Culture data: Kultur-, Buch- und Linktipps

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1MACHT EUCH DIE MASCHINEN UNTERTAN

Noch weiß niemand, wie künstliche Intelligenz unser Leben verändern wird. Da wundert es nicht, dass es zu den am heftigsten diskutierten Themen gehört. Der Leiter des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung, Andrian Kreye, hat die wichtigsten Protagonisten dieser Debatte getroffen, Euphoriker wie Pessimisten. Und er hat sich ein Bild vom Stand der Dinge gemacht. Was kann künstliche Intelligenz? Wohin geht die Entwicklung? Und wie kann man dafür sorgen, dass diese Technologie den Menschen dient und ihnen nicht schadet?

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2KI IM RECRUITING

Digitale Technologien verändern unsere Arbeitswelt. So auch das Recruiting. Prof. Dr. Markus H. Dahm, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der FOM Hochschule und Leiter Digital Change & Transformation bei IBM, hat zusammen mit dem Psychologen Alexander Dregger Studierende gefragt, wie Bewerber auf KI reagieren: Unter anderem wurde gefragt, ob KI-basierte Tools akzeptiert werden, ob es Skepsis gibt oder sie gar grundsätzlich abgelehnt werden. Dazu Markus H.Dahm: „Insgesamt zeigt die Studie, dass die Einführung von KI-Systemen selbst bei einer jungen Zielgruppe kein Selbstläufer ist. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse aber auch, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, mittels Produktdesign und Change-Management die Akzeptanz solcher Systeme zu fördern: Ein zentraler Faktor ist die Art der verwendeten KI. Eine ‚Autonomous Intelligence‘ wird von den Nutzern nicht komplett abgelehnt, aber sie stößt auf stärkere Skepsis als eine ‚Assisted bzw. Augmented Intelligence‘.“ Weitere Infos unter: www.fom.de

3SCHUBERTS SINFONIE NR. 8 – DIE UNVOLLENDETE

Der chinesische Kommunikationsausrüster Huawei hat mit künstlicher Intelligenz Franz Schuberts Sinfonie Nr. 8 vollendet. Bis heute ist unklar, weshalb der Komponist die auch unter dem Namen „Die Unvollendete“ bekannte Sinfonie nicht fertiggestellt hat. Nun hat dies ein Smartphone des Unternehmens mithilfe von KI getan – „komponiert“ hat es den dritten und vierten Satz des Stücks. Das Smartphone „hörte“ sich dafür die ersten beiden Sätze der Sinfonie an, analysierte ihre wichtigsten musikalischen Elemente und generierte dann auf der Grundlage dieser Analyse die Melodien für den fehlenden dritten und vierten Satz. Am 4. Februar 2019 wurde die so erstellte Version im Rahmen einer Live-Darbietung in der Cadogan Hall in London präsentiert. Mehr Infos unter: https://consumer.huawei.com/de/campaign/unfinishedsymphony/

4DIE RETTUNG DER ARBEIT

Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Künstliche Intelligenzen und Roboter übernehmen schon jetzt immer mehr Aufgaben und sorgen für Existenzängste, die in die Hände von Populisten spielen. Dabei sollten wir die Zukunft der Arbeit nicht dem Markt überlassen – sie ist eine Frage der politischen Gestaltung, die gerade jetzt couragiert beantwortet werden kann. Arbeit hält Gesellschaften zusammen, sie ist etwas fundamental Menschliches. Lisa Herzog, Professorin für Politische Philosophie und Theorie an der Hochschule für Politik an der Technischen Universität München, zeigt, wie sie in digitalen Zeiten gerechter und demokratischer werden kann, als sie es je war – für alle, nicht nur für wenige Privilegierte. Ihr Buch gibt neue Antworten auf eine der großen Fragen unserer Zeit und gibt wichtige Impulse für eine bessere Politik.

Lisa Herzog: Die Rettung der Arbeit. Hanser 2019, 22 EuroJetzt kaufen bei Amazon

5MENSCH, ROBOTER!

Das Heinz Nixdorf MuseumsForum hat seine Dauerausstellung erneuert und erweitert, denn künstliche Intelligenz und Robotik spielen eine immer größere Rolle im Alltag. Erfindungen und rasante technische Entwicklungen prägen das Verhältnis von Mensch und Maschine. Im Bereich „Mensch, Roboter! – Leben mit Künstlicher Intelligenz und Robotik“ lernen Besucher*innen Beppo, Pepper, Aibo, Cozmo und weitere spektakuläre Roboter kennen. Wie bewegen sich Roboter? Was sehen sie? Können sie denken und fühlen? Weitere Infos unter: www.hnf.de/veranstaltungen/mensch-roboter.html

6MÄNNER SIND LEICHTER DURCH KI ZU ERSETZEN ALS FRAUEN

Männer wären oft leichter zu ersetzen als die meist ziemlich universellen weiblichen Problemlöser. Wie Horizont berichtet, hat dies Professor Jürgen Schmidhuber von der TU München auf dem Innovationstag 2018 gesagt. Demnach könnten Männer zwar eine Sache wirklich gut, allerdings seien sie nicht allzu breit aufgestellt. Das mache sie anfällig für Automatisierungen. Quelle: https://bit.ly/2ChrNG7

7DIE MENSCHENFABRIK

Schon 1890, lange vor Orwell und Huxley, hat Oskar Panizza – Panizza, geboren 1853 in Bad Kissingen, war Nervenarzt und Schriftsteller – sich in „Die Menschenfabrik“ prophetisch, fesselnd und verstörend mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Mensch und Maschine auseinandergesetzt. Seine Erzählung handelt von der Optimierung der Menschheit, von der drohenden Herrschaft der künstlichen Intelligenz – und fragt danach, was den Menschen überhaupt ausmacht.

Oskar Panizza: Die Menschenfabrik. Hoffmann und Campe 2019, 14 EuroJetzt kaufen bei Amazon

8KI IM HANDEL

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hat in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage im September 2018 untersucht, zu welchen Services im Handel künstliche Intelligenz (KI) künftig einen Beitrag leisten wird. Demnach sehen 44 Prozent der Bundesbürger eine steigende Attraktivität des stationären Handels durch KI-Technologien, dort gibt es laut den Ergebnissen hohe Zustimmungswerte für KI-gestützte Kundenservices. Doch die persönliche Beratung vor Ort sollte weiter von Mensch zu Mensch stattfinden. Weitere Infos unter: www.pwc.de/de/digitale-transformation/kuenstliche-intelligenz.html

9EIN PORTRÄT VON EDMOND DE BELAMY

Im Rahmen einer Auktion wurde das Bild „Portrait of Edmond de Belamy“ am 25. Oktober 2018 vom Auktionshaus Christie’s für 432.500 US-Dollar versteigert. Damit erzielte das Gemälde einen Wert, der den zuvor erstellten Schätzwert um fast das 45-fache übertraf. „Gemalt“ beziehungsweise hergestellt wurde es von einer künstlichen Intelligenz, hinter dem Gemälde steht das Kollektiv Obvious. Auf deren Internetseite wird Picasso mit den Worten zitiert: „Computers are useless. They can only give answers.“ Die Antwort des Kollektivs folgt direkt: „Well Picasso (1881–1973), it’s a disagreement.“ Weitere Infos unter: http://obvious-art.com