Die Wirtschaft setzt auf Grün: Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind zu entscheidenden Faktoren geworden. Die Unternehmen entwickeln innovative Technologien, Verfahren, Services und Produkte, die auf intelligente Weise Natur und Klima schonen. Nachwuchskräfte werden dringend gesucht: Gefragt sind Macher mit Gestaltungskraft und Verantwortungsbewusstsein. Von André Boße
Wer seine Laufbahn beim Unternehmen Invensor startet, erhält sein Geschenk nicht erst nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit, sondern gleich zum Karierrestart. Es handelt sich dabei weder um eine goldene Uhr noch um einen Firmenwagen. Das Geschenk passt zum Unternehmen, das sein Geld mit umweltfreundlichen Produkten verdient: eine Bahncard 50. „Wo es möglich ist, verzichten wir bei Dienstreisen auf Autofahrten oder Flüge“, sagt Geschäftsführer Sören Paulußen. Das Unternehmen stellt effiziente Kältemaschinen her, welche mit Wärme angetrieben werden, die zum Beispiel in der industriellen Produktion oder Solaranlagen abfällt. Statt mit Strom kühlen diese Maschinen also mit Wärmeenergie, die sonst verpuffen würde. Diese Technik tut Gutes – und zwar in zweierlei Hinsicht: Erstens sorgt sie dafür, dass die Stromrechnung der Kunden weniger happig ausfällt. Und zweitens profitiert vom geringeren Energieverbrauch auch die Umwelt. Genau diese Kombination aus ökonomischem und ökologischem Nutzen ist der Hauptgrund für den gegenwärtigen Green-Tech-Boom: Am Zug sind Firmen, deren Produkte sich für den Kunden rechnen und der Umwelt helfen. Und solche erfolgreichen Unternehmen finden sich heute in diversen Sektoren. Wer Green-Tech noch immer ausschließlich in Wind- und Photovoltaikparks oder den Entwicklungsabteilungen für Elektromobilität der Autoindustrie vermutet, verpasst einen großen Teil der Innovationen und Karriereperspektiven. Derzeit sind an der Deutschen Börse rund 100 Unternehmen aus dem Sektor „Green Technology“ gelistet. Ihr Kennzeichen: Mit umweltverträglichen und nachhaltigen Technologien gewinnen sie entweder regenerative Energien oder entwickeln Lösungen, um den Verbrauch von Energie oder Ressourcen zu reduzieren. Die Branchenvielfalt in diesem Sektor ist enorm: Die Unternehmen kommen aus Bereichen wie Landwirtschaft und Recycling, IT-Infrastruktur und Licht/Display, Investment-Fonds und Material-Herstellung. Bedarf in vielen Branchen Wie groß der Stellenwert von Green-Tech in Deutschland ist, zeigte sich im April dieses Jahres auf der Hannover Messe, wo man IndustrialGreenTec als eine neue Leitmesse in das Programm aufnahm. Zu Gast in Hannover war auch Brigitte Frey. Sie ist bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young Partnerin und Expertin für die Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit. Ihre Einschätzung: „Die außerordentliche Nachfrage von Ausstellern und Interessenten hat gezeigt, wie hoch die Priorität dieses Segments eingeschätzt wird.“ Die Folgerechnung ist einfach: Wo Nachfrage besteht, lassen sich gute Geschäfte machen. Und wo gute Geschäfte gemacht werden, entstehen Jobs. Brigitte Frey hat die diversen Branchen analysiert und stellt in Aussicht, in welchen Bereichen besonders großer Bedarf an Nachwuchskräften besteht. Da wäre zunächst einmal der Maschinen- und Anlagenbau: „Hier gibt es ein hohes Entwicklungspotenzial, da die Kunden aus der Industrie immer höhere Anforderungen an eine Produktion stellen, die den Energieverbrauch reduziert und die Ressourcen schützt.