Klassische Kontaktwege

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„Jung – erfolgreich – entlassen“ titelte der Spiegel im August 2002. „Die Arbeitslosigkeit erreicht den Mittelstand und damit auch die Hochschulabsolventen.“ In der derzeitigen Krise erinnern sich viele Bewerber an alte Tugenden: Saubere schriftliche Bewerbungsmappen kommen wieder in Mode. Bei der Bewerbungsstrategie sollten Hochschulabsolventen genau überdenken, wie und auf welchem Weg sie den künftigen Chef ansprechen. Form und Art der Zustellung einer Bewerbung spielen eine große Rolle und müssen auf die Erwartungen des neuen Arbeitgebers abgestimmt sein. Der wohl einfachste Weg, einen ersten Eindruck beim neuen Arbeitgeber zu hinterlassen, ist die Karrieremesse. Zahlreiche Veranstalter haben sich etabliert und praxiserprobte Konzepte entwickelt, um den „Matching-Prozess“ zwischen Unternehmen und Arbeitsuchenden zu begleiten. Bei den Messen der IQB Career Services AG – zum Beispiel auf der JOBcon – wird die reale Begegnung durch ein Online-Tool begleitet. Hier wird das Internet ergänzend eingesetzt und dient der Vorabinformation über „Hard-Facts“ des Bewerbers sowie der Koordination von Terminen mit Unternehmensvertretern. Wer sich Zeit und Enttäuschungen ersparen will, bereitet sich auf den Messetag und auf die vereinbarten Termine intensiv vor. Zu einem gepflegten Äußeren (business like!) gehört eine optimierte Bewerbermappe: Lebenslauf, ein professionell gefertigtes Bild und Zeugniskopien sollten perfekt gestaltet und formvollendet präsentiert werden. Keine Stromlinienform Es lohnt sich, Zeit und Energie in die Bewerbungsmappe zu stecken. Oft werden hier ärgerliche Fehler gemacht. Neben dem Ausbildungsweg und ersten beruflichen Stationen – zum Beispiel als Tutor oder wissenschaftlicher Mitarbeiter – gehören in den Lebenslauf auch Praktika und Auslandsaufenthalte. Ebenso wichtig ist es für Personaler, sich einen Eindruck von der Persönlichkeit zu machen. Gute Zeugnisse haben viele. Personaler beachten daher immer, ob sie es mit einem stromlinienförmigen „Streber“ oder mit einer Person zu tun haben, die sich auch für Interessen und Belange des Gemeinwohls einsetzt. Es empfiehlt sich deshalb, den Lebenslauf um ein Kapitel „Ehrenamtliches Engagement“ zu ergänzen: Mitarbeit in Hochschulgremien gehört genauso dazu wie Engagements im Sportverein oder in einer Kirchengemeinde. Der künftige Chef unterstellt durch solche Angaben, dass ein Bewerber seine Persönlichkeit gebildet hat, sich im Team bewähren und für die übergeordneten Ziele eines Unternehmens arbeiten wird. Wer eine musische Ader hat, sollte auch dies erwähnen. Es reicht, wenn man in seinem Lebenslauf am Ende unter der Rubrik „Sonstige Kenntnisse“ seine musikalischen Talente aufnimmt. Hier sollten auch die Sprach- und EDV-Zertifikate stichwortartig aufgeführt werden. A-B-C-Stapel Die Bewerbermappe ist die Grundlage für einen nachhaltigen Eindruck. Deshalb sollten Bewerber auch die Herrschaft über die Präsentation ihrer Mappe behalten. Bei einer Online-Bewerbung ist zu bedenken, dass die Formatierung auf einem fremden Computer und Drucker anders ausfallen kann. Wer seltene Schriftarten verwendet, läuft selbst bei einem pdf-File Gefahr, dass der verwendete Schrifttyp beim Empfänger nicht installiert und das Dokument nicht darstellbar ist. Außerdem ist die Verbindlichkeit einer Online-Bewerbung vergleichsweise geringer als bei einer per Snail-Mail versandten Bewerbung. Und es muss berücksichtigt werden, dass die meisten Unternehmen ihre internen Arbeitsabläufe nicht geändert haben, nur weil sie im Internet Stellenausschreibungen veröffentlichen und E-Mails empfangen können. Als Faustregel empfiehlt es sich, den vom Unternehmen angegebenen Weg zur Kontaktaufnahme zu beschreiten. Ein Mittelständler, der eine klassische Printanzeige schaltet, erwartet eine schriftliche Bewerbungsmappe per Post – nach allen Regeln der Kunst. Wo keine explizite Aufforderung zur Online-Bewerbung steht, sollte ebenfalls eine schriftliche Bewerbung erfolgen, selbst wenn die Anzeige online veröffentlicht wurde. Nur wenige Großkonzerne bilden ihre Recruitingprozesse in einem Online-Tool ab, mit dem die Behandlung von Online-Bewerbungen geregelt ist. Gerade mittelständische Unternehmen arbeiten weiterhin mit Bewerbermappen, die sie auf A-, B- oder C-Stapeln verteilen. Fazit: Die Regeln der Old Economy sind im Bewerbungsverfahren uneingeschränkt gültig. Web:

Think positiv!

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Wer andere von sich überzeugen will, sollte selbst wissen, mit welchen Pfunden er wuchern kann. Also welche Kompetenzen wurden während des Studiums und in Praktika aufgebaut? Welche Fähigkeiten und Stärken kennzeichnen die eigene Person? Offensichtlich provoziert eine schlechte wirtschaftliche Lage der Unternehmen einen engen Stellenmarkt. Wer sich dennoch einen der begehrten Jobs sichern will, sollte sich gut auf den Berufseinstieg vorbereiten. Das Wichtigste dabei ist, frühzeitig das eigene Kompetenzprofil zu schärfen und die Marktkriterien im Auge zu behalten. Persönliche Marketingstrategien Nun gilt es, dieses Kompetenzprofil in ein maximal einseitiges Anschreiben und einen circa zweiseitigen Lebenslauf zu transformieren. Das individuelle(!) Anschreiben sollte den Bewerbungsgrund, den persönlichen Background und den Nutzen für das Unternehmen nennen – prägnant, aber höflich formuliert. Auch der Lebenslauf sollte eine klare Struktur aufweisen. Neben den wichtigen Daten aus dem Leben des Bewerbers gehören stichwortartige Informationen aus den beigelegten Bescheinigungen dazu, etwa eine Endnote aus dem Zeugnis oder Hauptinhalte eines Praktikums. Es lohnt sich immer, die Unterlagen auch von fachfremden Freunden checken zu lassen, ob wirklich alles übersichtlich, prägnant und nachvollziehbar zu Papier gebracht ist. Zeit der Geduld Sind Unterlagen eingereicht, ist die Zeit des Wartens gekommen. Die Personalauswahl ist ein Prozess und kann drei bis sechs Monate dauern. Also nicht entmutigen lassen, wenn ein Unternehmen nicht gleich antwortet. Damit keine wertvolle Zeit verloren geht, sollten frühzeitig Informationen eingeholt und der Stellenmarkt geprüft werden. (Karriere)- Messen etwa bieten sich an, um erste Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen, aber auch, um mehr über potenzielle Arbeitgeber zu erfahren. Der persönliche Eindruck Die Unterlagen haben überzeugt, nun steht die nächste Auswahlstufe an – ein Telefoninterview. Die Personaler gehen dabei gern auf so genannte Hard und Soft Skills ein, die nicht aus den Unterlagen hervorgehen. Gern werden zum Beispiel im Lebenslauf erwähnte Sprachkenntnisse hinterfragt. Nun steht ein Assessment Center (AC) oder ein Vorstellungsgespräch an. Vorbereitung ist auch hier oberste Devise, denn jedes Argument, jede Aussage sollte gut sitzen. Dabei sollte man sich nicht unter Wert verkaufenEhrlichkeit währt auch in Vorstellungsgesprächen am längsten. Die Nacharbeit Es lohnt sich, das Gespräch im Nachhinein zu reflektieren. Wie war die Atmosphäre? Welchen Eindruck machte das Gegenüber? Ist es vorstellbar, in diesem Unternehmen mit diesen Personen zu arbeiten? Ehrliche Antworten beugen späteren Frust vor. Auch aus missglückten Bewerbungen kann man lernen, erst recht aus einem konstruktivem Feedback. Oftmals erhält es wertvolle Informationen, mit denen der Erfolg der nächsten Bewerbung erhöht wird.
Autorin: Juliane Grauer Lufthansa HR-Beraterin Juliane GrauerDie Human Resource-Beraterin der Lufthansa School of Business studierte an den Universitäten Würzbug und Cardiff Arbeits- und Organisationspsychologie. Sie konzipiert und implementiert für School of Business-Kunden Personalauswahl- und Personalentwicklungssysteme, Assessment Center als Gruppen- und Einzelveranstaltung zur Personalauswahl und –entwicklung und begleitet Organisationsveränderungen.

