Immer wieder weisen Personaler und Karriereberater auf die Bedeutung von „Soft Skills“ hin. Was bedeuten sie für Ingenieure? Müssen stille Tüftler und Techniker ihre Persönlichkeit umkrempeln, um einen Job zu bekommen?
Persönlichkeit hat eigentlich jeder, oder? Was also ist genau gemeint, wenn in Stellenanzeigen von „Persönlichkeit“ die Rede ist? Personaler wünschen sich heute Bewerber, die neben ihren fachlichen Qualifikationen auch Geschick im Umgang mit Menschen mitbringen. Der neue Mitarbeiter soll sein Projekt vor Kollegen erläutern können, ohne ins Stottern zu geraten. Nachwuchskräfte sollten beim Kunden auch im Ausland um ein paar Worte Small Talk nicht verlegen sein. Nicht zuletzt wünschen sich Personaler Mitarbeiter, die bei Besprechungen ihre Argumente einbringen.
Das neue Selbstbewusstsein
Der Grund, wieso diese schlecht messbaren, „weichen“ Fähigkeiten immer mehr gefragt sind, liegt im Wandel des Arbeitslebens. Durch die Internationalisierung der Wirtschaft treten immer mehr Menschen miteinander in Kontakt. Die Kontakte werden kürzer und flüchtiger. Deshalb sind Mitarbeiter gefragt, die ihre Aussagen auf den Punkt bringen und angenehm „rüberkommen“. Ferner hat die Halbwertzeit von Fachwissen abgenommen. Wichtiger als die Kenntnisse, die ein Hochschulabsolvent mitbringt, ist seine Fähigkeit, neue Informationen rasch aufzunehmen. Er sollte schnell Wichtiges von Unwichtigem trennen können. Hier kommt die Persönlichkeit ins Spiel: Wer sich selbst viel zutraut, entscheidet schneller.
„Muss man ein vollkommen anderer Mensch werden? Die Antwort lautet: Jein.”
Kann man lernen, eine Persönlichkeit zu entwickeln, die den Anforderungen einer Nachwuchs-Führungskraft in modernen Unternehmen entspricht? Und kann man das lernen, ohne sich selbst zu verleugnen? Muss man, kurz gesagt, ein vollkommen anderer Mensch werden? Die Antwort lautet: Jein. Die schlechte Nachricht: Psychologen wie Christophe André und Francois Lelord gehen davon aus, dass das eigene Selbstbewusstsein vor allem davon abhängt, wie viel Zuwendung man als Kind in der Familie bekam. Soziologen wie der Darmstädter Professor Michael Hartmann argumentieren, dass über den Zugang zu Spitzenpositionen der deutschen Wirtschaft nach wie vor die soziale Herkunft entscheidet.
Die gute Nachricht: Wem Selbstvertrauen fehlt, kann es trainieren. Wer bei einem Vortag weiß, wie er seine Hände hält, fühlt sich sicherer. Wer vor einem Telefonat tief durchatmet, spricht nicht mehr mit gepresster Stimme. Die Beispiele ließen sich lange fortsetzen. Ein Training verändert nicht den Kern der eigenen Persönlichkeit. Das ist auch nicht Sinn der Sache, denn überzeugend auftreten können nur „authentische“ Manager, die mit sich selbst im Einklang stehen.
Zwar werden viele, teure Seminare über nahezu alle Themen rund um Soft Skills angeboten, doch ein Training in der Praxis hilft genauso gut. Beim VDE-YoungNet etwa treffen sich Studierende der Technik-Fächer, tauschen Neuigkeiten aus, organisieren Exkursionen und Tagungen. Wer sich in ein Sprecheramt wählen lässt, wird schon bald vor größeren Gruppen frei sprechen. Und was man im vertrauten Kreis der VDE-Kollegen geübt hat, fällt beim Bewerbungsgespräch gleich leichter.
Der Autor
Dr. Walter Börmann studierte an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Nach einem längeren Studienaufenthalt in den USA promovierte er in der Marktforschung und spezialisierte sich auf Technik-PR. Seit 1991 ist er beim VDE für Presse und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
Um als Persönlichkeit überzeugen zu können, müssen Konflikte wahrgenommen und bewältigt werden: Dies gilt sowohl für das Arbeitsleben als auch für die Bewerbung und den Berufseinstieg. Im Gespräch mit den Beraterinnen Beate Amrhein und Beate Ahrends vom Coelner Consulting Team (CCTeam) ermittelte der karriereführer wie Betroffene Konflikten mit einigen Tricks wirksam begegnen können.Inhalt:
In einem mehrstöckigen Haus am vielbefahrenen Kölner Salierring liegt das Büro des CCTeams. In der Ecke des Gesprächsraums steht die für einen Coach unentbehrliche Flip-Chart-Tafel, die große Fensterfront bietet einen weiten Blick über die Dächer Kölns. Die Stadt macht einen friedlichen Eindruck – hinter manchem Fenster in den umliegenden Bürohäusern dürften jedoch Konflikte schwelen.
Defizite zählen nicht!
Amrhein und Ahrends machen schnell deutlich, welcher Konflikt bei der Bewerbung am häufigsten ist: der Konflikt mit dem eigenen Ich. Die hohen Anforderungen, die in Stellenbeschreibungen verlangt werden – gesucht werden meist junge, berufserfahrene und bestens ausgebildete Mitarbeiter – schüchtern viele Arbeitssuchende ein. Doch Ahrends und Amrhein geben Entwarnung: „Das sind Maximalforderungen, mit denen Personalverantwortliche prüfen wollen, was der Markt hergibt.“ Manchmal sei es ausreichend, wenn nur 30 bis 50 Prozent der Voraussetzungen zuträfen. Denn beim Bewerbungsgespräch sei das zwischenmenschliche Element sehr wichtig. Eingestellt werde letztlich der, „dessen Nase gefällt“. Probleme haben manche Bewerber mit der Selbstdarstellung: „Im Vorstellungsgespräch zählen die Dinge, die man zu bieten hat, nicht die Defizite“, betont Ahrends. Selbstkritik sei fehl am Platz.
Auf Formulierungen achten
Der Umstand, dass viele Bewerber lange studiert haben und nun nicht mehr das ideale Eintrittsalter haben, drückt ebenfalls bei vielen auf das Selbstbewusstsein. „Das ist aber kein Grund, sich als Opfer zu sehen und zu resignieren. Zunächst sollten sich Stellensuchende folgendes vor Augen führen. Erstens: Ich kann an meinem Lebenslauf nichts verändern und Zweitens: Das ist mein Leben und ich stehe auch dazu“, zählt Ahrends auf.
Um einen guten Eindruck zu machen, seien die Formulierungen wichtig. Wer erklären könne, dass der Lebensweg bewusst gewählt wurde und die gemachten Erfahrungen die eigene Entwicklung vorangetrieben hätten, könne auch damit überzeugen. Amrhein und Ahrends haben allerdings immer wieder die Erfahrung gemacht, dass ältere Bewerber ihre bisherigen beruflichen Tätigkeiten herunter-spielen statt zu berichten, was sie bei diesen Jobs „gelernt und gewonnen“ haben. „Wer während des Studiums Taxi gefahren ist, hatte Kundenumgang und konnte Menschenkenntnis sammeln – das ist nicht zu unterschätzen,“ betont Amrhein.
„Darüber hinaus kennen viele Arbeitgeber die Vorteile von ältereren Bewerbern,“ ist sie überzeugt und Ahrends ergänzt: „Sie verfügen über mehr Lebenserfahrung, sind belastbarer und loyaler. Außerdem scharren sie nicht ständig mit den Füßen und fragen, wann es mit ihrer Karriere weitergeht. “ Um bei der Bewerbung zu punkten, raten die beiden Consulter älteren Bewerbern dazu, zuerst in den Personalabteilungen anzurufen, dort ihre Chancen auszuloten und im Gespräch offensiv mit dem eigenen Leben umzugehen. Amrhein: „Das spart auch Kosten.“
Berufseinstieg: Fragen, Fragen, Fragen
Beim Berufseinstieg stehen Konflikte mit Kollegen oder dem Chef im Mittelpunkt. Eine ungeschriebene Regel, die so genannten Hol- und Bringschuld, bietet viel Zündstoff. Dabei geht es um die Frage, wie viel Initiative sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer für eine reibungslose, effiziente Zusammen-arbeit aufbringen sollten. Amrhein: „Berufseinsteiger sollten ihren Arbeitsbereich sehr genau beobachten, um zu erfahren, welche Informationen sie selbst beschaffen müssen und an wen sie sich hierfür wenden können.“ Fakt sei jedoch, betont Amrhein, dass Berufseinsteiger meist nicht darum herumkämen, sich einen Teil des benötigten Wissens selbst anzueignen. „Dafür müssen sie viele Fragen stellen und gleichzeitig darauf achten, dass der Vorgesetzte nicht den Eindruck bekommt, dass sie zu unselbstständig sind.“
Von der Banalität zum Streit
Im Arbeitleben gibt es vielfältige Konfliktsituationen wie persönliche Antipathien, Interessenkonflikte und Mobbing, um nur einige zu nennen. Eines haben sie jedoch Ahrends zufolge gemein: „Konfliktsituationen im Arbeitsleben entstehen meist aus Banalitäten heraus. Konflikte entflammen darüber, ob geraucht werden darf, die Kaffeetasse nach der Arbeit gespült wird, das Fenster offen bleibt oder Arbeitskollegen sich morgens grüßen – die Gründe sind fast immer zwischenmenschlicher Natur.“ Ist der Konflikt erst einmal ausgebrochen, schaukelt er sich schnell hoch. Doch dann greift die Grundregel der Konfliktbewäl-tigung: „Sprich das Problem an“ – dann wird aus dem Konflikt vielleicht schnell wieder eine Banalität, die nicht der Rede wert ist.
