Digitalisierung ist der Treiber

Foto: AdobeStock /adam121
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Der Umsatz der Beratungsbranche stieg 2018 um 7,3 Prozent. Und auch 2019 wird von den Unternehmen ein weiterer Kurvenanstieg prognostiziert. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch Digitalisierungs- und IT-Themen. Von Christoph Berger

Die deutsche Beratungsbranche zählt zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftszweigen in Deutschland. So das Ergebnis der im Herbst 2018 durch Lünendonk und Hossenfelder veröffentlichten Studie „Managementberatung in Deutschland“. Vor allem dank der Digitalisierung. Denn demnach werden Dienstleistungen rund um die Entwicklung von Digitalstrategien, Entwicklung und Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle, Digital-Marketing-Services, Customer Journey, User-Experience- Design und App-Entwicklung immer wichtiger für Beratungsunternehmen.

Auch Services werden relevanter, die den Mitarbeitern des Kunden helfen, die digitale Transformation des Unternehmens erfolgreich zu gestalten. Die Stichworte hierzu sind beispielsweise Change Management und Behaviour Transformation. Da passt es, dass beispielsweise McKinsey beabsichtigt, in diesem Jahr in Deutschland und Österreich bis zu 500 neue Beraterinnen und Berater einzustellen. Vor allem Mitarbeiter mit digitalen Kompetenzprofilen, darunter Experten in den Bereichen Analytics, künstliche Intelligenz oder neue Mobilität werden gesucht. Allerdings sind dies nicht die einzigen Technikbereiche, in denen Beratungsleistungen gefordert werden.

Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) hat in seiner Branchenstudie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2019“ festgestellt, dass im Jahr 2018 die Kunden der Consultants besonders Unterstützung bei Themenstellungen rund um IT-Datenschutz und Datensicherheit gehabt hätten. In diesem Bereich wurde eine um 16,2 Prozent gestiegene Nachfrage festgestellt. Hintergrund dafür sei zum einen die Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gewesen, aber auch die vermehrten Datenskandale, durch die das Bewusstsein für mehr Prävention gewachsen sei. „Beim Thema Cybersecurity hinken die meisten Unternehmen der Raffinesse der Cyberkriminellen hinterher. Das führt zu einem Vertrauensverlust in die digitale Wirtschaft“, sagt demnach auch Uwe Kissmann, Geschäftsführer von Accenture Security in Europa. Das Thema sei daher beim Vorstand anzusiedeln und Security ein integraler Bestandteil aller neuen Projekte werden.

Und wie sieht es mit der Digitalisierung der Unternehmensberatungen selbst aus? Hierzu wurde in der Lünendonk und Hossenfelder-Studie festgestellt, dass softwaregestützte Beratungsangebote immer wichtiger werden, wobei der Fokus auf analytischen Tools zur Datenauswertung liege. Technologie wird also vor allem unterstützend eingesetzt. Da passt dann auch die BDU-Erkenntnis, dass die Präsenzberatung beim Kunden wichtig bleibt. Für die Umsetzungsberatung gelte das sowieso, dort spiele der menschliche Faktor eine entscheidende Rolle, dies könne nur bedingt durch künstliche Intelligenz oder Maschinen ersetzt werden.

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