Das letzte Wort hat Sebastian Tonn: 1x Rente bitte!

Sebastian Tonn beschäftigt sich mit Finanzen, Geldanlagen und der Börse.  Seit seinem BWL-Studium begegnen ihm im Job immer wieder kluge Kollegen, die bei einem Thema ins Schlingern geraten: der eigenen Geldanlage und Altersvorsorge. Daraus ist die Idee für das Portal anyonecan entstanden. Hier gibt er in Tutorials und Videos sein Know-how weiter. Im Gespräch verrät der BWLer, Youtuber und Buchautor, warum er davon überzeugt ist: Das nötige Grundwissen zu Altersvorsorge und Geldanlage ist schnell vermittelt – eine Stunde genügt!

Herr Tonn, wie stellen Sie sich Ihr Leben als Rentner vor?

Ich stelle mir ein erfülltes, abwechslungsreiches Rentnerleben vor. Dazu gehören für mich unbedingt Reisen, aber auch geistige und körperliche Bewegung sowie Zeit für Freunde. Außerdem könnte ich mir auch gut vorstellen, projektbezogen für ein paar Stunden im Monat zu arbeiten. Der Gedanke von diesem einen Stichtag, an dem man in Rente geht und die Füße hochlegt, funktioniert für meine Generation nicht mehr. Trotzdem sollte man aber freiwillig arbeiten und nicht aus finanziellen Zwängen. Dafür muss ich natürlich schon heute etwas tun und gut vorsorgen. Leider verpassen viel zu viele diese Chance. Teilweise selbstverschuldet, oft jedoch auch, weil sie einfach nichts sparen können und das staatliche Rentensystem nicht mehr so viel hergibt. Das ist traurig, und darum wird sich der deutsche Staat zeitnah kümmern müssen.

Finanzen, Börse und Geldanlage – für viele ein ödes und nerviges Thema. Was übt für Sie den Reiz aus?

Ich erinnere mich noch gut an meine erste Gehaltserhöhung. Ich dachte nur: Was für ein tolles Gefühl! Endlich mehr Geld! Das gleiche Gefühl kann sich auch beim Thema Sparen einstellen. Natürlich nicht, wenn man sein Geld einfach auf das Sparbuch legt. Dafür gibt es zurzeit keinerlei Zinsen. Mit Aktien kann man langfristig solide Geld anlegen und ordentliche Renditen einfahren. Das übt einen gewissen Reiz aus. Und: Hat man eigenes Geld investiert, steigt automatisch das Interesse für die aktuellen Wirtschaftsnachrichten. Da wird das, was man im Wirtschaftsstudium gelernt hat, auf einmal ganz plastisch. Super spannend!

Um die Rente kümmere ich mich später – keine gute Idee, oder?

Je früher man anfängt, desto besser. Da greift nämlich der sogenannte „Zinseszinsef-fekt“. Klar, Zinsen gibt es im Moment nicht, aber der Mechanismus greift genauso bei Aktienrenditen. Startet man im Alter von 20 Jahren, werden aus 25 Euro monatlichem Invest bei durchschnittlich angenommenen Aktienrenditen über 100.000 Euro, wenn man mit 67 Jahren in Rente geht. Und das, obwohl man über all die Jahre nur gut 14.000 Euro eingezahlt hat.

Sie versprechen: Ich zeige Dir, wie Du langfristig kostengünstig, renditestark und solide anlegst und vorsorgst! Verraten Sie Berufseinsteigern ihre Tipps?

Ganz einfach: Ein Depot bei einer Direktbank eröffnen. Dort einen Sparplan einrichten auf einen breit gestreuten ETF, das ist ein sogenannter Indexfonds. Kauft man diesen beispielsweise auf den Weltindex MSCI World, investiert er automatisch in über 1.600 Unternehmen. Die weltweite Streuung mindert das Risiko, und die Renditen sind trotzdem ordentlich. Vorübergehende Schwankungen sitzt man einfach aus und der Sparplan kauft Monat für Monat kontinuierlich weiter – zu günstigeren Kursen ver-steht sich. Einen solchen Sparplan kann man etwa mit 25 Euro pro Monat starten. Der typische Bankberater wird einem übrigens niemals einen ETF empfehlen. Er verdient daran nämlich nichts. Aber genau das ist das Gute daran! So gut wie nichts der erwirtschafteten Rendite wandert in fremde Taschen.

Klingt simpel. Ist das auch Ihre persönliche Strategie und wenn ja, warum?

Genau, auch ich investiere über ETFs in die großen Indices. Dann habe ich noch ein paar Einzelaktien, wobei das eher Hobby ist. Denn an der Börse gibt es die nach-gewiesene Regel: Kein aktiver Anleger schlägt langfristig den Vergleichsindex. Auch ich nicht.

Buchtipp

Cover 1x Rente bitteSebastian Tonn: 1x Rente bitte! Die große Portion! Heute richtig vorsorgen – anschaulich und einfach erklärt. FinanzBuch Verlag – Münchner Verlagsgruppe 2. Auflage 2018. 9,99 Euro (Amazon-Werbelink). Auch als E-Book erhältlich!

Tipps, Tutorials und mehr von Sebastian Tonn auf www.anyonecan.de

Kloepfel Consulting GmbH

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Branche
Unternehmensberatung

Produkte/Dienstleistungen
Beratung im Bereich Einkauf und Supply Chain Management, sowie Optimierung von Beschaffungs- und Produktkosten im deutschen Mittelstand

Anzahl der Standorte
2 im Inland und 10 im Ausland

Jahresumsatz
Gruppenumsatz von ca. 20 Mio. Euro

Anzahl der MitarbeiterInnen
210 Mitarbeiter

Bedarf an HochschulabsolventInnen
Ca. 10 pro Jahr

Gesuchte Fachrichtungen
Wirtschaftswissenschaften (v.a Einkauf, Materialwirtschaft und Logistik),
Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau und Ähnliche

Einsatzmöglichkeiten
Projekt- und Prozessmanagement, Einkaufs- und Kostenoptimierung

Einstiegsprogramme
Direkteinstieg
Graduate-Programm

Mögliche Einstiegstermine
Laufend

Auswahlverfahren
Telefongespräch
Vorstellungsgespräch
Ggfs. Kennenlern-Tag

Auslandstätigkeit
Abhängig vom Standort des Kundenprojekts

Angebote für StudentInnen
Mentorenprogramm
Regelmäßiges Schulungsangebot
Verleih von gebrandeten Kloepfi-Cars
Übernahme von Studiengebühren
Betreuung von Abschlussarbeiten

Kloepfel Consulting Logo

Ansprechpartnerin Bewerbung
Heidrun Meder

Anschrift
Pempelforter Straße 50
40211 Düsseldorf

Fon
0211 882 594 0

Fax
0211 882 594 20

E-Mail
h.meder@kloepfel-karriere.com

Internet
www.kloepfel-consulting.com/
www.kloepfel-karriere.com/

Im Alter von 102 Jahren: Carmen Herreras Bilder mit Signalwirkung

Während ihre männlichen Künstlerkollegen in den USA nach dem Krieg schnell erfolgreich wurden, war das für eine Frau und noch dazu Latina kaum möglich. Carmen Herrera hat ihr Leben lang unbeirrbar und unbeachtet vom Kunstmarkt gearbeitet, ihr erstes Bild verkaufte sie im Alter von 89 Jahren. Jetzt ist sie 102 Jahre alt und malt weiterhin ihre sehr beeindruckenden Bilder.

