Chemiebranche – Bei Forschung und Entwicklung ganz vorn

Foto: Fotolia/industrieblick
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Wer in der Chemiebranche arbeitet, hat gute Aussichten, an den großen Innovationen der Gegenwart mitzuwirken, denn rund 17 Prozent der gesamten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) des deutschen verarbeitenden Gewerbes entfallen auf die Chemie.

Damit liegt die Branche auf dem dritten Platz. Um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, investieren die deutschen Chemieunternehmen jährlich über 10 Milliarden Euro in die FuE. Die Forschungsfelder sind dabei breit gefächert: Der weltweit steigende Energiebedarf, aber auch die Energiewende in Deutschland erfordern neue Konzepte zur ressourcenschonenden und effizienten Erzeugung, Übertragung, Speicherung und Nutzung von Strom.

In der Chemie wird daher beispielsweise an leistungsfähigen Batterien geforscht. Weitere Zukunftsfelder sind die Erweiterung unserer Rohstoffbasis, die Verbesserung der Ressourceneffizienz, Materialforschung und Digitalisierung. Gerade neue Werkstoffe werden mit dazu beitragen, Lösungen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu entwickeln.

Zum Beispiel immer effizientere organische Leuchtdioden oder Dünnschichtsolarzellen. Hightech-Werkstoffe wie Karbonfasern oder moderne Klebstoffe gehören ebenso dazu, zum Beispiel für den Automobil- und Flugzeugbau. Auch die Medizintechnik kommt nicht ohne neuartige Materialien aus. Chemisches Know-how ist dabei zwar die wichtigste Zutat, in der Chemiebranche können aber nicht nur Chemieabsolventen arbeiten. Auch Akademiker aus anderen Disziplinen haben gute Chancen, hier Karriere zu machen.

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) erwartet, dass die Nachfrage nach Naturwissenschaftlern und Ingenieuren in der Branche auch in den kommenden Jahren hoch bleiben wird. Das gilt nicht nur für große Unternehmen, sondern auch für mittelständische.

Beim Stichwort chemische Industrie denkt man oft an die Namen mit Weltbedeutung und die großen Chemieparks. Doch das ist nur ein Teil der Realität, denn viele der rund 2000 Betriebe der Branche sind mittelständisch geprägt. Rund die Hälfte von ihnen zählt nicht mehr als 50 Mitarbeiter, über 90 Prozent der Chemieunternehmen in Deutschland haben nicht mehr als 500 Beschäftigte. Insgesamt findet sich über ein Drittel der Arbeitsplätze in mittelständischen Unternehmen.

Auch für Hochschulabsolventen sind mittelständische Unternehmen als Arbeitgeber in vielerlei Hinsicht attraktiv. Denn oftmals bestehen im Mittelstand, schon wegen der überschaubaren Mitarbeiterzahl, flache Hierarchien. Neue Mitarbeiter werden schnell in konkrete Projekte eingebunden und übernehmen Verantwortung. Für Absolventen der Naturwissenschaften sind das gute Jobaussichten.

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