Öko-Thriller-Autor und Unternehmer Dirk Roßmann im Interview

Jeder kennt Dirk Roßmann als Unternehmer und Gründer der Drogeriekette Rossmann. Mit 74 Jahren hat er Ende 2020 noch einmal ein Debüt gegeben: „Der neunte Arm des Oktopus“ ist sein erster Roman: ein fiktiver Öko-Thriller zum sehr realen Thema des Klimawandels. Im Interview erzählt Dirk Roßmann, warum ihn das Thema selbst nachts nicht mehr losließ und er große Hoffnungen in die junge Ingenieurgeneration setzt. Die Fragen stellte André Boße.

Zur Person

Dirk Roßmann eröffnete 1972 in seiner Geburtsstadt Hannover einen „Markt für Drogeriewaren“, es war der erste Drogerie- Discountmarkt in Deutschland überhaupt. Bis heute ist die Dirk Rossmann GmbH ein inhabergeführtes, international agierendes Familienunternehmen und befindet sich mehrheitlich im Besitz der Familie Roßmann. Dirk Roßmann setzt sich intensiv für den Klimaschutz ein. Dass der Klimawandel eine Bedrohung für die Menschheit, unsere Kinder und Kindeskinder ist, beschäftigt ihn nicht nur als Unternehmer und Schriftsteller, sondern auch als Vater und Großvater. Als Mitbegründer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (www.dsw.org) engagiert er sich seit 1991 für eine zukunftsfähige Bevölkerungsentwicklung. Der Autor ist verheiratet mit Alice Schardt-Roßmann und hat zwei Söhne, die ebenfalls im Unternehmen tätig sind.

Herr Roßmann, soll Ihr Öko-Thriller, „Der neunte Arm des Oktopus“, eher unterhalten oder eher zur Weltrettung beitragen?
Im besten Fall beides! Ich will Gehör finden für das Problem des Klimawandels und die gewaltige Aufgabe, die uns bevorsteht, um das Problem zu bewältigen. Sachbücher gibt es schon viele zu diesem Thema, aber ein Thriller bietet andere Möglichkeiten. Ich gehe den Weg der Fantasie, möchte den Leser fesseln. Beim Lesen eines Romans tauche ich bewusst in eine fremde Wirklichkeit ein. Die Schicksale der Menschen, die unmittelbar vom Klimawandel betroffen sind, bekommen ein Gesicht, sie werden dadurch viel stärker zur Realität als durch eine Nachrichtenmeldung.

Welche konkreten Erlebnisse haben Sie dazu gebracht, sich diesem Buchprojekt zu widmen?
Konkrete Erlebnisse gab es viele. Beispielsweise die verheerenden Brände in Australien, denen alleine zwischen Ende 2019 und Anfang 2020 über eine Milliarde Tiere zum Opfer gefallen sind. Aber auch die sichtbare Veränderung unseres europäischen Klimas – das können Sie direkt vor der eigenen Haustür sehen: Die Temperaturen steigen, die Sommer werden immer heißer, unsere Eichen schreien förmlich nach Wasser. Erst war es so, dass sich verschiedene Erlebnisse und Wahrnehmungen regelrecht in mir aufgestaut haben, was letztlich zu einer seltsamen Begebenheit geführt hat: Im Dezember 2019 habe ich 14 Tage lang, immer zur selben Zeit, frühmorgens gegen vier Uhr, in einem Zustand zwischen Wachen und Träumen einen Großteil der Handlung meines Romans geträumt. Und dann war er da – der Zwang, das auf Papier zu bringen.

Beim Schreiben des Buches haben Sie sich, wie man liest, eine hartnäckige Magenschleimhautentzündung zugezogen, die wohl auch etwas mit dem Stress zu tun hatte. Was hat Sie mehr gestresst: der für Sie ungewöhnliche Prozess des Schreibens oder die Dringlichkeit des Themas?
Das eine bedingte das andere. Ich habe den enormen Drang verspürt, das Geträumte aufzuschreiben. Das war mein Weg, mit der Bedrohung durch den Klimawandel umzugehen, die wie eine dunkle Wolke über uns schwebt. Ich habe mich mit den schrecklichen Folgen auseinandergesetzt, die der Klimawandel für die Menschen bedeutet, welches Leid und welche Not er mit sich bringt. Zugleich wollte ich, dass der Thriller richtig gut wird – denn eines war mir klar: Um zum Nachdenken anzuregen, musste das Buch zu einem Erfolg und von vielen Menschen gelesen werden.

Ihnen war die wissenschaftliche Präzision des Buches wichtig, gleich mehrere Experten haben Ihnen beim Recherchieren und Verfassen geholfen. Warum ist es wichtig, dass selbst eine fiktive Geschichte wie Ihre auf Fakten basiert?
Mein Roman handelt von einer realen Bedrohung! Auch wenn die Handlung fiktiv ist, so müssen wir uns doch der tatsächlichen Problematik und den Folgen des Klimawandels stellen. Da ist es enorm wichtig, dem Leser ein Szenario vor Augen zu führen, das so eintreten kann und möglicherweise auch eintreten wird, sollten wir nicht sehr bald das Ruder herumreißen. Dürren, Überschwemmungen, auftauende Permafrostböden: Alle diese Dinge sind ja leider heute schon Realität und werden mit steigender globaler Temperatur erschreckende Ausmaße annehmen.

Sie sind in erster Linie als erfolgreicher Unternehmer bekannt. Welche Rolle spielen Unternehmen, wenn es darum geht, die Weichenstellungen für eine bessere Zukunft vorzunehmen?
Als Unternehmen schauen wir natürlich, wie wir uns nachhaltiger aufstellen können. Und: Wir haben die Möglichkeit, Menschen zu erreichen. Entscheidungsmacht besitzen wir aber nicht. Letztendlich liegt es bei den Staaten – insbesondere den großen –, Maßnahmen durchzusetzen, die weitreichend sind und den rasch fortschreitenden Klimawandel stoppen oder zumindest verlangsamen können.

