Erfahrungsbericht: Aufgestiegen zum Verkaufsleiter

André Kohröber, Foto: Lidl
André Kohröber, Foto: Lidl

Ein Erfahrungsbericht von André Kohröber, duales Studium Handel/Konsumgüterhandel in Ravensburg an der DHBW, eingestiegen 2006 als Auszubildender bei Lidl, aufgestiegen 2011 zum Verkaufsleiter in der Lidl-Regionalgesellschaft Wasbek.

Im Handel habe ich eine großartige Entwicklung erlebt: So spannend und dynamisch wie der Lebensmitteleinzelhandel ist, verlief auch bisher meine Karriere. Vor 12 Jahren fing ich als Azubi bei Lidl an, jetzt habe ich die Verantwortung für zehn Filialen und 200 Mitarbeiter.

Nach dem Abitur habe ich zuerst Wirtschaftsingenieurwesen in Dortmund studiert. Um mir mein Studium zu finanzieren, jobbte ich in einer Lidl-Filiale. Kassieren, Ware auffüllen, die Filiale aufräumen, das machte mir Spaß. Das sind aber nur die für den Kunden sichtbaren Aufgaben. Im Hintergrund passiert noch viel mehr: Disposition, Personalmanagement, Kennzahlensteuerung. Die Arbeit und der Teamgeist überzeugten mich: Ich entschied mich gegen das Studium und begann eine verkürzte Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel bei Lidl in der Filiale.

Für mich war in den zwei Lehrjahren schnell klar, dass ich im Unternehmen bleiben und mich weiterentwickeln möchte. Ich sprach das bei meinem damaligen Vorgesetzten offen an. Er beschrieb mir die Entwicklungsmöglichkeiten und welches Profil verlangt wird. Der Job des Verkaufsleiters reizte mich besonders, weil ich in dieser Position Verantwortung übernehmen und mich aktiv ins Tagesgeschäft einbringen kann. Die Voraussetzung ist allerdings ein handelsrelevantes Studium.

Duales Studium

Ich erhielt direkt im Anschluss an meine Ausbildung die Gelegenheit, an einem Auswahltag teilzunehmen. Der Tag war herausfordernd und bestand aus Aufgaben, die die Tätigkeiten eines Verkaufsleiters darstellten. Ich war erfolgreich und konnte direkt nach meinem Abschluss den dualen Studiengang Handel/Konsumgüterhandel in Ravensburg beginnen. Ich hatte kurz Bedenken, dass mir das Studium wie mein erster Studiengang zu theoretisch sein könnte, aber das Gegenteil war der Fall. Insgesamt habe ich drei Jahre studiert, in den letzten beiden Semestern wurde ich bereits in der Lidl-Regionalgesellschaft Wasbek intensiv auf meine zukünftigen Aufgaben als Verkaufsleiter vorbereitet und in alle Abläufe und Aufgaben eingearbeitet.

Ich erlebte eine spannende und schnelllebige Zeit. Ich bin immer zwischen Nord- und Süddeutschland gependelt, lernte viele Leute im Unternehmen kennen. Der Wechsel von Theorie und Praxis war optimal: Ich habe einen Einstieg ins Berufsleben erhalten und konnte gleichzeitig im Unterricht mein Wissen vertiefen. Den Abbruch meines ersten Studiums bereute ich nie. Die Studienzeit ist eine gute Möglichkeit, um herauszufinden, was einen wirklich interessiert und glücklich macht. Die Umorientierung war kein Nachteil, sondern ich ging meinen neuen Weg überlegter und mit mehr Erfahrungen an.

Jobeinstieg mit Verantwortung

Durch die vielen Praxiserfahrungen während des Studiums und die enge Betreuung meines Arbeitgebers habe ich bereits einen Monat nach meinem Abschluss als Verkaufsleiter begonnen. Ich bin in dieser Position vom ersten Tag an für mehrere Filialen und die jeweiligen Teams verantwortlich gewesen. Das von meinen Vorgesetzten entgegengebrachte Vertrauen schätze ich sehr. Es ist super, dass ich von Beginn an eigenverantwortlich arbeiten konnte und früh Führungsverantwortung übernehmen durfte.

