Aussprache: Der Klang vom Ich

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Sie kann streicheln und schmeicheln, donnern und grollen – die Stimme. Ein kleiner Fehler beim „S“, beim „SCH“ kann charmant wirken, aber auch stören. Das virtuoseste Instrument der Natur macht Eindruck mit Ausdruck. Mit Nachdruck wollten wir es wissen: karriereführer sprach mit Matthias Halmheu über die „As“ und „Os“ des Sprechens. Herr Halmheu, welchen Stellenwert ordnen Sie den Faktoren Sprechen und Stimme bezogen auf die Ausstrahlung eines Menschen zu? Wir spielen als soziale Wesen in der Gesellschaft verschiedene Rollen. Die jeweilige Situation erfordert entsprechende Anpassungsfähigkeit von uns. Sie zum Beispiel sprechen jetzt mit mir anders als im Kreis ihrer Familie oder bei Freunden. Die Art, wie ein Mensch sich bewegt, äußert und gebärdet, spiegelt sich in seiner Persönlichkeit wider. „Persona” kommt von „personare” – durchtönen, durchklingen – und zeigt deutlich, welches Gewicht der Stimme zugesprochen wird, dass sie Spiegel und Ausdruck des Menschen ist. Um nicht aus der Rolle zu fallen, müssen Spielregeln eingehalten werden, die das Sprechen selbst, aber auch besonders die Stimme betreffen. Sprache und Stimme verleihen der Rolle Ausdruck, ebenso wie Gestik und Mimik. Wie wirken sich Sprechen und Stimme auf Ausstrahlung aus? Um es mit Shakespeare zu sagen: „Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler…” Nicht nur Schauspieler und Marktschreier bedienen sich ihrer Stimme und der Sprache, um eine bestimmte Wirkung zu erzeugen. Jeder Mensch versucht es täglich, nur gelingt es nicht allen gleich gut. Dabei muss gutes Sprechen für niemanden ein Luxus sein, sondern es ist der Schlüssel zum zwischenmenschlichen Kontakt. Unökonomische Sprechweise führt nicht nur zur frühen Erschöpfung des Sprechers, sondern auch zu Konzentrationsmangel beim Zuhörer. Jeder erinnert sich sicher an quälend lange Unterrichtsstunden: Monoton vortragende, heisere oder verhauchte Sprecher sind fast immer die Ursache. Andererseits ist es sehr schwierig, sich dem Bann eines mitreißenden Redners zu entziehen, wie positiv oder negativ der Inhalt auch sein mag. Was ist ein Sprachfehler? Hier muss man zwischen organischen Stimmerkrankungen beziehungsweise durch Zahn- oder Kieferfehlstellungen verursachtes undeutliches Artikulieren und dem fehlerhaften Stimm- oder Sprachgebrauch differenzieren. Es gibt zahlreiche Fehler, die auch meist nicht alleine auftreten: mangelnde oder übertriebene Artikulation, Verschlucken der Endsilben, unangepasste Mimik und Gestik, verhauchtes, gepresstes oder näselndes Sprechen, Knödeln, zu hohes oder zu tiefes Sprechen, mühsame und geräuschvolle Atmung. Und natürlich das, was landläufig als Lispeln oder Zischeln bezeichnet wird — der Sigmatismus in all seinen Erscheinungsformen. „Verliert” man mit einem Sprachfehler an Wirkung? Das kommt natürlich auf den Fehler an, aber auch auf den Zuhörer. Fehlerhaften Stimmgebrauch erlebe ich oft gerade in den so genannten Sprechberufen. Die verhauchte, tiefe Stimme der ehemaligen Südwestfunk-Sprecherin Sabine Müller „verhalf“ ihr aber immerhin zu Dutzenden von Heiratsanträgen und dem Sender zu dem Beinamen „Süßvoicefunk“. Was bewirkt meine Stimme bei meinem Gegenüber? Als Zuhörer wollen Sie einen Sprecher akustisch verstehen und seinen Worten folgen können. Dazu gehört eine deutliche Artikulation, eine tragfähige Stimme und vor allem eine Gestaltungsweise, die interessiert, besser mitreißt, vielleicht sogar ergreift, aber auf keinen Fall ermüdet oder gar belastet. Schwingt meine Verfassung in der Stimme mit? Stimme und Stimmung hängen – wie die Begriffe schon sagen – eng zusammen. Wenn ich müde, deprimiert, wütend oder ausgeruht, bester Stimmung, frisch verliebt bin, so wird sich dies in meiner Stimme widerspiegeln. Kann eine andere Sprechweise, ein anderer Umgang mit meiner Stimme meinen Erfolg steigern? Mit der Intention, eine Liebeserklärung machen zu wollen, sollte man einen Unteroffizierskasernenhofton vielleicht besser lassen. Man muss sich bewusst machen, in welcher Rolle man sich gerade befindet. Beherrscht man Stimme und Sprache, hat man selbstverständlich hohen Einfluss auf sein Gegenüber. Welche Sprachfehler muss man therapieren? Sollte man in jedem Fall einen Logopäden aufsuchen? Der wichtigste Punkt ist hier natürlich der persönliche Leidensdruck, also wenn ich wahrnehme, dass meine Stimme schnell ermüdet, schnell heiser wird und ich oft an Atemwegserkrankungen laboriere. Aber auch wenn ich merke, dass immer wieder nachgefragt wird, Zuhörer schnell abgelenkt werden und unruhig sind, ich um lauteres Sprechen gebeten werde etc. Dem Gang zum Logopäden sollte der Besuch eines HNO-Arzt vorausgehen, um eventuelle organische Störungen auszuschließen. Wie kann man an seiner Stimme arbeiten? Die Behandlung von Stimmstörungen umfasst verschiedene Bereiche. Der Bereich Persönlichkeit umschließt alle folgenden Bereiche, die sich wechselseitig beeinflussen. Man arbeitet an der Intention, der Verbesserung der Körperwahrnehmung, an der Beeinflussung der Körperspannung, an der Ruhe- und Phonationsatmung, an der Phonation und Artikulation. Ziel ist die physiologische Stimmgebung. Und wer hilft, wenn man an Aussprache oder Stimme etwas tun möchte? Am schnellsten findet man Kolleginnen und Kollegen wohl über die Suchmaschine auf der Internetseite des deutschen Bundesverbandes für Logopädie unter www.dbl-ev.de. Aber auch im Branchenbuch ihrer Stadt oder durch Nachfragen bei Ärzten oder Krankenhäusern sollten Sie fündig werden. Haben Sie ein Tipp, wie jeder für sich selbst Sprache und Stimme verbessern kann? Nein. Man muss wirklich auf jeden Einzelnen schauen und sich erst einmal ein Bild davon machen, wo seine Stärken und Schwächen beim Sprechen liegen. Zu viele Faktoren greifen hier ineinander, der ganze Mensch ist zu berücksichtigen. Einen Rat aus dem Ärmel zu schütteln, wäre da unseriös. Allerdings gibt es einen allgemeingültigen Tipp, wie Sie Ihre Stimme schonen können: Räuspern Sie sich nie, husten Sie stattdessen. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Halmheu. Weitere Informationen: Logopäde Matthias HalmheuMatthias Halmheu ist Logopäde und therapiert tumorbedingte Stimm- und Funktionsstörungen. Er unterrichtet Logopädie-Schülerinnen und –Schüler in seinem Fachbereich und führt Seminare zur Stimmbildung durch.

Was kann ich und was bin ich?

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Gut vorbereitet räumt man die meisten Hürden auf dem Weg ins Berufsleben beiseite, noch bevor der erste Schritt getan ist. Zu einer guten Vorbereitung gehört das Wissen über die persönlichen Wünsche und Träume, die zugleich Motivation und Wegweiser sein können. Beschäftigen Sie sich deshalb mit sich selbst und versuchen Sie, soviel wie möglich über Ihre Ziele in Erfahrung zu bringen. Lernen Sie Ihre Stärken von Ihren Schwächen zu unterscheiden, und finden Sie Antworten auf die Fragen „Was kann ich?“ und „Was will ich?“. Erkenntnis ist der erste Schritt Doch bevor Sie zu viel Zeit einsam grübelnd auf der Wohnzimmercouch verbringen: Lesen Sie sich unseren Beitrag Welches Berufsfeld passt am besten zu mir? durch. Er hilft der Erkenntnis was Sie können und wollen auf die Sprünge. Fragen Sie außerdem Ihre besten Freunde nach einer Einschätzung Ihrer Person – die kennen Sie besser, als Sie annehmen. Fixieren Sie Ihr persönliches Profil schriftlich, damit keines der Ergebnisse verloren geht. Bald werden Sie sich anhand dieses Profils auf Ihr erstes Bewerbungsgespräch vorbereiten können. Wunsch-Arbeitsplatz Bevor es soweit ist, überlegen Sie sich, welche Anforderungen Sie an Ihren Wunsch-Arbeitsplatz stellen: Soll es ein „nine-to-five“-Job mit wenigen Überstunden sein oder verbringen Sie gerne jede zweite Woche im Ausland? Sehen Sie sich als Projektverantwortlicher oder Hinterbänkler? Soll das Unternehmen mit dem Fahrrad erreichbar sein oder sind Sie bereit, für eine interessante Tätigkeit ein paar Kilometer zu fahren? Wenn sich in einem Bewerbungsgespräch ergibt, dass sich Ihre Erwartungen nicht mit dem Angebot des potenziellen Arbeitgebers decken, können Sie eine Mitarbeit ruhigen Gewissens ablehnen. Denn Sie wissen, was Sie wollen. Überblick und Neugierde Verschaffen Sie sich im Internet, in Fachzeitschriften und Tageszeitungen frühzeitig einen Überblick über den Arbeitsmarkt. Aber lesen Sie nicht ausschließlich die Personalanzeigen: Informationen sind in diesem Stadium der Jobsuche das A und O. Jeder Fachartikel über ein Produkt und jede Unternehmensmeldung können Sie auf neue Ideen bringen. Seien Sie beim Durchforsten der Stellenmärkte offen für Neues: Mitarbeiter mit Ihren Kenntnissen und Ihrem persönlichen Profil werden möglicherweise auch in Unternehmen und Branchen gesucht, von denen Sie es nicht erwartet hätten – und viele Ihrer Mitbewerber auch nicht. Vielleicht ergeben sich daraus besonders gute Chancen. Erfolg ist planbar Wenn Sie sich für ein Stellenangebot interessieren, recherchieren Sie zusätzliche Informationen auf der Homepage des Unternehmens, in Fach- und Verbandszeitschriften oder Wirtschaftslexika. Keine Scheu vor einem Anruf in der Personalabteilung: Dort „werden Sie geholfen“, über weitere Details informiert und gegebenenfalls mit Unternehmensbroschüren versorgt. Und Sie fangen eine Handvoll Fliegen mit einer Klappe: Bei dieser Gelegenheit ist der erste persönliche Kontakt hergestellt, der Ansprechpartner ist ermittelt und die Anforderungen des Unternehmens an eine schriftliche Bewerbung sind erfragt. Nur die Ruhe Lassen Sie sich bei Ihren Vorbereitungen nicht hetzen – auch nicht von sich selbst. Fangen Sie frühzeitig an, die Weichen für Ihre berufliche Zukunft zu stellen. Dann klappt´s auch mit dem Job. Infos: Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader, Autoren zahlreicher Karriere-Buchtitel, haben ihre eigene Website:

