Das letzte Wort hat: Frau Höpker, Organistin, Pianistin und Sängerin

Frau Höpker, Foto: Thomas Bittera
Frau Höpker, Foto: Thomas Bittera

Katrin Höpker bittet zum Gesang! Seit 2008 entfacht die ausgebildete Musikerin und Sängerin bei ihren Mitsing- Konzerten einzigartige Momente: Hunderte Menschen singen im Chor und erleben so einen Abend, der glücklich macht. Dieses Format hat Kultstatus erlangt. Im Interview verrät Frau Höpker unter anderem, wann sie welches Register ziehen muss, damit der Abend für jeden Gast unvergesslich wird. Die Fragen stellte Elisa Maifeld

Zur Person

Katrin Höpker ist ausgebildete Organistin, Pianistin und Sängerin. Sie arbeitete solo, mit diversen Bands und vielen namhaften Künstlern. Dabei wirkte sie bei Konzerten, Studio-, TV- und CD-Produktionen mit. Ihre Mitsingkonzerte und die langjährige Zusammenarbeit mit Veranstaltern, Kulturämtern und Initiativen führen Höpker regelmäßig in die Hallen der Städte und Gemeinden im Land.

frauhoepker.de

Frau Höpker, Sie haben mit vielen namhaften Künstlern gearbeitet, live und im Studio, und sagen selbst, dass diese Erfahrungen zum Erfolg Ihrer Mitsing-Konzerte beitragen. Inwiefern?
Als One-Woman-Show muss man musikalisch sehr versiert sein, in verschiedenen Genre zu Hause sein und über ein riesiges Repertoire verfügen – das sollte immer abrufbar sein. Ich habe Menschen bei so vielen unterschiedlichen Anlässen musikalisch begleitet, immer gut beobachtet und dadurch sehr viel gelernt. Das ist mein großer Schatz heute.

Musik ist Geschmackssache. Wie stellen Sie das Programm zusammen, damit alle Gäste einen beschwingten Abend haben?
Es gibt Klassiker und aktuelle Songs, die eine breite Akzeptanz haben und in der Regel gut funktionieren. Daneben präsentiere ich auch „Musiktrüffel“, also Songs die die meisten kennen, die aber keiner mehr spielt. Das macht meine Programme aus. Musikgeschmack ist eine Sache, viel wichtiger ist aber: Beherrschen die Gäste den Song? Die Mischung muss stimmen.

Neues Konzert, neues Publikum: Jeder Abend ist anders – was sind Ihre größten Herausforderungen?
Dass aus einem Publikum im Laufe des Abends eine homogene Gruppe wird, die wirklich miteinander musiziert.

Wenn Sie zum Gesang bitten, haben Sie Ihr Publikum fest im Griff – wie schaffen Sie das?
Mit Freude, positiver Energie, dem klaren Willen hier die Führungsrolle zu übernehmen und einer großen Portion Respekt vor dem Publikum und der Aufgabe.

Woran merken Sie, ob der Abend erfolgreich war?
Zunächst: Ich schaue in glückliche Gesichter! Man kann es aber auch hören, wenn alle angekommen sind – es ist dann eine unglaubliche Atmosphäre im Saal.

Stichwort Work-Life-Balance – was ist ihr Ausgleich, wie kommen Sie nach einem Konzert runter beziehungsweise bringen sich vor der Show auf Touren?
Zum Auftakt Einsingen, viel Trinken und Ruhe in der Garderobe. Nach dem Konzert freue ich mich erst auf ein Glas Bier, später auf einen Becher Tee und ein gutes Gespräch mit meinem Mann.

Im Mittelpunkt stehen will gelernt sein. Welche Tipps haben Sie für Absolventinnen, die kurz vor dem Berufseinstieg stehen?
Sich möglichst in allem was man tut, treu zu bleiben und aufrecht eigene Anliegen zu vertreten, ist wichtig. Ebenso aber auch Respekt vor der Leistung und Meinung anderer zu haben. Und vor allen Dingen: Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen. Nobody is perfect – zum Glück!

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