Bewerbung im Biotech-Bereich: Fit for Success

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Auf die Vorbereitung der Bewerbungsphase sollte auch im Bereich Biotechnologie nicht verzichtet werden. Dr. Carmen Zirngibl verrät erfolgversprechende Tipps und Tricks, die nicht nur für Berufseinsteiger im Biotech-Sektor Gültigkeit haben. Die technischen Entwicklungen und der Aufschwung der Biotechnologie-Industrie haben in den vergangenen Jahren zur Generierung zahlreicher neuer Arbeitsplätze geführt. Dabei haben sich die Möglichkeiten und Jobinhalte für Naturwissenschaftler stark verändert und vervielfältigt. Daher ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit diesem Thema wichtig für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Mit dem persönlichen Bewerbungs-USP auf Erfolgskurs gehen Mit der Unique Selling Proposition (USP) bezeichnet man das Einzigartige, das Besondere eines Produkts, das sich von allen anderen positiv abhebt. Das Produkt sind Sie selbst, mit Ihren persönlichen und fachlichen Qualifikationen. Um aufzufallen, ist es notwendig, dass Sie die einzigartigen Möglichkeiten Ihres Produktes kennen. Nur wenn Sie Ihr USP kennen, wenn Sie wissen, was Sie von anderen unterscheidet, was Ihr potentieller Arbeitgeber davon hat, wenn er genau Sie einstellt, können Sie auch ihr Selbstmarketing danach ausrichten. Um dies herauszufinden ist es wichtig, folgende Fragen ernsthaft und ehrlich zu beantworten: Welcher Persönlichkeitstyp bin ich und welche Qualifikationen bringe ich mit? Hier geht es nicht darum möglichst gut abzuschneiden, sondern es geht darum, dass Ihnen Ihre persönlichen Stärken, aber auch die Defizite bewusst werden. Das Wissen um Ihre eigene Persönlichkeit stärkt Ihr Selbstbewusstsein, lässt Sie Kompetenz ausstrahlen und verbessert deutlich Ihre Position in der Bewerbungssituation. Zu der optimalen Vermarktung Ihrer fachlichen und persönlichen Qualitäten müssen Sie sich mit Ihrer bisherigen beruflichen Entwicklung, Ihren Erfahrungen und mit der Frage, was Sie sich zutrauen, auseinander setzen. Die intensive Reflexion dieser Fragen wird Ihnen ermöglichen, sich Ihrer persönlichen USP bewusst zu werden. Welche Ziele verfolge ich? Das größte Manko vieler Absolventen schon bei der schriftlichen Bewerbung ist, dass sie keine konkreten Zielvorstellungen haben und dass sie dadurch ihre Motive nicht überzeugend darstellen können. Unbewusst erwarten sie, dass die potentiellen Arbeitgeber sich die Zeit und Mühe machen, ihren schwammigen Aussagen konkrete Zielvorstellungen zuzuordnen. Damit manövrieren sie sich jedoch oft ins Abseits, da Personalentscheider erwarten, vom Bewerber überzeugt zu werden. Nur wenn Sie ihre Kompetenzen und Ziele kennen, können Sie diese überzeugend kommunizieren. Bei der Zieldefinition stehen folgende Aspekte im Mittelpunkt: Was will ich mit meinen fachlichen und persönlichen Qualifikationen machen? Was will ich beruflich erreichen? Wie sieht der Arbeitsmarkt aus? Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Arbeitsmarktanalyse. Es ist nie zu früh für den Beginn der Marktrecherchen. Damit erhalten Sie einen Gesamtüberblick und erkennen bestimmte Tendenzen innerhalb dieses Marktes. Die Fragestellung lautet: Wo gibt es welche Unternehmen, was machen sie? Wie sehen Jobinhalte aus? Welche Jobinhalte würde ich mir zutrauen, würden mir Spaß machen? Der dadurch gewonnene Überblick wird Ihnen dann auch im Vorstellungsgespräch von immensem Vorteil sein, denn Sie können kompetent „mitreden“. Die Marktrecherche eröffnet Ihnen die Möglichkeit sich ganz gezielt zu bewerben. Die Erfahrung zeigt, dass nicht die Menge an Bewerbungen, die verschickt werden den Erfolg bringt, sondern die spezifische, zielorientierte Bewerbung. Das Vorstellungsgespräch Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch haben Sie die größte Hürde bereits geschafft. Jetzt kommt es darauf an, sich überzeugend und selbstbewusst zu präsentieren, dabei aber die eigene Natürlichkeit nicht zu verlieren. Auch hier ist eine gute Vorbereitung vonnöten, die Zeit, die Sie investieren ist eine Investition in Ihre Zukunft. Recherchieren Sie über das Unternehmen und über die Position und planen Sie auch Details wie die Anreise sehr genau. Trainieren Sie Antworten auf Fragen, die immer gestellt werden und die aufgrund Ihres Lebenslaufes auftauchen werden. Je mehr Sie wissen, je besser Sie vorbereitet sind, desto souveräner werden Sie sich präsentieren, und um so mehr Freude und Motivation werden Sie ausstrahlen. Diese Kombination aus Selbstbewusstsein und Motivation lässt Sie zwangsläufig sympathisch und damit kompetent wirken, und dessen wird sich Ihr Gesprächspartner nicht entziehen können. Die Entscheidungen von Arbeitgebern sind bis zu 80 Prozent von ihrer Persönlichkeit und ihrer Motivation abhängig. Wenn dann noch die fachlichen Eckdaten zum Profil passen, steht dem Vertrag nichts mehr im Wege.
Zur Autorin: Dr. Carmen Zirngibl Dr. Carmen Zirngibl
      • Jahrgang 1964
      • Diplom-Biologin
      • Studium der Biologie – Diplom an den Universitäten Regensburg und Marburg
      • Promotion in Mikrobiologie bei Professor Thauer in Marburg
      • 1 Jahr Postdoc an der University Oxford, UK
      • 3 Jahre Personalberatung (Ray & Berndtson in Frankfurt, Dr. Rochus Mummert Partner in Düsseldorf)

Jobware Personalberatung: Erstklassige Chancen

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Das Karriere-Portal Jobware bietet Stellensuchenden mit seiner Personalberatung einen erstklassigen Service. Bewerber und Unternehmen werden von den Jobware-Beratern zusammengeführt. Nach einer aussagekräftigen Online-Bewerbung im Jobware Kandidatennetzwerk werden Kandidaten bei guter Eignung in laufende Stellenbesetzungen einbezogen. Wünsche und Qualifikationen werden mit den Anforderungsprofilen von Unternehmen abgeglichen. Das Kandidatenprofil ist für die Berater jederzeit verfügbar. So stehen Bewerber auch über längere Zeit direkt im Fokus interessanter Stellenausschreibungen. Chancen auch für Absolventen und Young Professionals Die Jobware Personalberatung richtet sich sowohl an wechselwillige Fach- und Führungskräfte als auch an qualifizierte Berufseinsteiger und Absolventen. Neben der Initiativbewerbung im Kandidatennetzwerk und der Bewerbung auf einzelne Stellenanzeigen eröffnet sich hier für High Potentials eine attraktive Einstiegschance in die Karriere. Die besten Chancen haben
  • Ingenieure und Techniker
  • IT-Spezialisten
  • Wirtschaftswissenschaftler
  • Naturwissenschaftler
mit erfolgreich abgeschlossenem Studium oder einer guten Ausbildung sowie nachweisbaren beruflichen Erfolgen. Freiberufler, Selbstständige oder Teilzeitkräfte können leider nicht unterstützt werden. Keine Kosten für Jobsuchende Für die Stellensuchenden sind alle Leistungen der Jobware Personalberatung kostenlos. Das Honorar für Vermittlungen übernehmen die einstellenden Unternehmen. Einfacher Ablauf und Diskretion Stellensuchende melden sich online unter www.jobware.de/kandidatennetzwerk im Kandidatennetzwerk an. Dort werden Standardangaben zur Person, ein Anschreiben sowie ein Lebenslauf benötigt. So erhalten die Berater vorab einen Überblick über das Personalprofil der Kandidaten. Persönliche Daten im Jobware-Kandidatennetzwerk werden absolut diskret behandelt. Diese sind ausschließlich den Beratern von Jobware zugänglich. Qualifiziertes Matching für Kandidaten und Unternehmen Anschließend prüfen die Berater, zu welchen aktuellen Suchaufträgen der Unternehmen die jeweiligen Kandidaten passen und organisieren den Kontakt. Dank langjähriger Beratungstätigkeit und der Spezialisierung auf bestimmte Branchen verfügen die Personalberater über gute Kontakte in zahlreichen Wirtschafts- und Industriezweigen. Bevor die Bewerbungsunterlagen im Rahmen eines Mandats an eine Firma übermittelt werden, führen die Berater ein ausführliches Interview mit den Bewerbern durch und holen die ausdrückliche Zustimmung der Kandidaten ein. Die Weiterleitung erfolgt dann mit einer Empfehlung von Jobware. Jobware Personalberatung

