Vertiefung Fahrzeugelektronik und Mechatronische Systeme BA Ravensburg
- Abschluss: Bachelor of Engineering (B.Eng.)
- Zulassung: nach Abschluss eines Ausbildungsvertrages mit einem Partnerunternehmen.
- Studienbeginn: zum 1. Oktober jeden Jahres

Die Bewerbung zum Doppenbachelor-Studium ist jeweils zum Wintersemester möglich. Weitere Infos unter www.ku.deClaudia, Diana, Tobias, Leo, Alexander und Sebastian konnten die Auswahlkommission bereits von sich überzeugen. Sie sind bereit für ein spannendes Studium, dass ihnen China so nahe bringt wie Wenigen. Neben Studium und Praktikum wollen sie die Zeit nutzen, um das Land richtig kennen zu lernen. Einen Heimaturlaub innerhalb der nächsten zwei Jahre haben sie daher noch gar nicht eingeplant. Wahrscheinlich geht es erst wieder nach Ingolstadt zurück, wenn sie den ersten deutsch-chinesischen Doppel-Bachelor-Abschluss in der Tasche zu haben.
Nach bestandenem Examen wählen siebzig Prozent aller Referendarinnen und Referendare den Anwaltsberuf. Viele reizt die Spezialisierung zum Wirtschaftsanwalt. Doch ein klarer Ausbildungsweg fehlt bislang.Von Ulrich von Falkenhayn
Der Wirtschaftsanwalt arbeitet auf Gebieten, die meist nicht unternehmensintern und auch nicht von anderen Berufen abgedeckt werden können. Dies sichert ihm die stetige Nachfrage nach einer Leistung, die letztlich nur durch Wettbewerb oder die konjunkturelle Situation beeinflusst werden kann.Zur Person
Der Autor Ulrich von Falkenhayn studierte Jura in Heidelberg und absolvierte seine Referendarzeit in Mannheim.
Beruf Wirtschaftsanwalt
Weitere Informationen
So charakterisiert Erfolgscoach Uwe Schnierda den “typischen” Bewerber. Dem karriereführer erzählte er, welche Verhaltensformen und Strategien stattdessen im Vorstellungsgespräch gefragt sind.
Das Vorstellungsgespräch wird oft mit einem Verkaufsgespräch verglichen. Was halten Sie davon? Gerade bei Hochschulabsolventen hat das Wort “Verkauf” einen leicht negativen Touch. Das klingt einerseits nach Klinkenputzen, und damit erleiden viele Bewerber Schiffbruch. Andere wiederum treten zu überheblich auf, aber auch das klappt nicht. Denn dann wird erst recht nach Fehlern und Schwächen gesucht. Aber es gibt auch einen Mittelweg: die beschreibende, sachliche Darstellung der eigenen Stärken. Und diese Verkaufsmethode kann sich jeder mit guter Vorbereitung aneignen. Und was macht eine gute Vorbereitung aus? Neben den Informationen über das Unternehmen ist die Ausarbeitung einer Selbstpräsentation ganz wichtig. Schließlich kommen fast in jedem Vorstellungsgespräch Fragen wie “Warum sollen wir gerade Sie einstellen?” oder “Was unterscheidet Sie von anderen Bewerbern?” Darauf sollte der Bewerber einen Kurzvortrag zum eigenen Profil liefern können – aber bitte keinen chronologisch aufgebauten Lebenslauf. Suchen Sie sich stattdessen zwei bis drei Kernelemente der angebotenen Stelle raus – zum Beispiel Marketingerfahrungen und Sprachkenntnisse – und liefern Sie dafür Belege aus Ihrem Werdegang. So vermeiden Sie das Chronologische und behalten die Stelle im Blick. Trotz guter Vorbereitung sind viele vor dem Vorstellungsgespräch sehr nervös. Wie können Bewerber mit dieser Nervosität umgehen? Gefühle sollte man ernst nehmen, schließlich geht es ja auch um etwas. Wenn ich Angst verspüre, ist das erst einmal ein Signal, das mich anspornen, mir