. Dazu gibt es im Netz Dutzende Seiten mit „Learnings“, also Kurz-Anleitungen für Nomade-werden. Schnell zeigt sich: Das digitale Nomadentum ist ein Trend für gestresste Digital-Natives aus den Städten, der sich anhand von Blogs oder Podcasts gut verkaufen lässt.

Doch es gibt digitale Nomaden, die seit Jahren den Weg aufzeigen, dass sich Freiheit und Business tatsächlich verbinden lassen. Sie sind damit die Pioniere eines Trends, der sich nicht umkehren lässt und die Arbeitswelt umwälzt: New Work steht für mehr Freiheiten. Diese sind wichtig, damit die Unternehmen genügend Agilität in ihrer Organisation erreichen. Daher sollten Einsteiger – auch in Beratungsgesellschaften – nicht mehr um die Freiheit betteln müssen: In Unternehmen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben, sind die Freiheiten von New Work „all inclusive“.

Buchtipp

Cover Die Rettung der ArbeitWie werden wir in Zukunft arbeiten?

Künstliche Intelligenzen und Roboter übernehmen schon jetzt immer mehr Aufgaben und sorgen für Existenzängste, die in die Hände von Populisten spielen. Dabei sollten wir die Zukunft der Arbeit nicht dem Markt überlassen – sie ist eine Frage der politischen Gestaltung, die gerade jetzt couragiert beantwortet werden kann. Arbeit hält Gesellschaften zusammen, sie ist etwas fundamental Menschliches. Lisa Herzog, Professorin für Politische Philosophie und Theorie an der Hochschule für Politik an der Technischen Universität München, zeigt, wie sie in digitalen Zeiten gerechter und demokratischer werden kann, als sie es je war – für alle, nicht nur für wenige Privilegierte. Ihr Buch gibt neue Antworten auf eine der großen Fragen unserer Zeit und gibt wichtige Impulse für eine bessere Politik.

Lisa Herzog: Die Rettung der Arbeit. Hanser 2019, 22 EuroJetzt kaufen bei Amazon

 

 

Ebner Stolz: Dr. Jens Petersen im Interview

Als Partner beim Consultingunternehmen Ebner Stolz Management Consultants setzt Dr. Jens Petersen auf eine Beratung, die digitale Möglichkeiten nutzt, ohne das psychologisch-individuelle Element zu vernachlässigen. Denn trotz Big Data und KI bleibt für ihn die Betriebswirtschaftslehre eine Sozialwissenschaft.

Zur Person

Dr. Jens Petersen begann seine Laufbahn als Unternehmensberater 1995 bei Roland Berger in München. Von 2003 bis 2010 war er erstmals Partner und Mitglied einer Geschäftsleitung bei RölfsPartner in Düsseldorf, bevor er 2010 als Partner bei Ebner Stolz Management Consultants in Köln einstieg. Dort ist Jens Petersen in Branchen wie Gesundheit, Groß- und Einzelhandel sowie Agrar- und Ernährungsindustrie tätig, seine Tätigkeitsschwerpunkte sind Restrukturierung/Sanierung, Corporate Development und Strategie. Zu seinen persönlichen Leidenschaften zählen Literatur, klassische Musik und Sport.

Herr Dr. Petersen, Ihr Beratungsunternehmen bietet seit Herbst vergangenen Jahres die Web-App „Ebner Stolz To Go“ an. Lässt sich Beratung automatisieren?
Das glaube ich nicht, nein. Bei der App geht es eher darum, Informationen, die es bereits gibt, jemandem nutzenorientiert zur Verfügung zu stellen. Aber an dieser Stelle beginnt noch nicht die eigentliche Beratung, denn diese ist immer etwas sehr Individuelles, meistens auch etwas sehr Persönliches. Und das lässt sich über ein solches Tool praktisch nicht organisieren.

Wo können denn Lösungen mit künstlicher Intelligenz helfen?
Bei Analysen. Beratung umfasst in einem frühen Schritt ja erst einmal, dass man das Problem versteht. Hier sind Analysen gefragt, und dabei spielen Techniken wie KI oder auch Data Mining eine wichtige Rolle. Aber dabei handelt es sich wirklich nur um einen kleinen Ausschnitt dessen, was Beratung auszeichnet. Um es konkret zu machen: Wenn Sie sich in einem Handelsunternehmen die Analysedaten des Käuferverhaltens anschauen, wann kauft wer wo was, dann helfen digitale Daten dabei, Öffnungszeiten, Angebote oder die personelle Besetzung zu optimieren.

Sie können aus Daten systematische Fehler, aber auch systematische Chancen erkennen.

Sprich: Das Problem wird erkannt, mögliche Lösungen ergeben sich.
Genau, hier sind digitale Tools beteiligt. Sie können aus Daten systematische Fehler, aber auch systematische Chancen erkennen. Geht es nun aber in die tatsächliche Umsetzungsphase, dann wird die Beratung individuell und persönlich. Denn die Schlüsse, die man aus der Analyse zieht, die zieht man nicht alleine und die zieht schon gar nicht eine KI, sondern das geschieht im Team, sprich: zusammen mit dem Kunden. Wobei dann Data Mining und KI weiter eine große Rolle spielen, wenn es darum geht, die Wirkung der Veränderungen zu verfolgen – oder zu tracken, wie man neudeutsch sagt. Haben Sie zum Beispiel ein Unternehmen mit vielen Buchungsprozessen und haben sie Veränderungen umgesetzt, dann lässt sich mit Hilfe der digitalen Daten sehr genau sagen, welche Auswirkungen diese Schritte haben. Sprich: Ist es besser geworden – oder eben nicht?

Wie ändert sich Beratung dadurch? Handelt man freier, weil Transparenz herrscht? Oder ängstlicher, weil es möglich wird, jede nicht gelungene Umsetzung offenzulegen?
Sagen wir es so, Beratung wird chancenorientierter, weil die Daten die Fehleranalyse deutlich erleichtern. Wir erhalten dadurch viel schneller und offener Hinweise über das, was wir besser machen können – und das ist allemal besser, als lange im Dunkeln zu tappen. Nehmen Sie das Thema Pricing: Ohne digitale Analysetools war lange unklar, welche konkreten Auswirkungen höhere oder niedrigere Preise haben. Heute lässt sich das Kundenverhalten quasi in Echtzeit analysieren, die Auswirkung sehen Sie in den Superoder Elektromärkten, wo es digitale Preisschilder gibt, deren Anzeige sich ständig ändert. Für mich sind diese digitalen Anzeigen ein Symbol dafür, dass uns die Digitalisierung dabei hilft, schneller und flexibler reagieren zu können – durchaus auch unter dem Leitgedanken „Trial & Error“. Ja, Beratung ist sprechende Medizin und hat viel mit Psychologie und Kategorien wie Vertrauen zu tun. Das ist die eine Seite der Medaille. Jedoch hat gute Beratung immer auch einen Bezug zu Daten und Fakten. Und hier helfen uns die digitalen Datentools.

Ihr Werkzeugkasten ist also besser ausgerüstet denn je.
Bei bestimmten Themen ist das so, ja. Voraussetzung dafür ist natürlich immer ein Mindestmaß an Daten über Abläufe, Buchungen und Kunden.

