Anna Berger ist Bauingenieurin und Geschäftsführerin von Digitalwerk, einer Plattform für die Bau-, Planungs-, Handwerks-, und Immobilienbranche. Die Fragen stellte Kerstin Neurohr.
Anna,warumtreffenwirdichalsBauingenieurinnichtaufderBaustelle? Weil ich eine Mission habe! Ich habe 2018 mein Studium abgeschlossen und den Einstieg auf der Baustelle gewählt – das war spannend und eine wichtige Erfahrung, aber ich habe gemerkt, dass eine klassische Laufbahn im Konzern für mich nicht in Frage kommt. Ich brenne für das Thema Wissensvermittlung und möchte Unternehmen des Baugewerbes in eine digitale und effiziente Zukunft begleiten. Ich will, dass das vielfältige Wissen der Branche nicht länger nur in Büchern oder den Köpfen von Experten steckt, sondern leicht zugänglich gemacht wird.
AlsohastdueinUnternehmengegründet… Richtig – das war 2020 und hieß Buildemy. Damals gab es noch kaum Bewusstsein für die Möglichkeiten des digitalen Lernens, das hat Corona zum Glück geändert.
Mittlerweile wurde Buildemy durch eine Fusion mit dem Digitalwerk Podcast zu Digitalwerk – The Accelerate Company. Seitdem sind mehr Leute an Bord und das, was wir machen, hat sich extrem entwickelt: Da sind die E-Learning-Kurse, unser Podcast, wir machen Videoprojekte, kürzlich ist unsere Eventreihe gestartet und wir entwickeln gerade ein Jobportal.
Du hast zwar nicht den klassischen Weg eingeschlagen, aber bist der Branche treu geblieben.Hastduauchmalüberlegt,derBaubranchedenRückenzukehren? Nein! Ich liebe diese Branche und die Menschen, die darin arbeiten. Die sind so bodenständig und herzlich. Klar, manchmal ist die Branche auch ganz schön verstaubt: Aber mit den steifsten Anzugträgern haben wir schon die besten, inspirierendsten Gespräche geführt. Außerdem ist die Welt des Baus so groß und vielfältig – ehrlich gesagt, das war mir kaum bewusst, als ich vom Studium kam. Da stecken so viele Möglichkeiten drin, es lässt sich so viel bewegen. Gerade der Impact aufs Klima ist riesig, da bieten sich tolle Chancen, etwas zu bewegen.
WaswünschstduderBranche,wassolltesich ändern? Weg mit dem Staub! Wir brauchen mehr Offenheit für neue Techniken, neue Materialien, neue Denkweisen. Ob beim Themenkomplex Nachhaltigkeit oder bei digitalen Tools: Es gibt immer ein „Dagegen“. Aber wir brauchen Lust, Neues auszuprobieren und den Raum für Versuche. Außerdem: Baustellen sollen wieder Spaß machen. Ich wünsche mir weniger Gegeneinander und mehr Miteinander. Das brauchen wir auch, um junge Menschen anzuziehen, die Ideen und Lust auf Veränderungen mitbringen. Und wenn ich mit unseren E-Learning-Angeboten und anderen Ideen einen Teil dazu beitragen könnte, dass die Branche den Schritt in die Zukunft schafft, dann würde mich das sehr glücklich machen!
Stehen Sie nach Ihrem Bachelorstudium vor der Frage: „Im Berufsleben voll durchstarten oder doch noch ein Masterstudium absolvieren?“ Mit einem Masterstudium oder einer wissenschaftlich fundierten Weiterbildung am DHBW Center for Advanced Studies (DHBW CAS) können Sie beides gleichzeitig!
Wir bieten Ihnen 26 Studiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Sozialwesen und Gesundheit an. Unsere Studiengänge sind inhaltlich sehr flexibel aufgebaut: Sie können in jedem Studiengang Ihre eigenen Schwerpunkte setzen.
