Sustainability 24 – Online-Podiumsdiskussion zur Nachhaltigkeit

Der Rahmen der „Sustainability 24“ ist vielversprechend: Eine 12-Stunden-Online-Übertragung von Podiumsdiskussionen, Debatten und interaktiven Frage-und Antwort-Sitzungen zur Nachhaltigkeit von Unternehmen und Ökonomie.

Green tec – grüne Innovationen

Gerade entdecke ich den Green Tec Award und komme aus dem Stöbern nicht mehr heraus: Wäschetrocknen mit Solarwärme, Foodsharing statt Wegschmeißen, ein Verfahren zur Reinigung von Straßenabwasser. Noch zwei Tage lang können die vorgestellten Innovationen und ihre Macher per Online-Abstimmung nominiert werden.

Film-Tipp: „Frohes Schaffen“

Seit gestern neu in den Kinos: „Frohes Schaffen – ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral“. Filmemacher Konstantin Faigle fragt konsequent und furchtlos nach dem Sinn hinter der Arbeit.

Wie wollen wir arbeiten?

Am 01. Mai ist Tag der Arbeit. Ein Feiertag, an dem ich zu Hause sein muss und nicht ins Büro gehen darf. Oder darf ich zu Hause bleiben und muss nicht zum Arbeiten ins Büro? Hm, vielleicht werde ich mich mit zwei Kannen Kaffee in meinen Schrebergarten verziehen und in der Hängematte unter dem blühenden Kirschbaum liegend darüber sinnieren, wie ich mir meine Arbeitswelt der Zukunft vorstelle und welche gesellschaftlichen Werte ich verwirklicht sehen möchte.

Was wichtig war: KW 17

Cover karriereführer ärzte 2013-14Du meine Güte, schon wieder eine Woche rum, und so viel gibt es noch zu berichten: Am vergangenen Montag erschien der neueste Sproß unserer karriereführer-Reihe, der karriereführer ärzte. Es fehlt an medizinischem Nachwuchs in Deutschland, zugleich wandern immer mehr Ärzte ins Ausland ab. Ändert sich nun der Medizinerberuf? In der gesamten E-Paper-Ausgabe des karriereführer ärzte könnt ihr kostenlos schmökern. Zwei Artikel daraus möchte ich euch besonders empfehlen: ein Gespräch mit Joe Bausch, Gefängnisarzt und im Nebenberuf Tatort-Doc Joseph Roth sowie das Interview mit Dr. Astrid Seeberger über die Kunst des heilsamen Gesprächs.

Schön Klinik Gruppe

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Branche
Gesundheit & Medizin, Soziales, Pflege

Produkte/Dienstleistungen
Wir machen die beste Medizin persönlicher – Die Mitarbeitenden und Experten der Schön Kliniken arbeiten fachübergreifend zusammen und bieten unseren Patientinnen und Patienten – unabhängig vom Versicherungsstatus – individuelle Betreuung und umfassende Versorgung in nahezu allen medizinischen Fachbereichen. Das Portfolio umfasst Schwerpunktversorger, Grund- und Regelversorger sowie Fachkliniken in den Bereichen Psychosomatik, Orthopädie, Neurologie und Rehabilitation. Zur Gruppe gehört ebenfalls die führende telemedizinische Online-Klinik MindDoc.

Anzahl der Standorte
Die 1985 gegründete Schön Klinik Gruppe ist das größte Familienunternehmen im deutschen Krankenhaussektor. An 17 Kliniken und 38 ambulanten und tagesklinischen Einrichtungen in Deutschland und Großbritannien arbeiten rund 13.600 Mitarbeitende zusammen, um täglich die beste Behandlungsqualität für gesetzlich und privat versicherte Patient:innen zu erzielen.