Wir sollten unsere Hoffnung nicht allein auf eine rein technische Lösung setzen. Technik ist wichtig. Sie wird vieles möglich machen. Und auch möglich machen müssen, zum Beispiel in der Automobilindustrie oder dem Energie-Sektor. Am Ende ist es aber an uns allen, umzudenken und unsere Lebensweise zu verändern.

Es sieht so aus, als rette uns in dieser Pandemie eine medizintechnische Forschungsleistung, nämlich der Impfstoff. Was kann die Technik beitragen, um die Klimakrise zu lösen?
Wir sollten unsere Hoffnung nicht allein auf eine rein technische Lösung setzen. Technik ist wichtig. Sie wird vieles möglich machen. Und auch möglich machen müssen, zum Beispiel in der Automobilindustrie oder dem Energie-Sektor. Am Ende ist es aber an uns allen, umzudenken und unsere Lebensweise zu verändern. Dazu gehört zum Beispiel, unseren Fleischkonsum deutlich zu reduzieren, weniger zu reisen und erneuerbare Energien zu fördern. Wir sehen doch aktuell in der Pandemie, was möglich ist, wenn uns eine Situation zwingt umzudenken. Nur ist der Klimawandel für viele zu abstrakt, zu unwirklich, zu weit entfernt, als dass sie zum Handeln bereit sind.

In welcher Rolle sehen Sie junge Ingenieure und Ingenieurinnen, die jetzt mit ihrer Karriere beginnen: Welche Rolle werden sie in naher Zukunft spielen?
Eine sehr wichtige! Denn ihr Ideenreichtum wird Entwicklungen vorantreiben. Sie steigen mit einem anderen Bewusstsein in ihr Berufsleben ein: mit einem Bewusstsein für Nachhaltigkeit und für den Klimawandel. Dieser Blick wird es ihnen ermöglichen, Wege zu finden, die wir jetzt vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm haben. Ich setze große Hoffnungen in sie und in ihre Innovationen.

An welchen technischen Stellschrauben könnten Sie in Ihrem Unternehmen drehen, um Rossmann noch nachhaltiger wirtschaften zu lassen?
Das Spannende an der Nachhaltigkeit ist doch, dass wir stetig dabei sind, uns zu verbessern. Denken Sie nur zehn Jahre zurück, wer kannte da das Thema Mikroplastik? Lange hieß es, Mikroplastik könne nicht ersetzt werden. Heute haben wir allein 1000 mikroplastikfreie Produkte im Sortiment. Das Beispiel zeigt: Es gibt noch viele Stellschrauben, sowohl auf Produkt- als auch auf Verpackungsebene. Aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Klimaneutralität. Unsere Naturkosmetik der Eigenmarke ist bereits klimaneutral, da ist sicherlich noch Einiges mehr möglich.

Wenn Sie jetzt nachts wachliegen, müssen Sie sich ja keine Thriller-Geschichte mehr erträumen. Wenn Sie sich stattdessen eine technische Erfindung erträumen dürften, welche wäre das?
Natürlich wäre eine technische Erfindung großartig, die die Erderwärmung stoppt oder in Teilen sogar umkehren könnte. Aber mit solchen Träumen sollte man immer mit Bedacht umgehen. Denn ein so großer, gravierender Eingriff in das Welt-Klima hätte sicherlich nicht nur positive Folgen. Ich denke daher, dass unser Leben und unser Planet für die eine, große Erfindung einfach zu komplex sind.

Zum Buch

Cover Der neunte Arm des OktopusWas es mit dem Buchtitel auf sich hat? Das will Dirk Roßmann nicht verraten: „Das erfahren Sie, wenn Sie mein Buch lesen.“ Nur eines wolle er verraten: Der Oktopus habe ihn sehr fasziniert: „Er steht für das Wunder der Natur, das wir schützen müssen. Ein Oktopus ist perfekt, wie er ist, er braucht keinen weiteren Arm, er ist im Einklang mit sich, seiner Umwelt, den weiten Ozeanen, die alles verbinden und unseren Planeten zum blauen Planeten machen.“ Der Roman startet an dem Punkt, an dem die drei Supermächte China, Russland und die USA einen radikalen Weg einschlagen, um den Klimawandel noch in den Griff zu bekommen. Wobei die Maßnahmen der Allianz gravierend in das Leben der Menschen eingreifen – und nicht jeder diese neue Wirklichkeit kampflos akzeptieren will.

Dirk Roßmann: Der neunte Arm des Oktopus. Lübbe Verlag 2021. 20 Euro

 

 

 

Ideenwettbewerb: Wasserstoffrepublik Deutschland

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Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert 16 Projekte der Wasserstoff- Grundlagenforschung mit 56 Millionen Euro. Weitere Partner können sich bewerben. Von Sabine Olschner

Die Gewinner der ersten Runde des BMBF-Ideenwettbewerbs „Wasserstoffrepublik Deutschland“ stehen fest und erhalten staatliche Förderungen für ihre Grundlagenforschungen im Bereich Wasserstoff. Die Grundlagenprojekte beschäftigen sich mit der nächsten und der übernächsten Technologiegeneration. Sie sollen dazu beitragen, Antworten auf grundlegende Fragen der Wasserstoffwirtschaft zu finden und damit die wissenschaftliche Basis für neue Produkte und Anwendungen legen. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek möchte Deutschland weltweit zur größten Wissensquelle für den Grünen Wasserstoff machen – dem zentraler Baustein zur Energiesicherheit des Hochtechnologielandes Deutschland. Der Grundlagenforschung für Wasserstofftechnologien als Hochtechnologien kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. An den 16 ausgewählten Projekten des Wettbewerbs arbeiten insgesamt 71 Partner. 48 der Partner stammen aus der Wissenschaft, 23 aus der Wirtschaft. Mehr als 100 weitere Projektideen befinden sich in der Begutachtung für eine zweite Förderrunde. Die Bewerbung für eine dritte Runde ist weiterhin möglich.

