Karriere für zwischendurch: Reiseleiter mit Uni-Abschluss

Um Reiseleiter zu werden ist an sich kein akademischer Abschluss nötig. Der Beruf ist laut dem Verband der Studienreiseleiter in München dennoch ein Sammelbecken für arbeitslose Akademiker. Viele betrachten die Arbeit als Übergangslösung, bis eine feste Stellung in Aussicht ist. Gute Chancen haben Hochschulabsolventen mit sozialer Kompetenz und stabilen Nerven. Die Honorare für Berufseinsteiger liegen bei 100 bis 120 Euro pro Reisetag.

Die Arbeitsplätze des Reiseleiters sind Kirchen, Museen und Hotelanlagen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der Beruf einen besonderen Reiz ausstrahlt. Da keine Ausbildung gefordert wird, kann das Reiseleiter-Handwerk direkt „on the job“ erlernt und erprobt werden.

Anforderungen sind unterschiedlich

Archäologen und Kunsthistoriker können ihr Spezialwissen als Reiseleiter zu den Kultstätten der Inkas oder Ausgrabungen in Vorderasien nutzen, Sinologen und Ethnologen bei anspruchsvollen Fernostreisen als kundige Begleiter dienen. Für die Führung einer Reisegruppe, die eine Bergtour in Nepal gebucht hat, ist körperliche Fitness wichtig. Für Badeferien in große Urlaubgebiete mit Kinder und Jugendbetreuung sei dagegen pädagogisches und soziales Geschick Voraussetzung, so Margaretha Grattenthaler vom Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verband in Berlin.

Besonderer Menschenschlag gefragt

Es wäre jedoch ein Fehler sich den Job nur als bezahlten Urlaub vorzustellen: Reiseleiter betreuen eine Gruppe – in der Regel inklusive Kindern und Jugendlichen – während der ganzen Reise. Darüber hinaus muss der Reiseleiter Organisations- und Psychologiegeschick haben, und nicht davor zurückschrecken 12 Stunden am Tag auf den Beinen zu sein. Man müsse aus dem Koffer leben können und mit Zeit- und Klimaverschiebungen fertig werden, gibt Thomas Staender vom Verband der Studienreiseleiter zu bedenken. Er rät Neulinge bei Reiseveranstaltern darauf zu achten, dass die üblichen Leistungen erbracht werden: „Alle seriösen Reiseveranstalter übernehmen die Kosten für Flug, Unterkunft und Verpflegung.“ Auslandskrankenkassen und Spesen sollten in den vertraglichen Vereinbarungen enthalten sein.

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Quelle: Rheinische Post