„Quereinsteiger sind willkommen“

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Wie gefragt sind Nicht-BWLer in den Unternehmensberatungen, und bei welchen Themen können sie besonders punkten? Antonio Schnieder, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU), gibt Antworten. Das Interview führte André Boße.

Zur Person

Antonio Schnieder ist seit 2007 Präsident des BDU. Er war viele Jahre lang Vorsitzender der Geschäftsführung der Unternehmensberatung Capgemini Deutschland sowie Mitglied des globalen Vorstands der weltweit operierenden Unternehmensberatung. Seit 2011 ist er Vorsitzender des Aufsichtsrates von Capgemini Deutschland.
Herr Schnieder, wie gefragt sind Nicht- BWLer derzeit in den großen Unternehmensberatungen? Sie sind willkommen – auch wenn derzeit Kandidaten mit BWL-Hintergrund oder Wirtschaftsinformatiker in der Regel noch gefragter sind. Dennoch: Die Branche hat gute Erfahrungen mit Quereinsteigern aus anderen Fachrichtungen als BWL gesammelt. Sie haben die Beratung belebt. Es gibt also guten Grund anzunehmen, dass Kandidaten aus anderen Richtungen als BWL weiterhin gute Perspektiven in der Beratung haben. Mit welchen Fachrichtungen hat man die besten Chancen? Im Bereich IT-Consulting natürlich Mathematiker. Diese sind dort schon so sehr Teil der Branche, dass ich sie gar nicht mehr als Quereinsteiger bezeichnen würde. Grundsätzlich funktioniert der Einstieg aber auch für Soziologen oder Germanisten, wobei die Bereitschaft vorhanden sein sollte, sich in betriebswirtschaftliche Themen einzuarbeiten. Was empfehlen Sie in dieser Hinsicht? Ein Aufbau- oder Ergänzungsstudium in dieser Richtung ist natürlich ideal. Je mehr Wissen die Kandidaten mitbringen, desto geringer ist der Einarbeitungsaufwand für die Unternehmensberatungen. Klar, dass damit die Chancen steigen. In welchen Themen können sich Quereinsteiger aus den Geisteswissenschaften besonders einbringen? Wenn es um Change Management oder Personalberatung geht, sind viele soziale und weiche Faktoren gefragt – wobei es heute kaum noch Mandate gibt, in denen diese Bereiche keine Rolle spielen. Bei diesen Themen kommt es dann weniger auf den betriebswirtschaftlichen Hintergrund an, sondern vielmehr auf die Frage, wie man Menschen motivieren und Mitarbeiter mit auf den Weg bringen kann. Daher finden wir in diesem Sektor viele Theologen, Psychologen oder auch Pädagogen. Sind denn die klassischen BWL-Berater fit genug, bei diesen sozialen Themen mit den Quereinsteigern mitzuhalten? Theoretisch ja. Sie haben an der Uni gelernt, wie sich die Wirtschaft wandelt oder wie moderne Führung aussieht. In der Praxis sieht das jedoch oft anders aus, sodass die Beratungsunternehmen ihren Nachwuchs zu Beginn in dieser Richtung intensiv begleiten, damit dieser nicht nur weiß, mit welchen Gesprächstechniken Menschen motiviert werden können, sondern diese auch anwenden kann.

Die Kraft der Diversität

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Vor allem die großen Strategieberatungen setzen auf Nicht-BWLer. Sie bieten interessante Perspektiven und sorgen für einen unkomplizierten Einstieg, denn sie wissen: Vielfältig besetzte Consulting-Teams sind deutlich besser in der Lage, die spezifischen Bedürfnisse der Kunden zu bedienen. Von André Boße

