Karriere in der pharmakologischen Forschung bei Bayer

Von: Dr. Hana Cernecka Gesendet: 28. August 2018 An: Junge Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler Betreff: Infos für Absolventen der Naturwissenschaften

Liebe Leserinnen und Leser, ich heiße Hana Cernecka und komme aus der Slowakei. Mein naturwissenschaftliches Interesse entwickelte sich während meines Master-Studiengangs, als ich mich einer Gruppe junger Naturwissenschaftler der Pharmakologie in Bratislava anschloss. Seitdem will ich immer besser verstehen, wie biologische Prozesse ablaufen und wie sie moduliert werden können. Nie hätte ich damals zu denken gewagt, dass ich dank dieser Faszination einmal selber an der Entwicklung neuer Arzneimittel mitwirken könnte, die eines Tages möglicherweise Patienten helfen würden. Gleich nach dem Abschluss meines Master-Studiengangs der Pharmakologie schrieb ich mich für ein PhD-Programm in den Niederlanden ein. Während meines Promotionsstudiums arbeitete ich an einem Thema zur Aufklärung eines Wirkungsmechanismus für ein Mittel zur Behandlung von Patienten mit Inkontinenz. Noch mehr prägten mich jedoch die Bekanntschaften mit zahlreichen Forschern aus unterschiedlichen naturwissenschaftlichen Bereichen und die neu geschlossenen wissenschaftlichen Partnerschaften mit akademischen Institutionen und der Industrie. Dadurch konnte ich mein Wissen erweitern, neue Kompetenzen entwickeln und mich schließlich als unabhängige Naturwissenschaftlerin etablieren. Nach meiner Promotion traf ich die Entscheidung, an relevanten Mechanismen für die Behandlung von Herzinsuffizienz zu arbeiten, und ging an das Max-Delbrück-Centrum in Berlin. In dieser Zeit als Postdoc hatte ich das Glück, an einem von Bayer veranstalteten Workshop im Bereich der kardiovaskulären Forschung teilnehmen zu dürfen. Dies war ein Wendepunkt in meiner wissenschaftlichen Laufbahn. Mir wurde bewusst, dass Forschung auch innerhalb von Unternehmen betrieben wurde, und so beschloss ich, wirklich etwas zu bewegen, um mit meiner Forschungsarbeit greifbare Ergebnisse für Patienten zu erzielen. Ich wandte der akademischen Forschung also den Rücken zu und ging zur pharmakologischen Forschung bei Bayer. Heute arbeite ich als Laborleiterin an der Erforschung kardiovaskulärer Erkrankungen. Ich bin Mitglied des wissenschaftlichen Teams, das neuartige Behandlungsoptionen für Patienten mit Nierenerkrankungen ermittelt und ausarbeitet. Ich identifiziere mögliche neue Behandlungsansätze, charakterisiere die vielen Moleküle, die wir als potenzielle Arzneimittel für meinen Behandlungsansatz entwickeln, und gehöre zum Team, das diese schließlich als Medikamente für Patienten verfügbar macht. Natürlich ist es ein langer, beschwerlicher Weg, doch eines Tages wird er den Patienten vielleicht neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. Ein als Laborleiter tätiger Wissenschaftler benötigt in meinen Augen verschiedenste grundlegende Kompetenzen. Eine aktive, konstruktive Interaktion mit Kollegen und ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten sind sehr wichtig für den Aufbau von Kooperationen mit anderen wissenschaftlichen Teams. Offenheit, Flexibilität und vor allem die Bereitschaft, Lösungen für Probleme zu finden, mit Frustration umgehen zu können und sich ständig weiterzuentwickeln, sind die Eigenschaften, mit denen man sich auf jedem Gebiet zu einem Experten entwickeln kann. Ich wünsche Ihnen allen viel Erfolg! Genießen Sie die Reise, denn schließlich geht es um Ihre Karriere! Dr. Hana Cernecka, Laborleiterin Bayer AG, www.bayer.de

Vom Pharmareferenten zum Projektleiter im Pharmavertrieb

Ein Erfahrungsbericht von Florian Krainhöfner, B.Sc. Biologie-Studium, eingestiegen 2014 als Pharmareferent bei der Careforce GmbH, aufgestiegen 2018 zum Projektleiter.

Florian Krainhöfner, Foto: privat
Florian Krainhöfner, Foto: privat
Nach meiner moderat gelungenen „Karriere“ als Leichtathlet im Langstreckenlauf zu Schulzeiten war klar, dass damit in Zukunft kein Geld zu verdienen war. Also entschied ich mich für meine zweite große Vorliebe, die Naturwissenschaften. Da mein Opa Chemiker war, nahm er mich bereits als Kind oft mit ins Labor und meine Faszination war früh für Experimente geweckt. Mich interessierten vor allem die kleinsten Teile des Lebens. So begann ich nach meinem Zivildienst mein Biologiestudium mit der festen Absicht, mich auf Molecular Life Science bzw. Genetik zu spezialisieren und dann in die Forschung zu gehen. Nach den ersten Semestern kam ich endlich auf meine Kosten, als die Biochemie, Mikrobiologie und Genetik vertieft wurden. Nun war ich in meinem Element und hatte auch Spaß am präzisen Arbeiten im Labor. Ich wurde oft gefragt, was daran so spannend sei: „Man sieht doch gar nicht, was in den Reagenzgläsern passiert …“. Das nicht, aber gerade das war die Faszination. Es ändert sich nur eine Kleinigkeit, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können, und es ist etwas Erhebliches im Reagenzglas passiert, nur wenn man den Hintergrund versteht, weiß man auch was genau. Das war eine hochspannende Erfahrung, die es zu vertiefen galt. Besonders während meiner Spezialisierung im Studium lernte ich immer mehr die Rahmenbedingungen in der Forschung kennen. Befristete Arbeitsverträge auf teils nur wenige Monate, 50-Prozent-Stellen mit 60+-Wochenstunden, dafür ein eher zu niedriges Gehalt gepaart mit nicht gerade modernen Hierarchiestrukturen und einer hohen Misserfolgsquote im Labor.

