Vorstellungsgespräch

telefonische Bewerbung

Wenn ein Unternehmen in seiner Stellenanzeige telefonische Auskunftsbereitschaft signalisiert, sollten Sie dieses Angebot nutzen und anrufen. Bedenken Sie aber, dass Sie sich bei einem solchen Telefonat quasi in einem Vorstellungsgespräch befinden.

Achten Sie deshalb auf eine ruhige Umgebung, telefonieren Sie zu einem günstigen Zeitpunkt, legen Sie Ihre schriftlichen Unterlagen zum schnellen Nachschlagen bereit, denken Sie an Papier und Bleistift für Notizen, und fragen Sie sich zum zuständigen Gesprächspartner durch.

  • Fragen Sie nach, an wen Sie Ihre schriftliche Bewerbung richten sollen, falls in der Anzeige kein Name genannt ist.
  • Lassen Sie sich Informationsmaterial zusenden: Bewerberbroschüren, Geschäftsberichte, Kataloge etc. So können Sie Ihre Bewerbung unternehmensspezifisch gestalten und auch im Vorstellungsgespräch konkretes Interesse an dem Unternehmen zeigen.

Vielleicht haben Sie Pech und stellen in diesem Gespräch bereits fest, dass eine Bewerbung keine Aussicht auf Erfolg hat – dann haben Sie wenigstens Geld, Zeit und Arbeit gespart.
Ein anderer Einsatzfall ist die – vor eine Initiativbewerbung “geschaltete” – telefonische Bedarfsklärung. Sie können in der Personal- oder auch Fachabteilung anrufen und vor Ort klären, ob Personalbedarf besteht. Dass dieses Gespräch intensiv vorbereitet und geübt werden sollte, liegt auf der Hand.
Haben Sie sich bei einem Unternehmen beworben und nach mehr als drei Wochen noch keine Informationen über den “Stand der Dinge” erhalten, können Sie anrufen und – höflich – nachfragen.

 

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Bewerbung

Nicht nur die Qualifikation für einen Job zählt, sondern auch die Art und Weise wie sich der Bewerber in seiner Bewerbung präsentiert. Was gehört alles zu einer
kompletten Bewerbung? Online-Bewerbung oder schriftlich per Post? Wie formuliere ich eine Initiativbewerbung?

Die Bewerbung von Photocase.de

 

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Aufgeblitzt!

Von Heike Jüds und Anne Thesing

Nur Bewerber, die beim Vorstellungsgespräch positiv “aufblitzen”, haben Erfolgsaussichten. Vorausgesetzt, ihr Glanz ist von Dauer. Doch worauf kommt es in den ersten Sekunden und Minuten an? Diese Frage stellte der karriereführer den Personalern Nina Eberlein, Axel Kersten, Anja Kiehne-Neuberg und Thomas Teetz.

Worum geht es im Vorstellungsgespräch?

Axel Kersten, SAP AG:
Es geht darum, den ersten guten Eindruck aus den Bewerbungsunterlagen zu konsolidieren.

Nina Eberlein, IKEA Deutschland GmbH & Co. KG:
Wenn wir einen Bewerber zum Interview einladen, möchten wir herausfinden, ob wir zusammen passen. Das persönliche Treffen gibt den entscheidenden und viel zitierten ersten Eindruck.

Anja Kiehne-Neuberg, Kaufhof Warenhaus AG:
Im Bewerbungsgespräch hat der Bewerber zum ersten Mal die Gelegenheit, seine Persönlichkeit einzubringen.

Was spielt sich in den ersten Momenten ab?

Nina Eberlein:
Die ersten Minuten sind für beide Seiten besonders spannend. Je nach Typ sind Bewerber mehr oder weniger nervös. Wir finden das menschlich. Mein Tipp: Versuchen Sie, möglichst unverkrampft mit dieser Situation umzugehen. Einmal tief durchatmen kann Wunder bewirken.

Thomas Teetz, Deutsche Postbank AG:
Innerhalb dieser ersten Sekunden bilden wir uns eine Meinung über eine bislang unbekannte Person. Obgleich man in dieser kurzen Zeit nur die Oberfläche erfassen kann, bestimmt diese erste Wahrnehmung sehr oft nachhaltig den Gesamteindruck.

Worauf achten Sie in den ersten Minuten?

Anja Kiehne-Neuberg:
Neben pünktlichem Erscheinen und einem gepflegten äußeren Erscheinungsbild achten wir vor allem auf das Verhalten, die Umgangsformen und die Äußerungen des Bewerbers. Die Art des Händedrucks, die Intensität des Blickkontaktes sowie die Worte bei der Begrüßung lassen erste Rückschlüsse auf Selbstbewusstsein, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit zu. Gestik und Mimik unterstreichen den Eindruck. Weiteren Aufschluss gibt die Gesprächsbereitschaft des Kandidaten.

Axel Kersten:
Wir legen vor allem Wert darauf, dass die Persönlichkeit und das Auftreten des Bewerbers zum Unternehmen passen.

Nina Eberlein:
Der Gesamteindruck sollte stimmen und authentisch sein – sei es im Anzug oder im Poloshirt. Äußerlichkeiten wie Schuhe oder Kleidung sollten neu genug sein, um einen guten Eindruck zu machen, und alt genug, damit Sie sich wohlfühlen.

Authentizität ist also wichtig?

Axel Kersten:
Ja. Versuchen Sie nicht, sich und Ihre Persönlichkeit zu verstellen. Das funktioniert ohnehin nicht und Sie tun damit weder dem Unternehmen noch sich selbst einen Gefallen: Schließlich sollen ja nicht nur Sie zum Unternehmen passen, sondern auch das Unternehmen zu Ihnen.

Der erste Eindruck stimmt. Was passiert dann?

Thomas Teetz:
Karriere macht man nicht an einem Tag. Vielmehr sind Karrieren das Resultat wiederholter positiver Eindrücke, die man bei Vorgesetzten und Kollegen hinterlassen hat. Bildlich gesprochen: Um Karriere zu machen, genügt es nicht, wie eine Sternschnuppe aufzublitzen und wenig später zu verglühen. Ein erster äußerer Eindruck mag noch so strahlend sein – wenn er nicht bestätigt wird, ist sein Glanz bald erloschen.

 
PERSONENANGABEN:
  • Anja Kiehne-Neuberg ist Leiterin des Bereichs Management- und Organisationsentwicklung der Kaufhof Warenhaus AG in Köln.
Nina Eberlein Nina Eberlein arbeitet im Personalmarketing von IKEA Deutschland in Hofheim-Wallau.
Thomas Teetz Thomas Teetz ist Leiter Personalmarketing bei der Deutschen Postbank AG.
Axel Kersten Axel Kersten arbeitet im Bereich Personalmarketing/Recruiting der SAP AG.
 

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Interview mit dem Bewerbungsexperten Yate

“… and the curtain goes up”

von Alexandra Lauff und Heike Jüds

Ausgehend davon, dass der Arbeitsmarkt eine große Bühne ist, hat Martin John Yate, Autor des Ratgebers “Knock ‘em Dead”, zu deutsch: “Das erfolgreiche Bewerbungsgespräch”, zahlreiche Bewerbungstipps entwickelt. In seiner Muttersprache beschreibt Yate der karriereführer-Redaktion seine Bewerbungsphilosophie und wie er zum Karriere-Experten wurde.

In your book “Knock ´em dead” you paraphrase Shakespeare by saying “All the employment world is a stage…” Why do you compare a job-interview with theatre?
They are both performances. In pursuing a professional career we all develop new behaviours and ways of dealing with people and situations. Remember the first day on your first job you go to get coffee and there’s a sign behind the machine “Your mother doesn’t work here, clean up after yourself.” We all had this or a similar experience that led us to an awareness of the need to develop a professional behaviour profile.

