Legal Analyst: Wegweiser im Datenlabyrinth

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Während meines Studiums der Rechtswissenschaft in Frankfurt am Main habe ich als Legal Analyst bei reThinkLegal gearbeitet, einem auf juristisch-technische Projekte spezialisierten Unternehmen. Bis zum Abschluss meines 1. Staatsexamens und einschließlich der Übergangszeit bis zum Beginn meines LL.M.- Studiums in Amsterdam war ich dort an verschiedenen Projekten beteiligt. Von Felix Busold, heute Rechtsreferendar beim Auswärtigen Amt

Beworben hatte ich mich bei reThinkLegal, weil sich für mich als Student die Projektarbeit in Vollzeit in absehbaren Zeiträumen gut mit den Klausuren und Hausarbeiten vereinbaren ließ. Da ich bereits in verschiedenen Kanzleien gejobbt hatte, hatte ich konkrete Erwartungen an die Arbeit als studentische Hilfskraft in der Rechtsbranche. Diese Erwartungen haben sich bei dem in Frankfurt ansässigen Legal Tech-Unternehmen jedoch glücklicherweise nicht erfüllt. Ich musste meine Zeit nicht mit Kaffeekochen oder als Botengänger verbringen. Vielmehr war ich sofort Mitglied eines Projektteams, das mit Hochdruck an der Bearbeitung einer enormen Datenmenge arbeitete. Dies ist eine der Expertisen des Unternehmens: Aus riesigen Datenmengen sucht es genau die für den jeweiligen Fall relevanten Daten heraus uns stellt sie seinen Mandanten zur Verfügung. Nach der Einarbeitung durch den Projektleiter wurde ich schnell ins sogenannte kalte Wasser geworfen und durfte Verantwortung übernehmen. Nachdem ich mit der Software sowie mit dem Sachverhalt des Projekts vertraut gemacht worden war, wurde selbstständiges Arbeiten als vollwertiges Teammitglied von mir erwartet. Das Team empfing mich sehr aufgeschlossen, was die Kommunikation erleichterte und ein offenes Klima für Fragen schuf. Diese Integrationsbereitschaft war für mich das prägende Element der Mitarbeit. Zu den Herausforderungen gehörten neben der Arbeit im Team vor allem der Umgang mit der komplexen Software und die schnelle Einarbeitung in teilweise nicht nur rechtlich, sondern auch technisch anspruchsvolle Themen. Die engagierten und zielstrebigen Projektleiter nehmen zudem jeden Einzelnen in die Verantwortung, wodurch eine Dynamik entsteht, die mir bereits früh die Möglichkeit bot, Verantwortung für neue Mitarbeiter zu übernehmen. Dies geschieht in einer professionellen und erfolgsorientierten, aber gleichzeitig respektvollen Atmosphäre. Ich konnte in dieser Zeit neben zahlreichen weiteren Softskills vor allem meine Teamfähigkeit verbessern. Und ich bekam Einblicke in verschiedenste juristische Arbeitsfelder, die über den klassischen Anwaltsberuf hinausgehen. Diverse Schulungen in den Rechtsgebieten der jeweiligen Projekte haben zudem mein Interesse an den behandelten Themen gestärkt und mir ein Verständnis von der Materie verschafft, das über das für die Bearbeitung der Aufgaben unbedingt notwendige Maß ragte. Drei Jahre war ich schließlich neben meinen Studienaktivitäten als Legal Analyst bei reThinkLegal beschäftigt, eine Zeit, die mich persönlich weiterbrachte und von deren Erfahrungen ich noch heute zehre. Außerdem hatte ich durch die Arbeit die Möglichkeit, ein modernes und ambitioniertes Arbeitsumfeld mit einer jungen und zeitgemäßen Unternehmenskultur kennenzulernen, über das ich zudem noch Einblicke in verschiedene Rechtsgebiete vermittelt bekam.

Weiter mobil erreichbar?

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Das mobile Arbeiten ist für viele, deren Arbeit das zulässt, in Corona-Zeiten ein Teil des Arbeitsalltags geworden. Und hat durchaus seine Vorteile für Unternehmen mit sich gebracht. Doch alles gut zu nennen, wäre übertrieben. Daher werden Lösungen für das zukünftige mobile Arbeiten gesucht. Von Christoph Berger

Das mobile Arbeiten, auch Remote-Arbeit genannt, hat bei der Mehrheit der Unternehmen im dritten Quartal 2020 zu erheblichen Produktivitätssteigerungen geführt. Das geht aus der im Dezember 2020 vom Capgemini Research Institute veröffentlichten Studie „The Future of Work: From remote to hybrid“ hervor. Aufgrund geringerer Pendlerzeiten, flexibler Arbeitszeiten und der Einführung wirksamer Tools für die virtuelle Zusammenarbeit sei in 63 Prozent der befragten Unternehmen die Produktivität der Mitarbeiter im besagten Zeitraum stark gestiegen. Diese Steigerungen will man nachhaltig sichern. Der Studie zufolge rechnen die Unternehmen in den nächsten zwei bis drei Jahren mit einer allgemeinen Produktivitätssteigerung von 17 Prozent. Und das mobile Arbeiten brachte noch einen Vorteil mit sich: So haben 88 Prozent der Befragten in den letzten drei bis vier Monaten bei den Immobilienkosten Einsparungen erzielen können. Die Kehrseite der flexiblen und ortsunabhängigen Arbeitsform: Mitarbeiter*innen werden zunehmend durch das Gefühl belastet, immer erreichbar zu sein. Gerade in der Altersgruppe der 26- bis 35-Jährigen ist diese Sorge mit 60 Prozent besonders hoch. Ein weiteres Problem: Neu eingestellte Mitarbeiter*innen kommen sich in einer Remote-Umgebung abgekoppelt vor; 54 Prozent der in der Pandemie neu eingestellten Mitarbeiter*innen haben sich in den ersten Tagen im neuen Unternehmen verwirrt und verloren gefühlt. Und 55 Prozent waren sich nicht einmal der Werte und Leistungen des Unternehmens bewusst. Diese Problematik lasse sich auch bei bestehenden Mitarbeitern beobachten, schreiben die Autoren: 38 Prozent fanden es schwieriger, virtuell mit den neuen Kollegen zusammenzuarbeiten. Die Studienverfasser*innen ziehen aus den gewonnenen Ergebnissen das Fazit, dass der Ansatz des mobilen Arbeitens langfristig zu kurz greife. In Zukunft werde es darum gehen, ein hybrides Modell zu etablieren, das ein Gleichgewicht zwischen der Arbeit zu Hause und im Büro herstellt. Ziel der Unternehmen werde es daher sein, sich zu differenzieren und das Angebot für die Mitarbeiter*innen auszubauen, es brauche die richtige Balance für einen hybriden Ansatz, und Führungskräfte müssten bestehende Strukturen in Frage stellen, die Wirksamkeit von Betriebsmodellen überdenken und organisatorische Silos und Barrieren zwischen Teams abbauen. Möglich sei dies unter anderem durch ein Überdenken der Beschaffungsmodelle, bei denen die Arbeitsleistung unabhängig vom Ort erbracht werden kann, eine Neudefinition von Führung sowie die Förderung von Autonomie, Empathie und Transparenz. Zudem brauche es eine vertrauensbasierte Arbeitskultur mit neuen gemeinsamen Ritualen und die Installation einer robusten digitalen Infrastruktur, um ein nahtloses digitales Arbeiten zu ermöglichen. Auf dass sich Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit zusammentun.