Agieren statt Reagieren

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Hochschulabschluss und praktische Erfahrungen. Glänzende Zeugnisse. Fremdsprachenkenntnisse. – Trotzdem kein Job? Oft fehlt es an der richtigen Strategie. Der FH-Dozent und Arbeitsberater Walter Bens empfiehlt unter anderem die Zielgruppenkurzbewerbung.
Autor: Walter Bens arbeitete mehrere Jahre als Arbeitsvermittler und -berater und lehrt nun an der Fachhochschule der Bundesanstalt für Arbeit in Mannheim die Fächer Arbeitsvermittlung und -beratung. Seit 15 Jahren beschäftigt er sich mit Alternativen zur öffentlichen Arbeitsvermittlung, insbesondere mit Selbstvermarktung.
„Ihre Strategie ist falsch.“ So lautet die Erkenntnis von Wolfgang Mewes, der in Deutschland mit großem Erfolg die Engpasskonzentrierte Strategie (EKS) eingeführt und damit für Bewerber Marktnischen im wirtschaftlichen Bereich entwickelt hat. Noch immer gehen Arbeitnehmer als Bittsteller auf Arbeitgeber zu, indem sie vornehmlich passiv auf Inserate (Printmedien und Internet) oder Angebote über das Arbeitsamt reagieren, statt sich als „Ichfirma“ zu begreifen und ihre Arbeitskraft aktiv einer Zielgruppe anzubieten. Wenn denn Initiativbewerbungen geschrieben werden, richten sie sich vornehmlich an bekannte Großfirmen. Die Zielgruppenkurzbewerbung Jörg B., 26-jähriger Absolvent eines BWL-Studiums mit Vertiefungsrichtung Controlling, bewarb sich innerhalb eines Jahres rund 100 mal auf Stellenausschreibungen. Freilich nutzten auch andere Bewerber diese Quellen. Jörg B. war nur ein Mitstreiter unter vielen, seine Bewerbung eine unter Hunderten. Der gewünschte Erfolg blieb aus. Vielversprechender ist dagegen die Zielgruppenkurzbewerbung (ZKB). Sie setzt eine klare Festlegung der Zielposition (Job) und der (regionalen) Zielgruppe (Branche) voraus. Da sie weder umfangreich noch aufwendig ist, kann sie in großer Anzahl breit gestreut werden. Diese Bewerbung besteht aus zwei Seiten, dem Anschreiben und dem „Beruflichen Kurzprofil“. Foto und Zeugnisse werden nicht beigefügt. Das Anschreiben enthält statt der Betreffzeile „Bewerbung als …“ eine bis zu vierzeilige Headline. Hier bietet der Bewerber seine Stärken und Erfahrungen aktiv an, im zweiten Teil die Mitarbeit in definierten Funktionen oder Bereichen. Der Abschlusssatz weist darauf hin, bei Interesse eine komplette Bewerbungsmappe an zu fordern oder direkt zu einem Vorstellungsgespräch ein zu laden. Technik des beruflichen Querdenkens Die häufigste Ursache für den Misserfolg von Bewerbungen liegt in der linearen Denkweise der Bewerber. Der Diplom-Ingenieur Maschinenbau, der sich ausschließlich in den klassischen Branchen, wie Anlagen- und Maschinenbau, bewirbt, lässt viele Chancen aus. In produzierenden Unternehmen (Chemie, Kunststoffverarbeitung, Elektronik usw.) sind für die Projektierung, Planung und Produktion mehr Maschinenbau-Ingenieure im Einsatz als in den klassischen Bereichen. Ebenso kann der Konstrukteur für Flaschenabfüllanlagen mit langjähriger Berufserfahrung sowohl bei bisherigen Kunden (Brauereien zum Beispiel) als auch in Unternehmensberatungen, Ingenieurbüros und einschlägigen Softwarefirmen berufliche Alternativen finden. Differenzeignung Auf den Unterschied kommt es an. Besonders wichtig ist es daher, die Differenzeignung gegenüber den möglichen Mitbewerbern heraus zu arbeiten. Gerade Hochschulabsolventen können sich auf Grund von Vertiefungsrichtung, Studien- und Diplomarbeit, Praktika, Fremdsprachen und so weiter positiv abgrenzen. In Zeiten fortschreitender Globalisierung können auch soziale und regionale Aspekte vorteilhaft sein. Die Maschinenbau-Ingenieurin mit Herkunft, Studium und ersten Berufserfahrungen in einem GUS-Staat wird diese Merkmale für eine Vertriebsposition in einem international tätigen Unternehmen sicherlich vorteilhaft einsetzen können. Kombination von Studium und beruflichen Kenntnissen Wer vor dem Studienbeginn bereits eine betriebliche Berufsausbildung abgeschlossen hat, sollte dies unbedingt erwähnen. In der Kombination lassen sich deutlich interessantere und besser bezahlte Aufgaben finden (zum Beispiel in Einkauf, Vertrieb oder Planung). Gleiches gilt für die Kopplung von dualem Berufsabschluss und Studienabschluss. Der gelernte Koch mit abgeschlossenem BWL-Studium, der sich bei Herstellern von Konsum- oder Investitionsgütern für die Gastronomie und Hotellerie bewirbt, kann seine erworbene Branchenkenntnis unmittelbar zum Einsatz bringen. Eine Chance für den Hochschulabbrecher Ein Studienabbruch muss kein Stolperstein auf dem Karriereweg sein. Das Vordiplom in der Tasche, können auch berufsrelevante Studienschwerpunkte in Kombination mit Zusatzqualifkationen zum Erfolg führen. Thomas S. studierte Amerikanistik und erkannte nach dem Vordiplom die geringe Praxisrelevanz der Studieninhalte. Er belegte einen vom Arbeitsamt finanzierten EDV-Kurs. Die erfolgreiche Teilnahme und seine hervorragenden Englischkenntnisse bescherten ihm schließlich die Position eines Supporters in einer amerikanischen Großbank. Künftiger Einsatz als Trainer im europäischen Raum nicht ausgeschlossen… Linktipps

Bewerbung in der Krise

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Steht es schlecht um die Wirtschaft, nehmen auch die Karrierechancen ab. Eines steht fest: Derzeit ist manche mühsam zusammengestellte Bewerbungsmappe Zeitverschwendung, denn bei vielen Unternehmen steht Stellenabbau statt Neubesetzung im Mittelpunkt der Personalpolitik. Die geringe Zahl an Stellenausschreibungen verzerrt aber die Wirklichkeit, denn offene Stellen gibt es weiterhin: Um sie zu bekommen müssen Bewerber allerdings umdenken und sich ein Stück weit in die Person des Arbeitgebers hinein versetzen. Unternehmen wollen auf „Nummer sicher“ gehen Es kann bei jedem Bewerbungsverfahren passieren, dass der falsche Mann oder die falsche Frau eingestellt wird. Wer sich gut darstellen kann, ist nicht notwendigerweise der Richtige. In Krisenzeiten wirken sich diese Fehler besonders drastisch aus, da die Personaldecke dünn ist. Werden Aufgaben nicht oder falsch bearbeitet, wirkt sich das auf die Effizienz des Unternehmens aus, welches möglicherweise ohnehin an der Krise leidet. Das geringste Risiko bei der Personalauswahl gehen Unternehmen dann ein, wenn Sie die offenen Stellen intern besetzen, und zwar mit Leuten, die sie bereits kennen oder die ihnen von Dritten empfohlen werden. Lösungsansatz 1: Zeitarbeit Was ist nun zu tun? Es gilt: Wer sich nicht beweisen darf, kann auch nichts erreichen. Den Kopf in den Sand stecken sollte aber niemand, denn die Möglichkeit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen hat beispielsweise derjenige, der bei der Zeitarbeit beginnt. Vorteile:
  • Arbeitsplatz (wenn auch i. d. R. eher schlecht bezahlt)
  • Zugang zu Führungspersonen, die Personalentscheidungen anstoßen können.
Lösungsansatz 2: Praktika und Nebenjobs Praktika und Nebenjobs sind für diejenigen Bewerber das richtige, die wissen was sie wollen. Denn bei der Zeitarbeit ist es nur begrenzt möglich sich einen Arbeitsplatz auszusuchen. Der Einsatzort ergibt sich aus den Qualifikationen der Jobsuchenden und den Vereinbarungen mit den Kunden der Personaldienstleister. Da Praktikanten und „Jobber“, also z. B. geringfügig Beschäftigte (325-Euro-Jobs) und Werksstudenten preiswert oder umsonst arbeiten, sind sie in der Regel überall willkommen. Im Falle eines unbezahlten Praktikums von bis zu drei Monaten setzen die Arbeitsämter die Zahlung des Arbeitslosengelds bei arbeitslosen Stellensuchenden fort. Dies muss jedoch mit dem zuständigen Arbeitsberater im Arbeitsamt abgestimmt werden. Deklariert als „Trainingsmaßnahme bei einem potenziellen Arbeitgeber“ ist die Genehmigung aber wahrscheinlich. Die Vorteile liegen auch hier auf der Hand:
  • Jobsucher kann Praxiserfahrungen sammeln (wohlgemerkt nur dann, wenn ihm dazu seitens des Unternehmens Gelegenheit gegeben wird)
  • Arbeitgeber kann sich preiswert oder kostenlos einen Eindruck verschaffen
Neben den persönlichen Erfahrungen, die der Jobsucher während des Praktikums sammelt, verschafft er sich auch eine bessere Ausgangslage für künftige Bewerbungen, denn letztlich ist der Eintrag „Praktikum“ im Lebenslauf eine elegantere Verlegenheitslösung als die Lebenslauflücke bzw. der Eintrag „arbeitslos“. Lösungsansatz 3: Kontakte Verwandte und Bekannte um Kontakte bitten ist nicht jedermanns Sache. Es kann aber nicht geleugnet werden, dass Kontakte gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten Gold wert sind. Die namentliche Empfehlung beim potenziellen Arbeitgeber führt erheblich sicherer zum nächsten Job, als die Nummer 12 im Stapel von 50-100 Bewerbungen zu sein. Kontakte müssen allerdings gepflegt werden, und auf den Grundsätzen Geben und Nehmen aufgebaut sein. Eine gewisse Vertrautheit zwischen der Kontaktperson und dem Jobsucher ist unumgänglich, da möglicherweise auch der Kontakt seine Empfehlung beim potenziellen Arbeitgeber verantworten bzw. begründen muss. Lösungsansatz 4: Weiterbildung Wenn partout kein Weg aus der Arbeitslosigkeit führt, kann eine Weiterbildung Jobsuchern zu einer Erhöhung der „Wettbewerbsfähigkeit“ auf dem Arbeitsmarkt verhelfen. Karriereberaterin Brenner macht darauf aufmerksam, dass eine Weiterbildung zwar nicht die ständig geforderte Berufserfahrung ersetzt, aber doch zumindest Einsatzbereitsschaft beweist. Zum anderen gehöre permanenter Wissensausbau mittlerweile zu den wichtigsten Investitionen in die Zukunft – gering Qualifizierte litten doppelt so häufig unter Arbeitslosigkeit wie hoch Qualifizierte, gibt Brenner zu bedenken.

