An der West Side von Manhattan New York City, USA, entsteht ein neuer Stadtteil: Hudson Yards. In dem soll alles geboten werden, was es zum urbanen Leben braucht: 4.000 Wohnungen, Büros, 14 Hektar öffentliche Plätze, Gärten und Haine plus eine Schule, ausreichend Shopping-Möglichkeiten und kulinarische Angebote. Von Christoph Berger
Highlight jagt Highlight jagt Highlight. Am 11. März dieses Jahres war wieder so ein Tag. Da verkündeten die Macher des neuen Stadtteils Hudson Yards an Manhattans West Side: „Heute wurde Edge, das höchste Außendeck der westlichen Hemisphäre, offiziell für die Öffentlichkeit eröffnet und bietet einen beispiellosen 360-Grad-Blick auf die ikonische Skyline der Stadt.“ Und das ist wahrlich nicht übertrieben: Das Außendeck, das 765.000 Pfund schwer ist – umgerechnet sind das knapp 374.000 Kilogramm oder 374 Tonnen, beinhaltet einen Glasboden, schräge Glaswände und eine Freiluft-Treppe von der 100. bis 101. Etage von 30 Hudson Yards, einem weiteren Super-Wolkenkratzer in der Skyline von Big Apple, der 2019 mit anderen Gebäuden des Komplexes eingeweiht wurde. Die Plattform besteht aus 15 Abschnitten, die jeweils zwischen 35.000 und 100.000 Pfund wiegen, miteinander verschraubt und an der Ostund Südseite des Gebäudes verankert sind. Der 7.500 Quadratfuß große Außenaussichtsbereich ist von 79 Glaspaneelen mit einem Gewicht von jeweils 1.400 Pfund umgeben, die in Deutschland hergestellt und in Italien fertiggestellt wurden. Einziges Manko: Die Freude vom Ausblick der Plattform währte erst einmal nicht lange, bereits zwei Tage nach der Eröffnung musste sie aufgrund der COVID-19-Pandemie wieder geschlossen werden. Die Entwicklung des neuen Stadtteils gilt als das größte private Bauvorhaben des Landes und eines der komplexesten Bauprojekte in der Geschichte New Yorks. Alleine, dass in dem Viertel einmal 15 Wolkenkratzer stehen sollen, verdeutlicht die Dimensionen. Ebenso, dass dort nach Fertigstellung schätzungsweise 125.000 Menschen täglich leben, arbeiten, essen, einkaufen, studieren, bummeln oder die Sehenswürdigkeiten besichtigen werden. Entstehen wird Hudson Yards an der Nahtstelle zwischen Chelsea und Hell‘s Kitchen. Außerdem wird der Stadtteil das erste LEED GOLD-Quartiersentwicklungsprojekt Manhattans sein. Die WiredScore- Zertifizierung hat er bereits erhalten. Und als wenn dies alles noch nicht genug wäre, mussten auf dem insgesamt 28 Hektar großen Gelände 30 aktive Zuggleise, drei Eisenbahntunnel und der neue Gateway-Tunnel überbrückt werden. Dafür bedurfte es 300 Senkkästen, die nicht nur die zwei Bahnsteige, die über den Zugleisen errichtet wurden, stützten, sondern auch die Gebäude. Ebenso beeindruckend ist das Herzstück der Hudson Yard, die unter dem Namen „Vessel“ bekannte und von Thomas Heatherwick errichtete Wendeltreppe, von der aus die Besucher aus verschiedenen Höhen, Winkeln und Aussichtspunkten neue Perspektiven auf die Stadt und aufeinander genießen können. Dieses interaktive Kunstwerk besteht aus 154 kompliziert miteinander verbundenen Treppenläufen – fast 2.500 einzelnen Stufen und 80 Treppenabsätzen.International und national entstehen ständig bemerkenswerte Bauwerke, die nicht nur mit ihrem Erscheinungsbild überzeugen, sondern oftmals auch ein Spiegelbild gesellschaftlicher Entwicklungen sind. Der karriereführer stellt einige solcher Projekte vor. Von Christoph Berger







Der biografische Film „
Die Auseinandersetzung zwischen Architektur und Kunst in NRW verdient laut Baukultur Nordrhein-Westfalen mehr Unterstützung. Die Landesinitiative präsentiert daher online Kunst-und-Bau-Projekte. 40 Werke in einer weiter wachsenden digitalen Sammlung werden unter https://kunstundbau.nrw gezeigt. Und sie hat das Buch „Ohne Kunst kein Bau“ herausgebracht, in dem 33 Projekte mit farbigen Fotos gezeigt werden, die ein breites Spektrum künstlerischer Stile und handwerklicher Techniken abbilden. Baukultur Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Ohne Kunst kein Bau. 2019, kostenlos.