aber keine schlaflosen Nächte bereiten sollte. Oft hilft eine mentale Vorbereitung: Machen Sie sich klar, dass es in dem Gespräch nicht um alles oder nichts geht. Man will Sie kennen lernen und das ist eine Auszeichnung. Dass Sie sich im schriftlichen Verfahren schon gegen eine ganze Menge Bewerber durchgesetzt haben, sollte Sie beruhigen. Denken Sie außerdem daran, dass die Entscheidung ja nicht in dem Gespräch selbst fällt, sondern dass beide Seiten noch Zeit zum Überlegen haben. Und wenn die Gefühlsschwankungen Sie trotzdem überwältigen, arbeiten Sie noch einmal in aller Ruhe Ihre Korrespondenz mit der Firma, die Stellenanzeige und Ihre Bewerbungsmappe durch. Wie gelingt es dann im Gespräch, die Sympathie des anderen zu gewinnen? Sympathie wird über das erzeugt, was man sagt, aber auch darüber, wie man es sagt. Körpersprache spielt dabei eine ganz große Rolle. Nicht besonders überzeugend ist es, wenn Sie in die Rolle des scheuen Mauerblümchens verfallen, im Stuhl zusammensacken, ängstlich zu Boden blicken und sagen: “Meine Führungsqualitäten sind sehr ausgeprägt.” Das andere Extrem: der aggressive Bewerber, der mit bohrenden Blicken den Personalverantwortlichen bedrängt und dann Sätze fallen lässt wie “Warum stellen Sie mir eigentlich diese Fragen, das müssten Sie doch alles aus meinen Unterlagen wissen.” Am besten überprüfen Sie Ihre Körpersprache im Vorfeld, möglichst mit Videokamera, Freund oder Freundin. So finden Sie heraus, welche Stressgesten Sie haben. Die einen klopfen mit den Fingern auf die Tischplatte, weil sie nervös sind, andere nesteln am Schmuck rum. Gewöhnen Sie sich an eine aufrechte Sitzhaltung, achten Sie darauf, Ihre Beine nicht zu verknoten und nicht verkrampft zu sitzen. So lösen Sie mögliche Anspannungen. Ist auch das Outfit ein Sympathiefaktor? Ja, denn mit der Kleidung signalisieren Sie: “Ich habe verstanden, worauf es ankommt.” Wer sich für Berufe mit Kundenkontakt bewirbt, kommt im Business-Outfit. Und auch Absolventen der Natur- und Ingenieurswissenschaften sollten nicht mit abgewetzter Jeans und ausgelatschten Schuhen erscheinen. Denn im Bewerbungsgespräch zieht man sich nicht so an, wie man später arbeiten, sondern so, wie man die Firma im Außenkontakt vertreten möchte.Wie verhalte ich mich bei mehreren Gesprächspartnern? Neben den Personalverantwortlichen können auch Fachvorgesetzte oder Bereichsleiter bei dem Gespräch dabei sein. Wer da die Sympathie aller gewinnen will, sollte auch alle einbeziehen. Durch Blickkontakt, aber auch durch Inhalte. Am besten überlegen Sie sich im Vorfeld zwei bis drei Beispiele, die sowohl für die eine wie auch für die andere Zielgruppe interessant sind. Personaler sind in der Regel sehr an Soft Skills interessiert. Sie wollen Beispiele aus der Praxis, die diese Soft Skills belegen – zum Beispiel die Organisation einer Studenteninitiative oder die Leitung einer Arbeitsgruppe. Fachvorgesetzte und Geschäftsführer interessieren sich besonders für die Einsetzbarkeit des Bewerbers. Signalisieren Sie also mit Beispielen aus Studium und Praktika, dass der Theorie-Praxis-Schock bei Ihnen eher gering ausfallen wird. “Welche Stärken und Schwächen haben Sie?” – Empfehlen Sie, auf diese Frage, ganz ehrlich zu antworten? Ehrlich sollten Sie sein, aber in Maßen. Die meisten Bewerber sind zu lieb, zu ehrlich und zu offen. Entscheidend