Jobsuche in Krisenzeiten: Geheimrezept Blindbewerbung?

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Machen Blindbewerbungen in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs und des Stellenabbaus überhaupt Sinn? Ja, ist sich der Hamburger Personalberater Claus Peter Müller-Thurau sicher. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung verriet der Diplompsychologe, worauf es dabei ankommt. Ein Bewerber kann ohne viel Aufwand auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten mit einem geschickt formulierten Anschreiben große Kreise potenzieller Arbeitgeber erreichen und mit etwas Glück an die knapp bemessenen Stellen kommen. Müller-Thurau bemerkt jedoch immer wieder, dass Bewerber es sich zu leicht machen. Ergebnis: Der Erfolg der Blindbewerbung bleibt aus. Fehler 1: Anonyme Anschreiben Ein Anschreiben, welches mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ eingeleitet werde, lande höchstwahrscheinlich früher oder später im Papierkorb, weil sich niemand angesprochen fühle. Tipp: Kurz die Telefonzentrale anrufen oder einen Blick auf die Homepage des Unternehmens werfen und den zuständigen Ansprechpartner ausmachen. Das steigere die Chancen der Bewerbung beträchtlich und beuge gleichzeitig der sinnlosen Vergeudung von Portokosten vor. Wer sich telefonisch umhöre, könne sich auch gleich nach den geeigneten Ansprechpartnern in den jeweiligen Fachbereichen der Firmen erkundigen, rät Müller-Thurau. „Die sehen eventuell schon einen zukünftigen Bedarf, von dem die Personaler noch gar nichts wissen.“ Fehler 2: Standardanschreiben Ein weiterer Fehler ist das Verschicken von Standardanschreiben. Müller-Thurau meint, dass beim branchenübergreifenden Versand von Blindbewerbungen zumindest nach Branchen unterschieden werden müsse. Am erfolgversprechendsten sei aber ein firmenspezifisches Anschreiben, welches durch einen aktuellen Aufhänger eingeleitet werde. Dieser könne beispielsweise auf der Internetseite des Unternehmens recherchiert oder der Wirtschaftspresse entnommen werden. „So erfahre ich zum Beispiel, dass eine Firma eine Niederlassung in Polen gründet. Wenn ich jetzt selbst Polnisch spreche, habe ich schon einen Bewerbungsgrund,“ so der Personalberater. Fehler 3: Bewerbung ohne Konzept Auffallend sei auch die hohe Zahl von Bewerbern, die sich auf Stellen bewerben, die nicht zu ihnen passten, so Müller-Thurau. Zunächst müsse, unabhängig von der Art der Bewerbung, überlegt werden, ob die Stelle zum eigenen Werdegang passe. Im nächsten Schritt müssten dann drei Fragen beantwortet werden:
  • Wer bin ich?
  • was kann ich?
  • was will ich?
Werde dieses Konzept auf das Anschreiben und den tabellarischen Lebenslauf übertragen, wisse der Adressat was er wissen müsse. Zeugnisse und große Mappen sollten für´s erste nicht mitgeschickt werden, um dem Adressaten die Arbeit so einfach wie möglich zu machen – wer will könne ein Foto auf dem Lebenslauf einscannen. Die Chancen einer Blindbewerbung schätzt der Personalberater insgesamt positiv ein: „Wenn das Anschreiben geschickt gemacht ist, kann eine Initiativ-Bewerbung dem Zufall auf die Sprünge helfen.“

Initiativbewerbung

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Die Stellenteile in den Zeitungen werden dünner. Und die Wahrscheinlichkeit, ein passendes Jobangebot zu finden, sinkt. Doch wer Eigeninitiative zeigt und auf den Wunscharbeitgeber zugeht, verschafft sich Pluspunkte – und im Idealfall den erhofften Job. Worauf bei einer Initiativbewerbung zu achten ist, erklärte Erfolgscoach Uwe Schnierda dem karriereführer.

Zur Person

Uwe Schnierda arbeitet zusammen mit seinem Kollegen Christian Püttjer als Trainer und Berater in den Bereichen Karriere, Bewerbung und Rhetorik. Kontakt: www.karriereakademie.de
Herr Schnierda, ist eine Initiativbewerbung mit einer Blindbewerbung vergleichbar? Nein, eine Initiativbewerbung sollte man auf jeden Fall von einer Blindbewerbung abgrenzen. Bei einer Blindbewerbung handelt es sich um ein Massenrundschreiben mit immer gleichem Standardtext. Meist merkt der Leser schon nach zwei Zeilen, dass hier jemand 100 Bewerbungen auf einen Schlag verschickt hat, sich aber weder über das Unternehmen informiert noch überlegt hat, wie er sich einbringen kann. Initiativbewerbungen dagegen setzen „Initiative” voraus. Also die Suche nach Informationen, Kontakte, Telefongespräche, passgenaue Anschreiben und Lebensläufe. Blindbewerbungen sind leider gerade bei Hochschulabsolventen sehr beliebt. Für welche Bewerber eignet sich eine Initiativbewerbung? Für Berufseinsteiger und Young Professionals lohnt sie sich auf jeden Fall. Es gibt eine Menge Unternehmen, die sogar erwarten, dass Berufseinsteiger noch während der Examensphase Initiativbewerbungen verschicken. Denn sie suchen Kandidaten, die diese Doppelbelastung aushalten können – die also parallel zu ihren Prüfungen den Bewerbungsstress auf sich nehmen. Initiativbewerbungen sind also bei jedem Unternehmen willkommen? Ja, im Prinzip eignen sie sich sowohl für kleine als auch für große Unternehmen. Große Unternehmen freuen sich über Bewerber, die Engagement zeigen. Und die kleineren Unternehmen schreiben meist nicht alle Stellen aus, kalkulieren also Initiativbewerbungen mit ein. Wo können Arbeitssuchende nach Unternehmen recherchieren, die für ihre Initiativbewerbung in Frage kommen? Die Unternehmensrecherche ist nicht so leicht. Das Problem ist, dass man entweder zu viele oder zu wenige Adressen bekommt. In Branchenbüchern oder Mitgliederverzeichnissen von Verbänden findet man viel zu viele Adressen. Besser ist es, Jobbörsen im Internet zu durchforsten und dort Firmen zu suchen, die überhaupt Stellen ausschreiben. Zum Beispiel solche, die Leute mit mehreren Jahren Berufserfahrung oder einem etwas anderen Profil als dem eigenen suchen. Diese Unternehmen sind potenzielle Arbeitgeber, weil sie grundsätzlich neue Mitarbeiter einstellen wollen. Praktisch ist, dass man auch schon einen Ansprechpartner und die Durchwahl hat. So ist der erste Schritt ins Unternehmen getan. Eine andere Möglichkeit ist die direkte Kontaktaufnahme. Viele Unternehmen suchen von sich aus den Kontakt zu Hochschulabsolventen, sind auf Messen vertreten, führen Firmenpräsentationen oder Betriebsbesichtigungen durch. Es bietet sich an, schon in den letzten drei, vier Semestern aktiv zu werden und diese Veranstaltungen zu besuchen.

Empfehlung zur Initiativbewerbung:

