Neues Digitalmuseum in Hamburg

In der Hamburger HafenCity entsteht gerade Europas größtes Museum für digitale und immersive Kunst: das UBS Digital Art Museum. Auf 6.500 Quadratmetern zeigt das japanische Kunstkollektiv teamLab seine Dauerausstellung „Borderless“ – eine Welt aus Licht, Projektion und Klang, in der Kunstwerke auf Bewegungen reagieren und die Besucher:innen selbst Teil der Ausstellung werden. Feste Wege gibt es nicht. Hinter dem Projekt steckt Lars Hinrichs, Hamburger Unternehmer und Gründer des Karrierenetzwerks XING. Er entdeckte teamLab bei einem Japanaufenthalt, war so begeistert, dass er die Ausstellung kurzerhand nach Hamburg geholt hat. Wann genau eröffnet wird, steht noch nicht fest – aber Tickets sind bereits erhältlich.
Petition: Recht auf Leben ohne Digitalzwang
Eine Petition des Vereins Digitalcourage setzt sich ein für ein Recht auf Leben ohne Digitalzwang. Die Initiator*innen sind überzeugt: Es ist nicht richtig, dass immer mehr Alltagsangebote ausschließlich digital funktionieren. Als Beispiele nennen sie Fahrkarten, die nur noch per App gekauft werden können, oder Arzt- und Behördentermine, die man nur online vereinbaren kann. „Digitalzwang betrifft keineswegs nur arme, alte, kranke Menschen, sondern auch alle, die nicht auf Schritt und Tritt eine Datenspur hinterlassen wollen. Deshalb unterstützen uns auch viele Technikprofis, die genau wissen, wieviel Überwachung durch eine Komplett-Digitalisierung möglich wird“, erklärt Rena Tangens, Mitgründerin von Digitalcourage. Die Petition fordert eine Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes: „Niemand darf wegen der Nichtnutzung digitaler Zugangswege benachteiligt werden.“ Mehr als 70.000 Menschen haben unterschrieben, die Petition wurde im Mai 2026 an Abgeordnete des Deutschen Bundestags übergeben.
Digitale Vorreiterin: 100 Seiten Beyoncé
Beyoncé regiert. Ihre Alben und Tourneen sind globale Mega-Ereignisse. Als Queen Bey ist sie Pop-Ikone, Stimme des Feminismus und Symbolfigur der Black Culture zugleich. Und: Beyoncé ist eine digitale Vorreiterin, die ihre Karriere durch Streaming-Plattformen und Social Media steuert. André Boße beleuchtet das faszinierende Universum des Superstars. In diesem Imperium geht es um mehr als Hits: Es geht um knallhartes Business, politisches Engagement und die perfekte Inszenierung in den sozialen Medien. Boße analysiert den „Beyoncé-Effekt“, Szenen einer Ehe und die Pionierleistung einer Künstlerin, die den Pop-Gigantismus unserer Zeit miterfunden hat.
André Boße: Beyoncé. 100 Seiten. Das kompakte Porträt der Queen Bey, Pop-Ikone und Unternehmerin. Reclam 2026. 12 Euro.
Die Zukunft der Musik

Musik ist mehr als Noten – sie ist Gefühl, Intuition, Kreativität. Doch was passiert, wenn Maschinen diese menschlichen Dimensionen simulieren? Ist das die Zukunft der Musik? Ein Dokumentarfilm begleitet zwei Ausnahme-Pianisten auf ihrer Suche nach Antworten: Jazzpianist Michael Wollny, der eine KI entwickelt, die mit ihm improvisieren soll, und Pianist und Naturwissenschaftler Kit Armstrong, der erforscht, ob Maschinen menschliche Musikalität verstehen und reproduzieren können. Im Film werden die großen Fragen gestellt: Was bleibt, wenn Maschinen menschliche Fähigkeiten imitieren? Was macht einen Künstler einzigartig? Und was lernen wir über uns selbst, wenn wir mit künstlichen Partnern musizieren?
Abrufbar in der ARD-Mediathek.
Abseits war gestern – FIFA setzt auf 3D-Avatare
Wer bei der Fußball-WM 2026 in Nordamerika auf dem Rasen steht, existiert auch als digitaler Zwilling: Die FIFA lässt alle 1.248 Turnierspieler in hochpräzise 3D-Avatare verwandeln – entwickelt vom Technologieriesen Lenovo. Ein Körperscan von etwa einer Sekunde reicht, um exakte Maße zu erfassen. Die KI macht daraus ein fotorealistisches 3D-Modell. Wozu das Ganze? Die Avatare verbessern die halbautomatische Abseitstechnologie. Statt grober Strichmännchen zeigen die TV-Wiederholungen nach einer Abseits-Überprüfung künftig spielergenaue 3D-Modelle – auch wenn jemand verdeckt steht oder blitzschnell die Richtung wechselt. Getestet wurde die Technologie bereits beim FIFA Intercontinental Cup Ende 2025. Fazit: Es funktioniert.
Cyberpunk. Das neue totalitäre System.
Asma Mhalla, die neue intellektuelle Starautorin Frankreichs, widmet sich in ihrem Bestseller Cyberpunk den politischen Entwicklungen unserer Zeit, die sie mit dem Begriff des „Techno“-Faschismus beschreibt. Heraus kommt eine Dystopie, die ihre Anleihen in der Science-Fiction nimmt und die Gegenwart in den dunkelsten Farben ausmalt.
Asma Mhalla: Cyberpunk. Das neue totalitäre System. C.H. Beck 2026. 16 Euro.
Rückblick: Das erste Livekonzert, das komplett digital aufgezeichnet wurde
1981 veröffentlichte Billy Joel sein erstes Livealbum: „Songs In The Attic“. Das erste Livekonzert, das komplett digital aufgezeichnet wurde, und zwar im Sommer 1980 in acht unterschiedlichen Locations in den USA. Billy Joel wollte damals seinem Publikum einige ältere Songs zugänglich machen, unter anderem von seinem Debütalbum „Cold Spring Harbor“, das nur in kleiner Auflage erschienen war und dann wegen einer juristischen Auseinandersetzung nicht mehr verkauft wurde. Wer den Retro-Style mag, kann das Album auf Vinyl oder als CD kaufen, alle anderen hören es bei ihrem Streamingdienst.