Dadurch möchten wir erreichen, dass Sie Ihr Studium genau an Ihre beruflichen und persönlichen Ziele anpassen. Ein wesentlicher Teil des Studienkonzepts am DHBW CAS ist die Berufsintegration: Sie wenden im Studium erlernte theoretische Kenntnisse zeitnah in Ihrer beruflichen Praxis an. Fragestellungen aus Ihrem Berufsalltag und dem Ihrer Kommiliton*innen fließen in die Lehrveranstaltungen ein.
Als Studierende am DHBW CAS sind Sie während des gesamten Studiums bei Ihrem Arbeitgeber angestellt. Idealerweise stimmen Sie auch Ihre Studieninhalte mit Ihrem Arbeitgeber ab, so dass beide Seiten den größtmöglichen Nutzen haben. Um zeitliche Synergien zu nutzen, können Sie wissenschaftliche Arbeiten Projekten Ihres Arbeitgebers widmen.
Egal, an welcher Hochschule oder Universität Sie Ihren Bachelor erworben haben – das DHBW CAS steht Absolvent*innen aller Hochschularten offen. Auch wenn Sie sich im Masterstudium neu orientieren möchten, können Sie bei uns studieren.
Flexibilität wird im Dualen Master groß geschrieben. Da Sie und Ihre Kommiliton*innen berufstätig sind, ist eine gute und langfristige Planung wichtig. Deshalb geben wir alle Veranstaltungs- und Prüfungstermine lange im Voraus bekannt. Auch die Regelstudienzeit von vier Semestern kann bei Bedarf verlängert werden.
Wir freuen uns darauf, Ihnen die Vorteile des Dualen Masters und unserer Weiterbildungsangebote persönlich vorzustellen!
Fällt es dir manchmal auch schwer, deine individuelle Work-Life-Balance zu finden? Zweifelst du an deinem Karriereweg, den du gegangen bist? Fühlst du dich als Berufseinsteiger*in nicht akzeptiert, weil du deine fachlichen Kompetenzen noch nicht ausreichend ausgebaut hast? Hast du Angst davor, Fehler zu machen, weil deine Berufserfahrung nicht die deiner Kolleg*innen gleicht?
Falls du eine dieser Frage mit „Ja“ beantwortet hast, dann solltest du wissen, dass du damit nicht allein bist. Allein in der Fächergruppe der Ingenieurwissenschaften haben rund 120.000 Studierende ihren Abschluss im Jahr 2022 erfolgreich erworben. Jeder einzelne davon sucht somit seinen Platz in der Berufswelt, was sich nicht immer als einfach herausstellt. Der Übergang ins Berufsleben der Ingenieur*innen stellt einen oftmals vor Herausforderungen. Hierbei kann es von Vorteil sein, seine eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen zu verbessern, um sich von der Konkurrenz abzuheben.
Wir geben dir ein paar Tipps und Tricks an die Hand, die dir bei deinem Berufseinstieg helfen können:
Persönliche Ziele definieren:
Die Definition persönlicher Ziele ist ein wichtiger Schritt, um eine klare Richtung im Leben zu haben und motiviert auf individuelle Erfolge hinzuarbeiten. Dabei sei zu beachten: Bleib realistisch! Versuche nicht alle Ziele auf einen Schlag zu erreichen. Breche die großen Ziele in kleinere, machbare Aufgaben auf. Dies erleichtert die Umsetzung und verhindert Überwältigung,
Work-Life-Balance finden:
Durch die hohe Arbeitsbelastung in vielen Ingenieurpositionen kommt es häufig zu Ungleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben. Um dies zu vermeiden, nimm dir bewusst die Zeit für Erholung und persönliche Interessen, um deine Belastungsgrenzen nicht zu überschreiten.