Eine ideale Basis für Ihre Initiativbewerbung bieten die Firmenporträts von karriereführer.
Der Wunscharbeitgeber ist gefunden. Was passiert dann? Vor der Bewerbung sollte jeder Jobsuchende sein eigenes Profil klären, indem er eine fiktive Stellenanzeige formuliert. Hilfreich können dabei auch Fragebögen aus Internet-Jobbörsen sein, in denen das Bewerberprofil abgefragt wird. Dazu gehören zum Beispiel fachliche Kenntnisse, Soft Skills, Persönlichkeitsmerkmale und ähnliches. Ist das eigene Profil erstellt, muss es in ein Anforderungsprofil übersetzt werden. Das eine bezieht sich auf das, was man kann, das andere beinhaltet die Anforderungen des Unternehmens. Wer diese beiden Profile zur Deckung bringt, hat schon eine sehr gute Vorarbeit geleistet und dabei auch über sich selbst eine Menge erfahren. Welches sind die größten Schwierigkeiten bei der Erstellung des eigenen Profils? Viele Hochschulabsolventen wollen sich nicht zu früh einschränken, sondern sich den Rücken freihalten. Also geben sie vor, eigentlich alles zu können, was verlangt wird. Das klappt aber nicht. Statt dessen sollten sie sich glaubwürdig auf zwei bis drei Schwerpunkte – zum Beispiel Marketing und Personalwesen – beschränken. So kann die Firma den Bewerber richtig einordnen. Darüber hinaus bereitet es vielen Schwierigkeiten, konkret zu werden. Schließlich sind auch Stellenanzeigen oft sehr abstrakt gehalten. Bei einer Ausschreibung für ein Traineeprogramm zum Beispiel findet man Begriffe wie „belastbar, Impulse gebend und kontaktstark”. Vor der Bewerbung sollte man sich zwei, drei Beispiele überlegen, anhand derer man diese Eigenschaften belegen kann. Also Erfahrungen aus Praktika, Werkstudententätigkeiten oder Diplomarbeiten. Bei der Beschreibung der eigenen Stärken ist es wichtig, sie so zu übersetzen, dass Personalverantwortliche sie verstehen. In der Regel reagieren Personaler auf ganz bestimmte Muster und Schlagworte in der Sprache. Ein Beispiel: Statt zu sagen, „Ich war mal daran beteiligt” oder „Ich habe da so mitgearbeitet” ist der Satz „Ich habe Vorgänge optimiert” aussagekräftiger. Wer den Nutzen für das Unternehmen deutlich machen kann, hat sich einen Riesenvorteil erarbeitet gegenüber dem Durchschnittsbewerber, der die „Personaler-Sprache” nicht beherrscht. Sollten Bewerber bei ihrem Wunscharbeitgeber anrufen, bevor sie die schriftliche Bewerbung verschicken? Ja. Zwar haben viele Angst vor diesem Anruf, aber ein persönliches Gespräch mit dem richtigen Ansprechpartner lohnt sich auf jeden Fall. Was können Absolventen von diesem Gespräch erwarten? Zunächst sollten sie sich gut darauf vorbereiten und damit rechnen, dass jeder zweite oder dritte Ansprechpartner keine Zeit hat und sie abwimmelt. Aber zum Glück gibt es auch Leute, die angenehm reagieren, sich Zeit nehmen und wichtige Zusatzinformationen liefern. Zum Beispiel darüber, worauf das Unternehmen Wert legt und wie man das eigene Profil noch weiter ausbauen kann. Gerade für Arbeitssuchende, die sich schon während des Studiums um ihre Bewerbung kümmern, sind diese Infos sehr wertvoll. Denn sie haben noch Zeit, ein entsprechendes Praktikum zu absolvieren oder sich bestimmte Kenntnisse anzueignen. Kurzbewerbung oder vollständige Bewerbungsmappe: Was empfehlen Sie für die Initiativbewerbung? Wir empfehlen, eine vollständige Bewerbungsmappe zu verschicken. Denn eine Kurzbewerbung erweckt schnell den Charakter eines kostengünstigen Rundschreibens, ähnlich dem einer Blindbewerbung. Zwar ist eine umfangreiche Bewerbung teurer – Porto, stabiler Kunststoffhefter, Foto, gute Kopien, eventuell sogar Farbkopien können bei 50 Bewerbungen durchaus ein Kostenargument sein. Aber diese Kosten lassen sich durch eine gute Vorauswahl reduzieren. Deshalb raten wir: Bewerben Sie sich bei wenigen Unternehmen, dafür aber mit perfekten Unterlagen. Lassen sich nicht auch beim Foto Kosten sparen? Tatsächlich fragen uns Studenten immer wieder, ob sie ihr Bewerbungsfoto nicht einscannen können. Aber davon raten wir ab. Unternehmen könnten daraus folgern, dass sie dem Bewerber nicht einmal ein richtiges Foto wert sind. Was ist beim Anschreiben einer Initiativbewerbung zu beachten? Um den Personalverantwortlichen die Arbeit zu erleichtern, ist der eindeutige Bezug wichtig. In der Betreffzeile sollte also nicht nur „Bewerbung” stehen, sondern zum Beispiel „Initiativbewerbung für die Gebiete Marketing und Personalwesen”. So sind die Schwerpunkte sofort ersichtlich. Und wenn ein Telefongespräch geführt wurde, gehört das in die Bezugzeile: „Unser Telefongespräch vom…”. Es gibt Bewerbungen ohne eindeutigen Betreff, in deren Anschreiben nicht einmal erwähnt wird, welchen Abschluss der Verfasser hat. Nach dem Durchlesen ist überhaupt nicht klar, worum es eigentlich geht: Ist es eine Bewerbung für den kaufmännischen Bereich? Oder ist der Bewerber Ingenieur? Bewirbt er sich auf eine Praktikantenstelle? Oder hat er schon mehrere Jahre Berufserfahrung? Wie sollte der Lebenslauf gegliedert sein? Wir empfehlen, die beruflichen Erfahrungen – also Praktika, Werkstudententätigkeiten, freie Mitarbeit und ähnliches – nach vorne zu stellen. So wissen die Personaler gleich, dass der Bewerber praktisches Wissen mitbringt. Dieser Einstieg ist sinnvoller als der bei einer klassisch chronologischen Gliederung. Man lacht, aber die Grundschule taucht wirklich noch in einigen Lebensläufen auf. Selbst bei Führungskräften, die uns ihre Unterlagen schicken. Im zweiten Block, „Studium”, gibt es bei der Darstellung der Diplomarbeit einen kleinen Trick: In der Regel fällt es Hochschulabsolventen schwer, einen praktischen Nutzen aus ihrer Diplomarbeit herauszustellen. Viele meinen, ihr Thema sei zu abstrakt. Es bietet sich an, den offiziellen Titel der Arbeit aufzuführen und darunter eine Erläuterung zu schreiben. Zum Beispiel: „Nutzen: Kostenreduzierung” oder „Nutzen: Fehlersuche in komplexen Schaltungen” oder „Nutzen: Entscheidungsfindung vereinfacht”. Das klappt eigentlich für alle Themen. Bei den Hobbys versuchen manche, mit Quantität statt Qualität zu punkten, aber da wäre ich vorsichtig. Dieser Block sollte im Vergleich zu den anderen Blöcken nicht zu großes Gewicht erhalten. Beschränken Sie sich auf das Wesentliche, zum Beispiel, dass Sie sich durch Joggen fit halten. Erwähnenswert ist auch soziales Engagement, zum Beispiel in einer Jugendgruppe oder in der Fachschaft. Die Initiativbewerbung ist verschickt: Wie verhält sich der Bewerber in den Wochen danach? Nach zwei bis drei Wochen können Sie ruhig telefonisch nachhaken. Wichtig ist auch bei diesem Anruf wieder die mentale Einstellung. Denken Sie daran: Der Ton macht die Musik. Auf keinen Fall sollten Sie Fragen stellen wie „Können Sie mich gebrauchen?”. Fragen Sie eher nach dem Zeitrahmen, zum Beispiel mit der Formulierung „Hatten Sie schon Zeit, einen Blick auf meine Unterlagen zu werfen?” oder „Wie sieht es grundsätzlich aus mit Ihrem Bedarf an Hochschulabsolventen?” Am Ende des Gespräches sollten Sie sich dann über den weiteren Ablauf einigen: Meldet sich die Firma bei Ihnen und wenn ja, in welchem Zeitraum? Welcher Weg eignet sich eher für eine Initiativbewerbung: Print oder Online? Das hängt sehr vom Unternehmen ab. Manche Firmen wünschen ausdrücklich nur Bewerbungen per Online-Formular. Allein schon deshalb, weil die Informationen in diesen Formularen umfassender abgefragt werden können. Bei einigen Unternehmen gibt es zusätzlich die Möglichkeit, als Attachment einen Lebenslauf an den Fragebogen anzuhängen. Ob das Unternehmen das wünscht, kann man sehr schnell an dem Internetauftritt erkennen. Im Zweifelsfall: nachfragen. Und wenn das Unternehmen dem Bewerber die Wahl lässt? Dann würde ich eine Printbewerbung bevorzugen. So richtig klappt das immer noch nicht mit der Online-Bewerbung. Ausgedruckte Attachments sehen längst nicht so hübsch aus wie eine eigens erstellte Bewerbungsmappe mit einem vernünftigem Foto. In welchen Fällen empfehlen Sie, ein Stellengesuch aufzugeben? Hochschulabsolventen rate ich eher davon ab. Jeder, der mal ein Zimmer vermietet hat, kennt die Situation: Als Vermieter können Sie einen unter vielen Wohnungssuchenden auswählen. Entsprechend niedrig ist das Ansehen der Interessenten. Auch Personalverantwortliche wollen lieber umworben werden, statt Bewerbern hinterherzulaufen. Außerdem ist es eine Kostenfrage. Bei begrenzten finanziellen Mitteln würde ich eher den Besuch einer Recruitingmesse empfehlen. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Schnierda.

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Schriftliche Bewerbung – Auf die andere Art