2007 hatte Robert Schimke sein Mathe- Diplom in der Tasche. Nebenfach Physik. Schwerpunkt und Thema der Abschlussarbeit: Algebraische Topologie. Was damit anfangen? Eine Option wäre die Forschung gewesen. Dort zog es viele seiner Kommilitonen hin, doch ihn reizte eine Laufbahn an einer Hochschule oder einem freien Institut nicht so sehr. Gute Perspektiven hätte es für Mathematiker auch in der Finanzbranche gegeben – zumal 2007 die Krise noch nicht eingeschlagen hatte. Aber Robert Schimke wollte sich nicht schon zu Anfang seiner Karriere zu sehr auf eine Richtung festlegen. Außerdem wollte er nicht nur mit Zahlen, sondern auch mit Menschen zu tun haben. Wie das gehen kann, hatte er noch während des Studiums im Laufe eines Praktikums in einer Unternehmensberatung kennengelernt. Schon in dieser kurzen Zeit hatte er gespürt, dass es im Consulting genauso wie in den Naturwissenschaften darum geht, Probleme zu identifizieren, zu strukturieren und zu lösen. Ein guter Mathematiker kann das. Doch wie eine Karriere in dieser einst traditionellen BWLer-Domäne starten? Eine Möglichkeit wäre es gewesen, vor der ersten Bewerbung bei einer Unternehmensberatung ein MBA-Studium draufzusatteln. „Bei diesem Zusatzstudium hätte ich mich jahrelang in die Betriebswirtschaftslehre eingearbeitet – und dafür viel Geld bezahlt“, sagt Schimke. „Da dachte ich: Mache es doch lieber andersherum, investiere Zeit für BWL-Themen, verdiene dabei aber bereits Geld und sammle Praxiserfahrungen.“ Also bewarb er sich als Mathematiker in der Consultingbranche und stieg 2007 im Düsseldorfer Büro der weltweit tätigen Strategieberatung Booz & Company ein. Vorteil Mathematik Der Einstieg verlief unkompliziert. Robert Schimke lernte, dass nicht alle Teammitglieder bereits zu Beginn eines Mandats alle Details kennen müssen. Es geht insbesondere für Juniorberater darum, sich konzentriert einzuarbeiten. „Wenn es um betriebswirtschaftliche Ansätze und Methoden geht, haben typische BWLer natürlich einen Wissensvorsprung“, sagt er. Ein Nachteil könne dann jedoch sein, dass die klassisch geschulten Consultants immer wieder auf Standard-Lösungswege zurückgreifen, statt neue Perspektiven auszuprobieren. Hier konnte der Mathematiker unter den Beratern schnell punkten: Sein erstes Projekt war eine Investitionsanalyse für Breitbandinternet in Russland, bei der modellhaft und mathematisch gearbeitet wurde. „Ich fühlte mich methodisch also gleich zu Hause und entwickelte nach ein, zwei Wochen einen Lösungsweg, der dann auch sehr gut ankam.“ Für Schimke ist dieses Beispiel typisch für die Arbeit eines Nachwuchsberaters – und zwar unabhängig davon, was er vor dem Einstieg studiert hat: „Es geht immer darum, sich mit einer vertrauten Methode in ein neues Thema einzuarbeiten. Nach und nach gewinnt man auf diese Weise Zugänge zu immer neuen Themen.“ Wer denkt, der Mathematiker habe in den ersten Monaten jede freie Minute am Feierabend mit BWL-Fachbüchern verbracht, täuscht sich. „Ich besitze kein einziges betriebswirtschaftliches Lehrbuch“, gesteht er. Viel wichtiger seien andere Informationsquellen: Fachgespräche mit den erfahrenen Kollegen beim Mittagessen zum Beispiel. Oder der Griff zu Smartphone, Tablet oder Laptop, um einen Fachbegriff schnell im Internet aufzurufen. Fünf Jahre nach seinem Einstieg ist Robert Schimke heute selber Projektleiter. Seine Schwerpunkte: Supply Chain Management, ein zahlenaffines Thema, aber auch die strategischen Bereiche Compliance, Governance und Corporate Security. Zudem ist der 32-Jährige selber im Recruiting tätig: „Spreche ich mit einem Naturwissenschaftler, verlange ich nicht, dass er eine Bilanz auseinandernehmen kann, sondern prüfe, ob die Kandidaten in der Lage sind, ein Problem zu durchdringen.“ Strategieberater suchen Quereinsteiger Die Personalverantwortlichen anderer großer Strategieberatungen bestätigen das Interesse der Consulting- Unternehmen an Einsteigern aus allen erdenklichen Bereichen. „Wir suchen Berater aus praktisch allen Fachrichtungen und mit völlig unterschiedlichen Berufs- und Lebenserfahrungen“, sagt Carsten Baumgärtner, für das Recruiting verantwortlicher Partner bei der Boston Consulting Group. Aktuell verfügen in seiner Firma 50 Prozent aller Berater über einen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss, die andere Hälfte setzt sich aus vielen anderen Fachbereichen zusammen. „Ingenieure, Natur- oder Musikwissenschaftler sind bei uns ebenso gefragt wie Juristen, Informatiker oder Mediziner.“ Dabei setzt die Strategieberatung auf die Kraft der Vielfalt in den divers zusammengesetzten Projektteams. „Nehmen wir ein interdisziplinäres Team, das das Markenportfolio eines Konsumgüterunternehmens unter die Lupe nehmen soll“, nennt Baumgärnter ein Beispiel. Hört sich zunächst einmal nach klassischer Betriebswirtschaftslehre an. „Aber ein Naturwissenschaftler hat mit seiner Denkschule eine ganz andere Sicht- und Herangehensweise als ein Geisteswissenschaftler oder Betriebswirt“, so der BCG-Partner. Der eine setzt den Fokus auf die Logistik oder die Supply Chain, ein Zweiter bringt Aspekte wie Markentreue oder Konsumtrends ins Spiel, ein Dritter denkt gewinn- und umsatzorientiert. „Genau diese Vielfältigkeit ist gefragt“, sagt Baumgärtner – und schätzt es als „geradezu kontraproduktiv“ ein, wenn sich Einsteiger aus anderen Bereichen auf eine einheitliche Sichtweise „einnorden“ würden. „Die eigene Art zu denken, kann und muss sich jeder bei uns bewahren.“ Auch Start-up-Erfahrung zählt Genau diese eigene Denkart erwarten die großen Beratungsunternehmen vom Nachwuchs. Kathrin Kammer, Leiterin Recruiting beim Strategieberater Roland Berger, beobachtet, dass bei den Klienten der Consultants die Ansprüche steigen. „Die meisten Klienten haben heute bereits viel Erfahrung in der Zusammenarbeit mit uns Beratungsunternehmen. Sie hinterfragen genau, welche Berater das Projekt bearbeiten werden und welches Know-how diese für die spezifische Fragestellung mitbringen.“

Quoten und Exoten

Der Anteil von Mitarbeitern ohne BWLHintergrund bei den Top-Strategieberatungen in Deutschland liegt nach einer Berechnung von Spiegel Online bei rund 50 Prozent. Besonders stark vertreten sind Ingenieure und Naturwissenschaftler mit einem Anteil von 40 Prozent. Die sogenanten Exoten haben bei den großen strategischen Consultants einen Gesamtanteil von rund zehn Prozent, dazu zählen zum Beispiel Mediziner, Theologen, Soziologen oder auch Forstwissenschaftler. Bei mittelständisch geprägten Beratungen sind exotische Abschlüsse jedoch weiterhin die Ausnahme, heißt es bei der Personalberatung Topos.
Deshalb sind in den Teams stärker denn je Spezialisten gefragt, die weit mehr können, als betriebswirtschaftlich zu denken. Insbesondere bei Kunden aus der Hightech-Industrie oder in Funktionsbereichen wie Produktion und Logistik seien Berater mit einem tiefen Verständnis für technische Prozesse gefragt. Gleiches gelte für Projekte im Gesundheitsmanagement – ein Bereich, der für Consultants immer wichtiger wird. „Bei Beratungsmandaten in Kliniken ist es vorteilhaft, einen Mediziner im Team zu haben, der die Abläufe in Krankenhäusern aus eigener Erfahrung kennt“, so Kammer. Gute Chancen hätten zudem Kandidaten, die bereits bewiesen haben, dass sie unternehmerisch zu denken verstehen. „Entrepreneurship gehört zu unseren Kennwerten. Wir suchen daher auch nach Bewerbern, die bereits eigene Geschäftsideen entwickelt haben und unternehmerisch tätig waren.“ Keine BWL-Druckbetankung Mit den Gründen, warum Strategieberatungen so großes Interesse an Einsteigern aus allen möglichen Bereichen haben, beschäftigt sich Thomas Holtmann. Er ist bei der international vernetzten Personalberatung Topos unter anderen für Kunden aus der Consultingbranche zuständig, gewinnt für sie Führungskräfte und Spezialisten. Aktuell, so sagt er, stehen die Beratungen vor einem Dilemma. „Auf der einen Seite ist bei den meisten die Auftragslage wieder ausgesprochen gut, auf der anderen Seite fehlen ihnen die qualifizierten Mitarbeiter.“ Nur an den klassischen Fakultäten zu rekrutieren, reiche nicht mehr aus, um die Nachfrage zu erfüllen – was auch damit zu tun habe, dass die Industrie, was die Job- Perspektiven betrifft, aufgeholt hat. Doch der Mangel an guten Beratern sei nicht die einzige Motivation, auf Quereinsteiger zurückzugreifen. „Die immer wichtigeren Fähigkeiten in Kommunikation, Moderation oder Analyse finden sich eben auch bei exzellenten Absolventen jenseits der üblichen Consulting- Studiengänge“, so Holtmann, der nicht viel davon hält, als Bewerber mit Nicht-BWL-Hintergrund vor den ersten Gesprächen mit einem interessierten Arbeitgeber eine „Druckbetankung mit kurzfristigem Wissen“ vorzunehmen. „Spätestens, wenn im Gespräch etwas tiefer gebohrt wird, wird der Bewerber scheitern.“ Viel wichtiger sei es, mit seiner Persönlichkeit zu punkten und den zukünftigen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass man willens und in der Lage ist, sich „on the job“ weiter zu qualifizieren. Denn das ist ein Geheimrezept für jede gute Beraterlaufbahn, unabhängig vom Studium: Jeder Tag als Berater ist ein Tag, an dem man etwas Neues dazulernt.