Gut gecoacht ist halb gewonnen

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In den USA ist Coaching schon weit verbreitet. Dieser Trend hat jetzt auch Deutschland erfasst: Nicht nur das Berufsleben wird mit einem Coach an der Seite geplant. Aber wie unterstützt er einen Bewerber? Wie arbeiten beide die persönlichen und beruflichen Stärken heraus? Michael T. hat sein Studium erfolgreich abgeschlossen. Mit Elan schrieb er seine ersten Bewerbungen. Er bekam einige Einladungen und führte voller Hoffnung seine ersten Bewerbungsgespräche. Doch die Absagen häuften sich ebenso wie die größer werdende Sammlung von Zeitungsausschnitten und Notizen. Zweifel über den Wert der Ausbildung und Fragen zur eigenen Orientierung kamen auf und begannen an seiner Selbstsicherheit zu nagen. Das erste Kennenlernen Michael T. steht etwas unsicher und neugierig vor einer hohen Tür und klingelt: Tom Andreas – Training, Coaching und Seminare, liest er auf dem Schild am Eingang. Ein großer freundlich lächelnder Mann, Anfang 40, öffnet die Tür und begrüßt ihn mit festem Händedruck. In einem schlicht möblierten Raum nehmen sie Platz: Zwei einfache bequeme Sessel, im Winkel einander zugewandt und ein kleiner Glastisch. Das Flipchart steht im Hintergrund zwischen den beiden Sesseln. Der Coach schaut Michael T. ruhig, dennoch aufmerksam an und beginnt: „Was können Sie heute für sich tun?“ Überrascht zieht Michael T. die Augenbrauen hoch und antwortet zögernd: „Ich? Für mich? Also, ja, die Sache ist die: Ich habe vor ein paar Monaten mein Studium erfolgreich abgeschlossen und mich dann auf verschiedene Stellen beworben. Ich bin überall abgelehnt worden. Und jetzt frage ich mich, was ich falsch mache. Ich bin irgendwie total verunsichert und weiß gar nicht mehr, was ich tun soll und wo ich mich noch bewerben soll und ob das überhaupt alles das Richtige für mich ist. Irgendwie spricht mich auch nichts mehr so richtig an. Eigentlich weiß ich gar nicht mehr, was ich überhaupt noch will.“ Mit konzentrierten und gezielten Fragen erkundigt sich Tom Andreas nach dem Studium, den verschiedenen Bewerbungen und der bisherigen Vorgehensweise. „Mal angenommen, unsere gemeinsame Arbeit würde für Sie erfolgreich sein. Woran würden Sie diesen Erfolg erkennen?“ Michael T. denkt lange nach und sein Gesicht hellt sich zunehmend auf. Er beginnt von seinen Träumen und Hoffnungen zu berichten. Stärken erkennen Als die Frage nach seinen besonderen Stärken kommt, legt sich seine Stirn in viele Falten. Aber ein paar Nachfragen später entdeckt er für sich überraschende Stärken und Fähigkeiten. Während diese im Detail erörtert und konkretisiert werden, wird er zunehmend selbstbewusster. Zuvor saß er etwas gekrümmt auf seinem Sessel, doch nun geht seine Sitzhaltung in eine aufrechte über. Überhaupt wirkt er immer weniger wie der etwas verunsicherte und pessimistische Mensch, der den Raum betreten hatte. Die eigene Zukunft gestalten! „Stellen Sie sich vor, wo Sie mit diesen Stärken und Fähigkeiten in fünf Jahren sein möchten. Was genau tun Sie? Welche Fähigkeiten haben Sie entwickelt und hinzugewonnen? Was wird wichtig für Sie und welches Selbstverständnis haben Sie? Nehmen Sie sich Zeit, alles genau wahrzunehmen!“ Michael T. blickt ein wenig in sich gekehrt und beginnt dann aber angeregt zu berichten. Mit zunehmender Begeisterung schildert er detailliert, wie er sich in fünf Jahren sieht und erlebt. Einige präzise Fragen des Coachs erweitern seine Beschreibung auch auf die private und persönliche Situation, so dass der gesamte Lebenskontext klar wird. Erinnerungen aus der Zukunft „Und wenn Sie sich von dem Jahr 2008 aus rückblickend erinnern wollten, welche Schritte waren für Sie wichtig? Wie hatten Sie damals, im Jahr 2003, begonnen und welche ersten Schritte hatten Sie unternommen?“ Michael T. ist überrascht, welche Ideen er auf diese Fragen hin entwickelt und wie konkret diese werden. Er fühlt sich sicherer bei dem, was er will, und er hat Vertrauen zu seinen Plänen gewonnen. Gemeinsam mit seinem Coach entwickelt Michael T. nun die ersten Maßnahmen zur Umsetzung. Jetzt ist ihm auch klar, wo er sich als nächstes bewerben und was er anders machen wird. Er fühlt sich wesentlich motivierter und entschiedener, da er weiß, was er kann und wohin er sich entwickeln will, resümiert er. „Beim nächsten Vorstellungsgespräch werden Sie gefragt, warum gerade Sie diese Stelle bekommen sollen – was wäre jetzt Ihre Antwort?“ Und wo Michael T. vorher zögerlich die üblichen Floskeln zum besten gegeben hatte, antwortet er jetzt mit persönlicher Überzeugung und echten eigenen Gründen. Zu Hause angekommen will er seine Bewerbungen umschreiben und sich auf das nächste Bewerbungsgespräch vorbereiten. Zuviel Theorie zu wenig Praxis Hochschulwissen allein reicht heute für einen erfolgreichen eigenen Werdegang vielfach nicht mehr aus, viele Hochschulabsolventen haben Probleme zum Beispiel bei Einstellungsgesprächen. „Trotz des großen fachlichen Potenzials haben sie wenig praxisrelevante Erfahrungen. Die soziale und emotionale Kompetenz will noch entwickelt und gefördert werden. Die „Business-Sprache“ und die „Verhaltens-Codes“ sind noch nicht gelernt. Das eigene Profil ist noch nicht bestimmt – Stärken und Schwächen, Ziele und Kompetenzen noch nicht erprobt. So ist häufig die eigene Vorstellung vom Job noch sehr unspezifisch und wenig zielorientiert – sie richtet sich nach ungeprüften Vorstellungen und nicht nach kritisch geprüften eigenen Stärken. Hier kann ein vertrauensvoller Coaching-Rahmen bedeutend weiterhelfen“, so Coach Tom Andreas.
Coach Tom Andreas ist nach Studium und verschiedenen Berufserfahrungen seit 15 Jahren in der Erwachsenenbildung tätig. Seit zehn Jahren arbeitet er als Coach-Trainer und Coach im eigenen Institut. Seine Klienten erhalten individuelle Hilfestellungen: „Coaching klärt und verhindert frühe Einschränkungen in der fachlichen, sozialen und emotionalen Entwicklung. Es hilft die eigenen Karriereziele zu definieren und zu erreichen. So kann ein erfahrener Coach den erfolgreichen Berufseinstieg wesentlich erleichtern und zu einer längerfristigen Erfolgsplanung entscheidend beitragen.“