Schrift-Sätze: Kultur-, Buch- und Linktipps

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Spiel-App lehrt zitieren

Zum wissenschaftlichen Arbeiten gehört auch korrektes Zitieren. Im juristischen Bereich der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) wurde deshalb eine App entwickelt, mit deren Hilfe Jura-Studierende dies auf spielerische Art quasi nebenbei lernen können. „CitApp: Das Jura-Zitierspiel“ ist für Android und Windows 10 verfügbar und kann bundesweit genutzt werden. Weitere Infos unter: www.jura.uni-halle.de/citapp

Gegen die Diktatur der Gewinner

Cover Diktatur der GewinnerTim Leberecht, scharfsinniger Vordenker für einen neuen Humanismus in Wirtschaft und Gesellschaft, prophezeit: In Zeiten der Digitalisierung und der ständigen Optimierung müssen wir neu lernen, mit Niederlagen umzugehen. Verlieren wird sogar zur unerlässlichen Kernkompetenz. Welche Arten des Verlierens es gibt und wie wir gut damit zurechtkommen, verrät er in diesem leidenschaftlichen, gesellschaftskritischen Aufruf zu mehr Menschlichkeit. Tim Leberecht: Gegen die Diktatur der Gewinner. Droemer 2020, 20Euro.

Juristen jüdischer Herkunft im Kaiserreich und in der Weimarer Republik

Cover Juristen jüdischer HerkunftPeter Landau gehört zu den renommiertesten deutschen Rechtshistorikern des 20. Jahrhunderts. Seine Darstellung über das Wirken deutscher Juristen jüdischer Herkunft in der Blütezeit ihrer Tätigkeit vom Kaiserreich bis zum Ende der Weimarer Republik zeigt ihn auf der Höhe seines Könnens. Die Abhandlung erschien zuerst in einem umfassenden Sammelwerk, doch sie hat durchaus monographischen Charakter und darf zum Besten zählen, was über das Thema geschrieben worden ist. Deshalb legte der Verlag sie nun noch einmal als eigenständige Publikation vor und folgte damit einer Anregung von Michael Stolleis, ebenfalls Jurist und Rechtshistoriker, der auch ein Nachwort für den Band verfasst hat. Peter Landau: Juristen jüdischer Herkunft im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. C.H.Beck 2020, 22 Euro.

Charisma

Cover CharismaBarack Obama und Willy Brandt. Diese dienen ihr als Role Models für den Charisma-Code 5 ¾In einer komplexen Welt voller Veränderungen und Widersprüche brauchen Führungskräfte eine besondere Stärke: eine Ausstrahlung, die auf andere inspirierend, orientierend und anziehend wirkt. Doch was macht eine charismatische Persönlichkeit aus? Um dem Phänomen Charisma auf die Spur zu kommen, beschäftigt sich Christiane Deters mit dem Leben und Wirken sechs bekannter Persönlichkeiten: Coco Chanel, Elisabeth Selbert und Ruth Bader Ginsburg sowie Martin Luther King, , der zugleich die Marschroute für die Entdeckungsreise zum eigenen charismatischen Potenzial bildet. Deters selbst arbeitete als Rechtsanwältin, Unternehmensjuristin und HR-Verantwortliche, heute ist sie Trainerin, systemischer Coach und Rednerin. Christiane Deters: It’s all about Charisma. Metropolitan 2020, 29,95 Euro

Grundrechte in Quarantäne

Cover Not und GebotIm Kampf gegen die Corona-Pandemie ergreifen Staaten Maßnahmen, die sonst nur in Kriegszeiten denkbar wären. Ohne Parlament werden beispiellose Einschränkungen der Freiheit beschlossen und umgesetzt. Nicht nur Menschen, auch Grundrechte sind in Quarantäne. Not kennt kein Gebot? Falsch! Not braucht das Gebot des Grundgesetzes. Heribert Prantls Buch ist eine Streitschrift für die Grundrechte: Wir müssen uns vor dem Virus schützen, zugleich aber auch vor Schäden am Betriebssystem Demokratie. Heribert Prantl: Not und Gebot. C.H.Beck 2021, 18 Euro

Böses Verhalten

Am 27. Januar 2021 hielt Dr. Britta Bannenberg, Professorin für Kriminologie an der Universität Gießen, im Rahmen der Vortragsreihe „Das Böse“ des Jungen Kollegs Greifswald den Vortrag „Böses Verhalten. Attentate durch Amoktäter und terroristische Einzeltäter–Ursachen und Hintergründe“. Darin ging es um seltene, aber schwerwiegende Gewalttaten und deren Ursachen, aber auch Entwicklungen. Dargestellt wurden Taten, Täter und ihre Entwicklung sowie mediale Einflüsse auf terroristische Einzeltäter der letzten Zeit.

Der neunte Arm des Oktopus

Cover Der neunte Arm des OktopusDer Betreiber der Unternehmensgruppe Rossmann, Dirk Rossmann, gilt als engagierter Klimaschützer. Nun hat er das Thema in dem Thriller „Der neunte Arm des Oktopus“ verarbeitet. Wie in der Realität steht auch darin der Erde mit dem Klimawandel eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes bevor. Das Fiasko scheint unaufhaltsam. Bis die drei Supermächte China, Russland und die USA einen radikalen Weg einschlagen. Doch wird diese starke Klima-Allianz das Ruder noch herumreißen? Die Maßnahmen der Allianz greifen gravierend in das Leben der Menschen ein, und nicht jeder will diese neue Wirklichkeit kampflos akzeptieren. Alle Mittel sind den Gegnern recht, um ihre ökonomischen und machtpolitischen Interessen zu verteidigen. Die Situation spitzt sich dramatisch zu, und plötzlich liegt das Schicksal der Erde in den Händen eines schüchternen Kochs und einer unscheinbaren Geheimagentin. Dirk Rossmann: Der neunte Arm des Oktopus. Bastei Lübbe 2020, 20 Euro.

DDR-Juristen zwischen Recht und Macht

Cover Diener zweier HerrenWaren Juristen in der DDR „ideologieanfälliger“ als die Vertreter anderer Berufe? Dienten die Rechtswissenschaftler einem „Unrechtsstaat“? Wie ging die SED mit den Juraprofessoren um, wie brav befolgten diese die Parteibeschlüsse? Die US-amerikanische Rechtshistorikerin Inga Markovits benutzt die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin als Labor, um zu beschreiben, wie sich Juristen in der DDR im Spannungsfeld zwischen Macht und Recht bewegten. Sie erzählt die 40-jährige Geschichte der Fakultät aus drei verschiedenen Perspektiven: als Anpassung und Unterwerfung unter die SED, als mürrisches Ausweichen und Unterwandern von Parteibeschlüssen sowie als Verschleiß des politischen Glaubens an den Sozialismus oder zumindest an die Partei. Markovits resümiert: Die DDR wurde nie zum „Rechtsstaat“ im technischen Sinn des Wortes, aber sie war auch kein „Unrechtsstaat“, sondern bewegte sich im Laufe der Jahrzehnte vom „Nicht-Rechtsstaat“ allmählich auf den Rechtsstaat zu. Inga Markovits: Diener zweier Herren. Ch.Links 2020, 20 Euro.

Bedeutung der Digitalisierung in Unternehmen

Die Digitalisierung hat weltweit längst fast alle Branchen erreicht und ist in Unternehmen nicht mehr zu ignorieren. Für viele erfolgreiche und moderne Marken und Betriebe ist es wichtig, die Digitalisierung voranzutreiben und zum Vorteil zu nutzen. Durch Digitalisierung von Arbeitsprozessen profitieren sowohl Mitarbeiter als auch Arbeitgeber. Dies gilt für nahezu alle Abteilungen. Welche Möglichkeiten sich auftun und wie die Arbeitswelt revolutioniert wird, lesen Sie hier.

Vorteile der Digitalisierung

Mit Digitalisierung verbinden viele zum Großteil den technischen Fortschritt, der zweifellos allgegenwärtig ist. Diese zeigt sich beispielsweise in der Robotik und durch moderne Bots. Die Digitalisierung bedeutet allerdings weitaus mehr als das Aufkommen von neuer Technik. Tatsächlich stellen rund 80 Prozent der Digitalisierung reine Organisation dar. Dies zeigt sich vor allem in der Automatisierung und der Vereinfachung von Arbeitsprozessen. Um dies zu realisieren benötigen Unternehmen individuelle Digitalisierungsstrategie, durch die sie vielversprechende Ziele erreichen können. Im Folgenden sind nur einige der vielen Möglichkeiten und Chancen der Unternehmen aufgelistet, die durch die Digitalisierung entstanden sind.