Ein Projekt der Wasserstoff-Grundlagenforschung nennt sich AEMready: Hier sollen bessere Elektroden- und Katalysatoren- Materialien für die AEM-Elektrolyse entwickelt werden, die die Wasserstoffgestehungskosten künftig deutlich senken. Ein weiteres Projekt ist CORAL-HD, das sich mit Brennstoffzellen-Elektroden mit langer Lebensdauer für Nutzfahrzeuge beschäftigt. Wasserstoffbrennstoffzellen sind eine vielversprechende Option für den nachhaltigen Güter- und Schwerlastverkehr: Um auch Lkw und Busse klimafreundlich anzutreiben, wandeln Brennstoffzellen Wasserstoff in elektrische Energie für den Antrieb um. Dabei müssen sie den vielfältigen Belastungen des Alltags gewachsen sein. Ein drittes Beispiel ist CarbonCycleMeOH, die eine Machbarkeitsstudie zur Methanol-Herstellung aus CO2-Abgasen und Grünem Wasserstoff erstellt.

Die stoffliche Verwertung von industriellen CO2-Emissionen mit der Hilfe von Grünem Wasserstoff kann einen wichtigen Beitrag dazu liefern, den CO2-Fußabdruck wichtiger Kernbranchen zu reduzieren. Die Machbarkeitsstudie richtet ihr Augenmerk auf die Chemiebranche.

Grüner und Grauer Wasserstoff

Die Herstellung von Wasserstoff erfolgt aktuell vorwiegend auf Basis von fossilen Energiequellen. Dies wird als Grauer Wasserstoff bezeichnet. Grüner Wasserstoff hingegen wird CO2-neutral mit Hilfe von erneuerbaren Energien hergestellt. Ein Green Tech Cluster in Österreich hat sich die Potenziale von Grünem Wasserstoff in erster Linie für Europa angeschaut.

Windenergie – eine Branche mit Zukunftspotenzial

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Welche Chancen haben Hochschulabsolvent*innen in der Windenergiebranche? Felix Tobias, Inhaber von WindPersonal, eine auf die Windenergie spezialisierte Personalberatung, gibt Tipps für den Einstieg. Aufgezeichnet von Sabine Olschner

Die derzeitige Situation ist etwas ungewöhnlich: Aufgrund eines Systemwechsels innerhalb des Erneuerbaren-Energien- Gesetzes (EEG) im Jahr 2017 ging der Zubau an neuen Windkraftanlagen in Deutschland zurück, da sich bedingt durch den Systemwechsel hin zu Ausschreibungsverfahren die Vergütung für Strom aus Windenergie stark gesenkt hat. Obwohl sich dies insgesamt negativ auf die Branche ausgewirkt hat, merken wir keinen Rückgang bei der Nachfrage nach neuen Mitarbeiter*innen. Der Bedarf in der Branche steigt aus unserer Sicht weiterhin. Auch die Corona-Pandemie hat daran nichts geändert. Aufgrund der neuen politischen Ausrichtung in Sachen Windkraft haben sich natürlich die Schwerpunkte verschoben. Bis 2017 rekrutierten verstärkt Projektierungsbüros Mitarbeiter*innen, die sich zum Beispiel mit der Flächensuche, der Genehmigung und dem Bau von neuen Windkraftanlagen beschäftigten. Heute steht eher die Betreuung bestehender Anlagen, also die kaufmännische und technische Betriebsführung, die Wartung und die Entstörung sowie das sogenannte Repowering, also der Austausch von alten Anlagen gegen modernere, im Vordergrund. Auch Gutachtertätigkeiten nehmen zu.

Der höchste Bedarf an neuem Personal besteht im Norden und im Nordosten Deutschlands, wo die meisten Anlagen stehen und neu gebaut werden. Wer hingegen im Bereich der kaufmännischen und technischen Verwaltung der Anlagen arbeiten will, wird bundesweit fündig. Die Qualifikationen, die Unternehmen suchen, unterscheiden sich je nach Aufgabe: Für die Entwicklung von elektronischen und mechanischen Komponenten und deren Optimierung sind Ingenieur*innen gefragt, die gern tüfteln und nach innovativen und effizi enteren Lösungen suchen. Projektentwickler* innen benötigen technisches und kaufmännisches Know-how sowie Projektmanagementfähigkeiten. Und wer im Vertrieb von ganzen Anlagen oder deren Komponenten arbeiten will, sollte technisches Wissen sowie Vertriebskompetenz mitbringen.

Die Karrierechancen stehen gut, sofern man sich auf die Besonderheiten der Branche einlässt und etwas bewegen will.

Ob Ingenieur*innen einen Bachelor oder einen Masterabschluss mitbringen, ist erst einmal zweitrangig. Viel wichtiger ist Praxiserfahrung in der Windenergiebranche oder die Spezialisierung auf diesen Bereich. Mitarbeiter*innen mit viel Erfahrung sind in der noch relativ jungen Branche nicht besonders zahlreich zu finden – erst Anfang/Mitte der 1990er-Jahre wurden die ersten Windkraftunternehmen gegründet. Daher greifen die Arbeitgeber oft auch auf Quereinsteiger*innen zurück. Als Personalberatung suchen wir eher Leute mit Erfahrung, um Stellen zu besetzen, die ein bestimmtes Know-how erfordern.