Wird sich die Beratung auch mit Blick auf die Job-Profile aufteilen, einmal in psychologisch-individuelles Consulting sowie einmal mit Schwerpunkt technisch-analytischer Beratung?
Das wird weiterhin zusammengehen, denn Sie können eine Beratung, die motivieren soll, ja nicht unabhängig von Fakten angehen. Sagen zum Beispiel Führungskräfte in einem Unternehmen, sie sähen sich nicht in der Lage, die vom Chef-Management ausgegebenen Wachstumsziele zu erfüllen, dann schlägt das negativ auf die Stimmung im Unternehmen – wobei die Grundlage dafür die Zahlen sind, die den Führungskräften Recht geben, weil sie besagen: Die Ziele sind nicht realistisch. Die beiden Aspekte hängen also zusammen, wobei wir früher die Situation hatten, dass manche Schlussfolgerungen beinahe faktenfrei waren, weil jemand ausschließlich aus der Erfahrung heraus argumentiert hatte. Nach dem Motto: Wenn wir den Preis so und so setzen, dann wird dieses und jenes passieren…

Nun zählt die Betriebswirtschaft zu den Sozialwissenschaften, woran sich ablesen lässt, dass es eben nie nur um Zahlen geht, sondern immer auch um einen allumfassenden und gesellschaftlichen Aspekt.

… das war nämlich schon immer so.
Genau. Und dann musste man versuchen, diese Erfahrung mit Messungen zu bestätigen oder zu widerlegen, was nicht besonders effizient war. Heute ist das anders. Wobei die neuen Möglichkeiten der Datenanalyse auch nicht dazu führen dürfen, dass man glaubt, Zahlen würden einem alles sagen. Dann tritt das psychologische Moment zu sehr in den Hintergrund, und die Beratung verliert eine ihrer Stärken, nämlich das individuell-persönliche Element. Die Chance wiederum ist, dass ich sehr viel genauer arbeiten kann, dass beim Prinzip „Trial & Error“ deutlich weniger Streuverluste auftreten, weil ich sehr schnell gegensteuern kann.

Wenn Beratung heute bedeutet, die beiden Seiten der Medaillen immer im Blick zu haben – steigt dadurch der Anspruch an den Consultant?
Was wir leisten, ist eine betriebswirtschaftliche Beratung. Nun zählt die Betriebswirtschaft zu den Sozialwissenschaften, woran sich ablesen lässt, dass es eben nie nur um Zahlen geht, sondern immer auch um einen allumfassenden und gesellschaftlichen Aspekt. Hier geht es um Themen wie Motivation oder Führung – und diese psychologischen Bereiche sind eben auch ein Teil der Betriebswirtschaftslehre. Es ist ein möglicher Ansatz, ein Unternehmen über seine Jahresbilanz zu verstehen. Dieser Weg ist völlig okay. Ich muss mir nur klarmachen, dass ich damit die Chance, links und rechts von den Daten und Fakten auch andere Dinge zu erkennen, nicht wahrnehme.

Zum Unternehmen

Ebner Stolz zählt zu den größten unabhängigen mittelständischen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Tätig ist das Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung und Unternehmensberatung. Angeboten wird dieses Spektrum von den rund 1.600 Mitarbeitern in einem multidisziplinären Ansatz in allen deutschen Großstädten und Wirtschaftszentren. Als Marktführer im Mittelstand betreut das Unternehmen überwiegend mittelständische Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen aller Branchen und Größenordnungen.

„Empowering und Enabling der Mitarbeiter*innen auf allen Leveln“

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Die Digitalisierung verändert alles: Angefangen bei den Wertschöpfungsketten, über die Produkte und Dienstleistungen bis hin zu unserer Auffassung von Arbeit – gerne zusammengefasst unter dem Begriff „New Work“. Im Interview mit dem karriereführer erklärt Pia Sielemann, Senior Recruiter bei der innogy Consulting GmbH, wie das Managementberatungsunternehmen auf die Veränderungen reagiert und seine Mitarbeiter*innen bei der Transformation begleitet.

Einhergehend mit der Digitalisierung verändern sich nicht nur Prozesse und Produkte der Unternehmen, auch die Arbeitswelt innerhalb der Unternehmen ist einer Transformation ausgesetzt. Wie machen sich Veränderungen der Arbeitswelt bei innogy Consulting bemerkbar?
Veränderung zu gestalten und diese als Chance zu betrachten, gehört zu den Kernaufgaben einer Strategieberatung. Unsere Ambition ist, als digitales Vorbild für unseren Kunden zu agieren. In unserem Alltag macht sich die Digitalisierung vor allem in der Arbeitsweise bemerkbar: Ausgestattet mit Handy und Laptop inklusive SIM-Karte können unsere Mitarbeiter*innen ortsungebunden arbeiten, durch Methoden wie SCRUM reduzieren wir Komplexität und steigern die Effizienz, wir nutzen Videokonferenzen, um uns mit Kunden und Kolleg*innen weltweit auszutauschen, und nutzen Chat Bots, um 24/7 für interessierte Kandidat*innen ansprechbar zu sein. Flexibler arbeiten heißt aber auch, den passenden Raum dafür zu bieten – ob im Zug, an einem freien Arbeitsplatz oder in einer Sofaecke zum Brainstormen. Was sich nicht verändert hat, ist das Vertrauen in unsere Mitarbeiter*innen, egal von welchem Ort aus genauso gut zu arbeiten wie im Büro.

Für Mitarbeiter*innen sind Veränderungen oftmals mit Unsicherheiten verbunden. Wie nehmen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen bei dem Kulturwandel mit, um ihnen ein Gefühl der Sicherheit zu geben?
Eines unserer Kernteams bei innogy Consulting beschäftigt sich ausschließlich mit dem Thema Change. Sie beteiligen sich am internen Trainingsportfolio unter anderem mit Trainings zu Change, Resilienz und Coaching-Techniken. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, dass Kolleg*innen von diesen gecoachet oder Projektteams der innogy Consulting bei der Zusammenarbeit unterstützt werden. In Zeiten von Unsicherheit ist es wichtig, den Mitarbeiter*innen die richtige Plattform zu bieten, um Fragen zu stellen oder Informationen einzufordern. Wir informieren in unserer Organisation über einen wöchentlichen Newsletter zu allen wichtigen Themen, und die Geschäftsführung lädt in sich verändernden Zeiten zu Breakfast-Talks ein, in denen Fragen offen gestellt, diskutiert und beantwortet werden.

Ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor liegt heute in der Entwicklung innovativer Ideen durch agile Teams und mithilfe neuer Methoden – zum Beispiel Design Thinking. Oftmals setzen solch neuen Wege aber auch einen „neuen“ Führungsstil und die Übertragung von Verantwortung hinein in das Team voraus. Wie entstehen bei innogy Consulting Innovationen?
Wir sind der Auffassung, dass die Digitalisierung nach einem transformationalen Führungsstil verlangt. Für uns bedeutet das Empowering und Enabling der Mitarbeiter*innen auf allen Leveln. Bei innogy Consulting fördern wir den Mut, Innovationen Raum zu geben und zu testen. Gleichzeitig betrachten wir etwaige Fehler als Lernkurve und fördern dadurch, sich nicht entmutigen zu lassen. SCRUM als auch Design Thinking finden bei uns Anwendung genauso wie klassisches Projektmanagement – auf diesen Wegen kommen wir in der tagtäglichen Arbeit zu neuen Produkten, Prozessen und anderen Innovationen. Zudem trägt bei uns der Austausch außerhalb der innogy Consulting zur Innovationsförderung bei. Dazu gehören beispielsweise der Besuch von Vorträgen, Konferenzen oder Meet-ups. Die Innovationskraft auch in anderen Organisationen zu fördern, hat sich unser LRN LAB in Berlin zur Mission gemacht und trainiert intern als auch extern innovative Methoden zum Beispiel in Form eines„Agile Basecamps“.

Zusammenarbeit ist bei uns dabei keine Frage der Hierarchie: In unseren Teams treffen Absolventen auf Berufserfahrene – über Arbeitsbereiche und Ländergrenzen hinweg – aufeinander.

Teamarbeit wird bei Ihnen also eine besondere Bedeutung zugesprochen?
Der Grundgedanke der Kollaboration macht innogy Consulting aus und trägt maßgeblich zum Erfolg unserer Projekte bei. Zusammenarbeit ist bei uns dabei keine Frage der Hierarchie: In unseren Teams treffen Absolventen auf Berufserfahrene – über Arbeitsbereiche und Ländergrenzen hinweg – aufeinander. Unsere Führungskräfte motivieren ihre Teams in jeder Projektphase und unterstützen sie durch konstruktives Feedback. Dazu gehört es einerseits, gemeinsam Teamerfolge zu feiern, andererseits aber auch, Hindernisse der Zusammenarbeit offen adressieren zu können, um für jeden das optimale Arbeitsumfeld im Team schaffen zu können. Teamarbeit heißt bei innogy Consulting zudem, die Kolleginnen und Kollegen persönlich gut zu kennen, zu erkennen, wenn es jemandem nicht gut geht, um dann z.B. Hilfe anzubieten. Dazu gehört ein regelmäßiger Austausch beim Kaffee zwischendurch oder beim Feierabendgetränk.

Und wie steht es um das Ausprobieren von neuen Ideen in „freien“ Räumen – ganz nach dem Trial and Error-Prinzip?
Die einfachsten Lösungen sind oft nicht die erfolgreichsten. Kreativität und eine abwägende Risikobereitschaft zeichnen uns aus. Wir denken gerne um die Ecke und sind ständig auf der Suche nach dem besten Ergebnis. Dabei treiben uns unsere Begeisterung für Exzellenz sowie unsere vom Unternehmergeist geprägte Denkweise an. Gerade wenn es um Innovation geht, gehört eine gewisse Fehlertoleranz oder der Mut, als erstes etwas Neues zu tun, dazu. Bei innogy Consulting leben wir eine Kultur, die es ermöglicht, Fehler zu akzeptieren, zu analysieren und zu reflektieren. Mit den entsprechenden Learnings, dem ständigen Research zu neuen Methoden und Tools, Durchhaltevermögen und einer permanenten Ausrichtung an unseren Kunden leiten unsere Consultants innovative Lösungen anforderungsgerecht ab. Selbstverständlich ist ein „trial-and-error“-Ansatz nicht für jede Herausforderung oder für jeden Projektauftrag passend. Die entsprechende Flexibilität im Methodenportfolio zeichnet unseren Consulting-Ansatz aus.

Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln Sie unter anderem nach der 70:20:10-Methode. Was genau ist darunter zu verstehen?
Grundsätzlich versteht man unter der Methode, dass der klare Entwicklungsfokus zu 70 Prozent „on the job“ liegt. Zu 20 Prozent wird die Praxiserfahrung durch ein strukturiertes Feedback und Reflektion analysiert und für die Zukunft adaptiert. Nur ein kleiner Teil der Entwicklung, etwa 10 Prozent, erfolgt durch Seminarformate, um Wissenslücken zu füllen. Die Erfahrung und Anwendung der Theorie in der Praxis stehen für uns als Erfolgstreiber und bringen die meisten Learnings mit sich. Unsere Projektteams tauschen sich regelmäßig u.a. in einem „Start-stop-continue“-Format über die Projektentwicklung aus. Gleichzeitig führen die Projektleiter regelmäßig Feedbackgespräche mit jedem einzelnen Teammitglied, um während des Projekteinsatzes sowohl die fachliche als auch persönliche Entwicklung kontinuierlich zu begleiten. Theoretisches Fachwissen wird bei uns größtenteils in interaktiven Classroom-Trainings, kurzen Spotlight-Sessions und selbstentwickelten online-Flashcards vermittelt. Und natürlich direkt im Projektalltag angewendet. Je nach Level und insbesondere bei wachsender Führungsverantwortung kommen individuelle Personalentwicklungsformate wie bspw. Coachings hinzu.

Digitalisierung ist der Treiber

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Der Umsatz der Beratungsbranche stieg 2018 um 7,3 Prozent. Und auch 2019 wird von den Unternehmen ein weiterer Kurvenanstieg prognostiziert. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch Digitalisierungs- und IT-Themen. Von Christoph Berger

Die deutsche Beratungsbranche zählt zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftszweigen in Deutschland. So das Ergebnis der im Herbst 2018 durch Lünendonk und Hossenfelder veröffentlichten Studie „Managementberatung in Deutschland“. Vor allem dank der Digitalisierung. Denn demnach werden Dienstleistungen rund um die Entwicklung von Digitalstrategien, Entwicklung und Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle, Digital-Marketing-Services, Customer Journey, User-Experience- Design und App-Entwicklung immer wichtiger für Beratungsunternehmen.

Auch Services werden relevanter, die den Mitarbeitern des Kunden helfen, die digitale Transformation des Unternehmens erfolgreich zu gestalten. Die Stichworte hierzu sind beispielsweise Change Management und Behaviour Transformation. Da passt es, dass beispielsweise McKinsey beabsichtigt, in diesem Jahr in Deutschland und Österreich bis zu 500 neue Beraterinnen und Berater einzustellen. Vor allem Mitarbeiter mit digitalen Kompetenzprofilen, darunter Experten in den Bereichen Analytics, künstliche Intelligenz oder neue Mobilität werden gesucht. Allerdings sind dies nicht die einzigen Technikbereiche, in denen Beratungsleistungen gefordert werden.

Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) hat in seiner Branchenstudie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2019“ festgestellt, dass im Jahr 2018 die Kunden der Consultants besonders Unterstützung bei Themenstellungen rund um IT-Datenschutz und Datensicherheit gehabt hätten. In diesem Bereich wurde eine um 16,2 Prozent gestiegene Nachfrage festgestellt. Hintergrund dafür sei zum einen die Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gewesen, aber auch die vermehrten Datenskandale, durch die das Bewusstsein für mehr Prävention gewachsen sei. „Beim Thema Cybersecurity hinken die meisten Unternehmen der Raffinesse der Cyberkriminellen hinterher. Das führt zu einem Vertrauensverlust in die digitale Wirtschaft“, sagt demnach auch Uwe Kissmann, Geschäftsführer von Accenture Security in Europa. Das Thema sei daher beim Vorstand anzusiedeln und Security ein integraler Bestandteil aller neuen Projekte werden.