Quereinstieg: Die ersten Schritte

Die Personalberater von Topos empfehlen Nicht-BWL-Absolventen folgende Schritte zum Einstieg in die Beraterbranche:
  • Im Vorfeld informieren, welche Beratungen sich besonders für Nicht-BWLer interessieren.
  • Sich fragen: Wo liegen meine Vorteile gegenüber BWL-Absolventen? Beispiel Mediziner: Ich kenne die Abläufe in einem Krankenhaus, kenne die Fachterminologie etc.
  • Sich von Anfang an als Teil eines Teams verstehen: Ich stehe für die fachlich-fundierte Seite, die BWLer für das betriebswirtschaftliche Know-how.
  • Den Willen zeigen, sich nach dem Einstieg durch sinnvolle Weiterbildungen das BWL-Know-how anzueignen.
  • Keine Angst vor Wissenslücken, denn: Niemand erwartet einen perfekten Studienabsolventen.

SimCorp GmbH

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Branche
Software für Finanzdienstleister

Produkte/Dienstleistungen
SimCorp Dimension (Asset Management Software): Verkauf, Implementierung, Kundenbetreuung

Anzahl der Standorte
Inland: 1, Ausland: 19

Jahresumsatz
225 Mio. Euro im Jahr 2013 (weltweit)

Anzahl der MitarbeiterInnen
Inland: 150, weltweit: 1200

Bedarf an HochschulabsolventInnen
Ca. 10 pro Jahr

Gesuchte Fachrichtungen
BWL (Wirtschaftswissenschaften), Mathematik, Physik, Wirtschaftsmathematik, Wirtschaftsinformatik, Informatik

Einsatzmöglichkeiten
Implementierung, Kundenbetreuung, Systemintegration

Einstiegsprogramme
Direkteinstieg mit zweimonatigem Einführungsprogramm inkl. dreiwöchiger SimCorp Dimension Academy (Fach- und Produktschulung) in Kopenhagen

Auswahlverfahren
Zweistufige Interviews mit Human Capital/Gruppenleitung bzw. Abteilungsleitung/Geschäftsführung

Auslandstätigkeit
Nach mehrjähriger Tätigkeit möglich

Angebote für StudentInnen
Sechsmonatiges Praktikum für Studenten im Hauptstudium, Werksstudententätigkeit

Logo SimCorp GmbH

Ansprechpartner
Nathalie Schreiner

Anschrift
Justus-von-Liebig-Str. 1
61352 Bad Homburg

Fon
06172 9240-59

E-Mail
nathalie.schreiner@simcorp.com

Internet
www.simcorp.com

RSM Ebner Stolz

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Unternehmensgeschichte
Willst du wissen, was Unternehmen erfolgreich macht? Direkt mit Entscheidern am Tisch sitzen? Unmittelbar erleben, was dein Können bewirkt? Gemeinsam mit dir bringt RSM Ebner Stolz den Mittelstand voran – in Wirtschaftsprüfung, Steuer-, Rechts- und Unternehmensberatung. Mit über 2.700 Mitarbeitenden sind wir deutschlandweit präsent, weltweit an mehr als 820 Standorten unseres internationalen RSM-Netzwerks vertreten. Unser Erfolg lebt von starken Menschen mit Ecken und Kanten. Deshalb stehen wir für Freiraum statt Vorgaben. So kannst du fachlich dein Thema entdecken und vorantreiben. Bei RSM Ebner Stolz entwickelst du dich schneller und mit dem Blick aufs große Ganze. Denn wir arbeiten über Hierarchien und Spezialthemen hinweg zusammen. Bewege mit uns den Mittelstand!

Anzahl der Standorte in Deutschland
Berlin, Bonn, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig, München, Reutlingen, Siegen, Stuttgart

Anforderungsprofil
Unsere Talente bringen mit:
• ein großes Interesse an wirtschaftlichen Sachverhalten
• Begeisterung für komplexe und vielfältige Fragestellungen
• idealerweise erste praktische Erfahrungen im jeweiligen Bereich

Außerdem haben unsere Talente Lust an der eigenen persönlichen und fachlichen Entwicklung. Denn wir legen großen Wert darauf, diese Entwicklung bei uns zu begleiten und zu fördern!

Tätigkeitsbereiche
Praktikanten, Werkstudierende, Berufseinsteigende und Berufserfahrene stellen wir für die Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung oder unser Management Consulting ein.
Neben Generalisten suchen wir auch Spezialisten in Fachgebieten wie zum Beispiel Digitalisierung, IT-Revision, Financial Services, Transaction Advisory Services, internationales Steuerrecht etc.
Auszubildenden bieten wir im Büromanagement, in unserer internen IT und in der Steuerberatung hervorragende Perspektiven.

Mitarbeiterförderung
Bei uns ist lebenslanges Lernen nicht nur ein Schlagwort – es ist die Essenz unserer Unternehmenskultur. Vom ersten Tag an unterstützen wir dich auf deinem individuellen Karriereweg mit einer Auswahl an theoretischen Schulungen und Trainings sowie bedarfsorientierten, individuellen Coachingangeboten, die du im Laufe deiner Karriere bei uns wahrnehmen kannst. Unsere internen HR Business Coaches stehen zusätzlich bei deiner Entwicklung unterstützend zur Verfügung.