Beate Amrhein, Beate Ahrends und Rüdiger Estorf leiten das Coelner Consulting Team (CCTeam). Sie coachen Führungskräfte und Arbeitnehmer bei zwischenmenschlichen Problemen am Arbeitsplatz und bieten Unternehmen Prozessbegleitung, Konflikt-Workshops und supervisorische Unterstützung an. Dabei greifen sie als „Beobachter“ beispielsweise in Teambildungs-prozesse ein und bringen sie dadurch in Gang. Neben ihrem Engagement bei CCTeam leiten Amrhein und Ahrends Seminare zu Konfliktbewältigung und Bewerbung, unter anderem beim bundesweiten Weiterbildungsveranstalter WBS Training AG, vormals Klett WBS.
Wie findet man den passenden Beruf? Über dieses Thema sprach der karriereführer mit der Berufsfindungsexpertin Uta Glaubitz. Sie bietet seit fünf Jahren Workshops an, die bei der Suche zu einer kreativen Lebenserfahrung werden können.
Uta Glaubitz arbeitet als Berufsfindungsberaterin und Autorin. Sie veranstaltet Workshops, Seminare und Konferenzen und veröffentlicht Bücher zur Berufsfindung. Sie ist Jahrgang 1966, hat einen Studienabschluss in Philosophie und lebt in Berlin.
Bücher zum Thema Berufsfindung von Uta GlaubitzKontakt: www.berufsfindung.de
Die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit wird ständig gekürzt. Lohnt sich denn der Aufwand einer persönlichen Berufsfindung überhaupt?
Ich glaube kaum, dass es eine Alternative gibt. Letztendlich wird die Zeit auf der Arbeit immer einen großen Teil unseres Lebens einnehmen. Auch definieren wir uns über das, was wir dort leisten. So muss jeder für sich einschätzen, was für ihn sinnvoll ist und mit welcher Art von Tätigkeit er diese Zeit füllen möchte.
Wo ist dann die Grenze zwischen Beruf und Freizeit?
Die klassische Zweiteilung hat unsere Generation weitgehend aufgehoben. Mittlerweile rücken Fragen wie: „Was motiviert mich wirklich, was finde ich toll und wie kann ich daraus einen Beruf machen?“ immer mehr in den Vordergrund.
Wie sieht Ihre Arbeit als Berufsfindungsexpertin aus?
Ich setze mich mit vier Teilnehmern ein bis zwei Tage lang zusammen und wir arbeiten gemeinsam für jeden einen individuellen Plan für seine berufliche Zukunft aus.
Wie funktioniert das konkret?
Wir schauen uns die bisherige Biografie der Teilnehmer an und suchen beispielsweise Situationen, in denen jemand sehr motiviert war. Außerdem werden Blockaden abgebaut, die sich im Kopf eingenistet haben. Darunter verstehe ich Gedanken wie: „Das ist kein richtiger Beruf! Du spinnst! Damit kann man kein Geld verdienen! Das kannst du doch gar nicht!“ Dabei lasse ich mich auf jeden Teilnehmer neu ein und nehme damit ihn und seine Wünsche ernst. Wir suchen dann gemeinsam nach Hinweisen, die den versteckten Berufswunsch zu Tage fördern. Wenn zum Beispiel jemand lieber Fitnessmagazine liest als seine juristischen Fachzeitschriften, dann kann das bedeuten, dass er sich in Richtung Sport, Bewegung, Wellness weiterentwickeln möchte.
Das klingt nach psychologischer Erfahrungsgruppe.
Natürlich habe ich es mit lauter psychologischen Phänomenen zu tun. Mit Angst, Blockaden und Motivationen. Daher ist es naheliegend, so etwas zu denken. Aber nein, meine Seminare sind keine therapeutischen Maßnahmen. Vielmehr ist es die positive und offene Grundatmosphäre im Seminar, die die Teilnehmer weiterbringt. Auf den richtigen Spirit kommt es an.
Erfahren Sie, was Ihre Teilnehmer aus dem Seminar gemacht haben?
Ich ermutige die Teilnehmer immer zur Rückmeldung – egal ob zwei Wochen später oder zwei Jahre. Erfahrungsgemäß schicken eher diejenigen eine Mail oder eine Karte, die viel verändert haben.
Fällt Ihnen dazu ein besonderes Beispiel ein?
Ich hatte einmal eine 35jährige Krankenschwester als Teilnehmerin. Heute fährt sie ihr Kapitänspatent auf und ist auf großer Fahrt nach Neuseeland. Natürlich sind nicht alle Fälle so spektakulär.
Welche Zielgruppe sprechen Sie an?
Ursprünglich wollte ich mich an Geisteswissenschaftler wenden, auch weil ich die Probleme der Berufswahl nach dem Studium aus eigener Erfahrung kenne. Mittlerweile gibt es keine Berufsgruppe mehr, die noch nicht in meinem Seminar war. Zum Beispiel kam eine Zahnärztin mit Doktortitel und eigener Praxis zu mir und sagte: „Zahnärztin ist ein toller Beruf. Aber nicht für mich …“
Was halten Sie von dem Satz: „Wer den Beruf fürs Leben schon im Kindergarten wusste, ist am Ende noch zu bedauern.“?
Ich denke, dass das Modell des Berufes fürs Leben nicht mehr in das Konzept der heutigen Arbeitswelt passt. Es ist normal, alle paar Jahre etwas anderes zu machen. Das ist eine ungeheure Entlastung. Denn egal in welchem Alter ich eine Berufsentscheidung treffe, in den seltensten Fällen passt sie nach 20 Jahren immer noch.
Wie war Ihr eigener Berufsfindungsweg?
Ich habe früher in einem Wirtschaftsverlag gearbeitet und einiges zum Thema Karriere, Personalwesen und Bewerbungen veröffentlicht. Irgendwann fiel mir auf, dass die Frage „Was will ich überhaupt mit meinem Leben machen?“ gar nicht in meiner Arbeit auftauchte. Daraus entstand die Idee für das erste Berufsfindungsseminar vor über fünf Jahren. Später habe ich viele Bücher dazu geschrieben.
Macht Ihr Beruf ständig Lust auf etwas Neues?
Sicher. Doch dem jetzigen Thema werde ich mich bestimmt noch ein paar Jahre widmen. Erst wenn ich wieder neue Herausforderungen suche, werde ich mich um einen eventuellen Kurswechsel kümmern. Ein Neuanfang ist dann auch wesentlich leichter, weil ich schon einmal einen Laden von Null auf Hundert aufgebaut habe.
Was macht das Kreative an Ihrem Beruf aus?
Das Kreative ist, immer neue Ideen zu haben. Wir können im Seminar keine 08/15 Konzepte ausarbeiten, denn es ist wichtig, sich immer wieder auf jeden Teilnehmer neu einzulassen. Durch die Fragen und das Beobachten kommen die Ideen.
Sie sprechen in Ihren Büchern ein Zehn-Schritte-Programm an. Beschreiben Sie damit Ihre Seminare?
Die angeführten zehn Schritte sind die Grundlage, auf die das Prinzip der Berufsfindung aufbaut. Ich habe den Workshop in meine Bücher mit aufgenommen, weil das manche gerne zu Hause machen. Manchmal bekomme ich Mails mit seitenweisen Ausarbeitungen geschickt. Ich gebe dann gern meine Meinung dazu.
Die Leser Ihrer Bücher finden am Ende ein Wörterbuch. Warum fanden Sie das wichtig?
Die Texte in meinen Büchern, die auf bestimmte Arbeitsfelder hinweisen, brauchen das. Ohne die Fachbegriffe fehlt der nötige Stallgeruch.
Arbeiten Sie mit anderen Beratern zusammen?
Manchmal. Zum Beispiel entstand das Buch „Jobs für Filmfreaks“ in Zusammenarbeit mit Andrea Dornseif. Darin habe ich den Rahmen und sie ihr Fachwissen für die Filmthemen zur Verfügung gestellt. Die Seminare und die Beratung führe ich alleine durch. Im Büro hilft mir eine Sekretärin, die ich aber lieber als Lebensretterin bezeichne, weil sie hier schon mehr als einmal Erste Hilfe geleistet hat.
Sie kann streicheln und schmeicheln, donnern und grollen – die Stimme. Ein kleiner Fehler beim „S“, beim „SCH“ kann charmant wirken, aber auch stören. Das virtuoseste Instrument der Natur macht Eindruck mit Ausdruck. Mit Nachdruck wollten wir es wissen: karriereführer sprach mit Matthias Halmheu über die „As“ und „Os“ des Sprechens.Herr Halmheu, welchen Stellenwert ordnen Sie den Faktoren Sprechen und Stimme bezogen auf die Ausstrahlung eines Menschen zu?
Wir spielen als soziale Wesen in der Gesellschaft verschiedene Rollen. Die jeweilige Situation erfordert entsprechende Anpassungsfähigkeit von uns. Sie zum Beispiel sprechen jetzt mit mir anders als im Kreis ihrer Familie oder bei Freunden. Die Art, wie ein Mensch sich bewegt, äußert und gebärdet, spiegelt sich in seiner Persönlichkeit wider. „Persona” kommt von „personare” – durchtönen, durchklingen – und zeigt deutlich, welches Gewicht der Stimme zugesprochen wird, dass sie Spiegel und Ausdruck des Menschen ist. Um nicht aus der Rolle zu fallen, müssen Spielregeln eingehalten werden, die das Sprechen selbst, aber auch besonders die Stimme betreffen. Sprache und Stimme verleihen der Rolle Ausdruck, ebenso wie Gestik und Mimik.
Wie wirken sich Sprechen und Stimme auf Ausstrahlung aus?
