Lebenslauf mit internationalem Gütesiegel

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Sie haben also Ihre ersten beruflichen Erfahrungen in der Heimat gesammelt, jetzt möchten Sie erste Auslandserfahrungen sammeln. Doch wie wird ein internationaler, bzw. amerikanischer, Lebenslauf aufgebaut? Das verrät das kleine Bewerbungs-Einmaleins Berufserfahrenen und weniger Erfahrenen. Nähere Informationen zum „Europäischen Lebenslauf“ finden Sie in den weiterführenden Links. Das perfekte Layout eines amerikanischen Lebenslaufes ist mehr als das Salz in der Suppe. Ob Sie sich auf ein bis zwei Seiten richtig verkaufen können, entscheidet schnell über eine Einladung zum Bewerbungsgespräch (Job-Interview) oder dem Mülleimer (circular file). Die Bewerbungs-Experten von squeaker.net (www.squeaker.net) haben einige Tipps zum Layout eines professionellen US-Lebenslaufes (Resume oder CV = Curriculum Vitae) zusammengestellt: „Der US-Lebenslauf soll Ihre Fähigkeiten, Qualifikationen und Leistungen gegenüber Arbeitgebern vermarkten.“ Grundsätzlich gilt für den US-Lebenslauf, dass er weniger eine einfache Aufzählung Ihrer Lebensdaten ist, als vielmehr ein Marketinginstrument, das genau auf die anvisierte Stelle angepasst ist.
  • Überlegen Sie sich bei jedem Punkt, wie diese Information zu einem eindrucksvollen und stringenten Gesamtbild Ihrer Person beiträgt.
  • Verstehen Sie den Lebenslauf als „Teaser“ – ein Instrument zum Interesse-Wecken beim potenziellen Arbeitgeber.
Planen Sie die Informationsaufteilung so, dass der Personaler Interesse bekommt, Sie persönlich kennen zu lernen. Geben Sie nicht zu viele Informationen preis. Lassen Sie genügend Freiraum, die Informationshäppchen aus dem Lebenslauf mit interessanten Geschichten im Job-Interview zu ergänzen. Struktur Diese Anforderungen spiegeln sich besonders in der vom deutschen Lebenslauf abweichenden Anordnung wider. Der US-Lebenslauf ist meistens anti-chronologisch aufgebaut. Die wichtigsten – und somit meistens die neuesten – Fakten werden am Anfang angepriesen. Je länger Ihre Erfahrungen zurückliegen, desto weiter unten angesiedelt und oberflächlich abgehandelt erscheinen sie im US-Lebenslauf. In den einzelnen Lebens-Stationen wird weniger Fokus auf Ihre Person als auf positions-relevante Fakten gelegt. Es geht im US-Lebenslauf weder darum, Lebensdaten bürokratisch akkurat aufzulisten, noch sich selber als alleskönnender Superman darzustellen. Heben Sie stattdessen hervor, welche konkreten Erfahrungen in der Vergangenheit für die neue Position wichtig sind. Für Studenten und Absolventen mit wenig Berufserfahrung (Ausbildung, Praktika) empfehlen wir folgende Struktur:
  1. Education (=Studienschwerpunkte, Abschlüsse)
  2. Professional Experience (=Ausbildung, Praktika)
  3. Other relevant skills (Wichtig: Nur relevante Fähigkeiten!)
  4. Community Activities, Awards, Professional Recognition
Hier steht das Studium als Hauptkriterium zur Einstellung im Vordergrund. Es macht wenig Sinn, ein paar Praktika stärker als das Studium zu gewichten. Schulabschluss: Ersparen Sie dennoch sich und dem Personaler die Mühe, Ihre Leistungskurse oder Ihren Wehr-/Zivildienst im Detail zu beschreiben oder als besonders relevant für die Position zu erwähnen. Es reicht vollkommen, Ihren Schulabschluss mit Abschlussnote zu erwähnen. Letztere macht auch nur Sinn, wenn Sie überdurchschnittlich ist, also zu einer positiven Selbstpräsentation beiträgt. Angaben zu Ihrer Grundschulzeit sind gar komplett obsolet. Absolventen und jungen Berufstätigen, bei denen die bereits gemachte berufliche Erfahrung für die Stelle besonders relevant ist, empfehlen wir abweichend folgende Struktur:
  1. Career objective
  2. Professional Experience
  3. Education
  4. Other relevant (!) skills
  5. Community Activities, Awards, Professional Recognition
1.) Career Objective Fassen Sie am Anfang des Lebenslaufes in 1-3 Sätzen prägnant zusammen, wer Sie sind und warum Sie welches Karriereziel verfolgen. Bringen Sie’s auf den Punkt und vermeiden Sie leeres Geschwätz. Hier können Sie aus einer professionellen Sicht rechtfertigen, warum Sie für diese Stelle geeignet sind. Studenten (s.o.) sollten diese Informationen eher im Anschreiben (=Cover Letter in den USA; Covering letter in GB) unterbringen. 2.) Education Benutzen Sie ruhig die Originalbezeichnungen Ihrer Abschlüsse (Abitur, Diplomkaufmann) und finden Sie ein erklärende (aber passende!) Übersetzung. Vermeiden Sie typische Fehler:
  • Gymnasium heißt in den USA „Turnhalle“!
  • Nennen Sie Ihr Diplom nicht einfach nur „Diploma“, da dies in den USA als nichts besonderes gilt!
  • Ein Diplomkaufmann ist kein MBA!
  • Listen Sie nicht jeden einzelnen Kurs auf, sondern nur relevante und herausragende Leistungen.
Machen Sie Ihre Durchschnittsnoten ruhig für Ihren Empfänger verständlich, indem Sie sie relativieren: Z.B.: Equals A-; Above average; Top 10% of class. 3.) Professional Experience Vermeiden Sie es, die Unternehmen für die Sie gearbeitet haben detailiert zu beschreiben – heben Sie sich die Details für Ihre tatsächlichen Erungenschaften auf. Wiederholen Sie nicht einfach die Stellenbeschreibung, sondern erklären Sie, welche Fähigkeiten Sie erlernen konnten, die Sie in der neuen Stelle einsetzen können. Hierdurch beweisen Sie Ihren Wert für den potenziellen Arbeitgeber. Scheuen Sie sich nicht vor Quantifizierungen oder Superlativen. Diese Form der Bescheidenheit mag in Deutschland angebracht sein, in den USA bedeutet jede geringere Formulierung als ein Superlativ Mittelmäßigkeit. Wenn Sie sich in den Formulierungen unsicher sind, holen Sie sich den Rat von US-Lebenslauf-Experten. Bsp.:
  • „Achieved the highest gross sales in the history of the store, a 17% increase over prior manager”
Aber Vorsicht: Beschränken Sie sich auf Angaben, die für Ihren Wunsch-Job relevant sind und seien Sie niemals unehrlich! 4.) Other skills Außeruniversitäres, soziales, religiöses oder politisches Engagement kann für Ihre Karriere und somit für Ihre Bewerbung sehr nützlich sein, besonders wenn Sie eine Führungsposition inne hatten. Ordnen Sie Ihre sprachlichen Fähigkeiten in die Kategorien „native“ – „fluent“ – „advanced“ – „basic“ ein. Computerfähigkeiten sollten angepasst an die Anforderungen der Position übersichtlich und verständlich erklärt werden. Grundsätzlich sollten Sie anhand Ihrer Erfahrungen einen roten Faden in der Entwicklung Ihrer Fähigkeiten aufzeigen. Als Sportler haben Sie möglicherweise Teamwork-Erfahrung, Ihre künstlerische Erfahrung zeugt von Kreativität und Ihr Studentenjob im Call-Center hat Ihre Kommunikationsfähigkeit verbessert. Eigeninitiative und ein ein reicher Erfahrungsschatz sind in den USA gerne gesehen, sofern es Ihnen gelingt, ein zusammenhängendes Bild mit Ihrem Lebenslauf abzugeben. 5 Tipps für den US-Lebenslauf:
  1. Passen Sie alle Aussagen an die Position an.
  2. Drucken Sie Ihren Lebenslauf mit einem Laserdrucker auf gutem Papier aus.
  3. Betonen Sie Ihre Errungenschaften.
  4. Benutzen Sie aussagekräftige „Action Words”.
  5. Bewahren Sie ein sauberes Layout und versuchen Sie, Ihren Lebenslauf auf eine Seite zu beschränken.
5 Fehler, die man vermeiden sollte:
  1. Vermeiden Sie Fehler in der Sprache, der Rechtschreibung und landestypischen Zahlenformaten.
  2. Erwähnen Sie nicht Ihre Gehaltswünsche.
  3. Lassen Sie keine langen, unerklärten Lücken im Lebenslauf.
  4. Erwähnen Sie nicht Ihre Grundschule, Ihre Eltern oder Ihre Haustiere.
  5. Erwähnen Sie in Ihrer US-Bewerbung nicht: Alter, ethnischen Hintergrund, Geschlecht, Religion. Fügen Sie kein Foto bei!
Mit freundlicher Unterstützung der Bewerbungs-Experten von squeaker.net, der Insider-Community für Deine Karriere (www.squeaker.net).
 
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Interview mit Erwin Staudt

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Der Wechsel aus der Chefetage von IBM auf den Präsidentenstuhl des VfB Stuttgart war für ihn der Beginn eines neuen Lebens. Eine Fügung des Schicksals. Jetzt führt der Ur-Schwabe den Traditionsklub mit modernen Managementmethoden durch das knallharte Liga-Geschäft. Im Interview mit S-taff sprach der 60-jährige Diplom-Volkswirt über Weitblick, Teamgeist und Leistung. S-taff Ausgabe 1.2008