Karriereaussichten
Wir stellen deine Karriere auf ein breites Fundament. Bei uns lernst du das große betriebliche Ganze kennen. Nimm dir Zeit, um dein berufliches Lebensthema zu entdecken, anstatt allzu früh in der Spezialisten-Sackgasse zu landen. Denn nur was dir Spaß macht, machst du auch richtig gut.

Angebote für StudentInnen
(freiwilliges) Praktikum
Direkteinstieg
Werkstudierendentätigkeit
Referendariat

Einstiegsprogramme
Wir bieten einen ganzjährigen Direkteinstieg: Von Steuer- und Rechtsberatung über Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung bei uns entscheidest du.

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Ansprechpartner
Manuela Topalis
HR Talent Acquisition & Campus

Anschrift
Kronenstraße 30
70174 Stuttgart

Fon
+49 711 2049-1777

E-Mail
manuela.topalis@ebnerstolz.de

Internet
www.ebnerstolz.de/karriere
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Arbeitgeber bewerten

„Immer wieder gerne“ lautet meine Lieblings-Floskel, wenn ich nach einem reibungslosen Online-Kauf den Verkäufer bewerte. Auf Arbeitgeber-Bewertungs-Seiten geht´s mitunter deftiger zur Sache. „Außen hui innen pfui … Menschenführung war immer unterentwickelt“ lese ich auf kununu.de über ein großes schwedisches Möbelhaus, aber auch den Kommentar „Super Praktikum! Tolle Entwicklungsmöglichkeiten!“ eines offensichtlich begeisteren Praktikanten eines Chemie-Konzerns. Kununu ist eines der ältesten und größten Bewertungsportale für Arbeitgeber. Über 100.000 Firmen wurden rund 360.000 mal bewertet. Das geschieht zwar anonym, eine vorherige Registrierung ist allerdings Pflicht. So will das Unternehmen vermeiden, als Plattform für Dampfablasser missbraucht zu werden. Wer sich nicht an die wenigen Regeln hält, dessen Kommentare und Bewertungen werden gelöscht. Sie lauten: Arbeitgeber bewerten ja, aber keine Personen, keine Firmeninternas ausplaudern, nicht unter die Gürtellinie zielen. Ich finde. dass Bewertungs-Plattformen Transparenz hervorbringen. Und im Job-Kontext Unternehmen dazu nötigen, auf Kritik angemessen zu reagieren. Wer nicht reagiert, verliert, denn jeder vierte Internetnutzer (26 Prozent) gibt einer Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) an, sich im Netz schon einmal über Bewertungen von Firmen als Arbeitgeber informiert zu haben. Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) von denen, die dabei tatsächlich die Absicht hatten, den Job zu wechseln, haben sich durch diese Bewertung in ihrer Entscheidung beeinflussen lassen. Das Internet vergisst nicht. Nachdem Personalabteilungen auf sozialen Plattformen wie Facebook nach persönlichen Details ihrer Stellenbewerber gefahndet haben, sorgen Plattformen wie kununu.de, meinChef.de oder Jobvoting.de für einen Ausgleich der Kräfteverhältnisse. So lesen auch Unternehmen die eigenen Bewertungen als Stimmungsbarometer der Belegschaft. Mitbarbeiterbefragungen sind letzlich kein neues Werkzeug zur Mitarbeiterführung. Nur waren diese bislang nicht öffentlich.

Wie nachhaltig sind Unternehmen?

Audi ist ein neuer großer Wurf gelungen: Der Automobilkonzern stellt seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht vor. Damit löst das Unternehmen sein Versprechen ein, das es mit seinem Beitritt zum UN Global Compact gegeben hat, dem weltweit größten und wichtigsten Netzwerk für unternehmerische Verantwortung und Corporate Social Responsibility (CSR).

Gute Karten

Allen Schlagzeilen zum Trotz: Banken gehören zu den attraktiven Arbeitgebern. Doch auch sie stehen laut einer repräsentativen Studie vor den Herausforderungen des demografischen Wandels: Die Bewerberzahlen gehen zurück, und es wird für die Institute schwieriger, offene Positionen zu besetzen. Eine Entwicklung, von der Absolventen profitieren. Von Christoph Berger

Noch vor wenigen Jahren konnten die Unternehmen aus dem Vollen schöpfen, konnten aus einem riesigen Bewerberpool auswählen, ihre Wünsche zu Voraussetzungen und Fähigkeiten der Bewerber nach oben schrauben. Doch die demografische Entwicklung zwingt die gleichen Unternehmen nun, ihre Strategien zu überdenken und sie den gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen. Laut der Studie „Banken und die demografische Entwicklung“ des Personaldienstleisters Hays sehen bereits zwei Drittel der Finanzunternehmen in der demografischen Entwicklung Auswirkungen auf ihre Unternehmenspolitik. Sie hat Einfluss auf die Einstellungspolitik und die Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung. Wie andere Branchen müssen sich auch die Banken vermehrt um Bewerber, Einsteiger und Mitarbeiter bemühen, sich nun selbst „bewerben“, um als Arbeitgeber zu überzeugen. Banken entwickeln daher Förder- und Entwicklungsprogramme für die Mitarbeiter, organisieren Weiterbildungen, bieten Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an und garantieren eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Dazu zählen beispielsweise flexiblere Arbeitszeitmodelle. Außerdem planen die Finanzunternehmen neue Einstellungen, ein größeres Engagement im Bereich Ausbildung und eine neue und erweiterte Rekrutierung. Im Vergleich zu 2010 ist hier ein deutlicher Anstieg zu spüren. Um die Mitarbeiter zu binden, setzen 66 Prozent der befragten Unternehmen auf eine marktgerechte Entlohnung und 64 Prozent auf eine betriebliche Altersvorsorge. Das Aufzeigen von Karriereperspektiven liegt mit 38 Prozent hingegen erst auf Rang 7. Dabei dürfte gerade dieser Aspekt für Hochschulabsolventen interessant bei der Auswahl des zukünftigen Arbeitgebers sein. Wer aus all dem nun schließt, die Unternehmen würden bei der Auswahl von Bewerbern nicht mehr richtig hinschauen, irrt. Zwar nehmen die Chancen für Bewerber zu, gleichzeitig schauen die Unternehmen aber auch genauer hin: Passen die fachlichen Voraussetzungen? Und: Passt der Bewerber zu unserer Unternehmenskultur? Denn bei aller Knappheit ist es umso wichtiger, dass alle an einem Strang ziehen.