Um es mit Shakespeare zu sagen: „Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler…” Nicht nur Schauspieler und Marktschreier bedienen sich ihrer Stimme und der Sprache, um eine bestimmte Wirkung zu erzeugen. Jeder Mensch versucht es täglich, nur gelingt es nicht allen gleich gut. Dabei muss gutes Sprechen für niemanden ein Luxus sein, sondern es ist der Schlüssel zum zwischenmenschlichen Kontakt. Unökonomische Sprechweise führt nicht nur zur frühen Erschöpfung des Sprechers, sondern auch zu Konzentrationsmangel beim Zuhörer. Jeder erinnert sich sicher an quälend lange Unterrichtsstunden: Monoton vortragende, heisere oder verhauchte Sprecher sind fast immer die Ursache. Andererseits ist es sehr schwierig, sich dem Bann eines mitreißenden Redners zu entziehen, wie positiv oder negativ der Inhalt auch sein mag.
Was ist ein Sprachfehler?
Hier muss man zwischen organischen Stimmerkrankungen beziehungsweise durch Zahn- oder Kieferfehlstellungen verursachtes undeutliches Artikulieren und dem fehlerhaften Stimm- oder Sprachgebrauch differenzieren. Es gibt zahlreiche Fehler, die auch meist nicht alleine auftreten: mangelnde oder übertriebene Artikulation, Verschlucken der Endsilben, unangepasste Mimik und Gestik, verhauchtes, gepresstes oder näselndes Sprechen, Knödeln, zu hohes oder zu tiefes Sprechen, mühsame und geräuschvolle Atmung. Und natürlich das, was landläufig als Lispeln oder Zischeln bezeichnet wird — der Sigmatismus in all seinen Erscheinungsformen.
„Verliert” man mit einem Sprachfehler an Wirkung?
Das kommt natürlich auf den Fehler an, aber auch auf den Zuhörer. Fehlerhaften Stimmgebrauch erlebe ich oft gerade in den so genannten Sprechberufen. Die verhauchte, tiefe Stimme der ehemaligen Südwestfunk-Sprecherin Sabine Müller „verhalf“ ihr aber immerhin zu Dutzenden von Heiratsanträgen und dem Sender zu dem Beinamen „Süßvoicefunk“.
Was bewirkt meine Stimme bei meinem Gegenüber?
Als Zuhörer wollen Sie einen Sprecher akustisch verstehen und seinen Worten folgen können. Dazu gehört eine deutliche Artikulation, eine tragfähige Stimme und vor allem eine Gestaltungsweise, die interessiert, besser mitreißt, vielleicht sogar ergreift, aber auf keinen Fall ermüdet oder gar belastet.
Schwingt meine Verfassung in der Stimme mit?
Stimme und Stimmung hängen – wie die Begriffe schon sagen – eng zusammen. Wenn ich müde, deprimiert, wütend oder ausgeruht, bester Stimmung, frisch verliebt bin, so wird sich dies in meiner Stimme widerspiegeln.
Kann eine andere Sprechweise, ein anderer Umgang mit meiner Stimme meinen Erfolg steigern?
Mit der Intention, eine Liebeserklärung machen zu wollen, sollte man einen Unteroffizierskasernenhofton vielleicht besser lassen. Man muss sich bewusst machen, in welcher Rolle man sich gerade befindet. Beherrscht man Stimme und Sprache, hat man selbstverständlich hohen Einfluss auf sein Gegenüber.
Welche Sprachfehler muss man therapieren? Sollte man in jedem Fall einen Logopäden aufsuchen?
Der wichtigste Punkt ist hier natürlich der persönliche Leidensdruck, also wenn ich wahrnehme, dass meine Stimme schnell ermüdet, schnell heiser wird und ich oft an Atemwegserkrankungen laboriere. Aber auch wenn ich merke, dass immer wieder nachgefragt wird, Zuhörer schnell abgelenkt werden und unruhig sind, ich um lauteres Sprechen gebeten werde etc. Dem Gang zum Logopäden sollte der Besuch eines HNO-Arzt vorausgehen, um eventuelle organische Störungen auszuschließen.
Wie kann man an seiner Stimme arbeiten?
Die Behandlung von Stimmstörungen umfasst verschiedene Bereiche. Der Bereich Persönlichkeit umschließt alle folgenden Bereiche, die sich wechselseitig beeinflussen. Man arbeitet an der Intention, der Verbesserung der Körperwahrnehmung, an der Beeinflussung der Körperspannung, an der Ruhe- und Phonationsatmung, an der Phonation und Artikulation.
Ziel ist die physiologische Stimmgebung.
Und wer hilft, wenn man an Aussprache oder Stimme etwas tun möchte?
Am schnellsten findet man Kolleginnen und Kollegen wohl über die Suchmaschine auf der Internetseite des deutschen Bundesverbandes für Logopädie unter www.dbl-ev.de. Aber auch im Branchenbuch ihrer Stadt oder durch Nachfragen bei Ärzten oder Krankenhäusern sollten Sie fündig werden.
Haben Sie ein Tipp, wie jeder für sich selbst Sprache und Stimme verbessern kann?
Nein. Man muss wirklich auf jeden Einzelnen schauen und sich erst einmal ein Bild davon machen, wo seine Stärken und Schwächen beim Sprechen liegen. Zu viele Faktoren greifen hier ineinander, der ganze Mensch ist zu berücksichtigen. Einen Rat aus dem Ärmel zu schütteln, wäre da unseriös. Allerdings gibt es einen allgemeingültigen Tipp, wie Sie Ihre Stimme schonen können: Räuspern Sie sich nie, husten Sie stattdessen.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Halmheu.Weitere Informationen:
Matthias Halmheu ist Logopäde und therapiert tumorbedingte Stimm- und Funktionsstörungen. Er unterrichtet Logopädie-Schülerinnen und –Schüler in seinem Fachbereich und führt Seminare zur Stimmbildung durch.
Gut vorbereitet räumt man die meisten Hürden auf dem Weg ins Berufsleben beiseite, noch bevor der erste Schritt getan ist. Zu einer guten Vorbereitung gehört das Wissen über die persönlichen Wünsche und Träume, die zugleich Motivation und Wegweiser sein können. Beschäftigen Sie sich deshalb mit sich selbst und versuchen Sie, soviel wie möglich über Ihre Ziele in Erfahrung zu bringen. Lernen Sie Ihre Stärken von Ihren Schwächen zu unterscheiden, und finden Sie Antworten auf die Fragen „Was kann ich?“ und „Was will ich?“.
Erkenntnis ist der erste Schritt
Doch bevor Sie zu viel Zeit einsam grübelnd auf der Wohnzimmercouch verbringen: Lesen Sie sich unseren Beitrag Welches Berufsfeld passt am besten zu mir? durch. Er hilft der Erkenntnis was Sie können und wollen auf die Sprünge. Fragen Sie außerdem Ihre besten Freunde nach einer Einschätzung Ihrer Person – die kennen Sie besser, als Sie annehmen. Fixieren Sie Ihr persönliches Profil schriftlich, damit keines der Ergebnisse verloren geht. Bald werden Sie sich anhand dieses Profils auf Ihr erstes Bewerbungsgespräch vorbereiten können.
Wunsch-Arbeitsplatz
Bevor es soweit ist, überlegen Sie sich, welche Anforderungen Sie an Ihren Wunsch-Arbeitsplatz stellen: Soll es ein „nine-to-five“-Job mit wenigen Überstunden sein oder verbringen Sie gerne jede zweite Woche im Ausland? Sehen Sie sich als Projektverantwortlicher oder Hinterbänkler? Soll das Unternehmen mit dem Fahrrad erreichbar sein oder sind Sie bereit, für eine interessante Tätigkeit ein paar Kilometer zu fahren? Wenn sich in einem Bewerbungsgespräch ergibt, dass sich Ihre Erwartungen nicht mit dem Angebot des potenziellen Arbeitgebers decken, können Sie eine Mitarbeit ruhigen Gewissens ablehnen. Denn Sie wissen, was Sie wollen.
Überblick und Neugierde
Verschaffen Sie sich im Internet, in Fachzeitschriften und Tageszeitungen frühzeitig einen Überblick über den Arbeitsmarkt. Aber lesen Sie nicht ausschließlich die Personalanzeigen: Informationen sind in diesem Stadium der Jobsuche das A und O. Jeder Fachartikel über ein Produkt und jede Unternehmensmeldung können Sie auf neue Ideen bringen. Seien Sie beim Durchforsten der Stellenmärkte offen für Neues: Mitarbeiter mit Ihren Kenntnissen und Ihrem persönlichen Profil werden möglicherweise auch in Unternehmen und Branchen gesucht, von denen Sie es nicht erwartet hätten – und viele Ihrer Mitbewerber auch nicht. Vielleicht ergeben sich daraus besonders gute Chancen.
Erfolg ist planbar
Wenn Sie sich für ein Stellenangebot interessieren, recherchieren Sie zusätzliche Informationen auf der Homepage des Unternehmens, in Fach- und Verbandszeitschriften oder Wirtschaftslexika. Keine Scheu vor einem Anruf in der Personalabteilung: Dort „werden Sie geholfen“, über weitere Details informiert und gegebenenfalls mit Unternehmensbroschüren versorgt. Und Sie fangen eine Handvoll Fliegen mit einer Klappe: Bei dieser Gelegenheit ist der erste persönliche Kontakt hergestellt, der Ansprechpartner ist ermittelt und die Anforderungen des Unternehmens an eine schriftliche Bewerbung sind erfragt.
Nur die Ruhe
Lassen Sie sich bei Ihren Vorbereitungen nicht hetzen – auch nicht von sich selbst. Fangen Sie frühzeitig an, die Weichen für Ihre berufliche Zukunft zu stellen. Dann klappt´s auch mit dem Job.
Infos:
Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader, Autoren zahlreicher Karriere-Buchtitel, haben ihre eigene Website:
In den USA ist Coaching schon weit verbreitet. Dieser Trend hat jetzt auch Deutschland erfasst: Nicht nur das Berufsleben wird mit einem Coach an der Seite geplant. Aber wie unterstützt er einen Bewerber? Wie arbeiten beide die persönlichen und beruflichen Stärken heraus?