ist, dass Sie das Verhältnis richtig gewichten. Überlegen Sie sich zwei bis drei Stärken, die Sie mit berufsbezogenen Beispielen belegen können. Als Schwäche würde ich dagegen erstmal nur eine nennen und nur auf Nachfrage eine weitere. Ein Tipp: Zeigen Sie, dass Sie Ihre Schwächen erkannt und etwas dagegen unternommen haben. Zum Beispiel: “In einem Praktikum wurde mir mal gesagt, ich sei zu abwartend. Das war auch so. Ich war das erste Mal in der Firma, wollte niemanden nerven, sondern erstmal sehen, wie das so läuft. Aber mittlerweile habe ich mir angewöhnt, aktiver auf Leute zuzugehen.” Mit so einer Antwort stehen Sie sehr gut da. Gibt es Information, ohne die ich das Vorstellungsgespräch auf keinen Fall verlassen sollte? Ja, denn das Vorstellungsgespräch ist ein Dialog und kein Frage-Antwort-Spiel. Deshalb sollten Sie schon zu Hause eigene Fragen vorbereiten – allerdings keine dummen. Was also schon aus der Stellenanzeige oder der Homepage hervorgeht, sollte man nicht fragen. Fragen zur Einarbeitung bieten sich dagegen immer an und hinterlassen einen guten Eindruck: “Wie findet bei Ihnen die Einarbeitung statt? Gibt es einen festen Ansprechpartner? In welchen Abteilungen werde ich eingesetzt?” Mit solchen Fragen zeigen Sie Ihr Interesse und können besser einschätzen, was auf Sie zukommt. Und wie sieht es aus mit der Frage nach dem Gehalt? Sie selbst sollten diese Frage auf keinen Fall zu Beginn des Gesprächs, sondern erst im letzten Drittel stellen. Im Idealfall spricht aber die Firma dieses Thema an, nachdem sie einiges über Ihre Person erfahren hat. Damit sendet sie ein Kaufsignal. Wenn ich mir ein Auto kaufen will, informiere ich mich schließlich auch erstmal über die Ausstattungsmerkmale und komme dann irgendwann zur Preisverhandlung. Womit wir wieder beim Verkaufsgespräch wären. Ja, und wie beim Autokauf sollte man auch hier die üblichen Preise kennen. Informieren Sie sich also im Vorfeld, was normalerweise in der Branche gezahlt wird.Nachlesen:
Püttjer, Christian; Schnierda, Uwe: Souverän im Vorstellungsgespräch. Die optimale Vorbereitung für Um- und Aufsteiger Campus Verlag ISBN: 978-3593501192 Preis: 17,99 Euro
Ansichten eines Gesprächs
Der Bewerber Marcus Hornung und die Personalreferentin Alexandra Hentschel erinnern sich an ein erfolgreich verlaufenes Vorstellungsgespräch.Der Bewerber
“Für das Bewerbungsgespräch bei PwC Deutsche Revision habe ich mich thematisch und mental sehr gut vorbereitet. Freundlich werde ich von Frau Hentschel und dem zuständigen Partner am Standort Frankfurt begrüßt. Es entsteht schnell eine offene Atmosphäre und ich verliere meine anfängliche Nervosität. Das Gespräch beginnt mit einer Vorstellungsrunde. Partner und Personalreferentin gehen dabei neben ihrer organisatorischen Einordnung und Aufgabenstellung auch auf Hobby und Familie ein, was mir sehr positiv auffällt. Dann berichte ich. Bei der Vorstellung meines Lebenslaufs hebe ich Punkte hervor, die mir in bezug auf meine angestrebte Tätigkeit wichtig erscheinen. Sind Aspekte besonders interessant, sollen bestimmte Situationen näher beleuchtet werden oder werden weitere Informationen notwendig, stellen die beiden vertiefende Fragen. Ein gegenseitiger Informationsaustausch entsteht. Der interessierte Fragestil meiner Gesprächspartner lockert und entspannt die Atmosphäre. Im weiteren