Soziale Fähigkeiten und Soft Skills pflegen:
Neben den technischen Fähigkeiten spielen auch die sozialen Fähigkeiten eine entscheidende Rolle. Mache dir bewusst, wo du deiner Meinung nach noch deine sozialen und kommunikativen Fähigkeiten weiterentwickeln kannst. Dies ist beispielsweise bei Gruppenprojekten möglich.
Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen:
Durch die kontinuierliche Verbesserung deiner fachlichen und sozialen Fähigkeiten erarbeitest du dir einen Vorteil gegenüber anderen Berufseinsteiger*innen. Daher investiere in deine berufliche Entwicklung und nimm an Workshops und Seminaren teil.
Du möchtest mehr zu dem Thema erfahren, um deine eigenen Kompetenzen zu optimieren? Dann findest du im vom VDI Wissensforum entwickelten Whitepaper „Berufseinstieg im Ingenieurswesen meistern“ noch viele weitere lösungsorientierte Tipps und Tricks. Dieses bietet nicht nur wertvolle Einblicke, sondern enthält auch praktische Beispiele und Fallstudien aus der realen Welt, die dir helfen werden, die Konzepte besser zu verstehen und in deiner Karriere anzuwenden.
Du bist neugierig geworden, was sich hinter dem VDI Wissensforum verbirgt?
Wir bieten Ingenieur*innen und technischen Fachkräften eine breite Palette an technischen Seminaren, Lehrgängen und Konferenzen. In einer Vielzahl von Märkten, wie beispielsweise Automobil, Maschinenbau oder Energie, ist es unser Ziel, Fachwissen zu vermitteln, berufliche Qualifikationen zu fördern und den Wissensaustausch in der Technik- und Ingenieurwelt zu fördern. Neben den technischen Themen findest du auch eine Vielzahl von Soft-Skill-Seminaren, welche sich unter anderem mit den Themen Führung und Projektmanagement befassen. Die Bildungsangebote richten sich an Ingenieur*innen und technische Fachkräfte in unterschiedlichen Branchen und Entwicklungsstufen, von Berufseinsteiger*innen bis hin zu erfahrenen Professionals.
Wir bieten dir zudem die Möglichkeit, wertvolle Kontakte zu knüpfen, um dir ein starkes berufliches Netzwerk aufzubauen und durch die vielfältigen Bildungsangebote erfolgreich in deiner Ingenieurkarriere voranzukommen.
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KI im Schockraum: Neue Jobs zwischen Medizin und IT
Künstliche Intelligenz als Fluch oder Segen? Diese Frage wird in großer Spannweite von breit gesellschaftlich bis tief fachlich geführt und bewegt viele Menschen. Im karriereführer ärzte beleuchten wir mit dem Titelthema, welche Chancen KI im Medizinbereich bietet, zeigen aber auch, wo die Gefahren lauern. Klar ist, die Einsatzfelder sind auch hier groß und liegen vor allem da, wo schnell viele Daten zur Verfügung stehen müssen.
Arbeiten, wie es mir gefällt? Das streben viele an. Und die Zeichen stehen gut, dass Arbeitszeit und -inhalte künftig noch individueller gestaltet werden können. Die Vier-Tage-Woche ist nur eine Idee, die aktuell an den verschiedensten Stellen durchgedacht und erprobt wird. Weil der Bedarf an Ingenieur*innen derzeit sehr hoch ist, haben sie bei vielen Arbeitgebern gute Chancen, ihre Wünsche durchzusetzen.
Künstliche Intelligenz überall! Dieser Ausspruch trifft auch auf die Branche der Infor- mationstechnologie zu. Was kein Wunder ist, stellt KI doch eine Sprunginnovation dar – also eine Innovation, die Auswirkungen auf jeden Einzelnen haben wird. Denn es ist nun mal so, dass Künstliche Intelligenz längst zum Co-Piloten für Software-Entwickler*innen aufgestiegen ist und sie beim Coden unterstützt. Entwickler*innen, die diese Werkzeuge zu nutzen wissen, werden viele Faktoren effizienter und schneller erledigen können.
