Arbeit nicht mehr alleiniger Sinnstifter
Arbeit als sinnstiftende Lebensaufgabe verliert an Bedeutung – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der gemeinnützigen Stiftung für Zukunftsfragen, für die über 2.000 Bundesbürger ab 18 Jahren repräsentativ befragt wurden. Nur noch 33 % der Befragten geben an, dass sie „in der Arbeit etwas tun und leisten möchten, was Sinn hat und Spaß macht“ – vor zehn Jahren waren es noch es noch 39 %, vor zwanzig Jahren sogar 52 %. Besonders für die jüngeren Generationen bedeute ein gutes Leben nicht berufliche Selbstaufopferung, sondern die Vereinbarkeit von Sinn, Freiheit und Wohlbefinden. Politik, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen sollten darauf nicht mit traditionellen Appellen an Leistungsbereitschaft antworten, sondern die Bedürfnisse dieser Generationen neu verstehen: Flexibilität, Sinnerfüllung und Gestaltungsfreiheit sind keine Gegenpole zu Verantwortung, sondern ihre Voraussetzungen.
Kreativität als wertvollste Ressource
„Kreativität ist die wichtigste Begabung eines Menschen und die wertvollste Ressource für ein Unternehmen und für die Gesellschaft als Ganzes“, ist die Deutsche Gesellschaft für Kreativität überzeugt. Der Verein setzt sich dafür ein, dass Deutschland ein ‚Land der Ideen‘ bleibt und jeder Mensch seine individuelle Kreativität voll zur Entfaltung bringen kann. Er versteht sich als „Plattform für den fachlichen Austausch aller Berufszweige und aller Altersschichten der Bevölkerung und als kompetentes Sprachrohr für den deutschsprachigen Raum.“ Ein Blick auf die Website lohnt sich: Dort werden verschiedene Kreativitätstechniken vorgestellt, es gibt Buchtipps und umfangreiche Informationen zum Thema.
Buchtipp: Gemeinsam sind wir MEHRWERT!
Die 2020er-Jahre sind ein Jahrzehnt der Verunsicherung: Jobängste, geopolitische Risiken, schwindendes Vertrauen in Institutionen, Einsamkeit – besonders bei jungen Menschen – und der Verlust verlässlicher Orientierung. Gleichzeitig wächst in der Community Economy eine Gegenbewegung: Menschen suchen das Echte, das Nicht-Alleinsein, die authentische Begegnung. Eine Wirtschaft, die auf Zugehörigkeit, Resonanz und gemeinschaftlichem Gestalten aufbaut. Dorothee Ebert beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Wandel. Sie hat beobachtet, wie Gemeinschaft Sicherheit gibt und Sinn stiftet. Und wie Unternehmen, die das verstehen, eine ganz andere Beziehung zu ihren Kunden aufbauen. Ihr Buch übersetzt diese gesellschaftliche Wirklichkeit in konkrete Impulse: Wie wird Gemeinschaft zum echten, wirtschaftlichen Erfolgsfaktor? Wie entsteht Ko-Kreation, wenn Menschen nicht nur kaufen, sondern mitgestalten wollen? Und welche Rolle spielt KI in einer Wirtschaft, die auf menschlicher Verbindung beruht? Dorothee Ebert: Gemeinsam sind wir MEHRWERT! Wie wir die Chancen der Community Economy nutzen können. Murmann 2026. 29,00 €
Von Kerstin Neurohr