Rein in die Wirtschaft

Mir wurde schnell klar, das ist nichts für mich. Nicht ein ganzes Leben lang! Also reifte mein Plan der sehr einfach war: Raus aus der Uni, rein in die Wirtschaft! „Mit einem Bachelorabschluss können Sie eh nichts erreichen und finden keine Arbeitsstelle.“ Diese Worte wurden so und so ähnlich immer gepredigt. Ich wollte das nicht wahrhaben und sah das als Herausforderung, wollte beweisen, dass es doch funktionieren kann! Ich fand: „Das passt doch super: Ich kann die im Studium gelernten Grundlagen sinnvoll anwenden, kann selbstbestimmt arbeiten, habe sehr viel Kontakt mit Menschen und bekomme neben einer guten Bezahlung auch noch einen klasse Dienstwagen.“
Als Neueinsteiger in der Pharmabranche ist der einfachste und typischste Weg über einen Dienstleister.
Ohne zu viel vorwegzunehmen, genauso traf dann auch alles ein. Mit meinem Abschluss B.Sc. in Biologie erhielt ich die Zulassung der Sachkenntnis nach §75 AMG, welche Voraussetzung ist, um im Außendienst als Pharmareferent arbeiten zu dürfen. Als Neueinsteiger in der Pharmabranche ist der einfachste und typischste Weg über einen Dienstleister. Nach einiger Internetrecherche entschied ich mich schnell für die Firma Careforce, ein Unternehmen, das im Bereich der Personal- und Vertriebsdienstleistung für die pharmazeutische Industrie tätig ist. Mit meinen rudimentären bis nicht vorhandenen Verkaufserfahrungen aus dem Eiscafé und meiner Aushilfstätigkeit bei McPaper stürzte ich mich ins Bewerbungsgespräch … mit Erfolg. Ich wurde über Careforce angestellt und arbeitete in deren Auftrag für ein weltweit führendes, forschendes Pharmaunternehmen. Dort wurde ich schnell integriert und lernte das professionelle Verkaufen.

Überzeugungsarbeit beim Arzt

Im Alltag plante ich meine Besuchstouren bei den Allgemeinmedizinern und Internisten nach Potenzial, bereitete die Gesprächsinhalte nach jeweiligem Bedarf vor und führte diese auch durch. Es war stets ein Gefühl von Freude, wenn ich genügend Überzeugungsarbeit beim Arzt leisten konnte, sodass ein Patient ab sofort ein neues Medikament bekommt, womit es ihm besser geht, und gleichzeitig das Ziel meines Unternehmens erreicht worden war. In dieser stark durch Kommunikation geprägten Arbeit, kombiniert mit spezifischem medizinischem Fachwissen, blühte ich komplett auf. Im Team übernahm ich schnell Zusatzfunktionen wie die Rolle als Tutor für medizinische Studien. Sowohl von dem Pharmaunternehmen als auch von Careforce wurde ich regelmäßig durch Schulungen unterstützt, um im Arbeitsalltag erfolgreich zu sein.
Ich war froh, im Studium den Umgang mit Studien gelernt zu haben – ein riesiger Vorteil des Naturwissenschaftlers in dieser Arbeit.
Nach diesem erfolgreichen Start wurde eine Position im Klinikaußendienst frei. Mit dem naturwissenschaftlichen Background sah ich meine Chance. Nach einem erfolgreichen Assessmentcenter konnte ich mich gegen teils sehr erfahrene Mitbewerber durchsetzen und durfte von da an hoch dotierte Chefärzte besuchen, genauso wie die Oberärzte, Stationsärzte und teils auch die dazugehörigen Apotheker. Ich befand mich von jetzt auf gleich im Accountmanagement und die Gespräche waren nun eindeutig wissenschaftlicher geprägt. Nun waren oft Details aus medizinischen Studien entscheidend. Zu diesem Zeitpunkt war ich froh, im Studium den Umgang mit Studien gelernt zu haben – ein riesiger Vorteil des Naturwissenschaftlers in dieser Arbeit. Neben dem „Training on the Job“ konnte ich eine Weiterbildung zum Key Account Manager mit IHK-Abschluss absolvieren. Zu dieser Zeit kam es dann auch zur Übernahme und ich wurde direkt bei dem Pharmaunternehmen unter Vertrag genommen, etwa 18 Monate nach meinem Start in der Industrie.

Interne und externe Weiterbildungen

Bis Mitte 2018 war ich im Außendienst und besprach mit niedergelassenen Fachärzten und in Kliniken unterschiedliche Medikamente – in der Regel Neueinführungen. Auch seitens des Pharmaunternehmens wurden viele interne und teils auch externe Weiterbildungen angeboten. So auch eine Referentenausbildung, die sehr förderlich für die eigenen Präsentationsaufgaben war. Neben dem Alltagsgeschäft organisierte ich viele Fortbildungen für Ärzte und Klinik- sowie für Praxispersonal. In etwa 50 Prozent wurden diese nur organisiert, in der anderen Hälfte präsentierte ich selbst bzw. führte ich die Schulung durch. Nachdem ich nun sehr gute Einblicke in verschiedene Rollen des Pharmavertriebs bekommen hatte, ergab sich für mich der nächste Schritt wieder bei Careforce, dem Pharmadienstleister, bei dem ich meine Karriere gestartet hatte. Seit Mitte 2018 bin ich nun hier als Projektleiter im Innendienst tätig, das heißt ich bin der Ansprechpartner sowohl für die Pharmafirmen, wenn Sie neue Medikamente auf den Markt bringen und für deren Vertrieb neue Mitarbeiter brauchen, als auch für die Mitarbeiter selbst, die wir anstellen oder vermitteln. Daraus ergibt sich eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit von Recruitment über Businesskontakte bis hin zu Mitarbeiterführung. Ich bin auf strukturierte Teamarbeit im Alltag angewiesen – immer mit dem Wissen im Hinterkopf: Falls nicht eindeutig die Zuständigkeit klar ist, bin ich es. So interessant es damals auch im Labor war, ich würde nie mehr zurückwollen und den Weg genauso wieder gehen. Es gibt so viele spannende Jobs, wenn man die typische akademische Laufbahn verlässt.

