Bauingenieure: E-Mail für dich

Foto: Fotolia/Bartkowski
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Absolventen im Bauingenieurwesen hören oft, sie würden derzeit überall einen Job finden. Welche Kriterien sollte man aber bei der Wahl des ersten Arbeitsplatzes beachten? Naturgemäß setzt das erste Arbeitsverhältnis für jeden Bauingenieur Maßstäbe. Dieser erste Job muss nicht zwingend nach dem erfolgreichen Berufsabschluss angetreten werden. Über Praktika oder die Arbeit als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni bzw. als Werksstudent im Ingenieurunternehmen können erste einschlägige Arbeitserfahrungen gesammelt werden, noch bevor das Studium endet.

Von: Fabian Hesse | Redaktion bauingenieur24 Informationsdienst
Gesendet: 20. November 2018
An: Leser*innen des karriereführer bauingenieure
Betreff: Wie wähle ich meinen ersten Arbeitgeber aus?

Tatsächlich ist der frühzeitige und direkte Draht zur Arbeitgeberschaft ein wertvolles Pfund für Berufseinsteiger. „Wichtiger als jede Note ist ein gutes Netzwerk“, sagt Martin Fawaro, der 2016 seinen Master-Abschluss als Bauingenieur machte. Seine erste Position fand er über Dritte bei einem großen deutschen Bauunternehmen. Dort lernte er vor allem die gute Einarbeitung, ein funktionierendes Qualitätsmanagement sowie die generell geordneten Strukturen zu schätzen. Fawaro: „In einem großen Unternehmen hat man oft schon den besten Weg zur Integration neuer Mitarbeiter gefunden.“ Davon würden Einsteiger profitieren. Doch um wirklich Karriere zu machen, sei ein Arbeitgeberwechsel nach einer Weile unausweichlich.

Fühlt man sich als Neuling zunächst etwas überfordert, gilt es, ruhig zu bleiben. Cornelia Bergner, unabhängige Personalberaterin aus Hannover, empfiehlt in solchen Situationen den Austausch mit anderen Berufseinsteigern, um Klarheit zu erlangen, ob es sich um anfängliche Probleme handelt oder man sich grundsätzlich falsch entschieden hat. „Ein Neustart ist gut abzuwägen, da er nur einmal vorgenommen werden sollte. Der Lebenslauf wird sonst unruhig“, gibt sie zu bedenken. Ideal ist ihrer Meinung nach der Verbleib bei einem Arbeitgeber über drei bis fünf Jahre hinweg. Zu den Fragen, die man sich vor jeder Bewerbung stellen sollte, gehören neben der Unternehmensgröße sowie der Art der Tätigkeit – planend oder ausführend – auch solche zu anfallenden Reisetätigkeiten, den Projektgrößen sowie den persönlichen Entwicklungspotenzialen.

In Zeiten des digitalen Wandels spielt für viele Absolventen außerdem das Thema BIM eine wichtige Rolle. Auch hier rät Cornelia Bergner dazu, vorab zu schauen, ob sich der zukünftige Arbeitgeber damit offen auseinandersetzt und entsprechend modern aufgestellt ist. Letzter Hinweis: Aus Sicht der Unternehmen entsteht der Personalbedarf mitunter recht kurzfristig, da im Projektgeschäft auch die Budgets oft erst kurzfristig freigegeben werden. Häufig sind dann zunächst Kandidaten mit Berufserfahrung gefragt, fähige und patente Berufseinsteiger werden aber vermehrt akzeptiert. Diese können nach der notwendigen Einarbeitung entsprechend schnell Verantwortung übernehmen.

Freundliche Grüße
Fabian Hesse M.A.