„Eine Künstlerin zur falschen Zeit am falschen Ort. Doch betrachtet man ihr mehr als 70 Jahre umspannendes kreatives Schaffen als Ganzes, sieht man ein überwältigendes Œuvre, das Herrera einen festen Platz im Pantheon der großen Maler der Nachkriegsabstraktion sichert.”

Dana Miller über Carmen Herrera

Letztes Jahr wurde ihr Werk mit einer Ausstellung im New Yorker Whitney Museum geehrt. Jetzt ist in Europa eine um vieles größere Schau der Grande Dame der geometrischen Abstraktion bis 08. April 2018 in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf zu sehen!

Carmen Herrera, Lines of Sight, gebunden, Wienand-Verlag, ISBN 978-3-86832-419-8, EUR 49,80
Carmen Herrera, Lines of Sight, gebunden, Wienand-Verlag, ISBN 978-3-86832-419-8, EUR 49,80

Die 1915 in Kuba geborene Carmen Herrera zählt zu den Pionierinnen des abstrakten Expressionismus und der geometrischen Abstraktion in Amerika. Der vorliegende Katalog präsentiert mit rund 70 Werken erstmals einen retrospektiven Überblick zum Schaffen der Künstlerin aus den Bereichen Malerei, Grafik und Skulptur. Der Kern der Arbeiten entstammt der zentralen Schaffensphase zwischen 1948 und 1978, in der Herrera ihren eigenen, auf Vereinfachung basierenden Stil entwickelte.

BZN BAUSTOFF ZENTRALE NORD GmbH & Co. KG

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Branche
Einzelhandel (Hagebaumarkt)
Groß- und Außenhandel (Baustoffhandel)

Produkte/Dienstleistungen
Einzelhandel
Mit unseren umfangreichen Sortimenten und Serviceleistungen lassen wir die Herzen von Modernisierern, Renovierern und Gartenfreunden höher schlagen. Zu unserer Einzelhandelsparte gehören neben den Hagebaumärkten auch WERKERS WELT und FLORALAND.

Fachhandel
Wir beraten und beliefern Bauunternehmer, Handwerker und Verarbeiter sowie Privatkunden aus den Bereichen Hochwertiger Innenausbau, Roh- und Hochbau, Tief- und Straßenbau, Trockenbau, Garten- und Landschaftsbau sowie Holz.

Anzahl der Standorte
Wir betreiben im Weser-Ems-Gebiet an 21 Standorten 11 Hagebaumärkte, 13 Baustoffhandlungen und einen Werkers Welt mit einer zentralen Verwaltung in Aurich.

Jahresumsatz
Ca. 125 Mio. Euro

Anzahl der MitarbeiterInnen
Über 700 Mitarbeiter

Bedarf an HochschulabsolventInnen
8-10

Gesuchte Fachrichtungen
BWL
Wirtschaftswissenschaften
Wirtschaftspädagogik
Wirtschaftsinformatik

Einsatzmöglichkeiten
Nachwuchsführungskräfte für:
Standortleitung
Vertrieb
Human Resources
Controlling

Einstiegsprogramme
Trainee-Programm
Direkteinstieg

Mögliche Einstiegstermine
Laufend

Auswahlverfahren
Vollständige Bewerbungsunterlagen,
Mehrstufiges Auswahlverfahren mit Fokus auf das persönliche Gespräch

Einstiegsgehalt
Verhandlungssache

Angebote für StudentInnen
Praktika min. 3 Monate

Stellenanzeige
Logo BZN baustoff zentrale nord

Ansprechpartner
Personalabteilung

Anschrift
Dreekamp 2
26605 Aurich

Fon
04941 608-136

Fax
04941 608-296

E-Mail
personal@bzn-online.de

Internet
www.bzn-online.de/karriere

Technische Hochschule Augsburg

***Weiterbildender berufsbegleitender Masterstudiengang Bau (M.Eng.) an der Technischen Hochschule Augsburg***

>> Aktuelle Termine für einen Studienbeginn zum Wintersemester 23-24:

> Infoveranstaltungen Präsenz:

  • Fr. 19.05.2023, 09:00 Uhr
  • Sa. 17.06.2023, 09:00 Uhr

> Infoveranstaltungen Online:

  • Mi. 19.04.2023, 18:00 Uhr
  • Di. 23.05.2023, 18:00 Uhr

> Anmeldung zu den Infoveranstaltungen unter Infoveranstaltung Master Projektmanagement Bau (M.Eng.) (hs-augsburg.de)

>> Upgrade Technische Hochschule:

Seit März 2023 darf sich die Hochschule Augsburg „Technische Hochschule“ nennen. Absolvent:innen dürfen sich also auf einen Abschluss als Master of Engineering der Technischen Hochschule Augsburg freuen.

>> Studieninhalt

Das weiterbildende berufsbegleitende Masterstudium richtet sich an Ingenieur:innen des Bauingenieurwesens, der Architektur, sowie Ingenieur:innen verwandter Disziplinen, die Projektleitungs- und Führungsaufgaben als Selbstständige oder Angestellte haben bzw. anstreben.

Das Basismodul (2 Semester) beinhaltet vertragliches und betriebswirtschaftliches Wissen sowie den Ausbau der Schlüsselkompetenzen im Bereich Führung, Präsentation und internationales Bauen.

Aus den vier Vertiefungsmodulen (2 Semester) Bau + Immobilie, Fassade, Ausbau sowie Holzbau wird ein individueller Schwerpunkt ausgewählt:

> Bau und Immobilie – Umfassende Vorbereitung auf Managementtätigkeiten in der Projektentwicklung, dem Planen und Bauen sowie dem Betreiben von Immobilien.

> Fassade – Vertieftes technisches Wissen rund um die Fassade zur Vorbereitung auf verantwortliche Aufgaben im Fassadenbereich.

> Ausbau – Vertieftes technisches Wissen rund um den professionellen Ausbau zur Übernahme von Führungsaufgaben bei komplexen Gebäudeausbauten.

> Holzbau – Vertiefte technische Kenntnisse für die Planung und Abwicklung von Holzbauten.