Zur Person Erwin Staudt

Erwin Staudt, Foto: Staudt Geboren am 25. Februar 1948 in Leonberg. Studium der Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Stuttgart und Freiburg. Ab 1973 bei IBM Deutschland, zunächst als Vertriebsleiter, später unter anderem als Vertriebsleiter und Vice President Marketing in der europäischen Zentrale der IBM in Paris. Von 1998 bis 2003 Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH. Seit Juni 2003 erster hauptamtlicher Präsident des VfB Stuttgart. Privat: verheiratet, drei Kinder.
Schon als Bub waren Sie glühender Fan des VfB Stuttgart. Heute sind Sie dessen erster hauptamtlicher Präsident. Ist damit ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen? So kann man das nicht sagen. Geträumt habe ich davon als Kind wohl nicht. Aber außer beim VfB hätte ich keine derartige Aufgabe angenommen. Also eine Herzensangelegenheit? So ist es. Sie waren in der Jugend selbst Linksaußen des TSV Eltingen. Wollten Sie nicht auch Fußball-Profi werden? Ich habe in den Jugendmannschaften bei TSV gespielt, aber als es dann ernst wurde für die erste Mannschaft, wollte mich keiner. Ich hatte dazu leider nicht genug Talent. Dafür haben Sie Ihr Talent dann an anderen Stellen eingebracht: Bei IBM haben Sie in führenden Positionen gearbeitet. Jetzt führen Sie mit dem VfB einen traditionsreichen Fußballclub. Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede? Die Gemeinsamkeit ist die, dass es überall um Umsatz, Wachstum, Innovationen geht, vor allem aber um das Miteinander von Menschen. Der große Unterschied ist die Öffentlichkeit, die beim Fußball sehr groß ist, und dass nach jedem Spiel abgerechnet wird. Das erzeugt einen ganz spezifischen Druck. Es ist beim Fußball charakteristisch, dass man so gut wie jeden Tag auf den Sportseiten Stoff liefern muss. Und das ist in der Wirtschaft nicht so stark ausgeprägt. Im Fußball ist das sehr direkt. Da ist man praktisch präsent im Tagesgeschäft der Sportjournalisten. Was hat Sie 2003 bewogen, aus der Wirtschaft „auszusteigen“, um hauptamtlich einem Fußballclub vorzustehen? Das war mehr oder weniger Zufall. Bei mir hat sich eine berufliche Weichenstellung angekündigt. Und just in diesem Moment kam der Anruf des VfB-Aufsichtsratsvorsitzenden. Das war für mich der Start in ein neues berufliches Leben. Ein glücklicher Zufall? Auf jeden Fall. Wenn der Anruf zwei Jahre früher oder später gekommen wäre, hätte ich Nein gesagt. In der Tat eine Fügung des Schicksals. „Deutschland muss IT-Weltmacht werden – und das pronto!“, haben Sie 2002 anlässlich einer Buchvorstellung gefordert. Wie gut ist das Bundesland Baden-Württemberg im IT-Bereich und in der IT-Branche aufgestellt? Das Land hat sich schon in die Richtung entwickelt, wie wir das 2002 prognostiziert haben. Lothar Späth und ich haben damals gefordert, dass zunächst einmal die Bildung herangeführt werden muss an das IT-Zeitalter und dass die Menschen insgesamt eine Revolution wie zum Beispiel das Internet in das alltägliche Leben aufnehmen müssen. All das ist passiert. Deshalb bin ich sehr glücklich mit der Entwicklung in Baden-Württemberg. Unsere jungen Leserinnen und Leser stehen am Beginn ihrer Karriere. Geben Sie ihnen bitte drei Tipps für den beruflichen Aufstieg. Also, gehen wir mal davon aus, dass jeder das Maximale an Ausbildung mitbringt. Dann kommt es darauf an, das Wissen mit einer ausgewogenen Persönlichkeit zu verbinden. Und um letztlich erfolgreich zu sein – davon bin ich überzeugt –, sind drei wesentliche Dinge absolutes Muss: Fleiß, Begeisterungs- und Kommunikationsfähigkeit. Sehen Sie Parallelen zwischen Fußball und dem Berufsalltag im Wirtschaftsleben? Natürlich. Was im Fußball ebenso wichtig ist wie im Berufsleben: Man muss viele Menschen zu einem Team zusammenbringen. Jeder muss bereit sein, sich einer gemeinsamen Zielsetzung unterzuordnen, seinen Beitrag zu leisten, ohne Eifersüchteleien oder Wichtigtuereien. Das sind sowohl im Fußball als auch in der Wirtschaft die elementaren Voraussetzungen. Was zählt mehr: Teamgeist oder individuelle Fähigkeiten? Beides ist wichtig. Man muss verstehen, seine individuellen Fähigkeiten in ein Team einzubringen. Darauf kommt es an. Wie erklären Sie sich bei Fußballern die so unterschiedlichen Leistungen in den verschiedenen Spielen? Wie kann man – auch in anderen Berufen – auf ein konstantes Leistungsniveau hinarbeiten? Wichtig ist vor allem, dass man sich über die gemeinsamen Ziele im Klaren ist. Jeder muss bereit sein, alles zu geben, um diese Ziele zu erreichen. Wichtig ist auch, dass man mit Herz bei der Sache ist. Dann entsteht das an Leidenschaftlichkeit, was das Publikum letztlich hinter eine Mannschaft bringt. Das gilt für den Sport und das Wirtschaftsleben gleichermaßen: begeistert sein, sich zerreißen für die Zielerreichung seiner Mannschaft oder seines Unternehmens. Das Wir-Gefühl ist ebenso wichtig. Bundesländer und Regionen stehen in einem wirtschaftlichen Wettbewerb, zum Beispiel wenn es um hoch qualifizierte Arbeitsplätze geht. Nennen Sie uns drei Vorzüge, in Baden-Württemberg zu leben und zu arbeiten. Wir haben das Glück, mit Baden-Württemberg über eine der stärksten Wirtschaftsregionen der Welt zu verfügen. Das garantiert Spitzenjobs bei Spitzenunternehmen. Viele von denen sind Weltmarktführer. Das garantiert ebenso hohe Einkommen und niedrige Arbeitslosenzahlen. Das ist die ökonomische Seite. Für Baden-Württemberg sprechen natürlich auch vorzügliche Freizeitmöglichkeiten, zum Beispiel der Schwarzwald, der Bodensee oder die Nähe zum Elsass. Hier gibt es aber auch eine hervorragende kulturelle Infrastruktur mit einer Spitzenoper und einem tollen Schauspiel, einem Weltklasse-Ballett und den besten Museen, die man sich vorstellen kann, und nicht zuletzt den VfB als wichtigen Kulturfaktor. Sie sind in Leonberg geboren und leben auch heute noch dort. Was bedeutet das „Ländle“ für Sie? Das ist meine Heimat, zu der ich mich immer bekannt habe und bekenne, wo immer ich war oder bin: egal ob in Paris, New York oder Berlin. Hier in Baden-Württemberg habe ich meine Erdung. Ich bin sehr stolz darauf, mit den Menschen dieser Region und in diesem Bundesland leben zu dürfen. Weitblick braucht also einen festen Standpunkt? Genau. Wer in der Zukunft erfolgreich sein will, braucht festen Boden unter den Füßen. Wagen Sie einen Ausblick für die Fußball-Fans unter unseren Lesern: Wo steht der VfB Stuttgart in fünf Jahren? Ich hoffe, dass es uns gelingt, nachhaltig Erfolg zu haben und uns unter den Top 5 in Deutschland zu etablieren. Das würde bedeuten, dass wir immer auch einen Blick auf das internationale Geschäft hätten. Das wäre schon wichtig für den VfB, für unser Selbstverständnis. Und das Bundesland Baden- Württemberg? Absolut da, wo es heute schon steht und auch in den nächsten Jahren bleiben wird: an der Spitze.

VfB Stuttgart

Der VfB Stuttgart hat seine Wurzeln in Bad Cannstatt. Im April 1912 schlossen sich die beiden Clubs Vereinigung FV Stuttgart 1893 und der Kronenclub Cannstatt zum VfB Stuttgart 1893 zusammen. Es folgt eine wechselvolle, von vielen Erfolgen geprägte Geschichte: 1926 erstmals württembergisch-badischer Meister, fünfmal Deutscher Meister, dreimal Deutscher Pokalsieger, einmal Deutscher Superpokalsieger. Zweimal stand der Club im Endspiel eines europäischen Wettbewerbs. Mit einem Umsatz von knapp 78 Millionen Euro im Jahre 2006 ist der VfB Stuttgart ein wichtiger Wirtschaftspartner der Region und wird im Jahr 2007 erstmals die 100-Millionen- Euro-Umsatzmarke überschreiten.

Dr. Reinhard K. Sprenger

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Reinhard K. Sprenger has written extensively on the topic of management, including the themes of motivation, trust and personal responsibility. His latest book, “Gut Aufgestellt” (“Well Positioned”), is a comparison between football and management. In karriereführer, he discusses international teams, the European Football Championship and what managers can learn from football. Sabine Olschner posed the questions. From karriereführer europa 2008.2009

About Dr. Reinhard K. Sprenger

Dr. Reinhard K. Sprenger, Foto: Sprenger Dr. Reinhard K. Sprenger, born in 1953, lives in Zurich, Switzerland, and Santa Fe, New Mexico. He is one of Germany’s best-known management consultants. He has published numerous books about management. Sprenger studied philosophy, psychology, economics, history and sports at the Ruhr University Bochum, receiving his PhD in 1985 from the Free University Berlin. The management author was a scientific advisor for the Ministry of Culture in the state of North Rhine-Westphalia and director of “personnel development and training” at 3M in Germany before becoming a freelance lecturer, trainer and advisor for personnel development. His clients include nearly all major DAX firms. Reinhard K. Sprenger is married and the father of three children. He has been a fan of the football club Red-White Essen since his youth.
Europe is moving closer and closer together. Does this increasing internationalisation make work more difficult for management? Much of what we understand about globalisation is challenging. One could also say that it’s overwhelming us. In any case, we aren’t anthropologically well prepared to work with people who are and remain culturally foreign. In addition to differences in gender, age and education, there are also differences in nationality and race. What are the implications for managing international teams? For management, it means that you can no longer consider yourself the benchmark. We tend to manage others the way we ourselves would like to be managed. That approach was always ignorant, but it is now encountering greater resistance. We therefore have to pay diversity more respect. “One size fits all” is not appropriate for the complexity of international teams. What should managers of EU-wide teams be aware of? First of all, they should arrange for frequent get-togethers. Virtual relationships don’t work and don’t allow trust to develop. In other words, there is no way around intense amounts of travelling. Secondly, you have to actively ask participants who are English native speakers to calibrate their language to the comprehension and communication levels of non-native English speakers. Otherwise, they quickly wind up with a silent majority. Do international teams perform better? It depends on what the team is expected to deliver. If it’s really about planning for an international audience, then this complexity should also be reflected in the team. For all things relevant to national markets, that are on a deeper level or require serious thought, one’s own mother tongue is the only proven means of communication. Otherwise, the subtleties are lost. Are there national differences within the EU that managers should be aware of when managing their employees? Managers have to free themselves from the plague of political correctness. In other words, they have to recognise that national animosities have always existed and always will, and one is well advised to be aware of them. For example, it’s not prudent to have Belgians and Dutch work too closely together. And the French are one thing above all: different. 2008 is also the year of the European Football Championship. What can managers learn from football strategists like Klinsmann, Hitzfeld et al.? The role of managers in the modern organisation has come closer to that of football trainers: they are coordinators that steer the talents and energies of a non-uniformly paid and varyingly talented multicultural workforce. That’s why the best football is no longer being played in the national teams, but rather when two top European teams with players from five continents take to the field. In football, as in a company, the trick is to bring out the unique qualities of the individual, but so that they serve the whole. Football is a wonderful example of why either-or is too simplistic. The sport shows us that simultaneously “creating unity” and “accepting diversity” is not a contradiction. We need both. Football also shows us that forcing players to conform impedes successful cooperation. If freedom is too restricted, then desire – and later ability – slowly dies. How can managers as well as football trainers motivate their team to continuously perform at their peak? The old saying “Effort equals success, poor effort equals failure” no longer holds true today. In football, as in the economy, creativity and smart teamwork count, not blood, sweat and tears. That’s not to say that motivation should be neglected. But it’s just one condition for success – and by no means the most important. “Working hard” is not as effective as “working smart”. In modern football, motivation is therefore of course required and demanded from the player. Motivation is an individual thing; you have it or you don’t. Anyone who has to motivate his players has the wrong players. Team performance or individual performance – which is more important for success in football and the economy? Business – it’s like team sports, it’s like football. It’s the experience of relying on others, being able to solve problems only jointly, weathering good times and bad times together. It will always remain a mystery as to how exactly team performance feeds off individual effort. However, it’s equally clear that in the long run, with the exception of some extraordinary games, the team effort determines victory and loss. The individual might determine the outcome of a tackle, the goalkeeper might even decide the outcome of a game, but the team wins the championship. How do you account for the fact that footballers give such varying performances in different games? How can one strive for a consistent performance level? The French philosopher Jean-Paul Sartre already came to the profound realisation that “in football, everything is complicated by the presence of the other team”. The same goes for the economy: everything is complicated by the presence of the competition. Success can’t always be achieved in the same way. Instead, one has to occasionally recognise the ebb and flow of performance. You shouldn’t merely criticise yourself for not having been well prepared and for not having tried everything. You serve yourself best when you always give your best. What should managers especially look out for with respect to the coming European Football Championship? How quickly the ball is passed back and forth and how quickly the team can switch from defence to offence – that will decide the European Championship. And that’s impossible without trust. If the individual player has enough selfconfidence not to have to hang on to the ball for a long time in order to move it along with precision. And if the teammate starts for the clear before the pass. In other words, trust makes the ball fast. That’s why trust is ultimately going to determine the competition. Your personal guess: who’s going to win this year’s European Football Championship? Italy has the most globalised league and the quality of open leagues is higher. That’s why Italy is my favourite. But football repeatedly shows us: even the strongest team can be beaten at a given moment. How? Don’t overestimate the opponent and put your heart into it. With this approach, one can win more than just a few games.