Berufsaussichten für Chemiker: Chemie ist überall

Von Angela Pereira Jaé, Leiterin Ressort Karriere, Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V. (GDCh)

„Irgendwas mit Chemie?!“ Und ob! Über 11.000 Studienanfänger entschieden sich 2017 für ein Chemiestudium an Universität oder Hochschule für angewandte Wissenschaften (ehemals Fachhochschule). Nach einer Umfrage der Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V. (GDCh) besteht ein stabiles Interesse an Chemiestudiengängen – seit einigen Jahren ansteigend. Dies ist kaum verwunderlich; sind die Einsatzgebiete innerhalb und außerhalb der Chemischen Industrie nach einem Studium so vielfältig wie die Chemie selbst. Wer ein Chemiestudium beginnt, hat einen spannenden und herausfordernden Weg vor sich. Nicht jeder ist diesen Herausforderungen gewachsen, daher ist die Abbrecherquote während des Bachelorstudium relativ hoch. Wer das Bachelorstudium an der Universität schafft, macht mit dem Master weiter. Nahezu alle Universitätsabsolventen in der Chemie schließen ihrem Bachelor noch einen Masterabschluss an. Über 80 % (86 % in 2017) beginnen im Anschluss noch eine Promotion. Aber auch wer ohne Promotion in den Beruf starten möchte, hat gute Perspektiven. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) bilden praxisorientiert und oft in Kooperation mit der Industrie aus. Der Regelabschluss ist hier der Bachelor, der den Berufseinstieg ermöglicht, auch wenn immer mehr HAWBachelor einen Master machen (nach aktueller GDCh-Statistik rund 70 %). Die chemische Industrie ist das Wunscharbeitsgebiet vieler Absolventen. Abwechslungsreiche Aufgabengebiete und attraktive Gehälter sprechen Absolventen vorrangig an. Den klassischen Beruf des Chemikers gibt es jedoch nicht. Eines der typischen Einsatzgebiete ist die Forschung und Entwicklung. Daneben sind Chemiker auch häufig in der Analytik tätig. Dort unterstützen sie mit ständig weiterentwickelten Methoden Forschungsabteilungen durch die Charakterisierung neu synthetisierter Verbindungen.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie befasst sich u. a. mit aktuellen Entwicklungen an Hochschulen und am Arbeitsmarkt. Die GDCh ermittelt jährlich (Stichtag: 31.12.) Angaben zur Zahl der Studierenden in den verschiedenen Studienabschnitten, der abgelegten Prüfungen und zur Studiendauer. Weitere Zahlen zum Chemiestudium, wie lange eine Promotion dauert und wo es besonders viele Absolventen gibt, stehen unter www.gdch.de/statistik kostenfrei zur Verfügung. Unter www.gdch.de/berufsbilder stellt die GDCh Broschüren für  Absolventen eines Chemiestudiums sowie der Chemieberufe (Chemiker, Chemielaboranten, CTAs) zur Verfügung.
Eng verbunden mit der Analytik ist oft die Qualitätssicherung. Dabei werden die im Unternehmen hergestellten Produkte ebenso wie die eingekauften Rohstoffe systematisch geprüft, um eine gleichbleibend hohe Qualität zu gewährleisten. In der Verfahrenstechnik arbeiten Chemiker eng mit Chemieingenieuren und Verfahrenstechnikern zusammen. Sie übertragen die im Unternehmen entwickelten Produkte oder Produktionsverfahren vom Labormaßstab in den Betriebsmaßstab. So ist die Produktion für einen globalen Markt möglich. Chemiker sind dort in der Regel als Betriebsleiter für eine bestimmte Produktionsanlage verantwortlich, die häufig im 24-Stunden-Betrieb läuft. Eine Schnittstelle zwischen dem Verkauf von Produkten und dem Labor ist das Einsatzgebiet in der Anwendungstechnik. Chemiker führen hier Marktbeobachtungen durch und analysieren die Bedürfnisse der Anwender. Dabei geben Sie Anstöße für mögliche Neuentwicklungen. Auch die Chemiker im Marketing oder Produktmanagement haben die Endkunden im Blick. Sie sind dafür verantwortlich, die Produkte am Markt zu platzieren und erarbeiten Werbestrategien. Im Vertrieb schließlich ist der Chemiker der direkte Ansprechpartner des Kunden. Es ist seine Aufgabe, den Kunden zu beraten, ihm die für seine Anforderungen geeigneten Produkte vorzustellen und natürlich auch, den eigentlichen Verkauf abzuwickeln. Ein weiteres Einsatzgebiet für Chemiker ist die Öffentlichkeitsarbeit. Hier sind vor allem Chemiker mit guten kommunikativen Eigenschaften gefragt, die komplizierte chemische Sachverhalte so erklären können, dass auch ein Laie sie versteht. In den Patentabteilungen der Industrieunternehmen sorgen Chemiker dafür, dass die im Unternehmen entwickelten Produkte oder Verfahren patentrechtlich geschützt werden, um die kommerzielle Nutzung sicherzustellen. Viele dieser Bereiche werden aber nicht nur in der chemischen Industrie, sondern auch in anderen Branchen mit Chemikern besetzt. So wird ihre Kompetenz auch in der Lebensmittel- oder Metallindustrie, Kunststoff-, Mineralöl- oder Lackindustrie, Energiewirtschaft, Optik, im Anlagenbau oder in der Recyclingindustrie und vielen weiteren Branchen benötigt. Aber auch in Verbänden, Schulen und gemeinnützigen Organisationen werden Experten aus der Chemie gesucht.