Jahresumsatz
1,210 Mrd. EUR

Anzahl der MitarbeiterInnen
13.600 Mitarbeitende

Bedarf an HochschulabsolventInnen
Unsere Kolleginnen und Kollegen aus den medizinischen, psychologischen, pflegerischen, therapeutischen und administrativen Bereichen freuen sich über Unterstützung!

Gesuchte Fachrichtungen
Humanmedizin

Einsatzmöglichkeiten
Facharztausbildung

Einstiegsprogramme
Facharztausbildung, PJ, Famulatur

Mögliche Einstiegstermine
Laufend, je nach Bedarf

Auswahlverfahren
Interview, Hospitation

Deutsche Bahn

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Branche
Mobilität, Logistik, Dienstleistungen

Produkte/Dienstleistungen
Personenverkehr, Transport und Logistik, Infrastrukturplanung

Anzahl der Standorte
Bundesweit und in über 130 Ländern

Jahresumsatz
39,3 Mrd. Euro (Geschäftsjahr 2012, um Sondereffekte bereinigt)

Anzahl der MitarbeiterInnen
Ca. 194.000 deutschlandweit, ca. 300.000 weltweit

Bedarf an HochschulabsolventInnen
Ca. 800 Hochschulabsolventen, davon ca. 450 Ingenieure

Gesuchte Fachrichtungen
Ingenieure aller Fachrichtungen

Einsatzmöglichkeiten
Technische Betriebsführung und -planung, Bauprojektierung, -durchführung und -instandhaltung, Fahrweg, Messtechnik, IT, Logistik, Signal- und Nachrichtentechnik, Verkehrs- und Angebotsplanung, Fahrzeugtechnik, Fahrzeuginstandhaltung, Betriebsleittechnik, Sicherungstechnik, Telekommunikation/Telemarketing, Finanzen, Controlling, Marketing, Vertrieb, Einkauf, Unternehmensentwicklung/Inhouse Consulting

Einstiegsprogramme
1. TRAIN Tec – das Traineeprogramm für Ingenieure mit Hochschulabschluss
2. TRAIN Biz – das kaufmännische Traineeprogramm für Hochschulabsolventen
3. TRAIN ICT – das Traineeprogramm für Hochschulabsolventen in den Bereichen Softwareentwicklung, IT-Strategie, IT-Architektur
4. TRAIN Direct – der Direkteinstieg für Hochschulabsolventen

Mögliche Einstiegstermine
Das ganze Jahr über möglich

Auswahlverfahren
Telefoninterviews, Assessment Center

Einstiegsgehalt
Marktüblich

Auslandstätigkeit
Je nach Einsatzbereich möglich

Angebote für StudentInnen
Praktika und Abschlussarbeiten sind unter www.deutschebahn.com/stellenboerse ausgeschrieben; Studierende werden gebeten, eigene Themenvorschläge für Abschlussarbeiten einzureichen.

Logo DB

Ansprechpartner
Operatives Personalmarketing und Rekrutierung

Internet
www.deutschebahn.com/karriere

karriereführer ingenieure 1.2013

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Technik der Zukunft – Smart Factory, Smart Home, Smart Grid

Unsichtbar. Smartphones kennt jeder. Jetzt geht es weiter: Smarte Kleidung und smartes Plastik, clevere Scheinwerfer samt Maschinen mit Gedächtnis. Die Richtung ist klar: Alles um uns herum wird klug. Das bietet Ingenieuren eine exzellente Karriereperspektive – und eine tolle Chance. Nie war es so spannend, die Zukunft der Technik mitzugestalten. Einer Technik, die fast alles kann – aber die keiner mehr sieht. Vorwärts mit System Die Technik der Zukunft ist allgegenwärtig. „Ohne IT-Know-how geht es nicht“ Interview mit Prof. Wolfgang Wahlster.

Top-Manager:

Interview mit Michael Braungart, Chemiker und Verfahrenstechniker

Einsteigen

Jung und erfolgreich bei: Fresenius Medical Care

Zur Kenntnis

Gelebte Globalisierung Projekt der Wittenstein AG: „Pioniere auf der Walz“.

