Johanna Viets, Ingenieurin für Produktzulassungen in der Medizintechnik bei der Kuka Roboter GmbH, berichtet von ihrer Arbeit in der Entwicklung.
Bereits während der Schulzeit wurde mein Interesse für Technik geweckt. Daher habe ich mich an der Berufsakademie Bautzen für den dualen Studiengang Medizintechnik eingeschrieben. Im Jahr 2012 absolvierte ich meinen Abschluss als Diplom-Ingenieurin (BA). Mein Praxispartner war das Dienstleistungsunternehmen Sana-Medizintechnisches Servicezentrum GmbH, das seinen Schwerpunkt in der Instandhaltung medizintechnischer Geräte in Krankenhäusern hat. Nach ersten Berufserfahrungen in diesem Bereich wollte ich mich weiterentwickeln und zu einem Medizintechnik-Hersteller wechseln. Kuka als Hersteller von Industrierobotern war mir natürlich bekannt. Dass das Unternehmen jedoch auch in der Medizintechnik tätig ist, habe ich eher zufällig erfahren. Mein Interesse war sofort geweckt, da mir Robotik in der Medizintechnik als ein sehr innovatives und vielversprechendes Thema erschien.
Als Zulassungsingenieurin in der Medizingerätetechnik bin ich in der Entwicklung angesiedelt und dafür zuständig, aus Normen und Gesetzen Anforderungen an unsere Produkte abzuleiten. Diese Anforderungen müssen für den Einsatz von Geräten in der Medizintechnik eingehalten werden. Medizintechnische Geräte unterliegen strengen Vorgaben und müssen durch unabhängige Zertifizierungsstellen geprüft werden. Bei der Durchführung solcher Produktzertifizierungen wirke ich mit.
Das bisher umfangreichste Projekt, an dem ich mitgearbeitet habe, ist die Entwicklung des LBR Med – LBR steht dabei für Leichtbauroboter und die Abkürzung Med lässt erkennen, dass der siebenachsige Roboter sein Anwendungsgebiet in der Medizin hat. Denkbare Einsatzgebiete für einen Roboter dieser Art sind die Physiotherapie oder auch die Chirurgie, wobei der LBR als Assistent einen Facharzt unterstützen kann. Dabei zeichnen den LBR Med insbesondere seine Sensitivität und eine hohe Präzision aus.
Eine große Herausforderung ergibt sich daraus, dass der Bereich Robotik in der Medizintechnik noch relativ neu ist. Roboter in der Medizintechnik versprechen ein hohes Maß an Präzision und Zuverlässigkeit, was insbesondere in der Chirurgie oder der Strahlentherapie hilfreich ist. Weiterhin erfordern die immer weiter steigende Lebenserwartung und wachsender Fachkräftemangel Alternativen im Krankenhausalltag – hier können Roboter beispielsweise auch für logistische Aufgaben genutzt werden. Das Einsatzgebiet für Roboter in der Medizintechnik ist aus meiner Sicht sehr vielfältig, und wir werden dazu mit innovativen Entwicklungen sicher einen großen Beitrag leisten können.
Michael Müller ist Betriebsingenieur Verfahrenstechnik beim Chemiekonzern Wacker am Produktionsstandort Burghausen.
Ein Betriebsingenieur ist dafür verantwortlich, dass Produktionsanlagen sicher, störungsfrei und vor allem kosteneffizient funktionieren. Voraussetzung für den Beruf ist nicht nur ein Studium der Verfahrenstechnik und entsprechendes Fachwissen. Betriebsingenieure müssen auch flexibel, kreativ und teamfähig sein.
Obwohl Chemie zu meinen Lieblingsfächern in der Schule gehörte, wollte ich etwas studieren, das Chemie und Technik verbindet. Bei Messen zur Berufs- und Studienwahl und bei Schnuppertagen an der Technischen Universität München wurde ich auf das Studium Chemieingenieurwesen aufmerksam. Schnell wurde mir klar, dass das genau das Richtige für mich ist. 2003 schrieb ich mich an der TU München für den Studiengang ein.
Job-Steckbrief
Betriebsingenieur für Verfahrenstechnik
Voraussetzungen:
Abgeschlossenes Hochschulstudium der Fachrichtung Verfahrenstechnik, Automatisierungstechnik, Chemieingenieurwesen bzw. Maschinenbau, erste praktische Erfahrungen (Praktika, Diplomarbeit in der Industrie), internationale Erfahrung, Kenntnisse der einschlägigen Gesetze, Vorschriften und technischen Regelwerke
Tätigkeitsfelder (Auswahl):
• Anlagenoptimierung hinsichtlich Produktivität, Energie- und Umwelteffizienz
• Planung und Überwachung von Reparatur- und Investitionsmaßnahmen
• Projektarbeit beginnend bei der Konzepterstellung, Projektdefinition und Projektabwicklung
• Aufrechterhaltung der Genehmigungsfähigkeit der Anlagen, Beantragen erforderlicher Mittel für Investition und Reparatur sowie Planung und Kontrolle der Einhaltung des Budgets
Gehalt:
Im Durchschnitt 4800 Euro
Quelle: www.gehaltsvergleich.com
Einer meiner Studienschwerpunkte war thermische Verfahrens- und Reaktionstechnik. Für meine spätere Berufskarriere hätte ich keine bessere Entscheidung treffen können. Denn für klassische Chemieunternehmen sind Berufseinsteiger, die über verfahrenstechnisches Fachwissen verfügen, besonders interessant. 2008 bewarb ich mich als Praktikant beim Münchner Chemiekonzern Wacker und wurde prompt genommen.