Lebenslauf per Homepage

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Mit einer eigenen Homepage können Bewerber ihrem künftigen Chef vorhandene Programmier- und Gestaltungskenntnisse demonstrieren, EDV-Kenntnisse und eine hohe Affinität zum Internet belegen. Für Web-Designer, Online-Redakteure und weitere dem Web nahe stehende Berufe von Programmierer bis IT-Berater ist die Homepage gleichbedeutend mit einer Arbeitsprobe. Bewerber aus anderen Branchen können sich auf diese Weise von ihren Mitbewerbern abgrenzen. Folgende Regeln sollten beachtet werden: Die Gestaltung der Homepage: Die Seiten sollten professionellen Ansprüchen genügen – gut strukturiert, übersichtlich sein, ohne grelle Farben zu verwenden, aber für klare Schrifttypen, große Schriftgröße (mind. 11 P) und einen ausreichenden Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund zu sorgen. Weniger Begabte sollten auf vorgefertigte Vorlagen von Homepageeditoren zurückgreifen. Denn: lieber gut kopiert… Auf die eigene Homepage hinweisen: Machen Sie das Unternehmen auf Ihre Homepage aufmerksam. Denn nicht jeder Personalverantwortliche schaut von sich aus auf die Seiten. Ihre Homepage schützen: Schützen Sie Ihre Bewerbungshomepage mit einem Passwort. Sie vermeiden so unberechtigte Zugriffe auf Ihre persönlichen Daten. Dieses Passwort erhalten nur die Unternehmen, bei denen Sie sich bewerben. Homepage auf einzelne Firmen abstimmen Sie können Ihre Homepage inhaltlich auf die jeweiligen Unternehmen zuschneiden. Sie vergeben bei Ihrer Bewerbung verschiedene Passwörter, so dass sie Ihre Bewerbung gezielt einsetzen können. Bilder: Achten Sie auf eine professionelle Bildauswahl. Sie sollten keine privaten Bilder auf Ihrer Seite präsentieren. Rechtschreibfehler: Lassen Sie Ihre Bewerbung durch einen Dritten Korrektur lesen. Denn Fehler dürfen in einer Bewerbung nicht vorhanden sein.
 
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Zehn Regeln für die Online-Bewerbung

Es klingt einfach: Anschreiben auf dem PC verfassen, Attachements anfügen, den Button „Send E-Mail“ betätigen und schwupps: Weg ist die virtuelle Bewerbung, die über die persönliche Zukunft entscheiden kann. Doch um den größtmöglichen Effekt zu erzielen, sollten Sie zehn Regeln im Auge behalten.

Wer sich auf postalischem Wege bei einem Unternehmen bewirbt oder einfach nur weitere Informationen erhalten möchte, hält sich an anerkannte Standards, wie ein solcher Brief formuliert sein sollte: Nach festgelegten DIN-Normen beginnt der Brief nach einer korrekten Adressangabe mit Ort und Datum sowie einer Betreff- und/oder Bezugszeile. Der Text eröffnet mit „Sehr geehrte Frau Sowieso“, die direkte Anrede wird groß geschrieben, man hält sich an wohl formulierte Sätze und schließt „mit freundlichen Grüßen“. Der erste Eindruck beim potenziellen Arbeitgeber ist wichtig. Daher geben Sie sich Mühe, dass sich keine Rechtschreibungs- oder Zeichensetzungsfehler in das Geschriebene einschleichen. Bei E-Mail-Korrespondenz sieht die Welt oft anders aus. Aus Effizienzgründen verzichten E-Mail-Schreiber häufig auf Floskeln, der Unterscheidung zwischen Groß-/Kleinschreibung und Interpunktion. Nicht selten beinhalten die Mails einen eigenen Sprachcode, der in Form von Emoticons wie :-( oder :-) oder kryptischen Abkürzungen („cu“ = see you = bis später) Anwendung findet. Ein kompletter Absender mit (echtem) Namen und Kontaktdaten fehlt häufig ganz. Doch wie sollten E-Mails formatiert sein, die zur Kontaktaufnahme oder Bewerbung bei Unternehmen dienen? Kann oder sollte man sogar einen bewusst lockeren Ton bei jungen Start-Ups anschlagen? Kann ich beim E-Mail-Kontakt zu einer Unternehmensberatung Höflichkeitsfloskeln weglassen? Muss eine E-Mail an eine etablierte Traditionsbank denselben strengen Formatregeln entsprechen wie ein DIN-Brief? Die Bewerbungsexperten der Karriere-Community squeaker.net haben bei Personalern in etablierten Unternehmen und jungen Internetunternehmen nachgefragt. Das Ergebnis ist der folgende Leitfaden zur Formulierung von wichtigen E-Mail-Anfragen und -Bewerbungen. Auch wenn Sie sich noch nicht bewerben möchten: Die Höflichkeit und das Interesse an einem guten ersten Eindruck gebieten, dass Sie sich für jede Form der Kontaktaufnahme (Brief, Telefon, persönliches Gespräch oder E-Mail) Mühe geben. Eine E-Mail muss nicht den strengen DIN-Vorschriften eines Briefes folgen, dennoch sollten Sie auf folgende zehn Punkte unbedingt Rücksicht nehmen: 1. Empfänger An wen geht der Brief eigentlich? Versuchen Sie, direkt an eine konkrete Perso, statt an eine Sammeladresse oder eine Gruppe von Personen zu schreiben. Reden Sie die Person dann auch direkt mit Namen an. Schicken Sie auf keinen Fall Massenmails ohne persönliche Anpassung an das Unternehmen. Diese werden garantiert nicht bearbeitet. 2. Format Gewöhnlich können nicht alle Unternehmen formatierte E-Mails verarbeiten (also E-Mails, die von Programmen wie Outlook mit verschiedenen Schriftarten, Bildern, Fett-Schrift etc. versehen sind). Aus Sicherheitsgründen nutzen viele Unternehmen Nurtext-Ansichten statt HTML-Ansichten für ihre Mails. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte E-Mails also im Nurtext-Format, also ohne HTML-Elemente, verschicken. Auf Schnörkeleien und Hintergrundbilder sollten Sie verzichten, es sei denn Sie würden für eine Briefbewerbung auch pinkfarbenes Briefpapier mit Rosen-Verzierung verwenden. 3. Attachments Anhänge sollten Sie möglichst vermeiden, es sei denn Sie schicken verlangte Unterlagen wie den Lebenslauf mit. Attachments werden von einigen Firmen aus Sicherheitsgründen überhaupt nicht geöffnet. Daher empfiehlt sich der squeaker.net-OnlineCV, der kein Sicherheitsrisiko darstellt. Man kann ihn durch einen Link in der E-Mail (http://www.squeaker.net/cv/meinname) erwähnen. Für alle angehängten Dateien gilt:
  • Auf die Dateigröße achten. Über 2 MB strapaziert die Geduld des Empfängers.
  • Vor dem Versenden die Anhänge auf Viren prüfen. In Word-Dokumenten Makros deaktivieren.
  • Gängige Formate verwenden: Microsoft .doc oder .docx ist gut, noch besser ist es, wenn Sie die gesamte Bewerbung mit Deckblatt, Lebenslauf und eingescannten Zeugnissen in einem Adobe PDF-Dokument zusammenfassen. Schicken Sie keine E-Mail mit fünf unsortierten Dokumenten mit nicht-beschreibenden Dokumentenamen.
  • Keine selbstausführenden .exe-Dateien, da diese häufig in den Firmen direkt rausgefiltert werden.
4. Absender-Adresse Achten Sie darauf, dass Sie eine „angebrachte“ E-Mail-Adresse benutzen und Ihren echten Namen als Absender in Ihrem E-Mail-Client (wie z. B. Outlook, Mozilla Thunderbird etc.) oder bei Ihren Webmail-Einstellungen (wie bei Hotmail, GMX oder web.de) eingestellt haben. Absender wie drunkenbastard@hotmail.com strahlen nicht die notwendige Seriösität aus und können sogar als beleidigend empfunden werden. Nutzen Sie möglichst die Variante Vorname.Nachname@provider.de. 5. Betreffzeile Anhand der Betreffzeile kann der Empfänger schnell selektieren, welche E-Mails wichtig für ihn sind. Hier gehört also ein kurzes Statement zum Anliegen der E-Mail hin. Außerdem können Sie versuchen, sich durch eine geschickt gewählte Betreffzeile von den anderen E-Mails im Posteingang abzuheben. 6. Anrede Wenn es irgendwie möglich ist, sollten Sie den Namen der Kontaktperson herausfinden. Häufig können sie den Namen aus der E-Mail-Adresse ablesen (z. B. max.muster@firma.de). Kennen Sie den Namen Ihres Ansprechpartners, sollten Sie ihn auf jeden Fall in der Anrede verwenden („Sehr geehrter Herr Muster“). Konnten Sie keinen Namen herausfinden, empfiehlt sich dennoch eine höfliche Anrede („Sehr geehrte Damen und Herren“). 7. Anliegen Bringen Sie das Anliegen der E-Mail schnell auf den Punkt. Hier können Sie etwas prägnanter als bei normalen Briefen vorgehen. Zu lange Texte liest man nicht gerne am Bildschirm. Bei zu ausschweifenden Formulierungen laufen Sie Gefahr, dass der Text nur grob überflogen wird. Bringen Sie die Sache auf den Punkt. Aber achten Sie auf jeden Fall auf die richtige Rechtschreibung (am besten nach neuen Rechtschreibregeln), Interpunktion, Groß-/Kleinschreibung und Wortwahl. 8. Verbleib Beenden Sie die Mail mit einem Verbleib oder Dank wie „Ich werde mir erlauben, diesbezüglich in den nächsten Tagen auf Sie zuzukommen“ oder „In der Hoffnung auf eine gute Zusammenarbeit verbleibe ich mit freundlichen Grüßen“. 9. Kontaktdaten Auf jeden Fall schließen Sie die Mail mit Ihrem vollen Namen sowie eventuell benötigter Kontaktadresse (wie Ihrer eigenen E-Mail-Adresse, Telefonnummer, ggf. mit Ländervorwahl, Adresse, Homepage). 10. Old Economy vs. New Economy Natürlich ist der Umgangston in vielen jungen Unternehmen lockerer als in etablierten Konzernen. Eine zu formelle Kontaktaufnahme wirkt hier schnell lächerlich und überzogen. Dennoch sollten Sie daran denken, dass gerade in vielen der größeren Unternehmen der neuen Medien (mit mehr als 50 Mitarbeitern) die Personalverantwortlichen aus etablierten Unternehmen abgeworben wurden. Sie sind gewisse Höflichkeitsformen gewöhnt. Grundsätzlich gilt, dass Sie zunächst einen Tick höflicher sein sollten als Sie ursprünglich annehmen. Je nach Tonalität der Antwort können Sie Ihren Sprachgebrauch leicht anpassen, Sie sollten jedoch nie ins Umgangssprachliche abrutschen und unprofessionell werden. Bei etablierten Unternehmen gilt, dass der Sprachgebrauch in der E-Mail sich eher an Briefstandards richten sollte. Hier wird auf ein seriöses Auftreten, insbesondere vor Kunden, viel Wert gelegt. Vor dem Abschicken sollten Sie noch einmal kurz über Ihre E-Mail lesen und überprüfen, ob Sie sich an alle Regeln gehalten haben. Das einfache elektronische Verschicken einer Mail verleitet leider immer wieder zur Unachtsamkeit. Mit freundlicher Unterstützung der Bewerbungs-Experten von squeaker.net, der Insider-Community für Deine Karriere (www.squeaker.net).

