Unterwegs in Sachen Wasser und Umwelt

Foto: Fotolia/Martin M303
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Der Weiterbildungsstudiengang Wasser und Umwelt, den die Leibniz Universität Hannover in Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar anbietet, richtet sich an Menschen aus der Praxis. Wer über einen Abschluss in Natur- oder Ingenieurwissenschaften verfügt, kann sich hier im Fernstudium weiterqualifizieren. Voraussetzung sind mindestens ein Jahr Berufserfahrung und Lust auf interdisziplinäres Lernen. Von Ilka Mönkemeyer, Leibniz Universität Hannover

Seit mehr als 30 Jahren bietet die Leibniz Universität den Weiterbildungsstudiengang Wasser und Umwelt an, seit fast zehn Jahren mit der Möglichkeit, einen Masterabschluss zu erlangen. Zahlreiche Studierende haben bereits per Fernstudium ihre beruflichen Chancen verbessert. Die Teilnehmer kommen dabei aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen. „Einige arbeiten für Behörden, andere für Ingenieurbüros oder auch für Unternehmen“, berichtet Dr.- Ing. habil. Christine Helmer-Madhok, die sowohl als Dozentin arbeitet als auch gemeinsam mit ihrer Kollegin Dr.-Ing. Katrin Kayser den Studiengang koordiniert. Insgesamt sind vier Institute der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie beteiligt. Fünf Professoren teilen sich die wissenschaftliche Leitung.

Christine Helmer-Madhok ist dabei mit ihrer Kollegin Katrin Kayser die erste Anlaufstelle für Studieninteressierte. „Wir haben den direkten Kontakt zu den Studierenden und sind fürs Inhaltliche wie fürs Organisatorische zuständig“, erklärt die Ingenieurin. „Außerdem entwickeln wir den Studiengang weiter, konzipieren Lehrveranstaltungen und laden externe Experten ein.“

Der interdisziplinäre Ingenieurstudiengang ist theoriebasiert, an der Praxis orientiert und fußt auf einer breiten Basis von wasserwirtschaftlichem und naturwissenschaftlichem Know-how. Neben der fachlichen Weiterqualifikation vermitteln die Dozenten praktische Schlüsselqualifikationen für das Berufsleben. Das Masterstudium gliedert sich in ein Pflichtstudium sowie ein anschließendes Schwerpunktstudium in der Richtung „Naturräumliches Wassermanagement“ oder der Richtung „Wasser- und Stoffstrommanagement im urbanen Raum“, im Anschluss folgt die Masterarbeit. Wenn kein Abschluss angestrebt wird, können einzelne Kurse beliebig aus dem aktuellen Angebot belegt werden. Die Kurswahl ist dann nicht an die Struktur des Masterstudiengangs gebunden.

Aktuell gibt es etwa 70 Studierende. Bedingung für die Zulassung ist ein abgeschlossenes Studium in den Naturoder Ingenieurwissenschaften. Die Regelstudienzeit des berufsbegleitenden Masterstudiums beträgt sechs Semester. Bei Vollzeitstudium kann der Abschluss Master of Science in zwei Jahren erreicht werden. Durch die Kooperationen der beiden Universitäten Hannover und Weimar steht den Studierenden eine große Auswahl an Kursen aus einem breiten fachlichen Spektrum zur Verfügung. Gleichzeitig werden einige Pflichtkurse an beiden Standorten zeitlich versetzt angeboten. „Das hat den Vorteil, dass die Studierenden ihre Studienpläne zeitlich flexibler gestalten können“, sagt Helmer-Madhok. „Wir sind allerdings beide eigenständig, das heißt, man kann auch nur in Hannover oder nur in Weimar studieren.“

Pro Semester werden etwa fünf Kurse angeboten, von denen die Studierenden einen bis zwei belegen. Inhaltlich reicht die Bandbreite der Themen von „Ökologie der Gewässer“ über „Wasserbauund Küsteningenieurwesen“ bis hin zu „Flussgebietsmanagement“ oder „Bioenergie“. Aufgrund der interdisziplinären Ausrichtung soll der Weiterbildungsstudiengang Ingenieuren helfen, ihre naturwissenschaftlichen Kenntnisse zu verbessern; gleichzeitig können Naturwissenschaftler sich im technischen Bereich weiterqualifizieren. „Viele erhalten durch das Studium noch einmal einen anderen Blickwinkel auf ihre Arbeit“, erklärt Helmer-Madhok.

Jeder Kurs besteht aus einer Fernstudienphase sowie einer Präsenzphase und wird innerhalb eines Semesters abgeschlossen. In der Fernstudienphase erhalten die Teilnehmer in regelmäßigen Abständen Studienmaterialien. Eine Internetplattform schafft die Voraussetzungen dafür, dass Studierende sich die Arbeitsinhalte von zu Hause aus herunterladen können. Die Studieneinheiten bestehen aus Textmaterial und semesterbegleitenden Aufgaben. Die Dozenten betreuen die Studierenden in dieser Zeit telefonisch und per Internet. Untereinander können die Studierenden ebenfalls über die Internetplattform Kontakt aufnehmen.

„Im Anschluss folgt eine drei- bis fünftägige Präsenzphase“, berichtet Christine Helmer-Madhok weiter. „Auf dem Plan stehen dann Laborarbeit, praktische Aspekte und Exkursionen.“ Neben den Studierenden kommen das Betreuungsteam, eine Auswahl an Autoren und andere Referenten dazu, um die Kursinhalte zu vertiefen. Zum Ende jedes Kurses gibt es eine schriftliche oder mündliche Prüfung. Die Präsenzphase dient aber auch dem gegenseitigen Kennenlernen. „Wir starten mit einem gemeinsamen Abend“, sagt die Dozentin. „Dadurch wird der Kontakt der Studierenden untereinander gefördert.“

Die Absolventen des Studiengangs sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt, können sie doch in allen Bereichen, die mit Gewässer und Umwelt zu tun haben, arbeiten. Der Weiterbildungsstudiengang startet sowohl zum Winter- als auch zum Sommersemester.

Infos zum Studiengang unter www.wbbau.uni-hannover.de

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