Social Media Strategie

Zu einer guten Unternehmensstrategie gehört zu jeder Zeit auch die Präsenz in den sozialen Medien. Die Digitalisierung schafft in diesem Bereich viele Möglichkeiten, durch die die Automatisierung bei den Social-Media-Kanälen vorangetrieben wird. Es kann zum Beispiel WordPress genutzt werden und auch die Veröffentlichung von Postings bei Facebook, Instagram, Twitter und Co. können automatisiert werden.

To-do-Listen

Mittlerweile gibt es viele Programme, durch die digitale To-do-Listen erstellt werden können. Diese können für einzelne Mitarbeiter, vor allem aber auch für einzelne Abteilungen und Gruppen innerhalb von Unternehmen interessant sein.

Interne Kommunikation

In der internen Kommunikation können moderne Tools Zeit sparen und nützliche Features bieten. Die Kommunikation innerhalb von Unternehmen kann beispielsweise durch die Tools HipChat, JIRA und Confluence verbessert werden.

Energie und Geld sparen

Egal ob die Heizung, das Licht, die Kaffeemaschine, oder die Laptops und Tablets – heutzutage kann fast alles automatisiert werden. Dadurch kann Energie gespart werden, was in Zeiten der Nachhaltigkeit und des Klimawandels von großer Bedeutung ist. Außerdem kann jedes Unternehmen durch die Automatisierung bei Licht, Heizung und technischen Geräten eine Menge Geld sparen.

PC-Einstellungen für Mitarbeiter

Der eigene PC im Büro kann für jeden Mitarbeiter individuell automatisiert werden. So können beispielsweise Programme, mit denen oft gearbeitet werden, automatisch beim Start geöffnet werden. Außerdem können individuelle Einstellungen und auch Lesezeichen und ähnliches beibehalten werden. Für die Automatisierung der PCs gibt es einige nützliche Tools.

Die digitale Personalakte

Eine digitale Personalakte bringt erhebliche Vorteile. Sie sind deutlich effizienter und ermöglichen flexibles und ortsunabhängiges Arbeiten. Wichtig ist aber, dass auf einen Anbieter zurückgegriffen wird, der 100 Prozent sichere digitale Personalakten garantieren kann. Ein empfehlenswerter Anbieter ist das Unternehmen Haufe. Hier erfahren Sie mehr zur digitalen Personalakte von Haufe. Neben zahlreichen Chancen bringt die rasch voranschreitende Digitalisierung aber auch Risiken mit sich. Eine Angst vieler Angestellter ist rund um das Thema Daten beheimatet. Ist das Digitalisieren von Daten tatsächlich ein Problem? Fakt ist, dass die Digitalisierung durchaus Risiken bezüglich des Datenschutzes mitbringen kann. Durch Apps und Internet-Dienste können persönliche Daten der Mitarbeiter in fremde Hände und zu anderen Unternehmen gelangen. Daher ist es umso wichtiger, diese Angelegenheit in die Hände eines vertrauensvollen Anbieters zu legen.

Nachhaltig Zukunft bauen

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Bereits heut7e ist der globale ökologische Fußabdruck der Menschheit größer, als es die verfügbaren Ressourcen der Erde dauerhaft verkraften. Da das Bauwesen zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftszweigen in Deutschland gehört, muss das nachhaltige und ressourcenschonende Bauen zukünftig in den Fokus rücken. Alleine in Deutschland werden jährlich 517 Millionen Tonnen mineralischer Rohstoffe verbaut , Rohstoffe wie Sand und Kupfer werden bereits knapp. Dies verdeutlicht umso mehr, dass ein Umdenken in der Branche längst überfällig ist.

Annette Hillebrandt, Foto: C. Gollhardt
Annette Hillebrandt, Foto: C. Gollhardt
Prof. Dipl.-Ing. Annette Hillebrandt studierte Architektur an der Universität Dortmund und war bis vor kurzem Partnerin im eigenen Architekturbüro. 2001 bekam sie ihre erste Professur für Baukonstruktion, Entwerfen und Bauen im Bestand an der Fachhochschule Kaiserslautern. Danach wechselte sie zur münster school of architecture und folgte 2013 dem Ruf der Bergischen Universität Wuppertal. Dort leitet sie seitdem den Lehrstuhl für Baukonstruktion, Entwurf und Materialkunde mit Forschungsschwerpunkt Kreislaufpotenziale im Hochbau.
Drei Fragen an Frau Prof. Annette Hillebrandt, Leiterin des Lehr- und Forschungsgebietes Baukonstruktion, Entwurf und Materialkunde und Expertin für Urban Mining Design an der Bergischen Universität Wuppertal: Frau Prof. Hillebrandt, was verbirgt sich hinter Urban Mining? Ursprünglich kommt der Begriff daher, dass man in den 70er/80er Jahren feststellte, dass die in unseren Abfalldeponien verbliebenen Rohstoffe einfacher zurück zu gewinnen waren, als neue Rohstoffe in ihren ursprünglichen Lagerstätten abzubauen: Die „Urbane Mine“ wieder zu erschließen wurde naheliegend. Bei dem riesigen anthropogenen Lager über das Deutschland mittlerweile verfügt (lt. UBA mehr als 50 Mrd. Tonnen – und es wächst jährlich um 10t/Einwohner), kommt man schnell auf den Gedanken, unsere Gebäude und Infrastrukturen zurückzubauen und für neue Bauten zu recyceln. Das ist leider nicht so einfach. Denn das Gros der bereits verbauten Rohstoffe ist mit heutigen Recyclingverfahren noch nicht auf gleicher Qualitätsstufe recycelbar, sondern nur auf niedrigerer Qualitätsstufe downcycelbar. Dieser Unterschied wird bislang ignoriert. Die Kreisläufe sind also nicht geschlossen, Qualität geht verloren, Abfall entsteht. Daraus erklärt sich, warum mehr als 50 % des deutschen Abfallaufkommens dem Bauwesen zuzuordnen sind, Tendenz seit zwei Jahrzehnten annähernd stagnierend. Wir müssen also umdenken und lernen, nachhaltig, ressourcenschonend und damit abfallvermeidend zu bauen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Wie kann das aussehen? Zunächst einmal müssen wir lernen, Baustoffe und Bauteile wieder lösbar zu fügen: verkleben ist nicht. Denn durch die Verklebung, die Vermischung unterschiedlicher Materialgruppen, werden die Baustoffe kontaminiert und können nicht mehr – oder nur mit unwirtschaftlichem Aufwand – sortenrein zurückgewonnen werden. Wir verlieren wertvolle Rohstoffe, es entsteht Abfall. Wir müssen lernen in Kreisläufen zu denken, vor allem bei der Materialauswahl: Wenn man z. B. die zwei Tragwerksbaustoffe Stahl und Beton miteinander vergleicht, so lässt sich Stahl zu 100 % recyceln, könnte fast vollständig aus Sekundärmaterial bestehen und enthält derzeit auch schon rund 35 % Recyclinganteil. Beton – auch bedingt durch das deutsche Regelwerk – kann zurzeit maximal ca. 40 % Sekundäranteil aufweisen und in Deutschland wird nicht einmal 1 % des Betonbruchs als RC-Gesteinskörnung genutzt. 60 % jedes Betonbruchs wandert ins Downcycling, z. B. als Straßenunterbau. Das ist keine Lösung. Wie viele Straßen wollen wir noch bauen?
Für die Zukunft geht es darum, Gebäude so zu planen, dass sie leicht wieder zu demontieren sind und die Materialien daraus wiederverwertet oder wiederverwendet werden können.
Allerdings, selbst wenn wir das Recycling optimieren würden und den Anteil an erneuerbaren, nachwachsenden Rohstoffen drastisch erhöhen würden – wie die Strategie „Urban-Mining Design“ es vorsieht – so bedeutet doch jeder Kubikmeter neu gebauter Raum eine Verschwendung. Wir müssen das Bauen mit Bestand priorisieren, sanieren, umbauen – denn hier stecken schon viel Material und graue Energie im Rohbau allein. Und wir müssen heute Neubauten so flexibel planen, dass man sie in Zukunft umnutzen kann, also als Skelettbauten – wenig Masse, viel Flexibilität. Und auf der Detailebene des Bauteils und Baustoffes müssen wir ebenfalls den ReUse präferieren lernen, z. B. die Wiederverwertung von Ziegelsteinen, Türen oder Holzdielenböden. Für die Zukunft geht es darum, Gebäude so zu planen, dass sie leicht wieder zu demontieren sind und die Materialien daraus wiederverwertet oder wiederverwendet werden können. Dazu müssen die Materialien jedoch „sortenrein“ voneinander trennbar sein, das heißt, sie dürfen nicht durch andere Materialien verunreinigt oder untrennbar mit ihnen verbunden sein. Nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen scheint ein komplexes Themenfeld zu sein, für das man spezielle Kompetenzen benötigt. Gibt es diese „Nachhaltigkeitsexpertisen“ schon? Es gibt einzelne Expertinnen und Experten, Institutionen und auch Firmen, die sich bereits dem Thema verschrieben haben, aber es sind noch nicht genug, um eine fundamentale Veränderung zu bewirken. Langsam rückt das Thema mehr und mehr in den politischen Fokus und den Fokus der Öffentlichkeit. Es gibt zwar erste Studienangebote, jedoch beklagen junge Erwachsene einer Studie des Umweltministeriums zufolge, dass Nachhaltigkeitsthemen in öffentlichen Bildungseinrichtungen noch keinen ausreichenden Stellenwert haben. An der Uni Wuppertal ist das Thema im Master Architektur fest verankert und wir beschäftigen uns gerade mit der Einrichtung eines berufsbegleitenden Masterprogramms, um die bereits im Beruf stehenden Architekten und Ingenieure mit den nötigen Kompetenzen auszustatten. www.s-um.de.de