Interview mit Christoph Schickhardt

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Seine Fälle drehen sie sich um den Lieblingssport der Deutschen. Seine Mandanten: Vereine, Trainer, Spieler. Er hat sich einen Namen gemacht in der Welt des runden Leders, ist dabei aber auf dem Boden geblieben. Freut sich über jeden Fall, der ihn quer durch Deutschland führt. Nach einem Gerichtstermin in Köln kam er uns besuchen und erzählte mit schwäbischem Tonfall von seiner Leidenschaft: dem Fußball. Von Viola Strueder und Anne Thesing, aus karriereführer recht 2004.2005

Zur Person Christoph Schickhardt

Christoph Schickhardt, Foto: Schickhardt Schwerpunkte der anwaltlichen Tätigkeit von Christoph Schickhardt sind das Recht des professionellen Sports, Wettbewerbsrecht und Maklerrecht. Über 600 Verfahren vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes zählen zum Erfahrungsschatz des 1983 zugelassenen Anwalts. Zunächst absolvierte Christoph Schickhardt eine Ausbildung im Sportjournalismus bei den Stuttgarter Nachrichten. Gleichzeitig studierte er Rechtswissenschaften an der Universität in Tübingen. Der Ludwigsburger spielte selbst Fußball bis zur A-Jugend bei 07 Ludwigsburg und bezeichnet den Sport als seine große Leidenschaft. Geboren wurde Christoph Schickhardt am 14.03.1955 in Essen. Aufgewachsen ist er jedoch in Ludwigsburg, wo er auch die Schule und die Referendarzeit bei der Stadt, dem Landgericht und der Staatsanwaltschaft absolvierte.
Es ist Samstag. Anpfiff. Die Fußballwelt sitzt im Stadion oder vor dem Fernseher. Und Sie, Herr Schickhardt? Ich auch. Mir werden alle Fußballspiele direkt auf den Bildschirm übertragen. Da gibt es ja mittlerweile enorme technische Möglichkeiten – Motion, Slow Motion, Super-Slow-Motion, Standbilder und so weiter. Laufende Bilder und Standbilder der einzelnen Spielszenen werden mir heute per Internet direkt auf den Bildschirm übertragen. Schon am Samstag muss ich die Entscheidungen des Schiedsrichters beurteilen – und immer dabei berücksichtigen, dass er seine Entscheidungen in Sekunden fällt. Das Problem ist, dass sich schon in kürzester Zeit Millionen Zuschauer ein Urteil gebildet haben. Und dass alle Beteiligten äußerst nervös sind. Und je näher das Saisonende kommt, so im April, Mai, umso nervöser werden sie. Was passiert dann in den Tagen nach den Spielen? Samstag und Sonntag gibt es die ersten Gespräche, Sonntag mache ich den Schriftsatz, bis Montag Morgen um zehn Uhr sind 80 Prozent der Fälle abgeschlossen. Alle Beteiligten arbeiten hoch-professionell und partnerschaftlich zusammen. Jeder weiß was er vom anderen zu halten hat. Das DFB-Sportgericht, der Kontrollausschuss und die Geschäftsstelle sind absolut hochgradig besetzt. Wenn so schnell keine Einigung zustande kommt, findet dann am Donnerstag die mündliche Verhandlung statt. Alle Fälle werden also in der Folgewoche abgeschlossen. Ein richtiges Wochenende haben Sie also nicht? Nein, wie jeder andere Anwalt habe auch ich eine Sieben-Tage-Woche. Wer das nicht akzeptiert, sollte sich einen anderen Beruf suchen. Aber die meisten wollen das auch so. Und wie gestalten Sie Ihre Arbeitstage? Nun, da ist zum einen die Schreibtischarbeit, die erledige ich in den Morgenstunden. Manchmal fange ich schon um fünf Uhr morgens an, dann habe ich einfach am meisten Ruhe. Tagsüber ist viel zu viel los. Die Verhandlungen finden oft abends statt, Reisen muss ich Tag und Nacht. Selbst im Urlaub bin ich am Ball. Und wie sieht Ihre Freizeit aus? Der Job hat immer Vorrang, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Es ist wirklich keine Seltenheit, dass mich ein Fußballmanager abends um 23 Uhr anruft. Und das ist sein gutes Recht. Schließlich ruft er an, weil der Druck in diesem Moment da ist, etwas zu regeln. So ist nun mal das Geschäft. Wenn einem das nicht passt, muss man sich einen anderen Job mit „16.00 Uhr-Feierabend-Garantie“ suchen. Das klingt nach einem harten Job. Ja, aber das ist ein Beruf, den Sie nur mit Haut und Haaren machen können. Wenn Sie mit angezogener Handbremse arbeiten, merken die Mandanten das sofort. Aber Ihnen gefällt Ihre Arbeit? Ja, der Anwaltsberuf ist wirklich der Schönste, den es gibt, weil es der Unabhängigste ist. Ich habe keinen Chef, kann mir die Mandanten weitgehend aussuchen und kann jedem das sagen, was ich für richtig halte. Außerdem bringt der Beruf immer etwas Neues. Ich lerne ungeheuer interessante Menschen aus den verschiedensten Lebensbereichen kennen, die ich sonst nie kennen gelernt hätte und von denen ich viel erfahre und lerne. Viele von ihnen – Vereine, Trainer, Spieler – halten mir seit 20 Jahren die Treue. Fußball ist ein Sport, der von den Medien lebt. Welche Rolle spielen für Sie die Medien? Eine sehr große. Viele meiner Prozesse werden im Grunde in den Medien entschieden. Der Erstschlag muss sitzen, und der muss auch medienmäßig professionell begleitet werden. Deshalb macht die Medienarbeit auch einen großen Teil meiner Tätigkeit aus: Kontakte knüpfen, Presseerklärungen vorbereiten, Gespräche mit Journalisten führen, und, und, und. Auch in diesem Bereich ist Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit das größte Kapital. Gefällt es Ihnen, einen Beruf von öffentlichem Interesse zu haben? Das hängt davon ab, wie die Fälle laufen (lacht). Natürlich ist das Ganze auch mit einem hohen Risiko verbunden. Wenn Sie einen gravierenden Fehler machen, sind Sie weg vom Fenster und können schnell als Trottel dastehen. In anderen Anwaltsberufen ist das anders – die Fälle eines Scheidungsanwalts stehen zum Beispiel nicht gleich in der Bildzeitung. Aber insgesamt ist es auf jeden Fall interessanter, in einem Bereich tätig zu sein, der die Öffentlichkeit interessiert. Fast wären Sie ja selbst Sportjournalist geworden… Ja, während des Jurastudiums habe ich eine Ausbildung bei den Stuttgarter Nachrichten gemacht. Das war eine sehr gute Ausbildung, die mich sehr geprägt hat. Das „pralle Leben“, sozusagen. Ich habe das Rüstzeug für einen harten Job erhalten. Noch heute hat der Sportjournalismus für mich einen ungeheuren Reiz. Zu den Kollegen von damals bestehen noch heute viele Verbindungen. Aber Sie haben sich dann doch fürs Sportrecht entschieden. Erst einmal habe ich mich nach der Ausbildung nur für den Anwaltsberuf entschieden. Mit dem Sport hatte ich damals innerlich schon abgeschlossen. Als ich Anwalt war, kamen aber immer wieder und immer mehr alte Bekannte und neue Mandanten aus dem Sport zu mir, und so nahm das Ganze seine Anfänge. Damit waren Sie wieder bei „Ihrem Lieblingsthema“? Ja, die persönliche Leidenschaft für den Fußball ist einfach da und muss auch da sein. In diesem Beruf müssen Sie denken wie einer aus dem Fußballgeschäft. Sie müssen die Sprache der Fußballer sprechen. Rechtlich ist das Ganze gar nicht so besonders schwierig. Wichtig ist, dass ei hier tätiger Anwalt die rechtlichen und wirtschaftlichen „Pferdefüße“ erkennt. Wie viele Clubs der Bundesliga vertreten Sie? Zirka zehn Bundesligavereine – mit jeweils unterschiedlicher Intensität. Manche Vereine übertragen mir alle Rechtssachen, andere beauftragen mich nur in größeren und wichtigeren Streitigkeiten mit Öffentlichkeitswirkung, für andere wiederum bin ich nur bei Platzverweisen zuständig. Und Borussia Dortmund war leider immer mein Gegner. Das Geschäft hat auch sehr viel mit Emotionalität zu tun. Sie müssen sich mit breitem Rücken vor die Mandanten stellen, da werden leider auch die Gegner immer mehr. Geraten Sie nicht in Interessenskonflikte, wenn Sie mehrere Vereine gleichzeitig vertreten? Nein, bei Fällen, die zwei meiner Mandanten betreffen, halte ich mich ganz raus. Dies wird auch so akzeptiert. Welcher Fall hat Sie bisher am meisten Nerven gekostet? Das sind die Prozesse um die Lizenzen der Vereine. Denn da geht es um alles oder nichts, Verlieren oder Gewinnen. Ohne Lizenz ist ein Fußballverein nichts. Das sind schon nervenaufreibende Fälle, die einen wochenlang ausgiebig beschäftigen. Aber das Schöne daran ist, dass auch solche Kämpfe in ein paar Wochen rum sind. Das ist ja beim Fußball was Besonderes. Die Fälle werden sehr aufgebauscht, sind dann aber auch relativ schnell wieder erledigt. Auch wenn der Streit noch so groß ist, sind alle Beteiligten an einer raschen Einigung interessiert. Schließlich muss man auch in Zukunft wieder zusammenarbeiten und sich in die Augen schauen können. Im Fußball-Geschäft brauchen alle Beteiligten gleichzeitig ein hohes Maß an Engagement, Behauptungswillen, Durchsetzungskraft, aber auch Konsens- und Gesprächsfähigkeit. Welches war bisher Ihr größtes Erfolgserlebnis? Das kann ich nicht sagen, häufig sind das kleine Sachen, die niemand erfährt. Große Erfolge waren für mich die Lizenzerhaltungen für Hertha BSC, Wolfsburg, Kaiserslautern und Frankfurt. Aber die anderen Erfolge sind im stillen Kämmerlein passiert. Und wie sieht es aus mit den Niederlagen, hatten Sie auch die? Dauernd. Ein Anwalt, der sagt, er hat nur Erfolg, der lügt oder er hat nur uninteressante Fälle. Bittere Niederlagen bleiben einem nicht erspart. Jeder Arbeitstag ist mit Erfolgen und Misserfolgen ausgefüllt. Welche Voraussetzungen sollte ein Sportrechtler mitbringen, um Erfolg zu haben? Für einen Sportrechtler und für alle Juristen ist aus meiner Sicht ein Prädikatsexamen eine unbedingte Voraussetzung. Da kann in einem Lebenslauf stehen, was will – Doktor, halbes Jahr Amerika, oder was auch immer: Wenn Sie kein Prädikatsexamen haben, schließen die Leute in der Regel bei jeder Bewerbung oder Beurteilung die Akte. Für Jura-Studenten ist deshalb der – schwierige – Kampf ums Prädikat von besonderer Bedeutung. Halten Sie das für berechtigt? Ja. Weil das juristische Examen außerordentlich gerecht ist. Es ist streng objektiviert, der Zufall ist durch die zwei Examen und durch die Vielzahl der einzelnen Klausuren weitgehend ausgeschlossen. Gute juristische Kenntnisse kommen für mich in einem Prädikatsexamen zum Ausdruck. Klar, auch Nebenqualifikationen sind wichtig. Aber ein Student, der meint, er schafft kein Prädikatsexamen, der sollte sich lieber rechtzeitig etwas anderes suchen. Das ist so. Auch ich achte bei den Bewerbungen, die ich bekomme, immer als erstes auf das eine: Wie ist das Examen? Was ist darüber hinaus wichtig? Sozialkompetenz. Sie müssen mit den Leuten reden können, Verhandlungsgeschick haben. Auch im größten Streit müssen Sie immer den Gesprächsfaden aufrechterhalten, um später vielleicht doch noch zu einer Einigung zu kommen. Ich erlebe bei Gericht immer wieder, dass Anwälte sprachlos sind. Der eine sagt „Ich will das“ und der andere „Das mache ich nicht“ – und dann ist Schluss. Je schlechter ein Anwalt ist, umso „betonierter“ und unflexibler präsentiert er seine Position. Das geht aber zu Lasten des Mandanten, auch wenn diese das manchmal erst später erkennen. Das Weitere ist absolute Verlässlichkeit. Alle meine Verhandlungspartner wissen, dass mein Wort gilt – auch im schlimmsten Streit. Was ich zusage wird auch umgesetzt. Dadurch bekommt mein Wort natürlich auch mehr Gewicht. Ein Anwalt, der bei seinen Mandanten kein Gewicht hat, wird auch vom Gegner nicht Ernst genommen. Und schließlich kann kein Anwalt ohne eine ausgeprägte Persönlichkeit erfolgreich sein. Der Mandant „kauft“ auch ein Stück Lebenserfahrung. Das ist im Übrigen häufig auch der wichtigste Unterschied im Vergleich zu angestellten Juristen. Wie sind denn die Chancen für junge Juristen, in dieses Rechtsgebiet einzusteigen? Wer bereit ist, diesen Knochenjob zu machen und einen langen dornigen Weg zu gehen, der hat heute aus meiner Sicht große und intakte Chancen. Das hängt auch mit unserer so genannten Freizeitgesellschaft zusammen. Freizeitbeschäftigungen, und damit auch Sport, gewinnen immer mehr Relevanz. Für Anwälte erschließt sich dadurch ein großes Betätigungsfeld. Denken Sie nur daran, wie viele Tennisclubs wegen Lärmbelästigung einen Nachbarschaftsprozess führen. Oder denken Sie an das Vereinsrecht – zum Beispiel an die Rechten und Pflichten im Verein. Jeder Golfclub braucht heute einen Hausanwalt. Der Freizeitbereich und der Sport nehmen immer mehr Raum ein. Und die Menschen sind immer mehr bereit ihre angeblichen Rechte auch durchsetzen. Für engagierte Anwälte mit langem Atem ist der Sport – professionell und in der Freizeit – ein lohnendes Betätigungsfeld. Spielen Sie selbst Fußball? Ja, ich bin begeisterter Fußballer. Fußball ist von Kindesbeinen an meine Leidenschaft. Bis zur A-Jugend bin ich gekommen. Allerdings spiele ich nicht gut. Für eine Profi-Karriere bin ich nie in Frage gekommen. Natürlich verliert man durch den Blick hinter die Kulissen manchmal auch den Enthusiasmus, insbesondere wenn man erfährt, dass es häufig nur ums Geschäft und ums Geld geht. Wenn Sie sich ein Fußballspiel rein privat angucken: Können Sie dann abschalten und Ihren Beruf außen vor lassen? Na ja, das ist ähnlich wie mit dem Wettbewerbsrecht, das ich früher gemacht habe. Wenn ein Lastwagen mit Werbung auf der Autobahn vor mir herfuhr habe ich mich immer wieder bei der Überlegung erwischt, ob die Werbung zulässig ist. Natürlich stumpft man etwas ab. Aber wenn es um befreundete Personen geht, wie Trainer, die zum Beispiel auf der Kippe stehen, oder wenn einer meiner Vereine um den Abstieg kämpft, dann ist das für mich immer noch hoch emotional. Der Mandant muss in einer schwierigen Situation das totale Engagement des Anwalts spüren. Haben Sie einen Lieblingsverein? Ja, aber den nenne ich nicht (lacht). Oft hängt das aber auch von den Personen ab, mit denen ich befreundet bin. Vereine für sich sind ja nur Hüllen. Die Emotion entsteht durch die persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den dort anwesenden Personen. Es ist wie überall. Gute Präsidenten, Chefs und Unternehmensführer schaffen für ihren „Betrieb“ Emotionen. Und meine Arbeit ist einfach von engsten persönlichen Vertrauensverhältnissen geprägt. Vertrauen genießen und rechtfertigen – das ist das schönste an diesem Beruf.