“ Zudem wandele sich nach ihrer Einschätzung auch die Immobilien- und Baubranche: „Dort wird zunehmend erkannt, dass ein beachtliches Einsparungspotenzial vorhanden ist, wenn entsprechende technologische Voraussetzungen geschaffen werden.“ Und schließlich nennt Brigitte Frey noch Branchen mit Überraschungseffekt: „Die Sektoren Chemie und Pharmazie werden häufig nicht unmittelbar mit Green- Tech in Verbindung gebracht. Dennoch gibt es auch hier rasante Entwicklungen, die nicht zuletzt immer wieder durch regulatorische Anforderungen getrieben werden.“ Auf der Suche nach Innovationen Die immer neuen Umweltschutzgesetze sind ein Grund dafür, dass beim Umwelt-Technologie-Unternehmen DAS Environmental Expert die Auftragsbücher voll sind und der Bedarf an innovativen Nachwuchskräften groß ist. Die Firma mit Sitz in Dresden stellt Produkte und Lösungen für die Aufbereitung und Wiederverwendung umwelt- und gesundheitsschädlicher Abgase und Abwässer her. „Der Anspruch unserer Kunden ist hoch, sodass unsere Anlagen aus technologischer Sicht unter einem ständigen Entwicklungsdruck stehen“, sagt Tobias Baetke, Leiter des Geschäftsbereichs Corporate. Bestehende Systeme müssen ständig optimiert, Innovationen vorangetrieben werden. Auf diese Weise entstehen Jobs für Einsteiger, die es verstehen, eng mit den Kunden zusammenzuarbeiten, und die Freude daran haben, Dinge anzustoßen und zu bewegen. Gesucht werden dabei zum einen Verfahrenstechniker für die Forschungs- und Entwicklungsabteilung, zum anderen technisch geschulte Marketing-Spezialisten, die den Unternehmen dabei helfen, neue Absatzgebiete zu identifizieren und zu analysieren. „Für uns werden sich in der nahen Zukunft neue Märkte auftun“, prognostiziert Tobias Baetke. „Durch eine gezielte Marktforschung wollen wir diesen Prozess voranbringen.“ Bei der Auswahl seiner Mitarbeiter legt das Unternehmen großen Wert darauf, schon im Bewerbungsgespräch hinter die Fassade des Kandidaten zu schauen. „Wir möchten fühlen, dass der Bewerber mit dem Herzen dabei ist“, sagt Baetke. Doch gerade beim Thema Authentizität tue sich die jüngere Generation häufig sehr schwer: „Bei manchen Bewerbern schlägt sich das in einer oberflächlichen und selbstdarstellenden Kommunikation nieder“ – und das kann die Einstiegschancen in der Green-Tech-Branche negativ beeinflussen. Gesucht: Macher mit Herz Um es auf den Punkt zu bringen: Gesucht werden Macher, keine Schwätzer. „Wir begeistern uns für Leute, die hart arbeiten, etwas bewegen wollen und eigenständig agieren können“, formuliert es Josef Brunner, Mitgründer von Joulex. Die Firma mit Sitz in Deutschland und den USA gehört zu den Aushängeschildern im Bereich Green-IT: Das Unternehmen liefert seinen Kunden eine Software, die den Energieverbrauch in allen Abteilungen und bei allen Prozessen analysiert und bewertet und machbare Einsparungspotenziale aufzeigt. Das Energiemanagement führe zu Einsparungen von 30 bis 60 Prozent, heißt es bei Joulex. Das global agierende Unternehmen sieht die deutsche Green-Tech-Branche weltweit in einer Vorreiterrolle: „Deutsche Unternehmen haben die Möglichkeit, sich durch innovative Lösungen einen großen und rasant wachsenden Weltmarkt zu sichern. Jetzt muss es darum gehen, das enorme internationale Potenzial auch erfolgreich zu nutzen“, fordert Josef Brunner. Dafür benötigt man auch im Bereich Green-IT gute Leute. Gesucht werden Entwickler für die Software und die Benutzerschnittstellen, aber auch Spezialisten für Marketing und Vertrieb, deren Kernaufgabe es ist, dem Kunden überzeugend