Neuer Masterstudiengang Angewandte Informatik an der Hochschule Mainz
Die Hochschule Mainz bietet ab dem Wintersemester 2023/2024 den neuen Masterstudiengang Angewandte Informatik an. Er richtet sich an Studierende, die bereits einen Bachelorabschluss in Angewandter Informatik oder einem verwandten Fachgebiet erworben haben und ihr Wissen in diesem Bereich vertiefen möchten. Die Schwerpunkte des Studiengangs liegen in Softwaretechnik und Künstlicher Intelligenz (KI), vermittelt wird ein tiefgehendes Fachverständnis in den Bereichen Softwaretechnik, Software-Entwicklungen, der angewandten Künstlichen Intelligenz, der Informationsvisualisierung beispielsweise mit Augmented und Virtual Reality sowie der allgemeinen Informationstechnologie. Zudem lernen die Studierenden, wie sie komplexe Softwaresysteme, Machine-Learning-Algorithmen und Deep-Learning-Modelle entwickeln und einsetzen. Auch die Anwendung von KI in der Industrie und anderen Bereichen steht auf dem Lehrplan.
Business, Softwareentwicklung und IT-Operations
Unternehmen reagieren auf die veränderten Kundenanforderungen, wollen ihre Wettbewerbsvorteile ausbauen und sich zu Digital Leaders weiterentwickeln. Im Fokus stehen dabei Themen wie IT-Modernisierung, Cloud Transformation und agile Softwareentwicklung, um einerseits die Softwareentwicklung deutlich näher an den tatsächlichen Anforderungen der Nutzenden auszurichten sowie andererseits die eigenen Prozesse zu vereinfachen und zu verbessern. Der Druck für Veränderungen ist hoch: Aufgrund der beschleunigten Digitalisierung und des anhaltenden Transformationsdrucks wollen 82 Prozent der befragten IT- und Business-Führungskräfte aus großen Unternehmen und Behörden im deutschsprachigen Raum eine stärkere Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle herbeiführen. Überraschend ist jedoch, dass bei fast der Hälfte der Unternehmen die Verantwortung für die Digitalisierung immer noch in den einzelnen Funktionen liegt, wodurch eine ganzheitliche Transformation im Sinne eines Ende-zu-Ende-Ansatzes erschwert wird. Das sind die Ergebnisse der neuen Lünendonk-Studie 2023 „Cloud, Data & Software“.
Strategische Technologie-Trends von Gartner
Laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner sind dies die zehn wichtigsten strategischen Technologie-Trends von Gartner für 2023, aufgezählt von Rang 1 bis 10: Digital Immune System, Applied Observability, KI-Vertrauens-, Risiko- und Sicherheitsmanagement (AI TRISM), Cloud-Plattformen für die Industrie, Platform Engineering, Wireless-Value Realization, Super-Apps, Adaptive KI, Metaverse und Nachhaltige Technologie. Die Marktforscher gehen davon aus, dass diese Trends die Unternehmensstrategien in den kommenden drei Jahren beeinflussen werden, indem sie Unternehmen in die Lage versetzen, wichtige Prioritäten anzugehen: Optimierung, Skalierung, Pionierleistung sowie die Verfolgung von nachhaltigen Technologielösungen.
Beginnt mit der Einbindung von Systemen mit Künstlicher Intelligenz in die Tätigkeit des Programmierens eine neue Ära der Software-Entwicklung? Expert*innen gehen zunächst einmal von einer Aufgabenteilung aus: Die KI sammelt Fleißkärtchen und findet Fehler, die Entwickler*innen widmen sich der Lösung komplexer Probleme. Zugute kommt das der jungen Generation, die schneller als zuvor qualitative Jobs übernimmt. Ein Essay von André Boße.