Drei Monate konnte ich in der Verfahrenstechnik im Stammwerk Burghausen mitarbeiten und erste Berufserfahrung sammeln. Ich war so begeistert, dass ich mir aussuchte. Das war sowohl für das Unternehmen als auch für mich von Vorteil: Ich konnte weitere Einblicke in die Produktion gewinnen, und mein künftiger Arbeitgeber lernte mich fachlich noch besser kennen. Noch im gleichen Jahr, keine vier Wochen nach dem Abschluss meiner Diplomarbeit, hat mich Wacker als Projektingenieur eingestellt.
Nach drei Jahren in der zentralen Verfahrensentwicklung arbeite ich inzwischen in einem Betrieb, in dem Siliconvorprodukte hergestellt werden. Hier sind Anlagen mit den unterschiedlichsten Apparaten samt Rohrleitungen zu betreuen: Rührwerke, Wärmetauscher, Kolonnen, Pumpen. Als Betriebsingenieur ist es meine Aufgabe, für einen reibungslosen Betrieb zu sorgen. Nur wenn unsere Anlagen sicher und störungsfrei laufen, können wir kosteneffizient produzieren.
Ein weiteres Aufgabengebiet ist die „Legal Compliance“, also die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben in Sachen Anlagen- und Arbeitssicherheit. Sicherheit und Umweltschutz hat oberste Priorität. Außerdem kümmere ich mich um die Einhaltung behördlicher Vorschriften und Auflagen. Beispiel: Jede Chemieanlage im Werk wird regelmäßig vom TÜV überprüft. Mein Job ist es, dafür zu sorgen, dass alle Anlagen, für die ich verantwortlich bin, die technischen Prüfungen ohne Beanstandung bestehen.
Der Alltag eines Betriebsingenieurs verlangt immer wieder ein hohes Maß an Flexibilität. Neben geplanten Revisionen und Umbaumaßnahmen gibt es auch Arbeiten, die keinen Aufschub dulden und sofort erledigt werden müssen. Dabei gilt es, die betrieblichen Interessen mit den Interessen der Instandhaltung, der Planung und der Sicherheitsabteilung sinnvoll und bestmöglich unter einen Hut zu bringen. Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit ist es auch, die Effizienz und Produktivität bestehender Anlagen und Prozesse zu überprüfen und, wenn möglich, zu verbessern. Da ist Kreativität und Flexibilität gefordert. Das Wissen, dass eine Anlage nie zu Ende optimiert ist und es immer etwas zu verbessern gibt, motiviert mich ganz besonders.
Neben unternehmerischem Denken und Handeln ist auch die Fähigkeit wichtig, im Team zu arbeiten. Bei jeder Reparatur, bei jeder Instandhaltungs- oder Modernisierungsmaßnahme arbeite ich mit unterschiedlichen Fachwerkstätten und Fachstellen zusammen. Da muss auch die Chemie zwischen Betriebsingenieur und Facharbeitern stimmen. Inzwischen arbeite ich seit fünf Jahren als Betriebsingenieur. Langweilig wurde es mir in dieser Zeit nie. Jeden Tag warten neue, spannende Aufgaben auf mich. Der Beruf ist äußerst abwechslungsreich und vielseitig. Und da mein Arbeitgeber Produktionsstandorte in aller Welt betreibt, hätte ich auch die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten. Ein guter Verfahrensingenieur hat eben viele Möglichkeiten, sich beruflich zu betätigen – und das nicht nur in der Chemie.
Ende 2016 analysierte das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach die aktuellen Markttrends sowie die Produktstrategien der globalen Automobilhersteller. Das Ergebnis der Studie: Die Elektromobilität wird derzeit vor allem vom chinesischen Markt getrieben. Allerdings ist ab 2020 mit einem rasanten weltweiten Wachstum der E-Mobilität zu rechnen.
Tagesordnungspunkt: Elektromobilität Verteiler: Studierende und Absolventen CC: Alle, die sich für E-Mobility interessieren Ort: Bergisch Gladbach Datum: April 2017 Von: Prof. Dr. Stefan Bratzel, Center of Automotive Management
Im Jahr 2016 wurden in China rund 507.000 E-Autos abgesetzt, 53 % mehr als im Vorjahr. In den USA sind die Neuzulassungen auf 157.000 Elektroautos gestiegen (+38 %). In Europa setzt Norwegen seine Sonderrolle fort und kam 2016 auf rund 45.000 Elektrofahrzeuge (+38 %). Großbritannien konnte wie schon im Vorjahr seine E-Fahrzeugverkäufe ebenfalls steigern und setzte rund 37.000 Einheiten ab (+29 %). Auch hier sorgt vor allem der hohe Anteil neu zugelassener Plug-in-Hybride (+42 %) für das große Wachstum.
In Deutschland ist die E-Auto-Bilanz des Jahres 2016 sehr ernüchternd: Im vergangenen Jahr gab es trotz Förderprämie nur ein mageres Plus von 7 % auf rund 25.000 Elektrofahrzeuge. Dabei legten nur die Plug-in-Hybride auf 13.750 Fahrzeuge zu (+24 %), während mit 11.400 Neuzulassungen die reinen Elektrofahrzeuge sogar einen rückläufigen Trend aufweisen (-7,7 %). Von Juli bis Dezember wurden nur 9000 Anträge auf Förderprämie gestellt, 57 % davon auf reine Elektrofahrzeuge. Die Studienleiter erwarten jedoch nach dem Jahr 2020 ein massives Wachstum des E-Mobilitätsmarktes, befeuert von einer breiten Produktoffensive globaler Hersteller. Im Jahr 2025 wird im optimistischen Szenario mit rund 25 % bzw. 25 Millionen jährlich neu zugelassenen Elektro-Pkw gerechnet (konservativ: 12 %). Die Zahl könnte bis zum Jahr 2030 auf rund 40 Millionen elektrisch angetriebener Pkw steigen (konservativ: 25 Millionen).