Fachlich ist ein Quereinstieg aus anderen Branchen meist kein großes Problem. Allerdings tickt die Windenergiebranche anders als viele andere technische Industriezweige. Die ersten Unternehmen sind in den 90er-Jahren mit viel Idealismus und Pioniergeist gestartet. Dieser besondere Flair ist auch heute noch in vielen Unternehmen spürbar: Es gibt oft keine starren Strukturen, und man muss Lust haben, sich mit seinen Ideen einzubringen. Die politischen Rahmenbedingungen ändern sich im Bereich der Erneuerbaren Energien schnell, sodass sich die Unternehmen und ihre Mitarbeiter*innen immer wieder auf Neues einstellen und flexibel reagieren müssen. Das bedeutet aber auch, dass Einsteiger*innen schnell aufsteigen können, wenn sie sich engagieren. Die Karrierechancen stehen gut, sofern man sich auf die Besonderheiten der Branche einlässt und etwas bewegen will.

Insgesamt sehe ich in der Windenergiebranche ein hohes Zukunftspotenzial. Schon allein die steigenden Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen wird den Bedarf an Strom erhöhen. Auf lange Sicht werden wir also um die Windkraft als Stromerzeugung nicht herumkommen. Wer überzeugt ist, bei den erneuerbaren Energien gut aufgehoben zu sein, wird seinen Weg finden.

Windenergie schafft Arbeitsplätze

2016 waren 160.200 Menschen in der Windbranche beschäftigt: 27.200 im Offshore-, 133.000 im Onshore- Bereich. 2017 wurden zahlreiche Arbeitsplätze in der Branche abgebaut, zum Jahresende gab es nur noch 135.100 Beschäftigte. Derzeit liegen keine aktuelleren Zahlen vor. Die Branchenverbände BWE und VDMA gehen von gut 100.000 Beschäftigten im Jahr 2020 aus. Quelle: Bundesverband WindEnergie

Telegramm: Neues aus der Ingenieur-Welt

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Deutsche vertrauen KI in HighTech

Foto: Fotolia/ sester1848
Foto: Fotolia/ sester1848

Laut des Reports „KI-Zukunftskompass“ von Bosch befürworten mehr als zwei Drittel der Deutschen KI-basierte Lösungen bei der Fehlerdiagnose von Maschinen, bei der industriellen Produktion von Waren und Maschinen sowie in der Raumfahrt und anderen High-Tech-Bereichen. Hier sei das Vertrauen in die Möglichkeiten der KI vonseiten der Bevölkerung bereits groß. In Einsatzgebieten, die eher mit Menschenkontakten zu tun haben, etwa in der Krankenpflege oder bei der finanziellen Anlageberatung, seien die Zustimmungsraten für den KI-Einsatz laut Studie mit 40 Prozent bzw. 31 Prozent deutlich geringer.

UniRanking:

Foto: Fotolia/ lovemask
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Wo studieren die meisten Frauen? Die WBS GRUPPE hat untersucht, wie hoch der Frauenanteil an Deutschlands Hochschulen ist – die Studie vergleicht den Anteil an 44 der größten deutschen Hochschulen und Universitäten. Es zeigt sich: In Sachen Geschlechtergerechtigkeit ist weiterhin Luft nach oben. So ist zwar die Hälfte aller immatrikulierten Studierenden weiblich, doch der Anteil an Professorinnen beträgt im Durchschnitt nur etwas über 25 Prozent, und nur rund 18 Prozent der Dekanate stehen unter weiblicher Leitung. Besonders gering ist der Anteil weiblicher Professorinnen am Karlsruher Institut für Technologie (nur knapp 14 Prozent) und der RWTH Aachen. An den Technischen Hochschulen ist auch der Anteil weiblicher Studierender besonders niedrig, zeigt eine weitere Studie, durchgeführt von der digitalen Bildungsplattform charly.education: Von den acht Universitäten mit den wenigsten weiblichen Studierenden sind sechs Technische Hochschulen.

Corporate Foresight, Technology Foresight und Technology Intelligence

Foto: Fotolia/ Mykola
Foto: Fotolia/ Mykola

Im Masterstudiengang Innovations- und Technologiemanagement (ITM) am Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen und Technologiemanagement der Wilhelm Büchner Hochschule werden seit diesem Jahr drei neue Vertiefungen angeboten: Corporate Foresight, Technology Foresight und Technology Intelligence. Sie stehen ganz im Zeichen des Zukunftsmanagements und ergänzen das bestehende Portfolio der vier bewährten Vertiefungen Innovationsmanagement, Technologiemanagement, Qualitätsmanagement und Entrepreneurship. Während die Vertiefung Corporate Foresight, also Geschäftsmodell-Management, auf Generalisten, Entscheider sowie Entrepreneure und Intrapreneure abzielt, wendet sich das Vertiefungsmodul an Technologie-Expert*innen. Die Vertiefung Patentmanagement ist darauf ausgerichtet, die Potenziale moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zur Beschaffung, Analyse und Nutzung von Information über Technologien und die zugrunde liegenden technisch-gewerblichen Schutzrechte in Form von Patenten einzusetzen.

55 Projekte für die Klimaneutralität

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Eine Studie von Capgemini Invent zeigt, wie gezielte Investitionen die Bekämpfung des Klimawandels beschleunigen, 12,7 Millionen Arbeitsplätze in Europa schaffen und eine Bruttowertschöpfung von fast 800 Milliarden Euro generieren können. von Sabine Olschner

Capgemini Invent, die weltweite Beratungseinheit der Capgemini-Gruppe für digitale Innovation und Transformation, hat 55 Technologieprojekte identifiziert, die Europa dabei unterstützen können, bis 2050 klimaneutral zu werden. Im Rahmen der Untersuchung wurden 55 saubere Technologie-Initiativen identifiziert, mit denen der CO2-Ausstoß in Europa signifikant reduziert und gleichzeitig der wirtschaftliche Aufschwung initiiert werden kann.