Michael T. hat sein Studium erfolgreich abgeschlossen. Mit Elan schrieb er seine ersten Bewerbungen. Er bekam einige Einladungen und führte voller Hoffnung seine ersten Bewerbungsgespräche. Doch die Absagen häuften sich ebenso wie die größer werdende Sammlung von Zeitungsausschnitten und Notizen. Zweifel über den Wert der Ausbildung und Fragen zur eigenen Orientierung kamen auf und begannen an seiner Selbstsicherheit zu nagen.
Das erste Kennenlernen
Michael T. steht etwas unsicher und neugierig vor einer hohen Tür und klingelt: Tom Andreas – Training, Coaching und Seminare, liest er auf dem Schild am Eingang. Ein großer freundlich lächelnder Mann, Anfang 40, öffnet die Tür und begrüßt ihn mit festem Händedruck. In einem schlicht möblierten Raum nehmen sie Platz: Zwei einfache bequeme Sessel, im Winkel einander zugewandt und ein kleiner Glastisch. Das Flipchart steht im Hintergrund zwischen den beiden Sesseln.
Der Coach schaut Michael T. ruhig, dennoch aufmerksam an und beginnt: „Was können Sie heute für sich tun?“ Überrascht zieht Michael T. die Augenbrauen hoch und antwortet zögernd: „Ich? Für mich? Also, ja, die Sache ist die: Ich habe vor ein paar Monaten mein Studium erfolgreich abgeschlossen und mich dann auf verschiedene Stellen beworben. Ich bin überall abgelehnt worden. Und jetzt frage ich mich, was ich falsch mache. Ich bin irgendwie total verunsichert und weiß gar nicht mehr, was ich tun soll und wo ich mich noch bewerben soll und ob das überhaupt alles das Richtige für mich ist. Irgendwie spricht mich auch nichts mehr so richtig an. Eigentlich weiß ich gar nicht mehr, was ich überhaupt noch will.“
Mit konzentrierten und gezielten Fragen erkundigt sich Tom Andreas nach dem Studium, den verschiedenen Bewerbungen und der bisherigen Vorgehensweise. „Mal angenommen, unsere gemeinsame Arbeit würde für Sie erfolgreich sein. Woran würden Sie diesen Erfolg erkennen?“ Michael T. denkt lange nach und sein Gesicht hellt sich zunehmend auf. Er beginnt von seinen Träumen und Hoffnungen zu berichten.
Stärken erkennen
Als die Frage nach seinen besonderen Stärken kommt, legt sich seine Stirn in viele Falten. Aber ein paar Nachfragen später entdeckt er für sich überraschende Stärken und Fähigkeiten. Während diese im Detail erörtert und konkretisiert werden, wird er zunehmend selbstbewusster. Zuvor saß er etwas gekrümmt auf seinem Sessel, doch nun geht seine Sitzhaltung in eine aufrechte über. Überhaupt wirkt er immer weniger wie der etwas verunsicherte und pessimistische Mensch, der den Raum betreten hatte.
Die eigene Zukunft gestalten!
„Stellen Sie sich vor, wo Sie mit diesen Stärken und Fähigkeiten in fünf Jahren sein möchten. Was genau tun Sie? Welche Fähigkeiten haben Sie entwickelt und hinzugewonnen? Was wird wichtig für Sie und welches Selbstverständnis haben Sie? Nehmen Sie sich Zeit, alles genau wahrzunehmen!“
Michael T. blickt ein wenig in sich gekehrt und beginnt dann aber angeregt zu berichten. Mit zunehmender Begeisterung schildert er detailliert, wie er sich in fünf Jahren sieht und erlebt. Einige präzise Fragen des Coachs erweitern seine Beschreibung auch auf die private und persönliche Situation, so dass der gesamte Lebenskontext klar wird.
Erinnerungen aus der Zukunft
„Und wenn Sie sich von dem Jahr 2008 aus rückblickend erinnern wollten, welche Schritte waren für Sie wichtig? Wie hatten Sie damals, im Jahr 2003, begonnen und welche ersten Schritte hatten Sie unternommen?“ Michael T. ist überrascht, welche Ideen er auf diese Fragen hin entwickelt und wie konkret diese werden. Er fühlt sich sicherer bei dem, was er will, und er hat Vertrauen zu seinen Plänen gewonnen. Gemeinsam mit seinem Coach entwickelt Michael T. nun die ersten Maßnahmen zur Umsetzung. Jetzt ist ihm auch klar, wo er sich als nächstes bewerben und was er anders machen wird. Er fühlt sich wesentlich motivierter und entschiedener, da er weiß, was er kann und wohin er sich entwickeln will, resümiert er.
„Beim nächsten Vorstellungsgespräch werden Sie gefragt, warum gerade Sie diese Stelle bekommen sollen – was wäre jetzt Ihre Antwort?“ Und wo Michael T. vorher zögerlich die üblichen Floskeln zum besten gegeben hatte, antwortet er jetzt mit persönlicher Überzeugung und echten eigenen Gründen. Zu Hause angekommen will er seine Bewerbungen umschreiben und sich auf das nächste Bewerbungsgespräch vorbereiten.
Zuviel Theorie zu wenig Praxis
Hochschulwissen allein reicht heute für einen erfolgreichen eigenen Werdegang vielfach nicht mehr aus, viele Hochschulabsolventen haben Probleme zum Beispiel bei Einstellungsgesprächen. „Trotz des großen fachlichen Potenzials haben sie wenig praxisrelevante Erfahrungen. Die soziale und emotionale Kompetenz will noch entwickelt und gefördert werden. Die „Business-Sprache“ und die „Verhaltens-Codes“ sind noch nicht gelernt. Das eigene Profil ist noch nicht bestimmt – Stärken und Schwächen, Ziele und Kompetenzen noch nicht erprobt. So ist häufig die eigene Vorstellung vom Job noch sehr unspezifisch und wenig zielorientiert – sie richtet sich nach ungeprüften Vorstellungen und nicht nach kritisch geprüften eigenen Stärken. Hier kann ein vertrauensvoller Coaching-Rahmen bedeutend weiterhelfen“, so Coach Tom Andreas.
Coach Tom Andreas ist nach Studium und verschiedenen Berufserfahrungen seit 15 Jahren in der Erwachsenenbildung tätig. Seit zehn Jahren arbeitet er als Coach-Trainer und Coach im eigenen Institut. Seine Klienten erhalten individuelle Hilfestellungen: „Coaching klärt und verhindert frühe Einschränkungen in der fachlichen, sozialen und emotionalen Entwicklung. Es hilft die eigenen Karriereziele zu definieren und zu erreichen. So kann ein erfahrener Coach den erfolgreichen Berufseinstieg wesentlich erleichtern und zu einer längerfristigen Erfolgsplanung entscheidend beitragen.“
Ob es um eine Tätigkeit an der Hochschule, in der Industrie, im Journalismus, Vertrieb, Marketing, Consulting oder als Freiberufler geht: in jedem Bereich sind spezifische Fähigkeiten gefragt. Auch Größe und Art eines Unternehmens spielen bei der Berufswahl eine Rolle: in einem Start-up-Unternehmen erwarten Berufseinsteiger andere Bedingungen, als in einem Klein- oder Großunternehmen. Finden Sie heraus, welches Berufsfeld zu Ihrem Typ passt.
Forschung und Entwicklung an einer Hochschule
Eine Tätigkeit in der Forschung und Entwicklung an einer Hochschule erfordert für die wissenschaftliche Arbeit ein hohes Maß an Methodenkompetenz. Damit ist nicht nur das fachliche Methodenwissen, sondern vor allem die Fähigkeit zum analytischen und strukturierenden Denken gemeint. Da Sie einen Großteil Ihrer Forschungstätigkeit selbst planen und durchführen, sind weiterhin konzeptionelle und organisatorische Fähigkeiten unverzichtbar. Trotz dieser Betonung des systematischen Vorgehens sind jedoch auch in der Wissenschaft oft Kreativität und Innovationsfähigkeit gefragt, um neue Lösungsansätze zu entwickeln oder neue Perspektiven zu gewinnen. Darüber hinaus ist Teamfähigkeit eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeit in Forschungsgruppen und die Zusammenarbeit mit Kollegen. Da ständig neue Modelle und Theorien entwickelt werden und durch die internationale Forschung neues Wissen gewonnen und altes verworfen wird, müssen Sie außerdem eine hohe Lernbereitschaft aufweisen, um stets über die aktuellen Entwicklungen informiert zu sein.
Forschung und Entwicklung in der Industrie
Für eine Tätigkeit in Forschung und Entwicklung in der Industrie gelten mit einigen wenigen Einschränkungen die gleichen Anforderungen: weil Sie stärker in die betriebsinternen Abläufe eingebunden sein werden, sind ausgeprägte organisatorische Fähigkeiten zwar nützlich, aber nicht unbedingt nötig. Anders als an der Hochschule sollten Sie allerdings unbedingt über ganzheitliches Denkvermögen verfügen: zum einen forschen Sie schließlich auf eine Anwendungsentwicklung hin, zum anderen arbeiten Sie häufig mit interdisziplinären Projekt- und Forschungsteams zusammen; im Hinblick auf diese Arbeit in Teams sollten Sie unbedingt auch Konfliktstärke aufweisen. Letztendlich birgt die Arbeit in der Industrie grundsätzlich ein höheres Risiko als die Arbeit an der Universität, da das Unternehmen in hohem Maße von Marktentwicklungen abhängig ist und Investitionen in Forschungsbereiche gewissen Trends folgen, Sie sollten daher Risikobereitschaft aufweisen; allerdings sind bei entsprechender Leistungsbereitschaft auch die Karriereaussichten besser als an einer Hochschule.