Verlauf präsentieren sich das Unternehmen und der Fachbereich, für den ich mich beworben habe. Ich erfahre, in welcher Form meine Vorstellungen von einem zukünftigen Arbeitgeber und Arbeitsplatz erfüllt werden. Bei Unklarheiten frage ich direkt nach, sodass die Präsentation fließend mit der Beantwortung meiner Fragen einhergeht. Zum Abschluss des zweistündigen Gespräches skizziert Frau Hentschel die weiteren Prozessschritte, sodass ich weiß, wann ich mit einer Nachricht zu rechnen habe. Das war vor zehn Monaten, heute arbeite ich bei PwC als Prüfungsassistent im Bereich Financial Services.”Die Personalerin
“Guten Tag und Herzlich Willkommen bei PwC!” Schon die ersten Minuten meiner Begegnung mit Herrn Hornung sind für mich sehr wichtig, um einen persönlichen Eindruck zu bekommen. Wie wirkt der Bewerber auf mich? Ist er dem Gespräch angemessen gekleidet? Geht er locker mit Small Talk um? Für einen Prüfungsassistenten und späteren Wirtschaftsprüfer, der im engen Kontakt mit dem Mandanten steht, ist das professionelle Auftreten ein Muss. Um eine freundliche Atmosphäre zu schaffen und die erste Anspannung von Herrn Hornung zu nehmen, wende ich mich zunächst seinem Lebenslauf zu. Hier beschreibt Herr Hornung wo, wie und in welchen Bereichen er seine Praktika absolviert hat. Anhand von Praxisbeispielen erkenne ich analytische Fähigkeiten, Fachkenntnisse und strukturiertes Vorgehen. Neben dem fachlichen Know-how interessieren mich aber auch Aspekte, die nicht unmittelbar den schriftlichen Unterlagen zu entnehmen sind. Gab es besondere Erfahrungen während der Tätigkeit als Praktikant? Hat er während eines Auslandsaufenthaltes etwas Ungewöhnliches erlebt und wie ist er damit umgegangen? Diese Informationen erweitern mein Bild von Herrn Hornung und geben mir die Möglichkeit, ihn besser kennen zu lernen. Als Prüfungsassistent arbeitet man in unterschiedlich großen Teams zusammen, die immer wieder neu gebildet werden. Deshalb spreche ich Herrn Hornung auf seine Teamfähigkeit an. Beispiele aus dem Sport sind dabei genauso hilfreich wie Erfahrungen aus Studium und Praxis. All diese Aspekte haben den Ausschlag geben, Herrn Hornung als Mitarbeiter bei uns zu begrüßen.
Wie kommt eine Juristin dazu, sich ausgerechnet mit Steuerrecht zu beschäftigen? Tanja Maria Beck schreibt im karriereführer über die Faszination Steuerrecht und ihren Berufseinstieg bei der internationalen Anwaltssozietät Shearman & Sterlin.
Ich kann nicht behaupten, dass es schon immer mein Traum war, als Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Steuerrecht tätig zu werden. Die Juristerei hätte mich zwar schon nach dem Abitur gereizt, aber ich hatte zunächst kein Interesse daran, wieder in einem Klassenzimmer oder Hö-saal zu sitzen und nur vor mich hin zu lernen. Daher beschloss ich, zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau zu machen. Die wirtschaftlichen Aspekte des Bankgeschäftes haben mich bereits damals in ihren Bann gezogen. Als reine Bankkauffrau ist man jedoch von den eigentlich interessanten Geschäften ausgeschlossen. Um also an diesen Transaktionen mitarbeiten zu können, begann ich nach dem Abschluss meiner Ausbildung mit dem Jurastudium.Zur Person
Tanja Maria Beck studierte von 1993 bis 1998 an der Uni Göttingen und arbeitete als Rechtsanwältin im Steuerrecht von Shearman & Sterling in Düsseldorf.