Und wie sieht es mit der Digitalisierung der Unternehmensberatungen selbst aus? Hierzu wurde in der Lünendonk und Hossenfelder-Studie festgestellt, dass softwaregestützte Beratungsangebote immer wichtiger werden, wobei der Fokus auf analytischen Tools zur Datenauswertung liege. Technologie wird also vor allem unterstützend eingesetzt. Da passt dann auch die BDU-Erkenntnis, dass die Präsenzberatung beim Kunden wichtig bleibt. Für die Umsetzungsberatung gelte das sowieso, dort spiele der menschliche Faktor eine entscheidende Rolle, dies könne nur bedingt durch künstliche Intelligenz oder Maschinen ersetzt werden.

Der Sinn für die Zukunft

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Die Märkte im Speziellen und die Welt im Allgemeinen befinden sich in einem permanenten und vor allem gravierenden Wandel. Orientierung kann da die Suche nach der ursprünglichen Idee, dem Sinn eines Unternehmens, geben. Tim Kuhrcke berät dazu und arbeitet bei der auf Purpose spezialisierten Unternehmensberatung Brighthouse in Berlin. Aufgezeichnet von Christoph Berger

Zur Person:

Tim Kuhrcke, Studium: Medienwissenschaften mit Schwerpunkt Psychologie. Seit 2018 Managing Director der BCG-Tochtereinheit Brighthouse

Es gibt Dinge, die ziehen sich wie rote Fäden durch Tim Kuhrckes Leben. Da ist zum einen die Frage nach dem Wirken des Menschen: Warum macht er manche Dinge und andere nicht? Diese Fragen beschäftigen den studierten Medienwissenschaftler schon lange. Der zweite Faden ist die Auseinandersetzung mit Innovationen. Als Gründer beschäftigte er sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf Medienunternehmen, bei MTV Networks in New York arbeitete er an einer strategischen Neuausrichtung, um den Konzern noch stärker auf die Generation Y zu fokussieren. Zudem war er in einer Innovationsagentur und bei BCG Digital Ventures tätig, der auf die Inkubation innovativer Geschäftsmodelle für Konzerne spezialisierten Einheit der Boston Consulting Group (BCG). Zuletzt, Ende 2018, wechselte er zu einer weiteren BCG-Tochter, der Spezial-Beratung Brighthouse. Dort vereint er die Fäden nun zu einem Strang, indem er sich mit seinen Mandanten auf Sinnsuche begibt, den Sinn des jeweiligen Unternehmens. Oder, wie es im Fachjargon heißt: Purpose-Beratung.

Er spürt beispielsweise dem einstigen Gründergeist nach, der vielleicht durch eine immer breiter werdende Produktpalette und über die Jahre verloren gegangen ist. Oder durch eine immer größere Diversifizierung über den Erdball hinweg. „Jetzt, im Zeitalter der Digitalisierung und der damit einhergehenden Komplexität, werden die Unternehmen erneut herausgefordert, darüber nachzudenken, wer sie überhaupt sind und wer sie sein wollen. Da hilft es, den Purpose wieder auszugraben“, sagt Kuhrcke. Denn eines hat er bei all seinen Stationen immer wieder erlebt: Wenn man sich mit Innovationen beschäftigt, steht zu Beginn die Frage: Warum? Wer da seine Wurzeln kennt, kann bessere Entscheidungen treffen, die erst einmal nicht auf Algorithmen basieren, sondern in der jeweiligen Geschichte des Unternehmens begründet sind.

Ein Historiker ist Kuhrcke deshalb nicht. Eher ein Psychologe, der sich mit Menschen und deren Visionen beschäftigt – den einstigen und heutigen. Diese gilt es ins gesamte Unternehmen zu tragen. „Aus Betroffenen werden Beteiligte und dem Unternehmen wird die Möglichkeit gegeben, sich gemeinsam zu formieren. Eine Art Bewegung, die zu dem wiederentdeckten Purpose stehen kann“, fasst er seine Hauptaufgabe zusammen. Kann die Frage nach dem „Warum“ beantwortet werden, ist es wesentlich einfacher, die gesamte Belegschaft bei einer Transformation mitzunehmen. Dies passt zu seiner Prognose: „Viele Unternehmen realisieren derzeit, dass sie enorm viel in Technologien investieren können. Doch Technologie skaliert, Menschen nicht. Die Menschen werden daher auch in Zukunft den Unterschied machen. Da kommt man schnell zu den Fragen: Wie organisiert man ein Unternehmen und wie lassen sich die Menschen darin begeistern und involvieren?“

Und welche Voraussetzungen werden für den Job benötigt? „Man muss einerseits den Blick für das große Ganze und die Fähigkeit haben, qualifiziert über gesellschaftliche und marktwirtschaftliche Perspektiven reden zu können. Gleichzeitig muss man aber auch bereit sein, detailorientierte Arbeit zu leisten mit klassischen unternehmensberaterischen Fähigkeiten“, erklärt Kuhrcke.

„Das Unausgesprochene gilt es, in Sprache zu bringen“

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Teamarbeit ist gängige Praxis in den Unternehmen. Aus ihr sollen Resultate entspringen, die sowohl das Unternehmen als auch die einzelnen Mitarbeiter voranbringen. Dr. Gundula Ganter berät Organisationen hinsichtlich neuer Teamstrukturen und der Entwicklung von Teams. Im Interview erklärt sie, was sie tut und wie sich Teamarbeit im digitalen Zeitalter verändert. Die Fragen stellte Christoph Berger

Zur Person

Dr. Gundula Ganter studierte Psychologie in Leipzig und Aachen. Ihr Schwerpunkt schon damals: Arbeits- und Organisationspsychologie. Ihre berufliche Karriere startete sie nach ihrem Diplom-Abschluss in einer Unternehmensberatung mit dem Fokus auf Human Resources (HR). Nach Dissertation, Auslandsaufenthalt und unterschiedlichen HR-Funktionen in einem mittelständischen Unternehmen stieg sie 2016 in das Beratungsunternehmen ABIS ein. Dort ist sie geschäftsführende Gesellschafterin am Standort Stuttgart und Expertin für Personal- und Organisationsentwicklung mit Schwerpunkt Führung, Unternehmenskultur, Vergütung und Veränderungsmanagement, Führungskräftetraining und Coaching. Außerdem übernimmt sie die Konfliktmoderation in (Management-)Teams. Weitere Infos:

www.abis-business.de

Frau Dr. Ganter, Sie sind Expertin für Teamentwicklung. Weshalb suchen Unternehmen Ihre Beratung?
Unternehmen kommen meistens dann auf uns zu, wenn agile Formen der Zusammenarbeit eingeführt werden sollen oder es in bestehenden Teams Konflikte gibt. Viele Unternehmen streben danach, schneller auf Kundenwünsche und Marktanforderungen zu reagieren und etablieren parallel zur Linienstruktur agile Teams. Das hat viel Potenzial in Bezug auf effizientes Arbeiten und Mitarbeiterbindung, birgt aber auch einige Risiken, wenn alt bewährte Handlungsmuster in Frage gestellt werden.

