Start-ups als Karrierechance

Foto: Fotolia/lassedesignen
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Start-ups sind keine Randerscheinung mehr, die Szene wird auch in Deutschland immer größer und attraktiver. Der Berufseinstieg in einem Unternehmen in der Startphase kann für qualifizierte Hochschulabsolventen ein alternativer Berufsweg sein. Von Leonie Pohlmann

Start-ups – das sind junge Unternehmen, die innovative Geschäftsideen verwirklichen. Wenn es gut läuft, geht es für sie von Null auf Hundert, von der Gründung zur Marktführerschaft in kurzer Zeit. Immer mehr Großunternehmen sehen die Chancen, die der Unternehmensnachwuchs bietet, und unterstützen Gründer mit Risikokapital. Für Berufseinsteiger eröffnen sich attraktive Aufstiegschancen – und diejenigen, die später selber gründen möchten, können hier wertvolle Erfahrungen sammeln.

Das Besondere an Start-ups ist die Unternehmenskultur. Das Durchschnittsalter ist niedrig und die Arbeitsatmosphäre locker, es gibt flache Hierarchien und eine „Hands-on“- Mentalität, also Praxisorientierung. Gesucht werden deshalb engagierte Mitarbeiter, die menschlich ins Team passen, Noten sind oftmals zweitrangig. Für die Generation Y, der spannende Aufgaben und eine kollegiale Atmosphäre wichtiger sind als ein gutes Gehalt, gelten junge Unternehmen als attraktive Arbeitgeber. „Start-ups haben durch ihre schlanken Strukturen, ihre Flexibilität und Schnelligkeit viele Vorteile auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft, der sich immer schneller wandeln wird“, bestätigt Anna Ott, Geschäftsführerin der Personalagentur i-Potentials. „Gleichermaßen können sie aber in Sachen Stringenz und Struktur von den Großen lernen.“

Der Vorteil von Start-ups als Arbeitgeber liegt für Anna Ott auf der Hand: „Einsteiger bekommen von Anfang an viel Verantwortung, da die Teams klein sind und einfach jeder mit anpacken und entscheiden muss. Die Rollen sind oft generalistischer als in größeren Unternehmen. Dadurch hat man als Berufseinsteiger die Chance, in verschiedene Bereiche reinzuschnuppern.“ Wer nach dem Studium in einem Startup einsteigt, ist also nicht nur ein kleines Rädchen im Getriebe, sondern kann die Entwicklung des Unternehmens von Anfang an beeinflussen. Ist diese positiv, stehen die Aufstiegschancen gut: „Als Praktikant einsteigen und nach ein paar Monaten Manager sein – das kann durchaus passieren“, bestätigt die Personalberaterin.

Die eigene Geschäftsidee verwirklichen
Die Gründung eines Unternehmens ist harte Arbeit – wer noch keine Berufserfahrung hat, kann sich schnell in Anfängerfehler verstricken. Für Hochschulabsolventen, die gründen wollen, gibt es daher viele Hilfestellungen. Ein Beispiel ist das Startupbootcamp: Das Programm unterstützt die Teilnehmer drei Monate lang mit Expertenwissen dabei, aus ihrer Idee ein marktfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Als Programmabschluss erhalten die Jungunternehmer die Möglichkeit, ihr Konzept vor möglichen Investoren vorzustellen, um diese für ihre Idee zu gewinnen.

Auch an den Hochschulen selbst sind Start-ups mittlerweile ein wichtiges Thema. Die HHL Leipzig Graduate School of Management führte 2012 eine Messe durch, auf der sich Unternehmen, die von Absolventen der HHL gegründet worden waren, als Arbeitgeber vorstellten. Dass so viele Absolventen der HHL selber gründen, liegt am Vertiefungsfach Entrepreneurship, das den Studenten Handwerkszeug für die Unternehmensgründung vermittelt. Die Universität Kassel führt jährlich den Ideenwettbewerb Unikat durch. Drei Studenten haben in diesem Umfeld ihre Idee in die Tat umgesetzt und einen Onlineshop gegründet: Naschlabor. Sie übertragen das Kiosk- Prinzip auf das Internet, der Kunde kann aus ausgefallenen Süßigkeiten eine individuelle Mischung zusammenstellen. Das Unternehmen steckt noch in den Kinderschuhen – aber die können sich schnell als Siebenmeilenstiefel entpuppen.

Linktipps

Initiative Gründerland Deutschland: www.gruenderland-deutschland.de

Gründerwoche (im November 2013): www.gruenderwoche.de

Naschlabor, Gründungsidee des Ideenwettbewerbs Unikat der Uni Kassel: www.naschlabor.de

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