Der Vergleich der Innovationsstärke der 20 globalen Automobilhersteller in den letzten fünf Jahren ergibt ein uneinheitliches Bild. Bei den reinen Elektrofahrzeugen in Serie weisen Tesla und Renault die höchste Innovationsstärke auf, gefolgt von Volkswagen, General Motors, Daimler, Nissan und BMW. Die größten Verbesserungen im aktuellen Jahr zeigen bislang Tesla (Reichweitenerhöhung seiner Modelle), Renault (Zoe, Reichweite 400 km) und General Motors (Chevrolet Bolt; in Europa: Opel Ampera-e, Reichweite 500 km). Bei den Plug-in-Hybriden bleiben die deutschen Automobilhersteller Volkswagen (inklusive VW, Audi, Porsche), BMW und Daimler dagegen unangefochten Innovationsführer. Die deutschen Hersteller haben durch Strategiewandel grundsätzlich die Chance, die Technologie-und Marktführerschaft auch im Zeitalter der E-Mobilität zu erlangen. Notwendig ist jedoch eine konsequente Umsetzung der Strategien in den jeweiligen Märkten. Dazu müssen die Hersteller sich organisatorisch, kulturell und im Hinblick auf erforderliche Kompetenzen neu aufstellen.
Vier Münchner Ingenieure haben ein E-Flugzeug erfunden, das senkrecht startet und landet. Der elektrisch betriebene Jet, in den zwei Personen hineinpassen, soll beinahe lautlos fliegen und weniger Energie verbrauchen als ein Elektroauto. Die Reichweite liegt bei 300 Kilometern. Durch die schwenkbaren Triebwerke kann das Flugzeug auf kleinstem Raum starten und landen. Als Führerschein soll eine LSA-Lizenz für das Fliegen von Ultraleichtflugzeugen genügen. Wann die Tüftler von Lilium Aviation die ersten Modelle anbieten, steht noch in den Sternen. Derzeit überlegen sie, wie sie das Flugzeug in ein Auto verwandeln können, das nach der Landung einfach zu seinem Zielort weiterfährt.
Weitere Informationen über das innovative Projekt unter https://lilium.com
An der Universität Würzburg können hochqualifizierte Studierende aus aller Welt ihren SpaceMaster machen. Die Masterstudenten beschäftigen sich mit Weltraumwissenschaften und Projekten in Zusammenarbeit mit der europäischen Raumfahrtindustrie. Ein Teil des Studiums findet an Partneruniversitäten in Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich, Japan, den USA oder der Tschechischen Republik statt. Als Abschluss winkt ein Doppelabschluss Master of Science von zwei europäischen Universitäten.
MIXED REALITY PRODUCTION 4.0
Mithilfe von Mixed Reality- und Virtual Reality-Technologien können Mitarbeiter an einem Ort zusammen mit Robotern und Kollegen an einem anderen Ort gemeinsam und flexibel Aufgaben lösen. Forscher des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) zeigten auf der diesjährigen CeBIT vom 20. bis 24. März in Hannover neue, ortsübergreifende Formen der Mensch-Roboter-Kollaboration: Drei baugleiche Roboter auf dem DFKI-Stand wurden durch einen Operator auf dem benachbarten BMBF-Stand über eine HoloLens-Brille telemanipuliert. Der Benutzer kann mit dem Roboter interagieren, indem er auf die virtuelle Repräsentation des Zielobjekts blickt und durch eine Geste die gewünschte Aktion auslöst. Praktische Einsatzgebiete im Produktions- und Industriekontext können zum Beispiel Fernwartung, Telepräsenz, Teleproduktion oder Teleoperation sein.
COACHING DURCH DIE „JUNGEN WILDEN“
Cover Fit für die Next Economy
Wie schaffen es Unternehmen, die Millennials für sich zu begeistern und ihren Erfolg für die Zukunft abzusichern? Das Autorenduo Anne Schüller und Alex Steffen empfiehlt Unternehmen, sich von den „jungen Wilden“ coachen zu lassen – auch wenn diese noch keine Berufserfahrung haben. Trotzdem wissen sie, was Kunden heutzutage wollen und wie Produkte und Unternehmen zukünftig funktionieren müssen, um zu überleben. In ihrem Buch gehen Steffen – Mitglied der New Economy – und Schüller aus der Old Economy gemeinsam der Frage nach, wie Unternehmer der Old Economy die digitale Transformation und den Weg in die Next Economy schaffen können. Anne M. Schüller, Alex T. Steffen: Fit für die Next Economy. Zukunftsfähig mit den Digital Natives. Wiley-VCH 2017. 19,99 Euro
ZUKUNFT DISKUTIEREN
Wie bereiten wir uns auf die Arbeitswelt von morgen vor? Der Tenor bei der 4. ZukunftsNacht im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 29. März 2017 war eindeutig: Digitale Kompetenzen sollen stärker in Aus- und Weiterbildung vermittelt, mehr Modellprojekte zur Anwendung neuer Technologien in kleinen Unternehmen gefördert und innovative Arbeitsmodelle erforscht werden. So lautet das Ergebnis der Diskussion von 150 Bürgerinnen und Bürgern mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka im Rahmen des ZukunftsForums „Wissen schaffen – Denken und Arbeiten in der Welt von morgen“. Die Diskutanten wünschten sich unter anderem experimentelle Räume, um das zunehmend zeit- und ortsunabhängige Arbeiten und die Anwendung innovativer Technologien auszuprobieren. Weitere Ergebnisse des ZukunftsForums unter: www.zukunft-verstehen.de