Vorgestellt: CFA

Es sind nur drei Buchstaben. Und doch verbergen sich dahinter eine meist mehrjährige Ausbildung und noch mehr Verantwortung. Denn wer einmal den Titel eines Chartered Financial Analyst tragen darf, muss jährlich die damit verbunden Regeln anerkennen, um ihn auch zu behalten. Von Christoph Berger

Für die mehrjährige Weiterbildung zum Chartered Financial Analysten benötigt man einen Bachelorabschluss. Die Durchschnittsdauer der Fortbildung beträgt drei Jahre, pro Jahr wird ein Examen geschrieben. Alternativ zum Bachelorabschluss kann man sich auch im Abschlusssemster seines Studium befinden. Daneben gelten Nachweise von vier Jahren Berufserfahrung oder eine Kombination von Berufs- und Universitätserfahrung von ebenfalls mindestens vier Jahren. Eine gute Arbeitsorganisation, Zeitmanagement, Selbstdisziplin und Motivation sind ebenfalls unabdingbar. Denn die Vorbereitung auf die Examina findet im Selbststudium statt. Wer die drei Examen bestanden hat, kann anschließend eine Mitgliedschaft beim CFA Institute beantragen – auch dies ist eine Voraussetzung für das Tragen des Titels CFA. Darüber hinaus muss man einmal jährlich den CFA Institute Code of Ethics and Standards of Professional Conduct unterzeichnen, in dem man immer wieder aufs Neue sein einwandfreies Verhalten im Geschäftsalltag bestätigt. Denn Ethik, Kapitalmarktintegrität und Exzellenz in der Praxis waren genau die Gründe, weshalb die Ausbildung zum Chartered Financial Analyst ins Leben gerufen wurde. Vergeben wird der Titel vom CFA Institute mit Hauptsitz in den USA. In Deutschland wird die Institution durch den Verein CFA Society Germany mit Standorten in mehreren Städten vertreten. Der Verein fungiert als Sprachrohr für die deutschen Titelträger, berät darüber hinaus aber auch Anwärter und gibt Tipps für die Prüfungsvorbereitungen. Denn die haben es in sich: Pro Examen sind etwa 300 bis 400 Stunden zur Vorbereitung einzukalkulieren – je nach Vorkenntnissen. Auf dem Lehrplan stehen beispielsweise Anleihen, Finanzberichte- und -analysen oder Portfolio- Management. Die englischsprachigen Prüfungen dauern sechs Stunden. Ein Computer darf dabei nicht zur Hilfe hinzugezogen werden. Beim Level- I-Examen im Dezember 2012 haben gerade mal 37 Prozent der Teilnehmer bestanden und damit die erste der drei Prüfungen geschafft. Den Level II bestanden 42, den Level III 52 Prozent – wobei die jeweiligen Quoten von Jahrgang zu Jahrgang schwanken. Der Vorteil: Die Weiterbildung ist um einiges günstiger als viele MBA- oder kostenpflichtigen Masterprogramme. Und Titelträger sind willkommene Kandidaten bei den Unternehmen.

Bankmanager 2.0

Seit vielen Jahren steht der Dozent vor seinen Studenten, um sie in die Welt der Finanzen zu entführen. Portfoliotheorie auf Powerpoint – das ging immer. Doch in letzter Zeit verlagert sich die Aufmerksamkeit der Seminarteilnehmer zunehmend auf die flackernden Bildschirme der Smartphones und Notebooks. Von Dirk Hoenerbach

Die einen mögen diese Entwicklung als Sittenverfall und mangelnden Respekt vor der Lehrkraft sehen, für die anderen ist mit dem Einzug moderner Medien in den Seminarraum eine neue Ära der Wissensvermittlung angebrochen. Wie das Internet und die hier entstandenen sozialen Medien die Wissensvermittlung verändern werden, ist noch nicht entschieden. Dass die Chancen und Risiken von Plattformen wie Xing, YouTube, Facebook und GooglePlus von angehenden und etablierten Finanzprofis in Zukunft kompetent bewertet werden müssen, steht außer Frage. Doch auf welchen Ebenen tangiert das Social Web den Mitarbeiter eines Finanzinstitutes? Medienkompetenz als Schlüsseldisziplin Ein Medium zu kennen, heißt nicht unbedingt, es auch zu verstehen. Wer sich in der virtuellen Welt auskennt und sich darin sicher bewegt, ohne sich in den vielen Möglichkeiten zu verlieren, besitzt heute einen großen Wettbewerbvorteil. Dazu gehört auch, die Kommunikationsregeln und Sprachcodes der Social-Media-Welt zu kennen. Hierbei gilt es, stets das eigene Mediennutzungsverhalten zu hinterfragen und sich bewusst darüber zu sein, dass man sich auf Social-Media-Plattformen, wenn auch nur virtuell, in der Öffentlichkeit bewegt. Alles, was ich schreibe und für alle sichtbar hochlade, kann Einfluss auf meine Karriere nehmen. Nicht selten informieren sich Personalchefs gerne auf Social-Media-Plattformen über ihre Bewerber. Und bringe ich durch mein Verhalten bei Facebook oder anderen Netzwerken den Arbeitgeber in Verruf, kann das sogar juristische Konsequenzen nach sich ziehen. Viele Finanzunternehmen haben diese Kompetenzlücke bereits erkannt und spezielle Social-Media-Verhaltenskodizes für ihre Mitarbeiter aufgestellt, um damit auch den Ruf des Unternehmens zu schützen. Nicht allein aus diesem Grund sollte in Studium und Lehre im Finanzwesen Medienkompetenz auf dem Lehrplan stehen. Reputationsmanagement und Crowdsourcing Der gute Ruf ist eines der wichtigsten Assets im Finanzsektor. Die Reputation der Marke und der Mitarbeiter eines Unternehmens steht jedoch durch die Möglichkeiten der sozialen Medien zur Disposition. Täglich handeln User durch ihre Kommentare, Blogbeiträge und Posts neu aus, wie ein Unternehmen in der Öffentlichkeit dasteht. Längst sind es nicht mehr die klassischen Medien wie die gedruckte Zeitung, Fernsehen oder Radio, die mit ihrer Berichterstattung das Bild eines Unternehmens zeichnen. Ein schlecht gelaufenes Beratungsgespräch findet kaum Einzug in die Nachrichtenagenda. Anders im Netz der neuen Möglichkeiten, wo jeder zum Sender werden kann und jeden Tag ein neuer Skandal einen alten ersetzt. Doch bietet diese Situation auch große Chancen für Unternehmen der Finanzbranche, näher an Kunden heranzutreten, sie an der Unternehmensentwicklung teilhaben zu lassen und sie damit stärker an sich zu binden. Diese neue Beziehung kann auch darin münden, dass der Kunde als Ideengeber fungiert und damit Produktentwicklung und Service mit vorantreibt. In der Fachsprache wird diese Vorgehensweise Crowdsourcing genannt. Nutzt man das kreative Potenzial der Internetgemeinde oder auch der eigenen Mitarbeiter durch intelligente Wege wie den Aufbau eines internen Wiki oder durch Ideenwettbewerbe, kann das die Reputation des Unternehmens stützen und zugleich die Kunden- und Mitarbeiterbindung verstärken. Hierfür bedarf es jedoch eines abteilungsübergreifenden, vernetzten Denkens, das schon in Ausbildung und Lehre gefördert werden muss. Keine weitere Dotcom-Blase Vielen Bankern und Anlegern ist das Platzen der ersten Internetblase Anfang der 2000er-Jahre noch schmerzlich in Erinnerung. Die Euphorie zog alle in ihren Bann. Keiner wollte das Nachsehen haben und dabei sein, wenn der Internetzug richtig anrollt. Leider folgten viele Banker blind dem Hype, meist aus Mangel an Kenntnissen über die Tragfähigkeit eines onlinebasierten Geschäftsmodells. Heute heißt der Hype Social Media – und wenn man genau hinschaut, kommt es auch hier wieder zu einer Übersättigung des Marktes. Doch wie bewertet man das Potenzial eines Start-up-Unternehmens im Onlinebereich, ohne ausreichende Kenntnis darüber, wie der Markt der Neuen Medien funktioniert? Auch an dieser Stelle sollten die Bildungsangebote um spezielle Kurse erweitert werden, die insbesondere den Social-Media-Markt ökonomisch stärker unter die Lupe nehmen. Der Bankmanager der Zukunft wird demnach jemand sein, der neben klassischer Finanzlehre die Klaviatur moderner Medienplattformen nicht nur kennt, sondern die Tasten richtig zu bedienen weiß und dabei einen kühlen Kopf bewahrt. Und was sollte der Dozent mit seinen Seminarteilnehmern machen, die eher dem bunten Treiben auf ihren Bildschirmen folgen? Am besten gibt er ihnen eine praktische Aufgabe, die sie mittels Social Media lösen müssen. Warum nicht die Schwarm-Intelligenz der Masse nutzen und darüber diskutieren? So funktioniert heute der Markt der Meinungsbildung.