Dozent an der Hochschule
Bei einer Tätigkeit Dozent an der Hochschule sind für die Aufbereitung von Daten und Erstellung des Unterrichts(-materials) vor allem Ihre konzeptionellen Fähigkeiten und Ihr strukturierendes Denken gefragt. Da Ihre Hauptaufgabe in der Wissensvermittlung liegt, sollten Sie über ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit verfügen und Autorität bzw. Führungsqualitäten aufweisen; dies ist auch für die Betreuung der studentischen und wissenschaftlichen Mitarbeiter wichtig. Als Dozent müssen Sie stets über den aktuellen Forschungsstand des jeweiligen Gebietes informiert sein, eine ausgeprägte Lernbereitschaft ist daher essentiell.
Journalismus
Im Tätigkeitsfeld des Journalismus sind für umfangreiche Recherchen konzeptionelle Fähigkeiten eine wichtige Voraussetzung. Um in der Lage zu sein, Wissen und Forschungsergebnisse aus vielen Gebieten miteinander zu verknüpfen und entsprechend zu präsentieren, müssen Sie über ganzheitliches Denkvermögen verfügen. Als Journalist haben Sie zudem viel Kontakt zu Forschern, Wissenschaftlern und Kollegen, daher sollten Sie ein hohes Maß an Sozialkompetenz aufweisen. Dazu zählen insbesondere soziale Sensibilität (Einfühlungsvermögen), Kontaktstärke und Kommunikationsfähigkeit, sowie für das Arbeiten in Teams Kritik- und Konfliktlösungsfähigkeit. In Ihrer Tätigkeit als (Wissenschafts-)Journalist müssen Sie sich stets Offenheit und Toleranz bewahren, um sowohl emotionsbeladene Themen als auch ungewöhnliche, innovative Ideen objektiv recherchieren und präsentieren zu können; im Hinblick auf erhöhten Recherche- und Arbeitsaufwand ist es weiterhin von Bedeutung, daß Sie belastbar sind.
Marketing
Für eine Tätigkeit im Bereich des Marketing sollten Sie vor allem über Kreativität und Innovationsfähigkeit verfügen, verbunden mit Offenheit gegenüber neuen Ideen oder Arbeitsumgebungen. Die Entwicklung und Erstellung von Marketingkonzepten erfordert nicht nur die persönliche Identifikation mit dem Produkt oder der Dienstleistung – methodisch sollten Sie konzeptionelle und organisatorische Fähigkeiten sowie etwa im Hinblick auf unterschiedliche Zielgruppen – ganzheitliches Denkvermögen aufweisen. Kommunikations- und Konfliktlösungsfähigkeit sind vor allem für die Arbeit in Projektteams wichtig, denn die persönliche Überzeugung von oder Begeisterung für eine Idee muß auf die Teammitglieder übertragen und mit ihnen abgestimmt werden. Weiterhin gehört auch Kontaktstärke zu den unverzichtbaren Anforderungen an eine Marketing-Position.
Vertrieb
Eine Tätigkeit im Vertrieb erfordert bezüglich der Gewinnung neuer Kontakte und Kunden vor allem Kontaktstärke und soziale Sensibilität sowie Belastbarkeit: Verkaufen zu können, bedeutet in erster Linie kommunikative Gewandtheit und Einfühlungsvermögen, das Einstellen auf die verschiedensten Arten von Menschen. Da Sie vor allem Überzeugungsarbeit zu leisten versuchen, ist auch ein gewisses Durchhaltevermögen unweigerlich erforderlich. Um den Arbeitsablauf effizient zu gestalten und Verkaufsstrategien zu entwickeln, sollten Sie weiterhin über eine ausgeprägte Fähigkeit zum strukturierenden Denken verfügen, welches es Ihnen ermöglicht, Ihre Argumentation nicht nur im Vorfeld gezielt und kundenspezifisch zurechtzulegen, sondern diese auch während eines Gespräch entsprechend zu variieren. Wenn Sie viel im Außendienst unterwegs sind, müssen Sie außerdem ein hohes Maß an Mobilität aufweisen.
Beratung
Für eine Tätigkeit in einem Beratungsunternehmen gehören Methoden- und Problemlösungskompetenzen zu den grundlegenden Anforderungen: Bei der Analyse und Aufbereitung von Daten und bei der Entwicklung und Durchführung von Projekten müssen Sie analytisch und strukturierend denken; außerdem müssen Sie konzeptionelle und organisatorische Fähigkeiten sowie ganzheitliches Denkvermögen aufweisen. Für die Entwicklung und Durchführung von Projekten sowie den häufigen Kontakt mit dem Kunden benötigen Sie Teamfähigkeit ebenso wie soziale Sensibilität, Kontaktstärke und Kommunikationsfähigkeit.Die Arbeit in interdisziplinären Projektteams sowie die sich stetig wandelnde Geschäftswelt erfordert ein hohes Maß an Offenheit und Toleranz sowie ständige Lernbereitschaft von Ihnen. Da Sie als Berater viel beim Kunden vor Ort beschäftigt sind (Trainings, Bedarfsermittlung, Datenerhebung, etc.), ist Mobilität unverzichtbar; da Berater außerdem selten eine 40-Stunden-Woche und ständig wechselnde Projekte und Aufgaben haben, müssen Sie außerdem sehr belastbar und außerordentlich leistungsbereit sein.
Selbständigkeit
Wenn Sie den Schritt in die Selbständigkeit wagen möchten, sollten Sie über gute konzeptionelle Fähigkeiten sowie strukturierendes Denken und ganzheitliches Denkvermögen verfügen; bei der effektiven Planung und Verwaltung Ihres Unternehmens sollten Sie außerdem exzellente organisatorische Fähigkeiten aufweisen.Um neue Kontakte zu knüpfen und dabei Neukunden zu akquirieren benötigen Sie Kontaktstärke sowie Kommunikations- und Kritikfähigkeit. Mit der Gründung und Führung eines eigenen Unternehmens ist natürlich auch ein erhebliches Risiko verbunden, daher sollten Sie Risikobereitschaft zeigen und bereit sein, das Risiko durch ein hohes Maß an Leistungs- und Lernbereitschaft aufzufangen; dies alles erfordert wiederum eine hohe Belastbarkeit.
Unternehmenspräferenzen
Start up-Unternehmen
Start up-Unternehmen erfordern vom einzelnen Mitarbeiter vor allem die Identifikation mit der Unternehmensidee und damit verbunden ein hohes Engagement, welches sich garantiert in der Stundenzahl niederschlägt. Sie müssen daher flexibel und belastbar sein, um den Anforderungen an die Arbeit in einem Start up-Unternehmen zu entsprechen. Zudem kann gerade in der Startphase das Engagement häufig nicht mit der angemessenen Bezahlung honoriert werden, da Start up-Unternehmen gerade zu Anfang nicht immer über ausreichende Finanzmittel verfügen. Außerdem besteht natürlich auch die Gefahr, daß das Unternehmen am Markt scheitert.
Für die Arbeit in einem Start up-Unternehmen sollten Sie daher Risikobereitschaft aufweisen, welche sich nach einer gewissen Anlaufphase des Unternehmens durchaus finanziell lohnen kann.
Klein-/Familienunternehmen
Klein-/Familienunternehmen bieten zunächst recht schnelle Aufstiegschancen. Schon allein wegen der relativ geringen Mitarbeiteranzahl und überschaubaren Strukturen ist der einzelne Mitarbeiter wichtig, weil präsenter als in einem Großunternehmen. Dadurch ergibt sich für den Mitarbeiter einerseits eine intensivere Betreuung und andererseits die Möglichkeit der schnellen Verantwortungsübernahme und häufig auch Entscheidungsfreiheit. Ein Nachteil besteht zumeist darin, daß sich dem Mitarbeiter nach Erreichen einer gewissen Position häufig eher eingeschränkte weitere Karriereperspektiven in diesem Unternehmen ergeben, vor allem, wenn die Geschäftsführung in Familienhand ist.
Großunternehmen
Großunternehmen und vor allem große Beratungen erfordern häufig eine hohe Belastbarkeit sowie Lern- und Leistungsbereitschaft,honorieren dies aber auch entsprechend und bieten eine hervorragende Basis für den weiteren Berufsweg. Anders als im Start up- oderFamilienunternehmen wird der Mitarbeiter oft nicht so individuell wahrgenommen, sondern findet sich meist als Teil eines Teams wieder.Die Lernkurve ist steil, und der Berufsanfänger wird schnell mit den Tagesprojekten und problemen konfrontiert. Wenn er den Belastungen jedoch standhält und daran wächst, kann er die Position als „Sprungbrett“ für den Einstieg in die nächste Tätigkeit nutzen. Viele Unternehmen erwarten, daß die Mitarbeiter sich weiterqualifizieren und fordern und fördern sie entsprechend. Bei einer starken Karriereorientierung ist der Einstieg in ein großes Unternehmen also sicherlich sinnvoll.
Peter Riedel, heutiger COO von Rohde & Schwarz, war verantwortlich für den Ausbau der Rohde & Schwarz Niederlassung in Singapur. Darum verbrachte er viel Zeit im Jahr in Asien. Dort war er gerne, denn er mag den asiatischen Arbeitseifer und die Gastfreundschaft. Mit Bettina Blaß unterhielt er sich darüber, warum die asiatischen Länder für sein Unternehmen und die gesamte deutsche Wirtschaft so wichtig sind. [Das Interview ist dem karriereführer asien 2008/2009 entnommen.]
Zur Person
Peter Riedel, Foto: Rohde & Schwarz
Peter Riedel, geboren 1965 in München, studierte nach dem Abitur Elektrotechnik, Fachrichtung Kommunikationstechnik an der Technischen Universität München. Nach dem Studium ging er 1991 als Entwicklungsingenieur für Mobilfunkmesstechnik zur Rohde & Schwarz GmbH und Co. KG.
