„Empowering und Enabling der Mitarbeiter*innen auf allen Leveln“

Pia Sielemann, Foto: Innogy
Pia Sielemann, Foto: Innogy

Die Digitalisierung verändert alles: Angefangen bei den Wertschöpfungsketten, über die Produkte und Dienstleistungen bis hin zu unserer Auffassung von Arbeit – gerne zusammengefasst unter dem Begriff „New Work“. Im Interview mit dem karriereführer erklärt Pia Sielemann, Senior Recruiter bei der innogy Consulting GmbH, wie das Managementberatungsunternehmen auf die Veränderungen reagiert und seine Mitarbeiter*innen bei der Transformation begleitet.

Einhergehend mit der Digitalisierung verändern sich nicht nur Prozesse und Produkte der Unternehmen, auch die Arbeitswelt innerhalb der Unternehmen ist einer Transformation ausgesetzt. Wie machen sich Veränderungen der Arbeitswelt bei innogy Consulting bemerkbar?
Veränderung zu gestalten und diese als Chance zu betrachten, gehört zu den Kernaufgaben einer Strategieberatung. Unsere Ambition ist, als digitales Vorbild für unseren Kunden zu agieren. In unserem Alltag macht sich die Digitalisierung vor allem in der Arbeitsweise bemerkbar: Ausgestattet mit Handy und Laptop inklusive SIM-Karte können unsere Mitarbeiter*innen ortsungebunden arbeiten, durch Methoden wie SCRUM reduzieren wir Komplexität und steigern die Effizienz, wir nutzen Videokonferenzen, um uns mit Kunden und Kolleg*innen weltweit auszutauschen, und nutzen Chat Bots, um 24/7 für interessierte Kandidat*innen ansprechbar zu sein. Flexibler arbeiten heißt aber auch, den passenden Raum dafür zu bieten – ob im Zug, an einem freien Arbeitsplatz oder in einer Sofaecke zum Brainstormen. Was sich nicht verändert hat, ist das Vertrauen in unsere Mitarbeiter*innen, egal von welchem Ort aus genauso gut zu arbeiten wie im Büro.

Für Mitarbeiter*innen sind Veränderungen oftmals mit Unsicherheiten verbunden. Wie nehmen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen bei dem Kulturwandel mit, um ihnen ein Gefühl der Sicherheit zu geben?
Eines unserer Kernteams bei innogy Consulting beschäftigt sich ausschließlich mit dem Thema Change. Sie beteiligen sich am internen Trainingsportfolio unter anderem mit Trainings zu Change, Resilienz und Coaching-Techniken. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, dass Kolleg*innen von diesen gecoachet oder Projektteams der innogy Consulting bei der Zusammenarbeit unterstützt werden. In Zeiten von Unsicherheit ist es wichtig, den Mitarbeiter*innen die richtige Plattform zu bieten, um Fragen zu stellen oder Informationen einzufordern. Wir informieren in unserer Organisation über einen wöchentlichen Newsletter zu allen wichtigen Themen, und die Geschäftsführung lädt in sich verändernden Zeiten zu Breakfast-Talks ein, in denen Fragen offen gestellt, diskutiert und beantwortet werden.

Ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor liegt heute in der Entwicklung innovativer Ideen durch agile Teams und mithilfe neuer Methoden – zum Beispiel Design Thinking. Oftmals setzen solch neuen Wege aber auch einen „neuen“ Führungsstil und die Übertragung von Verantwortung hinein in das Team voraus. Wie entstehen bei innogy Consulting Innovationen?
Wir sind der Auffassung, dass die Digitalisierung nach einem transformationalen Führungsstil verlangt. Für uns bedeutet das Empowering und Enabling der Mitarbeiter*innen auf allen Leveln. Bei innogy Consulting fördern wir den Mut, Innovationen Raum zu geben und zu testen. Gleichzeitig betrachten wir etwaige Fehler als Lernkurve und fördern dadurch, sich nicht entmutigen zu lassen. SCRUM als auch Design Thinking finden bei uns Anwendung genauso wie klassisches Projektmanagement – auf diesen Wegen kommen wir in der tagtäglichen Arbeit zu neuen Produkten, Prozessen und anderen Innovationen. Zudem trägt bei uns der Austausch außerhalb der innogy Consulting zur Innovationsförderung bei. Dazu gehören beispielsweise der Besuch von Vorträgen, Konferenzen oder Meet-ups. Die Innovationskraft auch in anderen Organisationen zu fördern, hat sich unser LRN LAB in Berlin zur Mission gemacht und trainiert intern als auch extern innovative Methoden zum Beispiel in Form eines„Agile Basecamps“.