Die Analyse„Fit for Net-Zero: 55 Tech Quests to Accelerate Europe‘s Recovery and Pave the Way to Climate Neutrality“ zeigt Wege auf, die europäische Wirtschaft umzuge-stalten und Europa zu unterstützen, bis 2050 der erste Netto-Null- Kontinent der Welt zu werden. Sie untersuchte und analysierte bestehende und zukünftige Technologien in fünf miteinander verbundenen Wirtschaftsbereichen: Energie, Gebäude und Bauwesen, Industrie, Transport sowie Nahrungsmittel und Landwirtschaft. Die identifizierten Technologien und Investitionsbereiche haben das Potenzial, einen Markt für Netto-Null-Güter und -Dienstleistungen von bis zu 790 Milliarden Euro pro Jahr zu schaffen, die Emissionen um 871 Megatonnen CO2 zu reduzieren und bis 2030 fast 13 Millionen Arbeitsplätze sowohl durch neue als auch durch die Transformation bestehender Arbeitsplätze zu schaffen. Die Projekte könnten auch dazu beitragen, die Luftqualität und Lebensmittelsicherheit zu verbessern und die Energieunabhängigkeit Europas zu erhöhen.

Netto-Null

Netto-Null-2050 ist eine Klima-Initiative des Helmholtz-Zentrums Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung. Ihr Ziel: ein CO2-neutrales Deutschland bis zum Jahr 2050.

Viele vielversprechende Klimatechnologien seien in der Pipeline, so die Studie, müssten aber jetzt skaliert werden – und zwar schnell. Dazu brauche es eine handlungsstärkere EU-Politik, die den Innovationszyklus und die Einführung sauberer Technologien beschleunigen kann. Sie müsse Unternehmen im Spätstadium der Entwicklung unterstützen, um die Umsetzung und Marktakzeptanz von kohlenstoffarmen und -freien Technologien drastisch zu steigern. Analysen sollten aufzeigen, wo öffentliche Investitionen und private Partnerschaften jungen Technologien helfen können, sich in neuen Märkten zu etablieren und sie zu erschließen. Die Wettbewerbsfähigkeit kohlenstoffarmer Technologien auf dem Markt müsse erhöht und Investitionen in bahnbrechende Technologien gefördert werden.

Für die Studie hat Capgemini Invent über 200 Technologieprojekte in allen 27 EU-Mitgliedstaaten analysiert. Hinzu kamen strukturierte Interviews mit 90 Innovationsführer*innen aus Unternehmen, Berufs- und Technologieverbänden sowie mit Vertreter*innen aus der EU und den Mitgliedstaaten.

Rohstoffe einsparen: „Treiber der Veränderung“

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Deutschland verbraucht zu viele Rohstoffe. Wie sich das ändern kann, erklärt Hannah Pilgrim, Leiterin des Koordinierungsbüros des AK Rohstoffe bei PowerShift e.V. Das Interview führte Sabine Olschner

Warum ist Rohstoffeinsparung oder – wiederverwertung eigentlich so wichtig?
Deutschland ist Exportweltmeister. Aber: Um viel exportieren zu können, importieren deutsche Unternehmen für die Produktion auch enorm viele Rohstoffe. Wir gehören weltweit zu den größten Verbrauchern von metallischen Rohstoffen. Diese importieren wir hauptsächlich aus Lateinamerika, dem südlichen Afrika oder Asien. Wir importieren aber nicht nur die Metalle, sondern wir verbrauchen auch das Land und das Wasser vor Ort und emittieren CO2. Bergbau zerstört enorm große Flächen, führt somit sehr häufig zu Landkonflikten, Umweltverschmutzung, Menschenrechtsverletzungen, beispielsweise durch Kinderarbeit, die Nichteinhaltung von internationalem Arbeitsrechten, Repression oder die Kriminalisierung von Umweltschützer*innen. Gleichzeitig sind wir eine wahre Wegwerfgesellschaft, vor allem im Elektronikbereich. Dadurch gehen enorme Mengen an Rohstoffen verloren oder werden nicht weiter genutzt. Allein in elektronischen Geräten wie Handys oder Laptops sind bis zu 50 oder 60 unterschiedliche metallische Rohstoffe verarbeitet.

Was will der Arbeitskreis Rohstoffe erreichen?
Was es braucht, ist eine Rohstoffwende, die unseren Rohstoffverbrauch absolut reduziert, Menschenrechte entlang der Wertschöpfungskette durchsetzt und die Rechte der Betroffenen vor Ort schützt. Unser Hauptadressat ist ganz klar die Politik. Strukturen müssen sich verändern, und das ist vor allem durch den Gesetzgeber möglich. Wir haben im vergangenen Jahr ein Positionspapier veröffentlicht, das von mehr als 40 Organisationen getragen wird. Dieses senden wir an politische Entscheidungsträger und führen Gespräche mit ihnen. Wir erhoffen uns, dass unsere Forderungen in die Wahlprogramme und Koalitionsverhandlungen bei den nächsten Bundestagswahlen Einzug finden. Gleichzeitig machen wir viel Öffentlichkeitsarbeit: Studien, Podcasts, Broschüren oder Veranstaltungen, um das Thema weiter in die Gesellschaft zu tragen.

Wer kann sich bei Ihnen engagieren?
In erster Linie arbeiten die Referent*innen aus den unterschiedlichen Organisationen in unserem Netzwerk. Aber wir suchen immer wieder Unterstützung, zum Beispiel in Form von Praktika in den einzelnen Organisationen. Grundsätzlich freuen wir uns aber über alle, die das Thema metallische Rohstoffe in ihren Beruf mitnehmen und sich dort den drängenden Fragen der Rohstoffpolitik annehmen.