Schon während meines Studiums war mir bewusst, dass ich als Verkaufsleiter ein hohes Maß an Eigenorganisation und Fachwissen mitbringen muss.

Zu meinen Aufgaben gehören beispielsweise die Entwicklung und Förderung meiner Mitarbeiter sowie die Betreuung der Filialen von der Planung und Kontrolle der Kennzahlen bis hin zur Sicherstellung, dass genügend Ware verfügbar ist. Schon während meines Studiums war mir bewusst, dass ich als Verkaufsleiter ein hohes Maß an Eigenorganisation und Fachwissen mitbringen muss. Und natürlich ist in meinem Beruf Kundenorientierung sehr wichtig.

Was das Studium in der Theorie allerdings nicht gänzlich beibringen kann, ist der Umgang mit Menschen und eine Führungsrolle verantwortungsvoll zu übernehmen. Da kommt es eben auch auf Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl an. Zum einen ist das eine Typfrage, zum anderen die gute Vorbereitung eines Vorgesetzten, der unterstützend und beratend zur Seite steht. Schließlich trage ich die Verantwortung für 200 Kollegen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, muss sie motivieren und individuell fördern.

Neben meiner Tätigkeit als Verkaufsleiter übernehme ich in der Regionalgesellschaft auch regelmäßig eigenverantwortlich Projekte. Zuletzt habe ich mich mit der Verbesserung der abteilungsübergreifenden Kommunikation innerhalb unserer Regionalgesellschaft befasst. Daneben bin ich noch in verschiedene Arbeitsgruppen involviert, die sich unter anderem mit der Optimierung des Warengeschäfts oder der Weiterentwicklung von Gruppenleitern beschäftigen.

Mitarbeiter fordern und fördern

Jeden Tag merke ich, wie leistungsstark und dynamisch das Unternehmen, in dem ich beschäftigt bin, ist. In meinem Job kann ich ein Teil davon sein, mich mit neuen Ideen einbringen und Veränderungen vorantreiben. Diese Dynamik spiegelt sich bei Lidl in der Förderung und Weiterbildung der Mitarbeiter wieder. Für jedes Berufsbild und in jeder Position werden verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten und damit verbundene Weiterbildungsprogramme angeboten.

Die Unterstützung, die ich erhalten habe und immer noch bekomme, gebe ich weiter. Meine Mitarbeiter stehen bei meiner Arbeit im Mittelpunkt. Mir ist wichtig, sie so zu fördern, dass jeder sich wohl fühlt und sich optimal in seinen Job einbringt. Denn nur gemeinsam können wir jeden Tag unser Bestes fürs Unternehmen leisten. Ich begegne ihnen auf Augenhöhe und möchte von ihnen als Coach wahrgenommen werden. Durch meine Erfahrungen weiß ich genau, welche Herausforderungen die Mitarbeiter tagtäglich in den Filialen haben und wie viel sie leisten. Die Arbeit jedes Einzelnen zu schätzen, ein Lob auszusprechen und danke zu sagen, sind für mich eine Selbstverständlichkeit.

Davon abgesehen bespreche ich in den jährlichen Feedback-Gesprächen mit meinen Mitarbeitern ihren aktuellen Entwicklungsstand. Gemeinsam definieren wir bei Bedarf individuell entsprechende Weiterentwicklungsmaßnahmen. Aber natürlich müssen Mitarbeiter auch mit Qualität und Engagement überzeugen.

Wirtschaftswissenschaftler im Job

Absolventen der Wirtschaftswissenschaften können in unterschiedliche Branchen einsteigen oder innerhalb eines Unternehmens in verschiedenen Bereichen arbeiten. Vor dem Studienbeginn habe ich mich bereits festgelegt, dass ich später als Verkaufsleiter anfange. Darauf war mein Studium ausgerichtet. Es gibt aber auch weitere duale Studiengänge bei Lidl, die einen wirtschaftlichen Bezug haben, beispielsweise Warenwirtschaft und Logistik oder International Business. Ausgebildete Wirtschaftswissenschaftler können direkt bei Lidl in Unternehmensbereiche wie beispielsweise in den Einkauf, in die Vertriebssteuerung oder die Logistik einsteigen.

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