Maschinenbauingenieur in der Bauindustrie

Tobias Greindl, Foto: BAUER-Gruppe
Tobias Greindl, Foto: BAUER-Gruppe

Der Maschinenbauingenieur Tobias Greindl arbeitet seit sechs Jahren bei der Bauer Maschinen GmbH. Bereits während seines Studiums an der Hochschule Deggendorf hat der 30-Jährige das Unternehmen mit Sitz in Schrobenhausen kennengelernt. Von Tobias Greindl, Bauer Maschinen GmbH

Ich habe direkt nach meinem Masterabschluss im Oktober 2011 bei Bauer angefangen. Zu meinen Hauptaufgaben zählen die Entwicklung und Konstruktion von Baugruppen und Sondermaschinen, speziell auch für den Offshore-Einsatz. Außerdem bearbeite ich Forschungsprojekte in diesem Bereich und leite kleinere Projekte. Bei meiner Arbeit ergeben sich natürlich immer wieder auch Schnittstellen zu den Bauingenieuren der Bauer Spezialtiefbau GmbH, etwa wenn es um die Weiterentwicklung bestehender Geräte geht. Hier sind wir auf das Feedback von der Baustelle angewiesen. Aber auch bei Neu- und Sonderentwicklungen für spezielle Projekte arbeiten wir mitunter eng mit den Spezialtiefbauern zusammen.

Eine solche Entwicklung ist zum Beispiel unser Unterwasserbohrgerät Dive Drill. Aktuell wird vor der schottischen Küste ein Windpark gegründet. Hierbei werden Pfähle mit rund zwei Metern Durchmesser in den Boden gerammt. Ist dies aufgrund der Geologie nicht möglich, kommt unser Dive Drill zum Einsatz und führt Entlastungsbohrungen durch. Der Auftrag kam im Juli 2016 und der Auslieferungstermin war für Ende Februar 2017 geplant. Das Projekt mit einer Lieferzeit von etwa sieben Monaten war für die gesamte Firma ein Kraftakt und eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen war unumgänglich.

Der Dive Drill wurde in unserem Werk nahe des Firmensitzes in Schrobenhausen aufgebaut und getestet, Ende Februar verladen und nach Rotterdam geliefert. Dort wurde das 200 Tonnen schwere Bohrgerät pünktlich auf das Schiff geladen. Ein Highlight war für mich, dass ich an einem Helikopter- Sicherheitstraining teilnehmen durfte, denn das Schiff ist im Notfall nur per Hubschrauber erreichbar. Aktuell befindet sich das Unterwasserbohrgerät immer noch auf dem Arbeitsschiff und wir bekommen von den Bauingenieuren und Gerätefahren vor Ort immer wieder Feedback was gut ist oder aber auch nicht optimal läuft. Dieses Feedback werden wir bei möglichen neuen Projekten in die Entwicklung einfließen lassen.

An meiner Arbeit reizt mich besonders, dass wir unsere Prototypen von der ersten Prinzipskizze bis zur Auslieferung begleiten. Es ist einfach toll, wenn man sieht, was aus einer ersten Idee entstehen kann und das Gerät in Stahl und Eisen schlussendlich vor einem steht. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen, wie der Elektrotechnik, der Hydraulik, den Bauingenieuren, der Produktion und den Mechanikern, die das Gerät zusammenbauen, ist sehr abwechslungsreich.