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Bei jeder Bewerbung stellt sich die Frage: Wie hebe ich mich von meinen Mitbewerbern ab? Auffallen um jeden Preis ist nicht immer die richtige Lösung. Um Sie als Mitarbeiter einzustellen, braucht man ein Mindestmaß an konkreter Information. Erfahren will man, ob Sie kapieren, was auf Sie zukommt. Ob Sie’s packen. Ob Sie ins Team passen. Ob Sie auf Dauer was bringen. Jobkandidaten reagieren darauf oft mit seltsamen Verrenkungen. Schon ein chinesisches Wort aus der Yo-Mei-Zeit sagt: „Du kommst vor dem verschlossenen Stadttor an, gibst heftig Zeichen und führst wahre Tänze auf in der Annahme, dass man dich drüben, auf der anderen Seite der Mauer bemerken und hineinwinken wird. Mach doch einfach das Tor auf und gehe hinein.“ – Bewerben heißt, selbst die Tür zu öffnen. Einfach und direkt Berufliche Selbstvermarktung und Selbstpräsentation sind heute vielen widersprüchlichen Regeln und Konventionen unterworfen. Je nach Temperament reagieren Bewerber auf den Jobmarkt und seine Spielregeln, indem sie entweder um jeden Preis auffallen oder auf gar keinen Fall aus dem Mainstream abdriften möchten. Also blind Bewerbungsvorlagen kopieren oder offensiv die Blitzkampagne starten? Innovativ oder konventionell handeln? Versuchen Sie’s mit Einfachheit und Direktheit. Statt zu werben, stellen Sie sich der Bewertung. Statt sich zu verkaufen, arbeiten Sie zu. Statt den Karriere-Gurus zu folgen, folgen Sie der praktischen Vernunft. Kein Mensch muss einzigartig tun. Es reicht, wenn man sich unterscheidet. Bewerberauswahl beruht auf Wahrnehmung und Differenzierung. Je klarer Sie sich zeichnen, desto besser unterscheiden Sie sich. Wenn Sie sich klar und eindeutig profilieren, heben Sie sich von der grauen Menge der Floskelwerfer und Satzbausteinleger deutlich ab: Sie verstecken sich nicht hinter dem üblichen Blabla. Sie werden sichtbar. Konzentriert und arrangiert Anschreiben und Lebenslauf sind eigene Textsorten, aber gleichwertig und gleich wichtig. Beide liefern denselben Satz an Hauptinformationen. Im Anschreiben haben Bewerber genau eine Seite, um für sich zu sprechen. Es ist eine Mini-Rede. Da Sie nicht wissen, ob man Ihre Rede bis zum Ende der Seite verfolgen wird, liefern Sie Ihre besten Argumente sofort in der ersten Zeile. Legen Sie ohne jede Einleitung los. Keineswegs chronologisch erzählend, dafür gewichtend und aufzählend. Unterfüttern Sie Ihren Anspruch mit Abschlüssen, Kenntnissen, Fähigkeiten. Gehen Sie auf den Adressaten und auf den Wechsel- oder Bewerbungsgrund ein. Vermitteln Sie am Ende weiteren Gesprächsbedarf. Bingo. Ihr Anschreiben ist garantiert unverwechselbar und funktioniert. Sie werden sich selbst voll und ganz darin wieder erkennen. Jeder wird anerkennen: Ihre Argumentation ist hochwirksam, weil hochkonzentriert. Das Anschreiben synthetisiert. Der Lebenslauf ist ein Arrangement. Sie reduzieren Informationen so weit wie möglich – bis auf den wesentlichen Datenbestand Ihres beruflichen Selbst. Entlasten Sie den Job des Personalers durch pfiffiges Informationsdesign. Für die Datenmenge gilt: Viel hilft nicht viel. Die Souveränität des selbstbewussten Bewerbers zeigt sich darin, dass er die Information genau dosiert. Ehrlich und ansprechend Vergessen Sie, dass Sie sich individuell präsentieren und Ihre unverwechselbare Persönlichkeit zum Ausdruck bringen wollten. Eine Bewerbung ist kein Ego-Pitch, sondern ein als Antwort maskiertes Angebot. Da zählt allein, was für Sie spricht. Halten Sie Ihre Schreibe einfach, dann hat es der Personaler einfacher mit Ihnen. Bleiben Sie ehrlich – schon an Ihrer Sprache erkennt man, wenn Sie flunkern. Argumentieren Sie angemessen, dann hört man Ihnen zu. Bauen Sie Ihre Bewerbung ansprechend auf – also: kurz und unkompliziert. Einfach, ehrlich, angemessen, ansprechend. Mit diesen „2E2A“ kommen starke Bewerber ins Jobinterview. Weder luxuriös noch schlampig Bewerben ist kein Full-Time-Job. Zeit- und Geldverschwender bewerben sich kreativ, basteln Deckblätter, blamieren sich mit der „Persönlichen Seite Drei“, wählen die Luxusmappe mit Mehrfach-Klappe. All das brauchen Sie nicht. Denn aus solchen Unterlagen liest der Personaler drei Dinge: Unklarheit über das Konzept, Hang zur ästhetischen Entgleisung, fehlendes Bewusstsein über die eigene berufliche Identität. Mit Anschreiben, Lebenslauf und den handverlesenen Nachweisen, die Ihren Claim belegen, kommen Sie gut aus. Nehmen Sie als Mappe stets das Produkt, mit dem ein Personaler am leichtesten arbeiten kann. Stellen Sie sich seinen Arbeitsablauf bildhaft vor. Prägedruck und Wasserzeichen stehen keineswegs im Zusammenhang mit der Wertigkeit des Bewerbers. Praktikabilität hat für Personaler immer Vorrang. Wer berufshalber Mappen auf- und zuklappt, dem klappt längst nicht mehr vor Staunen der Mund auf. Äußeres und Form einer Bewerberpräsentation sollten schnurstracks zum Inhalt führen. Zu den Pro-Argumenten. Zu dem, was für einen spricht. Sehr edle und kostspielige Unterlagen machen Personaler ebenso nachdenklich wie eine nachlässig und schlampig zusammengestellte Mappe. Nutzen Sie Ihr Bewerberbudget für neue Lederschuhe und nicht für eine geile Ledermappe. Fazit: Bleiben Sie straight. Argumentieren Sie konkret. Halten Sie’s einfach. Dann nimmt man Sie ernst. Autor: Gerhard Winkler veröffentlicht und berät seit 1997 auf seiner Site jova-nova.com. 2003 veröffentlichte er bei Smartbooks Anders bewerben, 2004 erschien Anders antworten.

telefonische Bewerbung

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Wenn ein Unternehmen in seiner Stellenanzeige telefonische Auskunftsbereitschaft signalisiert, sollten Sie dieses Angebot nutzen und anrufen. Bedenken Sie aber, dass Sie sich bei einem solchen Telefonat quasi in einem Vorstellungsgespräch befinden. Achten Sie deshalb auf eine ruhige Umgebung, telefonieren Sie zu einem günstigen Zeitpunkt, legen Sie Ihre schriftlichen Unterlagen zum schnellen Nachschlagen bereit, denken Sie an Papier und Bleistift für Notizen, und fragen Sie sich zum zuständigen Gesprächspartner durch.
  • Fragen Sie nach, an wen Sie Ihre schriftliche Bewerbung richten sollen, falls in der Anzeige kein Name genannt ist.
  • Lassen Sie sich Informationsmaterial zusenden: Bewerberbroschüren, Geschäftsberichte, Kataloge etc. So können Sie Ihre Bewerbung unternehmensspezifisch gestalten und auch im Vorstellungsgespräch konkretes Interesse an dem Unternehmen zeigen.
Vielleicht haben Sie Pech und stellen in diesem Gespräch bereits fest, dass eine Bewerbung keine Aussicht auf Erfolg hat – dann haben Sie wenigstens Geld, Zeit und Arbeit gespart. Ein anderer Einsatzfall ist die – vor eine Initiativbewerbung „geschaltete“ – telefonische Bedarfsklärung. Sie können in der Personal- oder auch Fachabteilung anrufen und vor Ort klären, ob Personalbedarf besteht. Dass dieses Gespräch intensiv vorbereitet und geübt werden sollte, liegt auf der Hand. Haben Sie sich bei einem Unternehmen beworben und nach mehr als drei Wochen noch keine Informationen über den „Stand der Dinge“ erhalten, können Sie anrufen und – höflich – nachfragen.