Mittelfristig dürfte der Berufszweig Investmentbanking gute Job- und Gehaltsaussichten bieten. Zurzeit tut sich in der Branche jedoch noch nicht viel: Mit einer Zunahme des Wertpapierhandels wird erst nach dem Wiederanspringen der Konjunktur gerechnet. Gute Voraussetzungen für den Berufseinstieg im Wertpapierbusiness haben Wirtschaftswissenschaftler mit Kenntnissen in mathematischer Wahrscheinlichkeitstheorie.
Investment Banking ist der wertpapiergestützte Zweig des nationalen und internationalen Finanzgeschäftes. Seine Bedeutung werde weiter zunehmen, schätzt Friedrich Thießen, Professor für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre an der TU Chemnitz: Beispielsweise sei bei den Banken eine Beschränkung auf das traditionelle Einlage- und Kreditgeschäft künftig undenkbar. Zudem werde die Finanzierung mittelständischer Unternehmen in Zukunft stärker reguliert. Statt großzügig Kredite zu geben, würden die Banken vorsichtiger und setzten auf Wertpapiertransaktionen. Damit werde das Know-how der Investmentbanker auch im Mittelstand gefragt.Weitere Informationen:
DVFA Bundesverband Deutscher Investment-und Vermögensverwaltungs-Gesellschaften Quelle: Rheinische Post
Welche Aufgabe haben Unternehmer heute? Welche Werte zählen bei Trigema? Diese und andere Fragen stellte Robert Piterek vom karriereführer Wolfgang Grupp. Der Trigema-Geschäftsführer wirbt damit, ausschließlich in Deutschland zu produzieren.
Für welche Werte steht Ihr Unternehmen? Selbstverständlich ist es unser Ziel, erfolgreich zu sein, aber dabei muss Menschlichkeit garantiert werden. Es kann nicht sein, dass man über Leichen geht. Es muss so sein, dass ich auch am Wochenende einem Mitarbeiter über den Weg laufe und wir uns freundlich grüßen, statt dass er mit der Faust in der Tasche an mir vorbeiläuft. In einem Unternehmen darf es nicht nur auf materielle Werte ankommen. Mitarbeiter sollen nicht nur an der Leistung gemessen werden. Ein älterer Arbeitnehmer beispielsweise, der nicht mehr die Leistung bringt, ist für mich trotzdem eine wichtige Person, weil er früher viel für das Unternehmen getan hat. Empfinden Sie Ihren Mitarbeitern gegenüber Verantwortung? Die Verantwortung für meine Mitarbeiter steht bei mir an erster Stelle. Es ist wichtig, dass sie wissen, dass ich Verantwortung für sie und ihren Arbeitsplatz übernehme. Dann sind sie auch bereit die Leistung zu bringen. Wenn sie aber das Gefühl haben, dass sie heute gebraucht werden und morgen entlassen werden, werden sie die Leistung nicht mehr bringen. Wenn sie die Olympiamedaille im Springreiten gewinnen wollen, dann werden sie ihr Pferd bestimmt auch bestens pflegen.Die Verantwortung für meine Mitarbeiter steht an erster Stelle.Welche Werte schätzen Sie bei Ihren Mitarbeitern? Ich schätze generell bei meinen Mitarbeitern, dass sie akzeptieren, dass wir zusammen in einem Boot sitzen. Jeder hier ist auf den anderen angewiesen. Wir brauchen uns gegenseitig, dürfen aber nicht nur die Stärken der anderen schätzen, sondern müssen auch auf die Schwächen Rücksicht nehmen. Welche Schwächen meinen Sie? Die Schwächen können im Umfeld liegen. Beispielsweise, wenn ein Mitarbeiter Probleme mit dem Partner hat. Oder wenn eine Mitarbeiterin Mutter von fünf Kindern ist. Wenn die Leistung eines Mitarbeiters nachlässt, muss man sein Umfeld berücksichtigen. Es kann einem ja selbst einmal so gehen, dass man wegen eines Problems nicht 100 Prozent Leistung bringen kann. Welche Werte vermissen Sie in der heutigen Geschäftswelt? Der Umgang wird immer unpersönlicher. Mitarbeiter werden zu Nummern. Man kennt sich kaum noch. Es geht nur noch um Egoismus. Es geht denen, die sich oben hoher Gehälter bedienen immer besser, unten wird es, wie sich an der Ausbeutung des Sozialstaats zeigt, nachgemacht. Wenn die Oberen für Fehlleistungen mit Millionen abgefunden werden, dann darf man sich nicht wundern, wenn der Mitarbeiter unten sagt: „Rette noch, solange es was zu retten gibt.