Können Sie bereits Erfolge verzeichnen?
Ja, aber meines Erachtens natürlich immer noch viel zu wenig. In welchem Ausmaß wir auf Kosten von Menschen, Tieren, ja ganzen Ökosystemen anderenorts leben, sollte noch stärker problematisiert werden. Dennoch: Grundsätzlich ist das Bewusstsein für die ökologischen Auswirkungen unserer Lebensweise auch in der Öffentlichkeit angekommen, etwa durch soziale Bewegungen wie „Fridays for Future“ oder zunehmende Medienberichte aus den Abbaugebieten. Vielen ist klargeworden, dass wir so nicht weitermachen können. Die Stimmen, die eine Wende fordern, werden immer lauter. Was jedoch noch fehlt, sind konkrete politische Maßnahmen. Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, müssen sich die politischen Strukturen verändern. Auf europäischer Ebene sehen wir momentan recht positive Signale, zum Beispiel das geplante Lieferkettengesetz. Das besagt, dass Menschenrechte und Umweltstandards entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Rohstoffen eingehalten werden müssen und Unternehmen bei Verstößen haften. Der deutsche Entwurf für ein Lieferkettengesetz hat dagegen an vielen Stellen noch Schwachstellen. Außerdem haben Abgeordnete des EU-Parlaments kürzlich die EU-Kommission aufgefordert, verbindliche Ziele für 2030 festzulegen, um den Material- und Verbrauchsfußabdruck in Europa deutlich zu reduzieren. Das ist wirklich ein enormer Erfolg, denn wir brauchen vor allem Verbindlichkeiten und klare Ziele.

AK Rohstoffe

Der AK Rohstoffe wurde vor über zehn Jahren gegründet. Das zivilgesellschaftliche Netzwerk, dem zahlreiche Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen sowie die großen kirchlichen Hilfswerke angehören, setzt sich für Menschenrechte, soziale Standards und Umweltschutz im Rohstoffabbau sowie eine Wende der Rohstoffpolitik ein. Der Fokus liegt auf der Reduzierung des Verbrauchs von metallischen Rohstoffen, zum Beispiel Kupfer, Lithium, Bauxit und Platin.

Wie ließe sich der Verbrauch von metallischen Rohstoffen reduzieren?
Schon im Design eines Produkts muss es das Ziel sein, Rohstoffe einzusparen. Beispielsweise sollten Elektrogeräte modular aufgebaut sein, so dass man Einzelteile herausnehmen und sie ersetzen kann. Derzeit sind die meisten Teile verklebt, sodass man Geräte wegwerfen muss, wenn ein Bestandteil kaputt ist. Hier müssten viel häufiger Reparaturen möglich sein. Und auch im Recycling muss sich Einiges tun: So müssen beispielsweise die Wiederverwertungsquoten erhöht werden. All diese Fragen sind auch für Ingenieur*innen interessant: Wo können wir Rohstoffe einsparen, indem wir zum Beispiel Technologien verändern? Wie können wir den Anteil von sekundären Rohstoffen erhöhen? Wie denken wir überhaupt über unsere Materialien nach, mit denen wir arbeiten? Ingenieur*innen können wichtige Treiber der Veränderung sein. Dazu gehört, die politische Dimension von Rohstoffnutzung mitzudenken. Das sollte auch Thema im Studium sein.

Welche Ingenieurbereiche könnten konkret etwas verändern?
Zum Beispiel der Automobilsektor. Die Automobilindustrie als größtes verarbeitendes Gewerbe in Deutschland verbraucht am meisten Primärrohstoffe. Zugleich beobachten wir, dass Autos immer größer und damit schwerer werden. Das heißt auch: Mehr metallische Rohstoffe werden verbaut. Hier gäbe es zum Beispiel enorme Einsparpotenziale, wenn Autos wieder kleiner und leichter würden. Ein weiteres Beispiel ist der Elektronikbereich: Durch die zunehmende Digitalisierung brauchen wir immer mehr elektronische Geräte, die viele unterschiedliche Metalle notwendig machen. Gleichzeitig werfen wir aber weiterhin viele Geräte schon nach kurzer Zeit weg, und die Rückgewinnungsquoten sind zu gering. Hier muss weiter an Recyclingtechnologien gearbeitet werden, an nachhaltiger Software, an der Modularität von Bauteilen etc. All das sind Fragen, die mir für Ingenieur* innen hochinteressant erscheinen.

Circular Valley für die Kreislaufwirtschaft

Rohstoffe immer wieder verwenden – das ist die Idee der Kreislaufwirtschaft. Der Großraum Rhein-Ruhr von Bonn bis Münster soll zum Circular Valley werden. Von Sabine Olschner

„Grow the Economy – Protect the Environment“ lautet das Motto, das sich die Initiative Circular Valley auf die Fahnen schreibt. Ihr Ziel: Wirtschaftswachstum und Umweltschutz in Balance zu bringen – ganz im Sinne des European Green Deals, der umweltschädliche Emissionen verringern oder sogar vermeiden will (siehe auch Top-Thema ab Seite 8). Initiator des Circular Valley ist Dr. Carsten Gerhardt mit seinem 2006 gegründeten Verein Wuppertalbewegung e.V. im Bergischen Land. Er ist seit 2008 Partner und Mitglied der erweiterten Geschäftsführung der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Dort ist er für den Bereich Nachhaltigkeit verantwortlich. Zuvor arbeitete er als Unternehmensberater für die Boston Consulting Group.