In the book I talk extensively about these professional behaviours that all employers seek and how to recognize and package them. It is necessary in a job hunt to identify what the buyer is going to want to buy and to package what we have to offer appropriately. Once readers discover what it is that employers want to hear about they usually realise they have plenty of good things to say without telling untruths. Or is it rather a boxing match?
No. The job hunting and interview process is not about confrontation and conflict, it is about building bridges of communication between people and establishing common ground.

In the first section of your book the advises you give (e.g. clothing, appearance or posture) do have quite a satirical touch. What was your intention by doing so?
I assume everyone who reads my work is an intelligent professional wanting to get ahead. They have come to me because I have special knowledge for a special situation. The subject matter of career management is normally something barely fun to read. Consequently I let my 28 years in the US combine with growing up for 22 in the UK. The result is a somewhat dry sense of humor. I like the thought of my readers getting a chuckle every few pages. I’m really happy to hear that some of the humour is coming through in translation, this is exciting.

What are rather “shy” people supposed to do in an interview to have a chance for getting the job at all?
We are all nervous about interviews because we feel ourselves to be on trial, and it is easy to interpret the lack of a job offer as a rejection of ourselves as people. But we probably just didn’t package those professional aspects of ourselves in ways that the interviewers could understand. Understanding the professional behaviours that all employers desire and coming up with illustrations of us using these behaviours at work, allows just about anyone to show themselves in a good light without sounding like a ‘snake oil salesman.”

Job interviews in Germany are not yet as tough as the ones in the US. Have you meant to set an international trend with your book?
I was raised in UK to age of 23 and then have spent the last 27 years in US. I came to US as an outsider and had to deconstruct their entire approach to life before I could make sense of it and have any hope of prospering. What I discovered was a completely open, direct and practical approach to life, very different from the old Europe. I combined this with – I dare to say – the superior communication skills and manners we have in Europe.I wrote the first draft of “Knock ´em Dead” on the basis of increasing globalisation of business that affects professional people everywhere. My work therefore doesn’t so much aim to set an international trend as to reflect an international need. Employers, whether they be in Bonn, London, New York, Sydney or Bangkok are all looking for conscientious professional employees. My work shows people what it is that employers want, so when they apply my advice they not only land jobs but have a great many new ways of getting ahead with their new employer.

Do you think your instructions will still be valid in about five years?
The advice has worked in many countries around the world for 17 years. I update the books every year in America, and foreign publishers are also able to update the work as often as they wish. The books work because the advice is practical and implementable. It will be valid five years and twenty five years from now, because my work is an ongoing process that responds to changes in the workplace. And as only the good die young I expect both me and the books to around for a good many years to come.

Which negative issues have you personally experienced in interviews?
I’ve experienced it all either personally or observed it from ringside seats. You don’t like everyone you meet, and neither do employers. That you weren’t hired for a particular job might be because of your accent or the way you comb your hair, but more often than not it is because someone else was better prepared and possibly also more qualified for that particular position.

Have positive experiences from interviews considerably contributed to your career?
We learn more from our mistakes than from our successes. Identify the weakness and turn it into a strength.

In your opinion, what exactly characterises you as career expert?
I have an unusually comprehensive understanding of the job hunting and career management world, afterall it has been my career for almost thirty years. I was a world class executive recruiter, a trainer of headhunters on an international basis, head of personnel for a major technology company, head of training for a huge employment company. I am active in my professional community and a member of numerous professional associations (as everyone should be In order to keep oneself connected professionally). Apart form this and my ten books on career management issues I also consult with senior level executives in transition and Interestingly recently helped an executive based in Düsseldorf, organise and execute two simultaneous job hunts, one in Germany and one in North Eastern US.After so many years I know a lot of people in the career related professions around the world, many colleagues and many friends. This is what I do, this is what I think about because this has become the way I can best make a difference with my presence on this earth.

Martin John YateMartin John Yate hält Karriere-Seminare in den USA, Canada, Mexico, UK, Australien, Neuseeland und Afrika. Sein Buch Buch: “Knock ‘em Dead” wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und ist seit Jahren ein internationaler Bestseller. In Deutschland ist es unter dem Titel “Das erfolgreiche Bewerbungsgespräch” erschienen. Sein Motto: “One simple rule I have in writing: there has to be something practical on every page that every reader can put to work for their benefit today.”
 

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Interview mit Regina Först: „Menschen haben Sehnsucht nach Echtheit“

von karriereführer

Über das Vorstellungsgespräch, die Bewerbung, Ausstrahlung und Charisma sprach Viola Strüder vom karriereführer mit der ehemaligen Personalleiterin und Autorin des Buches “Ausstrahlung – wie ich mein Charisma entfalte”, Regina Först.

Frau Först, können Hochschulabsolventen Ihre Erkenntnisse für sich einsetzen?
„Ja, sowohl innerlich als auch äußerlich. Einerseits können sie zum Beispiel mit Hilfe der sehr effektiven Technik von Zielcollagen ihr Ziel erkennen und umsetzen. Andererseits spielt der äußerliche Auftritt für den Berufseinstieg eine ausschlaggebende Rolle, also die Frage, wie präsentiere ich mich im Vorstellungsgespräch?“

Was empfehlen Sie, bei einer Bewerbung zuerst zu tun?
Sich die Frage zu stellen: „Bin ich das“? Aufgabe hat mit Gabe zu tun, Beruf ist, was mich ruft. Wenn ich einen Arbeitsplatz bekomme, der mir gar nicht entspricht, sollte ich voller Respekt und Klarheit sagen, „Das sind nicht meine Werte, das bin nicht ich“. Neben der Frage, ob meine Fähigkeiten in das Unternehmen passen, hilft es zum Beispiel, sich vorzustellen: „Möchte ich da täglich sitzen, mit welchem Gefühl gehe ich dorthin, was bewegt mich, wenn ich an das Unternehmen denke.“

Das hört sich schlüssig an, aber gleichzeitig sind viele junge Menschen heute froh, wenn sie einen Job finden. Was ist, wenn es wirtschaftliche Zwänge gibt?
Dann habe ich die Gnade der Lektion, letztlich an dieser Aufgabe zu wachsen, zu lernen, Fehler zu machen, mir klar zu werden, was ich wirklich will, wie ich es erreichen kann, den Mut zu fassen, die Dinge anzugehen. Ich kann beginnen, meine Einstellung zu ändern, neugierig wie ein Kind durch die Welt zu gehen und zu erfahren, was gut für mich ist. An die Aufgabe, für die man berufen ist, gelangt man nur selten im Eilverfahren.

Was lässt sich exakt übertragen auf ein Bewerbungsgespräch?
Bei einem Bewerbungsgespräch ist der erste Eindruck das wichtigste. Bei einer Kennenlern-Situation dauert im Normalfall der Rundum-Check zwischen 150 Millisekunden und 90 Sekunden, dann steht das Urteil. Alter, Geschlecht, Attraktivität, sind die ersten Kriterien, aus denen ein Persönlichkeitsbild entsteht. Es dominieren die Signale der Augen, den größten Teil der Informationen bekommen wir über das Gesicht. Die Klugheit eines Menschen, erkennen wir an dessen Sprechweise. Hier spielt die flüssige und saubere Formulierung eine große Rolle, nicht was wir sagen, sondern wie wir es sagen.

Man sollte sich bewusst machen, das menschliche Gehirn nutzt alle Sinnesreize um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Es ist immer eine „Ganzkörper-Bewerbung“. Der ganze Kopf, unsere Augen, der Mund, unsere Körpersprache mit Armen und Händen, unsere Gangart, wie wir uns kleiden und frisieren, der Schmuck den wir tragen, wird betrachtet. Dann erst denken wir darüber nach, was jemand zum Beispiel gesagt hat. Manchmal ist es aber dann schon zu spät, den emotionalen Eindruck intellektuell zu korrigieren.