Wie gehen Sie dabei vor, welche Instrumente stehen Ihnen zur Analyse zur Verfügung?
Das wichtigste ist immer die gute Auftragsklärung zu Projektbeginn, die Beantwortung der Frage: Worum geht es? Bei der agilen Transformation arbeiten wir mit den Verantwortungsträgern und einem Projektteam in Workshops, um das Konzept zu erstellen und im zweiten Schritt die Mitarbeiter zu mobilisieren. Zur Konfliktklärung laden wir alle Beteiligten zu einem Teamentwicklungsworkshop ein. Wichtig dabei ist, dass keiner sein Gesicht verliert und alle das Gefühl haben, dass über Wichtiges gesprochen wird. Das Unausgesprochene gilt es, in Sprache zu bringen.

Funktioniert das, wenn sich Menschen unter Beobachtung äußern sollen?
Unsere Moderation läuft so, dass wir sehr sorgfältig alle Beteiligten in den Prozess einbeziehen. Wir nehmen jede Sichtweise ernst und ermöglichen, dass sich die Teammitglieder gegenseitig zuhören. Durch unsere Fragen erreichen wir, dass wertschätzend über Wichtiges gesprochen wird. Häufig wollen die Beteiligten einfach ernst genommen und verstanden werden. Sie sind meist sehr kooperativ und an guten Lösungen interessiert. Unsere Aufgabe ist es, den Prozess zu moderieren. Neutralität ist dabei ganz wichtig. Das spüren die Beteiligten.

Wie wichtig ist es überhaupt, dass Teams aus unterschiedlichen Charakteren bestehen?
Das ist extrem wichtig, weil nur so eine Vielfalt entsteht. Da gilt der Satz: Teams sind immer besser als die Leistung eines Einzelnen. Das funktioniert natürlich mit unterschiedlichen Charakteren und Erfahrungen am besten. Wir lieben die Mischung aus „alt“ und „jung“, aus verschiedenen Disziplinen und Nationalitäten.

Ist der Teamgedanke wie so viele andere Unternehmensstrukturen derzeit auch einem Veränderungsprozess unterworfen?
Ja. Der Trend geht zu stärker selbstorganisierten Teams – bei klassischen Linienteams und ganz bestimmt bei agilen und bereichsübergreifenden Teams. Hier gilt es, die Rollen und Verantwortlichkeiten in Teams zu definieren und Entscheidungsprozesse neu aufzusetzen. Das neue Führen heißt auch, mehr zu delegieren und in die Leistungsfähigkeit der Teammitglieder zu vertrauen. Dafür braucht es Leute, die bereit sind, diese Verantwortung zu übernehmen. Die Passung aus Rolle im Team, was bringe ich mit und wer möchte ich sein, die ist ganz wichtig.

Dazu bedarf es dann aber einer intensiven Vorbereitung, oder?
Genau, die Neuordnung von Teams muss strategisch geplant werden – schließlich wird das hierarchische Gefüge neu sortiert. Die Rollen einer Führungskraft werden auf verschiedene Schultern verteilt. Fach- und Methodenkompetenz sowie Entscheidungskompetenzen können in das Team verlagert werden. Unsere Erfahrung ist, dass hier vorab wichtige Weichen gestellt werden müssen. Festgelegt sein muss: Gibt es ein gemeinsames Ziel beziehungsweise einen Auftrag, wer hat welche Rolle, wer darf was entscheiden und wie wird kommuniziert. Dann kommt noch die Beziehungsebene dazu – wenn es da menschelt, im Guten wie im Kritischen, dann tritt das ganz schnell zutage.

Welche Skills braucht es da von Beraterseite, um die richtigen Analysen durchzuführen, Schlüsse zu ziehen und Methoden anzuwenden?
Bei uns funktioniert das nicht ohne eine systemische Ausbildung. Neben oder nach dem Studium kann das eine systemische Coaching-, eine systemische Berater- oder eine Organisationsentwicklungs-Ausbildung sein. Es gibt hierzu bereits gute Ansätze an den Hochschulen. Die Zusatzausbildungen ermöglichen aber erstens eine Vertiefung mit systemtheoretischen und neuen Konzepten zu Menschen, Teams und Organisationen. Zweitens erwerben die Teilnehmer eine hohe Methodenkompetenz beim Moderieren von Workshops. Das ist ein Stück weit learning by doing, aber auch Technik, die man in den Ausbildungen lernt.

Gute Gehälter für Berater

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Die Consulting-Branche wächst – unaufhörlich könnte man fast schon sagen. Nach wachsenden Personaleinstellungen in den vergangen Jahren, wird auch für 2019 erwartet, dass die großen Unternehmensberatungen mit über zehn Millionen Euro Umsatz sowohl berufserfahrene Consultants als auch Juniorberater einstellen. Und auch von den mittelständischen Marktteilnehmern wollen rund Dreiviertel neue Jobs für Seniorund Juniorberater schaffen. Das wirkt sich positiv auf die Gehälter aus. Von Christoph Berger

Für den im April 2019 veröffentlichten Stepstone Gehaltsreport 2019 sind die Autoren der Frage nachgegangen, was Fach- und Führungskräfte in der Consulting- Branche verdienen. Doch die Frage nach dem Verdienst lässt sich nicht ganz so einfach beantworten. Laut dem Gehaltsreport werden die Gehälter von Beratern durch vier Faktoren bestimmt.

Zum einen spielt die Berufserfahrung beim Gehalt eine entscheidende Rolle. So verdienen Berufseinsteiger beziehungsweise Junior Consultants in der Regel um die 47.700 Euro. Das Durchschnittsgehalt von Senior Consultants liegt dann mit 75.100 Euro schon fast 30.000 Euro darüber. Hat man diesen Status erreicht, können in der Regel etwa sechs Jahre Berufserfahrung nachgewiesen werden. Consultants, also diejenigen, die sich zwischen dem Junior- und Seniorstatus befinden, verdienen um die 60.600 Euro.

Ein Blick auf die Ausbildung der Berater verrät außerdem, dass zwei Drittel der Berater studiert haben – die meisten Consultants verfügen über einen akademischen Abschluss im Bereich Wirtschaftswissenschaften (42 Prozent), Ingenieurwissenschaften (21 Prozent) oder Naturwissenschaften (16 Prozent). Der zweite für das Gehalt relevante Faktor ist der Standort des Beratungsunternehmens. So verdient, wer beispielsweise in Frankfurt am Main (72.200 Euro) oder München (71.200 Euro) arbeitet, überdurchschnittlich gut. Auch Stuttgart mit 68.800 Euro, Düsseldorf mit 68.600 Euro und Köln mit 63.500 Euro Durchschnittsgehalt liegen noch in den Top 5.

Faktor 3 ist in der Beraterrolle zu sehen: Arbeitet man als Inhouse-Berater oder bei einer Management-Beratung, die nur für einen bestimmten Zeitraum beauftragt wird und dafür unvoreingenommen Klienten bewerten kann? Hierzu haben die Autoren des Reports festgestellt, dass die bei einer Unternehmensberatung angestellten Consultants im Schnitt 68.600 Euro verdienen und damit meist bessergestellt sind als ihre Kollegen aus der Inhouse-Beratung. Wobei es auch Ausnahmen gibt: So kommen Inhouse-Consultants in der Automobilbranche mit durchschnittlich 72.500 Euro brutto auf das höchste Gehalt unter den Beratern. Und auch die Telekommunikationsbranche bezahlt Inhouse-Berater mit 67.300 Euro überdurchschnittlich.