karriereführer handel / e-commerce 2020.2021 – Sinnfrage erzeugt Dynamik in neuer Dimension

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Cover karriereführer handel ecommerce 2020-2021

Sinnfrage erzeugt Dynamik
in neuer Dimension

Megatrends wie die Digitalisierung, demografischer Wandel oder Klimaschutz haben schon vor Corona für große Umbrüche im Handel gesorgt. Die Pandemie hat den Wandel nun noch einmal deutlich verstärkt. Zu den Profiteuren zählen Unternehmen, denen es gelingt, die diversen Trends so zu bündeln, dass für die Konsumenten ein Sinn erkennbar wird. Gefragt sind hier Nachwuchskräfte, die bereit sind, alte Denkmuster abzulegen und neue Initiativen zu starten.

Sinnfrage erzeugt Dynamik in neuer Dimension

Megatrends wie die Digitalisierung, demografischer Wandel oder Klimaschutz haben schon vor Corona für große Umbrüche im Handel gesorgt. Die Pandemie hat den Wandel nun noch einmal deutlich verstärkt. Zu den Profiteuren zählen Unternehmen, denen es gelingt, die diversen Trends so zu bündeln, dass für die Konsumenten ein Sinn erkennbar wird. Gefragt sind hier Nachwuchskräfte, die bereit sind, alte Denkmuster abzulegen und neue Initiativen zu starten. Von André Boße

Plötzlich waren Mitte März die Geschäfte geschlossen. Nicht nur sonntags, sondern auch an ganz normalen Werktagen. Geöffnet hatten nur noch die Läden, die die Grundversorgung sichern. Und Baumärkte. Für Deutschland war das ein bis dahin unvorstellbares Szenario, ermöglicht von einem Virus, von dem Wissenschaft und Politik im Frühling 2020 noch nicht genau wussten, wie es sich verbreitet. Der Lockdown war eine Maßnahme aus Vorsicht. Der Handel hatte sich, wie viele andere Bereiche auch, der Entscheidung zu beugen. Ein halbes Jahr später sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, mit dem heutigen Wissen über Covid-19 werde es nicht mehr zu einem derartigen Shutdown des Handels kommen. Das sind natürlich erst einmal gute Nachrichten, weil sie besagen, dass die gelernten Hygiene- und Abstandsregelungen ausreichen, um die Konsumenten und die Arbeitenden im Handel zu schützen. Dennoch: Der Schaden ist natürlich da. Er basiert nicht nur auf den konkreten Umsatzausfällen in den Schließzeiten, sondern auch den folgenden häufig mauen Wochen im Frühsommer, in denen viele weder die Nerven noch das Geld hatten, sich wieder auf Shoppingtour zu begeben.

Corona-Boost für E-Commerce

Der große Sieger dieser Pandemie ist daher der Online-Handel. Eine Marktanalyse des E-Commerce-Verbandes bevh zeigt, dass die Handelsunternehmen mit Online-Geschäften im ersten Halbjahr 2020 gut neun Prozent mehr Umsätze erzielt haben, als es ein Jahr zuvor der Fall war. Ein Bereich, der sowieso seit Jahren ständig wächst, hat also noch einmal einen Schub bekommen – und zwar insbesondere in den von der Pandemie stark beeinflussten Monaten April bis Juni. „E-Commerce hat sich im zweiten Quartal 2020 nachhaltig als zusätzliche Versorgungsinfrastruktur etabliert“, sagt Christoph Wenk-Fischer, bevh-Hauptgeschäftsführer. Das zeige sich nicht nur an den absoluten Zahlen, „sondern auch am erklärten Willen der Konsumenten, auch künftig mindestens so viele, wenn nicht mehr Güter des täglichen Bedarfs und Medikamente online zu kaufen.“ In einer zusätzlichen Befragung des Verbands gab mehr als die Hälfte der Befragten an, aufgrund der Erfahrungen in der Corona-Krise künftig mehr online bestellen zu wollen. Bei den Lebensmitteln wollen 21,6 Prozent künftig auch online ordern, auch in den Bereichen Pharma, Drogerie und Tierbedarf steigt die Bereitschaft zum E-Commerce.

Deutsche entdecken digitales Bezahlen

Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn galten die bundesdeutschen Konsumenten lange als digitale Bezahlmuffel, die weiterhin aufs Bargeld schwören, statt neue Payment- Methoden via Karte oder Smartphone zu nutzen. Nun stellt der Digitalverband Bitkom einen starken Wandel fest, ausgehend von den Hygieneüberlegungen im Zuge der Pandemie: „Es gibt kaum ein Verhaltensmuster, das durch Corona ähnlich stark verändert wurde wie das Bezahlen an der Kasse“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg zu den Ergebnissen einer Studie aus dem Sommer 2020, die zeigt, dass drei Viertel der Befragten versuchen, Zahlungen mit Bargeld so oft es geht zu vermeiden. „Zugleich wünschen sich sieben von zehn Befragten, mehr Möglichkeiten, um kontaktlos bezahlen zu können“, wie der Verband in einer Pressemitteilung schreibt.
Belegen lassen sich diese Zahlen durch einfache Alltagstests: Wer heute bei älteren Verwandten nachfragt, ob sich während der Corona-Krise ihr Einkaufsverhalten geändert hat, wird in vielen Fällen erfahren, dass es zu den Premieren des Jahres 2020 gehört, erstmals den Lieferservice des Supermarkts, den Online-Dienst des lokalen Buchladens oder das Angebot eines E-Commerce-Riesens genutzt zu haben. Was auffällt: Die Mischung macht’s. Zu den Profiteuren zählen eben nicht ausschließlich die Handelsunternehmen, die eh eine große Marktmacht besitzen, auch eine Reihe von kleineren Händlern vor Ort berichten davon, dass der Online-Handel sie in dieser schweren Zeit nicht nur über die Runden gebracht, sondern auch neue Potenziale aufgezeigt hat.