Anforderungen einzelner Berufsfelder

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Ob es um eine Tätigkeit an der Hochschule, in der Industrie, im Journalismus, Vertrieb, Marketing, Consulting oder als Freiberufler geht: in jedem Bereich sind spezifische Fähigkeiten gefragt. Auch Größe und Art eines Unternehmens spielen bei der Berufswahl eine Rolle: in einem Start-up-Unternehmen erwarten Berufseinsteiger andere Bedingungen, als in einem Klein- oder Großunternehmen. Finden Sie heraus, welches Berufsfeld zu Ihrem Typ passt. Forschung und Entwicklung an einer Hochschule Eine Tätigkeit in der Forschung und Entwicklung an einer Hochschule erfordert für die wissenschaftliche Arbeit ein hohes Maß an Methodenkompetenz. Damit ist nicht nur das fachliche Methodenwissen, sondern vor allem die Fähigkeit zum analytischen und strukturierenden Denken gemeint. Da Sie einen Großteil Ihrer Forschungstätigkeit selbst planen und durchführen, sind weiterhin konzeptionelle und organisatorische Fähigkeiten unverzichtbar. Trotz dieser Betonung des systematischen Vorgehens sind jedoch auch in der Wissenschaft oft Kreativität und Innovationsfähigkeit gefragt, um neue Lösungsansätze zu entwickeln oder neue Perspektiven zu gewinnen. Darüber hinaus ist Teamfähigkeit eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeit in Forschungsgruppen und die Zusammenarbeit mit Kollegen. Da ständig neue Modelle und Theorien entwickelt werden und durch die internationale Forschung neues Wissen gewonnen und altes verworfen wird, müssen Sie außerdem eine hohe Lernbereitschaft aufweisen, um stets über die aktuellen Entwicklungen informiert zu sein. Forschung und Entwicklung in der Industrie Für eine Tätigkeit in Forschung und Entwicklung in der Industrie gelten mit einigen wenigen Einschränkungen die gleichen Anforderungen: weil Sie stärker in die betriebsinternen Abläufe eingebunden sein werden, sind ausgeprägte organisatorische Fähigkeiten zwar nützlich, aber nicht unbedingt nötig. Anders als an der Hochschule sollten Sie allerdings unbedingt über ganzheitliches Denkvermögen verfügen: zum einen forschen Sie schließlich auf eine Anwendungsentwicklung hin, zum anderen arbeiten Sie häufig mit interdisziplinären Projekt- und Forschungsteams zusammen; im Hinblick auf diese Arbeit in Teams sollten Sie unbedingt auch Konfliktstärke aufweisen. Letztendlich birgt die Arbeit in der Industrie grundsätzlich ein höheres Risiko als die Arbeit an der Universität, da das Unternehmen in hohem Maße von Marktentwicklungen abhängig ist und Investitionen in Forschungsbereiche gewissen Trends folgen, Sie sollten daher Risikobereitschaft aufweisen; allerdings sind bei entsprechender Leistungsbereitschaft auch die Karriereaussichten besser als an einer Hochschule. Dozent an der Hochschule Bei einer Tätigkeit Dozent an der Hochschule sind für die Aufbereitung von Daten und Erstellung des Unterrichts(-materials) vor allem Ihre konzeptionellen Fähigkeiten und Ihr strukturierendes Denken gefragt. Da Ihre Hauptaufgabe in der Wissensvermittlung liegt, sollten Sie über ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit verfügen und Autorität bzw. Führungsqualitäten aufweisen; dies ist auch für die Betreuung der studentischen und wissenschaftlichen Mitarbeiter wichtig. Als Dozent müssen Sie stets über den aktuellen Forschungsstand des jeweiligen Gebietes informiert sein, eine ausgeprägte Lernbereitschaft ist daher essentiell. Journalismus Im Tätigkeitsfeld des Journalismus sind für umfangreiche Recherchen konzeptionelle Fähigkeiten eine wichtige Voraussetzung. Um in der Lage zu sein, Wissen und Forschungsergebnisse aus vielen Gebieten miteinander zu verknüpfen und entsprechend zu präsentieren, müssen Sie über ganzheitliches Denkvermögen verfügen. Als Journalist haben Sie zudem viel Kontakt zu Forschern, Wissenschaftlern und Kollegen, daher sollten Sie ein hohes Maß an Sozialkompetenz aufweisen. Dazu zählen insbesondere soziale Sensibilität (Einfühlungsvermögen), Kontaktstärke und Kommunikationsfähigkeit, sowie für das Arbeiten in Teams Kritik- und Konfliktlösungsfähigkeit. In Ihrer Tätigkeit als (Wissenschafts-)Journalist müssen Sie sich stets Offenheit und Toleranz bewahren, um sowohl emotionsbeladene Themen als auch ungewöhnliche, innovative Ideen objektiv recherchieren und präsentieren zu können; im Hinblick auf erhöhten Recherche- und Arbeitsaufwand ist es weiterhin von Bedeutung, daß Sie belastbar sind. Marketing Für eine Tätigkeit im Bereich des Marketing sollten Sie vor allem über Kreativität und Innovationsfähigkeit verfügen, verbunden mit Offenheit gegenüber neuen Ideen oder Arbeitsumgebungen. Die Entwicklung und Erstellung von Marketingkonzepten erfordert nicht nur die persönliche Identifikation mit dem Produkt oder der Dienstleistung – methodisch sollten Sie konzeptionelle und organisatorische Fähigkeiten sowie etwa im Hinblick auf unterschiedliche Zielgruppen – ganzheitliches Denkvermögen aufweisen. Kommunikations- und Konfliktlösungsfähigkeit sind vor allem für die Arbeit in Projektteams wichtig, denn die persönliche Überzeugung von oder Begeisterung für eine Idee muß auf die Teammitglieder übertragen und mit ihnen abgestimmt werden. Weiterhin gehört auch Kontaktstärke zu den unverzichtbaren Anforderungen an eine Marketing-Position. Vertrieb Eine Tätigkeit im Vertrieb erfordert bezüglich der Gewinnung neuer Kontakte und Kunden vor allem Kontaktstärke und soziale Sensibilität sowie Belastbarkeit: Verkaufen zu können, bedeutet in erster Linie kommunikative Gewandtheit und Einfühlungsvermögen, das Einstellen auf die verschiedensten Arten von Menschen. Da Sie vor allem Überzeugungsarbeit zu leisten versuchen, ist auch ein gewisses Durchhaltevermögen unweigerlich erforderlich. Um den Arbeitsablauf effizient zu gestalten und Verkaufsstrategien zu entwickeln, sollten Sie weiterhin über eine ausgeprägte Fähigkeit zum strukturierenden Denken verfügen, welches es Ihnen ermöglicht, Ihre Argumentation nicht nur im Vorfeld gezielt und kundenspezifisch zurechtzulegen, sondern diese auch während eines Gespräch entsprechend zu variieren. Wenn Sie viel im Außendienst unterwegs sind, müssen Sie außerdem ein hohes Maß an Mobilität aufweisen. Beratung Für eine Tätigkeit in einem Beratungsunternehmen gehören Methoden- und Problemlösungskompetenzen zu den grundlegenden Anforderungen: Bei der Analyse und Aufbereitung von Daten und bei der Entwicklung und Durchführung von Projekten müssen Sie analytisch und strukturierend denken; außerdem müssen Sie konzeptionelle und organisatorische Fähigkeiten sowie ganzheitliches Denkvermögen aufweisen. Für die Entwicklung und Durchführung von Projekten sowie den häufigen Kontakt mit dem Kunden benötigen Sie Teamfähigkeit ebenso wie soziale Sensibilität, Kontaktstärke und Kommunikationsfähigkeit.Die Arbeit in interdisziplinären Projektteams sowie die sich stetig wandelnde Geschäftswelt erfordert ein hohes Maß an Offenheit und Toleranz sowie ständige Lernbereitschaft von Ihnen. Da Sie als Berater viel beim Kunden vor Ort beschäftigt sind (Trainings, Bedarfsermittlung, Datenerhebung, etc.), ist Mobilität unverzichtbar; da Berater außerdem selten eine 40-Stunden-Woche und ständig wechselnde Projekte und Aufgaben haben, müssen Sie außerdem sehr belastbar und außerordentlich leistungsbereit sein. Selbständigkeit Wenn Sie den Schritt in die Selbständigkeit wagen möchten, sollten Sie über gute konzeptionelle Fähigkeiten sowie strukturierendes Denken und ganzheitliches Denkvermögen verfügen; bei der effektiven Planung und Verwaltung Ihres Unternehmens sollten Sie außerdem exzellente organisatorische Fähigkeiten aufweisen.Um neue Kontakte zu knüpfen und dabei Neukunden zu akquirieren benötigen Sie Kontaktstärke sowie Kommunikations- und Kritikfähigkeit. Mit der Gründung und Führung eines eigenen Unternehmens ist natürlich auch ein erhebliches Risiko verbunden, daher sollten Sie Risikobereitschaft zeigen und bereit sein, das Risiko durch ein hohes Maß an Leistungs- und Lernbereitschaft aufzufangen; dies alles erfordert wiederum eine hohe Belastbarkeit.

Unternehmenspräferenzen

Start up-Unternehmen Start up-Unternehmen erfordern vom einzelnen Mitarbeiter vor allem die Identifikation mit der Unternehmensidee und damit verbunden ein hohes Engagement, welches sich garantiert in der Stundenzahl niederschlägt. Sie müssen daher flexibel und belastbar sein, um den Anforderungen an die Arbeit in einem Start up-Unternehmen zu entsprechen. Zudem kann gerade in der Startphase das Engagement häufig nicht mit der angemessenen Bezahlung honoriert werden, da Start up-Unternehmen gerade zu Anfang nicht immer über ausreichende Finanzmittel verfügen. Außerdem besteht natürlich auch die Gefahr, daß das Unternehmen am Markt scheitert. Für die Arbeit in einem Start up-Unternehmen sollten Sie daher Risikobereitschaft aufweisen, welche sich nach einer gewissen Anlaufphase des Unternehmens durchaus finanziell lohnen kann. Klein-/Familienunternehmen Klein-/Familienunternehmen bieten zunächst recht schnelle Aufstiegschancen. Schon allein wegen der relativ geringen Mitarbeiteranzahl und überschaubaren Strukturen ist der einzelne Mitarbeiter wichtig, weil präsenter als in einem Großunternehmen. Dadurch ergibt sich für den Mitarbeiter einerseits eine intensivere Betreuung und andererseits die Möglichkeit der schnellen Verantwortungsübernahme und häufig auch Entscheidungsfreiheit. Ein Nachteil besteht zumeist darin, daß sich dem Mitarbeiter nach Erreichen einer gewissen Position häufig eher eingeschränkte weitere Karriereperspektiven in diesem Unternehmen ergeben, vor allem, wenn die Geschäftsführung in Familienhand ist. Großunternehmen Großunternehmen und vor allem große Beratungen erfordern häufig eine hohe Belastbarkeit sowie Lern- und Leistungsbereitschaft,honorieren dies aber auch entsprechend und bieten eine hervorragende Basis für den weiteren Berufsweg. Anders als im Start up- oderFamilienunternehmen wird der Mitarbeiter oft nicht so individuell wahrgenommen, sondern findet sich meist als Teil eines Teams wieder.Die Lernkurve ist steil, und der Berufsanfänger wird schnell mit den Tagesprojekten und problemen konfrontiert. Wenn er den Belastungen jedoch standhält und daran wächst, kann er die Position als „Sprungbrett“ für den Einstieg in die nächste Tätigkeit nutzen. Viele Unternehmen erwarten, daß die Mitarbeiter sich weiterqualifizieren und fordern und fördern sie entsprechend. Bei einer starken Karriereorientierung ist der Einstieg in ein großes Unternehmen also sicherlich sinnvoll.