Special: Sicherheit

Mensch und Umwelt schützen Karriere im Bereich der technischen Sicherheit. Sichere Pillen Arzneimittelüberwachung und die Sicherheit bei der Herstellung. Verantwortung übernehmen Medizin- und Sicherheitstechnik bei Dräger.

Aufsteigen

„Technikkompetenz ist für Deutschland elementar“ Interview Thomas Sattelberger. Technisch und sozial kompetent Maschinenbauingenieur bei Brunel.

Weiterbilden

Ökologische Agrarwissenschaften Der Masterstudiengang „Ökologische Landwirtschaft“ an der Universität Kassel. Karriereturbo MBA

Help!

Grenzenlos Projekte: Ingenieure ohne Grenzen e.V. & Biogas support for Tanzania „BiogaST“.

Projekt

Hydronauts2Fly Das „Hydronauts2Fly“-Team der TU München testet die Auswirkungen von Schwerelosigkeit. Was macht eigentlich eine Mülldesignerin, Frau Gélébart? Katell Gélébart fertigt Kleider, Schreibwaren und Kleinmöbel – aus Müll.

Anders erfolgreich

Peter Bader Vom Elektroingenieur zu Yoga-Matten auf der Schwäbischen Alb.

Handzeichen

Christian Vagedes, Veganer mit Mission, Designer, Autor

Service: Aktuelle Firmenporträts für Ihre Bewerbung

7(S) Engineering AREVA Daimler AG DEKRA Automobil GmbH Deutsche Bahn Dürr AG EnBW Energie Baden-Württemberg AG ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH FERCHAU Engineering GmbH Festo AG & Co. KG Fresenius Medical Care Groz-Beckert KG HFH • Hamburger Fern-Hochschule inGenics AG MAG IAS GmbH MAHLE GmbH Rhine Valley Careers Sanofi-Aventis Deutschland SICK AG Siemens Management Consulting (SMC) ThyssenKrupp Presta AG Unilever Deutschland ZF Friedrichshafen

Partner

careers4engineers automotive Der Entrepreneurs Club EnergyRelations GmbH IQB JOBWARE WiSo-Führungskräfte-Akademie (WFA)

Komplette Ausgabe

E-Paper karriereführer ingenieure 1.2013 Download karriereführer ingenieure 1.2013 (ca. 11 MB) karriereführer ingenieure 1.2013 in der Kiosk-App für das iPad karriereführer ingenieure 1.2013 in der Kiosk-App für Android

CTcon GmbH

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Unternehmensgeschichte
CTcon ist die Top-Managementberatung für Unternehmenssteuerung und Controlling und als kompetenter Partner großer Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie bedeutender öffentlicher Institutionen etabliert. Zu unseren Klienten zählt mehr als die Hälfte der im DAX-30 notierten Konzerne. Auf unsere langjährige, branchenübergreifende Expertise setzen Kunden aller Branchen, insbesondere aus Chemie, Energie, Finanzdienstleistungen, Handel, Logistik, Pharma, Public Sector, Telekommunikation und Verkehr.

CTcon entstand 1992 als Spin-off der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar. Ein enger Kontakt zur WHU und zu bekannten Universitäten im In- und Ausland ergänzt bis heute unsere Praxiserfahrung durch den direkten Zugang zu einem zeitgemäßen Instrumenten und Methodenwissen.