Prompts statt Codes: Wer mit den verfügbaren Systemen mit Künstlicher Intelligenz arbeitet, benötigt in vielen Fällen keine Programmierkenntnisse, sondern muss die Fähigkeit besitzen, der KI die richtigen Aufforderungen an die Hand zu geben, damit sie etwas daraus macht: einen Text schreiben, ein Bild erstellen, eine Tabellenkalkulation durchführen, die Arbeitsaufteilungim Unternehmenorganisieren. Andererseits istdie KIauchinder Lage, die Mustervon Programmiersprachen zu erkennen – und diese zu lernen. Branchen-Expert*innen gehen daher davon aus, dass KI-Systeme die Art und Weise, wie in der Software-Entwicklung gearbeitet wird, stark verändern werden.
KI mag die Logik und Struktur von Programmiersprachen
Die zentrale Rolle spielen hier KI-Codierungstools, die in der Lage sind, Computercodes zu schreiben oder zumindest zu vervollständigen. Dabei kommen Computersprachen in der Regel dem, was KI-Systeme zu leisten in der Lage sind, entgegen: Anders als in der menschlichen Sprache gibt es hier keine Doppeldeutigkeiten, keine zweiten Ebenen, keine Metapher – Computercodes sind von klarer Logik und streng strukturiert.
„Von Entwicklern wird heute mehr erwartet als nur das Schreiben und Ausliefern von Code – sie müssen sich mit einer Reihe von Tools, Umgebungen und Technologien auskennen, darunter auch die neuen generativen KI-Codierwerkzeuge“ Inbal Shani, Chief Product Officer beim US-Unternehmen GitHub.
„Programmiersprachen sind sehr einfache Sprachen, die aus Mustern und Beispielen für Maschinen auch gut erlernbar sind“, wird Dr. Aljoscha Burchardt, Forscher für Sprachtechnologie am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), in einem Beitrag im Wissenschaftsmagazin „Spektrum“ zitiert. Die Kombination aus „allgemeinsprachlicher Eingabe zur Beschreibung eines Problems und den programmiersprachlichen Ausdrücken, die das System als Ergebnis liefern soll“, sei im Grunde optimal auf die Kompetenzen von KI-Systemen wie ChatGPT zugeschnitten, wird Burchardt zitiert.
KI-Codierung ist Realität: 92 Prozent der Entwickler*innen nutzen sie
Wie aber ändert sich dadurch die Arbeit von Software-Entwickler*innen? Und welche Vorteile erhofft sich die Branche durch diesen Wandel? „Von Entwicklern wird heute mehr erwartet als nur das Schreiben und Ausliefern von Code – sie müssen sich mit einer Reihe von Tools, Umgebungen und Technologien auskennen, darunter auch die neuen generativen KI-Codierwerkzeuge“, schreibt, Inbal Shani, Chief Product Officer beim US-Unternehmen GitHub, einem Online-Hosting-Dienst für Software-Entwicklungsprojekte, der auch das Codierungstool „Copilot“ im Portfolio hat.
McKinsey-Studie: KI sorgt für Produktivitätsboom
Foto: AdobeStock/iiierlok_xolms
Die Unternehmensberatung McKinsey prognostiziert in einer Mitte 2023 veröffentlichten Studie, dass die Systeme mit Generativer KI das Potenzial besitzen, „einen jährlichen Produktivitätszuwachs von 2,6 bis 4,4 Billionen US-Dollar zu ermöglichen“, wie es in der Zusammenfassung der Ergebnisse heißt. Dieses Wachtumsvolumen liege ungefähr in der Größenordnung des jährlichen Bruttoinlandsprodukts eines Landes wie Großbritannien. Rund dreiviertel des geschätzten Werts werde die Generative KI in den Bereichen Kundenservice, Marketing und Vertrieb, Softwareentwicklung sowie Forschung und Entwicklung schaffen – „und damit in stark wissens- und personalbasierten Bereichen“. Ein konkretes Beispiel sei das „eigenständige Generieren von Softwarecode auf der Grundlage natürlicher Sprachanweisungen“.
