Wahlstation Bundeskriminalamt

Foto: Fotolia/Bulat
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Wegen jetziger und möglicher zukünftiger Aufgaben bleibt der Interviewte anonym. Nur so viel: Er ist 33 Jahre alt und studierte an der Justus-Liebig-Universität Gießen die Schwerpunkte Kriminologie und Strafrecht. Aufgezeichnet von Christoph Berger.

Dass ich einmal im polizeilichen Bereich arbeiten möchte, war mir schon während meines Studiums klar. Allerdings sind die Plätze für Wahlstationen in dem Umfeld sehr begehrt. Ich hatte großes Glück, dass ich im Jahr 2013 gleich in zwei maßgeblichen Behörden meine Stationen absolvieren konnte: Beim Landeskriminalamt, kurz LKA, und beim Bundeskriminalamt, BKA.

Vor allem beim BKA hat mir die Arbeit besonders gut gefallen. Ich arbeitete dort in dem Bereich Cyber crime. Meine Aufgabe bestand darin, neue, durch das Internet aufkommende Straftat- Phänomene zu untersuchen und sie in einen Rechtskontext zu setzen. Beispielsweise das Thema Datenhehlerei, für das inzwischen eine Norm im Strafgesetzbuch geschaffen wurde. Im Allgemeinen behandelt der Bereich all die Straftaten, die sich gegen das Internet, Datennetze, informationstechnische Systeme oder deren Daten richten. Oder aber um solche, die mittels der Informationstechnik begangen werden.

Das machte den Reiz der Arbeit aus: Ich habe sehr konkrete Bezüge zur Praxis und viel von der konkreten Polizeiarbeit mitbekommen.

Die Herausforderungen während meiner Wahlstation bestanden vor allem darin, mich schnell in neue Themen und die unbekannte Materie hineinzuarbeiten und die Behörde von innen kennenzulernen. Zu beidem kann ich aus heutiger Sicht sagen: Man wächst hinein – zumal ich auch einen Juristen an meiner Seite hatte, der mir fachlich zur Seite stand. Meine anderen Kolleginnen und Kollegen waren alles Polizisten. Aber genau dies machte auch den Reiz der Arbeit aus, ich habe sehr konkrete Bezüge zur Praxis und viel von der konkreten Polizeiarbeit mitbekommen – ebenso aus der Arbeit mit den Vollzugsbeamten.

All das bekräftigte mich in meinem zu Studienzeiten formulierten Entschluss und ich begann, fest beim BKA zu arbeiten. Zu Beginn beschäftigte ich mich dort mit dem Thema Datenschutz, überprüfte dessen Einhaltung und beriet die unterschiedlichsten Abteilungen. Nun arbeite ich in einer Abteilung, die unter anderem für das zentrale Informationsmanagement zuständig ist. Die Arbeit im BKA ist also sehr abwechslungsreich und man hat als Jurist die Möglichkeit, im Rahmen der Rotation unterschiedliche Bereiche kennenzulernen.

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