Anzahl der Standorte in Deutschland
Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, München, Vallendar

Tätigkeitsbereiche
Managementberatung, Managementtraining

Anforderungsprofil
Ausgezeichnete akademische Leistungen, ökonomischer Hintergrund, sehr gute analytische Fähigkeiten, unternehmerisches Denken, hohe Kommunikationsfähigkeit, Überzeugungskraft, Teamgeist und Humor

Mitarbeiterförderung
Begleitung und Unterstützung durch persönlichen Coach; interne und externe Qualifizierungsprogramme zur Vermittlung fachlicher, methodischer und sozialer Kompetenzen; zusätzliches individuelles Bildungsbudget

Einstiegsprogramme
Direkteinstieg

Logo CTcon GmbH

Ansprechpartner
Julia Cedrati
Recruiting | Personalmarketing

Anschrift
Burggrafenstraße 5
40545 Düsseldorf

Fon
+49 211 577903-75

E-Mail
recruiting@ctcon.de

Internet
https://karriere.ctcon.de/

Operation am Ende der Welt

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„Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières“ wurde 1971 von französischen Ärzten und Journalisten gegründet. Die private, regierungsunabhängige humanitäre Organisation leistet medizinische Nothilfe in Katastrophenoder Konfliktgebieten, unabhängig von der politischen oder religiösen Überzeugung oder der ethnischen Herkunft der Menschen. Die Organisation hat Sektionen in 19 Ländern und ist heute in mehr als 60 Ländern aktiv. Aufgezeichnet von Stefan Trees

Dr. Tankred Stöbe, Foto: Barbara Sigge
Dr. Tankred Stöbe, Foto: Barbara Sigge
Dr. Tankred Stöbe, Notfallmediziner und Internist, Präsident der deutschen Sektion von „Ärzte ohne Grenzen“ Projekt: Ärzte ohne Grenzen e.V./Médecins Sans Frontières (MSF) Ort: Weltweit Facebook: www.facebook.com/aerzteohnegrenzenMSF
Wie alles anfing Schon als Medizinstudent wollte ich meine Ausbildung später für jene Menschen einsetzen, denen sonst keine Hilfe zukommt. Meine Famulaturen machte ich deshalb unter anderem in Kenia, Lesotho und Indien. Nach Studium und dreieinhalb Jahren Arbeit als Akutmediziner in Deutschland fragte ich mich: War das jetzt schon alles? Ich hatte den Wunsch, medizinisch noch einmal eine andere Richtung kennenzulernen, und bewarb mich auf den Hinweis eines Freundes bei „Ärzte ohne Grenzen“. Das war vor zehn Jahren. Mein erster Einsatz führte mich nach Myanmar. In zehn Dörfern mitten im Urwald versorgten wir die dorthin Vertriebenen medizinisch mit allem, was sie brauchten. Warum ich das mache Eine ärztliche Behandlung ist immer eine elementare, existenzielle Begegnung zwischen zwei Menschen – dem Helfenden und dem, der Hilfe braucht. Die Begegnung im medizinischen Schlaraffenland Deutschland ist jedoch eine andere als bei einem Einsatz mit „Ärzte ohne Grenzen“, wenn ich einem Menschen in der unglaublichen Not helfe, die durch einen Bürgerkrieg oder eine Naturkatastrophe verursacht wurde. Die gesamte Sinnstiftung