Carsten Gerhardt hat bereits 50 Unternehmen und Institutionen sowie mehrere Ministerien für sein Vorhaben gewonnen. Unterstützt wird die Idee des Circular Valley von mehreren Ministerien sowie NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart als Schirmherrn. Die erste Stufe ist bereits angelaufen: 15 Start-ups sollen sich im Circular Valley – also im Großraum Rheinland und Ruhrgebiet – ansiedeln. Gemeinsam sollen sie Geschäftsideen und Technologien für die Kreislaufwirtschaft entwickeln und sich gegenseitig mit ihren Ideen befruchten. Die Bewerbungsfrist für die erste Runde an Start-ups endete am 30. April 2021, weitere Runden für noch mehr Start-ups sollen folgen.

Hilfreich sind den jungen Firmen die Kontakte zu vielen Wissenschaftseinrichtungen in der Region und zu Unternehmen, die an Kreislauflösungen interessiert sind. Zahlreiche führende Unternehmen aus der Recycling-Wirtschaft sind an Rhein und Ruhr ansässig. Hinzu kommt eine Vielzahl von Universitäten und Forschungseinrichtungen – so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt auf so engem Raum. Das Ruhrgebiet ist zudem eine historisch bedeutende Industrieregion und mit Menschen aus 150 Nationen eine weltoffene Umgebung für die anzusiedelnden Start-ups.

Das Circular Valley will eine Antwort auf das Silicon Valley sein: ein Zentrum und Anziehungspunkt für junge Forscher und Unternehmer sowie für Firmen aus dem In- und Ausland, deren Schwerpunkt auf hochwertigen Wiederverwendungs- und Recyclinglösungen liegt.

Ideen-Coaching: Kultur-, Buch- und Linktipps

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Erster autonom fahrender Fahrzeugroboter

Foto: efeuCampus Bruchsal
Foto: efeuCampus Bruchsal

Ein autonom fahrender Fahrzeugroboter beliefert Anwohner auf der letzten Meile mit Paketen und nimmt auf dem Rückweg Retouren oder Abfälle mit. Ziel des Projektes ist, die Lieferung mit digitalen Technologien deutlich effizienter und klimaschonend zu gestalten. Den innovativen Lieferroboter hat die efeuCampus Bruchsal GmbH gemeinsam mit der SEW-Eurodrive sowie weiteren Projektpartnern, etwa der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, entwickelt. Im Innovationszentrum efeuCampus werden innovative Verkehrskonzepte und -technologien im Rahmen von Smar t-City-Konzepten getestet und entwickelt. Die Forscher wollen ein Bewusstsein für die CO2-Problematik schaffen, die Lebensqualität in Städten verbessern und der Industrie sowie Kommunen konkrete Lösungsansätze bieten.

Kalt duschen fürs Klima

Foto: AdobeStock/ artbokeh
Foto: AdobeStock/ artbokeh

Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) messen sich in einem Klimaduell: Wem gelingt es, am Ende mehr CO2- Emissionen einzusparen und das eigene Verhalten nachhaltig zu verändern? Mit verschiedenen Aktionen machen die Studierenden und Mitarbeitenden vor, wie man klimafreundlicher durch den Alltag kommt und unkompliziert CO2-Emissionen einsparen kann. Die Challenges reichen von „eine Woche lang kalt duschen“ über „Geflügel statt Rind oder Schwein essen“ bis zu „lesen statt streamen“. Die Einsparungen durch die Challenges werden von der ZHAW auf Basis sogenannter Lebenszyklusanalysen für die verschiedenen Verhaltensbereiche ermittelt. Die Aktion läuft bis 19. Mai 2021, die Ergebnisse sind in den sozialen Medien unter dem Hashtag #klimaduell21 zu finden.
www.instagram.com/zhaw.lsfm
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www.instagram.com/hneeberswalde
www.facebook.com/hneeberswalde

Jahrbuch Nachhaltigkeit 2021

Das Jahrbuch Nachhaltigkeit 2021 gibt Impulse, um sich den wachsenden Herausforderungen der Gegenwart zu stellen: Die Erdüberlastungstag, also der Tag, an dem alle nutzbaren Ressourcen für das Jahr erschöpft sind, verlagert sich jedes Jahr nach vorn. Die Menschheit verbraucht zu viel Energie, Wasser und Rohstoffe. Beispiele aus der Praxis zeigen Pioniere im Gebiet des betrieblichen Nachhaltigkeitsmanagements. Das Buch enthält Beiträge über neue Entwicklungen zu den Themen Kreislaufwirtschaft, Recycling, Lieferkettengesetz, Biodiversität und Wirtschaft. Relevante Netzwerke und Organisationen stellen sich vor, und es gibt eine Übersicht über wichtige Wettbewerbe und sinnvolle Zertifikate. Jahrbuch Nachhaltigkeit 2021. Nachhaltig wirtschaften: Einführung, Themen, Beispiele. Metropolitan. www.metropolitan.de/buch/jahrbuch-nachhaltigkeit-2021/

Größte Windkraftanlage der Welt

Foto: GE Renewable Energy
Foto: GE Renewable Energy

Der amerikanische Technikkonzern GE Renewable Energy hat mit der „Haliade-X 13 MW“ die bislang größte Windkraftanlage der Welt gebaut. Sie wird derzeit als Prototyp betrieben und soll 2021 in die Serienfertigung gehen. Die Windkraftanlage ist für Windparks im Meer konstruiert. Ihre Rotorblätter sind 107 Meter lang, das Maschinenhaus wiegt 675 Tonnen. Allein der Aufbau mit zwei Spezialkränen war ein Kraftakt. Die Turbine, die seit November 2019 in Rotterdam erfolgreich in Betrieb ist, arbeitet mit einer Leistung von 13 Megawatt. Sie produziert 288 Megawattstunden Strom an einem einzigen Tag – ein neuer Weltrekord. Ab dem Jahr 2023 sollen 190 Einheiten im größten Offshore-Windpark der Welt in Großbritannien installiert werden. Quelle: www.ge.com