Welche Soft Skills zählen bei Ingenieuren?

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Immer wieder weisen Personaler und Karriereberater auf die Bedeutung von „Soft Skills“ hin. Was bedeuten sie für Ingenieure? Müssen stille Tüftler und Techniker ihre Persönlichkeit umkrempeln, um einen Job zu bekommen? Persönlichkeit hat eigentlich jeder, oder? Was also ist genau gemeint, wenn in Stellenanzeigen von „Persönlichkeit“ die Rede ist? Personaler wünschen sich heute Bewerber, die neben ihren fachlichen Qualifikationen auch Geschick im Umgang mit Menschen mitbringen. Der neue Mitarbeiter soll sein Projekt vor Kollegen erläutern können, ohne ins Stottern zu geraten. Nachwuchskräfte sollten beim Kunden auch im Ausland um ein paar Worte Small Talk nicht verlegen sein. Nicht zuletzt wünschen sich Personaler Mitarbeiter, die bei Besprechungen ihre Argumente einbringen. Das neue Selbstbewusstsein Der Grund, wieso diese schlecht messbaren, „weichen“ Fähigkeiten immer mehr gefragt sind, liegt im Wandel des Arbeitslebens. Durch die Internationalisierung der Wirtschaft treten immer mehr Menschen miteinander in Kontakt. Die Kontakte werden kürzer und flüchtiger. Deshalb sind Mitarbeiter gefragt, die ihre Aussagen auf den Punkt bringen und angenehm „rüberkommen“. Ferner hat die Halbwertzeit von Fachwissen abgenommen. Wichtiger als die Kenntnisse, die ein Hochschulabsolvent mitbringt, ist seine Fähigkeit, neue Informationen rasch aufzunehmen. Er sollte schnell Wichtiges von Unwichtigem trennen können. Hier kommt die Persönlichkeit ins Spiel: Wer sich selbst viel zutraut, entscheidet schneller. „Muss man ein vollkommen anderer Mensch werden? Die Antwort lautet: Jein.” Kann man lernen, eine Persönlichkeit zu entwickeln, die den Anforderungen einer Nachwuchs-Führungskraft in modernen Unternehmen entspricht? Und kann man das lernen, ohne sich selbst zu verleugnen? Muss man, kurz gesagt, ein vollkommen anderer Mensch werden? Die Antwort lautet: Jein. Die schlechte Nachricht: Psychologen wie Christophe André und Francois Lelord gehen davon aus, dass das eigene Selbstbewusstsein vor allem davon abhängt, wie viel Zuwendung man als Kind in der Familie bekam. Soziologen wie der Darmstädter Professor Michael Hartmann argumentieren, dass über den Zugang zu Spitzenpositionen der deutschen Wirtschaft nach wie vor die soziale Herkunft entscheidet. Die gute Nachricht: Wem Selbstvertrauen fehlt, kann es trainieren. Wer bei einem Vortag weiß, wie er seine Hände hält, fühlt sich sicherer. Wer vor einem Telefonat tief durchatmet, spricht nicht mehr mit gepresster Stimme. Die Beispiele ließen sich lange fortsetzen. Ein Training verändert nicht den Kern der eigenen Persönlichkeit. Das ist auch nicht Sinn der Sache, denn überzeugend auftreten können nur „authentische“ Manager, die mit sich selbst im Einklang stehen. Zwar werden viele, teure Seminare über nahezu alle Themen rund um Soft Skills angeboten, doch ein Training in der Praxis hilft genauso gut. Beim VDE-YoungNet etwa treffen sich Studierende der Technik-Fächer, tauschen Neuigkeiten aus, organisieren Exkursionen und Tagungen. Wer sich in ein Sprecheramt wählen lässt, wird schon bald vor größeren Gruppen frei sprechen. Und was man im vertrauten Kreis der VDE-Kollegen geübt hat, fällt beim Bewerbungsgespräch gleich leichter.
Der Autor Dr. Walter Börmann studierte an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Nach einem längeren Studienaufenthalt in den USA promovierte er in der Marktforschung und spezialisierte sich auf Technik-PR. Seit 1991 ist er beim VDE für Presse und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Im Konflikt mit dem eigenen Ich