Das Mastermodul (1 Semester) dient neben dem Besuch des Masterseminars und dem Absolvieren von abschließenden Prüfungen hauptsächlich der Erstellung der Masterarbeit.

>> Zulassungsvoraussetzungen:

Ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelor- oder Diplomstudium sowie mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung nach Abschluss des ersten Studiums.

>> Studienablauf:

Das Studium ist so angelegt, dass es in fünf Semestern berufsbegleitend absolviert werden kann. Die Seminare finden im vierwöchigen Turnus am Freitag und am Samstag sowie an sieben mehrtägigen Seminarblöcken von drei bis fünf Tagen statt. Die Seminartermine stehen zu Beginn des Studiums für die gesamte Studienzeit fest. Eine langfristige Planung ist dadurch möglich, was die Vereinbarkeit mit (Vollzeit-)Berufstätigkeit und Familie erheblich erleichtert.

Bewerbungsschluss ist der 30.06.2023. Die Studienplätze sind begrenzt, eine rechtzeitige Bewerbung daher ratsam. Das Studium startet am Mittwoch, 27.09.2023 mit einem viertägigen Seminar zu „Teamtraining und Kommunikation“ auf einer Berghütte. Neben ersten fachlichen Impulsen findet dabei auch die Studiengruppe als Team zusammen.

***Weiterbildender berufsbegleitender Masterstudiengang Projektmanagement Bau (M.Eng.) an der Technischen Hochschule Augsburg***

>> Aktuelle Termine für einen Studienbeginn zum Wintersemester 25-26:

> Termine und Anmeldung zu den Infoveranstaltungen unter Projektmanagement Bau (M.Eng.) (tha.de)

>> Studieninhalt
Das weiterbildende berufsbegleitende Masterstudium richtet sich an Personen mit Bachelorabschluss, die im Bauwesen tätig sind – zum Beispiel im Bauingenieurwesen, der Architektur oder Innenarchitektur, als Wirtschaftingenieur mit Spezialisierung Bau, Immobilien- oder Facilitymanagement sowie verwandte Disziplinen – und die Projektleitungs- und Führungsaufgaben als Selbstständige oder Angestellte haben bzw. anstreben.

Das Basismodul (2 Semester) beinhaltet vertragliches und betriebswirtschaftliches Wissen sowie den Ausbau der Schlüsselkompetenzen im Bereich Führung, Präsentation und internationales Bauen.

Aus den vier Vertiefungsmodulen (2 Semester) Bau + Immobilie, Fassade, Ausbau sowie Holzbau wird ein individueller Schwerpunkt ausgewählt:

> Bau und Immobilie – Umfassende Vorbereitung auf Managementtätigkeiten in der Projektentwicklung, dem Planen und Bauen sowie dem Betreiben von Immobilien.
> Fassade – Vertieftes technisches Wissen rund um die Fassade zur Vorbereitung auf verantwortliche Aufgaben im Fassadenbereich.
> Ausbau – Vertieftes technisches Wissen rund um den professionellen Ausbau zur Übernahme von Führungsaufgaben bei komplexen Gebäudeausbauten.
> Holzbau – Vertiefte technische Kenntnisse für die Planung und Abwicklung von Holzbauten.

Das Mastermodul (1 Semester) dient neben dem Besuch des Masterseminars und dem Absolvieren von abschließenden Prüfungen hauptsächlich der Erstellung der Masterarbeit.

>> Zulassungsvoraussetzungen:
Ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelor- oder Diplomstudium sowie mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung nach Abschluss des ersten Studiums.

>> Studienablauf:
Das Studium ist so angelegt, dass es in fünf Semestern berufsbegleitend absolviert werden kann. Die Seminare finden im vierwöchigen Turnus am Freitag und am Samstag sowie an sieben mehrtägigen Seminarblöcken von drei bis fünf Tagen statt. Die Seminartermine stehen zu Beginn des Studiums für die gesamte Studienzeit fest. Eine langfristige Planung ist dadurch möglich, was die Vereinbarkeit mit (Vollzeit-)Berufstätigkeit und Familie erheblich erleichtert.

Bewerbungsschluss ist der 30.06. d.J.. Die Studienplätze sind begrenzt, eine rechtzeitige Bewerbung daher ratsam. Das Studium startet immer Ende September.

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Ansprechpartner
Studiengangsleitung Prof. Dr.-Ing. Elisabeth Krön
Studiengangskoordination Sonja Schön

Anschrift
An der Hochschule 1
86161 Augsburg

Fon
0821 5586 3603

E-Mail
sonja.schoen@tha.de
ibi@tha.de

Internet
Technische Hochschule Augsburg Institut für Bau und Immobilie
Inforunde Master Projektmanagement Bau (M.Eng.)
Studiengänge

karriereführer handel 2017.2018: Big Data – Security

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Handel braucht digitales Rückgrat –
Von Big Data bis zu Security

Während einige Händler noch immer keinen Internetauftritt haben, bauen andere ihr Unternehmen massiv um. Es entstehen Jobs, die sich mit Big Data und Security befassen und die Digitalisierung der Supply Chain vorantreiben. Studien zeigen: Diesem Handel gehört die Zukunft – und zwar sowohl im Netz als auch stationär in den Showrooms.

Von Big Data bis Security

Während einige Händler noch immer keinen Internetauftritt haben, bauen andere ihr Unternehmen massiv um. Es entstehen Jobs, die sich mit Big Data und Security befassen und die Digitalisierung der Supply Chain vorantreiben. Studien zeigen: Diesem Handel gehört die Zukunft – und zwar sowohl im Netz als auch stationär in den Showrooms. Von André Boße.

Wenn der britische Bestseller-Autor Ken Follett (68) – Zahl der weltweit verkauften Bücher: mehr als 160 Millionen – seine Frau Barbara anspricht, nennt er sie formvollendet „my dear“. Dann jedoch dreht er sich zum Journalisten um und erklärt mit breitem Grinsen im Gesicht: „Eigentlich ist sie mein Boss.“ Das ist in diesem Fall keine Koketterie: Barbara Follett (74) war bis 2010 eine erfolgreiche Politikerin, sie saß im Parlament, war als Ministerin tätig. Als sie ihre politische Laufbahn beendete, startete sie an der Seite ihres Mannes eine zweite Karriere: Sie ist nun Boss von Ken Follett – gemeint ist hier weniger die Person ihres Mannes als die Marke hinter dem Schriftsteller.