Mit alten Mustern brechen

So lässt sich bei allen Problemen und den nicht zu vermeidenden Insolvenzen einiger Handelsunternehmen auch ein zuversichtliches Zwischenfazit in dieser Ausnahmesituation ziehen. Theresa Schleicher hat genau dies in ihrem neuen „Retail Report 2021“ getan. Die Geschäftsführerin des Consultingunternehmens VORN Strategy verfasst als Retail-Beraterin seit 2015 jährlich für das Zukunftsinstitut diese einflussreichen Reports über Entwicklungen und Veränderungen in der Handelslandschaft. Schon im Vorwort ihrer aktuellen Analyse macht die Autorin deutlich, wie sehr sich diese Publikation von den bisherigen Reports unterscheidet: In ihren Gesprächen mit Händlern sprach Theresa Schleicher über echte Existenzängste. Und doch fällt ihr Resümee optimistisch aus: „Es bewegt sich etwas. Neue Kräfte werden frei, weil der Handel aus alten Mustern ausbrechen muss.“ Eines dieser Muster ist die Eigenart des Handels, sich in bestimmten Bereichen als Einzelkämpfer zu sehen und die Unterscheidung zwischen Händler und Kunde zu manifestieren, statt sich Gedanken darüber zu machen, diese Beziehung neu zu denken. Corona habe dafür gesorgt, dass dieses häufig lähmende Muster an Kraft verliert: „Große und kleine Händler arbeiten zusammen“, schreibt Theresa Schleicher, „Kunden und Kundinnen initiieren Hilfsprogramme und bieten Unterstützung, unterschiedliche Branchen finden gemeinsame Wege. Plötzlich werden verkrustete Blockaden gelöst, Vorurteile und Konkurrenzdenken über Bord geworfen, wird gemeinsam nach Lösungen gerungen.“
Unterschiedliche Vertriebswege, verschiedene Touchpoints und Kommunikationskanäle haben die Unternehmen resilienter und adaptionsfähiger für überraschende Krisensituationen gemacht.

Diversität steigert Resilienz

Diese neue Lösungskompetenz im Handel werde auch nötig sein, denn eines sei klar, schreibt die Retail-Expertin: „Eine Rückkehr zum business as usual wird es nicht geben. Zu sehr hat sich das Konsumverhalten der Menschen durch die Krise geändert.“ Schließlich habe die Krise die „größten Painpoints des Handels“ offengelegt, die Punkte also, an denen einige Akteure der Branche schmerzlich erfahren müssen, die notwendigen Schritte des Wandels bisher nicht unternommen zu haben. Theresa Schleicher stellt fest: Wer auch heute noch in der Kategorie „stationärer versus Online-Handel“ denkt, nehme sich in der Krise viele Möglichkeiten, das Geschäft den ungewöhnlichen Begebenheiten anzupassen. „Unterschiedliche Vertriebswege, verschiedene Touchpoints und Kommunikationskanäle haben die Unternehmen dagegen resilienter und adaptionsfähiger für überraschende Krisensituationen gemacht“, schreibt die Autorin des Reports.

Lieferservice – aber sozial und ökologisch

Egal, welche Art von Produkt man sich als Konsument liefern lässt, noch meldet sich zuverlässig das schlechte Gewissen, um nachzuhaken, wie klimaschädlich diese Lieferung ist und ob der Lieferant angemessen bezahlt wird. Weil nach und nach alle Bereiche des Handels und der Dienstleistungen ihren ökologischen und sozialen Input offenlegen, wird der Online-Handel schon bald in Teilbereichen auf neue Arten des Lieferservices setzen, der nicht nur schnell und zuverlässig ist, sondern das Klima schützt und die Mitarbeiter angemessen bezahlt. Ideen sind hier, Privat- oder Dienstfahrten mit Lieferungen zu kombinieren oder in den Städten „Zwischenlager“ zu etablieren, damit immer mehr Kuriere den letzten Kilometer zum Kunden mit dem Rad zurücklegen können.
Die Krise wirke also in zahlreichen Fällen als Trendbeschleuniger: „Der E-Commerce wird befeuert, digitale Technologien dienen als Instrument, um mit Konsumentinnen und Konsumenten Kontakt aufzunehmen, bargeldlose und kontaktlose Bezahlverfahren setzen sich mehr und mehr durch, die Glokalisierung und Local Commerce erleben einen neuen Aufschwung.“ Zu besonders interessanten neuen Akteuren werden in dieser Hinsicht Plattformen wie Locamo oder Atalanda, die Handelsunternehmen dabei unterstützen, in ihrer jeweiligen Region im E-Commerce-Bereich Fuß zu fassen. Der Schlüssel ist hier also die geografische Nähe zwischen Warenproduktion, Handel und den potenziellen Kunden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Logistik wird nicht nur vereinfacht, durch jeden gesparten Kilometer Warenweg wird zusätzlich der CO2-Fußabdruck kleiner. Zwar zeigt eine Studie des Deutschen CleanTech Instituts von Ende 2019, dass der Online-Versand bei den CO2-Emissionen trotz der hohen Retourenquote unter denen des stationären Einzelhandels liegt. Dennoch ist laut der Untersuchung jeder im Netz gekaufte Versandartikel für rund 0,4 Kilogramm CO2-Ausstoß verantwortlich, wobei zu dieser Rechnung noch die Emissionen hinzugezählt werden müssen, die entstehen, wenn digitale Infrastrukturen aufgerüstet und Endgeräte beschafft werden. Klar ist daher: Je kürzer der Weg des Produkts zum Kunden, desto klimaverträglicher ist der Handel. Und: Desto besser können die Händler planen, weil es ihnen leichter fällt, den regionalen Bedarf abzuschätzen und das Sortiment dementsprechend zu bestücken.

Neue digitale Kooperationen

Auffallend ist dabei, dass sich im Bereich Local-E-Commerce genau die neuen Partnerschaften zeigen, von denen Theresa Schleicher in ihrem Retail-Report schreibt. So kooperiert zum Beispiel der E-Commerce-Dienstleister Atalanda mit DHL, deren Initiative „DHL lokal handeln“ darauf abzielt, regionale Anbieter zu unterstützen. Auch arbeitet die Plattform mit dem Spielwarenunternehmen Vedes zusammen, das digitale Shopping-Lösungen für kleinere lokale Händler bietet. Noch ist unklar, ob diese neuen Partnerschaften am Ende wirklich dazu führen, dass der lokale Handel erstarkt. Möglich wäre es ja auch, dass auf diesem Weg die Kleinen von den großen Dachmarken geschluckt werden. Offensichtlich ist aber, dass sich der Handel dieser Dynamik stellen muss, was Nachwuchskräften gute Chancen bietet, vom Start weg an diesem Wandel mitzuarbeiten und ihn durch eigene Ideen zu prägen.

Die Rückkehr des Milchmanns

Ganz gezielt wirbt das niederländische E-Commerce-Unternehmen Picnic mit dem Bild des Milchmanns, der jeden Tag zu einer festen Zeit ins Viertel kommt, um zuverlässig und günstig regionale Lebensmittel zu bringen. Als Bringdienst kooperiert das auch in Deutschland expandierende Unternehmen mit lokalen Bauern und Bäckern; anders als beim klassischen Milchmann werden die Routen der elektronisch betriebenen Lieferfahrzeuge digital errechnet und immer wieder optimiert.
Wichtig ist dabei, mit den Innovationen nicht ausschließlich auf die jüngere Zielgruppe zu zielen. Im Retail-Report zeichnet Theresa Schleicher eine Perspektive für den Handel, in dem insbesondere der Megatrend Silver Society für Aufschwung sorgt. „Wenn wir ehrlich sind, ist unsere Konsumlandschaft und dementsprechend unsere Wirtschaft auf ganz bestimmte Käuferschichten spezialisiert: Den 35-jährigen familienorientierten Kunden oder die 25-jährige Fashionista, die neue Trends setzt und damit die perfekte Konsumentin abbildet“, stellt die Retail-Expertin fest. Mit Blick auf den demografischen Wandel stelle sich die Frage, ob diese Ausrichtung noch haltbar sei: „Die globale Zukunft wird vom Megatrend Silver Society geprägt sein. 2050 wird die Lebenserwartung weltweit auf 77,1 Jahre steigen. 16 Prozent der Menschen sind dann über 65 Jahre alt, in Europa und Nordamerika könnte es sogar jeder Vierte sein.“