darzustellen, warum sich eine kurzfristige Investition ins Energiemanagement langfristig lohnt. Individuelle Lösungen Um Kunden zu gewinnen, braucht es mehr als Allgemeinplätze und standardisierte Lösungen. „Wir bieten keine Serienprodukte an, sondern ,klüngeln’ jede Lösung kundenspezifisch aus“, sagt Berndt Fürstenberg, Senior Vice President im Personalmanagement von Eisenmann. Beim international aufgestellten Anlagenbauer aus Böblingen sind daher „Querdenker sehr willkommen“, wie Fürstenberg es formuliert. Nachwuchskräfte haben zum Beispiel gute Einstiegschancen im Projektmanagement, von dem die Kunden vom ersten Kontakt an bei allen Fragen der Verfahrenstechnik beraten werden. „Da geht es beispielsweise um energiesparende Antriebstechnik und Wärmerückgewinnung. Oder im Bereich Elektrik um Steuerungs- und Messtechnik sowie um Software, über die sich Applikationen sowie das Energiemanagement einer Anlage steuern lassen”, so der Personalverantwortliche des Unternehmens mit weltweit rund 3600 Mitarbeitern, von denen rund 60 Prozent in Deutschland tätig sind. Wie die meisten Green-Technology- Unternehmen ist die Ausrichtung also auch bei Eisenmann international. „Der Löwenanteil unseres Geschäfts spielt sich im Ausland ab. Im Vorteil sind daher flexible Einsteiger mit internationalen Erfahrungen“, sagt Berndt Fürstenberg, für den außer Frage steht, dass die deutsche Green-Tech-Branche weiter wachsen wird und auf gesunden Füßen steht. Für ihn ist Deutschland nicht nur Innovationstreiber und Garant für Qualität, sondern auch globales Vorbild: „Deutsche Standards dienen weltweit als Referenz für die Umwelttechnik.“ Mit Blick auf die stetig wachsende Weltbevölkerung und das globale Streben nach Wohlstand lässt sich daher sagen: Von Deutschland aus an Lösungen zu arbeiten, damit die Erde diese Entwicklungen auch verkraften kann, ist definitiv eine besonders nachhaltige Karriereentscheidung.Info-Portal zu Green-Tech Die Green-Tech-Branche versteht sich sehr gut darin, ihre Vielfalt und ihre Anliegen über Plattformen im Internet zu vertreten. Besonders empfehlenswert ist das Portal GreenTech-Germany. Es bietet Absolventen einen guten Überblick über die diversen Branchen, in denen grüne Technologien heute eine Rolle spielen, sowie Nachrichten, Studien, Veranstaltungsinformationen, Fort- und Weiterbildungen. Ebenfalls einen Klick wert: die aktuellen Stellenausschreibungen für grüne Jobs.www.greentech-germany.com



Große Ereignisse werfen ihre Schatten lange voraus. Im nächsten Jahr tritt das Ruhrgebiet auf die „Weltbühne“ und wird als „Kulturhauptstadt 2010“ neu und positiv im globalen Bewusstsein verankert.
Das Jobmagazin „Aufsteiger“ hat mit seiner Mixtur aus Personalmarketing und Standortmarketing fast ein halbes Jahrzehnt auf dieses Großereignis hingearbeitet. Die Macher des Heftes, WAZ Mediengrupppe und karriereführer, haben thematisch den Bogen über diesen langen Zeitraum gespannt, um das Ruhrgebiet als attraktiven und international ausgerichteten Arbeitgeberstandort zu positionieren. Ein Höhepunkt dieser Imagebildungskampagne wird die „Aufsteiger-Spezialausgabe zur Kulturhauptstadt 2010.“
Darin richtet „Aufsteiger“ den Blick weit nach vorn. Wie geht es weiter nach dem Jahr 2010? Welche Herausforderungen sind zu bewältigen? Das Humankapital des Standorts wird bei der nachhaltigen Entwicklung des Ruhrgebiets als bedeutendste Ressource angesehen. Der exzellent ausgebildete akademische Nachwuchs muss in die Region eingebunden und gefördert werden.
