Die Lennetalbrücke der A45

Foto: Ekkehardt Viefhaus
Foto: Ekkehardt Viefhaus

Parallel zu der in die Jahre gekommenen Lennetalbrücke der Autobahn 45 bei Hagen baut Hochtief Infrastructure seit 2013 eine neue, fast 1.000 Meter lange Überquerung. Bis 2018 sollen über 33.000 Kubikmeter Beton und rund 5.300 Tonnen Betonstahl verbaut werden. Von Christoph Berger

Folgendes ist geplant: Die 1967 als monolithische Rahmenkonstruktion und über 22 Felder errichtete Lennetalbrücke wird abgerissen und durch zwei neue Brücken ersetzt – je eine pro Fahrtrichtung. „Eigentlich schade. Eine sehr schlanke Brücke, echte Ingenieurskunst. Aber am Abriss führt kein Weg vorbei“, sagt Projektleiter Jan Felgendreher von Hochtief über die abzureißende Brücke. Doch in den 1960er-Jahren hatte noch niemand die heutige Verkehrsbelastung erahnen können – zumal die A45 als „Urlaubsautobahn“ gedacht war, die Menschen aus dem Ruhrgebiet den Weg in den Süden erleichtern sollte.

Doch inzwischen rollen täglich bis zu 80.000 Fahrzeuge über die Brücke. Der Anteil an Lkws beträgt 16 Prozent – 1956 lag deren zulässiges Gesamtgewicht noch bei 24 Tonnen, heute sind es 44 Tonnen. Die Folge: Die Belastungen führen dazu, dass sich bei vielen Brücken kleine Risse im Beton bilden. Durch diese dringt Salzwasser in die Konstruktion ein, das den Stahl angreift – bis die Bewehrungsstäbe durchrosten und der Beton abplatzt. Da laut dem Landesbetrieb Straßenbau NRW, Bauherr des Projekts, eine Verstärkung der alten Konstruktion nicht möglich ist, wurde der Neubau nötig.

Die Bauarbeiten dazu begannen im September 2013. In einem ersten Schritt wurde eine Behelfsbrücke gebaut, die den Verkehr aufnimmt. Diese existiert bereits: Dazu wurde der spätere Überbau der West-Brücke auf eine zusätzliche provisorische Pfeilerreihe gestellt, über die jetzt der Verkehr in beide Richtungen rollt. Und: Es konnte mit dem Abriss der alten Brücke begonnen werden. Hierzu wurden die Fahrbahn zurückgebaut und die alten Pfeiler gesprengt. Nun wird die Brücke in Fahrtrichtung Dortmund, der Überbau Ost, gebaut. Ist diese fertiggestellt, wird der gesamte Verkehr auf diese zweite neue Brückenhälfte umgelegt. Die Behelfsbrücke ist damit verkehrsfrei.

Daraufhin werden die Pfeiler für die West-Brücke gebaut, bei denen es dann zu einem spektakulären Ereignis kommen wird: Der etwa ein Kilometer lange Überbau der Behelfsbrücke – er ist dreimal so schwer wie der Eifelturm – wird um 15 Meter auf die neuen Pfeiler verrückt. Verschiebungen sind laut Felgendreher im Brückenbau an sich zwar nichts Besonderes, aber eine Seiteneinschiebung mit einer Länge von fast einem Kilometer einmalig. Wenn alles glatt laufe, dauere das Ganze laut dem Hochtief-Experten nur wenige Stunden. Ist das geschafft, werden am Ende wieder die provisorischen Pfeiler der einstigen Behelfsbrücke abgerissen und 3,5 Meter hohe Lärmschutzwände auf beiden Seiten der Fahrbahnen angebracht. 2018 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass die gesamten Bauarbeiten – sowohl Rückbau der alten Brücke als auch Neubau der neuen Brücke mit ihren zwei Bauwerken – während des laufenden Verkehrs stattfinden können.

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