Chemiebranche: Interdisziplinäre Aufgaben, gute Bezahlung

Foto: AdobeStock/peshkova
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Einer der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland ist die chemischpharmazeutische Industrie. Gute Gehälter, spannende Aufgaben – und vor allem jede Menge Zukunft. Wer in der Chemie arbeitet, hat gute Aussichten, an den großen Innovationen der Gegenwart mitzuwirken. Er wird Teil einer Branche, die sich einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben hat. Von Dr. Gerd Romanowski, Geschäftsführer Wissenschaft, Technik und Umwelt im VCI

Die Branche befindet sich zurzeit im Übergang zu einer neuen Entwicklungsphase, die wir als „Chemie 4.0“ bezeichnen. Schlüsselthemen sind hierbei die Digitalisierung und die zirkuläre Wirtschaft sowie deren Zusammenspiel. Die Umsetzung dieser Megatrends erfordert eine grundlegende Weiterentwicklung der Chemieunternehmen vom reinen Werkstofflieferanten zum Anbieter umfassender und nachhaltiger Lösungen für Kunden und Umwelt.

Arbeiten in interdisziplinären Netzwerken

In Bezug auf die zirkuläre Wirtschaft werden Naturwissenschaftler (das gilt auch für Chemiker) in Zukunft vermehrt in interdisziplinären Netzwerken arbeiten und zum Beispiel über eine alternative Rohstoffbasis forschen, Kreisläufe mitdenken und von Anfang an die Nachhaltigkeit im Blick haben müssen. Die Digitalisierung ist ein Treiber für die Entwicklung vernetzter und automatisierter Produktionsprozesse. Dadurch werden Geschäftsmodelle mit Daten als neuem Rohstoff entstehen. Das effiziente Wissensmanagement, basierend auf großen Datenmengen und interdisziplinären Netzwerken, ermöglicht kundenorientierte ganzheitliche Problemlösungen. Der Umgang mit und die Analyse von digitalen Daten werden daher künftig eine immer wichtigere Rolle einnehmen.

Attraktive und abwechslungsreiche Arbeitsplätze

Für natur- und ingenieurwissenschaftlich qualifizierte Hochschulabsolventen und Fachkräfte sind die Berufschancen in der Branche weiter insgesamt positiv. In den vergangenen drei Jahren haben die Unternehmen von Deutschlands drittgrößtem Industriezweig durchschnittlich rund 400 promovierte Hochschulabsolventen aus der Chemie jährlich eingestellt. Wegen der gestiegenen Absolventenzahlen wird der Wettbewerb unter den Absolventen allerdings intensiver. So sucht die Chemieindustrie auch Ingenieure – hauptsächlich aus chemienahen Ingenieurdisziplinen. Die Branche bietet ihnen attraktive und abwechslungsreiche Arbeitsplätze mit anspruchsvollen Aufgaben. Mit einer breit gefächerten naturwissenschaftlich-technischen Hochschulausbildung sind Ingenieure gut gerüstet.

Hier können junge Menschen einen Beitrag zur Forschung an wichtigen Zukunftsthemen leisten – zum Beispiel der Elektromobilität, der Energieerzeugung sowie der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle auf der Basis von Big Data.

So sind sie für alle technisch-chemischen Verfahren der Stoffumwandlung verantwortlich: Sie arbeiten in Forschung und Entwicklung, planen und konzipieren die Auslegung und den Bau von Technikums-, Pilot- und Produktionsanlagen. Sie optimieren und betreiben Anlagen, die zur Herstellung von Arzneimitteln, Kunststoffen, Farben und Lacken, Klebstoffen, Waschmitteln und anderen Chemieprodukten tagtäglich in den Chemiebetrieben verwendet werden.

Zu ihren Aufgaben gehört auch der Umweltschutz, dessen steigende Anforderungen nur mit ausgeklügelten chemisch-verfahrenstechnischen Prozessen erfüllt werden können. Dazu gehört beispielsweise das Entfernen von Reststoffen, die in der Produktion anfallen, aus Abluft und Abwasser sowie deren Wiederverwertung in geschlossenen nachhaltigen Stoffkreisläufen. Besonders wichtig ist der produktionsintegrierte Umweltschutz. Er korrespondiert mit der weltweiten Responsible-Care-Initiative der Branche. Mit diesem Programm verpflichtet sich die Branche, Sicherheits-, Gesundheitsund Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern – unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Dies bietet auch jungen Ingenieuren besonders reizvolle Aufgaben.

Beitrag zur Forschung an wichtigen Zukunftsthemen

Gute Chancen haben auch promovierte Chemiker mit entsprechendem fachlichem Hintergrund in Elektrochemie, in Materialwissenschaften und Grenzflächenwissenschaften, Biochemie sowie der Theoretischen Chemie. Hier können junge Menschen einen Beitrag zur Forschung an wichtigen Zukunftsthemen leisten – zum Beispiel der Elektromobilität, der Energieerzeugung sowie der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle auf der Basis von Big Data.

Der Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI) vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 1700 Chemie- und Pharmaunternehmen in Deutschland. Als Stimme der Branche kommuniziert der Verband mit Politik und Behörden sowie anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien.

www.vci.de

 

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