Thema Optik: Wozu raten Sie den Absolventen bei der Kleidungswahl?
Was Äußerlichkeiten angeht, gibt es natürlich gewisse Spielregeln, zum Beispiel die Akzeptanz eines Kleidercodes. Man findet ihn im Vorgespräch heraus, über den Internetauftritt oder die typische Branchenregel. Wichtig ist, ich muss mich in den Sachen wohlfühlen, sie vor dem Bewerbungsgespräch schon einmal getragen haben, um sie regelrecht zu bewohnen. Was die Branchenunterschiede angeht: Wenn ich ein Krawattenhasser bin und in die Versicherungs-Branche gehe, dann sollte ich anfangen Krawatten zu lieben, um damit in das optische Bild des Unternehmens zu passen, es repräsentieren zu können. Dann sind wir wieder bei der Frage: „Passe ich dort hinein, spreche ich deren Sprache? Will ich das wirklich?“ Wenn ich mich täglich verbiegen muss, schade ich mir selbst.

Sie waren Personalleiterin, was ist bei einem Vorstellungsgespräch weniger wichtig?
Aufgeregtheit ist nicht so schlimm, Souveränität ist nicht so wichtig. Zeigen Sie, dass Sie sich über das Gespräch freuen, dass Sie dankbar dafür sind, denn schließlich lernt man in einem solchen Gespräch, unabhängig von der späteren Entscheidung.

Sind Ausstrahlung und Charisma angeboren oder erlernbar?
Jeder hat Ausstrahlung, jeder ist einzigartig, insofern ist sie allen angeboren. Viele haben aber Angst, attraktiv zu sein und aufzufallen, denn das braucht Mut. Wir sehnen uns zwar danach, aber wenn ich strahle, werde ich gesehen, umschwärmt, stehe im Licht und rage aus der Masse heraus. Ein zweischneidiges Schwert. Erlernbar ist, dass man vieles an sich durch Bewusstmachung optimieren kann, wenn man will. Charisma, das ist die Steigerung der Ausstrahlung. Sie ist der Vollspott, diese unbändige Energie, die von den Menschen ausgeht. Wie auch immer diese Energie gelebt wird, ausschlaggebend ist das Authentische, nach dem wir streben sollten. Wenn dieser Mensch einen Raum betritt, verbindet uns irgend etwas mit ihm. Es ist diese Einzigartigkeit, den Mut zu haben, seine Gabe zu leben. Ein Zitat Nelson Mandelas drückt all das in einem Satz aus: „Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, was wir am meisten fürchten.“

 

Das Top-Manager Interview mit Regina Först: Voll-Stoff: eine Werde-Gängerin, ganz aus der Mode
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Assessment Center (AC)

Der Begriff Assessment Center kommt aus dem amerikanischen und bedeutet Bewertungs-Zentrum. Das Assessment Center, kurz AC, wird zur Beurteilung und Auswahl von Fach- und Führungskräften und Führungsnachwuchskräften genutzt. Fast alle größeren Unternehmen nutzen ein AC zur Personalauswahl.

Was ist ein Assessment Center
Assessment Center dienen der Auswahl von Fach-, Führungs- und Führungsnachwuchskräften. In nachgestellten Alltagssituationen sollen Kandidaten zeigen, wie sie in und auf bestimmte Situationen reagieren. Psychologen und Mitarbeiter des Unternehmens beobachten dabei bis zu 12 Kandidaten über einen zuvor festgelegten Zeitraum. Der Zeitrahmen variiert zwischen ein und sieben Tagen. Das zahlenmäßige Verhältnis Kandidaten zu Beobachtern sollte bei zwei zu eins liegen.

Was wird in einem AC geprüft
Unternehmen testen in einem AC Kandidaten auf die Merkmale

  • Persönlichkeit
  • Leistungsmotivation
  • Analytische Fähigkeiten

Selbstpräsentation der Kandidaten, Gruppendiskussionen, Rollenspiele, Postkorbübungen Fallstudien und psychologische Testverfahren stehen im Mittelpunkt eines AC und sollen dem Prüfern Aufschluss darüber geben, welcher Kandidat am besten auf die ausgeschriebene Stelle passt. Die Prüfer achten über die ganze Zeit (Kaffeepausen eingeschlossen) auch auf die Körperhaltung, die Mimik und Gestik. Es gibt keine standardisierten Assessment Center. Inhalte und Aufgaben richten sich nach den Anforderungen der zu besetzenden Stelle und der jeweiligen Unternehmenskultur. Eingeladenen Kandidaten sollten sich deshalb im Vorfeld gründlich über das Unternehmen und dessen Kultur informieren. Handelt es sich bei der zu besetzenden Stelle um eine Einstiegsposition, ist Fachwissen nicht von entscheidender Bedeutung. Unternehmen möchten wissen, ob geforderte Anlagen bei den Kandidaten zu finden sind. Sollen Führungspositionen besetzt werden, sind Branchen- und Methodenwissen allerdings von entscheidender Bedeutung. Je höher die zu besetzende Stelle ist, desto kleiner werden die Gruppen in den AC. Im Bereich der Führungskräfte führen die Unternehmen oft Einzelassessments durch.

Was bedeutet ein AC für den Bewerber?
Für Bewerber bedeutet das AC vor allem Stress. Die Einladung zu einem AC sagt ihnen aber auch, dass Sie die erste Hürde im Bewerbungsverfahren gemeistert haben und in eine engere Auswahl genommen wurden. Ihre Bewerbung hat das Unternehmen angesprochen.

Fit durch Training
Eine gute Vorbereitung hilft bei der Bewältigung von AC. Bücher, Trainings und Seminare bieten eine erste Hilfe.

Literaturtipp:

Faber, Manfred; Middelmann, Thomas; Schmidt, Thomas: Angstfrei ins Assessment Center; Wirtschaftverlag Carl Ueberreuter, Wien/Frankfurt, 2000. Preis: EUR 15,90
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Bewerbungs-Warmup

Sorgen Sie sich vor schwierigen Fragen im Vorstellungsgespräch? Wir kennen das Rezept, um Ihre Sorgen zu zerstreuen. In Kooperation mit Squeaker.net bietet karrierefuehrer.de künftig beliebte Testfragen von Personalverantwortlichen an.

