KI und die Nachhaltigkeit

Foto: Fotolia/Jan Engel/fl yalone
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Künstliche Intelligenz im Einsatz für Mensch und Umwelt: Laut den Ergebnissen zweier Studien hat KI das Potenzial, die großen gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen der Menschheit besser zu bewältigen. Wie sie das macht beziehungsweise machen könnte, wird anhand zahlreicher Beispiele beschrieben. Von Christoph Berger

Eine KI-basierte Smartphone-App, die Blinden hilft, sich in ihrer Umgebung besser zurechtzufinden; KI-Systeme, die enorme Datenmengen aus unkonventionellen Quellen verarbeiten, um zu ermöglichen, dass in Entwicklungsländern Millionen von Menschen ein Bankkonto eröffnen können; Lösungen, die Satelliten- oder Drohnenaufnahmen mit KI-Technologien auswerten, um zum Beispiel nach einem Hurrikan überflutete Straßen zu ermitteln. Das sind nur einige Beispiele für einen im Dienst der Nachhaltigkeit stehenden KI-Einsatz. Ausgehend von 160 gesellschaftlichen und sozialen Anwendungsfällen kommt das McKinsey Global Institute in seiner im Dezember 2018 veröffentlichten Studie „Notes from the AI frontier: Applying AI for social good“ zu dem Ergebnis, dass KI-Fähigkeiten wie das maschinelle Sehen oder die Verarbeitung natürlicher Sprache, also das Natural Language Processing, kurz: NLP, eine weitreichende Verbesserung bei allen 17 UN-Nachhaltigkeitszielen bewirken können – dazu zählen beispielsweise Bildung, Sicherheit und Justiz, Gleichstellung und Integration.

Die Studien

Der im Dezember 2018 veröffentliche Studien-Report „Notes from the AI frontier: Applying AI for social good“ steht frei beim Mc Kinsey Global Institute zum Download zur Verfügung (PDF).

Weitere Informationen zur Studie
„Fourth Industrial Revolution for the Earth“

Zwar sei künstliche Intelligenz kein Allheilmittel für die Probleme dieser Welt, wie KI-Experte und McKinsey Seniorpartner Peter Breuer betont, aber die Technologie könne erheblich zum Wohl der Gesellschaft beitragen, bestehende soziale Bemühungen erweitern und in einigen Fällen revolutionäre Verbesserungen bewirken. Die größte Herausforderung liege darin, diese Lösungen weiterzuentwickeln und einsatzreif zu machen.

Von revolutionären Entwicklungen bei der Kombination von Nachhaltigkeit und künstlicher Intelligenz ist auch in der von PwC gemeinsam mit dem Weltwirtschaftsforum veröffentlichten Studie „Fourth Industrial Revolution for the Earth“ die Rede. „Wenn es uns gelingt, die Technologie im Kampf gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung richtig einzusetzen, werden wir damit eine Nachhaltigkeits- Revolution auslösen“, sagt Hendrik Fink voraus, Partner und Leiter Sustainability Services bei PwC. Auch in dieser Studie wurden 80 Einsatzmöglichkeiten identifizert – für Klimawandel, Luftverschmutzung und Artensterben. So kann KI beispielsweise für präzise Prognosen des Wasserbedarfs und der Wetterentwicklung sorgen sowie die Wasserqualität von Flüssen in Echtzeit überwachen. Oder KI kann bei der Bekämpfung illegaler Fischerei, der Überwachung von Meeresverschmutzungen und der Kartierung sensibler Ökosysteme helfen. Oder künstliche Intelligenz ermöglicht es, eine intelligente Stromversorgung einzusetzen, die Elektromobilität voranzubringen und durch Modellierung präzise Aussagen über den Klimawandel zu treffen. Oder, oder, oder…

Die UN-Nachhaltigkeitsziele

Insgesamt wurden von der UN 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung identifiziert, die bis 2030 von allen UNOMitgliedstaaten erreicht werden sollen: www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/17_ziele/index.html

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