Interview mit Peter Riedel, Rohde & Schwarz

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Peter Riedel, heutiger COO von Rohde & Schwarz, war verantwortlich für den Ausbau der Rohde & Schwarz Niederlassung in Singapur. Darum verbrachte er viel Zeit im Jahr in Asien. Dort war er gerne, denn er mag den asiatischen Arbeitseifer und die Gastfreundschaft. Mit Bettina Blaß unterhielt er sich darüber, warum die asiatischen Länder für sein Unternehmen und die gesamte deutsche Wirtschaft so wichtig sind. [Das Interview ist dem karriereführer asien 2008/2009 entnommen.]

Zur Person

Peter Riedel, Foto: Rohde & Schwarz
Peter Riedel, Foto: Rohde & Schwarz
Peter Riedel, geboren 1965 in München, studierte nach dem Abitur Elektrotechnik, Fachrichtung Kommunikationstechnik an der Technischen Universität München. Nach dem Studium ging er 1991 als Entwicklungsingenieur für Mobilfunkmesstechnik zur Rohde & Schwarz GmbH und Co. KG. Dort hatte er im Bereich Messtechnik verschiedene Positionen im Zusammenhang mit der Entwicklung von Testsystemen und -geräten für Mobilfunknetze und -endgeräte inne. Sein Schwerpunkt lag dabei im Bereich der Protokolltests. Im Dezember 2005 wechselte er in den Geschäftsbereich Überwachungs- und Ortungstechnik und leitete dort seitdem das Fachgebiet Geräteentwicklung. Seit 2016 ist Riedel Mitglied der Geschäftsführung in der Position des COO.
Warum ist der asiatische Markt für Rohde & Schwarz so wichtig? Wir sind ein Unternehmen der Hightechindustrie. Asien ist für uns ein riesiger Wachstumsmarkt. Alleine der Mobilfunk hat gewaltiges Wachstumspotenzial. Für welche asiatischen Länder neben China erwarten Sie einen Boom? Für Indien, Vietnam, Malaysia und Thailand – in dieser Reihenfolge. Wie sieht Ihre Asien-Strategie für die nächste Zeit aus? Wir sind in den vergangenen Jahren in Asien schon stark gewachsen. Nun geht es darum, unser technisches Know-how vermehrt dorthin zu bringen. Wir wollen außerdem unsere Kundenbeziehungen ausbauen und den Kunden noch mehr Support bieten. Denn zufriedene Kunden empfehlen uns auch weiter. Warum haben Sie die Hauptniederlassung Asien in Singapur angesiedelt? Singapur ist sowohl von Europa als auch von anderen asiatischen Ländern aus bestens zu erreichen. Außerdem gibt es mehrere sehr gute Universitäten und hervorragend ausgebildete Absolventen. Zudem ist es für Ingenieure aus anderen asiatischen Ländern einfach, hier eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Und schließlich bietet Singapur eine hohe Rechtssicherheit. Damit haben wir eine ideale Basis für weiteres Wachstum in Asien geschaffen. Sie kooperieren mit mehreren Universitäten in Singapur. Warum? Nicht nur dort. Rohde & Schwarz kooperiert in den meisten Ländern mit etwa vier bis fünf Universitäten. Der Grund ist immer der gleiche: Wir wollen nicht nur in Deutschland die besten Köpfe für unser Unternehmen gewinnen, sondern auch in Asien. Darum ermöglichen wir auch einigen asiatischen Studenten ein Studium oder einen Masterabschluss in Deutschland. Außerdem führen wir sowohl in Deutschland als auch in Singapur jährlich einen Fallstudienwettbewerb für Studenten durch, bei dem die herausragendste Lösung für ein gestelltes Problem prämiert wird. Warum haben Sie neben Singapur Niederlassungen in 28 weiteren asiatischen Ländern? Wir wollen den asiatischen Markt strategisch entwickeln. Das geht besser mit Niederlassungen vor Ort, weil wir so langfristig planen und handeln können. Und warum arbeiten Sie vor allem mit lokalen Mitarbeitern zusammen? Unsere Kunden sind Asiaten. Stammen unsere Mitarbeiter auch von dort, gibt es sofort eine gemeinsame Verständigungsebene. Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit mit Ihren asiatischen Kollegen? Unsere Kollegen sind sehr motiviert und engagiert. In Erfolg investieren sie eine Menge Zeit. Außerdem sind sie äußerst gastfreundlich. Ich bin wirklich gerne in Asien und arbeite mit ihnen zusammen. Dabei habe ich mir auch angewöhnt, dass ich nicht alles verstehen muss. Es gibt einfach kulturelle Unterschiede. Die lassen sich aber mit Offenheit gut überbrücken. Und es muss nicht immer alles so gemacht werden, wie wir das aus Deutschland kennen. Haben Ihre deutschen Mitarbeiter gar keine Chance, nach Asien zu kommen? Doch, sehr große Chancen sogar, vor allem als Coach oder Mentor. Um beim Aufbau von Niederlassungen mitzuarbeiten beispielsweise. Müssen die Mitarbeiter, die nach Asien gehen, besondere Voraussetzungen erfüllen? Oh ja! Sie müssen offen sein für anderes, flexibel, manchmal auch kreativ. Außerdem müssen sie die Firma gut kennen, denn sie sollen die Firmenkultur unter den gegebenen Umständen implementieren. Dazu benötigt man ein gewisses Fingerspitzengefühl. Achten Sie schon beim Vorstellungsgespräch darauf, ob ein Mitarbeiter auch in Asien einsetzbar wäre? Da wir ein global operierendes Unternehmen sind: ja. Für uns ist Offenheit wichtig. Und wir suchen Teamplayer. Fachkenntnis setzen wir sowieso voraus,wobei gute Noten nicht alles, aber immerhin ein Indikator sind. Außerdem sollte sich ein Bewerber für uns interessieren und gute Argumente dafür haben,warum er sich bei uns bewirbt. Einfach nur zu sagen:„Die Branche hat Zukunft“ wäre nicht ausreichend. Wie bereiten Sie die Mitarbeiter auf den Asien-Einsatz vor? Im Vorfeld bieten wir Crossculture-Trainings an. Es werden nur die Kollegen für längere Zeit nach Asien geschickt, die geschäftlich schon einige Male dort waren und wissen, was auf sie zukommt.Wer länger als sechs Monate am Stück vor Ort ist, kann im Regelfall auch seine Familie mitnehmen. Wie oft sind Sie selbst in Asien? Etwa zehn bis zwölf Mal im Jahr für fünf bis zehn Tage. Meistens in Singapur, aber durchaus auch in anderen Ländern. Wie findet das Ihre Familie? Das ist nur durch ihre Toleranz und Unterstützung möglich. Spielte sie nicht mit, wäre der Job so nicht machbar. Was kann Europa von Asien lernen? Dass wir manchmal auch schneller reagieren könnten. Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo alle Faktoren abgewogen sind, dann müssen die Dinge einfach gemacht werden. Darin sind uns die Asiaten einen Schritt voraus. Und sie sind der Zukunft und neuen Technologien gegenüber positiver eingestellt. In Europa werden neue Technologien oft als Gefahr gesehen, in Asien dagegen als Chance. Welchen Stellenwert wird Asien künftig für die deutsche Wirtschaft haben? Asien wird in den kommenden Jahren Wachstumsregion bleiben. Das ergibt sich schon aus der Alters- und Bevölkerungsstruktur. Das heißt, Asien wird weiterhin wichtig sein für Deutschland, den Exportweltmeister. Möglicherweise wird der Stellenwert sogar noch steigen.

Zum Unternehmen

Der Elektronikkonzern Rohde & Schwarz ist ein führender Lösungsanbieter in den Arbeitsgebieten Messtechnik, Rundfunk, Funküberwachung und -ortung sowie sichere Kommunikation. Vor 85 Jahren gegründet ist das selbstständige Unternehmen mit seinen Dienstleistungen und einem engmaschigen Servicenetz weltweit präsent. Rund 10.500 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatz von 1,91 Milliarden Euro. Der Firmensitz ist in München mit regionalen Hauptquartieren in den USA (Columbia) und Asien (Singapur).

