In 48 Stunden die Welt verändern

Foto: Jan Drechsler
Foto: Jan Drechsler

Verteiler: Angehende Ingenieure
CC: Kreative Köpfe
Ort: TU Dresden und weitere 119 Orte weltweit
Datum: August 2014
Aufgezeichnet von: Cindy Ullmann, Projektkommunikation Zukunftskonzept, TU Dresden
Infos zum Global Service Jam: www.servicedesigndresden.de

Freitag, 18 Uhr: An der Technischen Universität Dresden warten 50 kreative Köpfe gespannt auf die Verkündung des geheimen Mottos des Global Service Jams 2014. Als die Videobotschaft den Grundriss eines Würfels zeigt, herrscht überraschte Stille, dann ist vereinzelt Lachen zu hören.

Vom 7. bis 9. März 2014 war also ein Würfel für 1500 Jammer an 120 Orten weltweit Ausgangspunkt und Inspiration für neue Service-Ideen. Der Global Service Jam animiert seit 2011 Menschen auf allen Kontinenten, sich über neue Dienstleistungen Gedanken zu machen und ein besseres Leben vorzudenken. In Dresden fand der Global Service Jam bereits zum zweiten Mal statt. Dieses Jahr kamen am Zentrum für Synergie-Entwicklung (ZSE) der TU Dresden Designer, Produkt- und Servicemanager, Softwarearchitekten sowie Forscher und Wissenschaftler für ein Wochenende zusammen, um gemeinsam originelle Ideen zu ganz alltäglichen Problemen zu entwickeln. Das an der TU Dresden angesiedelte Forschungsprojekt WINIMIS zur Erforschung von Weiterbildungsformaten rund um das Thema Innovationsmanagement war Gastgeber und kooperierte eng mit den Dresdner Unternehmen T-Systems MMS, queo und ujamii.

Samstag, 9 Uhr: Angeleitet von den Organisatoren geht es mit viel Energie an die Ausformung der Ideen. Getreu dem Motto „Machen statt Reden“ produzieren die Jammer mit Lego-Steinen, Haftnotizen und anderen Materialien Prototypen. Um ihre Entwürfe zu verbessern, tauschen sich die Dresdner Teams mehrmals mit Jammern aus Klaipeda in Litauen aus. Ein Team entwickelte unter dem Namen „Re-Pack“ ein Pfandsystem für Verpackungen, um Plastikbeutel und anderen Verpackungsmüll zu vermeiden. Bei einem Einkauf im Supermarkt können gegen Pfand verschieden große Boxen – und hier ist die Verbindung zum Würfel – ausgeliehen werden, die auf einem leeren Einkaufswagengestell platziert werden. An der Kasse werden die Boxen direkt auf das Band gestellt und anschließend im Auto verstaut – alles ohne lästiges Aus- und Umpacken der Lebensmittel. Beim nächsten Einkauf können die Boxen wiederverwendet oder abgegeben werden – ein nachhaltiger und umweltschonender Service.

Weltweit wurden nach den Grundprinzipien des Service Design Thinking, einer kreativen Arbeitsweise zur Entwicklung neuer Dienstleistungsideen, 530 Ideen entwickelt. Alle Ergebnisse werden auf der Webplattform „Planet Jam“ gesammelt. Nach dem Jam verbleiben die Ideen mit einer Creative Commons-Lizenz auf der Plattform.

Sonntag, 18 Uhr: Die Dresdner Jammer blicken zufrieden auf 48 Stunden kreative Arbeit, Spaß und Tüftelei zurück. Als Erkenntnis nehmen sie mit, dass neben der verrückten Idee häufig eine großartige Idee liegt. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, kann nächstes Jahr vom 27. Februar bis 1. März 2015 am Global Service Jam teilnehmen.