„Der Bau braucht mehr Frau.“

Am 21.9.2023 startet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sein neues FrauenNetzwerk Bau. Zum Kick-off beantwortet Jutta Beeke, Vizepräsidentin Sozialpolitik im Hauptverband, drei Fragen über Ziele und Ausrichtung des Netzwerks. Interview: André Boße

Jutta Beeke, FrauenNetzwerk-Bau, Foto: HDB//Echterhoff
Jutta Beeke, FrauenNetzwerk-Bau, Foto: HDB//Echterhoff

Frau Beeke, heute, am 21.9., findet der Kick-off für das FrauenNetzwerk-Bau statt. Welches Ziel steckt dahinter?
Der Bau braucht mehr Frau. Dabei sagen wir aber auch selbstbewusst: Wer heute noch glaubt, die Baubranche sei eine reine Männerdomäne, der liegt falsch. Seit Jahrzehnten bestimmen Frauen vor allem in den Ingenieurberufen die Geschicke der Branche mit und steuern wichtige Innovationen bei. Diese Tatsache wollen wir nun sichtbarer machen. Mit dem Ziel, dass sich noch mehr Frauen für eine Karriere in der Baubranche interessieren, wenn sie sehen, was in unseren Unternehmen möglich ist.

Was braucht es für diese Sichtbarkeit?
Erstens Role Models, also Frauen mit Vorbildfunktion, die von ihren Tätigkeiten und ihrem Werdegang berichten. Zweitens ein Netzwerk, mit dessen Hilfe Frauen sehr einfach Ansprechpartnerinnen finden, die sie beim Einstieg sowie beim Aufstieg in der Branche unterstützen.

Wie werden Sie den gewünschten Austausch unter den Frauen organisieren?
Nach dem Kickoff in Berlin sind verschiedene regionale Veranstaltungen angedacht. Geplant sind auch Workshops und spezielle Fortbildungen sowie Webinare für Frauen; ein Mentoring-Programm richtet sich gezielt an weibliche Nachwuchskräfte, die wir mit Frauen in Führungspositionen zusammenbringen. Wichtig ist uns, dass die konkreten Inhalte von den Frauen mitbestimmt werden. Das ist ein zentraler Punkt des Netzwerks: Wir wollen zusammen mit den Frauen aus der Branche herausfinden: Was sind eure Themen, was wünscht ihr euch, wo erhofft ihr euch mehr Unterstützung?