Unternehmens-Check

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von Torsten Brandenburg „Drum prüfe, wer sich ewig bindet.“ Wem bei diesen Worten die Bilder von Brautkleidern, dunklen Anzügen, Ringen und einer großen Torte in den Sinn kommen, liegt wohlmöglich mit seinen Assoziationen richtig. Doch diese Weisheit gilt nicht nur für die eigene Hochzeit. Auch das Unternehmen, für das Sie einmal arbeiten, sollten sie sorgsam und gezielt auswählen. Zwar ist Ihr erster Job meist nicht der fürs Leben, aber trotzdem treten Sie bei dieser Wahl einen wichtigen Schritt in Ihrem Leben an. Top Ten Trotz der nach wie vor schwierigen Arbeitsmarktsituation sollten Sie sich nicht auf jeden beliebigen Job einlassen. Machen Sie einen „Check-Up“ für sich selbst und das Unternehmen, bevor Sie sich entscheiden. Passen Sie in dieses Unternehmen? Passt das Unternehmen zu Ihren Wünschen und Vorstellungen? Was sind Ihre persönlichen Zielvorstellungen? Und was ist Ihnen dabei wichtig: Ein bekannter Name, ein üppiges Einstiegsgehalt, selbstständiges Arbeiten, ein dauerhaft sicherer Arbeitsplatz? Welche Aspekte sind Ihnen weniger wichtig und wo können Sie Kompromisse machen? Anhand dieser Leitfragen sollten Sie sich zunächst einmal darüber klar werden, welche Anforderungen Sie an Ihren Arbeitgeber stellen. Versuchen Sie, eine Top Ten-Liste Ihrer Wünsche aufzustellen. Wahlweise können Sie auch noch eine negative Top Ten-Liste erstellen. Hier führen Sie alles auf, was Sie auf jeden Fall davon abhalten würde, für ein Unternehmen zu arbeiten. Versuchen Sie danach, detaillierte Informationen über das Unternehmen, seine Kultur und Arbeitsweise herauszufinden (Tipps dazu weiter unten). Mit diesen Informationen können Sie nun einen Abgleich starten: Was wünsche ich mir? Was bietet das Unternehmen? Hinzu kommen die Anforderungen, die von Unternehmensseite an die Bewerber gestellt werden. Auch hier sollten Sie überprüfen, ob das geforderte Bewerberprofil auf Sie zutrifft. Vielleicht fragen Sie auch Freunde, Bekannte oder Ihre Hochschuldozenten, wie diese Sie in Bezug auf die geforderten Fähigkeiten einschätzen. Nehmen Sie sich auf jeden Fall Zeit für die Auswahl Ihres zukünftigen Arbeitsplatzes. Sie sollten sich sicher und mit Ihrer Wahl zufrieden sein, um auch motiviert und mit voller Leistung starten zu können. Als mögliches Schema für Ihre Unternehmensanalyse könnten die folgenden vier Punkte wichtig sein: Arbeitsbedingungen im Unternehmen, Soziale Kriterien, Persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, Zukunftsperspektiven des Unternehmens und der Branche Recherchequellen Besuchen Sie die Internetseite des Unternehmens. Viele Unternehmen veröffentlichen dort Stellenanzeigen und Informationen über das Unternehmen und den Bewerbungsprozess. Schauen Sie sich Zeitungsannoncen an. Was wird gefordert und wie präsentiert sich das Unternehmen? Lesen Sie Wirtschafts- und Hochschulmagazine. Oft werden dort Unternehmen genauer unter die Lupe genommen. Besorgen Sie sich Unternehmensbroschüren oder den Geschäftsbericht des jeweiligen Unternehmens. Gehen Sie zu Rekrutierungsmessen und sprechen Sie die Mitarbeiter direkt an. Wenn Sie wichtige Informationen nicht auf anderem Wege erfahren können, rufen Sie die Personalabteilung oder eine Bewerber-Hotline an. Fragen Sie Freunde und Bekannte, die schon einmal im entsprechenden Unternehmen gearbeitet oder Praktika absolviert haben.
 
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Das Stellengesuch im Internet

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Sich entspannt zurücklehnen und auf Jobangebote von interessanten Firmen warten? Die sogenannten Gesuchsdatenbanken der Online-Jobbörsen machen es möglich. Von Nicole Göttlicher

Zahlreiche unterschiedlich große Unternehmen aus verschiedenen Branchen nutzen bereits Lebenslauf-Datenbanken als festen Bestandteil bei der Mitarbeitersuche. Sobald das anonymisierte Bewerberprofil eingetragen ist, können sich die Unternehmen im Netz von den Kenntnissen und Fähigkeiten des Kandidaten überzeugen – und ihn daraufhin kontaktieren, sofern er damit einverstanden ist. Das Erstellen von Stellengesuchen ist für Bewerber mit keinerlei Kosten verbunden. Doch was so einfach klingt, ist auch mit ein wenig Aufwand verbunden. Denn nur ein mit Sorgfalt erstelltes Profil des Bewerbers wird Firmen dazu anregen, ihn anzusprechen.

Tipps zum gelungenen Online-Stellengesuch

Umfragen zufolge bemängeln Personalverantwortliche am Stellengesuch am häufigsten die Ernsthaftigkeit und Aussagekraft. Nehmen Sie sich also Zeit, wenn Sie Ihr Stellengesuch eintragen und präsentieren Sie in Ruhe Ihre persönlichen und beruflichen Qualifikationen. Machen Sie sich für das Unternehmen interessant. Auch wenn das Internet viele Möglichkeiten bietet, Jobgesuche einzutragen, sollte man dennoch darauf achten, dies nur bei einer renommierten Jobbörse zu tun. Folgende Qualifikationskriterien sollten bei einem Online-Gesuch unbedingt abgefragt werden:
  1. Genaue Bezeichnung der gesuchten Tätigkeit Der Name der von Ihnen gesuchten Tätigkeit ist für den Stellenanbieter der „eye-catcher“ Ihres Gesuchs. Geben Sie eine Positionsbezeichnung ein oder nennen Sie Ihr Berufsbild/Tätigkeitsfeld mit einer Spezialisierung, beziehungsweise betonen Sie Ihre besondere Eignung (zum Beispiel: „Experte“, „Spezialist“). Wählen Sie dynamische Wörter, die Ihre Aktivität im Bewerbungsprozess signalisieren („Suche…“; „Biete…“), oder treten Sie durch eine direkte Ansprache in den „Dialog“ mit dem Stellenanbieter. Was können Sie als Bewerber anbieten, kurzgefasst in einigen wenigen Stichworten? Was kann Sie für Ihren künftigen Chef attraktiv machen?
  2. Persönliche Daten Diese Daten erhalten interessierte Unternehmen erst auf Ihren ausdrücklichen Wunsch. Geben Sie Ihre Kontaktdaten fehlerfrei ein und nennen Sie das Medium (zum Beispiel E-Mail oder Telefon), mit dem Sie am sichersten zu erreichen sind. Vermeiden Sie im Stellengesuch die Angabe von dienstlichen Telefonnummern und E-Mail-Adressen.
  3. Persönliches Anschreiben Das persönliche Anschreiben ist das Herzstück Ihres Online-Gesuchs. Es ist Ihre Visitenkarte und sollte formal korrekt und inhaltlich aussagekräftig sein. Nutzen Sie dieses Freitextfeld unbedingt, um wie im herkömmlichen Bewerbungsanschreiben auf Ihre Interessen, Fähigkeiten, Kenntnisse und Ziele zu verweisen. Wichtig: Auf keinen Fall die E-Mail-Adressen oder andere Kontaktdaten angeben! Stark abzuraten ist, Unzufriedenheit mit dem derzeitigen Arbeitgeber auszudrücken. Unloyales Verhalten wird sofort registriert, und Sie müssen spätestens in einem eventuellen Vorstellungsgespräch damit rechnen, wieder auf diese Bemerkungen angesprochen zu werden!
  4. Ausbildung und Berufserfahrung Liefern Sie wie im herkömmlichen Lebenslauf eine vollständige Übersicht über Ihr bisheriges schulisches, akademisches und berufliches Leben. Vermeiden Sie vor allem Lücken in der Chronologie. Sollten Sie eine Zeit lang nicht beschäftigt beziehungsweise arbeitslos gewesen sein, überlegen Sie, was Sie in dieser Zeit dennoch geleistet haben, etwa eine Weiterbildung oder Ähnliches. Achten Sie dabei auf eine einheitliche Form mit Absatzgliederung, damit der Interessent die Anzahl Ihrer Berufstätigkeiten bequem überschauen kann.
  5. Persönliche Qualifikationen Füllen Sie nicht alle Felder aus! Setzen Sie in jedem Stellengesuch Schwerpunkte! Reflektieren Sie Ihr Berufsbild und die angestrebte Stelle und entscheiden Sie, inwieweit ein Kriterium von Belang für die auszuübende Tätigkeit ist! Antworten Sie stets wahrheitsgemäß und reflektieren Sie jedes neue Kriterium auf Ihre beruflichen Prioritäten und Fähigkeiten hin. Es bringt Ihnen und dem Interessenten wenig, wenn Sie so oft ein „sehr gut“ abhaken, so dass Ihnen keine Steigerungsmöglichkeit für Ihre ganz besonderen Stärken mehr bleiben.
Wenn Sie diese Regeln beherzigen, heißt es nur noch: Unterlagen bereit halten. Denn in der Regel werden Sie gebeten, Ihre Bewerbungsunterlagen nachzusenden: Entweder direkt per E-Mail oder per Post. Dann sollten Sie schnell reagieren können. Sofern direkt ein Vorstellungstermin vereinbart wird, bringen Sie eine Bewerbungsmappe zum Gespräch mit.