Mit diesem Satz leitet sie die Ergebnisse einer Befragung ein, mit der GitHub herausfinden wollte, wie sich die Arbeit von Software-Entwickler*innen im Zuge der aktuellen Trends verändern wird und wie sich schon heute neue Tools und aktuelle Arbeitsabläufe auf die allgemeine Entwicklererfahrung auswirken. Mitte 2023 hat das Unternehmen die Studie vorgestellt. Eine Kern-Erkenntnis für Inbal Shani: Zwar beginne angesichts der rasanten Fortschritte im Bereich der generativen KI ein „neues Zeitalter der Softwareentwicklung“, wie sie es formuliert, es sei aber weiterhin so, dass es die Entwickler*innen sind, die für den Fortschritt sorgen – „wenn sie in die Lage versetzt werden, etwas zu bewirken“.
Die GitHub-Umfrage bei 500 Software-Entwicklungsunternehmen aus den USA zeigt, dass KI-Codierungstools bei den meisten Programmierer*innen bereits ein Teil des Werkzeugkastens sind: 92 Prozent der Befragten gaben an, KI-Codierungstools zu nutzen. 70 Prozent erwarten sich konkrete Vorteile für ihre Arbeit. Konkret: eine bessere Codequalität, kürzere Fertigstellungszeiten und die Lösung von Problemen. „KI-Codierungstools werden den Entwicklern helfen, die Leistungsstandards zu erfüllen, indem sie die Codequalität verbessern, den Output beschleunigen und die Zahl der Zwischenfälle auf Produktionsebene verringern“, heißt es im Fazit der Studie. Interessant ist dabei, dass
die meisten Teilnehmenden nicht glauben, dass die KI die Software-Entwicklung revolutionieren wird. Stattdessen sind sie der Meinung, „dass sich KI-Codierungstools in ihre bestehenden Arbeitsabläufe einfügen und die Effizienz steigern werden“. Wobei die Aufgabenverteilung noch klar ist: Die KI-Tools besorgen die Fleißarbeit. Das spart Zeit für den Menschen, der dann mehr Zeit hat, „sich auf das Lösungsdesign zu konzentrieren“, wie es in der GitHub-Studie heißt. Dies führe zu organisatorischen Vorteilen, da die Entwickler*innen „mehr Zeit damit verbringen werden, neue Funktionen und Produkte mit KI zu entwerfen, anstatt Standardcode zu schreiben“.
Effizienz sorgt für stärkeren Fokus auf komplexe Probleme
In dieser Hinsicht unterscheiden sich die Effekte von KI-Codierungstools kaum vom Einsatz von KI-Systemen in anderen Bereichen wie zum Bespiel dem Recht: Auch bei LegalTech-Anwendungen geht es in erster Linie darum, dass die digitalen Techniken zeitfressende Arbeiten übernehmen, damit die Jurist*innen mehr Raum für die Lösung von wirklich komplexen Problemen haben. Laut der Git-Hub-Studie sehen die Software-Entwickler*innen dieses Potenzial ebenfalls: Indem ihnen die KI-Codierungstools quantitative Arbeit abnehmen, ergibt sich die Möglichkeit für einen starken Fokus auf qualitative Arbeiten. Was, so die Studie, auch dazu führt, dass 81 Prozent der Befragten glauben, dass die KI-Werkzeuge dafür sorgen, dass die Arbeit im Team mit den Kolleg*innen an Bedeutung gewinnen wird.
Welche KI-Codierungstools gibt es?
