WBS – die feine englische Art
Die Warwick Business
School am Stadtrand
der englischen Stadt
Coventry ist eine der
renommiertesten Schulen
Großbritanniens.
Markus Körfer-Schün
hat bereits die Hälfte
des Programms „Warwick
MBA by fulltimestudy“
hinter sich und
gewährt einen Blick
hinter die Kulissen.
Von Britta Hecker

Die letzten Klausuren liegen
hinter ihm, und erst
vor wenigen Tagen hat er
ein umfangreiches Essay abgegeben.
Nun bleibt eine kurze Verschnaufpause,
bis es weitergeht.
Das Studienjahr in England teilt
sich auf in vier Abschnitte.
„Wenn man vorher gearbeitet hat,
muss man sich erst wieder ans
Studieren gewöhnen“, meint Markus
Körfer-Schün. Mit dem üblichen
Bild vom Studium hat das
allerdings wenig zu tun. Die Rede
ist hier von einer 60-Stunden-
Woche, Arbeit am Wochenende
inklusive.
Zuvor war der Wirtschaftsinformatiker
drei Jahre als IT-Consultant
und Projektmanager tätig.
Alles mit einem sehr technischen
Hintergrund. Die Entscheidung,
einen MBA zu machen,
stand für ihn schon länger fest.
„Ich wollte aus der technischen
Schiene heraus“, erklärt Körfer-
Schün. Der Traumjob: Strategieberatung.
Das passende MBA-Programm
war schnell gefunden – trotz des
riesigen Angebots. „Wenn man eine
ganz konkrete Vorstellung hat,
ist es recht einfach“, so Körfer-
Schün. Und die hatte er: englischsprachig
und eine Top-Schule im
Ausland sollte es sein. Ein Teilzeit-
Programm kam für ihn nicht
in Frage: „Ich wollte alles in einem
Jahr hinter mich bringen,
dann ist es auch am intensivsten.“
Er habe sich viel informiert, habe
bei den Schulen angerufen und
mit Vertretern gesprochen, erklärt er. Die Wahl fiel auf Warwick. Die
WBS bot in seinen Augen das beste
Verhältnis von Studiendauer,
Reputation und Kosten. Die nahm
ihn auch direkt auf, eine zweite
Bewerbung hatte sich erübrigt.
Gut findet er, dass die WBS sehr
auf die Berufserfahrung der Studenten
achtet. Warwick verlangt
mindestens drei Jahre. Praktika
während des Studiums werden
nicht angerechnet. „Schließlich
lebt das Programm von den Diskussionen
und der Erfahrung der
einzelnen Teilnehmer“, sagt der
32-Jährige. Wenn das nicht wäre,
würde ein wichtiges Element fehlen.
In seinem Jahrgang studieren
60 Teilnehmer aus 29 Nationen,
mit unterschiedlichstem beruflichen
Hintergrund: Vom Finanzbereich,
der pharmazeutischen Industrie,
dem IT- und Energie-Sektor,
über den öffentlichen Sektor
bis zur Konsumgüterwirtschaft ist
alles dabei. Die Altersgruppe liegt
zwischen 25 und 45 Jahren, wobei
der Durchschnitt bei 31 Jahren
liegt.
Neben den Grundlagenfächern,
die in den ersten beiden Studienabschnitten
durch Vorlesungen
und Gruppenarbeiten – so genannten
Case Studies – vermittelt
werden, gibt es den Lehrgang
für interkulturelle Kompetenz
gratis dazu. „Es wird stark darauf
geachtet, dass die Arbeitsgruppen
sehr gemischt sind“, erklärt
Körfer-Schün. „Da prallen oft Welten
aufeinander.“ In seiner Gruppe
arbeiteten acht Teilnehmer aus
acht Nationen zusammen. Da trifft dann beispielsweise die Südkoreanerin,
die selbst für asiatische
Verhältnisse sehr schüchtern
ist, auf einen Offizier der
britischen Armee, der im Irakkrieg
war. „Das sind die unterschiedlichsten
Charaktere, die
unterschiedlichsten Herangehensweisen
an Probleme“, sagt
Körfer-Schün. „Doch wir haben
uns letztlich immer zusammengerauft
und gute Ergebnisse
erzielt.“ Daran ist jedem Einzelnen
gelegen; denn die Ergebnisse
der Gruppenarbeiten machen
bis zu 40 Prozent der Gesamtnote
in einem Fach aus. Der Rest
wird in Klausuren und Essays geprüft.
Der private Kontakt zu den Kommilitonen
sei eher kollegial. Zeit
fürs Privatleben bleibt bei dem
straffen Programm ohnehin nicht.
Zudem liegt der Campus auf dem
Land; die nahe gelegene Stadt Coventry
ist nur mit dem Bus oder
dem Auto zu erreichen. „Man
kommt so gut wie nicht raus. Im
ersten Term habe ich dreimal den
Campus verlassen“, sagt der Student.
„Und um es ganz klar zu sagen:
Von England habe ich nichts
gesehen.“
Im zweiten Abschnitt des Studiums
ist Gelegenheit, jedes Fach zu
vertiefen. Im dritten Teil finden
einwöchige Intensiv-Module für
die einzelnen Wahlfächer statt.
Der vierte ist der praktische Teil:
Hier arbeiten die Studenten an einem
Projekt in einem Unternehmen.
Darüber schreiben sie dann
am Schluss die so genannte Master-
Thesis, die endlich zum begehrten
Titel verhilft.
Durch die Wahlfächer können die
Studenten ihrem MBA-Studium eine
ganz konkrete Richtung geben.
Körfer-Schün hat seinen Schwerpunkt
auf Projektmanagement
und Strategieentwicklung gelegt
– den geplanten Karrierewechsel
immer fest im Blick. Am liebsten
würde er in einer großen Unternehmensberatung
oder einem internationalen
Konzern arbeiten,
um die Unternehmensstrategie
mitzugestalten. Doch er bleibt realistisch:
„Selbst mit MBA hat man
keine Garantie, dass einem die Angebote
nur so zufliegen – gerade
in Zeiten, in denen der Titel immer
häufiger erworben wird.“
Auch dieses Tatsache spreche dafür,
an eine renommierte Schule
zu gehen – wie zum Beispiel an
die WBS.
Die Warwick Business
School ist der University
of Warwick angegliedert.
Die Schule bietet verschiedene
MBA-Programme
an und ist Teil des European
MBA, zusammen
mit ESSEC Paris und der
Universität Mannheim.
Kosten für den Vollzeit-
MBA: 36.000 Euro. Ab
Oktober 2006 bietet die
WBS einen neuen Management-
Master an. Er
richtet sich an Personen,
die Management-Kenntnisse
erwerben möchten,
aber nicht ausreichend
Berufserfahrung für ein
MBA-Programm haben.
Weitere Infos unter:
www.wbs.warwick.ac.uk