Auswahl von Job-Börsen mit Online-Stellengesuch-Datenbanken

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Stellenanzeigen: Traumtyp gesucht …

Liest man sich Stellenanzeigen durch, kann man schnell das Gefühl bekommen, hier werden Supermann oder Superfrau gesucht: hervorragender Universitätsabschluss in der Regelstudienzeit, Praktika, am Besten im Ausland absolviert, Fremdsprachenkenntnisse und ein IT-Profi soll man auch noch sein. Außerdem werden Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Durchsetzungskraft und Stressresistenz verlangt. Doch keine Angst vor einer Bewerbung! Unternehmen haben halt Vorstellungen von ihrem „Traumtypen“ und formulieren entsprechende Anforderungen in ihren Stellenanzeigen. Die Kunst bei der Interpretation der Gesuche besteht darin, den Spielraum zwischen Muss- und Kann-Anforderungen zu entdecken. Wo finde ich Stellenanzeigen? Zunächst müssen Sie Stellenanzeigen finden, die für Sie infrage kommen. Da ist natürlich zum einen das Internet: Zahlreiche Online-Jobbörsen bieten freie Stellen, und auch die meisten Unternehmen verfügen mittlerweile über eigene Karriere-Websites, auf denen Sie sich über aktuelle Stellenangebote informieren können. Sowohl die Jobbörsen als auch viele der meist großen Unternehmen haben Apps im Angebot, mit denen Sie schnell auf neue Anzeigen aufmerksam gemacht werden. Alternativ können Sie bei vielen Arbeitgebern Jobletter abonnieren: Newsletter, die per E-Mail über offene Stellen informieren. Auch wenn Sie viel im Imternt unterwegs sind, vernachlässigen Sie nicht die klassischen Printmedien. Ihr erster Weg führt Sie also zur Auswertung von Tageszeitungen und Wochenzeitschriften. Als Erstes stechen Ihnen dabei die großen Anzeigen namhafter Unternehmen ins Auge, doch werfen Sie auch einen Blick in die Textanzeigen. So mancher interessante Job mag sich in der unscheinbaren „Bleiwüste“ verbergen. Für Sie als Hochschulabsolvent unverzichtbar sind zudem die zahlreichen Absolventen-Publikationen, die Sie meist kostenlos an Ihrer Hochschule oder auf Rekrutierungsmessen erhalten. In den karriereführer-Publikationen zum Beispiel finden Sie Unternehmen, die über das ganze Jahr Absolventen in großer Zahl benötigen. Oftmals haben Sie hier auch den Vorteil, dass Unternehmen viel von sich preisgeben, indem sie sich rege an redaktionellen Themen beteiligen. In den Jobbörsen im Internet (z. B. Jobware) verläuft die Suche in zwei Richtungen: Zum einen suchen Unternehmen unter den eingegebenen Lebensläufen passende Kandidaten, zum anderen stellen sie selbst konkrete Personalanzeigen ein. Ihr Profil sollte natürlich aussagekräftig sein. Nicht vergessen sollten Sie die diversen Fachzeitschriften, in denen Sie ganz gezielt nach Stellenangeboten fahnden können – wie etwa in der W&V als Werbeprofi. „Klassische“ Stellenanzeige oder Personalimage-Insertion? Neben „klassischen“ Stellenanzeigen begegnen Ihnen auch so genannten Personalimage-Insertionen der Unternehmen, die wenig konkrete Sachinformationen der Unternehmen enthalten. Oft stehen Ansprechpartner mit Anschrift, Telefonnummer und E-Mail in der Anzeige. Wenn Sie das Unternehmen interessiert, rufen Sie auf jeden Fall an und informieren Sie sich über die angebotenen Programme oder Stellen. Aufbau der klassischen Stellenanzeige Normalerweise ist eine Stellenanzeige folgendermaßen aufgebaut:
  • Informationen zum Unternehmen
  • Informationen zur Position und zum Aufgabengebiet
  • Anforderungen an den Bewerber/die Bewerberin
  • Informationen zum Bewerbungsverfahren und zum Umfang der gewünschten Unterlagen
Schauen Sie sich die Anzeige auch vom Stil her an: Was sagt sie Ihnen über die Unternehmenskultur? Wird ein sachlicher Ton angeschlagen, oder kommt das Unternehmen locker-flockig daher? Werden Männer und Frauen gleichermaßen angesprochen? Auf welche Eigenschaften wird besonderer Wert gelegt, und welche Formulierungen werden benutzt? Was spricht Sie von an der Anzeige an? „Klassische“ Anforderungen Haben Sie nun die eine oder andere vielversprechend klingende Stellenanzeige gefunden, geht es nun zum nächsten Schritt: die genaue Interpretation. Nach Ihrer Selbstanalyse (Wer bin ich? Was kann ich?) sollten Sie genau wissen, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen. Nun müssen Sie sich mit den Vorstellungen des Unternehmens auseinandersetzen:
  • Welche Hard Skills und Soft Skills wünscht sich das Unternehmen von einem erfolgreichen Kandidaten?
  • Welche Kenntnisse sollen Sie mitbringen, über welche Fähigkeiten sollten Sie idealerweise zusätzlich verfügen?
  • Welche Ausbildung wird vorausgesetzt?
  • Auf welchen (Arbeits-)Gebieten sollen Sie sich auskennen?
  • Welche Branchenerfahrungen werden verlangt?
Der Wille zum Lernen Diese „klassischen“ Anforderungen sollten mit Ihrem Profil übereinstimmen. Für Hochschulabsolventen besteht jedoch auch ein gewisser Spielraum, denn Sie haben durch ihr Studium gezeigt, dass sie lernen und sich erforderliche Qualifikationen schnell aneignen können. Dass hingegen eine Bewerbung als Anglist auf eine Stelle als Entwicklungsingenieur wenig Erfolg versprechend ist, versteht sich von selbst. Schauen Sie sich genau an, was Sie während Ihres Studiums geleistet haben. Dazu gehört nicht nur, dass Sie Ihr Studienfach mit Differenzierungen herausstellen. Überprüfen Sie auch, ob Sie Ihre Praktika oder studienbegleitende Tätigkeiten als erste Berufserfahrungen vermitteln können. Parlez-vous „ausländisch“? Fremdsprachenkenntnisse sind in unserer globalisierten Wirtschaft unerlässlich. Englisch wird in der Regel vorausgesetzt, oft auch gute Kenntnisse wenigstens einer weiteren Fremdsprache. Wenn in der Anzeige von „verhandlungssicheren Englischkenntnissen“ die Rede ist, reicht das Abiturwissen nicht aus. Sollten Ihre Fähigkeiten in der letzten Zeit etwas eingerostet sein, machen Sie deutlich, dass Sie sich um Abhilfe bemühen, zum Beispiel durch einen Kurs für Business-Englisch. IT-Profis gesucht? Dass Sie sich als Hochschulabsolvent mit den gängigen Anwendungsprogrammen auskennen, wird von Ihnen erwartet – und zwar in so gut wie jedem Job. Bewerben Sie sich hingegen im IT-Bereich und werden Kenntnisse verlangt, über die Sie zum Zeitpunkt Ihrer Bewerbung nicht verfügen, verweisen Sie ruhig auf Ihre Fähigkeit, sich in neue Sachverhalte schnell und gründlich einzuarbeiten. Das sollten Sie anhand eines schlüssigen Beispiels illustrieren können. Soft Skills nachweisen durch Hard Facts In Stellenanzeigen ist viel von Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Frustrationstoleranz die Rede. Doch wie können Sie diese Fähigkeiten in Ihrer Bewerbung untermauern? Versuchen Sie, die sogenannten Soft Skills, also Ihre sozialen Kompetenzen, anhand konkreter Beispiele darzustellen, zum Beispiel: „Als regelmäßige Betreuerin bei Ferienfreizeiten des Jugendrotkreuzes habe ich gelernt, im Team zu arbeiten.“ Was ist Muss, was ist Kann? Wichtig ist, dass Sie lernen, genau zu unterscheiden, was für das Unternehmen unabdingbare Voraussetzungen für die Position sind und bei welchen vom „Traumtypen“ abgewichen werden kann. Achten Sie auf Formulierungen wie … “ … vorausgesetzt … “ “ … nur berücksichtigt, … “ “ … unabdingbar … “ Dies können Sie als Muss-Anforderungen interpretieren. Wenn Sie die Muss-Anforderungen nicht erfüllen, sparen Sie sich die Zeit und das Geld für eine Bewerbung! Kann-Qualifikationen wünscht sich ein Unternehmen. Diese sehen folgendermaßen aus: “ … wären Voraussetzungen … “ „Idealerweise … “ “ … wären von Vorteil … “ “ … wünschenswert … “ Wenn Sie die Muss-Anforderungen erfüllen und vielleicht das ein oder andere Bonbon bei den Kann-Qualifikationen anzubieten haben, machen Sie sich ran an Lebenslauf und Anschreiben!