Zusammenarbeit ist bei uns dabei keine Frage der Hierarchie: In unseren Teams treffen Absolventen auf Berufserfahrene – über Arbeitsbereiche und Ländergrenzen hinweg – aufeinander.

Teamarbeit wird bei Ihnen also eine besondere Bedeutung zugesprochen?
Der Grundgedanke der Kollaboration macht innogy Consulting aus und trägt maßgeblich zum Erfolg unserer Projekte bei. Zusammenarbeit ist bei uns dabei keine Frage der Hierarchie: In unseren Teams treffen Absolventen auf Berufserfahrene – über Arbeitsbereiche und Ländergrenzen hinweg – aufeinander. Unsere Führungskräfte motivieren ihre Teams in jeder Projektphase und unterstützen sie durch konstruktives Feedback. Dazu gehört es einerseits, gemeinsam Teamerfolge zu feiern, andererseits aber auch, Hindernisse der Zusammenarbeit offen adressieren zu können, um für jeden das optimale Arbeitsumfeld im Team schaffen zu können. Teamarbeit heißt bei innogy Consulting zudem, die Kolleginnen und Kollegen persönlich gut zu kennen, zu erkennen, wenn es jemandem nicht gut geht, um dann z.B. Hilfe anzubieten. Dazu gehört ein regelmäßiger Austausch beim Kaffee zwischendurch oder beim Feierabendgetränk.

Und wie steht es um das Ausprobieren von neuen Ideen in „freien“ Räumen – ganz nach dem Trial and Error-Prinzip?
Die einfachsten Lösungen sind oft nicht die erfolgreichsten. Kreativität und eine abwägende Risikobereitschaft zeichnen uns aus. Wir denken gerne um die Ecke und sind ständig auf der Suche nach dem besten Ergebnis. Dabei treiben uns unsere Begeisterung für Exzellenz sowie unsere vom Unternehmergeist geprägte Denkweise an. Gerade wenn es um Innovation geht, gehört eine gewisse Fehlertoleranz oder der Mut, als erstes etwas Neues zu tun, dazu. Bei innogy Consulting leben wir eine Kultur, die es ermöglicht, Fehler zu akzeptieren, zu analysieren und zu reflektieren. Mit den entsprechenden Learnings, dem ständigen Research zu neuen Methoden und Tools, Durchhaltevermögen und einer permanenten Ausrichtung an unseren Kunden leiten unsere Consultants innovative Lösungen anforderungsgerecht ab. Selbstverständlich ist ein „trial-and-error“-Ansatz nicht für jede Herausforderung oder für jeden Projektauftrag passend. Die entsprechende Flexibilität im Methodenportfolio zeichnet unseren Consulting-Ansatz aus.

Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln Sie unter anderem nach der 70:20:10-Methode. Was genau ist darunter zu verstehen?
Grundsätzlich versteht man unter der Methode, dass der klare Entwicklungsfokus zu 70 Prozent „on the job“ liegt. Zu 20 Prozent wird die Praxiserfahrung durch ein strukturiertes Feedback und Reflektion analysiert und für die Zukunft adaptiert. Nur ein kleiner Teil der Entwicklung, etwa 10 Prozent, erfolgt durch Seminarformate, um Wissenslücken zu füllen. Die Erfahrung und Anwendung der Theorie in der Praxis stehen für uns als Erfolgstreiber und bringen die meisten Learnings mit sich. Unsere Projektteams tauschen sich regelmäßig u.a. in einem „Start-stop-continue“-Format über die Projektentwicklung aus. Gleichzeitig führen die Projektleiter regelmäßig Feedbackgespräche mit jedem einzelnen Teammitglied, um während des Projekteinsatzes sowohl die fachliche als auch persönliche Entwicklung kontinuierlich zu begleiten. Theoretisches Fachwissen wird bei uns größtenteils in interaktiven Classroom-Trainings, kurzen Spotlight-Sessions und selbstentwickelten online-Flashcards vermittelt. Und natürlich direkt im Projektalltag angewendet. Je nach Level und insbesondere bei wachsender Führungsverantwortung kommen individuelle Personalentwicklungsformate wie bspw. Coachings hinzu.

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