  • Sie haben 21 Kugeln: zehn sind gelb und elf sind grün. Es ist dunkel und Sie können die Farben der Kugeln nicht erkennen. Wie viele Kugeln müssen Sie ziehen, damit Sie mindestens zwei Kugeln der gleichen Farbe erhalten?
  • Sie haben eine Apothekerwaage und 9 Kugeln. Sie wissen, dass eine der Kugeln etwas schwerer ist als die anderen. Der Unterschied ist so gering, dass Sie nicht erkennen können, welche der Kugeln es ist. Mit der Waage können Sie es aber herausfinden. Können Sie mit zwei Wiegevorgängen die schwerere Kugel identifizieren? Wenn ja, wie? (Alternative: Mit wie vielen Wiegevorgängen finden Sie die schwerere Kugel?)
  • Ein Goldschmied hat 10 Angestellte. Er hat insgesamt 1 kg Gold und gibt jedem Angestellten 100 g. Jeder von ihnen soll hieraus je 10 Ringe fertigen. Allerdings betrügt einer der Angestellten. Er unterschlägt je Ring genau 1 g Gold. Wie kann der Goldschmied mit einer digitalen Präzisionswaage und nur einmal Wiegen herausfinden, wer ihn betrügt?
  • Eineinhalb Hühner legen an eineinhalb Tagen eineinhalb Eier. Wie viele Eier legt ein Huhn an einem Tag?
  • Sie sind in einem Ruderboot auf einem kleinen Teich und haben den Anker ausgeworfen. Was passiert, wenn Sie den Anker wieder einholen? Wird sich der Wasserspiegel senken, heben oder wird er gleich bleiben?
  • In einer Abtei leben rund 100 Mönche. Es herrschen sehr strenge Regeln. Jegliche Art der Kommunikation zwischen den Mönchen ist verboten – keine Sprache, Zeichensprache oder Körpersprache. Die Mönche leben den ganzen Tag in ihren spartanisch eingerichteten Einzelzimmern, nur während der Abendandacht und des anschließenden Essens sehen sie sich. An einem Abend teilt der Abt den Mönchen mit: „Es ist eine tödliche Krankheit ausgebrochen, die sehr ansteckend ist. Die erkrankten Mönche müssen die Abtei nach dem Abendessen verlassen, um die anderen nicht zu gefährden. Man erkennt die Krankheit an einem roten Fleck auf der Stirn.“ Nach einer Woche verlassen genau die sieben Mönche die Abtei, die von der Krankheit betroffen waren. Woher wussten sie, dass sie krank sind, obwohl sie nicht kommunizierten und es auch keine Spiegel in der Abtei gab?
  • Drei Anwärter gab es um die Hand der Prinzessin Sabrina. Der König wollte seine Tochter nur mit dem intelligentesten Mann verheiraten. Darum prüfte er sie: Er verband jedem der drei die Augen und malte ihnen einen Punkt auf die Stirn. Dann sprach er: "Jeder von Euch hat einen Punkt auf der Stirn. Er ist entweder blau oder gelb. Mindestens einer von Euch hat einen blauen Punkt auf der Stirn. Ich nehme Euch nun die Augenbinden ab. Der erste, der mir sagt, welche Farbe sein Punkt hat und warum, wird meine Tochter heiraten." Der König nahm nun nacheinander jedem die Augenbinde ab, zuletzt dem Prinzen Roland. Dieser blickte in die Runde und sah nur blaue Punkte und in den Gesichtern seiner Kontrahenten die gleiche Frage wie in seinem: "Welche Farbe hat mein Punkt?" Nach einer sehr langen Stille stand Prinz Roland auf und sagte die richtige Farbe seines Punktes. Welche war es und woher wusste er es?
  • Sie befinden sich im Keller eines zweigeschossigen Hauses. Im Erdgeschoss hängt eine Glühbirne. Im Keller gibt es drei Schalter, doch nur einer von ihnen bedient die Glühbirne, die anderen haben keine Funktion. Vom Keller aus können Sie die Glühbirne nicht sehen, doch Sie wissen, dass die Glühbirne zur Zeit aus ist. Sie müssen nun herausfinden, welcher der Schalter für die Glühbirne im Erdgeschoss ist. Vom Keller aus können Sie unter keinen Umständen herausfinden, ob die Glühbirne an ist oder nicht. Sie müssen also die Treppe hinauf gehen – das dürfen Sie jedoch nur ein einziges Mal. Die Schalter dürfen Sie so oft betätigen wie Sie möchten. Wie finden Sie heraus, welcher Schalter der richtige ist?
  • Drei Personen kommen ins Motel. Der Preis für ein Zimmer pro Nacht beträgt 30 Euro. Jeder bezahlt 10 Euro. Nach einer Weile bemerkt der Motelbesitzer, dass der Preis an diesem Wochentag nur 25 Euro beträgt. Er schickt daher seinen Gehilfen mit den überschüssigen 5 Euro zurück zu den drei Personen. Dabei fällt ihm auf, dass sich 5 Euro schlecht auf drei Personen aufteilen lassen. Er beschließt 2 Euro zu behalten, und den Personen nur 3 Euro zurückzugeben. Nun haben die drei Personen jeweils 9 Euro bezahlt (10–1=9), was insgesamt 27 Euro ergibt. Der Motelbesitzer hat 2 Euro behalten. 27+2=29. Ursprünglich lagen 30 Euro auf der Theke. Wo ist der eine Euro geblieben?
  • Ein Hund rennt los von München nach Berlin mit der Geschwindigkeit von 1m/s. Er macht Schritte von konstant 1 Meter Länge. Am Schwanz hat der Hund eine Blechdose angebunden. Bei jedem Schritt schlägt die Dose scheppernd auf den Boden und der Hund erschrickt so sehr, dass er seine Geschwindigkeit verdoppelt. Wie schnell läuft der Hund, wenn er nach 500 km in Berlin ankommt?
  • Drei Gefangene werden in der Nacht vor der ihnen zugedachten Kreuzigung in Ihrer Zelle vom Fürsten persönlich besucht. Er sagt zu ihnen: „Wenn Ihr schlau seid, sollt Ihr leben. Deshalb gebe ich Euch eine Chance. Auf dem Marktplatz stehen hintereinander fünf Kreuze. Drei davon sind blau gestrichen, zwei sind rot. Über die Reihenfolge der Farben sage ich Euch nichts. Morgen früh werdet Ihr an die drei vorderen Kreuze gehängt. Jeder von Euch kann die Kreuze vor sich sehen, nicht aber die hinter sich und nicht das eigene. Sofern es einem von Euch gelingen sollte, mit Sicherheit die Farbe des eigenen Kreuzes zu nennen, wird man Euch alle wieder abnehmen und in Freiheit entlassen. Ihr habt nur einen Versuch. Ab sofort und auch morgen dürft Ihr nicht miteinander sprechen, ansonsten ist Euer Tod sicher."
  • Interview bei Ihrer Traumfirma: Sie haben einen quadratischen Glasbehälter vor sich auf dem Tisch stehen. Es sieht so aus als ob er genau zur Hälfte gefüllt ist. Ihre Gesprächspartnerin fragt: "Ist das Glas halb voll oder halb leer?" Sie sagen halb voll. Sie sagt barsch "Dies ist kein Persönlichkeitstest. Messen Sie es GENAU". Sie haben keinerlei Lineale, Stifte oder sonstige Hilfsmittel. Wie können Sie die Frage trotzdem exakt beantworten?
 

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Der Schlips – unverzichtbar oder obsolet?

Von Stefan Trees

Es gibt lange und dünne, breite und dicke. Gestreifte, bunte mit Bildern und mit Punkten: Gemeint ist die Krawatte, auch Schlips, Binder oder Kulturstrick genannt. Viele Namen für ein Kleidungsstück, das, ohne eine annähernd sinnvolle Funktion, nichts anderes zu tun hat, als vom Hals seines Trägers herunterzuhängen.

Dennoch: Für die Männerwelt gehört die Krawatte zum Standard-Outfit für das Vorstellungsgespräch. Die Kleiderordnung unterscheidet sich jedoch von Branche zu Branche und von Unternehmen zu Unternehmen. So ist beispielsweise die Unternehmenskultur des schwedischen Möbelherstellers IKEA auf Schlipsverzicht angelegt. Solcherlei Äußerlichkeiten haben in dem Einrichtungshaus mit dem jugendlichen Image keinen großen Stellenwert.

Berufseinsteiger sollten Dresscode kennen
Anders in konservativeren Branchen wie der Bauindustrie oder den Finanzdienstleistungen, wo Anzug und Krawatte nach wie vor zum Pflichtprogramm gehören – nicht nur beim Vorstellungsgespräch, sondern im täglichen Berufsleben. Wer den Dresscode seiner Wahlbranche nicht kennt, sollte sich danach erkundigen: Im Bekanntenkreis oder der Familie findet sich fast immer jemand mit Branchenerfahrung und Insiderkenntnissen. So findet man schnell heraus, wie leger oder förmlich es dort zugeht und ob ein offener Hemdkragen ohne Krawatte ein Karrierekiller ist.

