EIN KERNSPINTOMOGRAF ZUM NACHBAUEN
An der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Berlin bauen 19 Organisationen aus ganz Europa gemeinsam einen MRT-Scanner, dessen Bau- und Softwarepläne jeder frei einsehen kann. Das kompakte Gerät arbeitet mit einem deutlich schwächeren Magnetfeld als herkömmliche Tomografen und gleicht die geringeren Signale mit neuronalen Netzen aus, die den Messprozess berücksichtigen. Das Ziel: ein MRT, das sich Kliniken in ärmeren Ländern und später sogar Hausarztpraxen leisten können. Für die internationale Zusammenarbeit nutzt das Team eine Projektmanagement-Software aus Berlin, die ebenfalls Open Source ist. Ein schönes Beispiel dafür, wie Open Source längst über reine Softwareprojekte hinausgeht.
HUMANOIDE ROBOTER: INTELLIGENT UND FLEXIBEL
Im deutsch-dänischen Forschungsprojekt RobOdin arbeitet ein Konsortium an humanoiden Assistenzrobotern für den Arbeitsalltag. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Lübeck entwickelt ein KI-gestütztes Entscheidungsframework, das den Robotern situationsgerechtes Handeln ermöglicht. Ziel ist es, Menschen in komplexen, dynamischen Arbeitsumgebungen wie Handel und Logistik sicher und intuitiv zu unterstützen. Die EU fördert das Projekt über das Interreg-Programm Deutschland-Dänemark mit rund 2,4 Millionen Euro. Die Laufzeit endet im September 2028. Für Absolvent*innen aus den Bereichen KI und Robotik zeigt RobOdin, wie eng Wahrnehmung, Entscheidungslogik und praktischer Robotereinsatz inzwischen verzahnt sind.
IT-ARBEITSMARKT: CHANCEN FÜR EINSTEIGER*INNEN
Deutschen Unternehmen fehlen laut Bitkom-Studie rund 109.000 IT-Fachkräfte – weniger als die 149.000 offenen Stellen vor zwei Jahren. Dennoch klagen 85 Prozent der Firmen über einen Mangel an qualifiziertem Personal, nur vier Prozent sehen ein Überangebot. Im Schnitt dauert es fast acht Monate, bis eine IT-Stelle besetzt wird. Besonders gefragt sind Fachkräfte für Softwareentwicklung, IT-Sicherheit und Datenanalyse. Rund ein Viertel der Unternehmen erhält auf IT-Stellen kaum Bewerbungen. Für Absolvent*innen der Informationstechnologie bleiben die Einstiegschancen gut, da der Bedarf weit über die klassische Techbranche hinausgeht.
von Sonja Theile-Ochel