Literatur

Thomas M. Koulopoulos: Die Innovations-Zone: Wie sich Firmen neu erfinden Midas Management Verlag 2010. ISBN 978-3907100349. 29,80 Euro Brett King: Bank 3.0 Marshall Cavendish C/O Times E 2012. ISBN 978-9814382120. 22,50 Euro. Kindle Edition: 6,49 Euro

Future of Banking

Die Digitalisierung im Finanzsektor wächst stetig, die Kunden besuchen ihre Bankfiliale immer seltener. Nur mit einer Strategie, die die Online- und Offline-Welt nahtlos miteinander verbindet, können Banken den veränderten Kundenanforderungen künftig gerecht werden. Von Matthias Schubert

Es ist noch keine 15 Jahre her, dass Kunden regelmäßig die Filiale besuchten, um dort ihre Bankgeschäfte am Schalter zu erledigen. Heute hingegen können sie das bequem von zu Hause aus tun. Online-Banking ist bereits zur Selbstverständlichkeit geworden, und Mobile Banking via Smartphone oder Tablet wächst stetig. Doch das Internet dient natürlich nicht nur der Abwicklung von Transaktionen, sondern beschleunigt auch den Informations- und Meinungsaustausch und sorgt für eine bislang nie dagewesene Transparenz. Nur einen Klick entfernt Nicht nur junge Menschen, sondern auch ältere Kunden klicken sich heutzutage vor dem Kauf eines Finanzproduktes wie selbstverständlich durch Suchmaschinen und Vergleichsportale oder holen sich Rat in sozialen Netzwerken ein. Für den eigentlichen Geschäftsabschluss bevorzugen die meisten Kunden allerdings noch immer die Bankfiliale, ein Umstand, der auch als „ROPO-Effekt“ bezeichnet wird – research online, purchase offline. Bevor es überhaupt zu einem solchen Besuch in der Bank kommt, hatten die Kunden allerdings bereits viele alternative Kontaktpunkte im Netz. Die Gefahr einer Abwanderung ist dabei natürlich groß, schließlich ist die nächste Kontoverbindung gerade mal einen Mausklick entfernt. Eine wesentliche Herausforderung für Banken und Sparkassen ist daher die erfolgreiche Überleitung der Kunden vom Internet zur Filiale. Wichtig ist dabei, eine positive „Customer Experience“ zu erreichen, den Kunden also zu begeistern. Zufriedene und loyale Kunden kaufen nicht nur mehr Produkte, sondern sind auch bei weitem nicht so anfällig für Alternativangebote. Doch wie kann eine Bank den Kunden im Internet optimal abholen? Freund oder nicht Freund? In den letzten Jahren sind viele Banken dazu übergegangen, neben ihrer Webseite auch eine Präsenz bei Facebook aufzubauen. Was die Anzahl der Fans und Interaktionen angeht, jedoch häufig nur mit mittelmäßigem Erfolg. Woran liegt das? Zunächst sollte man das Wort „Fan“ hier nicht allzu wörtlich nehmen. Das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft mit einem Kreditinstitut zu sein, also eine echte Fan-Beziehung mit ihm einzugehen, gehört nämlich laut Forrester Research zu den absolut unbedeutendsten Motiven der User, die „Gefällt mir“-Funktion zu nutzen. Vielmehr sind es entweder handfeste Vorteile, zum Beispiel Sonderangebote und Gewinnspiele, oder Informationen über Finanz- und Wirtschaftsthemen sowie aktuelle Hintergrundberichte, die von den Nutzern als Mehrwert wahrgenommen werden. Nicht die Masse der Beiträge, sondern die Qualität der Inhalte entscheidet. Virtuelle Bankfilialen Eine wichtige Chance bieten soziale Netzwerke für Finanzdienstleister im Bereich Kundenservice. Eine schnell und positiv beantwortete Kundenanfrage oder -beschwerde kann auch hier für Zufriedenheit sorgen und die Kundenbindung stärken. Weltweite Beachtung fand in diesem Zusammenhang eine innovative Idee der neuseeländischen ASB Bank. Sie eröffnete im Jahr 2010 die „erste virtuelle Bankfiliale der Welt“ auf Facebook. Über eine gesicherte Verbindung können sich Kunden hier über ein Chatsystem mit einem Mitarbeiter in Echtzeit austauschen. Doch was noch vor kurzem als Innovation gefeiert wurde, wird wohl schon bald nicht mehr state-of-theart sein. Statt dem Betrieb virtueller Chat-Filialen werden Banken und Sparkassen in Zukunft vielmehr dazu übergehen müssen, ihre echten Filialen mit dem Internet zu vernetzen. Omnikanal-Banking Für eine Integration der Filialen in die virtuelle Welt werden künftig leicht bedienbare Online-Zugangskanäle zu den Kundenbetreuern aus den Geschäftsstellen angelegt werden. So wird der persönliche Berater künftig also nicht mehr nur in der Filiale, sondern auch online, per Videokonferenz oder eben auch bei Facebook und Co. zum zentralen Ansprechpartner. Der Kunde kann dabei jederzeit seinen bevorzugten Kommunikationskanal selbst wählen. Anders als beim bisherigen Multikanal-Banking, dessen vorrangiges Ziel es war, mit dem Kunden über möglichst kostengünstige Kanäle zu kommunizieren, kann der Kunde beim Omnichannel-Banking den Kanal jederzeit wechseln und dabei trotzdem seinen Bearbeitungsstatus „mitnehmen“. Er kann also beispielsweise eine Interaktion über sein Smartphone beginnen und später über einen anderen Kanal nahtlos fortführen. Institute, denen es gelingt, eine derartige Verzahnung von Online- und Offline- Welt zu erreichen und ihre Kunden dabei durch ein konsistentes „look and feel“ zu begeistern, dürften sich in den kommenden Jahren einen größeren Marktanteil im Retail Banking sichern.

