Studium des Wirtschaftsrechts – Als Trainee im Elchtest…

…als feste Mitarbeiterin für die Personalentwicklung verantwortlich. Seit drei Jahren arbeitet Sylke Kluck „bei einem großen schwedischen Möbelhaus“ – den Weg dorthin bereitete ihr ein Studium des Wirtschaftsrechts.

November 2000: Nach vier Jahren Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin, im Studiengang Wirtschaftsrecht und Zeiten, die es wirklich in sich hatten, erhielt ich mein Diplom als Wirtschaftsjuristin.

Recht als Passion

Ich habe mich für diesen Studiengang entschieden weil ich nach meiner Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notariatsgehilfin im juristischen Bereich bleiben wollte.

Aus meiner Sicht ist die Verbindung von betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und juristischen Fähigkeiten ein absolutes Plus. Gerade jetzt als Teamleiterin Personalentwicklung bei IKEA ist es tagtäglich notwendig, schnell und begründet zu entscheiden. Dabei ist die Verbindung von Betriebswirtschaft und Recht eine sehr gute Kombination.

Schwerpunkt: Arbeitsrecht

Schon nach den ersten Vorlesungen zum Thema Individualarbeitsrecht wusste ich, dass Arbeitsrecht „mein“ Gebiet werden würde. Mein Interesse wurde noch durch ein Praktikum bestärkt, das ich im vierten Semester absolvierte. Hier konnte ich – in der zentralen Personalabteilung eines großen Dienstleistungsunternehmens – meine Kenntnisse auf die Probe stellen: in Verhandlungen mit den Betriebsräten etwa, oder in erstinstanzlichen Prozessen vor Arbeitsgerichten.

Als mir am Ende des Praktikums eine Tätigkeit als Werkstudentin für die Zeit meines Hauptstudiums angeboten wurde, sagte ich ohne zu zögern zu. Die Möglichkeit neben dem Studium noch zwanzig Stunden wöchentlich Theorie und Praxis zu verbinden, hat sich gelohnt.

Auch Verlieren können

Ich war weiterhin beratend für die Niederlassungen des Unternehmens tätig und nahm zusammen mit dem Personalleiter an Gesamtbetriebsratssitzungen teil. Eine der wichtigsten Erfahrungen, aus dieser Zeit: Ich versuche immer möglichst viele Informationen von allen Beteiligten zu bekommen, wenn ich in ein Verfahren gehe und womöglich vor Gericht auftreten soll. Aus Fehlern lernt man: Ich habe einmal wegen fehlender Informationen haushoch verloren. Nachgeben oder mit verlorenen Prozessen umgehen zu können lernt man nicht im Studium.

Noch vor dem Diplom suchte ich nach dem künftigen Arbeitgeber. Auf Berufsmessen hörte ich das erste Mal von der Personalpolitik bei IKEA. Ich kannte das Möbelhaus zu diesem Zeitpunkt zwar als Kundin, nun sah ich im Unternehmen einen potenziellen Arbeitgeber. Ich bewarb mich um eine Stelle als Trainee in der Personalabteilung, führte zwei Gespräche mit zwei Personalchefs und hatte schon die Zusage in der Tasche.

Kein Sprung ins kalte Wasser

Im Traineeprogramm lernte ich zunächst das Unternehmen von der Pike auf kennen. Ich durchlief einige Wochen alle Bereiche und nahm gezielt an Seminaren, z.B. Zeitmanagement und Führungskompetenz, teil. Durch den bundesweiten Einsatz konnte ich von Anfang an mein eigenes Netzwerk aufbauen.

Das Traineeprogramm endete mit einem Einsatz von sechs Monaten in der Personalabteilung von der Hauptniederlassung vn IKEA Deutschland.

Internationales Leiden

Dort wurde mir angeboten, mich auf eine (aufgrund von Mutterschutz und Elternzeit) befristete Stelle bei IKEA Mobility Support im niederländischen Leiden zu bewerben. Ich wurde genommen und fand mich in einem internationeln Team als die erste Deutsche wieder. Dort werden alle Mitarbeiter, die vom Unternehmen international eingesetzt werden, betreut. Die Aufgaben waren vielfältig: Von Problemen mit dem ausländischen Steuerrecht bis zur Wahl der Schule, wenn die Kinder mit umziehen. Bei aller Internationalität wurde ich oft zum Staunen oder zum Lachen gebracht. Die Vorstellungen, die meine kanadische Kollegin vom europäischen Leben hatte zum Beispiel – wobei ihre Eindrücke von den Deutschen im Allgemeinen leider nicht immer sehr schmeichelhaft waren.

Bei der Betreuung der Mitarbeiter aller europäischen Landesorganisationen und der Einkaufsbüros für Nordafrika brauchte ich viel Organisationstalent und Kommunikationsfreude.

Gegen Ende des Jahres oblag mir die Leitung der Vertragsverhandlungen mit unseren schwedischen Umzugsfirmen, auch hier half mir meine Ausbildung sehr.

Teamgeist in Tempelhof

Ein besonderes Ziel war es für mich, an der Entstehung eines neuen Einrichtungshauses mitzuarbeiten. Es gelang in Berlin-Tempelhof:

Ich begann genau am Tag der Grundsteinlegung in der Projektgruppe zu arbeiten. Auf der Agenda stand: Personal-Bedarfsplanung, die Ausarbeitung von Schulungsplänen und Personalrekrutierung.
Sobald die neuen Mitarbeiter bei uns gestartet waren, waren wir für ihre Einarbeitung und Betreuung Mitarbeiter verantwortlich. Ich arbeitete außerdem als Trainerin für Schulungen zum Thema „Vertragsrecht“ und „Arbeitsrecht“.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Teamleiterin in Tempelhof bin ich für die Einhaltung aller arbeits- und sozialrechtlichen Regelungen verantwortlich, das heißt ich bin Ansprechpartner für die Teamleiter der Fachbereiche bei Problemen mit Mitarbeitern und berate sie hinsichtlich der Lösungsmöglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen.

Um nicht einzurosten war ich im letzten Wintersemester außerdem als Lehrbeauftragte für ein Projekt an der Fachhochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin beschäftigt zum Thema „Arbeitsrecht in der Praxis“. Die Studenten kamen aus dem Bereich Wirtschaftsrecht und interessierten sich hauptsächlich für die Spezialisierung „Personal“. Im Rahmen dieses Projektes versuchte ich meine Erfahrungen aus dem Berufsstart zu berücksichtigen und zu vermitteln: Fachliche Kenntnisse sind wichtig, aber mindestens genauso bedeutend ist Führungs- und Managementkompetenz, das heißt Kenntnisse über Teamentwicklung, Führungsinstrumente und -techniken, Verantwortungsbereitschaft und vor allem auch Durchsetzungsvermögen.