Dem Handel stellt sich die Sinnfrage

Vergessen Sie das Alter! Lösen Sie sich von Gender-Stereotypen! Überlegen Sie sich hingegen, welche Werte Ihnen als Unternehmen wichtig sind.
Muss der Handel also gezielt die älteren Konsumenten neu entdecken? Theresa Schleicher findet: Ja, aber nicht nur. Eine Ansprache der „Silver Ager“ sei wichtig, jedoch denkt die Expertin darüber hinaus an ein Post-Gender/Post-Age-Marketing: Für die heutige Generation „55plus“ seien Themen wie „Gesundheit, Wohlbefinden und Fitness, lebenslanges Lernen sowie Nachhaltigkeit und Qualität statt Quantität wichtig“ – und diese Aspekte beißen sich nicht mit den Ansprüchen der jungen Generation, im Gegenteil: Theresa Schleicher ist davon überzeugt, dass sich in dem, was die Menschen als Konsumenten erwarten, die Generationen in naher Zukunft viel stärker annähern werden, als es in den vergangenen Jahren der Fall war. Diese Entwicklung gibt demografisch vielfältig besetzten Belegschaften in der Retail-Branche ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten, den Handelsunternehmen gibt Theresa Schleicher daher folgenden Ratschlag mit auf den Weg: „Vergessen Sie das Alter! Lösen Sie sich von Gender-Stereotypen! Überlegen Sie sich hingegen, welche Werte Ihnen als Unternehmen wichtig sind.“ Damit rückt für den Handel verstärkt die Sinnfrage ins Zentrum: Akteure, die auf diese Frage gute Antworten finden und denen es gelingt, diese an ihre Kunden zu kommunizieren, werden von der neuen Dynamik des Handels profitieren.

Der Wohnaccessoires-Händler Wilhelm Josten im Interview

In vielen Fußgängerzonen und Einkaufszentren gehören die Filialen von Butlers zu gern gesehenen Mietern: In den Geschäften ist immer was los, das bunte Sortiment bietet Wohnaccessoires aller Art zu günstigen Preisen. Im Interview erzählt Co-Gründer und Geschäftsführer Wilhelm Josten, welche Idee hinter dem Konzept steckt, warum es vor drei Jahren zur schweren Krise kam – und wie das Unternehmen aus dieser wieder herausgefunden hat. Die Fragen stellte André Boße.

Zur Person

Wilhelm Josten (geboren 1965 in Düsseldorf) stammt aus einer alten rheinländischen Händlerfamilie, bereits 1829 wird in Neuss die Firma „Wilhelm Josten Söhne“ gegründet, zu der auch das Kaufhaus Josten gehörte, das mehr als 150 Jahre lang im Rheinland die erste Adresse für alle erdenklichen Haushaltswaren war. Josten studierte BWL, absolvierte erste berufliche Stationen in der Aldi- Gruppe, bei der Unternehmensberatung BBE sowie bei der Deutschen Post. Zusammen mit seinem Bruder Paul Josten sowie dem Kompagnon Frank Holzapfel gründete er 1999 die BUTLERS GmbH & Co. KG, mit dem Ziel, die Glas-, Porzellan- und Keramikbranche, in der schon seine Vorfahren tätig gewesen waren, gründlich zu entstauben. 2004 wurde er vom Verband HDE zum besten Handelsunternehmen gekürt, 2005 und 2012 zählte er zu den Nominierten des renommierten Unternehmer-Preises „Entrepreneur des Jahres“.
Vergleicht man die Preise Ihres Handelsunternehmens mit denen einiger Konkurrenten aus dem Wohnaccessoires-Fachhandel, fällt ein großer Unterschied auf. Sind Sie so günstig – oder die anderen so teuer? Als mein Bruder Paul Josten, mein Kompagnon Frank Holzapfel und ich 1999 das Unternehmen gegründet haben, war eine unserer Prämissen die der „Demokratisierung des guten Geschmacks“. Geschmack sollte keine Frage des Geldes sein. Mit unserem Sortiment und unserer Preispolitik ist es uns gelungen, diesem Anspruch gerecht zu werden. Wie ist Ihnen das gelungen? Wir kaufen hohe Mengen ein, entwickeln vieles selbst und produzieren weltweit. So können wir gute Preise garantieren. Darüber hinaus arbeiten wir ökonomisch äußerst nachhaltig. Inwiefern? Während andere Unternehmen hohe Overheadkosten haben … … also allgemeine Kosten, die nicht direkt der Herstellung des Produkts zuzuordnen sind … … achten wir darauf, diese niedrig zu halten. Wir betreiben zum Beispiel keine klassische Werbung. Folge der niedrigen Overheadkosten ist es, dass wir keine Abstriche bei der Qualität unserer Artikel machen müssen – und dennoch günstig sein können. 2017 stand das Unternehmen vor dem Aus, Butlers musste einen Insolvenzantrag stellen, Sie mussten viele Filialen schließen – aber schon im Jahr 2018 ging es wieder bergauf. Was war der entscheidende Schlüssel für das Comeback? Wir haben zwar unsere Fehler erkannt und danach die – aus heutiger Sicht – richtigen Entscheidungen getroffen. Leider aber zu spät, sodass die Insolvenz nicht mehr abzuwenden war. Aber der bereits eingeschlagene Weg war richtig, und so konnten wir die Insolvenz binnen weniger Monate beenden. Wenn Sie von Fehlern sprechen, welche meinen Sie da? Unser größter Fehler war es, sortimentstechnisch zu viel auf Möbel gesetzt zu haben. Die Logistik, das Retourenmanagement – das alles ist sehr komplex. Wir hatten seinerzeit beschlossen, uns wieder auf unsere eigentliche Kompetenz zu konzentrieren, nämlich „den gedeckten Tisch“. Damit lagen wir goldrichtig, heute ist das Unternehmen wieder profitabel. Wie ist es Ihnen gelungen, in dieser Krisenzeit die, wie Sie sagen, „richtigen Entscheidungen zu treffen“? Wir haben sehr konzentriert und fokussiert an der Umsetzung unserer Leitidee gearbeitet. Es war in dieser Zeit äußerst wichtig, dass wir mit allen Mitarbeitern viel kommuniziert haben. Dass die hochmotivierten Kollegen allesamt dem Unternehmen die Treue gehalten haben, macht uns daher besonders froh. Viele Ihrer Kundinnen und Kunden mögen es, in Ihre Filialen zu gehen, weil sie dort immer wieder etwas Neues entdecken. Betrachten Sie Ihr Sortiment wie eine Art „Magazin“, das, einen schnellen Kreislauf an „News“ bietet? So ähnlich. Unsere Filialen werden kontinuierlich umgebaut. Mal wird der komplette Eingangsbereich saisonal umdekoriert, mal sind es einzelne Tische, die als sogenannte Thementische unter ein bestimmtes Motto gestellt werden. Wir inszenieren unsere Artikel immer wieder neu und anders. Zudem entwickeln wir zwischen 2000 und 3000 neue Artikel pro Jahr. Bei so vielen neuen Artikeln pro Jahr: Wie entstehen bei Ihnen Produktinnovationen, welche Teams arbeiten dafür zusammen? An den Produktinnovationen sind in erster Linie Einkäufer und Designer beteiligt. Sie entwickeln Ideen für beispielsweise ein neues Geschirr oder kreieren neue Designs für Tischwäsche- Kollektionen. In den sogenannten Warenteams, zu denen Stylisten, Visual Merchandiser, aber auch das Management gehören, wird Thema für Thema, Artikel für Artikel besprochen und schließlich auch entschieden, welche dieser Innovationen zu einem Produkt werden – und welche nicht. Theoretisch kann jedoch jeder Mitarbeiter zum Designer werden und seine Ideen bei uns einreichen: Über eine Mitarbeiter-App, die wir für unsere interne Kommunikation nutzen, lassen sich unkompliziert Artikelvorschläge einreichen.
Wichtig ist uns eine gute Durchmischung im Unternehmen. Denn sowohl der Nachwuchs als auch erfahrene Mitarbeiter sind wertvoll.
Welche Rolle spielen dabei jüngere Kolleginnen und Kollegen, die am Anfang Ihrer Berufskarriere stehen? Welche neuen Ideen bringt der Nachwuchs ins Unternehmen? Junge Kollegen und Berufseinsteiger sind in der Regel in den sozialen Medien sehr aktiv und dadurch in Sachen Trends gut informiert. Wichtig ist uns eine gute Durchmischung im Unternehmen. Denn sowohl der Nachwuchs als auch erfahrene Mitarbeiter sind wertvoll. Beide Seiten können voneinander lernen. Viele Handelsunternehmen, die stark im Filialgeschäft sind, haben bis heute Probleme, die Chancen von E-Commerce zu erkennen und zu nutzen. Bei Ihnen ist das anders, sie wachsen im Off- und Online-Geschäft. Was haben Sie besonders gut gemacht? Wir sind mit unserem Onlineshop schon früh online gegangen, nämlich im Jahr 2007. Das hat uns in die Lage gebracht, schon früh einige Erfahrungen sammeln zu können. Wobei wir immer darauf geachtet haben, dass die Onlinekosten nicht aus dem Ruder laufen, damit wir auch digital rentabel sind. Als Folge der Pandemie schlägt seit März 2020 die große Stunde des Online-Handels. Wann haben Sie erkennt, dass diese Krise Ihrem Unternehmen auch eine Chance bietet – und was haben Sie unternommen, um diese zu nutzen? Bereits unmittelbar nach Beginn des Lockdowns ist die Online-Nachfrage deutlich gestiegen. Wir konnten dann, trotz der geschlossenen Geschäfte, binnen 14 Tagen bei mehr als 100 Filialmitarbeitern die Kurzarbeit beenden, um mit ihrer Hilfe das Paketvolumen auch bedienen zu können. Was glauben Sie, auf welche Art wird Corona den Handel nachhaltig verändern? Das Einkaufen muss noch mehr zum Erlebnis werden, online wie offline. Die Kunden möchten auf beiden Kanälen ihre Lieblingsmarken erleben können. Wie unterscheidet sich eine Karriere im Handel heute von typischen Laufbahnen von vor gut 20 Jahren, als Sie Butlers gegründet haben? Vor 20 Jahren strebten noch nicht so viele Akademiker in den Handel, wie es heute der Fall ist. Das ist aber eine gute Entwicklung, da der Handel immer komplexer, globaler und digitaler geworden ist.

