IT managt Autos

Foto: Fotolia/sp4764
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Marleen Thüringer hat sich in ihrem Medizintechnikstudium auf IT-Technik und Softwareentwicklung spezialisiert. Doch erste praktische Erfahrungen im Gesundheitswesen ließen sie an der Branche zweifeln. Sie orientierte sich neu. Heute arbeitet sie für das Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Capgemini und entwickelt Lösungen für die Automobilindustrie. Aufgezeichnet von Christoph Berger

Es war vor allem der Kundenkontakt, der mir bei einem Job als Werkstudentin für ein Klinikum fehlte. Und ich wollte nach München. Als leidenschaftliche Surferin hatte ich in der bayerischen Landeshauptstadt den Eisbach kennengelernt – dort wollte ich mehr Zeit verbringen. Mit meinem Job bei Capgemini kann ich nun beides miteinander verbinden. Im Oktober letzten Jahres startete ich in dem Unternehmen direkt im Bereich Automotive. In meinem ersten Projekt ging es um ein Anzeigesystem für Managementkennzahlen für ein Automobilunternehmen: Ziel war es, dass die Verantwortlichen die Effizienz in der Produktion nicht mehr mühsam in Excel auszurechnen brauchten, sondern diese schnell und übersichtlich auf einen Blick verfügbar hatten. In persönlichen Meetings fragten wir bei unserem Kunden die genauen Bedarfe an ein solches System ab. Aus den dabei gewonnen Informationen machten wir dann erste konkrete Vorschläge für die Umsetzung. Eine besondere Herausforderung lag dabei darin, Schnittstellen zu Randsystemen zu programmieren.

Im nächsten Projekt drehte es sich um eine Java-Anwendung, eine sehr komplexe Computing-Verrechnungslogik. Mein Faible für Knobeleien half mir hierbei unter anderem, das Problem zu lösen. Ich wühle mich gerne durch Programmiercodes und liebe es, Probleme auf kreative Art zu lösen. Zudem kommen in der Informationstechnik ständig neue Tools und Techniken hinzu, um Anwendungen schneller zu machen – da muss man ständig sein Wissen auf den neuesten Stand bringen.

Dabei wird unser gesamtes Team von unserem Arbeitgeber unterstützt. Direkt mit dem Einstieg bekam ich sowohl fachliche Schulungen als auch Weiterbildungen in Soft Skills. Ein Thema war beispielsweise, wie ich am besten den Kundenkontakt halte. Zudem bekam ich einen Paten zur Seite gestellt, der mich bei den ersten Schritten im Arbeitsalltag unterstützte. Ein weiterer Mentor hilft mir bei meiner persönlichen Weiterentwicklung, bei der Planung meiner Karriere und den jeweils nächsten dafür notwendigen und möglichen Schritten.

Genauso habe ich mir meinen Berufseinstieg vorgestellt – auch wenn ich zugeben muss, dass es als junge Frau in der Automobilbranche nicht immer ganz einfach ist. Ich hatte schon den Eindruck, dass ich bei Kundenmeetings etwas mehr auf die Probe gestellt wurde als meine männlichen Kollegen. Doch bisher konnte ich mit Fachwissen und etwas Schlagfertigkeit die Zweifel, oder manchmal auch Vorurteile, schnell ausräumen.

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