Entwicklungshelfer: „Hilfe zur Selbsthilfe“

Dürren, Naturkatastrophen, Menschenrechtsverletzungen: Jahr für Jahr erreichen uns Bilder aus den Entwicklungsländern Afrikas, Asiens und Südamerikas. Sie wecken bei vielen das Bedürfnis zu helfen. Ein klar definiertes Berufsbild gibt es jedoch nicht. Entwicklungshelfer arbeiten unter anderem als Land- und Forstwirte, im Gesundheitswesen, als Bauingenieure, in der Frauenförderung oder der zivilen Krisenprävention. In Übersee gefragt sind derzeit insbesondere Fachkräfte der Bereiche ländliche Entwicklung, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Verwaltung sowie Technik und Handwerk, wie karrierefuehrer.de im Gespräch mit einer Vertreterin des Arbeitskreises "Lernen und Helfen in Übersee" erfuhr.

Beim Deutschen Entwicklungsdienst (ded) arbeiten derzeit knapp 1.000 Fachkräfte, davon ein Drittel Frauen, in Entwicklungshilfeprojekten in Afrika, Asien und Lateinamerika. Im Jahr 1997 arbeiteten weltweit 1.633 Entwicklungshelfer für die deutschen Entwicklungshilfedienste AGEH, CFI, DED, DÜ, EIRENE und WFD. Heute liegt die Zahl der Entwicklungshelfer in den notleidenden Regionen der Erde bei etwa 1.500.

Hilfe zur Selbsthilfe

Neben den erforderlichen Fachkenntnissen sind Sprachkenntnisse und kulturelles Einfühlungsvermögen Grundvoraussetzung für ein zwei- bis dreijähriges Auslandsengagement. Während in den 60er Jahren noch verstärkt Krankenschwestern und -pfleger sowie Kfz- oder Maurergehilfen in den Entwicklungsländern benötigt wurden, fehlen heute vorwiegend Ärztinnen und Ärzte sowie Meister mit Spezialkenntnissen. Grund ist der Anstieg des Bildungsstands in den meisten Entwicklungsländern. Darüber hinaus ist ein Grundprinzip der Entwicklungshilfe in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit einheimischen Fachkräften zum Aufbau dieser Länder beizutragen und die Einheimischen bei der Verbesserung ihrer Lebenssituation zu unterstützen. Daher darf die Mitarbeit von Entwicklungshelfern die einheimischen Arbeitsplätze nicht gefährden. Es gilt das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Entwicklungshelfer sollen nicht lenkend und leitend, sondern beratend und unterstützend tätig werden.

Berufserfahrung ist Trumpf

Karoline Wiemers-Meyer vom Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ betont gegenüber karrierefuehrer.de, dass Berufserfahrung eine Grundvoraussetzung für Bewerber bei den Entwicklungsdiensten ist. Dies schließt berufserfahrene Hochschulabsolventen natürlich mit ein: „Aus dem Ausland bekommen wir regelmäßig Anfragen nach Fachkräften mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund. Ebenso gefragt sind Land- und Forstwirte sowie Fachärzte und Pflegepersonal mit Zusatzqualifikationen,“ so Wiemers-Meyer. Der Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ informiert auf seiner Internetseite aber auch über Freiwilligendienste im Ausland, die jungen Menschen darunter vielen Studenten unabhängig von einer Berufsausbildung oder -erfahrung die Gelegenheit geben sollen im Ausland in gemeinnützigen Projekten aktiv mitzuarbeiten. Diese Projektarbeiten in Freiwilligendiensten oder Workcamps dienen in der Regel der internationale Verständigung und Versöhnung, der Bewusstseinsbildung für Frieden oder der Unterstützung im ökologischen und kulturellen Bereich. Wiemers-Meyer: „Bei den jungen Leuten ist das Interesse zu helfen sehr groß. Neben dem Wissen aktiv geholfen zu haben, gilt das Engagement in den Freiwilligendiensten natürlich auch als Auslandserfahrung, die im späteren Berufsleben von Nutzen sein kann.“ Nähere Informationen zu den Freiwilligendiensten und den verschiedenen deutschen Entwicklungsdiensten finden Sie auf der Internetseite des Arbeitskreises. Unter One-World-Jobs finden Sie auch eine Job-Datenbank:

Quellen: Arbeitamt, ded, job-future.de, entwicklungsdienst.de