ERFOLG ANALYSIEREN
Cover Einfach markant
Weshalb haben manche Unternehmen scheinbar mühelos so großen Erfolg, und die anderen strampeln sich ab und bleiben dennoch irgendwo im Mittelfeld? Der Betriebswirtschaftler Prof. Sven Henkel und der Politologe Jon Christoph Berndt zeigen, wie wichtig die konsequent gelebte Markenorientierung ist – und wie jedes Unternehmen sichtbar werden kann. Anhand mehrerer Beispiele haben sie analysiert: Was macht Unternehmen so erfolgreich? Die Markenstrategen haben unter anderen den Sicherheitsspezialisten Abus, den Hausgeräte-Hersteller V-Zug, den Fördertechnik-Experten Lindig und den Weltmarktführer bei Maschinen für die Nahrungsmittelindustrie Bühler unter die Lupe genommen. Jon Christoph Berndt, Sven Henkel: Einfach markant! Wie Unternehmen durch Klarheit und Begehrlichkeit erfolgreich sind. Printamazing 2017. 19,99 Euro
WISSEN VOM FASS
Foto: Fotolia/VKA
Schon mal bei einem Bier über Chemie und Nanoscience nachgedacht? Oder bei einem Cocktail den neuesten Kenntnissen aus Kosmologie und Astrophysik belauscht? Die Veranstaltung „Wissen vom Fass“ macht es möglich. Ende April sind zum zweiten Mal Wissenschaftler des Forschungszentrums DESY, der Universität Hamburg, des Exzellenzclusters „The Hamburg Centre for Ultrafast Imaging“ und des Sonderforschungsbereichs „Particles, Strings and the Early Universe“ in rund 50 Kneipen und Bars in Hamburg gegangen, um in 30-minütigen Sessions über ihre Forschungen zu berichten. Die nächste Veranstaltung „Wissen vom Fass“ findet im Frühjahr 2018 in Hamburg statt.
Weitere Informationen: www.wissenvomfass.de
Der deutsche Astronaut der ESA im Gespräch mit Sabine Olschner
Zur Person
Dr. Matthias Maurer absolviert seit Juli 2015 als Mitglied des Europäischen Astronautenkorps seine Astronauten-Grundausbildung in Köln, die er im Laufe
dieses Jahres abschließen wird. Im Februar 2017 wurde er ins aktive Astronautenkorps der Europäischen Raumfahrtagentur aufgenommen. Der 46-Jährige hat je ein Diplom in Werkstoffwissenschaften sowie in Werkstofftechnik der Uni Saarbrücken und ein Diplom in Materialwissenschaft aus einem multinationalen Studiengang der Universitäten Saarbrücken, Nancy, Barcelona und Luleå in Schweden. Er hat zudem ein Diplom der Fernuni Hagen aus dem Aufbaustudium „BWL für Ingenieure“ und promovierte am Institut für Oberflächentechnik an der RWTH Aachen. www.facebook.com/ESAMatthiasMaurer
Seit wann ist es Ihr Traum, ins All zu fliegen? 2008 hörte ich in der Tagesschau, dass die ESA neue Astronauten einstellt, und es wurde mir schlagartig klar: Das ist genau das, was ich machen möchte! Denn die Astronautentätigkeit verbindet all meine Interessen: Wissenschaft, Technik, die Zusammenarbeit in internationalen Teams und natürlich eine ordentliche Prise Abenteuer.
Welche Voraussetzungen muss ein Astronaut erfüllen? Man muss Naturwissenschaft, Technik oder Medizin studiert haben oder ein Testpilot sein. Darüber hinaus sind Teamfähigkeit und Sozialkompetenz die wichtigsten Eigenschaften, denn ohne sein Team ist ein Astronaut gar nichts. Im Hintergrund arbeiten so viele Leute darauf hin, dass man dort hochfliegen kann. Außerdem muss man strukturiert, organisiert, lernwillig, kritikfähig und sehr belastbar sein und zu jeder Zeit 150 Prozent geben.
Wie sieht Ihr Tagesablauf aus? Ich durchlaufe derzeit ein eineinhalbjähriges Training, in dem ich die Grundlagen der Astronautik lerne und wie die internationale Raumstation funktioniert. In einem zehn Meter tiefen Tauchbecken in Köln, in dem Teile der Raumstation nachgebildet sind, üben wir beim Tauchen das Arbeiten in der Schwerelosigkeit. Denn bei Parabelflügen, die die einzige Möglichkeit von richtiger Schwerelosigkeit „auf der Erde“ sind, können wir ja nur 22 Sekunden in der Schwerelosigkeit bleiben – viel zu kurz für ein Training. Wir machen auch Überlebenstrainings im Wasser und in der Kälte, falls die Raumkapsel bei der Rückkehr zur Erde unplanmäßig im Ozean oder zum Beispiel in Sibirien landet.
Das meiste ist aber Klassenraumunterricht: Medizinwissen für Notfallhilfe in der Schwerelosigkeit, Physik, Hintergründe zu den Experimenten, die wir im All durchführen werden, Orbitalmechanik – also das Handwerkszeug des Astronauten – und natürlich Sprachunterricht: Ich lerne derzeit Russisch und Chinesisch für die Kommunikation mit den Kollegen an Bord und auf dem Boden. Auf der ISS sind Englisch und Russisch die offiziellen Amtssprachen, bei der zukünftigen chinesischen Raumstation wird dies Chinesisch sein.