Als Faustregel gilt jedoch: Mit Schlips ist man auf der sicheren Seite, denn er ist nicht nur modisches Accessoire und Bestandteil des Business-Outfits, sondern beweist als äußeres Zeichen der Höflichkeit gegenüber seinem Gastgeber gute Umgangsformen. Und die haben bei einem Vorstellungsgespräch noch niemandem geschadet.

Vom Windsor-Knoten zum Kreuzknoten
Ein wenig Übung im kunstvollen Verknoten von Seidentüchern schadet auch nicht: Mit ein paar Variationen ist Mann für alle Gelegenheiten gerüstet. Der “Four-in-hand” ist ein einfacher Standardknoten und für Anfänger geeignet. Seine kompakte Version bringt durch das zweifache Umwickeln einen fülligeren Knoten hervor. Seine asymmetrische Form ist Geschmackssache. Wer sie nicht mag, bindet den “Windsor-Knoten”, den Klassiker der rund 80 bekannten Knotenvariationen, oder den “klassischen American”. Etwas extravagant ist der “Kreuzknoten”, dessen gekreuzte Bindung am unteren Ende des Knotens sichtbar bleibt.

 

Alle Krawattenknoten auf einen Blick Externer Link
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Spielend aufs Vorstellungsgespräch vorbereiten

Von Anne Thesing

Ein Kartentraining für Vorstellungsgespräche – mit dieser Idee gehen Erika Herrenbrück und Angelika Hoefler einen ausgefalleneren Weg als die mittlerweile unzähligen Bewerbungs- und Karriereratgeber in Buchformat.

Anhand von vier Karten-Kategorien können sich die Teilnehmer spielerisch auf ihre Bewerbungssituation vorbereiten – sei es allein, zu zweit oder in einer Gruppe. Angefangen bei den Grundlagen zum Thema Vorstellungsgespräch (Kategorie “Planen”) über Tipps zu typischen Fragen und Antworten (Kategorie “Fragen”) und dem passenden Rüstzeug für die Informationssuche (Kategorie “Wissen”) bis hin zum konkreten Rollenspiel (Kategorie “Anwenden”) durchlaufen die Spieler einen individuellen “Trainingsplan”.

“Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen?” Mit dieser Frage muss jeder Bewerber rechnen, der sich in ein Vorstellungsgespräch begibt. Wer gute Karten haben will, sollte sich angemessen vorbereiten. Wer bei der Vorbereitung auch noch Spaß haben möchte, dem sei das spielerische Bewerbungs-Training empfohlen.

Erika Herrenbrück & Angelika Hoefler: Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen? Das Kartentraining zum Vorstellungsgespräch. Eichborn Verlag 2002. 24,90 Euro.

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Die Phasen des Vorstellungsgesprächs

Die Einladung zum Vorstellungsgespräch zeigt, dass Ihre Bewerbungsunterlagen den potenziellen Arbeitgeber überzeugt haben. Nun möchte er Sie persönlich kennen lernen und herausfinden, ob Unternehmen und Bewerber zusammenpassen. Im Vorstellungsgespräch erhalten Sie die Chance, sich selbst optimal zu präsentieren und alles Wichtige über die ausgeschriebene Position und das Unternehmen zu erfahren.

  1. Vorbereitung
  2. Outfit
  3. Das Gespräch
  4. Ausgewählte Standardfragen
  5. Auftreten und Präsentation
  6. Nach dem Gespräch
  7. Buchtipps


1. Vorbereitung

Terminabsprache
Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch wird Ihnen ein Terminvorschlag unterbreitet, den Sie annehmen und einhalten sollten. Um Missverständnisse zu vermeiden empfiehlt es sich, den Termin schriftlich zu bestätigen. Können Sie den Termin aus wirklich wichtigen Gründen nicht einhalten, sollten Sie höflich um eine Verschiebung bitten, müssen diese dann aber ausführlich und gut begründen können.

Unternehmensinfos
Wer gut informiert in ein Vorstellungsgespräch geht, fühlt sich selbst sicherer und strahlt diese Sicherheit auch aus. Um auf mögliche Fragen antworten und/oder intelligente Fragen stellen zu können, sollten Sie sich so gut wie möglich über das Unternehmen und die ausgeschriebene Position informieren. Wichtige Aspekte sind zum Beispiel:

  • Umsatz- und Gewinnzahlen
  • Mitarbeiterzahlen
  • Produkte und Serviceleistungen
  • Informationen über die Branche
  • Gehaltsniveau
  • Arbeitszeiten
  • Name des Vorstandsvorsitzenden / Geschäftsführers
  • Zielgruppen
  • Konkurrenz
  • Standorte
  • Unternehmensstruktur
  • Unternehmensphilosophie

Informationsquellen: Internet, Zeitungen, Handelsregister, Branchenverzeichnisse, Messekataloge, PR- oder Personalabteilung des Unternehmens.

Die eigene Bewerbung kennen
Es ist auch wichtig, über “sich selbst” informiert zu sein. Lesen Sie vor dem Gespräch noch einmal gründlich Ihre Bewerbungsunterlagen durch, damit Sie Ihren Lebenslauf mündlich wiedergeben und auf vertiefende Fragen – zum Beispiel nach Lücken oder Stellenwechsel – antworten können.

Kleidung
Entscheiden Sie sich rechtzeitig (spätestens einige Tage vor dem Gespräch) für ein passendes
Outfit. Schließlich müssen Sie eventuell noch einkaufen, waschen und bügeln.

Anfahrt
Unpünktlichkeit macht keinen guten Eindruck. Für die Anfahrt sollte daher reichlich Zeit eingeplant werden – inklusive Zeitverzögerungen durch Staus, Zugverspätungen, Parkplatzsuche und schlechtes Wetter. Mindestens 15 Minuten vor Gesprächsbeginn sollten Sie vor Ort sein, denn bei großen Unternehmen nimmt auch der Weg vom Pförtner zum Besprechungszimmer einige Zeit in Anspruch.


2. Outfit

Entscheidungsfindung
Spätestens am Vorabend sollte das Bewerbungs-Outfit frisch gewaschen und gebügelt bereit liegen. Wie das ideale Outfit aussieht, hängt vom Unternehmen, der Position und von Ihnen selbst ab. Nicht in jedem Unternehmen sind Schlips und Kragen Pflicht. Während Sie sich bei einer Bank konservativ kleiden sollten, kann es bei einem jungen Start-up etwas lockerer sein. Faustregel: Der Bewerber sollte sich so kleiden, wie er das Unternehmen nach außen hin repräsentieren würde – seriös, zeitgemäß und gepflegt. Lieber etwas zu chic als zu leger. Allerdings sollten Sie sich nicht verkleidet fühlen, da sich dieses Unwohlsein negativ auf Ihr Verhalten auswirken würde.

Frauen
Ein Kostüm in dezenten Farben – mit diesem Outfit können Frauen generell nichts falsch machen. Sowohl für Make-up als auch für Parfüm und Schmuck gilt: Weniger ist oft mehr. Falls Sie einen Rock tragen, achten Sie darauf, dass er auch im Sitzen nicht zu kurz ist. Die Schuhe sollten keine zu hohen Absätze haben. Wer keine Stöckelschuhe gewohnt ist, sollte auch im Vorstellungsgespräch darauf verzichten.

Männer
Für Männer empfiehlt sich ein Anzug oder eine Kombination in gedeckten Farben, ein helles Hemd und eine dezente Krawatte. Jeans, bunte Hemden und weiße Socken sind im Vorstellungsgespräch fehl am Platz.