Zum Unternehmen

Die erste Butlers-Filiale eröffnete 1999 in Köln. Fünf Jahre später betrieb Butlers in Deutschland bereits 50 Filialen und weitete das Geschäft ins Ausland aus. 2007 öffnete der Online-Shop und bot den Kunden im Netz das gesamte Sortiment, was damals noch sehr ungewöhnlich war. 2017 geriet das Unternehmen in Turbulenzen und musste eine Planinsolvenz anmelden. Neue Investoren brachten frisches Geld, das Unternehmen strukturierte um, seit 2018 wächst es wieder. Heute betreibt Butlers 120 Filialen im In- und Ausland und beschäftigt rund 800 Mitarbeiter. Bei der Eröffnung von neuen Filialen fokussiert sich Butlers auf Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern und belebten Innenstädten.

Teil eines Profi-Teams

Alexander Seeger, 31 Jahre alt, nimmt seit September 2019 am Trainee-Programm zum Betriebsleiter von METRO Deutschland teil. Zuvor hat er ein Bachelorstudium „Beratung und Vertriebsmanagement“ an der Hochschule der Wirtschaft für Management in Mannheim sowie ein Masterstudium „Business Management“ absolviert.

Alexander Seeger, Foto: privat
Alexander Seeger, Foto: privat
Seit meinem ersten Tag im Trainee-Programm von METRO Deutschland bin ich begeistert von der Teamarbeit, dem Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem engen Kontakt zu Profi-Kunden im Großhandelsumfeld. Wir arbeiten alle eng zusammen – rund 200 Mitarbeiter auf 15.000 m2 Verkaufsfläche sorgen jeden Tag dafür, dass die passenden Angebote aus etwa 25.000 Artikeln zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Menge bei den Profi-Kunden ankommen. Nach meinem Abitur habe ich ein Ingenieurstudium begonnen, aber mir wurde schnell klar, dass mir hierbei der Kontakt zu Menschen fehlt und das Studium zu sehr auf Theorie ausgelegt ist. Da der Handel mich schon immer fasziniert hat, machte ich zunächst eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel, dann eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt. Anschließend sammelte ich zwei Jahre Führungserfahrung als stellvertretender Filialleiter in einem Angelsportfachgeschäft. Dann begann ich mein Bachelorstudium „Beratung und Vertriebsmanagement“ an der Hochschule der Wirtschaft für Management in Mannheim. Dort lernte ich, wie moderner Vertrieb funktioniert. Durch Auslandspraktika in Australien und England habe ich die spannende Zusammenarbeit von Menschen mit sehr unterschiedlichen Kulturen kennengelernt. Mein Masterstudium „Business Management“ schloss ich direkt an, finanziert durch einen Job im Lebensmitteleinzelhandel. Bei der Suche nach dem für mich passenden Arbeitsplatz habe ich mich auf den Handel konzentriert. Das Trainee- Programm von METRO Deutschland hat mich überzeugt: Als Trainee lerne ich das Unternehmen von Grund auf kennen. Die ersten sechs Monate habe ich sämtliche Abteilungen im Großmarkt durchlaufen. Um die Prozesse im Markt kennenzulernen habe ich z. B. neue Kundenkarten am Eingang ausgestellt, Fisch an der Fischtheke verkauft und an der Kasse kassiert. Im Anschluss habe ich als Abteilungsleiter eine eigene Abteilung geführt und konnte so erste Führungserfahrungen im Unternehmen sammeln. Mittelweile befinde ich mich im letzten Drittel des 18-monatigen Trainee-Programms im Vertrieb. Ich arbeite in verschiedenen Großmärkten, mache meine ersten Schritte als Betriebsleiter in Ausbildung. Dabei knüpfe ich ein enges Netzwerk mit Kollegen aus anderen Großmärkten in ganz Deutschland. Als Betriebsleiter ist es wichtig, eine gewisse Zahlenaffinität zu haben, gerne mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Kundinnen und Kunden umzugehen und komplexe Zusammenhänge schnell zu verstehen. Eine weitere Station in meiner Trainee- Zeit wird die Schnittstellenphase im Head Office von METRO Deutschland in Düsseldorf sein. Außerdem ist ein vierwöchiger Auslandsaufenthalt Bestandteil des Trainee-Programms. Da die METRO AG ein internationales Unternehmen ist, macht es für eine zukünftige Führungskraft Sinn, auch ein anderes Land kennenzulernen. Wir tauschen uns auch zwischen den Trainees in ganz Deutschland regelmäßig aus, dafür gibt es monatliche Trainee- Calls und verschiedene gemeinsame Workshops. Ich freue mich auf weitere spannende Aufgaben während der Ausbildung und kann meinen ersten Tag als Betriebsleiter kaum erwarten!

