Anwälte kehren ihrem Beruf den Rücken

Junge Anwälte steigen immer häufiger aus dem Beruf aus, weil die Perspektiven fehlen oder sie nicht genug verdienen. Nach 15 Prozent im Jahr 2001 gaben im vergangenen Jahr 16 Prozent der 7.900 Berufsanfänger ihre Zulassung zurück.

Im Jahr 2002 gaben 1.147 Anwälte im Alter zwischen 27 bis 39 Jahren ihre Zulassung zurück, im Jahr 2001 waren es 1117.

BRAK: Nettoeinkommen zu niedrig

Bernhard Dombek, der Präsidenten der Anwaltskammer (BRAK), hält diese Entwicklung für nicht verwunderlich: Die Rahmenbedingungen für den Nachwuchs seien wenig attraktiv, da junge Anwälte, die sich selbstständig machten, nur über ein monatliches Nettoeinkommen zwischen 1.500 und 2.000 Euro verfügten.

Berufsanfänger stehen unter Druck

„Wir gehen davon aus, dass der Anwaltsberuf deshalb aufgegeben wird, weil die betroffenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte keinen Erfolg in ihrem Beruf hatten oder in einen anderen für sie attraktiveren Beruf wechselten,“ erklärt sich Dombek die Resignation gegenüber dem Anwaltsberuf. Er fügt hinzu, dass die Zahlen in jedem Fall zeigten, dass auf den Berufsanfängern ein erheblicher Druck laste und deshalb berufliche Alternativen gesucht würden.

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) ist die Dachorganisation der Anwaltskammern in Deutschland. Diese Kammern vertreten insgesamt rund 121.000 Rechtsanwälte.

 

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