phil.Cologne – internationales Festival der Philosophie

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Die Welt, in der wir leben, war noch nie so komplex wie heute. Es wird immer komplizierter, im Dschungel der Wahlmöglichkeiten den eigenen Weg zu finden. Die phil.COLOGNE versammelt vom 26.-30.06.2013 in Köln Philosophen und weitere Denker, um nach Antworten auf unsere Fragen nach Sinn und Werten zu forschen.

Die Macher des Philosophie-Festivals wollen „die Philosophie in die Mitte der Gesellschaft“ rücken. Das „Line-up“ reicht dementsprechend vom Popstar unter den Philosophen Richard David Precht über die ehemalige Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Margot Käßmann, den Fernsehbekannten Philosophen Rüdiger Safranski aus dem philosophischen Quartett (ZDF), FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher, bis hin zu weniger philosophischen, dafür umso bekannteren Gesichtern wie Bestseller-Autor Frank Schätzing oder dem Tatort-Rechtsmediziner Joe Bausch alias Dr. Joseph Roth. Mit Bausch hat der karriereführer übrigens ein tolles Interview über seine Arbeit als Gefängnisarzt geführt. Auf der phil.COLOGNE geht er mit Safranski der Frage nach, woher das Böse kommt. Dazwischen sind viele, ich gebe es ehrlich zu, mir nicht bekannte Denker und Publizisten, deren Vita jedoch nahelegen, dass das Festival erstklassig besetzt wurde.

Und worum geht´s an den fünf Tagen Gehirnjogging? Um Fragen der Bioethik, der Ökonomie, des guten Lebens oder der Zukunft des Menschen, Streitgespräche zwischen Philosophen und Politikern, Medizinern, Theologen, Künstlern und Wissenschaftlern sowie Diskussionen, Lesungen, Vorträge und Workshops für Erwachsene wie für Kinder und Jugendliche. Kurz: Für jeden soll was dabei sein. Das macht Sinn, wenn die Philosophie in die Mitte der Gesellschaft rücken und dort alltäglich werden soll. Deshalb haben wir auch schon vor zwei Jahren den „Philosophischen Sommer“ ausgerufen, u.a. mit einem Interview mit Julian Nida-Rümelin, beides könnt Ihr hier noch einmal nachlesen.

Ein paar Leckerbissen: Richard David Precht bestreitet mit „Wozu Philosophie?“ die Auftaktveranstaltung. Der Psychiater Johann Friedrich Spittler diskutiert mit der Philosophie-Professorin Petra Gehring die Frage „Gibt es ein Recht zu sterben?“. In der Veranstaltung „Was macht Fußball schön?“ ergründet Gunter Gebauer, Deutschlands führender Sportphilosoph, gemeinsam mit dem Trainer und Erfinder der „Freiburger Fußballschule“ Volker Finke die wahren Tiefen des Spiels. Der französische Philosoph Alexandre Lacroix lädt zum kleinen Versuch über das Küssen ein. 44 Veranstaltungen an fünf Tagen, das lässt sich sehen.

Besonderes Schmankerl: Am 28. und 29.6. wird im Kölner Stadtgarten beim Philosophie-Slam der beste deutschsprachige Nachwuchsphilosoph ermittelt. 15 ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer philosophieren vor Publikum gegeneinander an. Am ersten Abend steht die Wahl des Themas frei. Am zweiten Abend müssen die acht Finalisten über ein vorgegebenes Thema sprechen.

Philosophie in den Alltag zu bringen, das ist auch das Anliegen des Philosophen Christoph Quarch, den wir euch in einer der nächsten Ausgaben des karriereführer vorstellen werden. Dem Sinn des Lebens spürt er in seinem vergnüglichen Buch „Und Nietzsche lachte: Wie man sich mit Platon verliebt, mit Sokrates gelassen wird und trotz Kant den Sinn des Lebens findet“ nach. Ein Textauszug:

„Es geschah an einem Wintermorgen in der Ewigkeit, dass dem höchsten Gott der Kragen platzte. Er hatte es lange genug mitangesehen. So konnte es nicht weitergehen. Seine lieben Menschenkinder waren völlig aus dem Ruder gelaufen. Sie hetzten wie besessen durcheinander, sie rechneten und handelten; sie rannten dem nach, was sie „Glück“ nannten, und wurden dabei immer unglücklicher […].“

Was Platon, Sokrates und Co. uns heute noch zu sagen haben, darauf freue ich mich schon bald von Quarch zu lesen. Wer ihn mal vor der Kamera erleben will, klickt sich auf Youtube.

Tipps für Euch zum Weiterlesen:
… trotzdem Ja zum Leben sagen von Viktor E. Frankl

Der Socrates-Club, ein Buch von Julian Nida-Rümelin und Nathalie Weidenfeld

Leibniz war kein Butterkeks, ein Buch von Michael Schmidt-Salomon und Lea Salomon

Der blaue Reiter, Journal für Philosophie

Philosophie-Magazin

Hohe Luft, Philosophie-Zeitschrift