Die zukünftige Arbeitswelt für mehr Frauen in Führung gestalten

Foto: Fotolia/Bartkowski
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Liebe zukünftige Kolleginnen, der Fisch stinkt vom Kopf her – und was die Karrierechancen von Frauen in der Wirtschaft angeht, tut sich beim Kopf im Moment etwas. Konkret in Deutschlands Aufsichtsräten: Immer mehr Frauen werden in die Aufsichtsräte der 108 voll mitbestimmten Unternehmen berufen. Der Quote sei Dank.

Das 30-Prozent-Ziel liegt nicht mehr in weiter Ferne. Soweit so gut. Gehen wir auf die Vorstandsebene, sieht der Sachstand dann doch wieder anders aus. Laut DIW gab es Anfang 2016 nur 57 weibliche Vorstände in Deutschlands 200 größten Unternehmen (ohne Finanzsektor), was einer mageren Quote von 6,3 Prozent entspricht.

Von: Sabine Hansen, Personalberaterin bei Kienbaum
Gesendet: Dienstag, 10. Mai 2016, 11:32
Dringlichkeit: hoch
An: Junge Frauen, die sich für ihre Karrierechancen interessieren
Betreff: Die zukünftige Arbeitswelt für mehr Frauen in Führung gestalten

Wie Kienbaum in einer im März veröffentlichten Studie herausgefunden hat, geloben viele Unternehmen bis 2020 Besserung. Für den Vorstand haben die mitbestimmten Unternehmen sich eine Zielgröße von zwölf Prozent gesetzt. Für die erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands werden 24 Prozent angepeilt. Wie wollen die Firmen dahin kommen, diese Stellen mit qualifizierten Frauen besetzen zu können? Vornehmlich durch interne Förderung sowie familienfreundliche Arbeitsbedingungen und weniger durch Rekrutierung vom externen Markt.

Die Arbeitswelt wandelt sich, das liegt am digitalen und gesellschaftlichen Wandel und an Ihnen, der jungen Mitarbeitergeneration. Wer glaubt, die Generation Y strebt ob dieser Aussichten eine interne Karriere zum Vorstand an, wird durch Umfragen eines Besseren belehrt. Nur etwa jede dritte junge Frau wünscht sich eine leitende Stellung – und dann auch bitte schön in der Telekommunikations- und Medienindustrie sowie im öffentlichen Dienst, wie eine aktuelle Studie festgestellt hat. Immerhin noch 46 Prozent der jungen Männer können sich eine ebensolche Karriere vorstellen.

Gründe für die verhaltene Lust auf Karriere gibt es einige. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt für beide Geschlechter eine Rolle. Die Generation Y ist nicht bereit, alles für die Karriere zu opfern und Abstriche hinzunehmen. Soll langfristig die gezielte Förderung von Frauen von innen wirklich funktionieren, müssen sich die Unternehmen noch etwas einfallen lassen, um der Lebenswirklichkeit der Generation Y entgegen zu kommen. Mit dem reinen Ausbau von KiTa-Plätzen wird es dann nicht getan sein, um die Lust auf den Top-Job zu wecken.

Bei den Unternehmen genauso wie bei den Karrierestartern ist vieles im Wandel. Die Arbeitswelt von morgen wird deutlich anders aussehen als die von heute oder gestern, auch was den Anteil der Frauen in Führungspositionen angeht. Wie lange es dauern wird bis zur gleichen Teilhabe an Karrierechancen, liegt in den Händen der Unternehmen, der jungen Männer und der jungen Frauen.

Herzliche Grüße
Sabine Hansen
Director Kienbaum Executive Consultants GmbH
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