Handel digitalisiert sich schleppend

Die Handelsunternehmen sehen sich beim Stand der digitalen Transformation selbst eher im Rückstand. Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom aus dem Juni 2017 betrachten sich 77 Prozent der Händler als Nachzügler in Sachen Digitalisierung. „Zwei von drei Händlern sehen die Digitalisierung jedoch als Chance. Sie müssen die Digitalisierung jetzt also entschlossener angehen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Mehr als jeder dritte stationäre Händler (36 Prozent) bietet gar keine Internet-Präsenz, nur 6 Prozent geben an, online ein größeres Angebot als im Geschäft zu haben. „Viele Händler sehen den Online-Shop nicht als Chance für eine Erweiterung des Portfolios, etwa da sie Produkte dann nicht mehr alle einzeln im Ladengeschäft vorhalten müssen“, kritisiert Rohleder.

Ken Follett ist weit mehr als ein künstlerischer Einzelkämpfer. „Für mich arbeiten 30 Leute“, sagt der Autor, der mit Büchern wie „Die Nadel“ oder „Die Säulen der Erde“ Weltruhm erlangte und aktuell sein Buch „Das Fundament der Ewigkeit“ auf den Markt gebracht hat. Booker buchen seine Lesereisen, Kommunikationsprofis bereiten Marketing- und Medienkampagnen vor, Vertriebler bringen die Werke in den Handel, Historiker helfen dem Autor bei der Recherche, Lizenzexperten vermarkten seine Geschichten für Verfilmungen, Brett- oder Videospiele.

Der Schriftsteller weiß: Dass die Story von „Das Fundament der Ewigkeit“ spannend zu lesen ist, ist die halbe Miete. Genau so wichtig ist aber ein Managementkonzept, um das mehr als 1000 Seiten dicke Werk über möglichst viele Kanäle zu vermarkten. Ken Follett schreibt das Buch, gibt die Interviews. Seine Frau Barbara jedoch ist der Boss – das Management hinter dem Welterfolg.

Vier Aspekte für die Zukunft des Handels

Die Erfolgsformel des Bestsellerautors zeigt, worauf es im Handel ankommt. Ein starkes Produkt ist wichtig, ohne Frage. Mindestens so bedeutsam ist jedoch ein Management-Team, das nicht nur den klassischen Kanal im Blick hat, sondern weiter denkt. Es geht nicht nur darum, was verkauft werden soll – sondern auch, auf welche Art und über welche Kanäle. Zudem gilt es zu prüfen, ob weitere Absatzmärkte identifiziert werden können – wie im Fall Follett eben die Film- und Gaming- Industrie. Mehr denn je entwickeln sich daher neue Themen, die den Handel schon heute prägen und neue Job-Profile entstehen lassen. Die Studie „Total Retail 2017“ der Unternehmensberatung PwC hat einige davon als besonders wichtig identifiziert:

25.000 Smartphones für dm-Mitarbeiter

Als Teil der Digitalsierungsstrategie wird die Drogeriemarkt-Kette dm bis Ende des Jahres alle im Verkauf und in der Beratung Beschäftigten mit einem Smartphone ausstatten. „Wir haben das in den Sommermonaten getestet und eine sehr breite Zustimmung seitens der am Test beteiligten Kolleginnen und Kollegen erhalten. Die mehr als 25.000 Smartphones in den Händen der Mitarbeiter erleichtern den Wissens- und Informationstransfer von den filialunterstützenden Diensten in Karlsruhe in alle 1892 dm-Märkte“, heißt es in einer dm-Pressemitteilung.

1. Data Analystics

Laut Studie ist die Loyalität der deutschen Kunden im internationalen Vergleich eher gering: Fast die Hälfte, nämlich 47 Prozent, bevorzugten es, regelmäßig neue Produkte auszuprobieren. Diese Wechselkunden sind unbekannte Wesen: Was sind die Motive, das Konsumverhalten zu verändern? Wie lässt sich die Loyalität steigern? Die Antwort der PwC-Experten: „Datenanalysen und neue Technologien sind die Basis, um kundenorientierte Loyalty-Strategien zu entwickeln.“ Innovative Digitalabteilungen nehmen für Handelsunternehmen die Funktion von Seismografen wahr, ihre Aufgabe ist es, aus Kundendaten das Verhalten der Konsumenten zu erklären, im besten Fall zu prognostizieren.

2. Gestaltung und Beratung im Showroom

Für viele ist „Schaufensterbummel“ ein Relikt aus alten Zeiten: Viele Kinder wurden von ihren Eltern und Großeltern mitgeschleppt, um sich an Sonntagen die Auslagen der (geschlossenen) Geschäfte anzuschauen. Laut PwCStudie ist dieses Konsumentenverhalten nun wieder im Trend: Der Kunde betrachtet das stationäre Geschäft als „Showroom“; man lässt sich beraten, vergleicht die Konkurrenz, prüft das Online-Angebot. Daher sind Showrooms für Händler „eine gute Option, um mit Beratungskompetenz zu punkten und den Online-Handel zu stützen“, schreiben die Autoren der Studie. Gefragt sind Experten, die Showrooms und die Beratung dort gestalten und optimieren – und dabei Multichannel- Konzepte stets im Hinterkopf haben.

3. Marketing über Social Media

Laut Studie nutzen 43 Prozent der Kunden zwischen 18 und 34 Jahren regelmäßig die sozialen Medien als Inspirationsquelle für ihre Käufe, auch die Altersgruppe der über 35-Jährigen setze im Einkaufsprozess immer häufiger auf Social Media. „Insbesondere Storytelling ist eine gute Möglichkeit für Händler, die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu erreichen“, so die PwC-Autoren. Handelsunternehmen müsse es gelingen, über die verschiedenen Kanäle interessante Geschichten über das Produkt zu erzählen und attraktive Inhalte zu bieten. Eine Aufgabe für ein Social-Media-Management, das deutlich weiterdenkt, als hier und da mal etwas zu posten!

4. Datensicherheit schafft Vertrauen

Kaum noch ein Kunde ist unbekümmert digital unterwegs: Das Sicherheitsrisiko ist bekannt, entsprechend groß sind die Anforderungen der Konsumenten an die Security des E-Commerce: „61 Prozent der Kunden kaufen online nur bei Unternehmen, denen sie vertrauen. 67 Prozent wählen nur vertrauenswürdige Zahlungsanbieter aus“, so die Studie. Wer kein Vertrauen bieten kann, verliert mit einem Schlag einen Großteil möglicher Kunden. „Der Vertrauensaufbau ist ein langwieriger Prozess, wohingegen der Vertrauensverlust bei einem ernsten Vorfall rapide eintritt“, schlussfolgert die Studie. Demnach werden IT-Security-Experten für Unternehmen der Handelsbranche immer wichtiger.