des ärztlichen Berufs habe ich in Deutschland nie so deutlich erlebt wie bei meinem ersten Einsatz in Myanmar, wo unzählige Menschen keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hatten. Die Möglichkeit, mit wenigen Mitarbeitern und ganz wenigen Medikamenten viele Menschenleben zu retten – das ist Medizin, wie ich sie mir effektiver und schöner nicht vorstellen kann. Das hat mich in meinen bislang zehn Einsätzen immer wieder fasziniert. Die persönliche Herausforderung ist dabei groß. In Syrien haben wir beispielsweise in einem Gebiet gearbeitet, wo es täglich Bombeneinschläge in der Nähe gab. Da frage ich mich schon: Geht das spurlos an mir vorbei? Zugleich machen diese prekären äußeren Umstände die Notfallmedizin noch einmal unentbehrlicher. Und das Spannungsfeld zwischen medizinischer Not und Rahmenbedingungen, die Hilfe erschweren, fordert mich sehr heraus. Was es bislang gebracht hat In über 40 Jahren hat „Ärzte ohne Grenzen“ Millionen Menschen medizinische Versorgung geboten. Doch auch wenn unsere Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ heißt, sind unsere Ressourcen begrenzt. Wir müssen daher genau planen, wie und wo wir unsere Hilfe am besten einsetzen, um den größtmöglichen Unterschied zu machen. Wie verhalten wir uns beispielsweise in einem Konflikt wie in Syrien? Dort werden Krankenhäuser gezielt angegriffen. Die Gefahr auch für humanitäre Helfer ist enorm. Zugleich sehen wir die akute medizinische Not. Auch die Behandlung chronischer Erkrankungen wie HIV/Aids oder Tuberkulose stellen eine große Herausforderung dar. So versorgen wir zum Beispiel in Simbabwe oder Myanmar schon seit Jahren Zehntausende mit lebenswichtigen Medikamenten. „Ärzte ohne Grenzen“ behandelt derzeit mehr als 60 Prozent aller an HIV/Aids Erkrankten in Myanmar. Das ist eindrucksvoll, und hier machen wir mit unserem Engagement einen deutlichen Unterschied. Dennoch wollen wir nie ein Gesundheitssystem in einem Land ersetzen, das bleibt eine nationale Aufgabe. Wohin mich mein nächster Einsatz führt, ist noch nicht klar. Im Sommer nehme ich mir mehrere Wochen frei, dann stelle ich mich zur Verfügung. Ich werde dann dort hingehen, wo die Not am größten ist oder ich mit meinem fachlichen Können am sinnvollsten eingesetzt werden kann.
Gut ein Drittel der über 14-Jährigen in Deutschland engagiert sich ehrenamtlich. Neben ihrem Beruf leisten sie Arbeit, die ihrem Leben einen Sinn verleiht, erfüllend ist und die Akkus wieder auflädt. Wer sich engagiert und für andere Menschen einsetzt, fördert also die eigene Work-Life-Balance.Welche Möglichkeiten es dazu noch gibt und warum die intelligente Verzahnung von Work und Life so wichtig ist, diesen Fragen hat der karriereführer hochschulen zwei Ausgaben gewidmet: Work-Life-Balance und Gesundheitsmanagement: karrieref.walhalla0299.nbsp.de/karrierefuehrer-hochschulen