Nicht nur der Job-Standort, auch die Unternehmen müssen bei den Nachwuchskräften bekannt und profiliert sein. Der Anfang für ein nachhaltiges Employer-Branding ist gemacht, der kontinuierliche Ausbau kann beginnen.
Freuen Sie sich auf diese herausragende Aufsteiger-Ausgabe.
Titel-Profil.
Name: „Aufsteiger“.
Format: Tabloid.
Auflage: 550.000 Exemplare.
Erscheinungstermin 2009: Samstag, 31.10.2009.
Leser-Zielgruppe: Studierende und Hochschulabsolventen in der Region Rhein-Ruhr.
Inhalt: Handfeste Berufs- und Karriere-Informationen am Bedarf der Zielgruppe orientiert, stilsicher
für Twens getextet und gestaltet.
Inserenten-Zielgruppe: Unternehmen mit Employer-Branding-Kampagnen, die sich
als attraktive Arbeitgeber vorstellen wollen.
Anzeigenpreis: 1/1 Seite, 4c, 12.990,00 Euro.
Add-on-Internet: Ergänzend wird Aufsteiger als PDF-Zeitung auf den Internetseiten von
Eigentlich klingen die Nachrichten aus New York ja vielversprechend. Die Stadt erhole sich langsam von der Krise, Anfang 2010 sei die Arbeitslosenquote erstmals wieder gesunken. Offiziell ist zarte Hoffnung angesagt. Doch das Independent Budget Office schätzte im Mai 2009, dass die Finanzbranche 56.800 Jobs verlieren wird – und zwar bis ins Jahr 2012 hinein. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, die meisten Finanzunternehmen würden derzeit eher Praktikanten als Trainees einstellen, und aus ausländischen Niederlassungen würde niemand mehr nach New York geschickt. Wenn überhaupt, hätten Superprofis mit langer Berufserfahrung eine Chance.
“Der Arbeitsmarkt in New York ist konkurrenzbetonter geworden“, sagt auch Georg Albes, Direktor beim auf die Finanzbranche spezialisierten Personaldienstleistungsunternehmen Robert Half International. Um sich in einem derart hart umkämpften Gebiet zu behaupten, muss man zunächst einmal herausfinden, welches Spezialwissen gefragt ist: „Gesucht wird für Investment und Product Accounting, Risikomanagement, Compliance, Analystenstellen und Research-Positionen für Berufseinsteiger“, verrät Georg Albes. Wer sich schon während des Studiums einen Praktikumsplatz in New York sichert, kommt leichter an solche Informationen – und schiebt am besten direkt noch US-spezifische Weiterbildungen ein. Schließlich punkten Bewerber auf dem Finanzplatz New York nicht nur mit dem MBA, sondern, so Georg Albes, auch mit Zertifikaten wie Certified Financial Planner, Chartered Financial Analyst und speziellen Lizenzen.
Bei der Jobsuche in New York sollte man zudem seinen Blickwinkel vergrößern: Investment Banking beispielsweise kann durchaus auch im Gesundheitssektor gefragt sein – oder in einer Anwaltskanzlei, die sich auf Investmentgeschäfte spezialisiert hat. Zwar stellt Georg Albes fest: „Die Unternehmen mussten sich sehr verkleinern und viele Stellen abbauen, aber während der Markt sich erholt, müssen die Unternehmen wieder einen wachsenden Umfang ihrer Geschäfte bewältigen. Sie beginnen, Personal einzustellen. Es gibt wertvolle Jobchancen in Institutionen aller Größen und Arten.“ Aber davon haben zuerst einmal die Amerikaner etwas. Von deutschen Bewerbern erwarten potenzielle New Yorker Arbeitgeber eine Arbeitserlaubnis. Man sollte also nicht nur Finanzexperte sein, sondern sich auch bestens mit den Visumbestimmungen auskennen. Zudem: Mehrfach betont Georg Albes „strong communication skills“ als Voraussetzung: Deutsche brauchen hervorragende Fremdsprachenkenntnisse.