Foto: AdobeStock/davooda
Hinter den besten KI-Codierungstools stecken Algorithmen, Elemente des maschinellen Lernens sowie umfangreiche Sprach-Bibliotheken. Zu Entwicklern solcher Tools zählen Unternehmen wie GitHub, die sich schon vorher auf Code-Services spezialisiert haben und deren „Copilot“ auf der OpenAIs GPT-4 basiert. Zu den Anbietern zählt aber auch Amazon, das mit seinem „Code Whisperer“ auch diesen Teil der digitalen Wertschöpfungskette abdeckt. Meta bietet seit August 2023 das Gratis-Tool „Code Llama“, das Codes generieren und Bugs finden kann. Lightning-KI versteht sich als Open-Source-Plattform, die zu einem großen
Teil von einer engagierten Community profitiert. Das Portal Replizieren ermöglicht einen kollaborativen Ansatz, das Tool Bugasura spezialisiert sich aufs Bug-Fixing. Einen Überblick über diese und andere KI-Codierungstools bietet das Digital-News-Portal Metaverse Post.
Generell sind die Teams in der Software-Entwicklung häufig agil und funktionsübergreifend organisiert. Der Job teilt sich dabei in drei Kernbereiche auf: erstens die technische Arbeit, also das Schreiben der Codes, zweitens die Kommunikation innerhalb des Unternehmens, mit dem Kunden sowie den potenziellen Nutzer*innen, drittens die kreative Leistung, Lösungen zu finden und Designs zu entwerfen. Eine echte Hilfe kann die KI beim technischen Teil der Arbeit sein. Hier steigert sie die Effizienz, ins Zentrum rücken dadurch die Tätigkeiten, bei denen es darauf ankommt, mit anderen zu kooperieren, um gemeinsam Lösungen zu finden. Dies ist eine Entwicklung, die von den Befragten sehr positiv bewertet wird. So wurden „regelmäßige Kontaktpunkte“ als zentraler Faktor für eine effektive Zusammenarbeit bei Projekten benannt. 41 Prozent der Entwickler glauben sogar, dass KI-Codierungstools bei der Vorbeugung von Burnout helfen können. Weil sie lähmende Arbeiten übernehmen und geistigen sowie zeitlichen Freiraum schaffen.
KI-Tools verkleinern Gap zwischen Alt und Jung
Wer vom Einzug der KI in die Software-Entwicklung besonders profitiert? Für André Bojahr, Lead Data Scientist beim Berliner IT-Consultingunternehmen Exxeta, liegt die Antwort auf der Hand, in einem Meinungsbeitrag auf der Exxeta-Plattform „Insights“ schreibt er: „Was klar ist und wohl viele erfahrene Developer*innen nicht gerne hören, ist die Tatsache, dass KI die Einstiegshürden beim Programmieren deutlich reduziert. Sprich: Der Gap zwischen erfahrenen Entwickler*innen und denen, die gerade erst anfangen, verringert sich dramatisch.“ Mit der KI könnten auch Einsteiger*innen sehr schnell ein hohes Produktivitätslevel erreichen, ohne, dass dabei die Qualität des Codes leidet, „da man hier mittels KI auf das Wissen von Millionen von Entwickler*innen zurückgreift“, wie Bojahr schreibt.
Effizienz killt Jobs? Das Gegenteil ist richtig
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In einem Meinungsbeitrag auf dem Blog des IT-Portals entwickler.de widmet sich der Autor Manuel Thaler, Co-Gründer des Programmier-Schulungsportals Developer Akademie der Frage, ob KI-Codierungstools früher oder später die menschlichen Programmierer*innen ersetzen. „In der Vergangenheit haben Technologien, die für Effizienzsteigerungen in der Codeerstellung gesorgt haben, zu einer Zunahme der erstellten Software bei gleichzeitiger Senkung der Kosten geführt“, schreibt er. Beispiele hierfür seien High-Level-Programmiersprachen, Frameworks und Open-Source-Projekte. „Dadurch ist die Nachfrage nach Softwareentwicklern in der Vergangenheit bisher immer gestiegen, anstatt zu sinken.“ Ähnliche Effekte könnten nun durch die weitreichende Einführung von KI-gestützten Tools wie ChatGPT erzielt werden. Für ihn ergeben sich aus der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine „zahlreiche Möglichkeiten, innovative Lösungen zu entwickeln und die technologische Entwicklung voranzutreiben“.