Bleibt schließlich noch Faktor 4. Und der ist von jedem einzelnen abhängig, da es um das Verhandlungsgeschick geht. Hier scheint Selbstbewusstsein gefragt, immerhin fragen 51 Prozent der Consultants ihren Arbeitgeber regelmäßig nach mehr Gehalt. Und dies mit Erfolg, denn immerhin rund zwei Drittel berichten von erfolgreichen Verhandlungen. Zur Vorbereitung tauschen sich fast drei von vier Beratern (72 %) vor der Gehaltsverhandlung mit Freunden und Kollegen über realistische Gehaltsvorstellungen aus.

Scanner-Blick: Kultur-, Buch- und Linktipps

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WIE LANG IST DIE EXTRAMEILE?

Cover ExtrameileCharlie Kant ist Unternehmensberaterin. Und sie hat das Zeug zum „High Performer“ – sie will an ihre Grenzen gehen, die Komfortzone verlassen und herausfinden, wie lang ihre persönliche Extrameile ist. Dabei merkt sie schnell, dass man die Spielregeln der Beratung beherrschen muss, um nicht als „Folienschrubber“ zu enden. Dieses Buch soll zum „Outside the box“-Denken anregen. Mit Humor und Selbstironie gewährt Charlie Kant Einblicke in das Seelenleben einer jungen Frau in der Unternehmensberatung.

Charlie Kant: Wie lang ist die Extrameile? Eine Unternehmensberaterin misst nach. Schwarzkopf & Schwarzkopf 2018, 14,99 Euro.Jetzt kaufen bei Amazon

HABITUS: SIND SIE BEREIT FÜR DEN SPRUNG NACH GANZ OBEN?

Cover HabitusIn diesem Buch widmet sich die Stil-, Sprach- und Benimmexpertin Doris Märtin den Dos and Don‘ts des sozialen Aufstiegs. In einem kurzweiligen Mix aus Stories, Interviews und soziologischer Forschung, entschlüsselt sie, wie die Elite tickt, welche Codes Zugehörigkeit signalisieren und wie jeder von uns die Lebenskunst der Leitmilieus erlernen kann. Ob große Karriere oder optimale Startbedingungen für die Familie: Der Habitus ist entscheidend! Und das Beste: Einmal gewonnen, bleibt er für immer.

Doris Märtin: Habitus. Campus 2019, 22,95 Euro.Jetzt kaufen bei Amazon

ACHTERBAHN

Cover AchterbahnIn seinem Bestseller „Höllensturz“ hat Ian Kershaw meisterhaft die dramatische Geschichte Europas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erzählt. In seinem neuen Buch „Achterbahn“ nimmt der renommierte Historiker nun die Jahre von 1950 bis heute in den Blick und spannt einen großen Bogen von der existentiellen Unsicherheit, die die Staaten Europas im Kalten Krieg durchlebten, bis zu den Herausforderungen, vor denen sie heute, in Zeiten ökonomischer und politischer Krisen stehen. Trotz einer bis heute andauernden Phase des Friedens, so Kershaw, sind die Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für Europa eine Achterbahnfahrt – voller Aufs und Abs, voller Nervenkitzel und Ängste. Und mit ungewissem Ausgang.

Ian Kershaw: Achterbahn. DVA 2019, 38 Euro.Jetzt kaufen bei Amazon

TIPPS FÜR DIE DIENSTREISE

Cover Business Travel HacksÜber elf Millionen Deutsche sind regelmäßig geschäftlich auf Reisen. Unternehmensberater Christopher Schulze hat in seinem Buch „Business Travel Hacks“ 101 Business Travel Hacks gesammelt, Tipps für eine schnellere, bequemere und entspanntere Dienstreise.

Christopher Schulz: Business Travel Hacks. Independently published 2019, 9,90 Euro.Jetzt kaufen bei Amazon

SERENDIPITY: VON GENIALEN GEISTESBLITZEN UND DER MAGIE DES ZUFALLS

Cover Wer nicht sucht der findetMiriam Meckel, Herausgeberin der Wirtschaftswoche und Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen, hat zusammen mit Daniel Rettig, Leiter des Ressorts Erfolg & Gründer bei der Wirtschaftswoche, 77 zufällige Entdeckungen recherchiert, die Geschichte schrieben. Das schöne englische Wort „Serendipity“ beschreibt den glücklichen Zufall, der einen entdecken lässt, wonach man gar nicht gesucht hat.

Miriam Meckel, Daniel Rettig: Serendipity. 77 zufällige Entdeckungen, die Geschichte schrieben. Klein & Aber 2018, 14 Euro.Jetzt kaufen bei Amazon

DIE BEZIEHUNG VON ARBEITGEBERN ZU ARBEITNEHMERN

Cover Private RegierungBereits die Industrielle Revolution hat den vormals positiven Zusammenhang zwischen freiem Markt und freiem Arbeiter aufgelöst, wie Elizabeth Anderson, Philosophin und Wissenschaftlerin an der Universität von Michigan, im ideengeschichtlichen Teil ihrer Untersuchung „Private Regierung – Wie Arbeitgeber über unser Leben herrschen (und warum wir nicht darüber reden)“ darlegt. Im nächsten Schritt bestimmt sie die gegenwärtige Beziehung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern neu: als eine von Regierungen und Regierten, wobei diese „Regierungen“ private sind und quasi autokratisch herrschen können. Das Nachsehen haben die Beherrschten, nämlich die Arbeitnehmer, wie Anderson anhand zahlreicher Beispiele belegt. In beeindruckender Gedankenführung und stilistisch brillant dekonstruiert sie einen Mythos des Marktdenkens.

Elizabeth Anderson: Private Regierung – Wie Arbeitgeber über unser Leben herrschen (und warum wir nicht darüber reden). Suhrkamp 2019, 28 Euro.Jetzt kaufen bei Amazon

FACTFULNESS

Cover Fact FulnessEs wird alles immer schlimmer, eine schreckliche Nachricht jagt die andere: Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer. Es gibt immer mehr Kriege, Gewaltverbrechen, Naturkatastrophen. Viele Menschen tragen solche beängstigenden Bilder im Kopf. Doch sie liegen damit grundfalsch. Denn: Unser Gehirn verführt uns zu einer dramatisierenden Weltsicht, die mitnichten der Realität entspricht, wie der geniale Statistiker und Wissenschaftler Hans Rosling erklärt. Wer das Buch gelesen hat, wird ein sicheres, auf Fakten basierendes Gerüst besitzen, um die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist, die zehn gängigsten Arten von aufgebauschten Geschichten erkennen, bessere Entscheidungen treffen können und wahre Factfulness erreichen – jene offene, neugierige und entspannte Geisteshaltung, in der Sie nur noch Ansichten teilen und Urteile fällen, die auf soliden Fakten basieren.