“ Dann arbeitet er schwarz nebenher und nutzt damit den Sozialstaat aus. Wir halten heute nicht mehr zusammen, sondern lassen uns vom Egoismus leiten. Welche Aufgabe haben Unternehmer heute? Die Aufgabe des Unternehmers in einem Hochlohnland wie Deutschland ist es, die Mitarbeiter so einzusetzen, dass sie ihrer Ausbildung und ihrem Können entsprechend arbeiten. Hier muss aber auch die Gesellschaft in die Pflicht genommen werden: Wenn immer mehr ausgebildet wird und immer mehr Leute studieren, müssen wir auch dafür sorgen, dass es Arbeit für diese Menschen gibt. Wir dürfen die Leute aber auch nicht überfordern, indem wir sagen, dass wir die einfachen, handwerklich begabten Leute nicht mehr brauchen. Das führt automatisch zu höherer Arbeitslosigkeit. Ihr Textil- und Bekleidungsunternehmen produziert ausschließlich in Deutschland. Ihre Konkurrenz hat einen Teil der Produktion ins Ausland verlagert, wo die Personalkosten niedriger sind. Wie schaffen sie es, weiter rentabel zu produzieren? Nehmen wir einmal die deutschen Textilunternehmer Schießer, Jockey und Steilmann. Ich kenne viele dieser Unternehmer. Sie waren gestandene Millionäre, als sie 100 Prozent in Deutschland produzierten. Ich kenne keinen der reicher geworden ist, seit er von den billigen Arbeitsplätzen im Ausland profitiert. Ich kenne aber viele, die ärmer geworden oder von der Bildfläche verschwunden sind. Hier stimmt etwas nicht. Ich muss wissen, dass eine Arbeitskraft in Deutschland teurer ist, weil sie mehr kann. Wenn ich eine einfache Sekretärin einstelle, ist sie sicher billiger als eine, die fünf Sprachen spricht. Auf meinen Betrieb übertragen ist das dann eine Näherin, die fünf Arbeitsgänge beherrscht. Um rentabel zu produzieren, darf ich keine Massenaufträge annehmen. Der weltweite Preiskampf macht Ihnen also nichts aus? Natürlich macht mir das etwas aus. Ich kämpfe mit jedem, wenn wir mit gleichen Bandagen kämpfen. Andere Unternehmen erhalten aber Subventionen, machen drei Mal Pleite, entledigen sich dadurch ihrer selbstverschuldeten Kosten und müssen damit auch ihren Pensionsverpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern nicht mehr nachkommen. Das ist kein regulärer Wettbewerb mehr, das ist subventionierter Wettbewerb. Damit wird unsere Wirtschaft über kurz oder lang ausgelöscht. Sie haben ja auch gesagt, dass die Leistung eines Unternehmers sich nicht in Umsatz und Größe zeigt, sondern in der problemlosen Erhaltung der Arbeitsplätze. Das klingt wie eine Absage an die Renditementalität. Natürlich, ich kann mich mit Hilfe der Banken verdoppeln und verdreifachen. Wenn ein Unternehmer sagt, er habe 380 Millionen Euro Umsatz und man erfährt, dass er weit über 200 Millionen Kredit hat, dann ist das für mich indiskutabel. Es geht doch darum, was dieses Unternehmen wirklich geleistet hat. Wenn einer sagt, er hätte den Umsatz verdoppelt, muss gefragt werden, wie viel Schulden und wie viele Arbeitsplätze er hat. Und wenn er sagt: Ich habe 1.000 Arbeitskräfte gehabt und jetzt 2.000 und die Schuldenlast von 100 Millionen Euro Schulden nicht vergrößert, dann ziehe ich den Hut. Wenn er aber sagt, dass er den Umsatz verdoppelt und die Schulden verdreifacht hat, dann sage ich: So nicht! Zählt Umsatz und Gewinn nicht für Sie? Für mich zählt das natürlich zu 100 Prozent, denn ich lebe ja auch nur vom Erfolg. Um erfolgreich produzieren zu können, müssen meine Mitarbeiter aber die Leistung bringen. Und sie bringen die Leistung eher, wenn ich sage, dass ich zu Ihnen stehe und Ihnen den Arbeitsplatz garantiere.
