Gehirnjogging: Kultur-, Buch- und Linktipps

Grafik: karriereführer

1LABOR FÜR ROBONATIVES

Der Einzug der Robotik in den Alltag der Menschen hat längst begonnen. In der Roboterfabrik, einem von der Region Hannover geförderten Projekt für die Bündelung einer umfassenden und modernen Robotik-Ausbildung an der Leibniz Universität Hannover, können Schüler und Studenten mit zahlreichen Robotern experimentieren. Die Teilnehmer der einwöchigen Projekte lösen in Gruppen Aufgaben in Form sogenannter Robothons („Roboter“ + „Marathon“), ähnlich des Informatik- Konzeptes „Hackathon“. Für Studenten werden Robothons begleitend zu Vorlesungen angeboten, um die im Semester erlernte Theorie praktisch mit einem Roboter umzusetzen und so zu vertiefen. Ziel der Roboterfabrik ist die Ausbildung der zukünftigen Robonatives, also Menschen, die mit Robotertechnik aufwachsen und dadurch in der Lage sind, diese Technologie intuitiv zu verstehen und einzusetzen. www.roboterfabrik.uni-hannover.de

Foto: Volker Schlichting

3SCHÄDEN AN OFFSHORE-WINDENERGIEANLAGEN FRÜH ERKENNEN

Rotorblätter von Offshore-Windenergieanlagen müssen regelmäßig auf Schäden inspiziert werden. Eine aufwendige Angelegenheit: Je nach Standort bedeutet das bis zu 100 Kilometer mit dem Schiff. Dann wird der Rotor angehalten, um die Anlagen zu erklettern und die bis zu 90 Meter langen Blätter zu inspizieren – teuer, umständlich und wetterbedingt oft nicht möglich. In einem Verbundprojekt, koordiniert vom Institut für Statik und Dynamik (ISD) der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie an der Universität Hannover, sollen nun Möglichkeiten entwickelt werden, um Schäden im Rotorblatt frühzeitig zu erkennen. Dazu werden akustische Verfahren zur Schadenslokalisation mit messdatenbasierten und modellgestützten Verfahren kombiniert. Sensoren, die die Schwingungen messen, werden im Blatt platziert. Aus diesen Signalen lassen sich Rückschlüsse ziehen, ob das Blatt noch intakt ist. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit 2,5 Millionen Euro gefördert. Getestet werden die neuen Verfahren bei WindMW, einem Betreiber von Offshore-Windparks vor Helgoland.

4HELIKOPTER MIT SCHWEBENDER SÄGE

Jürgen Schütz hat einen riskanten Job: An seinem Helikopter hängt eine 24 Meter lange Säge, die eine halbe Tonne wiegt. Mit ihr schneidet er aus der Luft überhängende Äste ab, die Stromtrassen zu nahe kommen. Jürgen Schütz ist seit zwölf Jahren Pilot beim Unternehmen Rotorflug Airservices und leitet die Koblenzer Station. Energieversorgungsunternehmen sind darauf angewiesen, dass sie freie Sicht auf die im Boden verlaufenden Pipelines haben und dass Hochspannungsleitungen durch Baumbewuchs nicht beeinträchtigt werden. Für diese Aufgaben setzt Rotorflug eine spezielle Säge ein, die senkrecht unterhalb des Hubschraubers angebracht ist. Damit führt der Pilot präzise Ausholzungen im Trassenbereich von Hoch-, Mittelspannungsleitungen, Pipelines und Bahnstrecken durch. Vor allem in unwegsamem Gelände spart diese Art der Wartung Zeit und Geld. Video über den Einsatz der Hubschraubersäge: https://youtu.be/srWCc1a0mEM

Foto: PLUP

5NEU MACHEN STATT WEGWERFEN: UPCYCLING

Taschen aus benutzten Drucktüchern, Brillen aus ausgedienten Skateboards, Teller und Schalen aus alten Ölfässern – was eigentlich auf dem Müll landen soll, nutzen immer mehr Designer, um daraus etwas Nützliches und Schönes zu machen. Annekathrin und Frank Metzler, Modedesignerin und Grafik-Designer, eröffneten 2012 das Ladenlokal und Atelier PLUP – Planet Upcycling in Düsseldorf, das Begegnungsstätte, Schaffensraum und Fundstelle für ökologische und nachhaltige Produkte sein soll. Das Ehepaar vertreibt in seinem Laden Produkte von rund 30 weiteren Upcycling-Designern und bietet eigene Kollektionen sowie Workshops für Selbermacher an. Das Angebot richtet sich nicht nur an Endkunden, sondern auch an Unternehmen. So bestellte zum Beispiel die Firma Continental für ihre Mitarbeiter Taschen aus ausrangierten Werbebannern. Zum Shop: www.planet-upcycling.de

6INNOVATIVE IDEEN BEIM HACKATHON

Über 50 programmierbegeisterte und autoaffine „Hacker“ nahmen am 24-Stunden-Hackathon des Autokonzerns Daimler im Januar in Bangalore teil. Sie entwickelten 24 Stunden lang digitale Prototypen. Mehr als 350 Teams aus allen Regionen Indiens hatten sich beworben, die besten elf Teams wurden zum Hackathon eingeladen – darunter Studenten der führenden Ingenieur- und IT-Hochschulen des Landes. Als Gewinner überzeugte das Team „V1“, das einen Prototypen entwickelte, mit dem Fahrzeuge mithilfe von Infrarot-Technik Fußgänger noch besser erkennen können. Sie präsentierten ihre Idee auf der Start-up-Messe 4YFN im Rahmen des Mobile World Congress 2018 Ende Februar in Barcelona, ebenso wie die Gewinner der Hackathon-Serie aus Deutschland. Insgesamt haben 2017 und 2018 mehr als 200 Studierende und Computerexperten an Hackathons in Deutschland, Singapur und Indien teilgenommen. Weitere Informationen: www.digitallife-campus.com