Hans Rosling, Anna Rosling Rönnlund, Ola Rosling: Factfulness. Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist. Ullstein 2018, 24 Euro.Jetzt kaufen bei Amazon

21 LEKTIONEN FÜR DAS 21. JAHRHUNDERT

Cover HarariYuval Noah Harari ist der Weltstar unter den Historikern. In „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ erzählte er vom Aufstieg des Homo Sapiens zum Herrn der Welt . In „Homo Deus“ ging es um die Zukunft unserer Spezies. Nun, in „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“, schaut er auf das Hier und Jetzt und konfrontiert uns mit den drängenden Fragen unserer Zeit.

Yuval Noah Harari: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert. C.H. Beck 2019, 14,95 Euro.Jetzt kaufen bei Amazon

IDENTITÄT

Cover IdentitaetIn den letzten zehn Jahren ist die Anzahl der demokratischen Staaten weltweit erschreckend schnell zurückgegangen. Erleben wir gerade das Ende der liberalen Demokratie? Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama, Autor des Weltbestsellers „Das Ende der Geschichte“, sucht in seinem neuen Buch nach den Gründen, warum sich immer mehr Menschen antidemokratischen Strömungen zuwenden und den Liberalismus ablehnen. Er zeigt, warum die Politik der Stunde geprägt ist von Nationalismus und Wut, welche Rolle linke und rechte Parteien bei dieser Entwicklung spielen, und was wir tun können, um unsere gesellschaftliche Identität und damit die liberale Demokratie wieder zu beleben.

Francis Fukuyama: Identität – Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet. Hoffmann und Campe 2019, 22 Euro.Jetzt kaufen bei Amazon

Das letzte Wort hat: Volkmar Koch

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Geschäftsführer der Heart@Work GmbH und Autor des Buchs „Holistic Company“ Volkmar Koch vertritt die Ansicht, das Liebe im Kontext der digitalen Transformation der nächste Schritt zu einer ganzheitlichen Unternehmensführung ist, mit ihr die nächste disruptive Welle kommen wird. Die Fragen stellte Christoph Berger

Zur Person

Volkmar Koch ist Diplom-Kaufmann und Diplom-Informatiker (FH). Er ist seit über 20 Jahren als Führungskraft und Unternehmensberater tätig. Unter anderem war er Finanz- und Personalvorstand eines mittelständischen Unternehmens, Führungskraft in einem globalen Konzern und Partner einer internationalen Unternehmensberatung, spezialisiert auf die Themen der digitalen Transformation. Er ist Geschäftsführer des von ihm mitgegründeten Unternehmen Heart@Work.
https://heart-at-work.com

Herr Koch, besucht man Ihre Unternehmenswebsite, wird man direkt mit der Frage konfrontiert: „Wie gelingt die digitale Transformation?“ Ich unterstelle nun mal, die ersten Assoziationen der meisten Menschen sind dabei technologischer Art. Doch darum geht es bei Ihnen nicht, oder?
Doch, natürlich auch. Wer die aktuellen technologischen Möglichkeiten nicht verstanden hat, wird auf dem Weg der digitalen Transformation nicht weit kommen. Aber das allein reicht nicht. Mittlerweile hat die technologische Veränderung einen Umfang und eine Geschwindigkeit erreicht, dem viele Unternehmen und Menschen nicht mehr gewachsen sind – vor allem nicht mit den Vorstellungen und Management-Konzepten des 20. Jahrhunderts.

Die Digitalisierung gelingt nur dann, wenn wir sie als einen umfassenden Paradigmenwandel verstehen. Sie erfordert, dass wir ein neues Weltbild unserem Handeln zugrunde legen, das auch der Technologie entspricht, auf der Digitalisierung aufgebaut ist: nämlich ein quantenphysikalisches, voller universeller Verbindungen und Wechselbeziehungen, statt eines mechanistischen, voll von objektbezogener Getrenntheit. Und gleichzeitig eine Rückbesinnung auf das, was uns als Menschen von Maschinen unterscheidet – vor allem die Fähigkeit zu fühlen, körperlich zu erleben, empathisch, bewusst, kreativ und, wenn sie sich dem öffnen können, beseelt zu sein. Das Erlernen und Verarbeiten von Wissen sowie algorithmisches Denken können Maschinen besser als wir, und das werden sie uns bald weitgehend abgenommen haben.

Die zentrale These Ihres Buchs „Holistic Company“ ist, dass die Liebe auch und gerade im wirtschaftlichen Kontext die wesentliche Grundlage für eine produktive Überwindung von Getrenntheit darstellt. Achtsamkeit, Respekt etc. schön und gut, aber geht „Liebe“ da nicht etwas weit?
Ich bin mir vollkommen klar darüber, dass „Liebe“ im Kontext von Unternehmen ein Fremdwort ist und zunächst für viele esoterisch klingt. Das hat aber viel mit unserem mangelnden Verständnis von Liebe zu tun. Versteht man die Liebe umfassend und entsprechend ihres wahren Wesens, wie auch Pierre Teilhard de Chardin, der sie als die einzige Kraft beschreibt, die „die Dinge eins machen kann, ohne sie zu zerstören“, kommt man der Sache schon näher: Nur der Liebe gelingt das Paradox, Einheit zu schaffen, Getrenntheit zu überwinden, ohne Individualität zu nehmen. Und genau darauf kommt es meiner Ansicht nach im 21. Jahrhundert an – die hochgradig vernetzte, verbundene und globale Einheit dennoch freier Individuen und Unternehmen. Achtsamkeit ist hierfür eine wesentliche Grundlage, aber nur der umfassenden Liebe gelingt es, Respekt und Wertschätzung allen Menschen und nicht nur einer ausgewählten Gruppe von Menschen gegenüber zu erbringen.

Und es gibt noch einen weiteren wichtigen Aspekt: Die Digitalisierung, die uns zunehmend im äußeren verbindet, birgt ohne eine gleichermaßen wachsende innere Verbindung – als wesentlicher Aspekt der Liebe – die große Gefahr, uns immer weiter von uns selbst und voneinander als Menschen zu entfremden. Denken Sie nur an die Gruppen von Teenagern oder Managern, die in Grüppchen stehend, jeder für sich mit ihrem Handy beschäftigt sind. Oder an die Realitätsflucht von Menschen, die zunehmend ihre Zeit in Chats, beim Internet-Shopping und in virtuellen Welten von Online-Spielen verbringen. Diese immer größere Ablenkung im Außen, befeuert durch neue digitale Medien und uns manipulierende Big Data-basierte Algorithmen, trennt uns zunehmend von uns selbst, unserem inneren und körperlichen Erleben und echten zwischenmenschlichen Beziehungen. Zu wirklicher Freiheit und Erfüllung sowie zu einem angemessenen und bewussten Umgang mit den neuen technologischen Möglichkeiten können wir durch eine Reise zu uns selbst und unser Inneres finden.