Manager bekommen große Abfindungen, haften aber nicht für Ihre Fehler. Was kann man dagegen machen? Es geht nicht an, dass jemand für eine Fehlleistung Millionen bekommt. Deshalb müssen Manager mit hohen Bezügen für Ihre Entscheidungen haften. Hohe Gehälter sollte es nur geben, wenn die entsprechende Leistung erbracht wird. Dann kann ich auch von einem Arbeitslosen erwarten, dass er mit zwei Dritteln des Geldes auskommt, wenn er den Arbeitsplatz selbstverschuldet verloren hat. Würden Sie für Ihre Fehler haften? Ich tue es ja. Ich bekomme keine Subventionen oder Steuergeschenke. Wenn ich eine Fehlentscheidung treffe, muss ich sie selbst bezahlen. Was muss sich denn in Deutschland ändern, damit die Wirtschaft wieder wächst? Die Verantwortung muss zurück von oben nach unten gehen. Leistung muss wieder honoriert werden, Nicht-Leistung darf nicht honoriert werden. Wenn man oben ein Beispiel setzt, wird man es unten nachmachen. In der Krise bangen die Menschen um Ihre Arbeitsplätze. Der psychologische Druck nimmt zu. Was raten Sie Berufseinsteigern mit Hochschulabschluss in diesen Zeiten für den Berufseinstieg? Wir ziehen unsere Leute ja selber auf und stellen wenige Leute von Außerhalb ein. Eins kann ich aber sagen. Wenn ich mich heute bewerben würde, würde ich sagen: Sie können mich einsetzen wo sie mich brauchen. Testen Sie, ob ich ihnen etwas bringe. Wenn ich ihnen nichts bringe, bin ich auch bereit den Arbeitsplatz wieder zu verlassen. Vor einem Hochschulabsolventen der so auftritt, würde ich den Hut ziehen.Weitere Informationen:
Homepage Trigema
Diversity ist noch ein relativ junges Thema in der europäischen Unternehmenswelt, das aber in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt. Was macht ein Diversity Manager? Von Hans W. Jablonski.
Diversity bedeutet wörtlich übersetzt Vielfalt oder Verschiedenartigkeit. Bei der Ford- Werke AG steht dieser Begriff für die Vielfalt der Mitarbeiter des Unternehmens. Sie wird als Stärke in einem Unternehmen verstanden, in dem Mitarbeiter aus über 57 Nationen zusammenarbeiten. Deshalb ist Diversity bereits seit 1996 ein Eckpfeiler der weltweiten Ford-Unternehmenskultur. Neben anderen Elementen geht es dabei im wesentlichen um die Wertschätzung einer jeden Mitarbeiterin und eines jeden Mitarbeiters, unabhängig davon, welchen Geschlechts, welcher Nationalität, Religion, sexueller Orientierung oder gesellschaftlichen Gruppe sie oder er angehört. Diversity ist daher kein Programm oder Initiative. Mit dieser Aufgabe verbindet sich vielmehr der ganzheitliche Ansatz, die Unterschiede der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Chance für diese selbst und das Unternehmen zu verstehen. Bei Ford gibt es seit Januar 2001 die Funktion eines Diversity Manager.Zur Person
Hans W. Jablonski ist studierter “Diplom Volkswirt”. Seit Anfang 2003 ist er Diversity Manager bei der Ford Werke AG in Köln für Deutschland.