Buchtipp: 55 Gründe, Arzt zu werden

„… weil Ärzte Gutes tun“ – das ist nur einer von 55 Gründen, Arzt zu werden. Alle 55 hat Markus Müschenich, selbst Kinderarzt und Gesundheitswissenschaftler, in seinem Buch gesammelt. Seine Argumente sind humorvoll, sein Appell leidenschaftlich: Arzt ist immer noch ein Traumberuf! Markus Müschenich: 55 Gründe, Arzt zu werden. Murmann 2012. ISBN 978-3867742139. 19,90 Euro

„Zeit für Gespräche“

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Dr. Astrid Seeberger ist eine international anerkannte Nierenspezialistin und arbeitet am renommierten Karolinska-Institut in Stockholm. Das Geheimnis ihrer medizinischen Laufbahn ist nicht nur ihre fachliche Expertise: Die 63-Jährige versteht sich vor allem auf gute Gespräche. Ihre Forderung an junge Ärzte: Nehmt euch die Zeit für diese Gespräche – und seid schamlos neugierig. Das Interview führte André Boße.

Zur Person

Dr. Astrid Seeberger, geboren 1949 in Schwäbisch Gmünd, zog es im Alter von 17 Jahren nach Schweden, wo sie zunächst Schriftstellerin werden wollte. Sie studierte Philosophie, Theater- und Filmwissenschaft an der Universität Stockholm und im Anschluss Medizin am Karolinska-Institut Stockholm. Im Laufe ihrer Karriere wurde Astrid Seeberger eine der führenden Nierenspezialistinnen Schwedens. Sie arbeitet als Oberärztin am Karolinska-Uni- Krankenhaus in Stockholm und ist eine international gefragte Fachreferentin für Nephrologie. „Schamlose Neugier – Von der Kunst des heilsamen Gesprächs“ ist ihr erstes Buch, es vereint literarische mit fachlichen Aspekten.
Frau Dr. Seeberger, welche Rolle spielt das gute Gespräch heute im Alltag eines Arztes? Bei uns im Stockholmer Karolinska- Institut ist die Gesprächsführung ein wichtiger Teil der Ärzteausbildung. Als ich studierte, gab es ein solches Angebot noch nicht. Ich denke aber, dass es wichtig ist, junge Ärzte in dieser Hinsicht anzuleiten und auszubilden. Es gibt nämlich auf der anderen Seite den Trend, die Arbeit der Ärzte immer weiter zu rationalisieren und effizienter zu gestalten. Dadurch steigt auch für Ärzte die Taktung der Arbeit. Das ist bei uns in Schweden so, in Deutschland wohl sogar noch schlimmer. Es gibt Hausärzte, die treffen pro Tag 30 Patienten. Da ist es natürlich schwierig, wirklich schöne und gute Gespräche zu führen. Die Medizintechnik entwickelt sich immer weiter. Warum bleibt da das Gespräch so wichtig? Studien haben ergeben, dass trotz aller Technik noch immer 15 Prozent aller ärztlichen Diagnosen falsch sind. Diese viel zu hohe Quote liegt nicht daran, dass Ärzte über mangelhafte medizinische Kenntnisse verfügen. Die Ursache der vielen falschen Diagnosen ist die fehlende Zeit für gute Gespräche mit den Patienten. Zudem habe ich als Nierenspezialistin die Erfahrung gemacht, dass gerade chronisch kranke Patienten selbst nach richtigen Diagnosen den ärztlichen Rat nicht befolgen. Untersuchungen haben zum