„Möglichkeitsräume – Raumplanung im Zeichen des Postwachstums“ ist das Thema der Ausgabe 01-2020 der im Oekom-Verlag erschienen Heftreihe „Politische Ökologie“. So stehen bei der räumlichen Entwicklung von Stadt und Land noch immer Wachstumsziele an erster Stelle. Gleichzeitig zeigen lokale Nachhaltigkeitsinitiativen den gesellschaftlichen Wunsch nach Wandel. Auch die Raumwissenschaften und Planungspraxis hinterfragen zunehmend das Wachstumsparadigma und sprechen sich für mehr gesellschaftliche Mitbestimmung, Gemeinwohlorientierung und Ressourcenschonung aus. Wächst da eine wachstumskritische Regional- und Stadtentwicklung heran, die Möglichkeitsräume für eine ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Zukunft öffnet? Politische Ökologie 01-2020: Möglichkeitsräume. Oekom 2020, 17,95 Euro.
Es ist Kommissar Reiner Palzkis 19. Fall – und auch der hat es wieder in sich: Der Bau der Ludwigshafener Hochstraßen vor rund 50 Jahren ist mit einem gefährlichen Geheimnis verbunden. Ein Mord im Turmrestaurant des Ebertparks bringt Kommissar Palzki auf die Spur dieses hochbrisanten Skandals, der Auswirkungen bis in die Gegenwart hat. Der geplante Abriss der baufälligen Hochstraße hätte fatale und tödliche Folgen für das Zentrum der Metropolregion. Bei seinen Ermittlungen kommt Palzki einem raffinierten Vertuschungsmanöver auf die Spur, in das auch die lokale Politikprominenz verstrickt zu sein scheint. Harald Schneider: Pfälzer Bausünden. Gmeiner 2020, 12 Euro.
Marcus Conway hat sich bemüht, ein guter Mensch zu sein und doch vieles falsch gemacht, hat Erwartungen geweckt und enttäuscht, Träume gehegt und aufgegeben, fühlte sich zum Priester berufen und ist doch Bauingenieur geworden. Er hat seine Frau betrogen und wiedergewonnen, er liebt seine erwachsenen Kinder, tut sich aber schwer damit zu akzeptieren, was sie so treiben. Nun steht er an einem grauen Novembertag in seiner Küche, und alles ist auf seltsame Weise anders. Er hört Radio, liest Zeitung, genau wie sonst, nur wird er das Gefühl nicht los, dass die Welt kurz vor dem Kollaps steht, und dass das irgendwie auch mit ihm zu tun hat. Mike McCormacks: Ein ungewöhnlicher Roman über einen gewöhnlichen Mann. Steidl 2019, 24 Euro.
Die Kochertalbrücke ist Deutschlands höchste Brücke und die größte Balkenkonstruktion der Welt. Inzwischen ist sie Bau-Ikone und Kulturdenkmal geworden. Wie sich nach der Wiedervereinigung gezeigt hat, war ihr Bau auch ein Meilenstein für Europa, denn sie verbindet Paris mit Prag. Ihr imposantes Auftreten hat dem Kochertal eine neue Kontur gegeben und seinen Dörfern und Gemeinden eine neue Identität. Dieses Buch zeigt in Essays und Fotografien, wie ein monumentaler Brückenbau lokale, nationale und europäische Geschichte geschrieben hat. Verein Deutscher Ingenieure (Hg.): Die Kochertalbrücke. Molino 2019. 32,50 Euro.