3. Das Gespräch

Gesprächseröffnung
Ihr Gesprächspartner wird versuchen, Ihnen durch einige lockere Fragen, zum Beispiel zu Ihrer Anreise, die Nervosität zu nehmen und eine angenehmen Atmosphäre zu schaffen. Sie sollten freundlich, aber nicht zu langatmig auf diese Fragen antworten. Geben Sie Ihrem Gegenüber zur Begrüßung die Hand und merken Sie sich bei der Vorstellung seinen Namen, damit Sie ihn später namentlich ansprechen können.
Möglicherweise wird man Ihnen etwas zu trinken anbieten, das Sie gerne annehmen können. Alkohol oder Zigaretten sollten jedoch dankend abgelehnt werden.

Hauptteil
Im Hauptteil des Gesprächs geht es darum, dass beide Seiten so viel wie möglich über ihren Gesprächspartner erfahren. Das Unternehmen wird sich vorstellen und Sie über die ausgeschriebene Position informieren. Anschließend (oder vorher) wird man Ihnen zahlreiche Fragen stellen, auf die Sie sich gut vorbereiten sollten. Vorbereiten sollten Sie sich auch auf die Aufforderung, eigene Fragen zu stellen.

Eigene Fragen
Anhand eigener Fragen können Sie Ihr Interesse bekunden und beweisen, dass Sie gut vorbereitet sind. Die Fragen können zum Beispiel das Unternehmen, die ausgeschriebene Stelle, die Branche und vertragliche Rahmenbedingungen betreffen. Natürlich gibt es auch Fragen, die man im Vorstellungsgespräch meiden sollte. So macht es beispielsweise keinen guten Eindruck, im ersten Gespräch nach dem ersten Urlaub oder dem pünktlichen Feierabend zu fragen. Die Initiative zum Thema “Gehalt” sollte von Ihrem Gesprächspartner ausgehen. Sie sollten aber auf jeden Fall darüber informiert sein, was üblicherweise in der Branche gezahlt wird.

Verabschiedung
Hier besteht noch einmal die Möglichkeit, letzte Unklarheiten zur weiteren Vorgehensweise zu klären (Wer meldet sich bis wann? Findet ein zweites Gespräch statt?). Sie sollten sich herzlich und freundlich verabschieden, um einen möglichst guten “letzten” Eindruck zu hinterlassen.

Die Gesprächspartner
Je nach Größe und Struktur des Unternehmens werden Sie mit Personen aus der Personalabteilung und/oder der Fachabteilung das Gespräch führen. Während es der Personalabteilung vor allem um die persönliche Qualifikation des Bewerbers geht, liegt das Interesse der Fachabteilung primär in den fachlichen Qualifikationen.


4. Ausgewählte Standardfragen

“Was wissen Sie über unser Unternehmen?”
Mit dieser Frage möchte der Gesprächspartner testen, ob Sie gut vorbereitet sind und sich für das Unternehmen interessieren. Sammeln Sie also schon im Vorfeld möglichst viele Unternehmensinformationen.

“Erzählen Sie uns etwas über Ihren Werdegang.”
Der schriftliche Lebenslauf liegt Ihrem Gesprächspartner vor. Es wird ihn also langweilen, wenn Sie den auswendig gelernten Lebenslauf trocken wiedergeben. Vielmehr sollten Sie Ihrem Werdegang eine Logik geben, ihn strukturieren und wesentliche Elemente herausstellen. Für Sie ist dies eine gute Gelegenheit, sich möglichst positiv darzustellen.

“Warum haben Sie sich gerade für diese Position und für dieses Unternehmen beworben?”
Bereiten Sie sich gut auf diese Frage vor. Eine überzeugende Antwort zeugt von Interesse für das Unternehmen und für die Stelle – und davon, dass Sie sich mit dem Unternehmen identifizieren können.

“Wie würden Sie sich charakterisieren? Worin sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen?”
Auch bei dieser Frage geht es darum, wie Sie sich darstellen. Insgesamt sollten Sie sich in ein gutes Licht stellen. Es wirkt allerdings unglaubwürdig, wenn Sie übertrieben mit Stärken prahlen, ohne dabei Schwächen einzugestehen. Einen guten Eindruck machen Sie, wenn Sie Ihre Stärken und Schwächen anhand von konkreten Beispielen belegen. Dabei können Sie auch zeigen, dass Sie aus Schwächen Lehren gezogen haben und Ihre Stärken sinnvoll einzusetzen wissen.

“Was erwarten Sie von dieser Tätigkeit?”
Diese Frage gibt Ihnen die Möglichkeit, über Ihre Erwartungen an den Job zu sprechen. Schließlich besteht nicht nur die Möglichkeit, dass das Unternehmen sich für einen anderen Kandidaten entscheidet. Auch Sie können sich für ein anderes Unternehmen entscheiden – zum Beispiel, wenn es schwerwiegende Differenzen zwischen Ihren Erwartungen und den Vorstellungen des Unternehmens gibt.

Weitere Standardfragen

  • Warum haben Sie sich gerade für diese Studienfächer entschieden?
  • Womit haben Sie sich in Ihrer Diplomarbeit befasst?
  • Was qualifiziert gerade Sie für diese Position?
  • Welche praktischen Erfahrungen, die für diese Position relevant sind, haben Sie bereits gemacht?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  • Wie gehen Sie mit Kritik um?
  • Womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit?


5. Auftreten und Präsentation

Körpersprache
Um einen selbstbewussten Eindruck zu machen, sollten Sie eine aufrechte Haltung einnehmen, ohne steif zu wirken. Suchen Sie den direkten Blickkontakt zum Gesprächspartner und geben Sie ihm zur Begrüßung und beim Abschied die Hand.
Vermeiden Sie nervöse Spielchen mit Kugelschreiber, Ohrringen oder Haaren. Auch das unruhige Hin- und Herrutschen auf dem Stuhl macht keinen guten Eindruck.

Stimme
Sprechen Sie laut, deutlich und mit fester Stimme. Lassen Sie Ihren Gesprächspartner ausreden und antworten Sie freundlich auf die gestellten Fragen. Lächeln Sie Ihr Gegenüber von Zeit zu Zeit freundlich und auffordernd an.


6. Nach dem Gespräch

Die Entscheidung
Nach dem Vorstellungsgespräch muss sich nicht nur das Unternehmen entscheiden, sondern auch Sie müssen klären, ob die Position für Sie in Frage kommt. Um eine Entscheidung treffen zu können, sollten Sie daher nach dem Gespräch alle Eindrücke schriftlich festhalten. Sind Sie an dem Job interessiert, können Sie dieses Interesse in einem kurzen Brief an Ihren Gesprächspartner bekunden – zum Beispiel, indem Sie sich für das Gespräch und die nette Atmosphäre bedanken.

Das zweite Vorstellungsgespräch
Je nach Position und Unternehmen werden Sie eventuell zu einem zweiten Gespräch eingeladen. Zu diesem Zeitpunkt hat sich die Anzahl der Mitbewerber bereits “reduziert” – Sie haben also im ersten Gespräch überzeugt. Eine endgültige Entscheidung wurde jedoch meist noch nicht getroffen. Neben einer Vertiefung fachlicher Fragen wird es in dem zweiten Gespräch um vertragliche Aspekte gehen. Auch hier gilt: Bereiten Sie sich gründlich vor, damit der gute Eindruck aus dem ersten Gespräch nicht getrübt wird.

Im Fall einer Absage
Von einer Absage sollten Sie sich nicht entmutigen lassen. Nutzen Sie vielmehr die gesammelten Eindrücke als Erfahrungen, aus denen Sie für das nächste Mal lernen können.

Bewerbungskosten
Werden Sie von einem Unternehmen zum Vorstellungsgespräch eingeladen, muss dieses grundsätzlich für Fahrt- und Übernachtungskosten aufkommen. Wird dieses Thema im Gespräch nicht erwähnt, sollten Sie das Ergebnis des Gespräches abwarten und bei einer Absage in einem höflichen Brief um die Erstattung der Kosten bitten.