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Um als Persönlichkeit überzeugen zu können, müssen Konflikte wahrgenommen und bewältigt werden: Dies gilt sowohl für das Arbeitsleben als auch für die Bewerbung und den Berufseinstieg. Im Gespräch mit den Beraterinnen Beate Amrhein und Beate Ahrends vom Coelner Consulting Team (CCTeam) ermittelte der karriereführer wie Betroffene Konflikten mit einigen Tricks wirksam begegnen können. Inhalt: In einem mehrstöckigen Haus am vielbefahrenen Kölner Salierring liegt das Büro des CCTeams. In der Ecke des Gesprächsraums steht die für einen Coach unentbehrliche Flip-Chart-Tafel, die große Fensterfront bietet einen weiten Blick über die Dächer Kölns. Die Stadt macht einen friedlichen Eindruck – hinter manchem Fenster in den umliegenden Bürohäusern dürften jedoch Konflikte schwelen. Defizite zählen nicht! Amrhein und Ahrends machen schnell deutlich, welcher Konflikt bei der Bewerbung am häufigsten ist: der Konflikt mit dem eigenen Ich. Die hohen Anforderungen, die in Stellenbeschreibungen verlangt werden – gesucht werden meist junge, berufserfahrene und bestens ausgebildete Mitarbeiter – schüchtern viele Arbeitssuchende ein. Doch Ahrends und Amrhein geben Entwarnung: „Das sind Maximalforderungen, mit denen Personalverantwortliche prüfen wollen, was der Markt hergibt.“ Manchmal sei es ausreichend, wenn nur 30 bis 50 Prozent der Voraussetzungen zuträfen. Denn beim Bewerbungsgespräch sei das zwischenmenschliche Element sehr wichtig. Eingestellt werde letztlich der, „dessen Nase gefällt“. Probleme haben manche Bewerber mit der Selbstdarstellung: „Im Vorstellungsgespräch zählen die Dinge, die man zu bieten hat, nicht die Defizite“, betont Ahrends. Selbstkritik sei fehl am Platz. Auf Formulierungen achten Der Umstand, dass viele Bewerber lange studiert haben und nun nicht mehr das ideale Eintrittsalter haben, drückt ebenfalls bei vielen auf das Selbstbewusstsein. „Das ist aber kein Grund, sich als Opfer zu sehen und zu resignieren. Zunächst sollten sich Stellensuchende folgendes vor Augen führen. Erstens: Ich kann an meinem Lebenslauf nichts verändern und Zweitens: Das ist mein Leben und ich stehe auch dazu“, zählt Ahrends auf. Um einen guten Eindruck zu machen, seien die Formulierungen wichtig. Wer erklären könne, dass der Lebensweg bewusst gewählt wurde und die gemachten Erfahrungen die eigene Entwicklung vorangetrieben hätten, könne auch damit überzeugen. Amrhein und Ahrends haben allerdings immer wieder die Erfahrung gemacht, dass ältere Bewerber ihre bisherigen beruflichen Tätigkeiten herunter-spielen statt zu berichten, was sie bei diesen Jobs „gelernt und gewonnen“ haben. „Wer während des Studiums Taxi gefahren ist, hatte Kundenumgang und konnte Menschenkenntnis sammeln – das ist nicht zu unterschätzen,“ betont Amrhein. „Darüber hinaus kennen viele Arbeitgeber die Vorteile von ältereren Bewerbern,“ ist sie überzeugt und Ahrends ergänzt: „Sie verfügen über mehr Lebenserfahrung, sind belastbarer und loyaler. Außerdem scharren sie nicht ständig mit den Füßen und fragen, wann es mit ihrer Karriere weitergeht. “ Um bei der Bewerbung zu punkten, raten die beiden Consulter älteren Bewerbern dazu, zuerst in den Personalabteilungen anzurufen, dort ihre Chancen auszuloten und im Gespräch offensiv mit dem eigenen Leben umzugehen. Amrhein: „Das spart auch Kosten.“ Berufseinstieg: Fragen, Fragen, Fragen Beim Berufseinstieg stehen Konflikte mit Kollegen oder dem Chef im Mittelpunkt. Eine ungeschriebene Regel, die so genannten Hol- und Bringschuld, bietet viel Zündstoff. Dabei geht es um die Frage, wie viel Initiative sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer für eine reibungslose, effiziente Zusammen-arbeit aufbringen sollten. Amrhein: „Berufseinsteiger sollten ihren Arbeitsbereich sehr genau beobachten, um zu erfahren, welche Informationen sie selbst beschaffen müssen und an wen sie sich hierfür wenden können.“ Fakt sei jedoch, betont Amrhein, dass Berufseinsteiger meist nicht darum herumkämen, sich einen Teil des benötigten Wissens selbst anzueignen. „Dafür müssen sie viele Fragen stellen und gleichzeitig darauf achten, dass der Vorgesetzte nicht den Eindruck bekommt, dass sie zu unselbstständig sind.“ Von der Banalität zum Streit Im Arbeitleben gibt es vielfältige Konfliktsituationen wie persönliche Antipathien, Interessenkonflikte und Mobbing, um nur einige zu nennen. Eines haben sie jedoch Ahrends zufolge gemein: „Konfliktsituationen im Arbeitsleben entstehen meist aus Banalitäten heraus. Konflikte entflammen darüber, ob geraucht werden darf, die Kaffeetasse nach der Arbeit gespült wird, das Fenster offen bleibt oder Arbeitskollegen sich morgens grüßen – die Gründe sind fast immer zwischenmenschlicher Natur.“ Ist der Konflikt erst einmal ausgebrochen, schaukelt er sich schnell hoch. Doch dann greift die Grundregel der Konfliktbewäl-tigung: „Sprich das Problem an“ – dann wird aus dem Konflikt vielleicht schnell wieder eine Banalität, die nicht der Rede wert ist.
Das CCTeamBeate Amrhein, Beate Ahrends und Rüdiger Estorf leiten das Coelner Consulting Team (CCTeam). Sie coachen Führungskräfte und Arbeitnehmer bei zwischenmenschlichen Problemen am Arbeitsplatz und bieten Unternehmen Prozessbegleitung, Konflikt-Workshops und supervisorische Unterstützung an. Dabei greifen sie als „Beobachter“ beispielsweise in Teambildungs-prozesse ein und bringen sie dadurch in Gang. Neben ihrem Engagement bei CCTeam leiten Amrhein und Ahrends Seminare zu Konfliktbewältigung und Bewerbung, unter anderem beim bundesweiten Weiterbildungsveranstalter WBS Training AG, vormals Klett WBS.
 

Interview mit der Berufsfindungsexpertin Uta Glaubitz

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Wie findet man den passenden Beruf? Über dieses Thema sprach der karriereführer mit der Berufsfindungsexpertin Uta Glaubitz. Sie bietet seit fünf Jahren Workshops an, die bei der Suche zu einer kreativen Lebenserfahrung werden können.
Uta GlaubitzUta Glaubitz arbeitet als Berufsfindungsberaterin und Autorin. Sie veranstaltet Workshops, Seminare und Konferenzen und veröffentlicht Bücher zur Berufsfindung. Sie ist Jahrgang 1966, hat einen Studienabschluss in Philosophie und lebt in Berlin. Bücher zum Thema Berufsfindung von Uta Glaubitz Kontakt: www.berufsfindung.de
Die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit wird ständig gekürzt. Lohnt sich denn der Aufwand einer persönlichen Berufsfindung überhaupt? Ich glaube kaum, dass es eine Alternative gibt. Letztendlich wird die Zeit auf der Arbeit immer einen großen Teil unseres Lebens einnehmen. Auch definieren wir uns über das, was wir dort leisten. So muss jeder für sich einschätzen, was für ihn sinnvoll ist und mit welcher Art von Tätigkeit er diese Zeit füllen möchte. Wo ist dann die Grenze zwischen Beruf und Freizeit? Die klassische Zweiteilung hat unsere Generation weitgehend aufgehoben. Mittlerweile rücken Fragen wie: „Was motiviert mich wirklich, was finde ich toll und wie kann ich daraus einen Beruf machen?“ immer mehr in den Vordergrund. Wie sieht Ihre Arbeit als Berufsfindungsexpertin aus? Ich setze mich mit vier Teilnehmern ein bis zwei Tage lang zusammen und wir arbeiten gemeinsam für jeden einen individuellen Plan für seine berufliche Zukunft aus. Wie funktioniert das konkret? Wir schauen uns die bisherige Biografie der Teilnehmer an und suchen beispielsweise Situationen, in denen jemand sehr motiviert war. Außerdem werden Blockaden abgebaut, die sich im Kopf eingenistet haben. Darunter verstehe ich Gedanken wie: „Das ist kein richtiger Beruf! Du spinnst! Damit kann man kein Geld verdienen! Das kannst du doch gar nicht!“ Dabei lasse ich mich auf jeden Teilnehmer neu ein und nehme damit ihn und seine Wünsche ernst. Wir suchen dann gemeinsam nach Hinweisen, die den versteckten Berufswunsch zu Tage fördern. Wenn zum Beispiel jemand lieber Fitnessmagazine liest als seine juristischen Fachzeitschriften, dann kann das bedeuten, dass er sich in Richtung Sport, Bewegung, Wellness weiterentwickeln möchte. Das klingt nach psychologischer Erfahrungsgruppe. Natürlich habe ich es mit lauter psychologischen Phänomenen zu tun. Mit Angst, Blockaden und Motivationen. Daher ist es naheliegend, so etwas zu denken. Aber nein, meine Seminare sind keine therapeutischen Maßnahmen. Vielmehr ist es die positive und offene Grundatmosphäre im Seminar, die die Teilnehmer weiterbringt. Auf den richtigen Spirit kommt es an. Erfahren Sie, was Ihre Teilnehmer aus dem Seminar gemacht haben? Ich ermutige die Teilnehmer immer zur Rückmeldung – egal ob zwei Wochen später oder zwei Jahre. Erfahrungsgemäß schicken eher diejenigen eine Mail oder eine Karte, die viel verändert haben. Fällt Ihnen dazu ein besonderes Beispiel ein? Ich hatte einmal eine 35jährige Krankenschwester als Teilnehmerin. Heute fährt sie ihr Kapitänspatent auf und ist auf großer Fahrt nach Neuseeland. Natürlich sind nicht alle Fälle so spektakulär. Welche Zielgruppe sprechen Sie an? Ursprünglich wollte ich mich an Geisteswissenschaftler wenden, auch weil ich die Probleme der Berufswahl nach dem Studium aus eigener Erfahrung kenne. Mittlerweile gibt es keine Berufsgruppe mehr, die noch nicht in meinem Seminar war. Zum Beispiel kam eine Zahnärztin mit Doktortitel und eigener Praxis zu mir und sagte: „Zahnärztin ist ein toller Beruf. Aber nicht für mich …“ Was halten Sie von dem Satz: „Wer den Beruf fürs Leben schon im Kindergarten wusste, ist am Ende noch zu bedauern.“? Ich denke, dass das Modell des Berufes fürs Leben nicht mehr in das Konzept der heutigen Arbeitswelt passt. Es ist normal, alle paar Jahre etwas anderes zu machen. Das ist eine ungeheure Entlastung. Denn egal in welchem Alter ich eine Berufsentscheidung treffe, in den seltensten Fällen passt sie nach 20 Jahren immer noch. Wie war Ihr eigener Berufsfindungsweg? Ich habe früher in einem Wirtschaftsverlag gearbeitet und einiges zum Thema Karriere, Personalwesen und Bewerbungen veröffentlicht. Irgendwann fiel mir auf, dass die Frage „Was will ich überhaupt mit meinem Leben machen?“ gar nicht in meiner Arbeit auftauchte. Daraus entstand die Idee für das erste Berufsfindungsseminar vor über fünf Jahren. Später habe ich viele Bücher dazu geschrieben. Macht Ihr Beruf ständig Lust auf etwas Neues? Sicher. Doch dem jetzigen Thema werde ich mich bestimmt noch ein paar Jahre widmen. Erst wenn ich wieder neue Herausforderungen suche, werde ich mich um einen eventuellen Kurswechsel kümmern. Ein Neuanfang ist dann auch wesentlich leichter, weil ich schon einmal einen Laden von Null auf Hundert aufgebaut habe. Was macht das Kreative an Ihrem Beruf aus? Das Kreative ist, immer neue Ideen zu haben. Wir können im Seminar keine 08/15 Konzepte ausarbeiten, denn es ist wichtig, sich immer wieder auf jeden Teilnehmer neu einzulassen. Durch die Fragen und das Beobachten kommen die Ideen. Sie sprechen in Ihren Büchern ein Zehn-Schritte-Programm an. Beschreiben Sie damit Ihre Seminare? Die angeführten zehn Schritte sind die Grundlage, auf die das Prinzip der Berufsfindung aufbaut. Ich habe den Workshop in meine Bücher mit aufgenommen, weil das manche gerne zu Hause machen. Manchmal bekomme ich Mails mit seitenweisen Ausarbeitungen geschickt. Ich gebe dann gern meine Meinung dazu. Die Leser Ihrer Bücher finden am Ende ein Wörterbuch. Warum fanden Sie das wichtig? Die Texte in meinen Büchern, die auf bestimmte Arbeitsfelder hinweisen, brauchen das. Ohne die Fachbegriffe fehlt der nötige Stallgeruch. Arbeiten Sie mit anderen Beratern zusammen? Manchmal. Zum Beispiel entstand das Buch „Jobs für Filmfreaks“ in Zusammenarbeit mit Andrea Dornseif. Darin habe ich den Rahmen und sie ihr Fachwissen für die Filmthemen zur Verfügung gestellt. Die Seminare und die Beratung führe ich alleine durch. Im Büro hilft mir eine Sekretärin, die ich aber lieber als Lebensretterin bezeichne, weil sie hier schon mehr als einmal Erste Hilfe geleistet hat.