Romane und Lieder über Cradle-to-cradle

Künstler aus verschiedenen Ländern – von den USA über Europa bis nach Argentinien – haben Action-Comedy-Jugendromane und Pop-Songs geschrieben, die sich mit dem Thema Cradle-to-Cradle beschäftigen. Cradle-to-Cradle bezeichnet eine durchgängige Kreislaufwirtschaft, bei der Produkte keinerlei Abfall hinterlassen und alle Bestandteile wiederverwertet werden können. Der Ansatz stammt von Prof. Dr. Michael Braungart. Die Romane und Pop-Songs sollen bei jungen Menschen das Interesse für Umweltprobleme wecken und generationenübergreifende Diskussionen zwischen Kindern, Eltern und Großeltern anregen. Beispiele sind der Roman „Michael & Mia“ für Leser zwischen 6 und 12 Jahren und Lieder auf Youtube.

Gigafactory in Brandenburg

Foto: AdobeStock/ navee
Foto: AdobeStock/ navee

Das Unternehmen Tesla, das Elektroautos, aber auch Stromspeicher- und Photovoltaikanlagen produziert, baut seine erste europäische Gigafactory in Grünheide in Brandenburg. Im Juli 2021 sollen die ersten Fahrzeuge in Deutschland produziert werden, sofern die umweltrechtlichen Genehmigungen für die Fabrik rechtzeitig vorliegen. Tesla will auf dem Gelände auch die größte Batteriefabrik der Welt errichten. Bis zu 500.000 E-Autos könnten ab Sommer in Brandenburg vom Band laufen. Mehrere Tausend Beschäftigte sollen eingestellt werden.

Das letzte Wort hat Thomas Höing, Oldtimer- und Modell-Museum

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Thomas Höing hat an der Fachhochschule Münster Bauingenieurwesen studiert und anschließend unter anderem im Vertrieb einer Baufertigung gearbeitet. Schon als Kind sammelte er Autos. Heute betreibt er in Stadtlohn im größten Passivhaus, das seinerzeit gebaut wurde, ein Museum mit über 36.000 Modellen. Er hat die umfangreichste Modellsammlung der Welt und somit mehr als der eingetragene Rekordhalter im Guinness-Buch der Rekorde. Das Interview führte Sabine Olschner

Wie begann Ihre Sammelleidenschaft?
Mit 16 Jahren habe ich die Modellautofirma Siku angeschrieben, um zu fragen, wie eigentlich Modellautos entstehen. Daraufhin wurde ich mit meiner Familie zu einer Werksführung eingeladen. Das hat mich so beeindruckt, dass ich fortan mein ganzes Taschengeld und später einen großen Teil meines Lehrgeldes in diese Modellautos gesteckt habe. Das Besondere war, dass ich immer die Schachteln der Modelle aufbewahrt habe. Weil es jedes Jahr nur circa 10 bis 15 neue Modelle gab, habe ich später zudem angefangen, Audi-Modellautos zu sammeln – in diesem Wagen bin ich schließlich groß geworden. Ich sammelte alles, was mir unter die Finger kam. Nach dem Studium bin ich in meiner freien Zeit quer durch Europa zu unzähligen Autohändlern und Spielzeugläden gefahren, um weitere Modelle aufzuspüren.

Später kamen dann größere Autos dazu …
Genau. Als ich in Stadtlohn ein eigenes Haus baute, habe ich direkt einen Teil für ein Museum angebaut – anfangs mit 5000 Modellen. Das wurde schließlich immer größere. Ich habe unter anderem Mitglieder von Autoclubs zu mir eingeladen, damit sie sich die Modelle anschauen konnten. Die hatten die Idee, dass ich doch eine Halle bauen sollte, um auch die großen Wagen mit Sonderkarosserien auszustellen. Dadurch entstand ein zweites Museumsstandbein.

Haben Sie Ihre Erfahrungen als Ingenieur in Ihre Leidenschaft einbringen können?
Als Bauingenieur habe ich die Halle für die großen Autos selbst entworfen und kalkuliert. Die Halle wurde das größte Passivhaus, das es bis dato gegeben hatte – heute ist das Verfahren Standard. Vom ersten Spatenstich bis zur Eröffnung hat es gerade einmal fünf Monate gedauert, viel habe ich in Eigenarbeit geleistet. Gestartet sind wir in dem neuen Museum 2010 mit 11.500 Modellautos – heute sind es über 36.000. Hinzu kamen 30 große Autos von Audi – mittlerweile sind es über 90. Damit sind wir eineinhalbmal so groß wie das eigene Museum des Automobilunternehmens. Meine Erfahrung aus dem Vertrieb hilft mir heute auch sehr beim Kundenkontakt, im Museum wie auch im Online-Shop, in dem ich Modelle verkaufe, die ich mehrfach habe. Der Umgang mit Kunden und Kundinnen macht mir nach wie vor sehr viel Spaß.

Haben Sie einen Tipp für andere, die ebenfalls Ihr Hobby zum Beruf machen wollen?
Egal, was die Menschen sagten: Ich war mir immer sicher, dass ich meinen Weg gehen wollte. Ich hatte den Traum und die Vision, ein großes Museum für meine Modellautos zu eröffnen – also habe ich diesen Traum auch gegen alle Widerstände weiterverfolgt. Man muss einfach an sich selber glauben. Natürlich habe ich als Kind nicht geahnt, dass es einmal so kommen würde, das hat sich einfach mit der Zeit entwickelt. Durch meine Besucher und Besucherinnen bekomme ich immer wieder neue Hinweise, wo ich weitere Modellautos oder Oldtimer herbekomme. Die Geschichte meines Museums ist also noch lange nicht zu Ende.

https://automodelle-hoeing.de

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