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Zur Kenntnis: AeroMobil 3.0

„Wir planen damit, ab 2016 oder 2017 in Serie zu gehen“, sagt Juraj Vaculík. Der Mann aus der slowakischen Hauptstadt Bratislava ist Chef der Firma AeroMobil, die ein Auto entwickelt, das auch fliegen kann. Aufgezeichnet von: Fred Blumenthal

Hinter der technischen Innovation steht eine romantische Idee aus der Zeit, als Bratislava als Teil der CSSR noch hinter dem eisernen Vorhang lag und die Reisefreiheit eingeschränkt war: „Wir dachten: Wie schön wäre es, einfach mit einem fliegenden Auto über die Donau zu schweben, frei wie ein Vogel?“, erinnert sich Vaculík. Damals war das ein Traum. Heute steht das Unternehmen kurz davor, ihn Wirklichkeit werden zu lassen.

Der technische Kopf hinter dem AeroMobil heißt Štefan Klein, Ingenieur und Designer, dazu noch Leiter des Instituts für Transport-Design an der Hochschule der Bildenden Künste in Bratislava. Auch er lebt den Traum vom fliegenden Auto schon lange: Als Junge hat er mit seinem Großvater und Vater erste Ideen entwickelt. Konkret wurde es dann Mitte der 1990er-Jahre, als er in der heimischen Werkstatt den ersten Prototypen AeroMobil 1.0 entwickelte. Das Vehikel sah schon damals faszinierend aus, doch die technische Reife erreichte einige Jahre später erst das Modell 2.5, das dann tatsächlich auch schon abheben konnte. Die aktuelle Version trägt die Nummer 3.0. Es ist noch immer ein Prototyp, aber einer, der einem Serienmodell schon recht nahe kommt, wie Štefan Klein sagt.

Das AeroMobil ist sechs Meter lang und wird von einem handelsüblichen Standardmotor für Leichtflugzeuge angetrieben, dem Rotax 912. Der Motor schluckt Super-Benzin und braucht in der Luft für einhundert Kilometer acht Liter Benzin. Die Karosserie besteht aus leichtem, aber stabilem Carbon. Per Knopfdruck kann man die Flügel ausfahren, dann wird aus dem schnittigen Sportwagen ein Flugzeug. Geht in der Luft etwas schief, bietet ein Fallschirmsystem Sicherheit. Der technische Kniff beim Antrieb: Beim Wechsel vom Auto in den Flugbetrieb ändert sich der Angriffswinkel der Motorkraft. Statt horizontal wirkt die Kraft dann vertikal – und das AeroMobil hebt mit zusätzlicher Hilfe eines Propellers am Heck ab. Dafür benötigt es keinen Flugplatz mit asphaltierter Startbahn: Eine Wiese mit 200 Meter langem Anlauf reicht aus. Für die Landung sind sogar nur 50 Meter nötig. In der Luft erreicht das fliegende Auto dann eine Geschwindigkeit von bis zu 200 Stundenkilometern.

Derzeit testet Klein, wie das AeroMobil auf starke Winde und andere schlechte Wetterbedingungen reagiert. Auch geklärt werden muss noch, in welcher Klasse das Auto auf der Straße und in der Luft zugelassen wird. Aber im Unternehmen ist man optimistisch, dass diese Probleme gelöst werden können: Wer ein Auto zum Fliegen gebracht hat, der lässt sich auch von bürokratischen Hürden nicht mehr abschrecken.

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