Literaturempfehlungen

Oliver Everling/Robert Lempka (Hg.): Finanzdienstleister der nächsten Generation. Die neue digitale Macht der Kunden. Frankfurt School Verlag 2013. ISBN 978-3940913623. 59,90 Euro Matthias Schubert Chancen und Grenzen der Online-Kommunikation im Kundenbindungsmanagement von Genossenschaftsbanken. Shaker Verlag 2013. ISBN 978-3844015799. 29,80 Euro

„An Werten orientieren“

Dieter Lehmkuhl hat sein Leben lang als Arzt und Psychotherapeut gearbeitet. Das meiste Geld hat er aber bekommen, ohne etwas dafür tun zu müssen: als Erbe eines beachtlichen Familienvermögens. Diese Geldvermehrung ohne Gegenleistung wurde ihm selber unangenehm, sodass der 69-Jährige 2009 einen Appell zur Vermögensabgabe für Wohlhabende ins Leben rief. Was es damit auf sich hat und was er sich von der jungen Generation von Bankern erhofft, erzählt er im Interview. Die Fragen stellte André Boße

Dieter Lehmkuhl, 69 Jahre, arbeitete als Arzt und Psychotherapeut und leitete bis zu seinem Ruhestand 2007 den sozialpsychiatrischen Dienst in Berlin- Reinickendorf. Mit 50 erbte er ein beachtliches Familienvermögen aus Aktien einer Dortmunder Brauerei und Immobilien.
Herr Lemkuhl, wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie wohlhabend sind? Als junger Mensch noch nicht. Meine Familie hat eher bescheiden gelebt, über Geld wurde nicht viel gesprochen. Bewusst wurde mir das Vermögen meiner Familie erst mit dem Tod meines Vaters in den 70er-Jahren. Ich selber habe nie exorbitant viel Geld verdient. Mein Verdienst war nicht schlecht, aber er hat mich nicht reich gemacht. Und wann kam Ihnen der Gedanke, dass Sie als Erbe eines Vermögens zu wenig Steuern bezahlen? Ich bin durch die 68er-Bewegung geprägt. Meine Einstellung ist seitdem: Geld arbeitet nicht, sondern Menschen. Und der Zuwachs von Vermögen durch Zinsen und Zinseszinsen – also ein leistungsloses Einkommen – stellt eine große Ungerechtigkeit dar, weil nicht alle die gleichen Chancen haben, von diesem Zuwachsmodell zu profitieren. Sie erbten als 68er ein Vermögen, das sich fleißig vermehrte. Ja, es war mir direkt unangenehm, und ich wusste zunächst nicht, damit umzugehen. Mir kam etwas zu, das ich nicht durch eigene Leistung verdient hatte. Es heißt ja ständig, Leistung müsse sich wieder lohnen. Das ist aber vielfach ein Mythos, der der Absicherung von Macht und Privilegien dienen soll. Schaut man genau hin, wie Vermögen entstehen, hat das in vielen Fällen wenig mit Leistung zu tun. Zum Beispiel werden gerade die großen Vermögen meistens vererbt. Das heißt: Das Einkommen der wirklich Reichen generiert sich überwiegend durch Kapitaleinnahmen, die zudem noch geringer besteuert werden als Arbeitseinkommen. Wie sieht eine gute Bank aus? Eine gute Bank dient der Wirtschaft. Die Wirtschaft dient dem Menschen. Das muss die Reihenfolge sein und nicht umgekehrt. Ich habe auch nichts dagegen, dass die Banken Geld mit ihren Geschäften verdienen. Nur: Dieses Geld muss im Verhältnis zur Leistung stehen. Zudem sollte die Tätigkeit gesellschaftlich nützlich sein. Wie kann es denn gelingen, dieses Leistungsprinzip verbindlich einzuführen? Wir sind konfrontiert mit einer multiplen Systemkrise. Da sind die Krise des Finanzsektors, die Schuldenkrise der Staaten, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich auf globaler wie nationaler Ebene, der Klimawandel, Raubbau an der Natur, die Ressourcenknappheit und so weiter. Mit Blick auf diese Krisenvielfalt reichen einzelne und kurzfristige Maßnahmen nicht mehr aus. Was wir benötigen, ist ein Werte- und Mentalitätswandel. Wir müssen wieder das richtige Maß finden und darüber diskutieren: Was macht ein gutes Leben aus? Wie wollen wir leben? Was ist eine angemessene Bezahlung für eine Leistung? Experten schlagen daher eine Begrenzung der Spitzeneinkommen auf das 20-fache des Mindestlohnes vor. Über solche Themen müssen wir diskutieren. Setzen Sie dabei auch auf den Nachwuchs in der Finanzbranche? Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Joseph E. Stiglitz hat in einem seiner Bücher bedauert, dass sehr viele talentierte Menschen in den Neunzigerjahren in den Finanzsektor wanderten, wo es fast ausschließlich darum ging, viel Geld zu verdienen. Daher wurde dort ihr Talent verschleudert, echten gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Ich hoffe darauf, dass immer mehr junge Leute ihr Talent nicht vergeuden, sondern sich stattdessen als Teil der Finanzbranche verstärkt an Werten orientieren, die den Menschen und dem Gemeinwohl dienen. Es gibt Banken, in denen das möglich ist. Und es gibt auch zunehmend Kritik in Bankerkreisen, die die Entwicklung der Branche sehr bedauern. Sind Sie in dieser Hinsicht mit Blick auf die aktuelle junge Generation optimistisch? Ich hoffe auf ihre Weitsicht und Klugheit. Sie wird die Zukunft gestalten – und es liegt auch an ihr, ob diese Zukunft lebenswert sein wird. Wir wissen aus der Glücksforschung, dass ein Einkommen, das weit über das Nötige zur Absicherung der elementaren Bedürfnisse hinausgeht, kaum noch dazu beiträgt, dass ein Mensch tatsächlich glücklicher wird. Wirkliche Zufriedenheit entsteht aus guten Beziehungen, sinnvoller Arbeit und einem erfüllten Leben.