 

Mehr Informationen zum Thema Vorstellungsgespräch Das Vorstellungsgespräch
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Literaturtipps:
Die besten Bewerbungsmuster für Berufseinsteiger Helga Krausser-Raether, Die besten Bewerbungsmuster für Berufseinsteiger – mit CD-ROM. Haufe Verlag 2004
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cover Christian Püttjer / Uwe Schnierda, Hochschulabsolventen überzeugen im Vorstellungsgespräch. Sit-up! Verlag 1999
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cover Doris und Frank Brenner / Birgit Giesen, Individuell bewerben. Mit praktischen Übungen zum Assessment Center, Staufenbiel Institut für Studien- und Berufsplanung GmbH, 4. Auflage 2000
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cover Michael Opoczynski (Hg.), WISO Bewerbungsratgeber: Überzeugende Unterlagen, Perfekter Auftritt, Online-Bewerbungen, Networking, Job-Börsen, Wien/Frankfurt: Wirtschaftsverlag Ueberreuter, 2001
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cover Jürgen Hesse / Hans Christian Schrader, Die 100 häufigsten Fragen im Vorstellungespräch. Eine optimale Vorbereitung in kürzester Zeit. Eichborn Verlag 1999
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cover Jürgen Hesse / Hans Christian Schrader, Das erfolgreiche Vorstellungsgespräch. Wie Sie beeindrucken, überzeugen, gewinnen. Eichborn Verlag 1998
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Rund um das Vorstellungsgespräch

Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch ist eine wichtige Hürde genommen. Aber jetzt geht es erst richtig los!

Das Vorstellungsgespräch von Photocase.de

 

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Schlipps-Tipps

Four-in-hand
Windsor
Nicht alle Unternehmen legen gleich viel Wert auf die Krawatte. Doch wo es die Kleiderordnung erwartet, sollten schon Bewerber wissen, wie man sich einen vernünftigen Knoten bindet. Wer ein bisschen übt, hat den Dreh bald raus. Mit ein paar Variationen ist man(n) für alle Gelegenheiten gerüstet.

Für Anfänger am besten geeignet: der „Four-in-hand“, der einen fülligen Knoten ergibt. Wer seine asymmetrische Form nicht mag, bindet sich einen der Klassiker: den Windsor-Knoten oder den „Klasssischen American“. Sehr elegant ist der Kreuzknoten, der etwas Übung erfordert und eher fürs Geschäftsessen geeignet ist als für den täglichen Büroeinsatz. Viel wichtiger als der Knoten ist allerdings die Wahl der Krawatte: lieber dezent als quietschig-bunt. Schlipsträger sollten hier mit der Mode gehen.

Klassischer American

Kreuzknoten

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Hier gibt es weitere Tipps zum Outfit. Schlipps-Tipps Bewerbung
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Kleidung

von Christina Bönner

Hochgesteckte oder offene Haare? Rock oder Hosenanzug? Mit Krawatte oder ohne? Bei der Frage nach dem richtigen Outfit für das Vorstellungsgespräch sind sich viele Bewerber unsicher.

Das Wichtigste vorweg: Der Bewerber muss zum Unternehmen passen. Das äußert sich nicht nur durch den individuellen Charakter und die Affinität zur jeweiligen Tätigkeit, sondern auch durch das äußere Erscheinungsbild des Bewerbers, das einen Teil seiner Persönlichkeit darstellt. In seriösen Branchen wie Banken oder Versicherungen sollte man sich also anders kleiden als zum Beispiel bei Werbeagenturen, bei denen das Outfit auch schon mal legerer ausfallen kann. Wichtig ist, dass man sich in seiner Kleidung wohlfühlt. Wer ein bekennender Gegner von Krawatten ist, wird sich wahrscheinlich auch kaum in einer Branche zu Hause fühlen, die Wert auf genau dieses Accessoire legt.

Tipps für Frauen
Frauen müssen sich neben ihrer Kleidung vor allem auch über ihre Frisur Gedanken machen: Offen oder zusammengesteckt, ist oft die Frage. Als Faustregel gilt: Authentizität. Frauen, die ihre Haare immer offen tragen, wirken mit hochgesteckten Haaren eher „verkleidet“ und würden vor dem Personaler ihre wahre Persönlichkeit verbergen. Zusammengebundene Haare wirken zwar seriöser, doch viel wichtiger ist: Das Gesicht sollte frei sein. Denn beim ersten Gespräch sind auch Gestik und Mimik wichtig, damit der Personaler den Bewerber richtig beurteilen kann.

Ein weiteres Thema bei Frauen: Rock oder Anzug? Natürlich ist ein Rock sehr feminin, doch erspart ein Hosenanzug viele Probleme: Hinsetzen und Beine übereinander schlagen ist im Anzug umkomplizierter. Zudem bleibt einem die Frage nach dem richtigen Absatz erspart: Besser sind zum Anzug flache Absätze, denn was in Alltagssituationen perfekt klappt – das gerade und sichere Gehen auf höheren Absätzen –, kann bei Nervosität im Bewerbungsgespräch schnell schief gehen. Und nichts ist schlechter für den ersten Eindruck als ein wackeliger und unsicherer Gang.

Eine weitere Stolperfalle: Accessoires und Make-up. Schmuck und Uhren sollten nicht zu protzig und überbetont sein. Beim Make-up muss eine leichte Akzentuierung der Augen und Lippen reichen. Alles andere wäre für ein Bewerbungsgespräch unpassend.

Tipps für Männer
Männer tragen meist dunkle Anzüge und Schuhe. Trotz des vermeintlichen Universal-Outfits können sie sich positiv von der Masse abheben: mit einem perfekten Sitz des Anzugs, mit der Wahl der Krawatte und ihrer Farbe. Wer dann noch weiß, wie er einen perfekten Knoten bindet (siehe Anleitung Seite 116), hat mit seinem äußeren Auftreten schon gewonnen.

Männer sollten beachten, dass das Tragen eines Bartes eine Typsache ist. Doch ähnlich wie die Frisur bei Frauen sollte das Gesicht auch bei Männern nicht durch Haare verdeckt sein. Mit einer Rasur hat der Bewerber einen klareren Gesichtsausdruck. Ein ordentlich gestutzter Bart hingegen, der optisch zum Träger passt, kann auch ein Zeichen von Individualität sein.

Gepflegtheit, saubere und löcherfreie Kleidung, geputzte Schuhe ohne schiefe Absätze, gut geschnittenes und frisch gewaschenes Haar – wer das alles beachtet, bei dem kann beim Vorstellungsgespräch rein äußerlich eigentlich nichts mehr schief gehen. Wenn dann auch noch Qualifikation und Ausstrahlung stimmen, ist der neue Job so gut wie sicher.

“Bewerbung – Die Kleidung” als PDF Kleidung Vorstellungsgespräch

 

Hier gibt es Schlips-Tipps zum Krawattenbinden. Kleidung Vorstellungsgespräch
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Tipps fürs Outfit

  • Keine knalligen Farben wählen
  • Für Frauen besonders geeignet: Pastelltöne, für Männer: grau oder anthrazit
  • Auch im Sommer Strümpfe tragen
  • Krawatte darf farbig sein, aber keine wilden Muster oder Comics; Krawatte sollte hinten unter dem Kragen sitzen
  • Nur unaufdringliches Parfum oder After Shave
  • Keine Piercings tragen, Männer auch keine Ohrringe
  • Schuhe putzen
  • Bei einer längeren Anreise ein Hemd bzw. einen Bluse zum Wechseln mitnehmen
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Vorstellungsgespräch



von Sabine Olschner

Sie haben eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten? Herzlichen Glückwunsch, die erste Bewerbungshürde ist geschafft. Nun sollten Sie sich auch gründlich auf Ihr Gespräch mit dem Personaler vorbereiten.

