Schrift-Sätze – Kultur-, Buch- und Linktipps

BERLIN – HAUPTSTADT DES VERBRECHENS

Fernsehjournalistin, Polizeireporterin und Filmautorin Nathalie Boegel stellt in ihrem Buch „Berlin – Hauptstadt des Verbrechens“ die spektakulärsten Kriminalfälle von 1918 bis 1933 vor. Damals tobte in den Nachtclubs und auf den Straßen Berlins das Leben – und das Verbrechen: Der erste Massenmörder der Weimarer Republik treibt sein Unwesen. Ein selbsternannter „Volksbeglücker“ zieht Zehntausenden ein Vermögen aus der Tasche. Und nur dank der genialen Ermittlungsmethoden eines kuchensüchtigen Kommissars werden fast 300 Mordfälle aufgeklärt. Anhand der vorgestellten Geschichten zeigt Boegel, welche politischen und sozialen Konflikte die Stadt zu einer der gefährlichsten, aber wohl auch spannendsten Metropolen der 20er- und 30er-Jahre machten. Dazu präsentiert sie auch viele Originalfotos aus der Polizeihistorischen Sammlung Berlins. Nathalie Boegel: Berlin – Hauptstadt des Verbrechens. Penguin Verlag 2019, 10 Euro. (Amazon-Werbelink)

GERICHTSURTEILE ZUM LACHEN

Foto: Universität Trier
Foto: Universität Trier

Der Trierer Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Till Zimmermann sammelt skurrile Urteile. Was vor einigen Jahren eher nebenbei begann, ist in der Zwischenzeit der systematischen Arbeit eines Wissenschaftlers gewichen. Inzwischen füllt seine Sammlung einen vollgehefteten Ordner und etliche Megabytes auf der Computer-Festplatte. Ein Beispiel: Bei einem Nachbarschaftsstreit prüfte der Richter, ob es sich um eine terroristische Dackelvereinigung nach Paragraf 129a Strafgesetzbuch handelt, wenn es mehrere Fälle von beißenden Rauhaardackeln in einem Ort gibt. Das Gericht konnte jedoch feststellen, dass in dem verhandelten Fall keine terroristische Dackelvereinigung gegründet wurde. In einem anderen Fall begründete ein Richter des Amtsgericht Köln seine Entscheidung im Prozess um einen Verkehrsunfall im Stil einer Fußballreportage.

 

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DER MANN, DER SEINEM GEWISSEN FOLGTE

Ein Indizienprozess erschüttert Jütland. Der für sein Mitgefühl bekannte Pastor Sören Qvist lässt sich für ein Verbrechen verurteilen, das er nicht begangen hat. Freunde bemühen sich um entlastendes Material, seine Kinder ermöglichen ihm die Flucht aus dem Gefängnis. Doch Sören Qvist bleibt standhaft. Was kann einen Menschen dazu bewegen, seine moralische Integrität über sein Leben zu stellen? Eine wahre Begebenheit aus dem Jahr 1625. Janet Lewis: Der Mann, der seinem Gewissen folgte. DTV 2019, 22 Euro. (Amazon-Werbelink)

LEGAL TECH HUB VIENNA

Die Rechtsanwaltskanzleien Dorda, Eisenberger & Herzog, Herbst Kinsky, PHH, Schönherr, SCWP Schindhelm und Wolf Theiss haben im Oktober 2018 gemeinsam den Legal Tech Hub Vienna (LTHV) ins Leben gerufen. Kernziele des LTHV sind die Rechtsberatungsbranche pro-aktiv, Mandanten-orientiert und innovativ in die digitale Zukunft zu führen. Die Aktivitäten des LTHV umfassen unter anderem ein Accelerator-Programm für Legal Tech Unternehmen, lokale und internationale Kooperationen mit Interessensvertretungen, Universitäten, Fachhochschulen und bestehenden/künftigen Legal Tech Hubs sowie die Entwicklung von Standards für die gesamte Rechtsbranche über Forschungsaufträge, Diplomarbeiten und Partnerschaften.

DER FALL COLLINI

Der Film „Der Fall Collini“ erzählt eine fesselnde und bewegende Geschichte über Recht und Gerechtigkeit. Elyas M’Barek als charismatischer und idealistischer junger Anwalt zieht den Zuschauer mit hinein in eine vielschichtige Geschichte, der man mit ihm gemeinsam auf den Grund geht. Eine überraschende Story und eine raffinierte Inszenierung werden zu einem mitreißenden Film, der nicht nur Unterhaltung bietet, sondern auch eine tiefgehende Auseinandersetzung mit einem hochkomplexen und bedeutenden Thema: die Vergangenheitsbewältigung in Deutschland in Bezug auf den Nationalsozialismus. Ins Kino kam der Film im April 2019, inzwischen ist er auch als DVD erhältlich. 2020 wurde er von den Produzenten für die Auswahl des deutschen Beitrags für die Oscarverleihung 2020 eingereicht.

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AUSSAGE GEGEN AUSSAGE

Wenn vor Gericht gestritten wird, steht es oft Aussage gegen Aussage. Dann gilt: Im Zweifel für den Angeklagten. Oder? Weit gefehlt, weiß Alexander Stevens, Fachanwalt für Strafrecht. Denn Richter können auch verurteilen, wenn es keine anderen Beweise außer der bloßen Aussage des Gegners oder eines einzigen Zeugen gibt. Aber wie entscheiden Richter solche Pattsituationen, vor allem wenn es um heikle Fälle wie Geld- und Beziehungsstreitigkeiten, Gewalt- und Sexualdelikte oder sogar Mord geht? Nach Bauchgefühl? Alexander Stevens beschreibt seine spannendsten Fälle, bei denen es Aussage gegen Aussage stand, und präsentiert dabei das richterliche Ergebnis erst zum Schluss, sodass man selbst überlegen kann: Wie würde ich entscheiden? Alexander Stevens: Aussage gegen Aussage. Piper 2020, 10 Euro. (Amazon-Werbelink)

DREI UHR MORGENS

Gianrico Carofglio, geboren 1961 in Bari, war viele Jahre Antimafia-Staatsanwalt in Bari, 2007 Berater des italienischen Parlaments im Bereich organisierte Kriminalität und von 2008 bis 2013 Senator. Außerdem ist Carofglio Autor zahlreicher preisgekrönter Krimis, die in 24 Sprachen übersetzt wurden. In seinem aktuellen Roman „Drei Uhr morgens“ wird eine Fahrt nach Marseille für Antonio und seinen Vater zu einer Reise in die Erinnerung und nach innen. Der verschlossene Gymnasiast muss zu einer neurologischen Untersuchung, die vorschreibt, zwei Tage und zwei Nächte ohne Schlaf zuzubringen. Sein Vater, der früh die Familie verlassen hat und zu dem er ein kühles Verhältnis hat, begleitet ihn. Erstmals erfahren die beiden eine nie gekannte Intimität: Der Vater erzählt von seiner Jugend, von der Bekanntschaft mit der Mutter des Jungen – der Sohn von seinen Hoffnungen und Ängsten. Der Aufenthalt vollzieht sich zwischen Wachzustand und Erschöpfung, er führt in anrüchige Viertel, an atemberaubende Strände, ins Herz der pulsierenden Stadt. Eine Begegnung, die zwei Menschen für immer verändert. Gianrico Carofglio: Drei Uhr morgens. Folio 2019, 20 Euro. (Amazon-Werbelink)

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