Digitalisierung der Supply Chain

Der Einfluss der Digitalisierung auf den Handel ist immens, auch hinter der Kulisse, in den Bereichen Logistik und Supply Chain, tut sich viel. Für die Unternehmen ergeben sich – ähnlich wie in den Fabriken unter dem Schlagwort Industrie 4.0 – ganz neue Möglichkeiten, man darf durchaus von Logistik 4.0 sprechen. „Durch die Digitalisierung der Supply Chain ergeben sich zwei Schwerpunkte: die verstärkte Personalisierung der Produkte und die Geschwindigkeit in der Lieferkette“, sagt Hans Thalbauer, Senior Vice President, Extended Supply Chain bei SAP. Der Softwarehersteller bietet seinen Kunden Lösungen für die Digitale Transformation des Lieferketten- Managements.

Marge, Umsatz und Fehlbestand

Das „SAP Performance Benchmarking“ ist eine Methode, die abhängig von Variablen die Folgen der digitalen Transformation bestimmt. Für die Handelsbranche bedeute das laut SAP-Supply-Chain-Experte Hans Thalbauer, dass

# die operative Marge um 29 Prozent steigt, wenn Verkaufstrends überwacht und Minderumsätze proaktiv analysiert werden,
# der Umsatz im Cross-Selling (also im Verkauf ergänzender Produkte) sowie Up-Selling (Verkauf eines höherwertigen Produkts) um 58 Prozent steigt, wenn der Verkäufer im Kundengespräch Zugang zu Produkt- und Wettbewerberdaten hat,
# die Fehlbestände um 30 Prozent sinken, wenn Buchbestand und aktueller Lagerbestand ständig abgeglichen werden.

Dabei geht es nicht nur darum, die logistischen Prozesse zu digitalisieren: Die Supply Chain der Zukunft ist mit den Social-Media- Kanälen, Showrooms und sonstigen Informationsquellen vernetzt. Das Ziel ist es, in Echtzeit Informationen über Entwicklungen zu erhalten. „Eine Baumarktkette erzielt beispielsweise einen um 30 Prozent höheren Umsatz, indem sie online mit schnellen Preisanpassungen und Sonderangeboten auf Markttrends und Wettbewerberkampagnen reagiert“, sagt Thalbauer. Dabei komme es darauf an, dass der Mitarbeiter im stationären Geschäft genau so über Trends und die Konkurrenz Bescheid weiß, wie der Logistik-Manager.

Vision vom Kunden 4.0

Was dafür benötigt wird, ist eine digitale Infrastruktur vom Lager bis hin zum Endpoint, also dem Ort, an dem sich der Kunde für ein Produkt entscheidet. „IT- und Marketingleiter sowie die Logistiker sollten sich daher zusammensetzen, um Synergien zu schaffen“, fordert der SAP-Experte. Doch das ist für viele Unternehmen leichter gesagt als getan: Thalbauer, der viele Kunden mit Blick auf die digitale Transformation der Supply Chain berät, hat festgestellt, dass sich viele Unternehmen schwer damit tun, eine neue Lern- und Führungskultur zu entwickeln. „Um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern und in Innovationen umzusetzen, müssen Firmen und ihre Mitarbeiter agiler werden“, sagt Thalbauer. „Die Unternehmenskultur muss sich verändern, in Richtung mehr Autonomie und Handlungsfreiheit.“

Auch sei es wichtig, über neue Modelle nachzudenken, um noch mehr Wissen über den Kunden und dessen Erfahrungen mit dem Produkt zu erlangen. Da könne über „Co-Creation oder „Mitarbeit im Rahmen der Sharing Economy gelingen“, sagt Thalbauer. Somit wären bestimmte Kunden nicht mehr nur passive Konsumenten, sondern aktiv an der Weiterentwicklung beteiligt. Im Idealfall ist der Kunde dann nicht mehr das unbekannte und wechselhafte Wesen, sondern ein aktiver Teil der digitalen Kette: Der Konsument, der selbst Veränderungen anstößt und sein Produkt in Zusammenarbeit mit der digitalen Infrastruktur des Unternehmens personalisiert – das wäre dann wohl der Kunde 4.0.

Glossar für den Handel in 20 Jahren

Die Zukunftsforscher des Trendbüros haben zusammen mit dem TV-Shopping- Kanal QVC Ende 2016 eine „Zukunftsstudie Handel 2036“ entwickelt. Folgende Techniken werden in 20 Jahren zum Alltag gehören:

# NFC-Tag – Mit der „Near Field Communication“ können Daten über kurze Distanz ausgetauscht werden, die Technik soll die Grundlage für das einfache Bezahlen mit dem Smartphone werden.
# Gamification – Der Mensch spielt gerne. Der Handel kann das nutzen, indem er beim Shopping Gaming-Ideen integriert, zum Beispiel bei Bestellung oder Kunden-Feedback.
# Predicitive Analytics: Datenmodelle versuchen, die Nachfrage nach bestimmten Produkten anhand von prognostizierten Ereignissen vorherzusagen, vom Wetter bis hin zu plötzlichen Food-Trends.

rheingold-Geschäftsführer Sebastian Buggert im Interview

Als Mitglied der Geschäftsführung des Marktforschungsinstitutes rheingold ist Sebastian Buggert ein Experte für Konsum- und Verbraucherforschung. Im Interview erklärt der Kölner, warum Shopping eine Reise ist, wie sich Vertrauen zwischen Kunde und Händler aufbaut und warum Einsteiger in die Branche Leadership-Skills benötigen – um den Kunden durch die Shopping-Welt zu führen. Das Interview führte André Boße.

Zur Person

Sebastian Buggert ist Experte im Bereich der internationalen Markt- und Kulturpsychologie und für Konsum- und Verbraucherforschung. Im Anschluss an seine schulische Laufbahn absolvierte er eine Bankausbildung und fand dann seinen Weg zur Psychologie. Er studierte an der Universität Köln Psychologie mit dem Schwerpunkt Psychologische Morphologie, Film- und Medienpsychologie. Am Institut für Wirkungsforschung an der Uni Köln absolvierte er eine Ausbildung in Analytischer Intensivberatung. Sebastian Buggert ist seit dem Jahr 2000 beim Kölner Marktforschungsinstitut rheingold, dort ist er Mitglied der Geschäftsführung und Leiter Medienforschung.

Herr Buggert, der Online-Handel wächst weiter, im Gegenzug eröffnen Internet-Anbieter wie Amazon oder Zalando Shops in den Innenstädten. Was steckt dahinter?

Die Online-Anbieter erweitern damit ihr Leistungspaket mit dem Ziel, den Kunden noch früher auf seiner Shopping- Journey abzuholen. Der Online- Handel hat erkannt, dass persönliche Beratung nach wie vor ein wichtiger Bindungsfaktor ist und Shops in der City in der Lage sind, als Inspirationsquelle zu fungieren.

Sie sprechen von Shopping-Journey. Inwieweit ist das Einkaufen tatsächlich mit einer Reise vergleichbar?