Dort hatte er im Bereich Messtechnik verschiedene Positionen im Zusammenhang mit der Entwicklung von Testsystemen und -geräten für Mobilfunknetze und -endgeräte inne. Sein Schwerpunkt lag dabei im Bereich der Protokolltests.
Im Dezember 2005 wechselte er in den Geschäftsbereich Überwachungs- und Ortungstechnik und leitete dort seitdem das Fachgebiet Geräteentwicklung.
Seit 2016 ist Riedel Mitglied der Geschäftsführung in der Position des COO.
Warum ist der asiatische Markt für Rohde & Schwarz so wichtig?
Wir sind ein Unternehmen der Hightechindustrie. Asien ist für uns ein riesiger Wachstumsmarkt. Alleine der Mobilfunk hat gewaltiges Wachstumspotenzial.
Für welche asiatischen Länder neben China erwarten Sie einen Boom?
Für Indien, Vietnam, Malaysia und Thailand – in dieser Reihenfolge.
Wie sieht Ihre Asien-Strategie für die nächste Zeit aus?
Wir sind in den vergangenen Jahren in Asien schon stark gewachsen. Nun geht es darum, unser technisches Know-how vermehrt dorthin zu bringen. Wir wollen außerdem unsere Kundenbeziehungen ausbauen und den Kunden noch mehr Support bieten. Denn zufriedene Kunden empfehlen uns auch weiter.
Warum haben Sie die Hauptniederlassung Asien in Singapur angesiedelt?
Singapur ist sowohl von Europa als auch von anderen asiatischen Ländern aus bestens zu erreichen. Außerdem gibt es mehrere sehr gute Universitäten und hervorragend ausgebildete Absolventen. Zudem ist es für Ingenieure aus anderen asiatischen Ländern einfach, hier eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Und schließlich bietet Singapur eine hohe Rechtssicherheit. Damit haben wir eine ideale Basis für weiteres Wachstum in Asien geschaffen.
Sie kooperieren mit mehreren Universitäten in Singapur. Warum?
Nicht nur dort. Rohde & Schwarz kooperiert in den meisten Ländern mit etwa vier bis fünf Universitäten. Der Grund ist immer der gleiche: Wir wollen nicht nur in Deutschland die besten Köpfe für unser Unternehmen gewinnen, sondern auch in Asien. Darum ermöglichen wir auch einigen asiatischen Studenten ein Studium oder einen Masterabschluss in Deutschland. Außerdem führen wir sowohl in Deutschland als auch in Singapur jährlich einen Fallstudienwettbewerb für Studenten durch, bei dem die herausragendste Lösung für ein gestelltes Problem prämiert wird.
Warum haben Sie neben Singapur Niederlassungen in 28 weiteren asiatischen Ländern?
Wir wollen den asiatischen Markt strategisch entwickeln. Das geht besser mit Niederlassungen vor Ort, weil wir so langfristig planen und handeln können.
Und warum arbeiten Sie vor allem mit lokalen Mitarbeitern zusammen?
Unsere Kunden sind Asiaten. Stammen unsere Mitarbeiter auch von dort, gibt es sofort eine gemeinsame Verständigungsebene.
Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit mit Ihren asiatischen Kollegen?
Unsere Kollegen sind sehr motiviert und engagiert. In Erfolg investieren sie eine Menge Zeit. Außerdem sind sie äußerst gastfreundlich. Ich bin wirklich gerne in Asien und arbeite mit ihnen zusammen. Dabei habe ich mir auch angewöhnt, dass ich nicht alles verstehen muss. Es gibt einfach kulturelle Unterschiede. Die lassen sich aber mit Offenheit gut überbrücken. Und es muss nicht immer alles so gemacht werden, wie wir das aus Deutschland kennen.
Haben Ihre deutschen Mitarbeiter gar keine Chance, nach Asien zu kommen?
Doch, sehr große Chancen sogar, vor allem als Coach oder Mentor. Um beim Aufbau von Niederlassungen mitzuarbeiten beispielsweise.
Müssen die Mitarbeiter, die nach Asien gehen, besondere Voraussetzungen erfüllen?
Oh ja! Sie müssen offen sein für anderes, flexibel, manchmal auch kreativ. Außerdem müssen sie die Firma gut kennen, denn sie sollen die Firmenkultur unter den gegebenen Umständen implementieren. Dazu benötigt man ein gewisses Fingerspitzengefühl.
Achten Sie schon beim Vorstellungsgespräch darauf, ob ein Mitarbeiter auch in Asien einsetzbar wäre?
Da wir ein global operierendes Unternehmen sind: ja. Für uns ist Offenheit wichtig. Und wir suchen Teamplayer. Fachkenntnis setzen wir sowieso voraus,wobei gute Noten nicht alles, aber immerhin ein Indikator sind. Außerdem sollte sich ein Bewerber für uns interessieren und gute Argumente dafür haben,warum er sich bei uns bewirbt. Einfach nur zu sagen:„Die Branche hat Zukunft“ wäre nicht ausreichend.
Wie bereiten Sie die Mitarbeiter auf den Asien-Einsatz vor?
Im Vorfeld bieten wir Crossculture-Trainings an. Es werden nur die Kollegen für längere Zeit nach Asien geschickt, die geschäftlich schon einige Male dort waren und wissen, was auf sie zukommt.Wer länger als sechs Monate am Stück vor Ort ist, kann im Regelfall auch seine Familie mitnehmen.
Wie oft sind Sie selbst in Asien?
Etwa zehn bis zwölf Mal im Jahr für fünf bis zehn Tage. Meistens in Singapur, aber durchaus auch in anderen Ländern.
Wie findet das Ihre Familie?
Das ist nur durch ihre Toleranz und Unterstützung möglich. Spielte sie nicht mit, wäre der Job so nicht machbar.
Was kann Europa von Asien lernen?
Dass wir manchmal auch schneller reagieren könnten. Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo alle Faktoren abgewogen sind, dann müssen die Dinge einfach gemacht werden. Darin sind uns die Asiaten einen Schritt voraus. Und sie sind der Zukunft und neuen Technologien gegenüber positiver eingestellt. In Europa werden neue Technologien oft als Gefahr gesehen, in Asien dagegen als Chance.
Welchen Stellenwert wird Asien künftig für die deutsche Wirtschaft haben?
Asien wird in den kommenden Jahren Wachstumsregion bleiben. Das ergibt sich schon aus der Alters- und Bevölkerungsstruktur. Das heißt, Asien wird weiterhin wichtig sein für Deutschland, den Exportweltmeister. Möglicherweise wird der Stellenwert sogar noch steigen.
Zum Unternehmen
Der Elektronikkonzern Rohde & Schwarz ist ein führender Lösungsanbieter in den Arbeitsgebieten Messtechnik, Rundfunk, Funküberwachung und -ortung sowie sichere Kommunikation. Vor 85 Jahren gegründet ist das selbstständige Unternehmen mit seinen Dienstleistungen und einem engmaschigen Servicenetz weltweit präsent. Rund 10.500 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatz von 1,91 Milliarden Euro. Der Firmensitz ist in München mit regionalen Hauptquartieren in den USA (Columbia) und Asien (Singapur).
von Torsten Brandenburg„Drum prüfe, wer sich ewig bindet.“ Wem bei diesen Worten die Bilder von Brautkleidern, dunklen Anzügen, Ringen und einer großen Torte in den Sinn kommen, liegt wohlmöglich mit seinen Assoziationen richtig. Doch diese Weisheit gilt nicht nur für die eigene Hochzeit. Auch das Unternehmen, für das Sie einmal arbeiten, sollten sie sorgsam und gezielt auswählen. Zwar ist Ihr erster Job meist nicht der fürs Leben, aber trotzdem treten Sie bei dieser Wahl einen wichtigen Schritt in Ihrem Leben an. Top Ten
Trotz der nach wie vor schwierigen Arbeitsmarktsituation sollten Sie sich nicht auf jeden beliebigen Job einlassen. Machen Sie einen „Check-Up“ für sich selbst und das Unternehmen, bevor Sie sich entscheiden. Passen Sie in dieses Unternehmen? Passt das Unternehmen zu Ihren Wünschen und Vorstellungen? Was sind Ihre persönlichen Zielvorstellungen? Und was ist Ihnen dabei wichtig: Ein bekannter Name, ein üppiges Einstiegsgehalt, selbstständiges Arbeiten, ein dauerhaft sicherer Arbeitsplatz? Welche Aspekte sind Ihnen weniger wichtig und wo können Sie Kompromisse machen?
Anhand dieser Leitfragen sollten Sie sich zunächst einmal darüber klar werden, welche Anforderungen Sie an Ihren Arbeitgeber stellen. Versuchen Sie, eine Top Ten-Liste Ihrer Wünsche aufzustellen. Wahlweise können Sie auch noch eine negative Top Ten-Liste erstellen. Hier führen Sie alles auf, was Sie auf jeden Fall davon abhalten würde, für ein Unternehmen zu arbeiten. Versuchen Sie danach, detaillierte Informationen über das Unternehmen, seine Kultur und Arbeitsweise herauszufinden (Tipps dazu weiter unten). Mit diesen Informationen können Sie nun einen Abgleich starten: Was wünsche ich mir? Was bietet das Unternehmen?
Hinzu kommen die Anforderungen, die von Unternehmensseite an die Bewerber gestellt werden. Auch hier sollten Sie überprüfen, ob das geforderte Bewerberprofil auf Sie zutrifft. Vielleicht fragen Sie auch Freunde, Bekannte oder Ihre Hochschuldozenten, wie diese Sie in Bezug auf die geforderten Fähigkeiten einschätzen.