Solidarität

Als Lehmkuhl merkte, wie schnell sein Vermögen wuchs, ohne dass er etwas dafür tun musste, wurde er nachdenklich. Im Mai 2009 gründete er mit rund 20 weiteren Vermögenden die Initiative „Appell für eine Vermögensabgabe“. Mittlerweile gibt es 63 Unterzeichner. Die Idee: Deutsche mit einem Vermögen von mehr als 500.000 Euro (das sind rund 2,2 Millionen Bürger) sollen zwei Jahre lang fünf Prozent davon an den Staat abgeben. Nach diesen zwei Jahren schlagen die Initiatoren die Wiedereinsetzung der Vermögenssteuer von einem Prozent vor. Genutzt werden soll dieses Geld gezielt für den ökologischen Umbau der Wirtschaft sowie für die Bereiche Bildung, Gesundheit und Soziales. Die Abgabe würde rund 160 Milliarden Euro generieren. www.appell-vermoegensabgabe.de

Grünes Geld

Die 1997 gegründete Umweltbank mit Sitz in Nürnberg finanziert und fördert mit dem Geld aus ethischökologischen Anlagen ausschließlich Umweltprojekte in Deutschland. Eva-Maria Reihofer ist Trainee bei der Bank – der Umwelt zuliebe. Aufgezeichnet von Stefan Trees

Zur Person

Eva-Maria Reihofer, 25 Jahre, Trainee Unternehmen: UmweltBank Ort: Nürnberg Web: www.umweltbank.de
Wie alles begann Auf der Suche nach einem Praktikum vor dreieinhalb Jahren bin ich in einer Jobbörse auf die Umweltbank gestoßen. Ich kannte die Bank bereits, weil ich damals unweit vom Unternehmenssitz wohnte und schon oft am Firmengebäude vorbeigegangen war. Nach einem Praktikum konnte ich dort als Werkstudentin weiterarbeiten. Und als ich dann vor einem Jahr mein Bachelor- Studium in Betriebswirtschaft an der FH Nürnberg abgeschlossen habe, konnte ich sogar direkt im Anschluss ein Traineeprogramm bei der Bank beginnen. Ein Trainee durchläuft in zwei Jahren durchschnittlich drei bis vier Abteilungen, beispielsweise die Anlageoder Vermögensberatung oder Projekt-, Bau- oder Solarfinanzierung. Ich arbeite zurzeit in der Projektfinanzierung. Warum ich das mache Ohne eine intakte Umwelt wird unser Leben irgendwann nicht mehr funktionieren. Für eine Veränderung muss man etwas tun, das passiert nicht von alleine. Ich selbst habe kein Auto, gehe zu Fuß zur Arbeit oder fahre mit dem Fahrrad und kaufe am liebsten regionale oder Bio-Lebensmittel. Mit Blick auf unsere Umwelt wollte ich deshalb etwas Sinnvolles mit meinem Studium tun. Bei der Wahl meines Arbeitgebers standen die ökologischen Aspekte im Vordergrund. Außerdem hat mich die Branche der Erneuerbaren Energien sehr interessiert. Nun ist es unter anderem mein Job, Wind- und Solarparks zu finanzieren. An meiner Arbeit mag ich, dass ich Menschen helfen kann, etwas aufzubauen. Dabei arbeiten wir nach dem „A-Z-Prinzip“: Ein Kunde hat einen Ansprechpartner, der ihn von der Kreditanfrage über die Vertragsgestaltung bis zur Kreditrückzahlung betreut. Das finde ich sehr abwechslungsreich. Um die Finanzierungsanfrage eines Projekts beurteilen zu können, werden unter anderem verschiedene technische Gutachten erstellt. Daher ist es wichtig, dass ich auch selbst verstehe, was hinter den Projekten steckt. So muss ich zum Beispiel durchschauen, wie eine Solaranlage funktioniert. Viel Wissen habe ich mir über „Learning by Doing“ angeeignet, das ich über Schulungen noch vertiefe. Zuletzt habe ich die Finanzierung eines Solarparks in Ostdeutschland in Höhe von mehreren Millionen Euro betreut. Da kann ich nun hinfahren und sagen: Da habe ich mitgemacht. Was es bislang gebracht hat Mit vielen Kolleginnen und Kollegen teile ich meine Auffassung von Ökologie und Nachhaltigkeit, mit den einen mehr, mit den anderen weniger – wir sind ja nicht nur Ökobanker. Und was mich jedes Jahr aufs Neue beeindruckt, ist die CO2-Bilanz der Umweltbank: Über zwei Millionen Tonnen CO2 haben wir 2012 durch die von uns finanzierten Projekte eingespart. An dieser Zahl erkenne ich, welchen Unterschied unsere Arbeit für unsere Umwelt macht. Und dieser Unterschied ist messbar und nicht nur ideologisch begründet.