Nehmen wir mal Amazon als Beispiel, ein Konzern, der immer wieder für seinen exzellenten Kundenbezug als Best Practice herangezogen wird, Mitarbeiter andererseits aber eher zu vernachlässigen scheint: Ist Ihre Idee der Holistic Company, in der der Mensch als Kunde, Mitarbeiter, Investor und Dritter gleichgewichtig an erster Stelle des Handelns steht, mit einem solchen System wettbewerbsfähig?
Ich war schon immer der Meinung, dass andere Unternehmen viel von Amazon in Bezug auf Kundenorientierung sowie der Digitalisierung von Geschäftsmodellen lernen können. Neu hingegen ist meine ganz grundlegende Einsicht, dass Disruption ganz grundlegend immer dort ansetzen kann und wird, wo aus einseitigen Motiven gehandelt wird, wie bei einer zu einseitigen Fokussierung auf die Gewinnmaximierung. Ein solches Handeln findet offensichtlich nicht zu ganzheitlichen und nachhaltigen Lösungen – und wo etwas noch nicht „ganz“ ist, kann und wird es über kurz oder lang besser und erfolgreicher gemacht werden. Und an genau dieser Stelle besteht die Möglichkeit oder auch Gefahr der Disruption durch Andere, wenn man dies nicht selbst erkennt.

Oft wird dies von Unternehmen zu spät erkannt und erst dann offensichtlich, wenn äußere Veränderungen stattfinden – beispielsweise durch Technologiesprünge und/oder einen kollektiven Einstellungs- und Bewusstseinswandel. Genau ein solcher Wertewandel hin zu mehr Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung ist derzeit gerade in den jüngeren Generationen zu verzeichnen – und dieser kann angesichts der ebenfalls zunehmenden Transparenz und sozialen Vernetzung durch die Digitalisierung auch großen etablierten Playern im Sinne der Disruption gefährlich werden. Insofern: Kurzfristig mag es für Unternehmen attraktiv scheinen, mehr Gewinn auf Kosten anderer oder auch „kostenloser“ natürlicher Ressourcen zu machen. Aber langfristig wird eine Holistic Company, die aus dem Prinzip der Ganzheit und zum Nutzen aller agiert und so Sinn und Gewinn nachhaltig miteinander verbindet, nach meiner Überzeugung erfolgreicher und wettbewerbsfähiger sein – auch wirtschaftlich.

Immer häufiger werden Entscheidungen anhand von Datenauswertungen getroffen, mit KI entscheidet Technik sogar eigenständig. Wie lässt sich diese Tendenz mit ihrer auf den Menschen konzentrierten Überzeugung vereinbaren?
Die Technik ist ein Segen. Aber nur, wenn wir die Herren der Technik sind und sie zu unserem Wohl und Nutzen einsetzen. Die Technik ermöglicht uns heute einen Wohlstand und Möglichkeiten, von denen wir noch vor 100 Jahren nicht geträumt gewagt hätten. Werden wir aber zu Sklaven der Technik, verlieren wir uns selbst, werden zu willenlosen und manipulierbaren Konsumenten, funktionieren unfrei und erfüllen die Erwartungen anderer. Der Historiker Yuval Noah Harari hat warnend darauf hingewiesen, dass in der Vergangenheit Zivilisationen oft dann verschwanden, wenn deren technologischer Wandel schneller war, als deren Bewusstseinswandel. In dem Maße also, wie sich unsere technologischen Möglichkeiten angesichts von neuen Technologien wie Big Data und KI erweitern, sind wir als Menschen aufgefordert, uns weiter zu entwickeln und mit diesen immer bewusster und verantwortungsvoller umzugehen.

Betrachtet man die momentanen gesellschaftlichen Entwicklungen, stellt sich die Frage: Ist die Menschheit für einen solch menschlichen und nachhaltigen Ansatz überhaupt bereit?
Ja – ich glaube schon. Wenn man unter anderem auf das gerade stattfindende Wiederaufleben von Nationalismen schaut, könnte man meinen, dass dies nicht so ist. Andererseits beobachte ich in den letzten wenigen Jahren auch eine unglaubliche Zunahme von Menschen, die sich mit Themen der Nachhaltigkeit sowie der Achtsamkeit und Bewusstseinsentwicklung privat und auch im beruflichen Kontext auseinandersetzen. Viele, auch DAX Unternehmen in Deutschland, haben das Thema der „Mindfulness“ auf die ein oder andere Weise für sich entdeckt – bis vor wenigen Jahren noch undenkbar. Google ist wahrscheinlich eines der fortschrittlichsten Unternehmen im Thema der Digitalisierung und gleichzeitig auch der Achtsamkeit. Ich halte diese gleichzeitige Entwicklung – wie schon soeben ausgeführt – keineswegs für eine zufällige Koinzidenz. Die Zeit ist reif für einen grundlegenden inneren Paradigmenwechsel aufgrund des unübersehbaren äußeren Paradigmenwechsels – insbesondere durch die Digitalisierung und den technologischen Wandel.

Buchtipp

Volkmar Koch: Holistic Company. Europaverlag 2019, 28 Euro Jetzt kaufen bei Amazon

Und verfolgt man die Berichterstattung, so kann man den Eindruck bekommen, dass die Unternehmen regelrecht Getriebene sind, auf den digitalen Zug aufzuspringen und in Technik zu investieren. Was sagen Sie Kunden, die mit einem solchen Druck zu Ihnen kommen?
Ich erlebe häufig, dass das „Digitalisieren“ zu einer Art Selbstzweck geworden ist und die Frage nach dem wirtschaftlichen und inhaltlichen „Warum?“ vor lauter Sorge, den Anschluss zu verpassen, zunehmend aus den Augen gerät. Ich glaube, dass es notwendig ist, sich als Entscheider mit dem Thema der Digitalisierung umfassend und in der Tiefe auseinanderzusetzen, aber ohne aktionistisch zu handeln und blind sogenannte „Best Practices“ von anderen Unternehmen zu übernehmen. Ich empfehle daher Kunden, sich dem Thema der Digitalisierung zunächst aus möglichst vielen Perspektiven zu nähern, um es umfassend und in seiner vollen Tragweite für sich zu verstehen und erst dann grundlegende und gezielte Veränderung vorzunehmen – auch in Bezug auf die eigenen Einstellungen und Überzeugungen.

Und auf was kommt es in dieser sich rasant verändernden und komplexen Welt auf Seiten der Berater an?
In den disruptiven Zeiten der Digitalisierung und angesichts einer komplex-dynamischen Umwelt sind weder aufwändige Analysen der Vergangenheit, noch eine umfangreiche Vorausplanung der Zukunft wirklich hilfreich – die Veränderungen sind einfach zu schnell. Die Stärkung von Resilienz sowie der Handlungs- und Veränderungsfähigkeit von Kunden im Hier & Jetzt sind daher zunehmend wichtiger, als die Ausarbeitung detailreicher Konzept- und Strategiepapiere. Hierfür sind gerade im Hinblick auf Präsenz, Zuhören, Kreativität, Intuition, Empathie, Bewusstheit und sich wirklich auf Kunden als Menschen einzulassen, umfassendere Kompetenzen von Beratern gefragt, als noch in der Vergangenheit – ohne natürlich, dass die Fähigkeit zur Strukturierung von Problemlösungsprozessen und zur Analyse obsolet würden. Eine wesentliche Grundlage hierfür ist – Achtung! – die Fähigkeit zur (Selbst-)Liebe, die meiner Ansicht nach auch eine entscheidende Eigenschaft dafür ist, eine wirklich authentische und erfolgreiche Führungskraft in einer „Holistic Company“ zu sein.