GDCh-Zahlen zu allen Chemiefachrichtungen 2017

Studienanfänger: 11.339 Bachelor-Absolventen: 4428 Dipl./MSc.-Absolventen: 4144 Promotionen: 2325
Im Jahr 2017 gelang rund 35 % der promovierten Absolventen der direkte Einstieg mit einer unbefristeten Stelle in die chemische oder pharmazeutische Industrie und 11 % in die übrige Wirtschaft. 20 % der promovierten Absolventen nahmen, zunächst eine befristete Stelle in der Industrie, einem Forschungsinstitut oder einer Hochschule im Inland an. Ins Ausland gingen zunächst 12 % der promovierten Absolventen, in den meisten Fällen zu einem Postdoc-Aufenthalt. Lediglich 4 % der Absolventen blieben nach der Promotion in der Forschung an einer Hochschule bzw. einem Forschungsinstitut. Im öffentlichen Dienst kamen 4 % unter. Ein guter Berufseinstieg gelingt, indem man sich bewusst macht, wie enorm vielfältig die Einsatzmöglichkeiten für Chemiker sind und sich frühzeitig damit auseinandersetzt, welches Arbeitsfeld man später selbst besetzen möchte. Chemie ist überall – daher werden auch „fast“ überall gute Chemiker gebraucht.

Spezialisiert! Kultur-, Buch- und Linktipps

„UNSER VERRÜCKTES GEHIRN“

Cover Unser verrücktes GehirnOhne Zweifel haben wir das größte Wunderwerk der Evolution in unserem Kopf. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn das Gehirn spielt uns fortwährend Streiche: Es versetzt uns in Angstzustände, als verfolge uns der Säbelzahntiger, quält uns an Bord eines Schiffes mit Übelkeit oder entwirft ein völlig überzogenes Bild von uns selbst. Die Gründe werden im unausgeglichenen Verhältnis sehr alter primitiver Hirnteile und neuerer Regionen vermutet. So dominiert uns oft das sogenannte Reptilgehirn, und die uralte Amygdala lässt uns weiterhin Ausschau nach Gefahren halten, die es längst nicht mehr gibt – mit entsprechenden unpassenden, lästigen Reaktionsmustern. Kompetent, leicht nachvollziehbar und witzig erklärt Burnett, wie, wann und warum uns das Gehirn in die Irre führt. In seinem Buch räumt Burnett mit Märchen über das Gehirn auf und erklärt, wann es uns austrickst, ohne dass wir es merken. Dean Burnett: Unser verrücktes Gehirn. C. Bertelsmann 2018. ISBN: 978-3-641-18507-7. 14,99 Euro Jetzt kaufen bei Amazon

MODERNES NAGELBRETT

Foto: ShaktiMat
Foto: ShaktiMat
Nach einem stressigen Tag, bei Rückenschmerzen oder zur Regeneration nach sportlichen Aktivitäten kann die Akupressurmatte „Shakti Mat“ genau das Richtige sein. Man legt, stellt oder setzt sich darauf und schon kommen Entspannung und Linderung, verspricht der schwedische Hersteller, der seit der Markteinführung laut eigenen Angaben eine halbe Million der modernen Nagelbretter verkauft hat. Mehr Infos: www.shaktimat.de

DAS WUNDER DER METAMORPHOSE

Cover WandlungskünstlerEs ist eines der größten Naturwunder überhaupt, und es ist das alltäglichste und häufigste: die Metamorphose. Insekten beherrschen die Wiedergeburt aus dem eigenen Körper. Dass aus einem plumpen, raupenartigen Dauerfresser ein filigraner Schmetterling wird oder aus einer wurstförmigen Larve eine Biene, ist etwa so, als formte sich aus dem Körper eines Maulwurfs eine Giraffe – nur noch phantastischer. Die Wissenschaftsfotografen Nicole Ottawa und Oliver Meckes (World Press Photo Award, Deutscher Preis für Wissenschaftsfotografie) stellen Larve und erwachsenes Insekt in Einzelportraits einander gegenüber und dokumentieren so mit den Mitteln der Rasterelektronenmikroskopie in noch nie gesehener Detailschärfe und Brillanz einen Wandel, der nicht nur Wissenschaftler fasziniert. Nicole Ottawa, Oliver Meckes: Wandlungskünstler. Die geheime Erfolgsgeschichte der Insekten. Dölling und Galitz Verlag 2018. ISBN 10: 3-86218-087-5. 24,90 Euro Jetzt kaufen bei Amazon

GEHEIMNISSE ENTDECKEN

Cover Das geheime Netzwerk der NaturDie Natur steckt voller Überraschungen: Laubbäume beeinflussen die Erdrotation, Kraniche sabotieren die spanische Schinkenproduktion und Nadelwälder können Regen machen. Was steckt dahinter? Der passionierte Förster und Bestsellerautor Peter Wohlleben lässt seine Leserinnen und Leser eintauchen in eine kaum ergründete Welt und beschreibt das faszinierende Zusammenspiel zwischen Pflanzen und Tieren: Wie beeinflussen sie sich gegenseitig? Gibt es eine Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Arten? Und was passiert, wenn dieses fein austarierte System aus dem Lot gerät? Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und seiner eigenen jahrzehntelangen Beobachtungen lehrt Deutschlands bekanntester Förster einmal mehr das Staunen. Peter Wohlleben: Das geheime Netzwerk der Natur. Ludwig 2017. ISBN 978-3-453-28096-0. 19,99 Euro Jetzt kaufen bei Amazon