Überzeugen auf den zweiten Blick: die Anlagen

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Anlagen sollen vor allem eins: Ihre Qualifikationen und Fähigkeiten dokumentieren. Zwar werfen die meisten Personalfachleute erst in der zweiten Selektionsrunde einen intensiveren Blick auf die Zeugnisse und anderen Unterlagen in Ihrer Bewerbungsmappe. Dann aber haben sie einen sehr hohen Stellenwert bei der Entscheidung für oder gegen ein Vorstellungsgespräch. Leitfaden für Auswahl und Zusammenstellung
  • Vollständigkeit der Unterlagen: Belegen Sie alle Lebensphasen und Qualifikationen, die Sie im Anschreiben und Lebenslauf erwähnen.
  • Wählen Sie Ihre Anlagen sorgfältig aus. Personaler haben weder Zeit noch Lust, mit überflüssigen oder ungeordneten Unterlagen überschüttet zu werden. Klar strukturierte, übersichtliche Dokumente mit deutlichem Bezug zum Stellenprofil überzeugen.
  • Ordnen Sie die Anlagen nach ihrer Bedeutung. Je höher der Bildungsabschluss und je aktueller das Arbeitszeugnis, desto interessanter sind sie. Die zeitlich jüngsten Angaben sollten an den Lebenslauf anschließen und die ältesten Bescheinigungen an letzter Stelle erscheinen. Maßgeblich ist immer das Datum der Ausstellung.
  • Verschicken Sie keine Originale. Sie könnten verloren gehen oder in verschmutztem oder beschädigtem Zustand zurückkommen. Achten Sie darauf, dass die Kopien von sehr guter Qualität sind.
  • Fremdsprachige Unterlagen, abgesehen von englischen Zeugnissen, sollten übersetzt werden. Das gilt umgekehrt auch für deutschsprachige Unterlagen bei Bewerbungen im Ausland.
  • Weniger ist mehr: Vermeiden Sie ein Zuviel an Papier, Karton oder Klarsichthüllen, das keinen Mehrwert bietet, sondern nur die Lesefreundlichkeit behindert bzw. den Personaler verärgert.
Checkliste: Welche Anlagen gehören in die Bewerbungsmappe?
  • Schul- und Examenszeugnisse Ihre tatsächliche Aussagekraft über die berufliche Qualifikation ist strittig. Fest steht aber: Schul- und Examenszeugnisse sind immer Bestandteil von Bewerbungsunterlagen. Gerade bei Berufsanfängern ist das Examenszeugnis die wichtigste Quelle für die Bewertung der fachlichen Eignung. Liegt das Abschlusszeugnis zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht vor, sollte auf jeden Fall das letzte Zwischenzeugnis (Vordiplom, 1. Staatsexamen …) beigefügt werden. Wenn Sie bereits eine Berufsausbildung absolviert haben, sollten Sie auch diesen Abschluss dokumentieren. Von den Schulzeugnissen ist lediglich das letzte Zeugnis, in der Regel das Abiturzeugnis, von Interesse.
  • Praktikums- und Arbeitszeugnisse Praktische Erfahrungen zählen bei den Firmen besonders viel. Daher sind Arbeitszeugnisse aus Berufstätigkeiten vor und während des Studiums, aber auch Praktikumszeugnisse für den zukünftigen Arbeitgeber sehr aufschlussreich. Dabei interessieren die zeitlich nahen Tätigkeiten mehr als das Kurzpraktikum in der Schulzeit. Dem sollte die Anordnung der Zeugnisse Rechnung tragen: Die neueren Belege gehören auch hier nach vorne, direkt hinter den Lebenslauf, die älteren nach hinten. Achten Sie darauf, dass Ihnen nicht nur eine Bescheinigung über das Praktikum ausgestellt wird (einfaches Zeugnis), sondern auch Aussagen über die Aufgaben und erbrachten Leistungen gemacht werden (qualifiziertes Zeugnis).
  • Zertifikate und Bescheinigungen über Zusatzqualifikationen Zusatzqualifikationen sind z.B. besondere Computer- oder Sprachkenntnisse.Diese können Sie im Rahmen einer Weiterbildung, eines Begleit- oder Aufbaustudiengangs erworben haben. Auch Zeugnisse, die bestimmte Kommunikations- oder Managementfähigkeiten wie Organisationstalent und gutes Führungsverhalten bescheinigen, können die Bewerbungsmappe sinnvoll ergänzen. Generell gilt: Die bescheinigten Zusatzqualifikationen sollten in Bezug zu Ihrem künftigen Arbeitsplatz stehen. Setzen Sie Schwerpunkte.
  • Arbeitsproben Arbeitsproben beweisen die fachliche Qualifikation besser als viele Worte. Sie sind daher für die Werbung in eigener Sache besonders gut geeignet. Jedoch nur in bestimmten Branchen und auch nur dann, wenn sie explizit angefordert werden. Erwartet werden Arbeitsproben in allen kreativen und wissenschaftlichen Berufen. Beispiele eigener Arbeiten sind: Anzeigen, Plakate, Zeichnungen, Pläne, Entwürfe, Fotos, eigene redaktionelle Beiträge und andere Veröffentlichungen.
  • Referenzen In seltenen Fällen werden Bewerber in Anzeigen aufgefordert, Referenzen anzugeben. Darunter versteht man die Empfehlung durch Vertrauenspersonen, die aufgrund ihrer beruflichen oder gesellschaftlichen Stellung in der Lage sind, positive Auskünfte über die fachliche Qualifikation oder die Charaktereigenschaften des Bewerbers zu geben. Bei Berufsanfängern spielen Referenzen nur eine untergeordnete Rolle, es sei denn, die Referenzperson steht in direktem Bezug zu dem betreffenden Unternehmen oder dessen Branche.
  • Handschriftenprobe Liefern Sie diese nur auf ausdrücklichen Wunsch. Schriftproben fordern Betriebe, um mit Hilfe grafologischer Gutachten Erkenntnisse über die Eignung des Bewerbers für eine bestimmte Stelle und über seinen Charakter zu gewinnen. Schreiben Sie einen Text, der nicht mehr als eine Seite umfasst. Dabei empfiehlt es sich, entweder einen Zeitungsartikel abzuschreiben (Quelle angeben!) oder weitere Informationen über den eigenen Werdegang zu geben.

Interview mit Jörg Will

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(Aus BerufSZiel 1.2008) Jörg Will erscheint und geht gleich ans Limit. Gedanklich. Bei unserem Heftthema „Höhentraining“ fühlt er sich an den Film „Am Limit“ erinnert: zwei Bergsteiger, bekannt als die „Huberbuam“, wollen gemeinsam den Rekord im Speedklettern an einer Steilwand im Yosemite-Park aufstellen. Will ist fasziniert: von der Extrem-Situation, dem gemeinsamen Kraftakt der Brüder, der Rivalität unter- und dem unabdingbaren Vertrauen zueinander. Aber auch von tiefen Stürzen, die dank der Körperbeherrschung nur zu leichten Verletzungen führen. Der Personalberater gibt damit Stichworte für das Gespräch mit Sabine Olschner und Viola Strüder. „Welche Gefühle der Bergsteiger lassen sich auf Management-Situationen übertragen?“, wollen wir von ihm wissen. Antwort: der Ehrgeiz, der Kampfgeist, die Angst zu scheitern und das Bewusstsein, dass ohne Vertrauen nichts geht. Und ohne Glück auch nicht.