Aussprache: Der Klang vom Ich

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Sie kann streicheln und schmeicheln, donnern und grollen – die Stimme. Ein kleiner Fehler beim „S“, beim „SCH“ kann charmant wirken, aber auch stören. Das virtuoseste Instrument der Natur macht Eindruck mit Ausdruck. Mit Nachdruck wollten wir es wissen: karriereführer sprach mit Matthias Halmheu über die „As“ und „Os“ des Sprechens. Herr Halmheu, welchen Stellenwert ordnen Sie den Faktoren Sprechen und Stimme bezogen auf die Ausstrahlung eines Menschen zu? Wir spielen als soziale Wesen in der Gesellschaft verschiedene Rollen. Die jeweilige Situation erfordert entsprechende Anpassungsfähigkeit von uns. Sie zum Beispiel sprechen jetzt mit mir anders als im Kreis ihrer Familie oder bei Freunden. Die Art, wie ein Mensch sich bewegt, äußert und gebärdet, spiegelt sich in seiner Persönlichkeit wider. „Persona” kommt von „personare” – durchtönen, durchklingen – und zeigt deutlich, welches Gewicht der Stimme zugesprochen wird, dass sie Spiegel und Ausdruck des Menschen ist. Um nicht aus der Rolle zu fallen, müssen Spielregeln eingehalten werden, die das Sprechen selbst, aber auch besonders die Stimme betreffen. Sprache und Stimme verleihen der Rolle Ausdruck, ebenso wie Gestik und Mimik. Wie wirken sich Sprechen und Stimme auf Ausstrahlung aus? Um es mit Shakespeare zu sagen: „Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler…” Nicht nur Schauspieler und Marktschreier bedienen sich ihrer Stimme und der Sprache, um eine bestimmte Wirkung zu erzeugen. Jeder Mensch versucht es täglich, nur gelingt es nicht allen gleich gut. Dabei muss gutes Sprechen für niemanden ein Luxus sein, sondern es ist der Schlüssel zum zwischenmenschlichen Kontakt. Unökonomische Sprechweise führt nicht nur zur frühen Erschöpfung des Sprechers, sondern auch zu Konzentrationsmangel beim Zuhörer. Jeder erinnert sich sicher an quälend lange Unterrichtsstunden: Monoton vortragende, heisere oder verhauchte Sprecher sind fast immer die Ursache. Andererseits ist es sehr schwierig, sich dem Bann eines mitreißenden Redners zu entziehen, wie positiv oder negativ der Inhalt auch sein mag. Was ist ein Sprachfehler? Hier muss man zwischen organischen Stimmerkrankungen beziehungsweise durch Zahn- oder Kieferfehlstellungen verursachtes undeutliches Artikulieren und dem fehlerhaften Stimm- oder Sprachgebrauch differenzieren. Es gibt zahlreiche Fehler, die auch meist nicht alleine auftreten: mangelnde oder übertriebene Artikulation, Verschlucken der Endsilben, unangepasste Mimik und Gestik, verhauchtes, gepresstes oder näselndes Sprechen, Knödeln, zu hohes oder zu tiefes Sprechen, mühsame und geräuschvolle Atmung. Und natürlich das, was landläufig als Lispeln oder Zischeln bezeichnet wird — der Sigmatismus in all seinen Erscheinungsformen. „Verliert” man mit einem Sprachfehler an Wirkung? Das kommt natürlich auf den Fehler an, aber auch auf den Zuhörer. Fehlerhaften Stimmgebrauch erlebe ich oft gerade in den so genannten Sprechberufen. Die verhauchte, tiefe Stimme der ehemaligen Südwestfunk-Sprecherin Sabine Müller „verhalf“ ihr aber immerhin zu Dutzenden von Heiratsanträgen und dem Sender zu dem Beinamen „Süßvoicefunk“. Was bewirkt meine Stimme bei meinem Gegenüber? Als Zuhörer wollen Sie einen Sprecher akustisch verstehen und seinen Worten folgen können. Dazu gehört eine deutliche Artikulation, eine tragfähige Stimme und vor allem eine Gestaltungsweise, die interessiert, besser mitreißt, vielleicht sogar ergreift, aber auf keinen Fall ermüdet oder gar belastet. Schwingt meine Verfassung in der Stimme mit? Stimme und Stimmung hängen – wie die Begriffe schon sagen – eng zusammen. Wenn ich müde, deprimiert, wütend oder ausgeruht, bester Stimmung, frisch verliebt bin, so wird sich dies in meiner Stimme widerspiegeln. Kann eine andere Sprechweise, ein anderer Umgang mit meiner Stimme meinen Erfolg steigern? Mit der Intention, eine Liebeserklärung machen zu wollen, sollte man einen Unteroffizierskasernenhofton vielleicht besser lassen. Man muss sich bewusst machen, in welcher Rolle man sich gerade befindet. Beherrscht man Stimme und Sprache, hat man selbstverständlich hohen Einfluss auf sein Gegenüber. Welche Sprachfehler muss man therapieren? Sollte man in jedem Fall einen Logopäden aufsuchen? Der wichtigste Punkt ist hier natürlich der persönliche Leidensdruck, also wenn ich wahrnehme, dass meine Stimme schnell ermüdet, schnell heiser wird und ich oft an Atemwegserkrankungen laboriere. Aber auch wenn ich merke, dass immer wieder nachgefragt wird, Zuhörer schnell abgelenkt werden und unruhig sind, ich um lauteres Sprechen gebeten werde etc. Dem Gang zum Logopäden sollte der Besuch eines HNO-Arzt vorausgehen, um eventuelle organische Störungen auszuschließen. Wie kann man an seiner Stimme arbeiten? Die Behandlung von Stimmstörungen umfasst verschiedene Bereiche. Der Bereich Persönlichkeit umschließt alle folgenden Bereiche, die sich wechselseitig beeinflussen. Man arbeitet an der Intention, der Verbesserung der Körperwahrnehmung, an der Beeinflussung der Körperspannung, an der Ruhe- und Phonationsatmung, an der Phonation und Artikulation. Ziel ist die physiologische Stimmgebung. Und wer hilft, wenn man an Aussprache oder Stimme etwas tun möchte? Am schnellsten findet man Kolleginnen und Kollegen wohl über die Suchmaschine auf der Internetseite des deutschen Bundesverbandes für Logopädie unter www.dbl-ev.de. Aber auch im Branchenbuch ihrer Stadt oder durch Nachfragen bei Ärzten oder Krankenhäusern sollten Sie fündig werden. Haben Sie ein Tipp, wie jeder für sich selbst Sprache und Stimme verbessern kann? Nein. Man muss wirklich auf jeden Einzelnen schauen und sich erst einmal ein Bild davon machen, wo seine Stärken und Schwächen beim Sprechen liegen. Zu viele Faktoren greifen hier ineinander, der ganze Mensch ist zu berücksichtigen. Einen Rat aus dem Ärmel zu schütteln, wäre da unseriös. Allerdings gibt es einen allgemeingültigen Tipp, wie Sie Ihre Stimme schonen können: Räuspern Sie sich nie, husten Sie stattdessen. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Halmheu. Weitere Informationen: Logopäde Matthias HalmheuMatthias Halmheu ist Logopäde und therapiert tumorbedingte Stimm- und Funktionsstörungen. Er unterrichtet Logopädie-Schülerinnen und –Schüler in seinem Fachbereich und führt Seminare zur Stimmbildung durch.

Was kann ich und was bin ich?