BIENEN RETTEN – IMKER WERDEN

Cover Bio-ImkernBienen sind faszinierende Wesen. Rund 4000 Blüten fliegen sie pro Tag für Nektar an. Dabei gibt es nicht nur in ländlichen Gegenden, sondern auch in Städten reichlich Nahrung für die emsigen Arbeiterinnen. Auf Balkonen, Verkehrsinseln und in Parkanlagen wird fleißig gesammelt und bestäubt. Erfolgreiches Imkern ist also fast überall möglich, ob auf dem Dach eines Hochhauses oder im eigenen Garten. Imkermeister und Pädagoge Dietmar Niessner eröffnet mit seinem Buch einen umfassenden Rundumblick auf die spannende und abwechslungsreiche Tätigkeit des Imkerns. Mit vielen Informationen, Anleitungen und Tipps zum Imkerstart erleichtert er Anfängerinnen und Anfängern den Einstieg in die Bienenhaltung und beantwortet Fragen wie: Wie viel Zeit nimmt das Imkern in Anspruch? Wo kann ich mein Bienenvolk aufstellen? Was für Aufstellungsformen gibt es? Wie kommt man überhaupt zu Bienen? Dietmar Niessner: Bio-Imkern in der Stadt und auf dem Land. Monat für Monat durchs Bienenjahr. Löwenzahn 2018. ISBN 978-3-7066-2609-5. 29,90 Euro Jetzt kaufen bei Amazon

PLANET 3.0

Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere in Bonn zeigt bis 6. Januar 2019 die interaktive Sonderausstellung „PLANET 3.0 – Klima.Leben.Zukunft“ der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt a. M. Die Ausstellung rückt den Themenkomplex „Klima und Vielfalt des Lebens“ in den Fokus. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem „Biodiversität und Klima Forschungszentrum“ (BiK-F) sowie sieben weiteren, renommierten Wissenschaftspartnern konzipiert. www.zfmk.de

BADEN IN DER WALDLUFT

Foto: Fotolia/John Smith
Foto: Fotolia/John Smith
Shinrin-Yoku heißt ein neuer Trend, der aus Japan kommt und sich auch bei uns wachsender Beliebtheit erfreut. Übersetzt heißt das wörtlich „Baden in der Waldluft“ und meint das Eintauchen in die Unberührtheit und Stille eines Waldes. Jörg Meier, der erste Shinrin-Yoku-Trainer Deutschlands, hat nun mit seinem Praxisbuch eine Anleitung für das Bad im Wald geschrieben. Er zeigt, wie der bewusste Waldspaziergang einen an den Kraftort schlechthin führt – in die Natur – und was das bewirkt. Aus dem Stress und der Hektik des Alltags zieht es einen zurück zu den Wurzeln, um in einen aktiven Austausch mit der Natur zu treten, durchzuatmen. Mit über 30 praktischen Übungen zum Mitmachen wird den Leserinnen und Lesern gezeigt, wie man die Waldmedizin zur Regenerierung auf körperlicher, psychischer und seelischer Ebene nutzen kann. www.shinrin-yoku.life

„DIE GENIES DER LÜFTE“

Cover Genies der LüfteSie überqueren Kontinente, ohne nach dem Weg zu fragen. Sie erinnern sich an die Vergangenheit und planen für die Zukunft. Sie beherrschen die Grundprinzipien der Physik. Vögel sind erstaunlich intelligente Wesen. Wie zahlreiche neue Studien zeigen, stehen die kognitiven Fähigkeiten vieler Arten denen von Primaten in nichts nach. Jennifer Ackerman ist begeisterte Vogelbeobachterin und begibt sich auf Entdeckungsreise zu den Genies der Lüfte. Sie verbindet in ihrem Buch auf elegante Weise persönliche Anekdoten und Reisereportage mit neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen – nach der Lektüre sieht man die Wunder der Vogelwelt mit neuen Augen. Jennifer Ackerman: Genies der Lüfte. Die erstaunlichen Talente der Vögel. Rowohlt 2017. ISBN 978-3-498-00098-1. 24,95 Euro Jetzt kaufen bei Amazon

Tiefsee: Dahin gehen, wo noch niemand war

Prof. Dr. Antje Boetius ist Meeres- und Polarforscherin und Trägerin des Deutschen Umweltpreises 2018. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte sind Tiefseeökologie, Geomikrobiologie, Ozeanbeobachtung und marine Technologien.

Zur Person

Antje Boetius ist Professorin an der Universität Bremen und leitet seit 2017 das Alfred- Wegener-Institut/Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung als wissenschaftliche Direktorin. Fast 50 Mal war die Meeresbiologin schon auf Expedition. Für die Entdeckung methanverarbeitender Bakterien erhielt sie 2009 Deutschlands wichtigste wissenschaftliche Auszeichnung, den Leibniz- Preis. Sie beschäftigt sich viel mit Wissenschaftskommunikation und hat kürzlich den Communicator-Preis des Stifterverbandes bekommen. www.awi.de
Frau Prof. Boetius, Sie gehen dahin, wo noch nie jemand war: in die tiefsten Tiefen der Meere – was fasziniert Sie daran? Mich fasziniert wie wenig wir über diesen riesigen Lebensraum wissen, der so anders ist als unserer eigener an Land. Die Tiefsee ist im Durchschnitt 3800 Meter tief, permanent dunkel, keine pflanzliche Primärproduktion, Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, hoher Druck. Fast wie ein fremder Planet im Planeten Erde, voll unerforschter Vielfalt des Lebens und doch haben wir Menschen schon überall Spuren hinterlassen, leider vor allem der Vermüllung und Fischerei. Sie nutzen für Ihre Forschungen in der Tiefsee auch Unterwasserroboter – wie genau funktionieren die und was machen die? Die großen Tiefsee-Roboter, die wir benutzen, nennen wir ROV für Remotely Operated Vehicles“. Sie sind mit einem Glasfaserkabel mit dem Schiff verbunden und übertragen darüber direkt die Bilder vom Meeresgrund zu uns an Bord. Wir können mit dem Roboter direkt kommunizieren, über den Meeresboden fliegen und seine Arme steuern, um Proben zu nehmen. Im Grunde funktioniert der Roboter so, dass er alle unsere Sinne ersetzt. Neu ist, dass chemische Sensoren uns direkt Daten zum Beispiel über Sauerstoffgehalt schicken und dass wir mit akustischen Methoden den Meeresboden hochpräzise kartieren können. Viele sagen den Robotern gehört unsere Zukunft. Welche Aufgaben können diese Maschinen Ihrer Meinung nach übernehmen und welche nicht? Roboter werden die Wissenschaft vielfältig unterstützen können, nicht nur bei Routinemessungen, sondern auch in der Entdeckung unbekannter, ferner und extremer Lebensräume wie in der Tiefsee oder auf fremden Himmelskörpern. Schwierig ist heute für Roboter noch die Energieversorgung auf langen Distanzen und die Telekommunikation in extremen Lebensräumen. Zum Beispiel haben wir noch keine verlässlichen Roboter, die gut unter Eis tauchen und sich so orientieren können, dass sie wie eine Robbe wieder zum Wasserloch zwischen den sich bewegenden Eisschollen zurückfinden. Derzeit ist es noch sehr schwer mit Robotern im Schwarm zu arbeiten oder sie so zu programmieren, dass sie viele verschiedene Umweltsignale deuten können und darauf reagieren. Was ihnen natürlich grundsätzlich fehlt ist ein Bewusstsein mit emotionaler und sozialer Intelligenz und ein Wertegerüst. Woran forschen Sie aktuell und was sind Ihre nächsten Ziele? Im Moment und sicher noch für viele Jahre beschäftigen mich der Klimawandel und seine Wirkung auf die Ozeane und natürlich auf uns Menschen. Ich forsche viel in der Arktis und bin immer wieder erstaunt wie schnell sich der Ozean verändert durch den Rückgang des Meereises. Zudem interessiere ich mich für die unentdeckten Lebensräume und die Vielfalt in der Tiefsee. Es ist immer noch ungeklärt, wie in einem so energiearmen Lebensraum eine solche Vielfalt von Mikroorganismen und Tieren bestehen kann – bei so dünnen Populationen. Wir müssen die Verteilung und Funktion des Tiefseelebens besser verstehen, bevor wir mit der Nutzung von Tiefseeressourcen Schaden anrichten. Gibt es etwas, das Sie Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern, die in das Berufsleben einsteigen, mit auf den Weg geben würden? Worauf kommt es an in der modernen Arbeitswelt? Es kommt darauf an, zu wissen, welche Fähigkeiten man besitzt und wie man sie weiterentwickeln kann. Neugier auf die Welt ist eine Grundvoraussetzung wie auch der Wille zu lebenslangem Lernen. Es ist wichtig, mobil, flexibel und offen für Neues zu sein. Für mich galt immer der Leitsatz „Dem Zufall eine Chance geben“. Wichtig ist auch, ein Netzwerk auszubilden mit anderen Forschern und Menschen weltweit. Es gibt soviel von anderen zu lernen, und es sollte Freude machen, das eigene Wissen und die Ideen zu teilen.

karriereführer naturwissenschaften 2018.2019 – Forschung 4.0: Digital Denken

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Forschung 4.0: Digital Denken!

Experimente, die im Computer simuliert werden, Big-Data-Analysen, die Patientenbiografien als verästelte Bäume darstellen, neue Entwicklungen, die das Leben im Alter vereinfachen: Die Bezüge zwischen Forschung und neuer Technik werden immer direkter. Dabei ändert sich auch die Arbeit selbst. Forschung 4.0 nutzt die Digitalisierung, um sich konzentriert Menschen und Märkten zu widmen.

KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG

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Branche
Bauindustrie

Produkte/Dienstleistungen
Rohstoffgewinnung, Asphaltproduktion und Verkehrswegebau

Anzahl der Standorte
Ca. 70 Standorte deutschlandweit

Jahresumsatz
Rund 650 Mio. €

Anzahl der MitarbeiterInnen
Ca. 2.100

Bedarf an HochschulabsolventInnen
Ca. 20 – 25 pro Jahr

Gesuchte Fachrichtungen
Technische und wirtschaftswissenschaftliche Fachrichtungen wie beispielsweise Bauingenieurwesen und Wirtschaftsingenieurwesen. Idealerweise haben Sie Ihren Schwerpunkt im Studium auf den Bereich Verkehrswegebau oder Rohstoffgewinnung/-produktion gelegt.

Einsatzmöglichkeiten
Diverse technische und kaufmännische Tätigkeiten in unseren Baubetrieben, Asphaltsplitt-Werken, Steinbruch- und Transportbetrieben sowie der Verwaltung.

Einstiegsprogramme
Praktikum, Ausbildung, Duales Studium, Traineeprogramm und Direkteinstieg

Mögliche Einstiegstermine
Individuell nach Absprache

Einstiegsgehalt
Nach dem jeweils gültigen Tarifvertrag sowie je nach Einsatzbereich und je nach Tätigkeitsfeld zzgl. eines Dienstwagens (z.B. Bauleitung).

Angebote für StudentInnen
Praktika und Werkstudententätigkeiten

Logo KEMNA BAU

Ansprechpartner
Herr Simon Ahrens
Frau Lynn Hurt

Anschrift
Tondernstraße 70
25421 Pinneberg

Fon
04101 7005 75

E-Mail
bewerbung@kemna.de

Internet
www.kemna.de
www.karriere.kemna.de

Studienabbrecher nutzen neue Chancen

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Ein Studienabbruch ist kein Weltuntergang. Wer sich Gedanken darüber macht, warum das Studium nicht geklappt hat, und andere Ideen für seine berufliche Zukunft hat, wird seinen Weg gehen. Von Sabine Olschner

Was haben Steve Jobs, Reinhold Messner, Brad Pitt und Günther Jauch gemeinsam? Keiner von ihnen hat einen Studienabschluss in der Tasche, alle haben sie vorzeitig das Handtuch geworfen. Würde irgendjemand behaupten, die genannten Herren hätten im Leben nichts erreicht? Bestimmt nicht! Es kommt eben immer darauf an, was man aus seinen Erfahrungen macht und welche weiteren Schritte man nach dem Verlassen der Hochschule geht. Studienabbrecher sind jedenfalls keine Seltenheit: Fast ein Drittel aller Bachelorstudenten in Deutschland brechen vorzeitig das Studium ab, wie eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) zeigt.

Fragen zur Zukunft

Natürlich ist ein Studienabbruch keine schöne Sache für den Betroffenen: Mitunter kommen Zweifel an der eigenen Fähigkeit auf. Wut darüber, nach dem Schulabschluss den falschen Weg eingeschlagen zu haben. Und die Angst vor der Zukunft: Werde ich jemals einen guten Job finden? All diese Emotionen und Gedanken sind menschlich, keiner muss sich deswegen schämen. Wer mit dem Gedanken spielt, sein Studium aufzugeben, oder es bereits getan hat, sollte also erst einmal in sich gehen, um herauszufinden: Was will ich eigentlich wirklich machen? Welche meiner Interessen sind so stark, dass ich mich auch langfristig damit beschäftigen möchte? Und wo liegen meine Fähigkeiten, die mir im Job weiterhelfen können?

Motive für den Abbruch

Nicht immer ist es einfach, diese Fragen zu beantworten. Oft hilft es, Rat von verschiedenen Seiten einzuholen. Gespräche mit den unterschiedlichsten Personen führen häufig zu Ideen, auf die man allein vielleicht gar nicht gekommen wäre. Auch die Analyse, was denn letztlich zum Studienabbruch geführt hat, ist wichtig für die weiteren Schritte: Waren es finanzielle oder Leistungsprobleme? Fehlte es an der Motivation? Stimmten die Studienbedingungen nicht? Oder ist es einfach die Erkenntnis, dass ein Studium oder zumindest das gewählte Fach einfach nicht die richtige Entscheidung war? Wie auch immer die Gründe lauten: Ein Studienabbruch ist nicht das Ende des Lebens (auch wenn es einem in diesem Augenblick vielleicht so vorkommt). Es gibt zahlreiche Alternativen ((Link auf nächsten Beitrag)), beruflich erfolgreich seinen Weg zu gehen. Und wer weiß: Am Ende wird aus dem Studienabbrecher vielleicht sogar eine weitere berühmte Persönlichkeit. Vorbilder gibt es dafür ja viele …

Alternativen für Studienabbrecher

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Wer ein Studium nicht zum Ende bringt, braucht einen Plan B. Und davon gibt es viele. Welche alternativen Wege können Studienabbrecher einschlagen? Von Sabine Olschner

Je nachdem, was die Gründe für den Studienabbruch waren, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, seine beruflichen Möglichkeiten für die Zukunft auszuloten.

Waren die Studieninhalte zu schwer?

Wer sich mit seinem Fach schwergetan hat und vielleicht sogar eine Klausur nach der anderen nicht bestanden hat, kann überlegen, ein anderes Studienfach zu wählen. Damit sich das nicht auch wieder als Sackgasse entpuppt, empfiehlt es sich, vorab eine Studienberatung aufzusuchen. Vielleicht ist es sogar möglich, mit anderen Studierenden des gewünschten Faches zu sprechen oder eine Vorlesung zu besuchen, um ein Gefühl für das neue Studienfach zu bekommen.

Waren die Studieninhalte zu theoretisch?

Manch ein Student stellt während des Studiums fest: Das alles ist zu theoretisch und hat wenig mit dem angestrebten Wunschberuf zu tun. Eine Lösung: Für viele Fächer gibt es neben den Universitätsstudiengängen auch Angebote von Fachhochschulen. Diese sind meist beruflich orientiert und entsprechen den Neigungen von praktisch veranlagten Menschen eher als ein theoretisches Universitätsstudium. Eine Alternative ist ein duales Studium: Einsätze im Ausbildungsunternehmen wechseln sich mit Studienphasen ab, das Erlernte kann sofort in die Praxis umgesetzt werden. Und am Ende hat man nicht nur einen Bachelor, sondern auch eine abgeschlossene Ausbildung in der Tasche.

Ist Studieren einfach nicht das Richtige?

Man muss heutzutage nicht studieren, um im Beruf erfolgreich zu sein. Zahlreiche anspruchsvolle Ausbildungen – eventuell mit Weiterbildungen im Anschluss – führen ebenfalls zum Ziel. Manche Ausbildungen, beispielsweise zum Handelsfachwirt, zum Finanzassistenten oder zum Betriebswirt Verkehr/Logistik, sind explizit für Abiturienten reserviert (eine Übersicht zu den Sonderausbildungen für Abiturienten gibt es hier ((https://www.azubiyo.de/media/4235/azubiyo_abiturientenausbildungen.pdf)). Wer sich nach dem Abitur zudem ein paar Semester lang Kenntnisse in seinem Fachgebiet angeeignet hat, wird von den Ausbildungsunternehmen oft mit Kusshand genommen. Da Auszubildende in vielen Berufen mittlerweile rar sind, bieten manche Unternehmen Studienabbrechern sogar verkürzte Ausbildungen an. Wo andere bis zu drei Jahre lernen, ist der ehemalige Student im besten Fall und je nach Leistungsstand teilweise schon nach 18 Monaten fertig. Informationen zu den verkürzten Ausbildungen halten zum Beispiel die regionalen Handwerkskammern bereit. Informativ ist auch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt JOBSTARTER plus ((https://www.jobstarter.de/)).

Besteht Interesse, sein eigenes Ding zu machen?