Die Bewertung einer Person erfolgt in den ersten Sekunden, nachdem man sich gesehen hat. Entsprechend wichtig ist Ihr Auftreten zu Beginn eines Vorstellungsgesprächs: Erscheinen Sie pünktlich, lieber ein paar Minuten zu früh als zu spät. Beim ersten Zusammentreffen schauen Sie Ihrem Ansprechpartner in die Augen, begrüßen Sie ihn mit einem festen Händedruck und der Nennung seines Namens („Guten Tag, Herr Müller“) und stellen Sie sich deutlich mit Ihrem Vor- und Nachnamen vor.

Um die Nervosität des Bewerbers ein wenig zu mildern, beginnt das Gespräch in der Regel mit ein wenig Small Talk über Ihre Anfahrt oder das Wetter. Wer geübt ist in der leichten Art der Konversation, dem wird das Reden nicht schwer fallen – aber verfallen Sie nicht ins Plaudern. Nach ein paar Minuten sollte der Personaler in der Lage sein, zur Sache zu kommen. Sollte Ihnen übrigens Kaffee angeboten werden, können Sie dieses Angebot problemlos annehmen – oder auch ablehnen, wenn Sie keinen Kaffee trinken. In diesem Fall äußern Sie aber keine Sonderwünsche: Ein Wasser zu verlangen ist dann allemal besser als eine spezielle Teesorte oder ähnlich ausgefallenes.

Zum Start des Vorstellungsgesprächs wird der Personaler Sie wahrscheinlich bitten, etwas über sich selbst zu erzählen. Das können Sie schon zu Hause bestens üben: Sprechen Sie das, was Sie über sich zu sagen haben, auf Band und hören Sie sich selbst einmal zu. Das bedeutet nicht, dass Sie Ihren kurzen Vortrag auswendig lernen sollen – aber Sie werden schnell merken, an welchen Stellen in Ihrem Lebenslauf Sie ins Stocken geraten oder unsicher werden.

Auf mögliche Nachfragen müssen Sie sich gefasst machen, sei es, weil der Gesprächspartner Unklarheiten im Lebenslauf hinterfragen oder erfahren will, warum Sie in Ihrem Leben bestimmte Entscheidungen getroffen haben. Dies lässt sich am besten im Gespräch mit Freunden üben. Überlegen Sie, welche Fragen der Personaler Ihnen möglicherweise stellen wird. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Warum haben sie sich ausgerechnet für unser Unternehmen entschieden?
  • Was qualifiziert Sie für diese Stelle besonders?
  • Was sind Ihre Erwartungen an die neue Stelle?
  • Was erwarten Sie von Ihren Vorgesetzten?
  • Was bringen Sie unserer Firma?
  • Wie flexibel sind Sie bezüglich Belastbarkeit/Überstunden/Wochenendarbeit?
  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Wer sich vorab Gedanken zu möglichen Antworten gemacht, wird im Vorstellungsgespräch nicht so leicht ins Schwimmen geraten. Vor allem auf die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen sollten Sie sich bereits vorher Antworten überlegen. Die Schwächen „Ungeduld“ oder „Perfektionismus“ werden zu häufig genannt, als dass sie noch glaubwürdig klingen würden. Einen positiven Eindruck erwecken hingegen Ehrlichkeit, Offenheit und vorsichtig dosierte Beispiele für bestimmte Charaktereigenschaften.

Doch nicht nur der Personalchef wird Sie fragen – Sie werden auch die Möglichkeit haben, selber Fragen zu stellen. Zeigen Sie echtes Interesse am Unternehmen, indem Sie sich im Vorfeld überlegen, was Sie über das Unternehmen und Ihre künftige Position wissen wollen. Bereiten Sie Ihre Fragen schriftlich vor und nehmen Sie ruhig die Frageliste mit ins Gespräch. Ein paar typische Fragen könnten sein:

  • Wie sehen die Aufgaben aus, die ich übernehmen werde?
  • Wie verläuft die Einarbeitungsphase? Welche Abteilungen lerne ich kennen?
  • Wo ist mein Arbeitsplatz? Kann ich ihn eventuell besichtigen?
  • Kann ich eventuell künftige Kollegen kennen lernen?
  • Wie ist die Abteilung ins Unternehmen eingebunden?
  • Welche Aufstiegsmöglichkeiten/Karriereprogramme gibt es in Ihrem Unternehmen?
  • Besteht die Möglichkeit zu einem Einsatz im Ausland?
  • Unterstützt das Unternehmen Weiterbildungsmaßnahmen?

Fragen nach Urlaub und Freizeitausgleich kommen im ersten Gespräch nicht gut an. Auf das Thema Gehalt hingegen sollte man sich bereits vorbereitet haben. Informieren Sie sich über die Gehälter, die für Berufseinsteiger in Ihrer Branche üblich sind. Berufsverbände, Internetseiten von Jobbörsen oder auch Gespräche mit Freunden und Bekannten, die in der Branche arbeiten, können helfen, sich einen realistischen Eindruck zu verschaffen. Pokern Sie bei der Gehaltsfrage nicht zu hoch, aber verkaufen Sie sich auch nicht unter Wert. Übertreibungen in beide Richtungen hinterlassen bei den Personalern einen schlechten Eindruck.

Vorstellungsgespräche sind eine spannende Angelegenheit, denn hier entscheidet sich, ob der Bewerber zum Unternehmen passt und umgekehrt. Grund zur Nervosität gibt es hingegen nicht: Wenn Sie sich gut vorbereitet haben, werden Sie in der Lage sein, offen und ehrlich aufzutreten. Authentische Kandidaten haben ohnehin die besten Chancen. Und sollte es beim ersten Vorstellungsgespräch nicht klappen, bedenken Sie immer: Übung macht den Meister!

 

Vorbereitung zum Bewerbungsgespräch

  • Rechtzeitig zum Friseur gehen
  • Kleidung aussuchen und vorbereiten (keine Flecken, Löcher oder abgerissene Knöpfe?)
  • Schuhe putzen
  • Selbstdarstellung üben
  • Unterlagen zusammenstellen (alle Bewerbungsunterlagen, falls vorhanden Arbeitsproben)
  • Liste mit eigenen Fragen vorbereiten
  • Papier und Stift für Notizen einstecken
  • Reise buchen
  • Mit Unternehmen die Übernahme der Reisekosten abklären
  • Anfahrtsbeschreibung mitnehmen
  • Kontaktdaten für eventuellen Anruf von unterwegs aus mitnehmen
  • Am Tag des Bewerbungsgespräches pünktlich aufstehen und genügend Zeit für Vorbereitung und Anfahrt einplanen

Weitere Artikel zum Thema Vorstellungsgespräch Das Vorstellungsgespräch

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Buchtipps zum Thema Vorstellungsgespräch und Bewerbung

Jürgen Hesse, Hans Christian Schrader: Die 100 häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch. Richtig formulieren, verstehen, verhandeln. Externer Link
Eichborn Verlag 2006. Preis: 8,95 Euro. ISBN 978-3821858555

Christian Püttjer, Uwe Schnierda: Trainingsmappe Vorstellungsgespräch. Die 200 entscheidenden Fragen und die besten Antworten. Mit CD-ROM Externer Link
Campus Verlag 2006. Preis: 17,90 Euro. ISBN 978-3593376578

Horst H. Siewert: Fangfragen im Vorstellungsgespräch souverän beantworten (Besser bewerben) Externer Link
Redline Wirtschaftsverlag 2006. Preis: 15,90 Euro. ISBN 978-3636012715

Claus P. Müller-Thurau: Das Vorstellungsgespräch live. Buch mit CDExterner Link
Haufe Verlag 2005. Preis: 19,80 Euro. ISBN 978-3448068832

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