Alnatura: E-Mail für dich

Von: Hannah-Sophia Walke Gesendet: 28. Oktober 2020 An: Berufseinsteiger*innen im Bio-Lebensmitteleinzelhandel Betreff: Meine Suche nach dem richtigen Weg ins Berufsleben

Liebe Leserinnen und Leser, schon während meines Abiturs stand für mich fest, dass ich ein freiwilliges soziales Jahr im Ausland absolvieren möchte. Danach konnte ich mir vorstellen, mein Interesse für wirtschaftliche Themen, das sich während meiner Schulzeit entwickelte, weiter zu verfolgen. Ich verbrachte ein Jahr in Australien und arbeitete dort an einer Waldorfschule. Nach dieser Zeit wusste ich, dass ein „normales“ wirtschaftswissenschaftliches Studium nicht das Richtige wäre. Der Entschluss, dass ich mich auf ein duales BWL-Studium an einer Kunsthochschule bewerben möchte, stand bald nach meiner Rückkehr nach Deutschland fest. Die Mischung aus Wirtschaft, Kunst und interdisziplinärem Denken reizte mich. Bei der Suche nach einem Studium war mir besonders wichtig, dass ich die Werte, die ich kennengelernt hatte, auch in meinem weiteren Leben und später im Berufsalltag wiederfi nde. Mein Interesse für eine ökologische Lebensweise und den Wunsch, Selbstverantwortung zu übernehmen und im wirtschaftlichen Kontext ganzheitlich und neu zu denken, wollte ich in meinem Studium vertiefen und bewarb mich deshalb um ein duales Studium in Kooperation mit Alnatura und bekam den Studienplatz. Als mein Bachelorabschluss näher rückte, war es mein Wunsch, in die Mitarbeitergewinnung einzusteigen. Da zu dem Zeitpunkt aber im Recruiting- Team bei Alnatura keine passende Stelle frei war, fasste ich den Entschluss, ein Masterstudium Wirtschaftspsychologie zu beginnen. Bevor das Masterstudium startete, konnte ich vorübergehend in einer anderen Abteilung im Mitarbeiterservice bei Alnatura aushelfen. Ich kümmerte mich um die Konzeption und Organisation von Veranstaltungen und Seminaren. Nachdem ich einige Wochen einen Einblick in das „richtige“ Berufsleben als Absolventin bekommen konnte, bekam ich die Möglichkeit, langfristig dort zu bleiben. Die Tätigkeiten und Themen in diesem Team haben mich positiv überrascht und ich entschloss mich, meine festen Pläne ins Recruiting oder ins Masterstudium zu gehen, vorerst einzustellen und in einen Bereich einzusteigen, den ich vorher nicht als Möglichkeit für mich in Betracht gezogen hatte. Ich wurde schnell in weitere Projekte einbezogen, bin weiterhin für interne und externe Veranstaltungen verantwortlich und unterstütze bei der Implementierung eines Travel-Management-Systems im Unternehmen. Das Miteinander im Team, in der Alnatura-Arbeitsgemeinschaft sowie die große Selbstverantwortung und die abwechslungsreichen Aufgaben überzeugten mich davon, dass ich genau die Stelle gefunden habe, die für mich passend ist und bei der ich die Werte vertreten kann, die mir wichtig sind. Viel Erfolg beim Einstieg und viele Grüße, Hannah-Sophia Walke Alnatura Produktions- und Handels GmbH

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Superfood lokal

Superfood ist buchstäblich in aller Munde, denn viele importierte Obst- und Gemüsesorten gelten als wahre Wundermittel. Doch so gut sie für unsere Gesundheit sind, so schlecht sind sie mitunter für die Umwelt: Transportwege, Pestizideinsatz, Wasserverbrauch und Flächenkonkurrenz in den Anbaugebieten sind nur einige der negativen Auswirkungen. Dabei brauchen wir die weitgereisten Superfoods gar nicht, um uns gesund und vielseitig zu ernähren. Es gibt zahlreiche lokale Alternativen, die ihnen in Vitamingehalt, Nährwert und Geschmack in nichts nachstehen. Stefanie Schäfter, Meike Fienitz, Felix Buchborn, Kira van den Hövel: Super Local Food. Oekom 2020. ISBN 978-3962381806. 20 Euro.

Ratgeber fürs Überleben

Mit Fachwissen und Humor analysieren die Autorinnen das Ratgebers „In der neuen Arbeitswelt“ die aktuellen Veränderungen auf allen Ebenen. Sie geben Führungskräften ein „Survival Kit“ mit erkenntnisreichen Selbsttests und Praxistipps für jede Stufe der Transformation an die Hand – von der Neuorientierung über die Eigenmotivation und Homeoffice-Organisation bis zu Teambuilding und neuem gesunden Führen. Ingrid Britz-Averkamp, Christine Eich-Fangmeier: Überleben in der neuen Arbeitswelt. Walhalla 2020. ISBV 978-3-96186-040-1. 29,95 Euro.

Sicht im Label-Dschungel

Foto: AdobeStock / Aquir
Foto: AdobeStock / Aquir

Labels dienen Verbraucherinnen und Verbrauchern als praktischer Rat beim Einkauf. Unter „Label“ oder auch „Siegel“ versteht mal allerdings verschiedene Informationssysteme und Managementinstrumente. Die Plattform „label-online“ stellt Label-Arten, von Regionallabels über Gütezeichen bis zu Prüflabels und Clean Labels vor. www.label-online.de

„Die Netzwerkbibel“

Kontakteknüpfen mittels Networking ist im Zuge der Digitalisierung einerseits einfacher, andererseits auch komplexer geworden: es gibt ein Überangebot an digitalen Plattformen, immer mehr Events und immer mehr Entscheider und Multiplikatoren, die wichtig erscheinen. Gleichzeitig hat Networking an Bedeutung gewonnen: ein tragfähiges Netzwerk und die richtigen Kontakte helfen, sich als Experte zu positionieren und beruflich erfolgreich zu sein – das gilt für Führungskräfte ebenso wie für Berufseinsteiger. Tijen Onaran zeigt, wie Networking heute wirklich funktioniert. In ihrem ersten Buch gibt die Autorin eigene Erfahrungen weiter, reflektiert ihre Erlebnisse, erzählt Anekdoten aus ihrer Zeit in der Politik und Wirtschaft und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab. Tijen Onaran: Die Netzwerkbibel. Springer 2019. ISBN 978-3-658-23735-6. 19,99 Euro

Faire Woche

Foto: Ian 2010 / Fotolia
Foto: Ian 2010 / Fotolia

Im September jeden Jahres findet seit 2001 die Faire Woche statt: 2020 lag der Schwerpunkt auf nachhaltigen Produktions- und Konsummustern für ein gutes Leben unter dem Motto „Fair statt mehr“. Veranstalter der fairen Woche sind das Forum Fairer Handel e. V. in Kooperation mit dem Weltladen- Dachverband e. V. und TransFair e. V. Schirmherr der Fairen Woche war auch 2020 der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller. www.faire-woche.de

Foodreport

Hanni Rützler, Gründerin des „futurefoodstudios“ und Foodtrend-Forscherin, gibt jedes Jahr den „Foodreport“ heraus. Er erklärt die wichtigsten Trends, Entwicklungen und Zukunftsthemen für Food and Beverage. Mit Brancheninsights, Themenschwerpunkten und Best Practices aus aller Welt dient er Lebensmittelherstellern, Gastronomen und Lebensmittelhändlern als Grundlage für Zukunftsentscheidungen. Ganz besonders in der Krise. Hanni Rützler: Foodreport. Zukunftsinstitut GmbH in Kooperation mit der Lebensmittel Zeitung , foodservice und gv-praxis 2019. ISBN 978-3- 945647-60-8. 150 Euro.

„Endlich Montag“

Heiko Link, der Spezialist für den Wochenanfang bietet mit seinem Podcast professionelle Karriereberatung für Jobsuchende. Er interviewt dazu Experten und hat seit 2016 bereits fast 100 Folgen produziert. www.endlich-montag.net

Bewerben mit der Micro-Learning-Methode

Cover Bewerbung to goDer Ratgeber „Bewerbung to go“ ist für alle, die keine Zeit haben, sich stundenlang mit ihren Bewerbungsunterlagen zu beschäftigen. Sandra Gehde: Bewerbung to go. Entspannt und zeitgemäß zum neuen Job. Erfolgreich bewerben mit der Micro- Learning-Methode. metropolitan 2019. ISBN 978-3-96186-030-2. 14,95 Euro.

Kulinarische Geschichten

Dieter Weidenfeld sammelt in seinem Buch „Wie eine Auster das Zarenreich rettete“ die schönsten Anekdoten rund ums Essen: Wie kam Crêpe Suzette zu ihrem Namen? Wer ist der Erfinder des Sauerkrauts? Und was hat eine Schweinshaxe mit der Hinrichtung Ludwig XVI. zu tun? Abgeschmeckt wird die kleine, aber feine kulinarische Sammlung mit Rezepten von Sternekoch-Legende Heinz Winkler. Dieter Weidenfeld: Wie eine Auster das Zarenreich rettete. EMF 2020. ISBN 978-3-7459-0167-2. 20 Euro.