Nehmen Sie sich auf jeden Fall Zeit für die Auswahl Ihres zukünftigen Arbeitsplatzes. Sie sollten sich sicher und mit Ihrer Wahl zufrieden sein, um auch motiviert und mit voller Leistung starten zu können. Als mögliches Schema für Ihre Unternehmensanalyse könnten die folgenden vier Punkte wichtig sein:
Arbeitsbedingungen im Unternehmen, Soziale Kriterien, Persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, Zukunftsperspektiven des Unternehmens und der Branche
Recherchequellen
Besuchen Sie die Internetseite des Unternehmens. Viele Unternehmen veröffentlichen dort Stellenanzeigen und Informationen über das Unternehmen und den Bewerbungsprozess. Schauen Sie sich Zeitungsannoncen an. Was wird gefordert und wie präsentiert sich das Unternehmen? Lesen Sie Wirtschafts- und Hochschulmagazine. Oft werden dort Unternehmen genauer unter die Lupe genommen.
Besorgen Sie sich Unternehmensbroschüren oder den Geschäftsbericht des jeweiligen Unternehmens. Gehen Sie zu Rekrutierungsmessen und sprechen Sie die Mitarbeiter direkt an.
Wenn Sie wichtige Informationen nicht auf anderem Wege erfahren können, rufen Sie die Personalabteilung oder eine Bewerber-Hotline an.
Fragen Sie Freunde und Bekannte, die schon einmal im entsprechenden Unternehmen gearbeitet oder Praktika absolviert haben.
Weitere Artikel zum Thema Erster Job.
Mehr Informationen zum Thema Stellensuche.
Lesen Sie weitere Texte im karriereführer-Angebot zum Thema Bewerbung.
Sich entspannt zurücklehnen und auf Jobangebote von interessanten Firmen warten? Die sogenannten Gesuchsdatenbanken der Online-Jobbörsen machen es möglich. Von Nicole Göttlicher
Zahlreiche unterschiedlich große Unternehmen aus verschiedenen Branchen nutzen bereits Lebenslauf-Datenbanken als festen Bestandteil bei der Mitarbeitersuche. Sobald das anonymisierte Bewerberprofil eingetragen ist, können sich die Unternehmen im Netz von den Kenntnissen und Fähigkeiten des Kandidaten überzeugen – und ihn daraufhin kontaktieren, sofern er damit einverstanden ist. Das Erstellen von Stellengesuchen ist für Bewerber mit keinerlei Kosten verbunden. Doch was so einfach klingt, ist auch mit ein wenig Aufwand verbunden. Denn nur ein mit Sorgfalt erstelltes Profil des Bewerbers wird Firmen dazu anregen, ihn anzusprechen.
Tipps zum gelungenen Online-Stellengesuch
Umfragen zufolge bemängeln Personalverantwortliche am Stellengesuch am häufigsten die Ernsthaftigkeit und Aussagekraft. Nehmen Sie sich also Zeit, wenn Sie Ihr Stellengesuch eintragen und präsentieren Sie in Ruhe Ihre persönlichen und beruflichen Qualifikationen. Machen Sie sich für das Unternehmen interessant. Auch wenn das Internet viele Möglichkeiten bietet, Jobgesuche einzutragen, sollte man dennoch darauf achten, dies nur bei einer renommierten Jobbörse zu tun. Folgende Qualifikationskriterien sollten bei einem Online-Gesuch unbedingt abgefragt werden:
Genaue Bezeichnung der gesuchten Tätigkeit
Der Name der von Ihnen gesuchten Tätigkeit ist für den Stellenanbieter der „eye-catcher“ Ihres Gesuchs. Geben Sie eine Positionsbezeichnung ein oder nennen Sie Ihr Berufsbild/Tätigkeitsfeld mit einer Spezialisierung, beziehungsweise betonen Sie Ihre besondere Eignung (zum Beispiel: „Experte“, „Spezialist“). Wählen Sie dynamische Wörter, die Ihre Aktivität im Bewerbungsprozess signalisieren („Suche…“; „Biete…“), oder treten Sie durch eine direkte Ansprache in den „Dialog“ mit dem Stellenanbieter. Was können Sie als Bewerber anbieten, kurzgefasst in einigen wenigen Stichworten? Was kann Sie für Ihren künftigen Chef attraktiv machen?
Persönliche Daten
Diese Daten erhalten interessierte Unternehmen erst auf Ihren ausdrücklichen Wunsch. Geben Sie Ihre Kontaktdaten fehlerfrei ein und nennen Sie das Medium (zum Beispiel E-Mail oder Telefon), mit dem Sie am sichersten zu erreichen sind. Vermeiden Sie im Stellengesuch die Angabe von dienstlichen Telefonnummern und E-Mail-Adressen.
Persönliches Anschreiben
Das persönliche Anschreiben ist das Herzstück Ihres Online-Gesuchs. Es ist Ihre Visitenkarte und sollte formal korrekt und inhaltlich aussagekräftig sein. Nutzen Sie dieses Freitextfeld unbedingt, um wie im herkömmlichen Bewerbungsanschreiben auf Ihre Interessen, Fähigkeiten, Kenntnisse und Ziele zu verweisen. Wichtig: Auf keinen Fall die E-Mail-Adressen oder andere Kontaktdaten angeben! Stark abzuraten ist, Unzufriedenheit mit dem derzeitigen Arbeitgeber auszudrücken. Unloyales Verhalten wird sofort registriert, und Sie müssen spätestens in einem eventuellen Vorstellungsgespräch damit rechnen, wieder auf diese Bemerkungen angesprochen zu werden!
Ausbildung und Berufserfahrung
Liefern Sie wie im herkömmlichen Lebenslauf eine vollständige Übersicht über Ihr bisheriges schulisches, akademisches und berufliches Leben. Vermeiden Sie vor allem Lücken in der Chronologie. Sollten Sie eine Zeit lang nicht beschäftigt beziehungsweise arbeitslos gewesen sein, überlegen Sie, was Sie in dieser Zeit dennoch geleistet haben, etwa eine Weiterbildung oder Ähnliches. Achten Sie dabei auf eine einheitliche Form mit Absatzgliederung, damit der Interessent die Anzahl Ihrer Berufstätigkeiten bequem überschauen kann.
Persönliche Qualifikationen
Füllen Sie nicht alle Felder aus! Setzen Sie in jedem Stellengesuch Schwerpunkte! Reflektieren Sie Ihr Berufsbild und die angestrebte Stelle und entscheiden Sie, inwieweit ein Kriterium von Belang für die auszuübende Tätigkeit ist! Antworten Sie stets wahrheitsgemäß und reflektieren Sie jedes neue Kriterium auf Ihre beruflichen Prioritäten und Fähigkeiten hin. Es bringt Ihnen und dem Interessenten wenig, wenn Sie so oft ein „sehr gut“ abhaken, so dass Ihnen keine Steigerungsmöglichkeit für Ihre ganz besonderen Stärken mehr bleiben.
Wenn Sie diese Regeln beherzigen, heißt es nur noch: Unterlagen bereit halten. Denn in der Regel werden Sie gebeten, Ihre Bewerbungsunterlagen nachzusenden: Entweder direkt per E-Mail oder per Post. Dann sollten Sie schnell reagieren können. Sofern direkt ein Vorstellungstermin vereinbart wird, bringen Sie eine Bewerbungsmappe zum Gespräch mit.
Auswahl von Job-Börsen mit Online-Stellengesuch-Datenbanken
Liest man sich Stellenanzeigen durch, kann man schnell das Gefühl bekommen, hier werden Supermann oder Superfrau gesucht: hervorragender Universitätsabschluss in der Regelstudienzeit, Praktika, am Besten im Ausland absolviert, Fremdsprachenkenntnisse und ein IT-Profi soll man auch noch sein. Außerdem werden Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Durchsetzungskraft und Stressresistenz verlangt.
Doch keine Angst vor einer Bewerbung! Unternehmen haben halt Vorstellungen von ihrem „Traumtypen“ und formulieren entsprechende Anforderungen in ihren Stellenanzeigen. Die Kunst bei der Interpretation der Gesuche besteht darin, den Spielraum zwischen Muss- und Kann-Anforderungen zu entdecken.
Wo finde ich Stellenanzeigen?
Zunächst müssen Sie Stellenanzeigen finden, die für Sie infrage kommen. Da ist natürlich zum einen das Internet: Zahlreiche Online-Jobbörsen bieten freie Stellen, und auch die meisten Unternehmen verfügen mittlerweile über eigene Karriere-Websites, auf denen Sie sich über aktuelle Stellenangebote informieren können. Sowohl die Jobbörsen als auch viele der meist großen Unternehmen haben Apps im Angebot, mit denen Sie schnell auf neue Anzeigen aufmerksam gemacht werden. Alternativ können Sie bei vielen Arbeitgebern Jobletter abonnieren: Newsletter, die per E-Mail über offene Stellen informieren.
Auch wenn Sie viel im Imternt unterwegs sind, vernachlässigen Sie nicht die klassischen Printmedien. Ihr erster Weg führt Sie also zur Auswertung von Tageszeitungen und Wochenzeitschriften. Als Erstes stechen Ihnen dabei die großen Anzeigen namhafter Unternehmen ins Auge, doch werfen Sie auch einen Blick in die Textanzeigen. So mancher interessante Job mag sich in der unscheinbaren „Bleiwüste“ verbergen.
Für Sie als Hochschulabsolvent unverzichtbar sind zudem die zahlreichen Absolventen-Publikationen, die Sie meist kostenlos an Ihrer Hochschule oder auf Rekrutierungsmessen erhalten. In den karriereführer-Publikationen zum Beispiel finden Sie Unternehmen, die über das ganze Jahr Absolventen in großer Zahl benötigen. Oftmals haben Sie hier auch den Vorteil, dass Unternehmen viel von sich preisgeben, indem sie sich rege an redaktionellen Themen beteiligen.