Shopping ist ja nicht nur die Beschaffung von Waren oder Produkten. Es ist auch ein soziales Erlebnis und eine Möglichkeit mit Selbstinszenierungen zu experimentieren – zum Beispiel im Modebereich. Hinzu kommt, dass man im Alltag meistens auf Dinge reagiert, während man beim Einkaufen, als Kunde, eine aktive Rolle einnehmen kann: Ich bestimme, ob ich kaufe. Und weil ich es bin, der die Wahl hat, möchte ich hofiert werden.

Der Kunde als König – dieses Bild gilt also auch weiterhin.

Auf jeden Fall. Der Kunde möchte das Gefühl haben, frei zu entscheiden, ob er klickt oder nicht. Oder ob er mit einem Produkt zur Kasse geht oder nicht. Er genießt also seine Machtposition – und das ist ein Grund, warum die Menschen seit jeher so gerne einkaufen. Allzu oft ist man im Leben nicht König, beim Einkaufen kann man es sein.

Der Kunde möchte das Gefühl haben, frei zu entscheiden, ob er klickt oder nicht. Oder ob er mit einem Produkt zur Kasse geht oder nicht. Er genießt also seine Machtposition.

Stärken die digitalen Einkaufshilfen diese Position?

Ja, denn sie geben dem Kunden weitere Machtinstrumente in die Hand. Zum Beispiel kann er mithilfe des Smartphones den Markt durchleuchten und die verschiedenen Preise vergleichen. Diese Markttransparenz fördert die Machtposition des Kunden. Hinzu kommt, dass seine Stellung nicht mehr ortsgebunden ist: Früher musste ich ins Kaufhaus gehen, um mich ausnahmsweise wie ein König zu fühlen. Heute kann ich mich permanent wie ein König fühlen, weil ich das Handy immer parat habe und mich die Anbieter im Prinzip pausenlos und dauerhaft umgarnen. Wer mich online nicht hofiert, wird einfach weggeklickt.

Schon heute besitzt das Smartphone eine große Bedeutung beim Shopping. Welche Dienste und Funktionen sind in Zukunft weiterhin vorstellbar?

Die Anbieter werden weiterhin versuchen, die komplette Shopping-Reise über Online- und mobile Angebote abzudecken. Das funktioniert zum Beispiel über Online-Kataloge oder Portale, die hochwertige Fotostrecken, Hintergrundstorys und ein personalisiertes Empfehlungsmanagement bieten. Der Shop ist dann nur noch ein Teil dieses umfassenden Angebots. Der Fashion-Handel informiert über Modetrends oder bietet Hintergrundberichte zu Designerkollektionen. Der Lebensmittelhandel inspiriert und empfiehlt Rezepte, die direkt mit Einkaufslisten vernetzt sind. Der Handel versucht also, die Kunden umfassender zu begleiten und früher „abzuholen“.

Was genau bringt es dem Händler, wenn er den Kunden auf seiner gesamten Shopping-Reise begleitet?

Er nimmt im Idealfall eine andere Rolle ein, ist eben nicht mehr nur Händler, sondern Partner. Und von dieser neuen Rolle profitiert er, weil die Bindung langfristig ist. Dafür ist es wichtig, dass sich zwischen Kunde und Händler ein Vertrauensverhältnis aufbaut, denn als Kunde lasse ich mich nur dann von jemandem führen, wenn ich ihm auch vertrauen kann.

Wie und wann entsteht dieses Vertrauen?

Wenn ich als Kunde merke, dass ich verstanden werde. Dass klar ist, welche Wünsche und Bedürfnisse ich habe, was mir wichtig ist und was zu mir passt. Ist alles dies gegeben, wird Vertrauen generiert.

Wobei dieses Vertrauen ja dann nur auf Basis von Daten entstehen kann, die ich als Konsument selbst abgebe.

Ja, aber das Verhältnis der Kunden zu ihren Daten ist ambivalent. Klar, es gibt dieses Unbehagen bei der Frage, was mit meinen Daten passiert und was in Zukunft mit meinen Daten passieren wird. Erkenne ich als Kunde jedoch einen klaren Vorteil oder Nutzen, bin ich schnell bereit, meine Daten zu teilen. Wobei dieser Nutzen eben nicht nur ökonomischer Natur ist: Ich gebe meine Daten auch dann gerne ab, wenn ich mich danach individuell besser beraten bzw. begleitet fühle.

Was bedeutet das konkret?

Viele Menschen geben in einem persönlichen Beratungsgespräch mehr von sich preis, als sie eigentlich bereit sind. Ein guter Händler nutzt das, indem er Wünsche und Bedürfnisse erkennt, auf die man als Kunde vielleicht noch gar nicht gekommen ist. Man wird also positiv überrascht. Und noch gibt es keinen Algorithmus, der das so gut hinbekommt wie ein guter Verkäufer, der seine Kunden einschätzen kann. Wobei es nicht reicht, sich auf diesem Skill auszuruhen: Um als stationärer Händler mit den Online-Anbietern konkurrieren zu können, sollte man die digitalen Ergänzungen nutzen, um die Individualität des Einkaufserlebnisses zu steigern.

An welche Ergänzungen denken Sie konkret?

Zum Beispiel an digital unterstützte Loyalty-Programme, die Gamification- Aspekte bieten – die also auf spielerische Art die Treue eines Kunden anerkennen.

Jenseits der technischen Möglichkeiten ist es aber weiterhin wichtig, ein Verständnis für den Kunden und seine Bedürfnisse mitzubringen. Die Kompetenz heißt Empathie.

Worauf kommt es denn im Handel an, wenn ich als Einsteiger meine Karriere beginne: Auf IT-Kenntnisse, um immer neue digitale Tools zu entwickeln? Oder aufs Verkaufs-Know-how?

Auf beides. Die digitalen Neuerungen sind wichtig, keine Frage. Jenseits der technischen Möglichkeiten ist es aber weiterhin wichtig, ein Verständnis für den Kunden und seine Bedürfnisse mitzubringen. Die Kompetenz heißt Empathie: Es muss mir gelingen, mich in den Kunden hineinzufühlen, um zu erfahren, was er will, was er sich wünschen könnte – und wie ich ihn führen kann.

Sprich: Gefragt sind Leadership-Skills für die Führung von Kunden.

Genau, wo und wie hole ich ihn ab – und welche Bedeutung kann meine Marke als Händler jenseits des Produkts erreichen. Denn ich will ja nicht nur, dass der Kunde einmal bei mir kauft. Sondern, dass der Kunde möglichst tief in meine Shopping-Welt eintaucht.