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Gut vorbereitet räumt man die meisten Hürden auf dem Weg ins Berufsleben beiseite, noch bevor der erste Schritt getan ist. Zu einer guten Vorbereitung gehört das Wissen über die persönlichen Wünsche und Träume, die zugleich Motivation und Wegweiser sein können. Beschäftigen Sie sich deshalb mit sich selbst und versuchen Sie, soviel wie möglich über Ihre Ziele in Erfahrung zu bringen. Lernen Sie Ihre Stärken von Ihren Schwächen zu unterscheiden, und finden Sie Antworten auf die Fragen „Was kann ich?“ und „Was will ich?“. Erkenntnis ist der erste Schritt Doch bevor Sie zu viel Zeit einsam grübelnd auf der Wohnzimmercouch verbringen: Lesen Sie sich unseren Beitrag Welches Berufsfeld passt am besten zu mir? durch. Er hilft der Erkenntnis was Sie können und wollen auf die Sprünge. Fragen Sie außerdem Ihre besten Freunde nach einer Einschätzung Ihrer Person – die kennen Sie besser, als Sie annehmen. Fixieren Sie Ihr persönliches Profil schriftlich, damit keines der Ergebnisse verloren geht. Bald werden Sie sich anhand dieses Profils auf Ihr erstes Bewerbungsgespräch vorbereiten können. Wunsch-Arbeitsplatz Bevor es soweit ist, überlegen Sie sich, welche Anforderungen Sie an Ihren Wunsch-Arbeitsplatz stellen: Soll es ein „nine-to-five“-Job mit wenigen Überstunden sein oder verbringen Sie gerne jede zweite Woche im Ausland? Sehen Sie sich als Projektverantwortlicher oder Hinterbänkler? Soll das Unternehmen mit dem Fahrrad erreichbar sein oder sind Sie bereit, für eine interessante Tätigkeit ein paar Kilometer zu fahren? Wenn sich in einem Bewerbungsgespräch ergibt, dass sich Ihre Erwartungen nicht mit dem Angebot des potenziellen Arbeitgebers decken, können Sie eine Mitarbeit ruhigen Gewissens ablehnen. Denn Sie wissen, was Sie wollen. Überblick und Neugierde Verschaffen Sie sich im Internet, in Fachzeitschriften und Tageszeitungen frühzeitig einen Überblick über den Arbeitsmarkt. Aber lesen Sie nicht ausschließlich die Personalanzeigen: Informationen sind in diesem Stadium der Jobsuche das A und O. Jeder Fachartikel über ein Produkt und jede Unternehmensmeldung können Sie auf neue Ideen bringen. Seien Sie beim Durchforsten der Stellenmärkte offen für Neues: Mitarbeiter mit Ihren Kenntnissen und Ihrem persönlichen Profil werden möglicherweise auch in Unternehmen und Branchen gesucht, von denen Sie es nicht erwartet hätten – und viele Ihrer Mitbewerber auch nicht. Vielleicht ergeben sich daraus besonders gute Chancen. Erfolg ist planbar Wenn Sie sich für ein Stellenangebot interessieren, recherchieren Sie zusätzliche Informationen auf der Homepage des Unternehmens, in Fach- und Verbandszeitschriften oder Wirtschaftslexika. Keine Scheu vor einem Anruf in der Personalabteilung: Dort „werden Sie geholfen“, über weitere Details informiert und gegebenenfalls mit Unternehmensbroschüren versorgt. Und Sie fangen eine Handvoll Fliegen mit einer Klappe: Bei dieser Gelegenheit ist der erste persönliche Kontakt hergestellt, der Ansprechpartner ist ermittelt und die Anforderungen des Unternehmens an eine schriftliche Bewerbung sind erfragt. Nur die Ruhe Lassen Sie sich bei Ihren Vorbereitungen nicht hetzen – auch nicht von sich selbst. Fangen Sie frühzeitig an, die Weichen für Ihre berufliche Zukunft zu stellen. Dann klappt´s auch mit dem Job. Infos: Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader, Autoren zahlreicher Karriere-Buchtitel, haben ihre eigene Website:

Gut gecoacht ist halb gewonnen

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In den USA ist Coaching schon weit verbreitet. Dieser Trend hat jetzt auch Deutschland erfasst: Nicht nur das Berufsleben wird mit einem Coach an der Seite geplant. Aber wie unterstützt er einen Bewerber? Wie arbeiten beide die persönlichen und beruflichen Stärken heraus? Michael T. hat sein Studium erfolgreich abgeschlossen. Mit Elan schrieb er seine ersten Bewerbungen. Er bekam einige Einladungen und führte voller Hoffnung seine ersten Bewerbungsgespräche. Doch die Absagen häuften sich ebenso wie die größer werdende Sammlung von Zeitungsausschnitten und Notizen. Zweifel über den Wert der Ausbildung und Fragen zur eigenen Orientierung kamen auf und begannen an seiner Selbstsicherheit zu nagen. Das erste Kennenlernen Michael T. steht etwas unsicher und neugierig vor einer hohen Tür und klingelt: Tom Andreas – Training, Coaching und Seminare, liest er auf dem Schild am Eingang. Ein großer freundlich lächelnder Mann, Anfang 40, öffnet die Tür und begrüßt ihn mit festem Händedruck. In einem schlicht möblierten Raum nehmen sie Platz: Zwei einfache bequeme Sessel, im Winkel einander zugewandt und ein kleiner Glastisch. Das Flipchart steht im Hintergrund zwischen den beiden Sesseln. Der Coach schaut Michael T. ruhig, dennoch aufmerksam an und beginnt: „Was können Sie heute für sich tun?“ Überrascht zieht Michael T. die Augenbrauen hoch und antwortet zögernd: „Ich? Für mich? Also, ja, die Sache ist die: Ich habe vor ein paar Monaten mein Studium erfolgreich abgeschlossen und mich dann auf verschiedene Stellen beworben. Ich bin überall abgelehnt worden. Und jetzt frage ich mich, was ich falsch mache. Ich bin irgendwie total verunsichert und weiß gar nicht mehr, was ich tun soll und wo ich mich noch bewerben soll und ob das überhaupt alles das Richtige für mich ist. Irgendwie spricht mich auch nichts mehr so richtig an. Eigentlich weiß ich gar nicht mehr, was ich überhaupt noch will.“ Mit konzentrierten und gezielten Fragen erkundigt sich Tom Andreas nach dem Studium, den verschiedenen Bewerbungen und der bisherigen Vorgehensweise. „Mal angenommen, unsere gemeinsame Arbeit würde für Sie erfolgreich sein. Woran würden Sie diesen Erfolg erkennen?“ Michael T. denkt lange nach und sein Gesicht hellt sich zunehmend auf. Er beginnt von seinen Träumen und Hoffnungen zu berichten. Stärken erkennen Als die Frage nach seinen besonderen Stärken kommt, legt sich seine Stirn in viele Falten. Aber ein paar Nachfragen später entdeckt er für sich überraschende Stärken und Fähigkeiten. Während diese im Detail erörtert und konkretisiert werden, wird er zunehmend selbstbewusster. Zuvor saß er etwas gekrümmt auf seinem Sessel, doch nun geht seine Sitzhaltung in eine aufrechte über. Überhaupt wirkt er immer weniger wie der etwas verunsicherte und pessimistische Mensch, der den Raum betreten hatte. Die eigene Zukunft gestalten! „Stellen Sie sich vor, wo Sie mit diesen Stärken und Fähigkeiten in fünf Jahren sein möchten. Was genau tun Sie? Welche Fähigkeiten haben Sie entwickelt und hinzugewonnen? Was wird wichtig für Sie und welches Selbstverständnis haben Sie? Nehmen Sie sich Zeit, alles genau wahrzunehmen!“ Michael T. blickt ein wenig in sich gekehrt und beginnt dann aber angeregt zu berichten. Mit zunehmender Begeisterung schildert er detailliert, wie er sich in fünf Jahren sieht und erlebt. Einige präzise Fragen des Coachs erweitern seine Beschreibung auch auf die private und persönliche Situation, so dass der gesamte Lebenskontext klar wird. Erinnerungen aus der Zukunft „Und wenn Sie sich von dem Jahr 2008 aus rückblickend erinnern wollten, welche Schritte waren für Sie wichtig? Wie hatten Sie damals, im Jahr 2003, begonnen und welche ersten Schritte hatten Sie unternommen?“ Michael T. ist überrascht, welche Ideen er auf diese Fragen hin entwickelt und wie konkret diese werden. Er fühlt sich sicherer bei dem, was er will, und er hat Vertrauen zu seinen Plänen gewonnen. Gemeinsam mit seinem Coach entwickelt Michael T. nun die ersten Maßnahmen zur Umsetzung. Jetzt ist ihm auch klar, wo er sich als nächstes bewerben und was er anders machen wird. Er fühlt sich wesentlich motivierter und entschiedener, da er weiß, was er kann und wohin er sich entwickeln will, resümiert er. „Beim nächsten Vorstellungsgespräch werden Sie gefragt, warum gerade Sie diese Stelle bekommen sollen – was wäre jetzt Ihre Antwort?“ Und wo Michael T. vorher zögerlich die üblichen Floskeln zum besten gegeben hatte, antwortet er jetzt mit persönlicher Überzeugung und echten eigenen Gründen. Zu Hause angekommen will er seine Bewerbungen umschreiben und sich auf das nächste Bewerbungsgespräch vorbereiten. Zuviel Theorie zu wenig Praxis Hochschulwissen allein reicht heute für einen erfolgreichen eigenen Werdegang vielfach nicht mehr aus, viele Hochschulabsolventen haben Probleme zum Beispiel bei Einstellungsgesprächen. „Trotz des großen fachlichen Potenzials haben sie wenig praxisrelevante Erfahrungen. Die soziale und emotionale Kompetenz will noch entwickelt und gefördert werden. Die „Business-Sprache“ und die „Verhaltens-Codes“ sind noch nicht gelernt. Das eigene Profil ist noch nicht bestimmt – Stärken und Schwächen, Ziele und Kompetenzen noch nicht erprobt. So ist häufig die eigene Vorstellung vom Job noch sehr unspezifisch und wenig zielorientiert – sie richtet sich nach ungeprüften Vorstellungen und nicht nach kritisch geprüften eigenen Stärken. Hier kann ein vertrauensvoller Coaching-Rahmen bedeutend weiterhelfen“, so Coach Tom Andreas.
Coach Tom Andreas ist nach Studium und verschiedenen Berufserfahrungen seit 15 Jahren in der Erwachsenenbildung tätig. Seit zehn Jahren arbeitet er als Coach-Trainer und Coach im eigenen Institut. Seine Klienten erhalten individuelle Hilfestellungen: „Coaching klärt und verhindert frühe Einschränkungen in der fachlichen, sozialen und emotionalen Entwicklung. Es hilft die eigenen Karriereziele zu definieren und zu erreichen. So kann ein erfahrener Coach den erfolgreichen Berufseinstieg wesentlich erleichtern und zu einer längerfristigen Erfolgsplanung entscheidend beitragen.“