In den Jobbörsen im Internet (z. B. Jobware) verläuft die Suche in zwei Richtungen: Zum einen suchen Unternehmen unter den eingegebenen Lebensläufen passende Kandidaten, zum anderen stellen sie selbst konkrete Personalanzeigen ein. Ihr Profil sollte natürlich aussagekräftig sein. Nicht vergessen sollten Sie die diversen Fachzeitschriften, in denen Sie ganz gezielt nach Stellenangeboten fahnden können – wie etwa in der W&V als Werbeprofi.
„Klassische“ Stellenanzeige oder Personalimage-Insertion?
Neben „klassischen“ Stellenanzeigen begegnen Ihnen auch so genannten Personalimage-Insertionen der Unternehmen, die wenig konkrete Sachinformationen der Unternehmen enthalten. Oft stehen Ansprechpartner mit Anschrift, Telefonnummer und E-Mail in der Anzeige. Wenn Sie das Unternehmen interessiert, rufen Sie auf jeden Fall an und informieren Sie sich über die angebotenen Programme oder Stellen.
Aufbau der klassischen Stellenanzeige
Normalerweise ist eine Stellenanzeige folgendermaßen aufgebaut:
Informationen zum Unternehmen
Informationen zur Position und zum Aufgabengebiet
Anforderungen an den Bewerber/die Bewerberin
Informationen zum Bewerbungsverfahren und zum Umfang der gewünschten Unterlagen
Schauen Sie sich die Anzeige auch vom Stil her an: Was sagt sie Ihnen über die Unternehmenskultur? Wird ein sachlicher Ton angeschlagen, oder kommt das Unternehmen locker-flockig daher? Werden Männer und Frauen gleichermaßen angesprochen? Auf welche Eigenschaften wird besonderer Wert gelegt, und welche Formulierungen werden benutzt? Was spricht Sie von an der Anzeige an?
„Klassische“ Anforderungen
Haben Sie nun die eine oder andere vielversprechend klingende Stellenanzeige gefunden, geht es nun zum nächsten Schritt: die genaue Interpretation. Nach Ihrer Selbstanalyse (Wer bin ich? Was kann ich?) sollten Sie genau wissen, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen. Nun müssen Sie sich mit den Vorstellungen des Unternehmens auseinandersetzen:
Welche Kenntnisse sollen Sie mitbringen, über welche Fähigkeiten sollten Sie idealerweise zusätzlich verfügen?
Welche Ausbildung wird vorausgesetzt?
Auf welchen (Arbeits-)Gebieten sollen Sie sich auskennen?
Welche Branchenerfahrungen werden verlangt?
Der Wille zum Lernen
Diese „klassischen“ Anforderungen sollten mit Ihrem Profil übereinstimmen. Für Hochschulabsolventen besteht jedoch auch ein gewisser Spielraum, denn Sie haben durch ihr Studium gezeigt, dass sie lernen und sich erforderliche Qualifikationen schnell aneignen können. Dass hingegen eine Bewerbung als Anglist auf eine Stelle als Entwicklungsingenieur wenig Erfolg versprechend ist, versteht sich von selbst.
Schauen Sie sich genau an, was Sie während Ihres Studiums geleistet haben. Dazu gehört nicht nur, dass Sie Ihr Studienfach mit Differenzierungen herausstellen. Überprüfen Sie auch, ob Sie Ihre Praktika oder studienbegleitende Tätigkeiten als erste Berufserfahrungen vermitteln können.
Parlez-vous „ausländisch“?
Fremdsprachenkenntnisse sind in unserer globalisierten Wirtschaft unerlässlich. Englisch wird in der Regel vorausgesetzt, oft auch gute Kenntnisse wenigstens einer weiteren Fremdsprache. Wenn in der Anzeige von „verhandlungssicheren Englischkenntnissen“ die Rede ist, reicht das Abiturwissen nicht aus.
Sollten Ihre Fähigkeiten in der letzten Zeit etwas eingerostet sein, machen Sie deutlich, dass Sie sich um Abhilfe bemühen, zum Beispiel durch einen Kurs für Business-Englisch.
IT-Profis gesucht?
Dass Sie sich als Hochschulabsolvent mit den gängigen Anwendungsprogrammen auskennen, wird von Ihnen erwartet – und zwar in so gut wie jedem Job. Bewerben Sie sich hingegen im IT-Bereich und werden Kenntnisse verlangt, über die Sie zum Zeitpunkt Ihrer Bewerbung nicht verfügen, verweisen Sie ruhig auf Ihre Fähigkeit, sich in neue Sachverhalte schnell und gründlich einzuarbeiten. Das sollten Sie anhand eines schlüssigen Beispiels illustrieren können.
Soft Skills nachweisen durch Hard Facts
In Stellenanzeigen ist viel von Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Frustrationstoleranz die Rede. Doch wie können Sie diese Fähigkeiten in Ihrer Bewerbung untermauern? Versuchen Sie, die sogenannten Soft Skills, also Ihre sozialen Kompetenzen, anhand konkreter Beispiele darzustellen, zum Beispiel: „Als regelmäßige Betreuerin bei Ferienfreizeiten des Jugendrotkreuzes habe ich gelernt, im Team zu arbeiten.“
Was ist Muss, was ist Kann?
Wichtig ist, dass Sie lernen, genau zu unterscheiden, was für das Unternehmen unabdingbare Voraussetzungen für die Position sind und bei welchen vom „Traumtypen“ abgewichen werden kann. Achten Sie auf Formulierungen wie …
“ … vorausgesetzt … “
“ … nur berücksichtigt, … “
“ … unabdingbar … “
Dies können Sie als Muss-Anforderungen interpretieren. Wenn Sie die Muss-Anforderungen nicht erfüllen, sparen Sie sich die Zeit und das Geld für eine Bewerbung!
Kann-Qualifikationen wünscht sich ein Unternehmen. Diese sehen folgendermaßen aus:
“ … wären Voraussetzungen … “
„Idealerweise … “
“ … wären von Vorteil … “
“ … wünschenswert … “
Wenn Sie die Muss-Anforderungen erfüllen und vielleicht das ein oder andere Bonbon bei den Kann-Qualifikationen anzubieten haben, machen Sie sich ran an Lebenslauf und Anschreiben!
So vielfältig die Konzepte und Anbieter sind: Im Grunde verfolgen alle Recruitungveranstaltungen ein Ziel: Sie wollen Forum für Personalsuchende und Berufseinsteiger sein und gegenseitige Kontaktmöglichkeiten schaffen. Kennenlernen am MessestandVeranstalter von Bewerbermessen, die bis zu 400 Unternehmen aus verschiedenen Branchen präsentieren, bedienen eine breite Zielgruppe. Andere setzen bewusst auf die Ansprache von Absolventen ausgewählter Fachrichtungen. Die Präsentation der Arbeitgeber ist jedoch immer das A und O: Mit zum Teil aufwändig gestalteten Messeständen preisen sich Unternehmen als attraktive Arbeitgeber an und buhlen mit der Konkurrenz um die Besten unter den Besuchern. Personalchefs und ihre Mitarbeiter erwarten Bewerber zum ersten Gespräch über allgemeine Einstiegsmöglichkeiten, konkrete Anforderungen an das Bewerberprofil, über Jobs, Karrieren und Gehälter. Nicht selten wird anschließend ein weiteres Gespräch vereinbart. Hin und wieder soll ein Bewerber, so hört man, sogar mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche den Heimweg angetreten haben.
Vorbereitung ist das A und O
Eine umfangreiche Recherche zu den teilnehmenden Unternehmen gehört zur Vorbereitung für den Besuch einer Personalmesse. „Wer wird da sein, und wer hat mich schon immer als Arbeitgeber interessiert?“ sind Fragen, die Sie mit einem Klick auf die Webseiten der Messeveranstalter klären können. Infos über Einstiegsprogramme oder offene Jobs eines bestimmten Unternehmens finden Sie ebenfalls häufig im Internet. Mit diesem Vorwissen belegen Sie beim persönlichen Gespräch Ihr Interesse an einer Anstellung und sammeln Pluspunkte bei Ihrem Gegenüber.
Lebenslauf im Handgepäck
Der Lebenslauf gehört in ausreichender Stückzahl ins Gepäck, sodass Sie ihn jedem Gesprächspartner im Anschluss an eine erfolgreiche Unterhaltung überreichen können. Einige Personaler vertiefen sich auch schon während der Unterredung in die Unterlagen eines Bewerbers, um an bestimmten Stellen nachfragen zu können. Zeugnisse und Referenzen sind bei Personalmessen nicht zwingend erforderlich – Sie können Sie auf Anforderung nachreichen.
Veranstaltungskonzepte
Einige Veranstaltungen erfordern eine vorherige Anmeldung und sind spontanen Besuchern verschlossen. Es ist hier durchaus üblich, dass Sie Ihre Bewerbungsunterlagen vorab beim Veranstalter einreichen müssen. Dieser vergleicht die eingehenden Bewerberprofile mit der Beschreibung der Wunschkandidaten, die er von den Unternehmen erhalten hat, und vermittelt bereits im Vorfeld ein Gespräch zwischen den Idealbewerbern und den Personalverantwortlichen. Das ermöglicht beiderseits eine intensive Gesprächsvorbereitung und kommt an ein echtes Vorstellungsgespräch schon nahe heran. Je nach Bewerberlage kann es sein, dass eine Vorauswahl getroffen wird und nur die besten Bewerber eine Einladung zur Personalmesse erhalten.
Andere Veranstalter geben lediglich einen Rahmen vor, in dem sich Bewerber wie Unternehmen flexibel und individuell bewegen können. Das ermöglicht auch unverbindliche Treffen mit kurzentschlossenen Besuchern der Messe oder mit Quereinsteigern, die bei einer Vorauswahl vielleicht durch das Raster mancher Einladungskriterien gefallen wären. Die Unternehmensvertreter stehen am Veranstaltungstag allen Besuchern an ihren Messeständen für Karrieregespräche zur Verfügung, eine Anmeldung hierfür ist nicht erforderlich.
Veranstalter von Bewerbermessen: