Der Hamburger Physiker Dr. Gerhard Knies ist der Erfinder des Wüstenstromprojekts Desertec. Im Interview erklärt er sein Erfolgsrezept, appelliert an die Wirtschaft und fordert von den Universitäten Antworten zur Überlebensfähigkeit einer expandierenden Menschheit. Von Martin Häusler

Sollte ich? Nein, nicht unbedingt. Denn es ist ein großer Unsinn. Ein Zyniker könnte das erfunden haben, und seitdem wird es gepflegt. Besonders bei Leuten aus der Industrie ist diese Darstellung ungeheuer beliebt. Das Dreieck zeigt im Idealzustand die Ökonomie, die Ökologie und das Soziale gleichwertig nebeneinander. Nach dem Motto: Wir dürfen die Natur nur soweit schützen, dass sie uns bei unseren Wirtschaftsprozessen nicht stört. Eine Perversion. Denn die Ökosphäre ist die Basis für die Soziosphäre, und zu der gehört als ein Teil die Ökonomie. Die Wirtschaft muss immer unter dem Primat der Ökologie stehen, wenn wir nicht den Ast absägen wollen, auf dem wir sitzen. Wir brauchen Green-Tech und nicht Greenwashing. Würden Sie Green-Tech als nachhaltigsten Arbeitsplatzbeschaffer bezeichnen? Natürlich. Aber muss es nur Green-Tech sein? Erforderlich ist auch Kommunikation grüner Konzepte, also Green-Com. Denn für den Erfolg von Green-Tech sind auch soziale Strukturen wichtig und nicht nur technische Dinge. Die teilweise komplizierten Zusammenhänge müssen übersetzt und erklärt oder erst einmal auf die Agenda gesetzt werden. Im Bereich der Meinungsbildung muss sehr viel geschehen. Wie weit sind die Universitäten? Sind die ausreichend weit im neuen Denken? Das Hauptproblem der Universitäten ist, dass sie zu wenige multidisziplinäre Fragen angehen. Die größte habe ich bereits genannt: Wie können zehn Milliarden Menschen dauerhaft auf der Erde leben? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man Experten aus vielen Bereichen. Es bräuchte also einen interdisziplinären Studiengang, der unter dieser Zehn-Milliarden-Frage steht? Vor allem einen multidisziplinären Forschungsschwerpunkt, der die entsprechenden Disziplinen verknüpft. Für Leute, die heute mit 25 Jahren in den Beruf einsteigen, wird sich dieses Szenario noch während ihrer Karrierezeit realisieren. Da muss die Forschung dringend tragfähige Antworten geben. Wie könnte so ein Forschungsschwerpunkt heißen? Humankind Security. Denn es geht um die Sicherheit der Menschheit. Für Berufseinsteiger, die eine Karriere in der Hochschule oder in der Wirtschaftsberatung anstreben, könnte das ein gutes Thema werden. Da liegt ein großes Defizit. Denn die Menschheit braucht dringend ein kybernetisches System, eine Steuerung, die das Gesamtsystem im Auge hat – und nicht mehr nur einzelne Wirtschaftszweige.Praktika bei Desertec
Momentan sucht Desertec Praktikanten für das Hamburger Büro. Die Praktika sollten mindestens drei Monate dauern. Voraussetzungen sind Begeisterung für erneuerbare Energien, sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse, die Fähigkeit, wissenschaftliche Texte zu verstehen und zu vermitteln, und Erfahrung in der Nutzung von Social Media. Weitere Infos unter www.desertec.org/mitarbeiten
Über Desertec
Die Desertec-Foundation entstand aus dem 2003 auf Initiative des Club of Rome gegründeten TREC-Netzwerk (Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation). Sie bietet ein Konzept zur Erzeugung von Strom durch Sonnenwärmekraftwerke in der Wüste. Gemeinsam mit der von ihr mitgegründeten Industrieinitiative Dii GmbH arbeitet sie an der Schaffung von Rahmenbedingungen für den Ausbau und die Vernetzung von erneuerbaren Energien im Mittelmeerraum.
Derzeit werden in Nordafrika bereits Sonnenwärmekraftwerke für den Eigenverbrauch gebaut, ab 2014 sollen auch die ersten Kraftwerke für den Export in Bau gehen. Etwa zwei bis drei Jahre später fließt dann der erste Wüstenstrom über verlustarme Leitungen nach Süd-Europa und ist dann auch in Deutschland zu kaufen. 2008 verliehen Jury und Publikum den Utopia-Award in der Kategorie Idee an das Desertec-Konzept, prominente Unterstützer sind zum Beispiel Al Gore und Angela Merkel.
www.desertec.org


Große Ereignisse werfen ihre Schatten lange voraus. Im nächsten Jahr tritt das Ruhrgebiet auf die „Weltbühne“ und wird als „Kulturhauptstadt 2010“ neu und positiv im globalen Bewusstsein verankert.
Das Jobmagazin „Aufsteiger“ hat mit seiner Mixtur aus Personalmarketing und Standortmarketing fast ein halbes Jahrzehnt auf dieses Großereignis hingearbeitet. Die Macher des Heftes, WAZ Mediengrupppe und karriereführer, haben thematisch den Bogen über diesen langen Zeitraum gespannt, um das Ruhrgebiet als attraktiven und international ausgerichteten Arbeitgeberstandort zu positionieren. Ein Höhepunkt dieser Imagebildungskampagne wird die „Aufsteiger-Spezialausgabe zur Kulturhauptstadt 2010.“
Darin richtet „Aufsteiger“ den Blick weit nach vorn. Wie geht es weiter nach dem Jahr 2010? Welche Herausforderungen sind zu bewältigen? Das Humankapital des Standorts wird bei der nachhaltigen Entwicklung des Ruhrgebiets als bedeutendste Ressource angesehen. Der exzellent ausgebildete akademische Nachwuchs muss in die Region eingebunden und gefördert werden.
Nicht nur der Job-Standort, auch die Unternehmen müssen bei den Nachwuchskräften bekannt und profiliert sein. Der Anfang für ein nachhaltiges Employer-Branding ist gemacht, der kontinuierliche Ausbau kann beginnen.
Freuen Sie sich auf diese herausragende Aufsteiger-Ausgabe.
Titel-Profil.
Name: „Aufsteiger“.
Format: Tabloid.
Auflage: 550.000 Exemplare.
Erscheinungstermin 2009: Samstag, 31.10.2009.
Leser-Zielgruppe: Studierende und Hochschulabsolventen in der Region Rhein-Ruhr.
Inhalt: Handfeste Berufs- und Karriere-Informationen am Bedarf der Zielgruppe orientiert, stilsicher
für Twens getextet und gestaltet.
Inserenten-Zielgruppe: Unternehmen mit Employer-Branding-Kampagnen, die sich
als attraktive Arbeitgeber vorstellen wollen.
Anzeigenpreis: 1/1 Seite, 4c, 12.990,00 Euro.
Add-on-Internet: Ergänzend wird Aufsteiger als PDF-Zeitung auf den Internetseiten von