Beispiel gezeigt, dass die Hälfte aller chronischen Patienten entgegen der Anweisung des Arztes ihre Medikamente nur unregelmäßig oder sogar gar nicht einnehmen. Oft mit verhängnisvollen Konsequenzen. Es zeigt sich, dass man neben der Diagnose auch gute Gespräche führen muss, um die Patienten zur Mitarbeit bei der Behandlung zu motivieren. „Von der Kunst des heilsamen Gespräches“ ist der Untertitel Ihres Buches. Kann denn jeder diese Kunst erlernen? Um wirklich ein Meister des heilsamen Gesprächs zu werden, bedarf es schon einer Begabung. Aber jeder kann lernen, bessere Gespräche zu führen. Welche Lernmethoden haben sich etabliert? Wir schauen uns mit den jungen Ärzten exemplarisch schwierige Gespräche zwischen einem Arzt und einem Patienten an und analysieren diese Beispiele. Dann führen wir Rollenspiele durch, die wir auf Video aufzeichnen, um so später gute und weniger gute Aspekte herauszuarbeiten. Hinzu kommen wissenschaftliche Erkenntnisse zu Themen wie dem kooperativen Verhalten des Patienten im Rahmen der Therapie, seiner Motivation oder zu besonders schwierigen Diagnose- und Therapiegesprächen. Welche weiteren Kenntnisse und Fähigkeiten sind wichtig, um als Arzt gute Gespräche führen zu können? Bei unserer Arztausbildung spielen auch Kunst und Literatur eine große Rolle. Der russische Dichter und Nobelpreisträger Joseph Brodsky sagte einmal, dass das Lesen die Wahrnehmung schärfe. Schließlich schildert gute Literatur die Menschen nicht auf klischeehafte Art und Weise. Sie zeigt ihn mit allen seinen Widersprüchen und in aller Komplexität. Deshalb ist es wichtig, dass sich junge Ärzte mit Literatur beschäftigen. Sie ist der beste Lehrer dafür, im Beruf offen für die unterschiedlichsten Menschen zu sein – und genau auf diese Qualität kommt es als Arzt an. Inwiefern hat diese Qualität konkreten Einfluss auf die Kompetenz, richtige Diagnosen zu stellen? Unser Gehirn hat die Eigenschaft, alles, was wir sehen und erleben, in eine Kategorie einzuordnen. Für einen Arzt ist diese Eigenschaft gefährlich, weil er in Versuchung geführt wird, voreilige und damit nicht selten falsche Diagnosen zu stellen. Junge Ärzte müssen sich daher früh gegen dieses Schubladendenken rüsten – gerade in einer Zeit, in der von ihnen immer mehr Effizienz verlangt wird. Sie sprechen im Titel Ihres Buches von „schamloser Neugier“ – ein Begriff, der eher negativ besetzt ist. Ich meine damit nicht die schändliche Neugier der Boulevardjournalisten. Schamlose Neugier bedeutet für mich eine Neugier jenseits aller Wertungen und Verurteilungen. Der römische antike Schriftsteller Terenz hat geschrieben: „Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches ist mir fremd.“ Wenn ich meinem Gegenüber im ärztlichen Gespräch diese Haltung offenbare, kann etwas sehr Merkwürdiges geschehen: Man erhält einen Einblick in das Innerste eines Menschen. Für eine gute Diagnose ist dieser Einblick Gold wert.