Ohne den Abschluss von einer Hochschule oder aus einer Ausbildung ist es schwer, auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden. Noch immer setzen Unternehmen vorrangig auf qualifizierte Mitarbeiter, die sich das notwendige Wissen in Theorie und/oder Praxis angeeignet haben. Wer jedoch weder auf ein Studium noch auf eine Ausbildung Lust verspürt, kann versuchen, sich mit einer guten Geschäftsidee selbstständig zu machen. Hier fragt in der Regel keiner nach einem Abschluss – stattdessen ist Fachexpertise gefragt, wie auch immer man sich diese angeeignet hat. Vor dem Schritt in die Selbstständigkeit ist es jedoch ratsam, sich gut beraten zu lassen: Wie hoch ist der Finanzbedarf für die Umsetzung meiner Geschäftsidee? Welche Qualifikationen brauche ich dafür? Wo kann ich mir diese aneignen (zum Beispiel in Weiterbildungen oder Zertifikatskursen)? Welche persönlichen Voraussetzungen sollten Selbstständige mitbringen?

Ist völlig unklar, wie es weitergehen soll?

Wer noch gar nicht weiß, was er nach dem Studienabbruch nun eigentlich will, sollte sich vielleicht erst einmal eine Auszeit nehmen. Wie wäre es mit Work & Travel, also Reisen und Arbeiten in Kombination? Ein Perspektivwechsel kann Klarheit für die berufliche Zukunft bringen. Mit einer Sprachreise eignet man sich gleichzeitig sinnvolle Qualifikationen für den späteren Beruf an – Sprachkenntnisse sind in vielen Jobs gefragt. Ein längeres Praktikum in einem Betrieb oder auch mehrere Praktika bringen oft gute Ideen und Erkenntnisse. Auch ein Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) oder ein Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) kann die Augen für die eigenen Interessen öffnen. Freiwilligendienste gibt es auch mit anderen Schwerpunkten: als FSJ Kultur, FSJ Politik und FSJ Schule. Selbst eine längere Reise, auf der man viele Menschen kennenlernt, ist eine gute Gelegenheit, den Kopf für neue Ideen freizubekommen.

Buchtipp

Cover Wie Jetzt?! »Fünf Fragen reichen aus, um gut durchs Leben zu kommen.« Mit dieser Botschaft verabschiedete James E. Ryan seine Studenten aus Harvard – und inspirierte Millionen von Menschen, die seine Rede im Internet angeschaut haben. Anhand privater Erlebnisse und beruflicher Erfolge entfaltet Ryan die Wirkungsmacht einfacher Fragen wie »Wie jetzt?!«, »Mich wundert, warum …«, »Könnten wir zumindest …?«, »Wie kann ich helfen?« und »Was zählt wirklich?«. Diese fünf einfachen Frageformen helfen, das Wesentliche immer im Auge zu behalten, Diskussionen zu öffnen und Veränderungen auf den Weg zu bringen. Verblüffend, authentisch und berührend ermutigt Ryan in diesem Buch dazu, Fragen wie Schlüssel zu gebrauchen, um persönliche Ziele zu erreichen und die eigenen Ideale zu verwirklichen. James E. Ryan, Wie jetzt?!: Und andere entscheidende Fragen des Lebens, Beltz 2018, ISBN: 978-3407865076, 14,96 Euro. Jetzt kaufenJetzt kaufen bei Amazon

Finanzielle Fallstricke für Studienabbrecher

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Abgesehen von den persönlichen Fragen, wie es nach dem Studienabbruch weitergehen soll, gibt es auch eine Reihe von ganz praktischen Überlegungen, die bedacht werden sollten. Von Sabine Olschner

Was passiert bei Studienabbruch mit dem BAföG ?

In der Regel verfällt mit dem Abbruch des Studiums der Anspruch auf die staatliche Ausbildungsunterstützung. Die Rückzahlung des BAföG beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer. Bei geringem Einkommen kann man von der Rückzahlung auf Antrag jeweils für ein Jahr zurückgestellt werden. Zurückgezahlt wird die Hälfte des gezahlten BAföG. Ein Wechsel der Hochschule oder des Studiengangs sollte vor Beginn des vierten Fachsemesters stattfinden und muss begründet werden, um weiterhin BAföG-Zahlungen zu erhalten. Im Zweifelsfall sollte man sich rechtzeitig bei der BAföG-Stelle bzw. beim Sozialamt informieren.

Was passiert bei Studienabbruch mit dem Kindergeld?

Ein Studienabbruch muss der Kindergeldstelle gemeldet werden. Wer unter 25 Jahre alt ist und eine andere Ausbildung macht, hat weiterhin Anspruch auf Kindergeld. Vergehen zwischen Studienabbruch und Ausbildung weniger als vier Monate, gibt es auch für diese Übergangszeit Kindergeld.

Was passiert bei Studienabbruch mit der Krankenversicherung ?

Bei einem Studienabbruch muss die Krankenversicherung informiert werden, und der Student verliert die gesetzliche Versicherungspflicht. Wer bis zur Exmatrikulation über die gesetzliche Familienversicherung oder als Studierender versichert war, bei dem wird die gesetzliche Krankenversicherung automatisch als freiwillige gesetzliche Versicherung fortgesetzt. Wer ein neues Studium anschließt, ist weiterhin versicherungspflichtig oder familienversichert. Bei einer Ausbildung oder der Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit läuft die Versicherung über den Arbeitgeber. Wer ALG II („Hartz IV“) beantragt und erhält, ist über das Jobcenter versichert. Unter 23-Jährige, die nicht erwerbstätig sind, bleiben in der gesetzlichen Familienversicherung.

karriereführer digital 2018.2019 – Zeit der kreativen Technologen

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Cover digital 2018-2019-170

Konfiguratoren der Zukunft gesucht!

Wie programmiert man eine superintelligente Maschine? Neben IT-Know-how kommt es darauf an, ihr zu vermitteln, was sie tun soll – und was auf keinen Fall. Dabei geht es auch um Werte und ethische Fragen, um Kreativität und Improvisation. Gesucht werden daher Menschen, die der Maschine wirklich nahekommen, sie formen und die Basis ihres Tuns legen. Alleine schon, um böse Überraschungen zu verhindern.