Worauf freuen Sie sich bei Ihrem Flug am meisten? Das eine ist der Blick von der ISS auf die Erde – das stelle ich mir extrem spannend und faszinierend vor. Außerdem freue ich mich als Wissenschaftler natürlich auch auf die vielen werkstoffwissenschaftlichen Experimente. Vielleicht gibt es auch einen Weltraumspaziergang – das ist für jeden Astronauten die Krönung einer Weltraumreise: einmal auszusteigen und ganz draußen zu sein.
Wer wird die erste Astronautin
im All? Verfolgen Sie das Auswahlverfahren
unter www.dieastronautin.de.
Wovor haben Sie am meisten Angst? Wer ins All fliegen will, sollte keine Angst haben. Man muss allerdings Respekt haben. Die Technologie, die uns dort hochbringt, arbeitet am Rande von dem, was machbar ist. Die Kraft, die in den Raketen steckt, ist unglaublich. Ich vertraue da aber auf die bewährte Technik und auf die Ingenieure, die dies möglich machen.
Die TUM School of Management steht für erstklassige Forschung und Lehre an der Schnittstelle zwischen Management und Technologie. Die 2002 gegründete Fakultät erhält regelmäßig Spitzenplätze in Rankings deutscher Business Schools.
Die TUM School of Management zieht Studenten und Forscher aus aller Welt an. Wir kanalisieren ihren Enthusiasmus für Innovation und Technologie zu reellen Produkten indem wir ihnen das Management Wissen vermitteln, was sie dazu benötigen. Wir glauben, dass Entrepreneurship und soziale Verantwortung Hand in Hand laufen. Diese Werte geben wir an unsere Studenten weiter.
Die TUM School of Management ist einzigartig in Deutschland. Unser Streben nach Exzellenz hat uns geholfen, eine wahrhaftig dynamische, inspirierende und internationale Gemeinschaft zu schaffen.
Die TUM School of Management bietet verschiedene Bachelor- und Masterprogramme an der Schnittstelle zwischen Technologie und Management an. Das Portfolio umfasst zudem das Feld der Executive Education, also die Weiterbildung erfahrener Fach- und Führungskräfte. Hierunter fallen 3 Executive MBA Programme, kürzere Trainings und Zertifikatsprogramme sowie kundenspezifische Customized Programs.
Im Jahr 2017 wird erstmalig auch die Zielgruppe der Young Professionals angesprochen: In einem einzigartigen Double Degree mit der HEC Paris werden im Studiengang „Master in Management & Innovation“ die Innovationsmanager der Zukunft ausgebildet.
Neue Impulse. Weiterbildung. Networking. WoMenPower ist mit jährlich rund 1.400 Teilnehmerinnen eine der größten Netzwerk- und Diskussionsplattformen für Frauen zu Karrierefragen, Erfolgsstrategien und innovativen Arbeitsformen.
WoMenPower 2017
Datum: 28. April 2017, 9.45 bis 17.45 Uhr zur HANNOVER MESSE Ort: Convention Center, Messegelände Hannover Tickets: ab 129 Euro, für Studierende 25 Euro.
Am 28. April findet der Karrierekongress zum 14. Mal im Rahmen der HANNOVER MESSE, der weltweit bedeutendsten Industriemesse, statt. In diesem Jahr steht der Kongress unter dem Motto„Arbeitswelt 4.0 – Grenzenlos kommunizieren“ und bietet über40 Vorträge und Workshops.
Im Rahmen der Eröffnung können sich die Teilnehmerinnen auf Keynotes von Bundesministerin Andrea Nahles, IBM-Deutschlandchefin Martina Koederitz und AUDI-Personalvorstand Thomas Sigi freuen. Das vollständige Programm finden Sie auf unserer Webseite.
Das Kongressprogramm richtet sich an Young Professionals und Studierende ebenso wie an Berufserfahrene und Führungskräfte und ist in vier Themenschwerpunkte gegliedert:
1. Kompetenzen im Beruf
Dieser Themenschwerpunkt ist besonders für Young Professionals interessant. Hier steht die Weiterentwicklung persönlicher Kompetenzen und Skills im Vordergrund, die im beruflichen Alltag nützlich sind und sich leicht integrieren lassen.
Die Teilnehmerinnen erhalten praktische Tipps für das nächste Job-Interview oder die Gehaltsverhandlung ebenso wie für den Business-Smalltalk. Sie werden von Managementtrainerin Sabine Asgodom in die Geheimnisse des Selbstmarketings eingeweiht, machen im interaktiven Vortrag von Schauspielerin Nicola Tiggeler praktische Stimmübungen und erfahren alles zum Thema strategisches Netzwerken.
2. Führung und Karriere
Dieser Schwerpunkt richtet sich an alle, die spezifische Leadership-Skills oder weiterführende Kenntnisse im Bereich Führung erwerben möchten oder ihre eigene Karriere auf das nächste Level bringen wollen.
So erklärt Erfolgscoach Marion Knaths humorvoll die männlichen Kommunikationsregeln im Job und wie Frauen spielend die gläserne Decke durchbrechen können. Weitere Themen sind Selbstführung, flexibles Arbeiten in Führungspositionen, veränderte Anforderungen an den Digital Leader oder Mentoring für Führungskräfte. Viele Angebote ermöglichen auch einen direkten Austausch mit Role Models aus der Wirtschaft.
3. Beruf und Leben
Bei den Angeboten aus diesem Themenbereich erfahren die Teilnehmerinnen praxisnah, wie das gehen kann: Leben und arbeiten – von unterwegs und überall.
Oder wie eine Werksleiterin bei AUDI Karriere und Kinder unter einen Hut bekommt. Oder was bei einem Pflegefall zu tun ist. Und wie eine erfolgreiche Gründerin nebenberuflich die eigene Geschäftsidee umgesetzt hat.