Partner Personalmesse

So vielfältig die Konzepte und Anbieter sind: Im Grunde verfolgen alle Recruitungveranstaltungen ein Ziel: Sie wollen Forum für Personalsuchende und Berufseinsteiger sein und gegenseitige Kontaktmöglichkeiten schaffen. Kennenlernen am Messestand Veranstalter von Bewerbermessen, die bis zu 400 Unternehmen aus verschiedenen Branchen präsentieren, bedienen eine breite Zielgruppe. Andere setzen bewusst auf die Ansprache von Absolventen ausgewählter Fachrichtungen. Die Präsentation der Arbeitgeber ist jedoch immer das A und O: Mit zum Teil aufwändig gestalteten Messeständen preisen sich Unternehmen als attraktive Arbeitgeber  an und buhlen mit der Konkurrenz um die Besten unter den Besuchern. Personalchefs und ihre Mitarbeiter erwarten Bewerber zum ersten Gespräch über allgemeine Einstiegsmöglichkeiten, konkrete Anforderungen an das Bewerberprofil, über Jobs, Karrieren und Gehälter. Nicht selten wird anschließend ein weiteres Gespräch vereinbart. Hin und wieder soll ein Bewerber, so hört man, sogar mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche den Heimweg angetreten haben. Vorbereitung ist das A und O Eine umfangreiche Recherche zu den teilnehmenden Unternehmen gehört zur Vorbereitung für den Besuch einer Personalmesse. „Wer wird da sein, und wer hat mich schon immer als Arbeitgeber interessiert?“ sind Fragen, die Sie mit einem Klick auf die Webseiten der Messeveranstalter klären können. Infos über Einstiegsprogramme oder offene Jobs eines bestimmten Unternehmens finden Sie ebenfalls häufig im Internet. Mit diesem Vorwissen belegen Sie beim persönlichen Gespräch Ihr Interesse an einer Anstellung und sammeln Pluspunkte bei Ihrem Gegenüber. Lebenslauf im Handgepäck Der Lebenslauf gehört in ausreichender Stückzahl ins Gepäck, sodass Sie ihn jedem Gesprächspartner im Anschluss an eine erfolgreiche Unterhaltung überreichen können. Einige Personaler vertiefen sich auch schon während der Unterredung in die Unterlagen eines Bewerbers, um an bestimmten Stellen nachfragen zu können. Zeugnisse und Referenzen sind bei Personalmessen nicht zwingend erforderlich – Sie können Sie auf Anforderung nachreichen. Veranstaltungskonzepte Einige Veranstaltungen erfordern eine vorherige Anmeldung und sind spontanen Besuchern verschlossen. Es ist hier durchaus üblich, dass Sie Ihre Bewerbungsunterlagen vorab beim Veranstalter einreichen müssen. Dieser vergleicht die eingehenden Bewerberprofile mit der Beschreibung der Wunschkandidaten, die er von den Unternehmen erhalten hat, und vermittelt bereits im Vorfeld ein Gespräch zwischen den Idealbewerbern und den Personalverantwortlichen. Das ermöglicht beiderseits eine intensive Gesprächsvorbereitung und kommt an ein echtes Vorstellungsgespräch schon nahe heran. Je nach Bewerberlage kann es sein, dass eine Vorauswahl getroffen wird und nur die besten Bewerber eine Einladung zur Personalmesse erhalten. Andere Veranstalter geben lediglich einen Rahmen vor, in dem sich Bewerber wie Unternehmen flexibel und individuell bewegen können. Das ermöglicht auch unverbindliche Treffen mit kurzentschlossenen Besuchern der Messe oder mit Quereinsteigern, die bei einer Vorauswahl vielleicht durch das Raster mancher Einladungskriterien gefallen wären. Die Unternehmensvertreter stehen am Veranstaltungstag allen Besuchern an ihren Messeständen für Karrieregespräche zur Verfügung, eine Anmeldung hierfür ist nicht erforderlich. Veranstalter von Bewerbermessen:

Leichter getan als gesagt?

Sei es im Vorstellungsgespräch bei einer Präsentation oder auf einer Konferenz: Der Kommunikativere gewinnt. Worauf es beim sprachlichen Auftritt ankommt, weiß Rhetoriktrainerin Cornelia Topf. Von Anne Thesing

Cornelia Topf, Foto: metatalk
Cornelia Topf, Foto: metatalk
Dr. Cornelia Topf ist Geschäftsführerin der Unternehmensberatung metatalk in Augsburg. www.metatalk-training.de
Auf ihr Vorstellungsgespräch hat sich Barbara ausgiebig vorbereitet. Sie kennt die Antworten auf alle Standardfragen und hat sich bestens über das Unternehmen und die ausgeschriebene Position informiert. Auch eigene Fragen hat sie sich überlegt. Es kann also losgehen. Doch am entscheidenden Tag läuft alles schief: Sie nimmt verschüchtert im Gesprächszimmer Platz, verschüttet das ihr angebotene Glas Wasser und verhaspelt sich, sobald sie zu Wort kommt. Ein anderes Vorstellungsgespräch, ein anderer Bewerber: Lars geht relativ unvorbereitet ins Interview, betritt lässig den Raum und erzählt dem Personaler alles, was es Interessantes über ihn zu erzählen gibt: Von seinen Stärken berichtet er, von seinen Erfolgen und seinen Erwartungen. Nach dem Gespräch ist er überzeugt, einen guten Eindruck hinterlassen zu haben. Nur eins wundert ihn: Über die Position und das Unternehmen hat er kaum etwas erfahren. Erst jetzt fällt ihm auf, dass er dem Personaler zu oft ins Wort gefallen ist. Beide Situationen zeigen: Angemessenes Verhalten will gelernt sein. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Kommunikation. Sie kann in Seminaren und in alltäglichen Situationen trainiert werden. Sprache und ihr Mittelmaß „Es gibt kein Gen für Rhetorik“, meint die Augsburger Rhetoriktrainerin Cornelia Topf und nimmt damit all denen den Wind aus den Segeln, die behaupten, Kommunikationsfähigkeit sei „angeboren“. Sogar ein selbstbewusster Charakter wie Lars begeht kommunikative Fehltritte, weil er es nicht besser weiß. Während Barbara keine Worte findet, findet er zu viele. Sie tritt zurückhaltend auf, er zu forsch. „Natürlich sollte man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Aber alle, die zu dick auftragen, wirken unsympathisch“, meint Cornelia Topf. Um das gesunde Mittelmaß zu finden, ist es sinnvoll, sich näher mit dem Thema Rhetorik zu befassen. „Viele meiner Seminarteilnehmer wollen lernen, wie sie andere Leute über den Tisch ziehen können. Doch genau das ist Rhetorik nicht“, betont die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin. „Rhetorik heißt, gut und zielgerichtet mit der gesprochenen Sprache umzugehen. Kurz, knapp, knackig, klar und überzeugend zu reden.“ Dabei spielt der Gesprächspartner eine wichtige Rolle. „Ein überzeugender Rhetoriker muss gut beobachten können. Nur so kann er beurteilen, wie die anderen auf seine Worte reagieren, und die eigene Sprache darauf einstellen.“ Sprache und Erfolg In ihren meist firmeninternen Seminaren, hilft die Trainerin den Teilnehmern, rhetorisch sicher aufzutreten. Denn gute Kommunikation ist nicht nur für das Vorstellungsgespräch wichtig, sie ist eine Voraussetzung für beruflichen Erfolg. „Wer Karriere machen will, muss relativ häufig ‚hier‘ rufen – zum Beispiel, um den Auftrag für ein bestimmtes Projekt zu erhalten. Und da andere Clevere auch ‚hier‘ rufen, kommt meist der Kommunikativere besser an – und erhält den Auftrag“, weiß sie und verweist auch auf Empfänge, Mitarbeitergespräche und Geschäftsessen. In all diesen Situationen hat der Kommunikativere bessere Chancen. „Heute wird niemand mehr entdeckt, der im Verborgenen brütet und den Mund nicht aufkriegt“, warnt Cornelia Topf. Daher sollte sich jeder bemühen. Selbst wenn es Menschen wie Lars leichter und solchen wie Barbara schwerer fällt: „Verbessern kann sich jeder. Rhetorik ist ein Handwerk. Die richtige Anwendung der Werkzeuge kann man lernen und trainieren.“ Sprache und Ihre Macken Für das Erlernen bietet sich ein Rhetorikseminar an, doch die eigentliche Arbeit – das Training – beginnt erst nach dem Seminar. Erst dann kann man ganz konkret an seinen Stärken und Schwächen arbeiten. Zum Beispiel in täglichen Gesprächen, bei Auftritten und Präsentationen. „Diese Situationen machen vielen ungeübten Menschen große Angst. Umso wichtiger ist es, sich diesen Situationen zu stellen. Am besten bitten Sie eine Person des Vertrauens darum, Ihnen anschließend ein ehrliches Feedback zu geben.“ Denn die eigenen Macken – sei es das lästige „äh“ oder die Angewohnheit, jeden Satz verunsichert mit einem Fragewort ausklingen zu lassen – fallen einem selbst am wenigsten auf. „Auch Menschen mit körpersprachlichen Marotten, zum Beispiel Mädels, die ständig an ihrem Fingerring drehen oder sich ihre Locken um die Finger wickeln, muss man erst auf ihre schlechten Angewohnheiten aufmerksam machen“, meint Cornelia Topf. Sprache und Körper Körpersprache und Rhetorik lassen sich kaum voneinander trennen: „Wie trete ich auf und wie stimmt das, was ich sage, mit meiner Körpersprache und mit meiner Kleidung überein?“ Diese Fragen sollte sich jeder stellen, bevor er in ein wichtiges Gespräch geht. Auch Gestik und Mimik können eine Situation beeinflussen. Gerade beim Vorstellungsgespräch ist es wichtig, Blickkontakt zum Gesprächspartner aufzunehmen. „Wenn Sie beim Reden über sich selbst das Muster im Teppichboden studieren oder Inspiration draußen im Grünen suchen, wirken Sie unsicher und inkompetent“, weiß die Trainerin. Auf der sprachlichen Ebene hält sie die Modulation für wichtig: „Wer sehr monoton, immer in der gleichen Geschwindigkeit und mit der gleichen Lautstärke spricht, wirkt wie eine Schlaftablette.“ Vor ihrem nächsten Interview simuliert Barbara zusammen mit ihrer Kommilitonin Vorstellungsgespräche. Dank dieser Übung wird ihr Auftritt von Mal zu Mal sicherer. Lars entscheidet sich nach der Job-Absage für ein Rhetorikseminar. Hier wird er sich seiner Stärken und Schwächen bewusst und lernt, besser auf seine Gesprächspartner einzugehen. So verbessern beide ihre Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg.

Aufgeblitzt!