 

rheingold Institut

Das rheingold Institut zählt zu den renommiertesten Adressen der qualitativ- psychologischen Wirkungsforschung und ist eines der letzten unabhängigen Marktforschungsinstitute in Deutschland. Das Institut hat sich mit seinen rund 50 festen Mitarbeitern und 120 freien Auftragnehmern auf tiefenpsychologische Kultur-, Markt- und Medienforschung spezialisiert. Dabei analysieren die Wissenschaftler auf der Basis der Psychologischen Morphologie, die an der Universität Köln entwickelt wurde, auch die unbewussten seelischen Einflussfaktoren und Sinnzusammenhänge, die das Handeln eines jeden Menschen mitbestimmen. Jahr für Jahr liegen bei rheingold über 5000 Frauen und Männer „auf der Couch“. www.rheingold-marktforschung.de

Trends im Handel

Nichts bleibt wie es war – das gilt auch für die Arbeit in der Handelsbranche. „Die Digitalisierung des Handels hat eine neue Entwicklungsstufe erreicht“, heißt es im Retail Report 2018, herausgegeben vom Zukunftsinstitut und dem Wirtschaftsmagazin Der Handel. Von Kerstin Neurohr.

Die Forscher benennen vier Trends, welche die Handelsbranche im nächsten Jahr entscheidend prägen werden:

  1. Retail Recruiting: Der Verkäufer hinter der Kasse ist ein Auslaufmodell – die Retail-Branche braucht in Zukunft Digital-Experten. Der Handel muss sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren, um die Young Talents mit den benötigten Digital-Skills zu begeistern.
  2. Robo Retail: Die Automatisierung von Prozessen macht vor dem Handel nicht Halt: Vor allem in der Logistik und Lagerhaltung kommt Robotertechnologie verstärkt zum Einsatz. Am Pointof- Sale allerdings bleiben Roboter die Ausnahme.
  3. Dash Delivery: Durch den anhaltenden Boom des E-Commerce wird die Auslieferung auf der letzten Meile zur Herausforderung. Der Wettstreit zwischen Händlern und Logistikern um die besten Innovationen ist entbrannt. Convenience wird zum Trumpf.
  4. Voice Commerce wird zu einer intelligenten Erweiterung des E-Commerce. Digitale Sprachassistenten ermöglichen das Einkaufen per Sprachsteuerung unabhängig von Bildschirmen.

Die Digitalisierung schafft neue Jobprofile: Alte Berufsbilder wandeln sich, neue Jobprofile entstehen. Die Unternehmen suchen Spezialisten mit Digitalkompetenzen. Sie sollen dabei helfen, in einer Handelslandschaft voranzukommen, in der die digitale und die „echte“ Welt immer mehr miteinander verschmelzen. Hier können Hochschulabsolventen punkten: Gerade die jungen Generationen seien für die neuen Aufgaben prädestiniert, argumentieren die Autoren – weil sie nur die digitalisierte Welt kennen, also von Grund auf Digital Retailer sind.

Janine Seitz, Theresa Schleicher: Retail Report 2018.
www.derhandel.de/retailreport2018

Weitere Studie zum Thema:

Für „Total Retail 2017“ hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC 25.000 Konsumenten in 29 Ländern online interviewt. Die Studie gibt Aufschluss über die aktuellsten Trends im Konsumentenverhalten und zeigt auf, was die Konsumenten vom Handel erwarten. Die Autoren analysieren diese disruptiven Faktoren im weltweiten Vergleich und geben Einblicke, wie sich Händler im dynamischen Umfeld aufstellen können. Die Studie steht zum kostenlosen Download zur Verfügung unter: www.pwc.de.

Jung und erfolgreich bei: METRO

15 Kilogramm Reis, 5 Liter Tomatensoße – das klingt für Privatpersonen viel, ist für die Kunden von METRO Deutschland seit mehr als 50 Jahren aber ganz normal. Seit einigen Jahren sind wir nicht mehr nur im stationären Großhandel, sondern auch im Belieferungsgeschäft (Food Service Distribution) erfolgreich aktiv. Genau das macht für mich die Handelsbranche so interessant: Sie ist ständig im Wandel, nutzt neue innovative Ideen und der Kunde steht im Fokus. Vor meiner Begeisterung für den Handel stand zunächst aber erst einmal mein Abitur. Im Anschluss daran folgte ein Bachelorstudium der Betriebswirtschaftslehre.

Zur Person

Name: Adina Ködel
Studiengang: Betriebswirtschaftslehre und Business Administration
Universitäten: Düsseldorf und Köln
Abschlusszeitpunkt: 2017
Interessen: reisen, nähen
Position: Trainee
Berufliches Ziel: Führungsposition

Damals dachte ich, Controlling wäre mein Ding. Während eines Praktikums mit dieser Spezialisierung durfte ich bei METRO bereits die Welt des Handels kennenlernen und merkte: Handel ja, aber im Controlling fühlte ich mich noch nicht richtig wohl, es fehlten mir die kreative Erarbeitung von Lösungen und die Nähe zum Kunden. Für mein Masterstudium entschied ich mich daher für die zwei Schwerpunkte Supply Chain Management und Marketing.

Für meinen Berufseinstieg erschien mir ein Traineeprogramm ideal, um möglichst viele Bereiche eines Unternehmens kennenzulernen und zudem ein Netzwerk an Kollegen und Wissen aufzubauen. Umso begeisterter war ich, als ich das Traineeprogramm im Bereich der Food Service Distribution bei METRO Deutschland entdeckte: Ich kannte das Unternehmen und wusste, dass mir die Branche und die Arbeitsatmosphäre dort gefielen. Seit Februar 2017 bin ich nun also Trainee im Bereich Food Service Distribution & Multichannel.

Nach einer vierwöchigen Marktphase, in der ich den Arbeitsalltag im Großmarkt kennengelernt habe, habe ich in vielen verschiedenen Abteilungen mitgearbeitet und Teilprojekte eigenverantwortlich betreut. So habe ich zum Beispiel im Zentralen Kundenmanagement den Roll-Out einer Neukunden-Registrierungs- App für die Außendienstmitarbeiter geplant und durchgeführt, das Marketing bei der Neuauflage eines Sortimentskatalogs unterstützt und im Commercial-Intelligence-Bereich Reportings für den Einkauf aufbereitet. Im Januar kommenden Jahres steht zudem noch ein einmonatiger Austausch in eine der anderen METROLändergesellschaften an.

Das Traineeprogramm hat mir geholfen herauszufinden, wo für mich die richtige Stelle im Unternehmen ist. Während der letzten Monate als Trainee habe ich erkannt, dass mir die Arbeit mit vielen verschiedenen Schnittstellen und ein abwechslungsreiches Aufgabengebiet am meisten Spaß machen. Daher freue ich mich besonders darüber, dass ich eine feste Stelle in der Sales-Abteilung im Bereich Food Service Distribution angeboten bekommen habe, die genau diese Aspekte beinhaltet. Dadurch besteht die Möglichkeit, das Traineeprogramm zu verkürzen. Ich bin gespannt auf meine neuen Aufgaben und blicke mit Vorfreude auf die kommenden Monate.

E-Mail für dich: Kloepfel Consulting

Von: Marcus Schilling
Gesendet: 28. Oktober 2017
An: Studenten und Absolventen der Wirtschaftswissenschaften
Betreff: Einstieg in die Einkaufsberatung

Liebe Leserrinnen, liebe Leser,

bereits bei meinem Abitur stand fest, dass ich BWL studieren möchte – schon damals habe ich mich für den Bereich „Einkauf“ interessiert, aber das gab es damals noch nicht als eigens Fach. Nach dem Diplom-Studium an der Universität des Saarlandes habe ich fünf Jahre im Controlling eines Unternehmens klassisches BWL-Wissen anwenden können, um danach in fünf weiteren Jahren im Einkauf bzw. Category-Management desselben Unternehmens mein Profil zu erweitern.

Zu Kloepfel Consulting bin ich dann im Jahr 2012 durch mein Interesse an der Einkaufsberatung gekommen. Ich hatte Lust auf Veränderung. Meine beruflichen Erfahrungen passten bestens in das praxisorientierte Beraten und waren eine ideale Brücke von der Arbeit in einem Konzern auf die Dienstleisterseite der Beratung. Nun bin ich bereits fünf Jahre in die verschiedensten Projekte eingebunden und viel unterwegs.

Die Projekte dauern in der Regel etwa sechs Monate und umfassen die Optimierung von Warengruppen, Sortimenten oder auch Dienstleistungen, die von Unternehmen eingekauft werden. Vom Beschaffungsweg bis zum finalen Preis wird alles von uns verhandelt und prozessual begleitet oder optimiert. Während der fünf Jahre bei Kloepfel Consulting habe ich in verschiedensten Unternehmen von Warenhausketten, Kosmetikhersteller bis zu Versandapotheken Projekte betreut. Starke Markenhersteller wie Playmobil oder Carrera, Bekleidungsmarken wie Marco Polo, Diesel Jeans oder Ralph Lauren sind ebenso Gesprächspartner wie Verpackungshersteller für Cremes oder Reinigungsdienstleister aus dem Facility-Management.

Die Vielseitigkeit und Abwechslung zeichnet die Projektarbeit in der Beratung aus. Viele unterschiedliche Kontakte und Arbeitsweisen bieten einem schnell ein breites Spektrum an Eindrücken. Zudem ist bei Kloepfel Consulting die Mannschaft sehr gemischt und vor allem jung und dynamisch. Feste Abteilungsstrukturen spielen keine große Rolle, vielmehr arbeiten wir mit reichlich Freiräumen und Gestaltungsmöglichkeiten.

Unternehmen

www.kloepfel-consulting.com

In der Beratung wird die Drehzahl an Erfahrungen und Eindrücken stark beschleunigt, alle paar Monate hat man Einblick in ein anderes Unternehmen. Der Querschnitt über viele Branchen zeigt am Ende ein Fazit: Alle kaufen ein. Viel Erfolg und Freude beim Berufseinstieg – vielleicht in der Einkaufsberatung – wünscht

Marcus Schilling
Kloepfel Consulting

Regionalverkaufsleiter bei ALDI SÜD: Jeder Tag ist anders

Murat Ertürk, 30 Jahre alt, ist Regionalverkaufsleiter bei ALDI SÜD und weiß die Abwechslung in seinem Job zu schätzen. Für den karriereführer handel beschreibt er seinen beruflichen Werdegang und seinen Arbeitsalltag.

Direkt nach meinem Studium „Management & Economics“ an der Ruhr-Universität Bochum bin ich 2014 bei ALDI SÜD eingestiegen und habe ein einjähriges Training on the Job zum Regionalverkaufsleiter absolviert.

Vom ersten Tag an durfte ich Verantwortung als Führungskraft übernehmen und konnte als leitender Angestellter einsteigen. Das war zwar ein Sprung ins kalte Wasser, jedoch stand mir während des ersten Jahres ein erfahrener Mentor zur Seite. Auf einem detaillierten Einarbeitungsplan wurde festgehalten, was ich für die Position des Regionalverkaufsleiters lernen musste. Zunächst begleitete ich einen Regionalverkaufsleiter und lernte meine Regionalgesellschaft kennen. In den nächsten Wochen erfuhr ich alles über den täglichen Arbeitsablauf in einer Filiale und konnte im Anschluss das Erlernte als Filialleiter in die Praxis umsetzen und meine ersten Führungserfahrungen sammeln. Anschließend tauchte ich mithilfe von erfahrenen Regionalverkaufsleiterkollegen noch tiefer in die Welt des Handels ein und übernahm zum Abschluss meines Training on the Job die Urlaubsvertretungen meiner Regionalverkaufsleiterkollegen. Natürlich standen mir auch zu diesem Zeitpunkt erfahrene Kollegen zur Seite.

Als Regionalverkaufsleiter verantworte ich nun sechs Filialen mit mindestens 50 Mitarbeitern in der Regionalgesellschaft Dormagen in der Nähe von Köln. Ich arbeite eng mit den Filialleitern zusammen und kümmere mich um die Personalangelegenheiten in meinem Bereich, aber auch um Zahlen, denn ich bin verantwortlich für das Controlling von Filialkennzahlen. Aktuell übernehme ich außerdem die Projektleitung für den Umbau aller 64 Filialen der Gesellschaft Dormagen, die nach neuem Filialkonzept umgestaltet werden. Hier koordiniere ich Handwerker und Mitarbeiter, außerdem bin ich Ansprechpartner für die Architekten.

Was ich besonders schätze: Eigentlich ist jeder Tag anders – genau das macht den Job für mich so spannend. Meist bin ich noch vor den ersten Kunden in einer meiner Filialen und nutze die Zeit, mich mit den Mitarbeitern auszutauschen. Anschließend finden Rundgänge mit dem Filialleiter statt, dabei besprechen wir die Warenpräsentation, die Umsatzentwicklung, die Personalsituation oder sonstige aktuelle Themen. Die Zeit im Filialbüro nutze ich für administrative Aufgaben und Mitarbeitergespräche, die Fahrt zur nächsten Filiale für Telefonate.

Unternehmen

Firmenprofil ALDI SÜD

Als Regionalverkaufsleiter besuche ich zwei bis drei Filialen am Tag. Ich kann den Job eines Regionalverkaufsleiters bei ALDI SÜD nur empfehlen. Was man aber mitbringen sollte, ist ganz klar eine hohe soziale Kompetenz, da man viel mit Menschen zu tun hat. Wer gern Verantwortung übernimmt, ausgeprägte Entscheidungsstärke und hohe Einsatzbereitschaft zeigt, ist auf dieser Position richtig.