4. Arbeitswelt im Wandel
Dieser Themenblock behandelt aktuelle Fragen, Herausforderungen und Chancen der Arbeitswelt 4.0. Diskutiert und beleuchtet werden Chancen für Frauenkarrieren im Zeitalter der Digitalisierung, Diversity als Katalysator des digitalen Wandels und Themen wie Unternehmenskultur 4.0 und virtuelle Führung.
Kreativ, witzig, unkonventionell: Beim Slam präsentieren sich Unternehmen von einer ganz neuen Seite – und informieren danach über Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten, konkrete Projekte und Angebote.
Als Alternative zum Workshop-Programm können die Teilnehmerinnen am Nachmittag auch an einem geführten Rundgang zum Thema „Industrie 4.0“ über die HANNOVER MESSE teilnehmen und die neuesten Technologien der Integrated Industry kennenlernen.
Eine begleitende Ausstellung rundet das Programm ab. Die Aussteller informieren über Berufsperspektiven, Karrierechancen und Förderprogramme, bieten Zeugnis-Checks und vieles mehr.
WoMenPower, Cosmopolitan Messerestaurant, Foto: Deutsche Messe
Treffen Sie sich bereits am Vorabend des Kongresses mit anderen Teilnehmerinnen und Referentinnen im Turmrestaurant Cosmopolitan auf dem Messegelände und genießen Sie einen tollen Abend mit Dinner, Musik und einem atemberaubenden Blick in 38 m Höhe.
Bedarf an HochschulabsolventInnen
4 bis 8 pro Jahr
Anforderungsprofil
Zwei Prädikatsexamen; eine abgeschlossene Promotion wird honoriert, ist aber nicht Voraussetzung; gute Englischkenntnisse sind erwünscht.
Karriereaussichten
Transparenz und Fairness sind für uns wesentliche Prinzipien. Der Karrieretrack ist deshalb klar definiert. Nach Ablauf von dreieinhalb Jahren ist die Aufnahme als assoziierter Partner angestrebt. Nach Ablauf von weiteren zweieinhalb Jahren erfolgt die Aufnahme als Partner.
Angebote für ReferendarInnen
Wir freuen uns über Referendare im Rahmen der Anwalts- und Wahlstation. Darüber hinaus ist eine wissenschaftliche Mitarbeit als Nebentätigkeit zum Referendariat oder als promotionsbegleitende Tätigkeit möglich.
Vergütung: 800,- Euro pro Wochenarbeitstag unter Berücksichtigung der maximalen Zuverdienstgrenze.
Einstiegsvergütung
100.000,- Euro/Jahr (bei abgeschlossener Promotion), 90.000,- Euro
Ansprechpartner
Dr. Christina Koppe-Zagouras
Fon: +49 (0)711-60187-160
E-Mail: koppe@oppenlaender.de
Karriereaussichten
Sie arbeiten vier bis fünf Jahre als Associate. Im Anschluss besteht – je nach individueller Entwicklung – die Möglichkeit einer Tätigkeit als Counsel und später zur Partnerschaft.
Angebote für ReferendarInnen
Wir bieten Plätze für die Ausbildung in der Anwalts- und Wahlstation und daneben Teilzeitbeschäftigungen für Doktorand*innen sowie Nebentätigkeiten für Referendar*innen.
Auslandseinsatz
Für Referendar*innen ist die Absolvierung der Wahlstation im Ausland möglich.
Einstiegsvergütung
Das Einstiegsgehalt beträgt 120.000 EUR p. a. plus Bonus.
Gestalter gesucht! Finanzexperten in der digitalen Geschäftswelt
Die Rolle von Finanzexperten in Unternehmen gewinnt an Bedeutung: Auf der einen Seite übernehmen sie weiterhin prüfende und kontrollierende Aufgaben. Als Analysten, Consultants und Big-Data-Experten nehmen sie verstärkt die Rolle der Strategen ein und schätzen für die Unternehmen Chancen und Risiken neuer Geschäftsmodelle ein.
Die Rolle von Finanzexperten in Unternehmen gewinnt an Bedeutung: Auf der einen Seite übernehmen sie weiterhin prüfende und kontrollierende Aufgaben. Als Analysten, Consultants und Big-Data-Experten nehmen sie verstärkt die Rolle der Strategen ein und schätzen für die Unternehmen Chancen und Risiken neuer Geschäftsmodelle ein. Von André Boße
Der Chief Financial Officer (CFO) eines großen Unternehmens hat immer zwei Seiten im Blick. Zum einen schaut er auf die internen Finanzstrukturen: Funktionieren Controlling und Risikoeinschätzung? Und können wir mit Blick auf die Digitalisierung die anstehenden strukturellen Herausforderungen meistern? Der Blick der Top-Finanzmanager richtet sich aber auch auf die externen Faktoren, die Einfluss auf die Finanzwelt ausüben. Und dieser Blick bereitet heute Sorgen. „Seit dem Sommer 2015 ist die Stimmungslage der deutschen CFOs von Entwicklungen im internationalen Umfeld geprägt“, heißt es im CFO-Survey 2016 der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Deloitte. Dennoch: Trotz politischer Turbulenzen und einer unbeständigen Weltwirtschaftslage ist die Stimmung bei den deutschen CFOs weiterhin verhalten optimistisch: „Der CFO Confidence Index zeigt sich nach wie vor im leicht positiven Bereich“, heißt es in der Studie.
Finance Consulting
Vor allem die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften haben Finance Consulting als Geschäftsfeld mit großem Wachstumspotenzial wiederentdeckt.
Dementsprechend groß ist bei diesen Beratungsunternehmen der Bedarf an Consultants mit Finanz-Know-how, die zusammen mit den Mandanten die Struktur, strategische Ausrichtung sowie Implementierung der Finanzprozesse in die Architektur des Unternehmens analysieren. Dabei geht es um die Qualität von Controlling und Effizienz, aber auch um Aspekte wie Risikoanalyse und den Blick auf neue Geschäftsmodelle.
Zu erklären ist das mit dem großen Selbstbewusstsein, mit dem die Finanzprofis in den Unternehmen an dem wichtigsten Megatrend der Zeit mitwirken: der Digitalisierung. Noch 2014 hatte nur ein Drittel der CFOs in der Digitalisierung einen wichtigen langfristigen Trend für die Unternehmen erkannt. „Nur zwei Jahre später ist das Thema in vollem Umfang bei den Verantwortlichen angekommen“, formuliert die Deloitte-Studie. Spät, aber nicht zu spät. Genau daran erkennt man einen ausgezeichneten Analysten: Er kann einschätzen, wann es höchste Zeit ist, Änderungen einzuleiten. Interessant dabei ist, dass die Auswirkungen der Finanzkrise immer noch dafür sorgen, dass deutsche Unternehmen nur verhalten investieren.
Bei der digitalen Umstellung des Finanzbereichs geht es dennoch zügig voran: „In die Digitalisierung der Unternehmen und die dafür notwendigen Kompetenzen wird durchaus investiert“, zeigte die Umfrage unter den mehr als 100 CFOs großer deutscher Unternehmen (siehe Kasten Seite 12). Und die erst kürzlich veröffentlichte CFO-Umfrage „Positive Aussichten für 2017“ von Deloitte zeigt: Die Finanzchefs betrachten die Digitalisierung als wichtige Chance für das Jahr 2017.
Und das hat unmittelbare Folgen für die Anforderungen an Nachwuchskräfte, die in den Unternehmen und Konzernen Finanzjobs übernehmen: 63 Prozent der CFOs fordern ein besseres Verständnis ihrer Mitarbeiter für digitale Geschäftsmodelle. Hier zeigt sich bereits, dass die Digitalisierung in den Finanzbereichen der Unternehmen eine zusätzliche Dimension erreicht: Der Fokus liegt nicht nur auf der Optimierung interner Prozesse. „Es geht in hohem Maße auch um eine Verbesserung der Analytics-Kompetenzen sowie um die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Dienstleistungen“, heißt es in der Studie. In diesem Sinne beginnt nun eine zweite Phase: Finanzspezialisten nutzen die digitalen Tools als Controller oder Wirtschaftsprüfer, gleichzeitig treiben Analysten und Risikomanager damit innovatives Business voran.
Was das konkret bedeutet, zeigt ein Blick in den Daimler-Konzern. Seit Herbst 2015 ist Yvonne Rosslenbroich Personalvorstand bei Daimler Financial Services, der Finanzdienstleistungstochter des Autobauers. „Jedes zweite Neufahrzeug aus unserem Konzern wird von uns finanziert“, sagt sie über die enge Verbindung der Tochter zur Mutter. Das ist das traditionelle Geschäft des Unternehmens, doch der Wandel wird offensichtlich, wenn die Top-Managerin ihr Unternehmen nicht nur als Finanz- sondern auch als Mobilitätsdienstleister bezeichnet. „Innovative Mobilitätsdienstleistungen wie car2go, mytaxi oder die App moovel gehören mittlerweile ebenfalls zu uns“, sagt Rosslenbroich.
Das ist interessant, weil der Daimler-Konzern damit seine zukunftsweisenden mobilen Anwendungen in den Bereichen Carsharing oder digitale Apps unter dem Dach des konzerneigenen Finanzspezialisten angesiedelt hat. Die Richtung ist klar: Daimler Financial Services darf sich als führender Entwickler von neuen Mobilitätslösungen betrachten, die meisten davon besitzen einen starken Digitalisierungsgrad. „Daher decken wir tatsächlich eine große Bandbreite an Jobprofilen ab“, sagt die Vorstandsfrau. „IT- und Mobilitätsexperten sollen dabei helfen, uns nachhaltig als führenden Finanz- und Mobilitätsdienstleister zu positionieren.“ Gefragt seien daher auch Entwickler im Bereich Software- und App-Development, die im Idealfall Finanz- und IT-Know-how kombinieren. Doch das bedeutet nicht, dass der klassische Finanzspezialist keine Rolle mehr spielt. Controller und Wirtschaftsprüfer sind weiterhin gefragt.
Digitales Know-how
Die Deloitte-Studie fragte die CFOs der deutschen Unternehmen, welche Fähigkeiten in den Finanzbereichen weiter ausgebaut werden müssten, um den Anforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden. Am meisten genannt wurde dabei das Verständnis der Mitarbeiter für digitale Geschäftsmodelle (63 Prozent).
Knapp dahinter platzierte sich das Know-how für digitale Prozesse (62 Prozent). Gut jeder zweite CFO wünschte sich, dass seine Mitarbeiter ihre Analytics-Kenntnisse weiter ausbauen.
Zunehmend wichtiger werden allerdings Business-Entwickler sowie Data-Scientists mit einem Schwerpunkt auf Wirtschaftsmathematik und -informatik. „Das liegt vor allem daran, dass wir uns in einem sehr dynamischen Umfeld befinden. Zudem arbeiten wir an vielen Start-up-Projekten, sodass Projektmanagement bei uns ein Teil des Tagesgeschäfts ist“, sagt Yvonne Rosslenbroich. Dieser Ansatz prägt auch die Unternehmenskultur der Daimler-Tochter: So ist zum Beispiel Englisch die Arbeitssprache, und eine Krawattenpflicht gibt es nicht.
Neue Geschäftsmodelle erkennen
Für die Zukunft sieht die Top-Managerin zwei Profile als besonders bedeutsam an: Da sind zum einen Jobs, die sich mit dem Thema Big Data beschäftigen: Spezialisten haben die Aufgabe, aus der Masse an Daten verwertbare Finanzkennziffern herauszufiltern. Die Aufgabe von Big Data-Experten im Finanzbereich sei es zum Beispiel, „Eintrittswahrscheinlichkeiten zu ermitteln oder Geschäftspotenziale abzuleiten“. Das sind spannende Aufgaben, denn diese Jobprofile legen einen deutlichen Fokus auf die Zukunft: Anhand von Daten und finanziellen Parametern erarbeiten die Mitarbeiter Einschätzungen von möglichen Business-Innovationen.
Der Finanzprofi im Unternehmen nimmt hier mehr denn je die Rolle eines Gestalters ein, weil er als Big Data-Experte in der Lage ist, Potenziale zu erkennen und finanziell einzuschätzen. „Dabei ist eine Expertise im Bereich Statistik und Machine Learning entscheidend, um prognostische Modelle zu entwickeln und aus Unternehmensdaten diesen Mehrwert zu generieren“, sagt Yvonne Rosslenbroich.
Ein zweites Jobprofil mit Zukunft ist bei der Daimler-Tochter der Spezialist für Risk Analytics & Innovation. „Dieser“, so die Personalverantwortliche, „entwickelt Risikoklassifikationen in sich permanent verändernden Umfeldern weiter und erarbeitet dafür neue Scoring-Ansätze.“
Eher klassisch geprägt sind die Aufgabengebiete für Finanzprofis bei Philips. Im deutschsprachigen Markt beschäftigt der Elektronikkonzern mit Hauptsitz in den Niederlanden Finanzexperten im Controlling, in der Steuerabteilung sowie im Accounting, also in der Haupt- und Nebenbuchhaltung sowie in der Erstellung von Jahresabschlüssen.
In der weltweiten Konzernstruktur kommen Experten für die Bereiche Treasury, Versicherungen, Internal Audit sowie M&A hinzu, die in der Regel in der Firmenzentrale in Amsterdam tätig sind. Gewandelt hat sich zuletzt die Struktur der Abteilungen: „Es gab in der Vergangenheit eine zunehmende Spezialisierung im Finanzbereich“, sagt Dr. Andreas Knüppel, Country Head of Finance für Deutschland. Der Konzern definierte Rollen neu und ordnete ihnen jeweils ein Jobprofil zu, damit noch klarer wird, welche Aufgaben der jeweilige Spezialist zu erfüllen hat.
Flexibel in klassischen Bereichen
Parallel zur Spezialisierung etablierten sich im Unternehmen Shared Service Centers, also konzentrierte Arbeitseinheiten, die an zentraler Stelle unternehmensübergreifend tätig sind. Was aber nicht heißt, dass Einsteiger, die an einem Ort ein bestimmtes Profil eingenommen haben, dort auch verbleiben.
Redaktionstipp:
Silicon Germany, Knaus
Silicon Germany
Was muss die deutsche Wirtschaft tun, damit sie nicht abgehängt wird? Das erklärt Christoph Keese anhand zahlreicher Beispiele aus unterschiedlichen Branchen.
„Wechsel zwischen den unterschiedlichen Rollen im Verlauf des beruflichen Werdegangs sind erwünscht und werden von uns gefördert“, sagt der Finanzverantwortliche von Philips Deutschland. Zwar besitzt ein Großteil der Finanzexperten des Unternehmens durch das jeweilige Jobprofil eher prüfende und kontrollierende Kernaufgaben, doch gilt auch für diese Kräfte das Leitbild des Konzerns: „Bei uns ist jeder Mitarbeiter Entrepreneur“, sagt Knüppel. „Auch unsere Finanzmanager denken und handeln unternehmerisch. Sie arbeiten permanent an Prozess- und Effizienzverbesserungen in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich.“
Auf dem Weg zum Echtzeitunternehmen
Wie sich das unternehmerische Denken der Mitarbeiter durch die Digitalisierung ändert, zeigt der Trend zum Echtzeitunternehmen, der vor allem die Finanzjobs verändert. Unternehmen, die in Echtzeit operieren, setzen digitale Technik ein, um Trends zu ermitteln und zu prognostizieren, neue Erkenntnisse zu gewinnen, gezielte Maßnahmen zu ergreifen und ihre Prozesse anzupassen. Und zwar nicht auf dem üblichen Weg von oben nach unten – sondern in Echtzeit, also auf allen Ebenen beinahe gleichzeitig. „In der heutigen Geschäftswelt genügt es nicht mehr, lediglich auf Ereignisse zu reagieren.
Durch den Einsatz eines Echtzeitsystems können Unternehmen sowohl Nachfrage generieren als auch der bereits vorhandenen Nachfrage gerecht werden – und zwar genau in dem Moment, in dem sich die Möglichkeit dazu bietet“, sagt Henner Schliebs, Leiter des Bereichs Finance Audience Marketing beim Softwarehersteller SAP. „Solche Vorhersageanalysen bieten Finanzexperten, die heute mehr Verantwortung denn je haben, wertvolle Hilfestellung bei Planungs-, Prognose- und Entscheidungsprozessen.“ Zudem bietet die Technik den Vorteil, einfache Finanzprozesse transparent zu machen, sodass auch andere Bereiche die Arbeit übernehmen können, die zuvor die Spezialisten beschäftigt hat. Für die Finanzprofis bedeutet das: mehr Zeit für strategisches Denken.