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Von Heike Jüds und Anne Thesing Nur Bewerber, die beim Vorstellungsgespräch positiv „aufblitzen“, haben Erfolgsaussichten. Vorausgesetzt, ihr Glanz ist von Dauer. Doch worauf kommt es in den ersten Sekunden und Minuten an? Diese Frage stellte der karriereführer den Personalern Nina Eberlein, Axel Kersten, Anja Kiehne-Neuberg und Thomas Teetz. Worum geht es im Vorstellungsgespräch? Axel Kersten, SAP AG: Es geht darum, den ersten guten Eindruck aus den Bewerbungsunterlagen zu konsolidieren. Nina Eberlein, IKEA Deutschland GmbH & Co. KG: Wenn wir einen Bewerber zum Interview einladen, möchten wir herausfinden, ob wir zusammen passen. Das persönliche Treffen gibt den entscheidenden und viel zitierten ersten Eindruck. Anja Kiehne-Neuberg, Kaufhof Warenhaus AG: Im Bewerbungsgespräch hat der Bewerber zum ersten Mal die Gelegenheit, seine Persönlichkeit einzubringen. Was spielt sich in den ersten Momenten ab? Nina Eberlein: Die ersten Minuten sind für beide Seiten besonders spannend. Je nach Typ sind Bewerber mehr oder weniger nervös. Wir finden das menschlich. Mein Tipp: Versuchen Sie, möglichst unverkrampft mit dieser Situation umzugehen. Einmal tief durchatmen kann Wunder bewirken. Thomas Teetz, Deutsche Postbank AG: Innerhalb dieser ersten Sekunden bilden wir uns eine Meinung über eine bislang unbekannte Person. Obgleich man in dieser kurzen Zeit nur die Oberfläche erfassen kann, bestimmt diese erste Wahrnehmung sehr oft nachhaltig den Gesamteindruck. Worauf achten Sie in den ersten Minuten? Anja Kiehne-Neuberg: Neben pünktlichem Erscheinen und einem gepflegten äußeren Erscheinungsbild achten wir vor allem auf das Verhalten, die Umgangsformen und die Äußerungen des Bewerbers. Die Art des Händedrucks, die Intensität des Blickkontaktes sowie die Worte bei der Begrüßung lassen erste Rückschlüsse auf Selbstbewusstsein, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit zu. Gestik und Mimik unterstreichen den Eindruck. Weiteren Aufschluss gibt die Gesprächsbereitschaft des Kandidaten. Axel Kersten: Wir legen vor allem Wert darauf, dass die Persönlichkeit und das Auftreten des Bewerbers zum Unternehmen passen. Nina Eberlein: Der Gesamteindruck sollte stimmen und authentisch sein – sei es im Anzug oder im Poloshirt. Äußerlichkeiten wie Schuhe oder Kleidung sollten neu genug sein, um einen guten Eindruck zu machen, und alt genug, damit Sie sich wohlfühlen. Authentizität ist also wichtig? Axel Kersten: Ja. Versuchen Sie nicht, sich und Ihre Persönlichkeit zu verstellen. Das funktioniert ohnehin nicht und Sie tun damit weder dem Unternehmen noch sich selbst einen Gefallen: Schließlich sollen ja nicht nur Sie zum Unternehmen passen, sondern auch das Unternehmen zu Ihnen. Der erste Eindruck stimmt. Was passiert dann? Thomas Teetz: Karriere macht man nicht an einem Tag. Vielmehr sind Karrieren das Resultat wiederholter positiver Eindrücke, die man bei Vorgesetzten und Kollegen hinterlassen hat. Bildlich gesprochen: Um Karriere zu machen, genügt es nicht, wie eine Sternschnuppe aufzublitzen und wenig später zu verglühen. Ein erster äußerer Eindruck mag noch so strahlend sein – wenn er nicht bestätigt wird, ist sein Glanz bald erloschen.
 
PERSONENANGABEN:
  • Anja Kiehne-Neuberg ist Leiterin des Bereichs Management- und Organisationsentwicklung der Kaufhof Warenhaus AG in Köln.
Nina Eberlein Nina Eberlein arbeitet im Personalmarketing von IKEA Deutschland in Hofheim-Wallau.
Thomas Teetz Thomas Teetz ist Leiter Personalmarketing bei der Deutschen Postbank AG.
Axel Kersten Axel Kersten arbeitet im Bereich Personalmarketing/Recruiting der SAP AG.
 
Mehr Information zum Thema Vorstellungsgespräch. Lesen Sie weitere Texte im karriereführer-Angebot zum Thema Bewerbung.

Interview mit dem Bewerbungsexperten Yate

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„… and the curtain goes up”

von Alexandra Lauff und Heike Jüds Ausgehend davon, dass der Arbeitsmarkt eine große Bühne ist, hat Martin John Yate, Autor des Ratgebers „Knock ‘em Dead“, zu deutsch: „Das erfolgreiche Bewerbungsgespräch“, zahlreiche Bewerbungstipps entwickelt. In seiner Muttersprache beschreibt Yate der karriereführer-Redaktion seine Bewerbungsphilosophie und wie er zum Karriere-Experten wurde. In your book „Knock ´em dead“ you paraphrase Shakespeare by saying „All the employment world is a stage…“ Why do you compare a job-interview with theatre? They are both performances. In pursuing a professional career we all develop new behaviours and ways of dealing with people and situations. Remember the first day on your first job you go to get coffee and there’s a sign behind the machine „Your mother doesn’t work here, clean up after yourself.“ We all had this or a similar experience that led us to an awareness of the need to develop a professional behaviour profile. In the book I talk extensively about these professional behaviours that all employers seek and how to recognize and package them. It is necessary in a job hunt to identify what the buyer is going to want to buy and to package what we have to offer appropriately. Once readers discover what it is that employers want to hear about they usually realise they have plenty of good things to say without telling untruths. Or is it rather a boxing match? No. The job hunting and interview process is not about confrontation and conflict, it is about building bridges of communication between people and establishing common ground. In the first section of your book the advises you give (e.g. clothing, appearance or posture) do have quite a satirical touch. What was your intention by doing so? I assume everyone who reads my work is an intelligent professional wanting to get ahead. They have come to me because I have special knowledge for a special situation. The subject matter of career management is normally something barely fun to read. Consequently I let my 28 years in the US combine with growing up for 22 in the UK. The result is a somewhat dry sense of humor. I like the thought of my readers getting a chuckle every few pages. I’m really happy to hear that some of the humour is coming through in translation, this is exciting. What are rather „shy“ people supposed to do in an interview to have a chance for getting the job at all? We are all nervous about interviews because we feel ourselves to be on trial, and it is easy to interpret the lack of a job offer as a rejection of ourselves as people. But we probably just didn’t package those professional aspects of ourselves in ways that the interviewers could understand. Understanding the professional behaviours that all employers desire and coming up with illustrations of us using these behaviours at work, allows just about anyone to show themselves in a good light without sounding like a ’snake oil salesman.“ Job interviews in Germany are not yet as tough as the ones in the US. Have you meant to set an international trend with your book? I was raised in UK to age of 23 and then have spent the last 27 years in US. I came to US as an outsider and had to deconstruct their entire approach to life before I could make sense of it and have any hope of prospering. What I discovered was a completely open, direct and practical approach to life, very different from the old Europe. I combined this with – I dare to say – the superior communication skills and manners we have in Europe.I wrote the first draft of „Knock ´em Dead“ on the basis of increasing globalisation of business that affects professional people everywhere. My work therefore doesn’t so much aim to set an international trend as to reflect an international need. Employers, whether they be in Bonn, London, New York, Sydney or Bangkok are all looking for conscientious professional employees. My work shows people what it is that employers want, so when they apply my advice they not only land jobs but have a great many new ways of getting ahead with their new employer. Do you think your instructions will still be valid in about five years? The advice has worked in many countries around the world for 17 years. I update the books every year in America, and foreign publishers are also able to update the work as often as they wish. The books work because the advice is practical and implementable. It will be valid five years and twenty five years from now, because my work is an ongoing process that responds to changes in the workplace. And as only the good die young I expect both me and the books to around for a good many years to come. Which negative issues have you personally experienced in interviews? I’ve experienced it all either personally or observed it from ringside seats. You don’t like everyone you meet, and neither do employers. That you weren’t hired for a particular job might be because of your accent or the way you comb your hair, but more often than not it is because someone else was better prepared and possibly also more qualified for that particular position. Have positive experiences from interviews considerably contributed to your career? We learn more from our mistakes than from our successes. Identify the weakness and turn it into a strength. In your opinion, what exactly characterises you as career expert? I have an unusually comprehensive understanding of the job hunting and career management world, afterall it has been my career for almost thirty years. I was a world class executive recruiter, a trainer of headhunters on an international basis, head of personnel for a major technology company, head of training for a huge employment company. I am active in my professional community and a member of numerous professional associations (as everyone should be In order to keep oneself connected professionally). Apart form this and my ten books on career management issues I also consult with senior level executives in transition and Interestingly recently helped an executive based in Düsseldorf, organise and execute two simultaneous job hunts, one in Germany and one in North Eastern US.After so many years I know a lot of people in the career related professions around the world, many colleagues and many friends. This is what I do, this is what I think about because this has become the way I can best make a difference with my presence on this earth.
Martin John YateMartin John Yate hält Karriere-Seminare in den USA, Canada, Mexico, UK, Australien, Neuseeland und Afrika. Sein Buch Buch: „Knock ‘em Dead” wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und ist seit Jahren ein internationaler Bestseller. In Deutschland ist es unter dem Titel „Das erfolgreiche Bewerbungsgespräch” erschienen. Sein Motto: „One simple rule I have in writing: there has to be something practical on every page that every reader can put to work for their benefit today.”
 
Mehr Information zum Thema Vorstellungsgespräch. Lesen Sie weitere Texte im karriereführer-Angebot zum Thema Bewerbung.