Lesetipp

Astrid Seeberger: Schamlose Neugier. Von der Kunst des heilsamen Gesprächs. Integral 2010. ISBN 978-3778792339. 15,99 Euro

Optimismustraining für Ärzte

Tobias Illig ist Führungskräftetrainer, Lehrbeauftragter an Hochschulen und Autor. Er gibt Stressmanagement-Seminare für Mediziner, in denen er Ärzten erklärt, wie sie trotz anstrengendem Klinikalltag eine ausgewogene Work-Life-Balance bewahren. Von Tobias Illig

Tobias Illig, Bild: Foto Flott Hassloch
Tobias Illig, Bild: Foto Flott Hassloch
Viele junge Ärzte, die ins Berufsleben einsteigen, werden schnell desillusioniert. Für sie zählen vor allem der Dienst am Patienten, eine am Menschen ausgerichtete Ethik und eine vom Geld unabhängige Medizin, die gesund macht. In der Praxis bekommen sie es dann aber auch mit DRG-Kennzahlen und kurzen Durchlaufzeiten der Patienten zu tun. Und das wiederum löst häufig Stress aus. Dazu kommt die hohe Verantwortung, die das ärztliche Personal für das Leben seiner Patienten trägt. Dieser Druck kann die Work-Life- Balance gefährden. Deshalb hier zehn Tipps für Zufriedenheit und Ausgeglichenheit am Arbeitsplatz: 1. Die ökonomische Situation im Krankenhaus akzeptieren. Denken Sie unternehmerisch: Den Wünschen und dem Wohl des Patienten und den Interessen der Verwaltung oder des Trägers zugleich gerecht zu werden, ist eine Herausforderung – aber es ist möglich! 2. Den Sinn der Arbeit sehen. Führen Sie sich immer wieder vor Augen, warum Sie den Arztberuf gewählt haben. Im Alltag können Sie dann gezielt nach den positiven Aspekten suchen, die Ihrer Arbeit Sinn geben, und diese ausgiebig würdigen und zelebrieren. 3. Kollegen und Vorgesetzte akzeptieren – man kann sie sowieso nicht ändern. Auch wenn die Führungskultur in vielen Häusern noch nicht ganz dem entspricht, was ein modernes Gesundheitswesen braucht, kann man Menschen nur so nehmen, wie sie sind. Deshalb ist es wichtig, nach den positiven Seiten zu suchen – besonders auch bei schwierigen Menschen – und diese zu würdigen. Sonst reiben Sie sich ständig an den Schwächen anderer, und das hilft niemandem. 4. Freundschaften zu Arbeitskollegen pflegen. Wer einen Freund auf der Arbeit hat, ist deutlich zufriedener als jemand, der nur Geld verdienen möchte. Deshalb: Begegnen Sie Ihren Kollegen freundlich und aufmerksam – so tragen Sie zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre bei. 5. Erfolgserlebnisse bewusst suchen und würdigen. Beispielsweise ist es sinnvoll, während des Dienstes oder nach Feierabend zu einem zufriedenen Patienten zu gehen, der besonders dankbar für die ärztliche Leistung ist. Das positive Feedback tut gut, es nährt die Seele. Während des Dienstes sollten Sie sich bewusstmachen, was gut gelaufen ist, was funktioniert hat, was interessant war, was sie gelernt haben, was Ihre Neugier geweckt hat, woran Sie gewachsen sind. 6. Partnerschaft und Familie pflegen. Die Strukturen in Krankenhäusern sind häufig leider noch nicht so familienfreundlich, wie Ärzte es sich wünschen. Denken Sie daran: Der Beruf ist nicht alles, auch wenn er viel Status, Sinn und Anerkennung bringt. Ihr soziales Netzwerk ist wichtig, opfern Sie es nicht für den Beruf. Gerade in stressigen Zeiten hilft es, sich mit Freunden zu treffen, bei denen man sich verstanden und geborgen fühlt. Und es lohnt sich, in der Freizeit Dinge zu tun, die nichts mit dem Beruf zu tun haben – sich beispielsweise in einem Verein zu engagieren oder ein erfüllendes Hobby zu pflegen. 7. Für sich selbst Verantwortung tragen, auch in Bezug auf die Arbeitszeiten und die Aufgabenverteilung im Team. Wenn Sie passiv sind und alles nur über sich ergehen lassen, manövrieren Sie sich selber in den Burnout. Sprechen Sie heikle Themen an – dann haben Sie zumindest die Chance, etwas zu verändern. 8. Wissen, was man kann. Wer seine Stärken am Arbeitsplatz gezielt nutzt, lebt gesünder und ist zufriedener. Das setzt natürlich voraus, dass man seine Stärken reflektiert. Viele Anfänger gehen in den Beruf, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was sie besser können als ihre Kollegen. Fokussieren Sie sich auf Ihre Stärken, engagieren Sie sich und suchen Sie sich herausfordernde Aufgaben – so kommen Sie weiter. 9. Mit Krisen wachsen. Widrige Umstände sind zwar erst einmal unangenehm, helfen Ihnen aber, reifer zu werden und in Ihrer Persönlichkeit zu wachsen. Wer unreif und bequem den leichten Weg gehen möchte, nimmt sich die Chance, eines Tages ein gestandener, selbstbewusster Arzt zu sein. Er wird immer abhängig sein von Streicheleinheiten anderer, die dafür gar nicht verantwortlich sind. Halten Sie Ihre Erwartungen an andere realistisch und strapazieren Sie Ihre Mitmenschen nicht über Gebühr. Das gilt sowohl auf der kollegialen Ebene als auch in Richtung Chef und Verwaltung. 10. Konstruktiv kommunizieren. Der Arbeitsalltag ist stressig genug. Beziehungen wollen gepflegt werden, immerhin ermöglichen sie effizientes Zusammenarbeiten. Am besten ist es, wenn Sie eine konstruktive Haltung einnehmen und entsprechend kommunizieren. Dampf ablassen ist durchaus hilfreich – aber wählen Sie einen angemessenen Rahmen und die richtigen Gesprächspartner. Etablieren Sie ein gesundes Emotionsmanagement und achten Sie darauf, wie Sie mit Ihren Gefühlen umgehen.