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Usability als Ansporn

Das Thema benutzerfreundliche Software wird immer wichtiger. Künftig steht nicht mehr die Maximierung der Funktionalitäten im Vordergrund der Entwicklung von Software, sondern deren Nutzerfreundlichkeit. Dies hat auch Auswirkungen auf die Arbeit von Ingenieuren. Von Prof. Dr. Hans-Georg Hopf, Leiter Usability Engineering Centers an der Technischen Hochschule Nürnberg

Die Journalistin Sybille Herbert hat ein Buch mit dem Titel „Bin ich zu blöd“ veröffentlicht. Die Kurzbeschreibung beginnt mit dem Statement: „Der Alltag wird immer komplizierter, die Welt wird unbedienbar.“ Sybille Herbert trifft mit dieser Feststellung den Nerv vieler Menschen. Die Bedienung von Produkten, insbesondere auch von Software-Produkten wird oft zum Problem: Die Gebrauchstauglichkeit oder auch Nutzerfreundlichkeit vieler Produkte lässt deutlich zu wünschen übrig!

Diese sogenannte Usability wird immer wichtiger: Immer mehr erfahren wir im täglichen Leben, dass wir von Dienstleistern in die Pflicht genommen werden, in ihr Dienstleistungsgeschäft eingebaut werden, zum Beispiel von ihnen über ein Internetportal selbst einen Teil einer Dienstleistung übernehmen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Entwicklung im E-Banking, bei Online-Shops oder bei Online-Bewerbungsportalen: Wir pflegen unsere Daten für diese Unternehmen, scannen Dokumente ein und stellen sie in das Unternehmensportal ein, und holen unsere Post, Kontoauszüge, Rechnungen oder Bescheide im Internetportal des Unternehmens ab. In Online-Portalen übernehmen wir Aufgaben, die früher beim Unternehmen lagen. Solche Anwendungen müssen für den Kunden so einfach und intuitiv bedienbar wie möglich gestaltet werden.

Gebrauchstauglichkeit ist damit nicht nur im Interesse der Nutzer. Es liegt auch im wirtschaftlichen Interesse der Hersteller, Hürden in der Gebrauchstauglichkeit aus dem Weg zu räumen: Der Benutzer soll das richtige Bedienelement zum richtigen Zeitpunkt schnell finden können, seine Ziele zufriedenstellend mit dem Werkzeug erreichen, vielleicht sogar eine gewisse Freude in der Benutzung empfinden. Die Anwendung soll zum Erlebnis werden. Mit Methoden des Usability Engineering können Hersteller diese Anforderungen umsetzen und ihren Produkten neue Marktchancen erschließen. Gebrauchstauglichkeit und Nutzererlebnisse sollten möglichst früh im Entwicklungsprozess berücksichtigt und durch geeignete Methoden in multidisziplinären Teams umgesetzt werden. Ingenieure, Softwareentwickler, Psychologen und Designer müssen gemeinsam eine optimale Lösung finden und hierfür auch eine entsprechende zielführende und effiziente Kommunikation führen.

Dies ist eine echte Herausforderung für alle Beteiligten, da die unterschiedlichen „mentalen Modelle“ beim Erarbeiten von multidisziplinären Lösungen aufeinanderprallen und man lernen muss, auch fachliche Argumente der anderen Disziplin bei der Konstruktion einer Lösung zu bedenken, die man selbst als nicht so gewichtig einschätzt.

Linktipp

Berufsverband der Deutschen Usability und User Experience Professionals:
www.germanupa.de

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