KI in der Wirtschaftsprüfung

Foto: Fotolia/adam121
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Daten sind schon immer das Geschäft der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften gewesen. Durch den KI-Einsatz im Umfeld großer Datenmengen lassen sich Tendenzen, Fehler oder auch Betrugsversuche leichter aufdecken.

„Big Data und KI werden dazu führen, dass zahlreiche Tätigkeiten nicht mehr auf den Arbeitsmärkten nachgefragt werden. So viel ist sicher.“ Diese Sätze sind in dem vom Bitkom und DFKI 2017 veröffentlichten Positionspapier „Entscheidungsunterstützung mit Künstlicher Intelligenz“ nachzulesen. Demnach sind davon auch solche Berufsgruppen betroffen, „in denen sich bisher viele Mitarbeiter als Wissensarbeiter auf der ‚sicheren Seite‘ wähnten. Gerade solche Berufsgruppen – von Sachbearbeitung bis Wirtschaftsprüfung – stehen aktuell im Fokus“. Ob es für die Wirtschaftsprüfer tatsächlich so gravierend wird, darüber gehen die Meinungen auseinander. So kommt das Marktforschungsunternehmen Lünendonk und Hossenfelder in seiner Studie „Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften in Deutschland“ zu dem Ergebnis, dass die Digitalisierung die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften einerseits zwar vor große Herausforderungen stelle, gleichzeitig böten sich den Unternehmen aber auch neue Chancen.

Eine solche Chance wird zum Beispiel im KPMG-Blog „Klardenker“ aufgeführt. So könnte der Abgleich von gebuchten Sachverhalten mit den der Buchung zugrundeliegenden Unterlagen im Rahmen der Abschlussprüfung zukünftig von KI-Technologie erledigt werden. Bisher sei es üblich, dass die Informationen externer Dokumente händisch mit den elektronischen Informationen des Mandanten abgeglichen, das Ergebnis gewürdigt und dokumentiert werde. KI wird also zu einem unterstützenden Instrument für Wirtschaftsprüfer. Das Fazit des Autors fällt dann aber differenziert aus: „Erfahrene Experten wie Wirtschaftsprüfer bleiben unverzichtbar, um die Ergebnisse der KI Analysen im zunehmend komplexeren Kontext der Geschäftstätigkeit sowie des wirtschaftlichen und rechtlichen Umfelds des zu prüfenden Unternehmens kritisch zu würdigen und sich dabei kontinuierlich über die Analyseergebnisse mit den Adressaten auszutauschen.“

Und was die Herausforderungen betrifft, so offenbart die Lünendonk-Studie einen im Kontext der Digitalisierung ganz entscheidenden Aspekt: die Rekrutierung. HR-Verantwortliche müssten heute und künftig Mitarbeiter finden, die Kenntnisse sowohl in der Rechnungslegung als auch in der Informatik mitbringen. Die Mitarbeiterstruktur der von den Berufsträgern geprägten Unternehmen werde sich ebenso ändern wie die Partnerstrukturen. So hätten Immer mehr Mitarbeiter einen Studienabschluss einer Technischen Hochschule, Kooperationen mit IT-Unternehmen und Startups würden zunehmen, und es würde über eine weitere Reformierung des Zugangs zum Arbeitsmarkt sowie über eine Steigerung der Attraktivität nachgedacht.

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