Zur Person

Jörg Will übernahm 1996 die Leitung des Kölner ifp – Institut für Personal- und Unternehmensberatung. Das Unternehmen für Auswahl und Beurteilung von Führungskräften wurde von seinem Vater Horst Will gegründet. Nach der Schule entschied sich der Kölner zunächst für eine Lehre als Bankkaufmann, eine Ausbildung, die ihm seine Eltern nahegelegt haben. Im Anschluss an die Ausbildung studierte Will Betriebswirtschaftslehre an der Universität Passau, bevor er sich mit dem Unternehmen seines Vaters selbstständig machte. Zu den Hobbys des dreifachen Familienvaters gehören Segeln und Bergwandern.
Braucht man in Ihrem Beruf als Headhunter Jagdinstinkt? Man braucht Instinkt, ja, aber weniger zum „Jagen“. Es ist vielmehr der Instinkt herauszufinden, welche Person für eine bestimmte Position die richtige wäre und Spaß an dieser Aufgabe haben könnte. Sie haben fast täglich mit Top-Managern der verschiedensten Branchen zu tun. Was fasziniert Sie am Thema Führung? Natürlich ist mir das Thema durch meinen Vater, der das ifp gegründet hat, in die Wiege gelegt worden. Für mich stand schon früh fest, dass ich in das Geschäft einsteigen würde. Ich persönlich finde es sehr interessant, aus unserer Perspektive zu beobachten, wie unterschiedlich Führung aussehen kann, welche Persönlichkeiten hinter den Führungskräften stehen. Viele überzeugen mich und haben für mich eine gewisse Vorbildfunktion, weil sie bewusst einen anderen Weg gehen. Mit anderen kann ich mich weniger identifizieren. Welche Wege sind denn für Sie die überzeugendsten? Es gibt Führungskräfte, die trotz der Dimension ihrer Aufgabe ein gewisses Wertegerüst nicht verlassen. Das beeindruckt mich. Derzeit wird ja häufig darüber diskutiert, wie Manager mit Werten umgehen und ab wann sie Grenzen überschreiten. Ich kenne immer mehr, die diese Wertegrenzen niemals überschreiten würden und damit sehr erfolgreich sind. Häufig sind das Führungskräfte aus dem Mittelstand, die dem Druck des Kapitalmarktes nicht ausgesetzt sind. Sie handeln langfristiger und damit nachhaltiger. Börsennotierte Unternehmen beschäftigen häufig einen anderen Typus von Manager. Darunter gibt es nur wenige, die sich dem Druck von außen entgegenstellen. Welche weiteren Unterschiede zwischen Managern im Mittelstand und in börsennotierten Großunternehmen gibt es? Führungskräfte im Mittelstand sind häufig Unternehmer und gleichzeitig Eigentümer der Firma. Sie gehen mit einem anderen Verantwortungsbewusstsein an die Sache heran. Sie sind sich – von Ausnahmen abgesehen – ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stärker bewusst. Auch für sein Umfeld trägt der Unternehmer oft mehr Verantwortung. Das liegt sicherlich auch daran, dass sein Betrieb häufig auf dem Land ansässig ist und der Unternehmer dort auch lebt. Daher kann er es sich gar nicht leisten, Entscheidungen zu treffen, die sich gegen die Menschen vor Ort richten. Unternehmer sind auch eher bereit, für ihre Entscheidungen einzutreten. Sie wissen: Wenn es eine schlechte Entscheidung war, muss ich persönlich dafür zahlen. Manager in Großunternehmen nehmen aufgrund der Größe des Unternehmens die Wirkung ihrer Entscheidungen manchmal gar nicht richtig wahr. Gibt es Eigenschaften, die allen Top-Managern, egal welcher Unternehmensgröße, gemein sind? Auf jeden Fall sind alle nachhaltig erfolgreichen Top-Manager intelligent, das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Eine zweite Eigenschaft, die man braucht, um ein guter Manager zu sein, ist Demut. Manager und Unternehmer, die sich nicht so sehr selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern vielmehr das Unternehmen, sind erfolgreicher als andere. Und nicht zuletzt müssen Führungskräfte Dinge gestalten und weitertreiben wollen. Oft fällt in diesem Zusammenhang das Stichwort Persönlichkeit. Was genau ist das eigentlich? Ein Begriff, den wir gerne in diesem Zusammenhang verwenden, ist Authentizität. Bei unserer Personalauswahl fragen wir uns oft: Bekommen wir von der Person einen greifbaren Eindruck, oder haben wir jemanden vor uns, der fassadenhaft wirkt, an den wir nicht so richtig herankommen? Authentizität hat viel mit Aufrichtigkeit und Geradlinigkeit zu tun. Menschen mit Persönlichkeit sind in der Lage, sich eine Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten – ohne dabei mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Sie schaffen es, jemand anderen von ihrem Standpunkt zu überzeugen, und die Menschen folgen ihnen. Mein Tipp: Machen Sie einen guten Job. Nur dadurch reift die Persönlichkeit – oder eben nicht. Auf diesem Weg findet die Auslese statt zwischen Menschen, die das Zeug zur Führungskraft haben, und denjenigen, die das Zeug nicht haben. Ich glaube, man kann sich nicht gezielt zum Manager entwickeln. Man kann viel lernen, aber man muss auch bestimmte Gaben haben. Wie erkenne ich denn, ob ich diese Gaben oder Begabungen habe? Irgendwann spürt man, dass man als Führungskraft akzeptiert wird. Zum Beispiel, weil die Menschen, für die man verantwortlich ist, sich an einen wenden und den Austausch suchen. Wenn dieser Austausch nicht stattfindet, muss sich eine Führungskraft ernsthaft fragen, warum keiner mit ihr spricht. Die Begabung zur Führung erkennt man auch, indem man Feedback aus dem Umfeld einfordert, es wahr- und auch ernst nimmt. Was sind die wichtigsten Kriterien, auf die Unternehmen bei der Einstellung von Führungskräften achten? Ich glaube, in Deutschland achtet man bei der Auswahl von Mitarbeitern noch viel zu sehr auf formale Kriterien und zu wenig auf die Persönlichkeit. Die Bereitschaft ist gering, jemanden einzustellen, von dem man eigentlich persönlich überzeugt ist, aber der aufgrund fehlender Fachkompetenzen ein höheres Risiko für das Unternehmen sein mag. In managergeführten Unternehmen herrscht die Tendenz, es eher mit vertrauten Profilen zu versuchen. Ein Grund dafür mag sein: Wenn das Engagement schiefgeht, kann man zumindest sagen, dass dies formal nicht absehbar war. Eigentümerunternehmer hingegen sagen sich eher einmal: Was dieser Mensch bei uns können muss, bringe ich ihm bei. Aber das ist der richtige Mann – oder auch die richtige Frau –, der hat die richtige Denke, der passt ins Unternehmen. Dies ist zwar mit mehr Risiko verbunden, aber der Unternehmer glaubt einfach stärker an die Persönlichkeit. Und wenn man bedenkt, dass bei Führungspositionen letztlich nicht die Fachkompetenz, sondern die Persönlichkeit entscheidet, dann ist das der richtige Weg. Wie wichtig sind in dem Zusammenhang Zeugnisse? Wenn Zeugnisse allzu viele Standardfloskeln enthalten, sind sie recht wertlos. Je mehr ein Vorgesetzter sich Mühe gegeben hat, jemanden zu beurteilen, umso interessanter wird ein Zeugnis zur Bewertung. Letztlich sind Zeugnisse aber sowieso nur ein kleiner Ausschnitt aus vielen Aspekten bei der Entscheidung für einen Mitarbeiter. Welche Rolle spielen Netzwerke, vor allem die internetbasierten? Ich bin davon überzeugt: Tragfähige Netzwerke basieren immer und ausschließlich auf persönlichen und belastbaren Beziehungen. Die Betonung liegt auf der Silbe „Last“. Im Erfolgsfall brauche ich kein Netzwerk, ich brauche es, wenn es nicht gut geht. Ich halte daher nicht allzu viel von Online-Netzwerken, über die derzeit so viel gesprochen wird. Die helfen einem nicht bei der Karriere. Viele junge Leute wechseln vor allem am Anfang ihrer Karriere im Zwei- oder Drei-Jahres-Rhythmus den Job. Ziehen sie sich dadurch nicht aus der Verantwortung heraus, weil sie für mögliche Misserfolge, die sich abzeichnen, nicht mehr geradestehen müssen? Zwei Jahre sind sehr wenig, um nachhaltig Leistung zu beurteilen. Doch es ist ein Unterschied, ob man alle zwei Jahre das Unternehmen wechselt oder ob sich innerhalb eines Betriebs die Aufgabe verändert. Unternehmenswechsel alle zwei Jahre führen sicherlich nicht zum Erfolg. Ganz im Gegenteil: Interessant ist, wer innerhalb des Unternehmens seine Schritte macht, wo man ihn mitsamt seiner Schwächen kennt. Wenn er trotz dieser Schwächen befördert wird, dann spricht das für ihn. Interne Beförderungen haben daher bei der Bewertung einer Vita einen sehr hohen Stellenwert für mich. Nur wer seine Aufgaben zu Ende führt und sich auch mal durchbeißen muss, wer auch mal verlieren kann und gelernt hat, durch Täler zu gehen, kann daran wachsen. Verlieren Führungskräfte ab einem gewissen Level ihre Fähigkeit, Kritik anzunehmen? Meiner Ansicht nach ist das weniger eine Frage der Hierarchie als vielmehr eine Frage des Alters. Viele Menschen werden im Alter nicht gerade offener für Kritik und für Veränderung. Wahrscheinlich sind sie oft durchaus kritikfähig – aber sie bekommen keine Kritik, weil sich kaum jemand traut. Starke Führungskräfte achten allerdings darauf, dass sie von guten Leuten umgeben sind, die auch mal Kritik üben. Ja-Sager überleben nicht lange, sie kommen schnell unter die Räder. Hier sind wir wieder bei der Eigenschaft Demut: Diese hat auch etwas mit Selbstkritik zu tun, mit der Bereitschaft, auch einmal eine Meinung gegen sich gelten zu lassen und einzusehen, dass man nicht immer alles richtig macht. Gute Führungskräfte sollten sich immer wieder mit den Mitarbeitern austauschene, um zu verstehen, was auf den verschiedensten Ebenen und Bereichen gedacht und getan wird. Wie funktioniert eigentlich die Führung von Mitarbeitern auf höchster Ebene? Je höher man kommt, umso stärker fokussiert man sich auf sein Ziel. Führungskräfte müssen stets bemüht sein, ihre Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Je höher sie kommen, umso mehr können sie davon ausgehen, dass sie ihre Mitarbeiter nicht mehr motivieren müssen. Läuft es auf dieser Ebene nicht darauf hinaus, dass gezielte Fragen das Führungsinstrument sind und „Leitplanken“ gesetzt werden? Nein, das Führungsinstrument ist die Persönlichkeit. Die Spielräume, die man in der Führung hat, werden jedoch nach oben immer geringer: Jede Abweichung, die Sie oben zulassen, vergrößert sich nach unten. Das ist wie beim Segeln: Wenn man um zwei Grad vom Kurs abweicht, merkt man dies in den ersten zwei Stunden nicht unbedingt – aber nach zwei Tagen haben Sie viel Zeit und Ihr Ziel aus den Augen verloren. Was sind die Nachteile des Vorstandsdaseins? Bei aller Verantwortung, die man trägt, ist eine hohe Fremdbestimmtheit sicherlich sehr belastend. Bei manchen Vorständen sind die Kalender schon im Januar für das ganze Jahr durchgeplant. Ist es überhaupt ein erstrebenswertes Ziel, Top-Manager zu werden? Ich glaube, die nachhaltig erfolgreichen Top-Manager haben sich nie zum Ziel gesetzt, Top-Manager zu werden. Sie haben einfach immer nur einen guten Job gemacht. Statt einen Job von der Pike auf lernen zu wollen, sagen viele junge Leute gleich zu Beginn: „Ich will in die Strategie“. Was raten Sie denen? Ich würde Ihnen sagen, dass sie in der Strategie wahrscheinlich einen interessanten Einstieg finden werden – aber auch Gefahr laufen, dort hängen zu bleiben. Für die Karriere und auch die eigene Entwicklung ist es enorm wichtig, auch das operative Geschäft zu kennen. Damit einher geht nämlich nicht nur fachliches Wissen, sondern auch ein Reifungsprozess der Persönlichkeit. Ein Einstieg in die Strategie kann gut sein, aber man muss erkennen, dass der Weg zur größeren Verantwortung meist über ein fundiertes Verständnis für das gesamte Unternehmen führt. Führung hat viel mit Akzeptanz zu tun. Und Akzeptanz schafft man vor allem dadurch, dass die Menschen merken: Das ist jemand, der weiß, wovon er redet. Zum Schluss: Ihre Tipps zum Thema „Höhentraining“ im Unternehmen? Das beginnt schon vor dem Studienabschluss: Ich empfehle, lieber ein verrücktes Projekt in Russland zu übernehmen, als das dritte Praktikum in einer Unternehmensberatung oder in der Investmentbank zu absolvieren. Erweitern Sie Ihren Horizont und bilden Sie dadurch Ihre Persönlichkeit! Nach dem Abschluss gilt: Beim Berufseinstieg nicht aufs Geld schauen, sondern eher darauf, was Sie in dem Job lernen können. Berufswechslern rate ich: Sie können aufs Geld schauen, aber bitte erst recht spät. Ihre Bezugspersonen im Unternehmen sind wichtiger als ein hohes Gehalt. Denn diese Menschen werden Einfluss auf Ihre Entwicklung haben. Nur so können Sie langfristig Karriere machen. Und nicht zuletzt: Man muss Dinge mit einer gewissen Überzeugung tun. Wenn man merkt, dass man sich dauerhaft verbiegen muss, dass bestimmte Dinge nicht zu einem passen, sollte man sich lieber etwas anderes suchen.

In Führung gegangen:

In der 9. Klasse hat Will die Schüler Union an seinem Gymnasium in Rösrath aufgebaut, die Jugendorganisation der CDU. In der 11. Klasse ist er wieder aus der Partei ausgetreten. Beim Segeln hat er gelernt, Menschen anzuleiten, genau das zu tun, was man ihnen sagt, und zwar genau in diesem Moment. In turbulenten Situationen kann nicht immer diskutiert werden: „Man muss Verantwortung für ein Schiff und für die Menschen auf dem Schiff übernehmen“, so Will.