Seine Prognose ist, dass die KI in der Softwareentwicklung dazu führen wird, dass sich Rollen wandeln und neue Job-Profile entstehen: „Der Mittelbau wird ausgedünnt: Man braucht nicht mehr so viele seniorige Developer*innen, um bestimmte Aufgaben zu lösen. Andererseits braucht man umso mehr Expert*innen, um die richtig komplexen Herausforderungen anzugehen.
Maschinen unter sich? Mensch muss Kontrolle behalten
Auch bei den Arbeitsvorgängen Bugfixing und Testing biete die Künstliche Intelligenz eine helfende Hand. Wobei besonders die Kontrolle dessen, was das KI-System leistet, eine zentrale Aufgabe des Menschen bleibt. Wenn ein Computer einen Code für einen Computer schreiben soll, wäre es ja theoretisch möglich, dass dies gar nicht mehr auf der Ebene einer „Sprache“ passiert. Diese existiert als Gebilde ja nur, damit das, was der Mensch den Computer ausführen lässt, für andere Menschen nachvollziehbar bleibt.
Spielt der Mensch im Zusammenspiel der Rechner keine Rolle mehr, könnte man sich doch diese Übersetzungsarbeit sparen, oder? André Bojahr von Exxeta schreibt in seinem Meinungsbeitrag von einem „Gedankenspiel“, warnt aber davor, es umzusetzen: „Es geht um Kontrolle und Transparenz.“ Das Verständnis dafür, welchen Output die Künstliche Intelligenz aus unserem Input generiert, dürfe auf keinen Fall verloren gehen: „Nur, wenn wir der KI-basierten Software vertrauen, kann sie erfolgreich sein. Und deshalb sind Auditierung und Zertifizierung, Ethik und andere Compliance-Vorgaben bei der Nutzung sehr wichtig.“
KI kann helfen, dass Deutschland aufholt
In der Software-Entwicklung auf KI-Tools zu verzichten? Das ist für André Bojahr keine Option. Je nach Anwendungsfall geht er bei den Software-Entwicklern von einer Produktivitätssteigerung zwischen 40 und 80 Prozent aus, auf diesen positiven Effekt könne kein Akteur verzichten. „KI wird nicht nur in der Software-Entwicklung, sondern für viele Aufgaben und Prozesse in Unternehmen eingeführt. Und die Unternehmen, die darauf verzichten, werden schneller ins Hintertreffen geraten, als ihnen lieb sein kann.“
Eine Rolle spielen hier auch der Fachkräftemangel sowie der Rückstand der Softwarebranche in Deutschland und Europa auf die USA: „Das KI-gestützte Coden kann uns möglicherweise helfen, die Lücke zu verringern“, schreibt André Bojahr. Die Voraussetzung dafür ist, dass sich die deutschen Entwicklungsunternehmen der KI mit Lust an der Innovation zuwenden. Und dass der Nachwuchs die Chance nutzt, mit Hilfe der Tools Code-Qualität mit Effizienz zu kombinieren – um damit das Programmieren tatsächlich in ein neues Zeitalter zu führen.
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von ChatGPT Plus voll aus. Mit ChatGPT öffnet sich das Tor zu einer aussergewöhnlichen Revolution. Künstliche Intelligenz ist nicht länger ein futuristischer Traum, sondern steht jedem zur Verfügung – das Potenzial ist atemberaubend. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich schon heute mit ChatGPT vertraut zu machen. Tauchen Sie ein in die unbegrenzten Möglichkeiten der KI – ein Abenteuer, das Sie nicht verpassen sollten. Liliane Ritzi (Hg.), Rolf Jeger (Autor): ChatGPT Plus: Durchstarten in eine neue Welt: Entdecken Sie Künstliche Intelligenz mit ChatGPT Plus und GPT-4. Voima 2023, 29,80 Euro